Traum von Mittelerde - Hobbit Teil 1 - Kapitel 8 & 9

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2 Kapitel - 2.728 Wörter - Erstellt von: Lossiel Niquesse - Aktualisiert am: 2015-06-29 - Entwickelt am: - 1.525 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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Geduld, Geduld...

Erst als die letzten Töne meine Lippen verlassen, merke ich, wie still es ist. Dann ertönt Applaus. Erstaunt drehe ich mich um und sehe Fíli und Kíli, die begeistert klatschen. Und nicht nur sie. Auch Bilbo, Gandalf, Oin, Balin und fast alle anderen Zwerge applaudieren. Nur Dwalin und Thorin nicht, die glotzen mich überrascht an. Ich senke verlegen den Kopf, lächle aber ein bisschen. Anscheinend war ich nicht schlecht - und vor allem nicht leise, denn sogar Oin mit seinem Hörrohr grinst anerkennend. Dabei habe ich doch ganz leise begonnen... aber mal wieder alles im mich herum vergessen, wie immer, wenn ich mich meiner Musik vollständig hingebe. Tja, dann haben es wohl alle gehört. „Bravo, Lossiel!“ ruft Bofur. Ich reiße den Kopf herum und schaue ihn mit großen Augen an. Hat der mich gerade GELOBT? Der Applaus an sich ist ja schon cool genug, aber ein Lob aus dem Mund eines anderen Zwerges außer Fíli und Kíli haut mich echt um. Als ich in die Gesichter der Zwerge blicke, die (bis auf - natürlich - die von Dwalin und Thorin) freundlich lächeln, regt sich in mir die Hoffnung, dass sie mich vielleicht doch irgendwann akzeptieren können. Bei den beiden Obermackern habe ich zwar noch ARGE Zweifel, doch der Rest scheint über meine spitzen Ohren, die bleiche Haut und den feingliedrigen Körperbau hinwegsehen zu können. Denn das ist eigentlich alles, was mich von ihnen unterscheidet. Schließlich bin ich ungefähr so groß wie sie, habe wie Thorin schwarzes Haar und blaue Augen und bin ebenso schlagfertig (wenn nicht sogar noch mehr). Und ich bin NOCH KEINE Frau... blablabla. „Wie heißt dieses Lied?“ reißt mich Fíli aus meinen Gedanken. „Lied der Zeit“ antworte ich. "Und kennst du noch weitere?" "Ja. Einige in unserer Sprache und einige in der..." ich grinse schelmisch. "...einige auch in der Sprache, in der ich Dwalin beleidigt habe!" Dwalin fährt herum. "Was hast du?" fragt er aggressiv. Ach verdammt! "Gar nichts!" wehre ich hastig ab. Dwalin guckt misstrauisch, doch dann wendet er er er sich wieder ab. Ich seufze leise und erleichtert, denn obwohl ich mir im stillen vorgenommen habe, die verschiedenen Färbungsmöglichkeiten von Dwalins Kopf herauszubekommen, habe ich momentan keinen Bock auf Streit. Dazu bin ich noch zu aufgewühlt von den neuen Informationen. Bin ich jetzt tot? Oder bin ich einfach WEG? Aus meinem Bett verschwunden? Fragen, Fragen, Fragen... und null Antworten. Also laufe ich einfach weiter. Fíli und Kíli stellen mir noch ein paar Fragen, doch ich antworte so einsilbig, dass sie schließlich verstummen. Was ich sehr begrüße, da in meinem Kopf jetzt eine weitere Frage herumrollt, die ich vor ein paar Tagen erst noch verdrängt habe. Meine Verwandlung. Gandalf hat in seiner Geschichte nicht erwähnt, dass der junge Mann spitze Ohren bekommen hätte oder so was. Da ich weiß, dass ich alleine nie zu einer vernünftigen Lösung kommen werde, schließe ich noch ein mal zu Gandalf auf. "Du, Gandalf... " beginne ich zögernd und der zieht fragend die Augenbrauen hoch. "Was ist eigentlich mit meiner... Verwandlung?" Gandalf macht ein verwundertes Gesicht. "Welche Verwandlung?" fragt er. Ach, der weiß das noch gar nicht? Aber Kíli hatte es schon vermutet... in Beutelsend. "...und schien gestern nicht einmal zu wissen, dass sie eine Elbin ist!“ hatte er gesagt. Das ist wohl in Vergessenheit geraten. Ich räuspere mich. "Ähm... ich war nicht immer eine Elbin." gebe ich zu. "In meiner früheren Welt war ich ein Mensch." Gandalfs Augen weiten sich verblüfft. Er schweigt einen Moment, und ich kann geradezu die Rädchen in seinem Kopf rattern hören. Doch nach einer Weile zuckt er mit hilflosem Gesicht die Schultern. "Darüber ist mir nichts bekannt." Ich spüre, dass er die Wahrheit sagt, und seufze resigniert. "Na, da ist nichts zu machen" murmele ich und verstumme. Für den Rest des Tages trotte ich neben den Ponies her und zerbreche mir den Kopf über tausend verschiedenen Gründen des Weltenwechsels und der ebenso plötzlichen Verwandelung in eine andere Daseinsform. Keiner ist Logisch.

Gegen Abend halten wir an einer Lichtung, die unserem ersten Lagerplatz sehr ähnlich sieht - nur ohne Distel. Mist! Ich bin so müde, dass ich wahrscheinlich bis zwölf Uhr Mittags durchschlafen werde, und bis dahin sind die Zwerge längst weg. Ich lasse mir meine Sorgen jedoch nicht anmerken, sondern setze mich nur aufs Moos und schaue Bombur beim Kochen zu. Ich rechne nicht damit, etwas abzubekommen, nicht mal von Fíli und Kíli, denn jetzt ist Dwalin gewarnt. Und Thorin wird das wahrscheinlich auch nicht noch ein mal einfach so mitansehen. Also beschließe ich gerade, mich sofort hinzulegen, um so viel Schlaf wie möglich zu bekommen, als jemand mir eine gefüllte Schüssel hinhält. Ich schaue auf. Nori! Er lächelt freundlich, und als ich einen zweifelnden Blick auf Dwalin werfe, zwinkert er mir zu. "Eine so geschickte Diebin verdient eine Mahlzeit!" raunt er mit einem Grinsen. Ach, ich hab ihm ja die Schnur geklaut. Die sollten mich als Meisterdieb einstellen! Ich bin immer noch überrascht, lächle jedoch dankbar und ergreife die Schüssel. Die Suppe schmeckt wunderbar. Obwohl ich noch eine weitere Schüssel hätte essen können, rolle ich mich danach auf dem Boden zusammen und schließe die Augen. Doch trotz meiner großen Müdigkeit kommt kein Schlaf, denn heute Abend ist es etwas frischer. Jetzt fange ich an zu frieren. Ganz toll! Bei Kälte konnte ich noch nie schlafen, und morgen muss ich den ganzen Tag laufen! Zum ersten mal spüre ich fast so etwas wie Verzweiflung. Dann ziehe ich unter meinem Nachthemd (das ich schon seit Tage trage, die anderen Kleider stecken immer noch in Bilbos Rucksack, ich muss ihn mal danach fragen) die Knie bis zum Kinn hinauf und schlinge die Arme darum, im Versuch, mich etwas zu wärmen. So liege ich da, zitternd und in miserabler Stimmung, als sich plötzlich etwas Warmes, Schweres über mich legt. Ich öffne ein wenig die Augen und erkenne... Kíli. Na, wer sollte es denn sonst sein? Kíli lächelt und streicht mir leicht übers Haar. "Gute Nacht!" flüstert er mir zu, und dann schließen sich auch schon meine Augen und ich falle, nun auch gewärmt, endlich in Schlaf.

Erneut der finstere Wald und das Ding, dem ich hinterherhetze. Nanu, der gleich Traum zweimal hintereinander? Na, diesmal wird mir das Ding aber nicht entkommen! Ich renne schneller, da stolpere ich plötzlich, falle, und schieße hellwach in die Höhe.
Es ist morgen - und die Lichtung ist leer!

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