Krieg der Seelenmacht - Klingensilber

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1 Kapitel - 927 Wörter - Erstellt von: Ailurophile - Aktualisiert am: 2015-06-29 - Entwickelt am: - 475 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Zweiter Teil meiner höchst seltsamen Kurzgeschichten-Trilogie.

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    Sie spürte einen sanften, warmen Druck an ihrer Hand. Vorsichtig öffnete sie die Augen. Es war dämmrig und sie musste ein paar Male blinzeln bis si
    Sie spürte einen sanften, warmen Druck an ihrer Hand. Vorsichtig öffnete sie die Augen. Es war dämmrig und sie musste ein paar Male blinzeln bis sie die Gestalt neben ihr erkannte. Sie würde ihn beim Namen nennen, doch er war ihr nicht bekannt. Sie wusste nichts. Nichts über ihn. Doch seine silbernen Augen blitzten auf wie geschliffene Klingen, als hätte er erkannt, dass sie leer war und die Worte aus ihren Gedanken verschwunden waren.
    „Komm“, mehr sagte er nicht und wandte sich ab. Sie sah sich um. Sie standen in einem sich lange erstreckenden, bogenartigen Flur.
    Die Fliesen, auf denen sie stand, schimmerten edel schwarz, wie ein See bei Nacht. Nirgendwo waren Vorhänge, oder Möbelstücke. Überall lagen verstreut alte Gemälde, Fotografien. Eingerissen, angebrannt und verschwommen. Die Gesichter der abgebildeten Menschen waren nicht zu erkennen. Sie hätte sich alles gern genauer angeschaut doch er zog sie sanft aber beständig weiter. Mit jedem Schritt den sie tat lösten sich die alten Bilder um sie herum auf. Sie zerfielen zu Staub und wurden von einer einzigen kleinen Windböe davon getragen. Sie konnte nicht erkennen, woher der Luftzug kam, er erschien bei jedem Bild wie aus dem nichts und war so schnell er gekommen war wieder verschwunden. Fragend schaute sie ihren stummen Begleiter an. Die dunklen welligen Haare fielen über seine Augen und verbargen die Antwort darin, als er eine leichte, gekonnte Nickbewegung machte. Die Schritte der beiden hallten in dem endlos langen Flur und die Fotos, Briefe, Notizen, Bilder um sie herum wurde mehr und mehr. Jetzt hörte sie zusätzlich zu den hallenden Schritten noch das Flüstern, leise murmelnde Stimmen der Gefangenen. Und als sie glaubte die am nächsten scheinende Stimme erreicht zu haben, verstummte diese mit einen erleichterten Seufzer und etliche Papiere verfielen zu Staub. So ging es weiter, mit jeder Stimme. Das Murmeln verstummte nach und nach und sie erkannte in der ferne ein helles, silbernes Licht, das das ganze Ende des Ganges erfüllte. Er verlangsamte seine Schritte und wandte sich ihr langsam zu. Seine grauen Augen schimmerten im hellen Licht und eine zarte Luftbewegung wirbelte eine kleine Strähne aus der Stirn. Sein Mund öffnete sich leicht und er sprach heiser. „Wir sind bald angekommen, dann ist es zu Ende, was wir angefangen haben. Dann sind alle frei, außer dir. Und mir.“. Sie blinzelte und antwortete. „Was ist mit dir? Ich dachte, ich würde dich erlösen, so wie alle anderen. Wer bist du, dass du an all das gefesselt bist?“. Er atmete hörbar aus, fast wie ein leichter Seufzer. „Hör zu, ich bin als Gefangener geboren und ich werde es ewig bleiben. Man stirbt hier nicht. Meine Aufgabe ist erfüllt, ich sollte dich finden und solange überleben bis ich es geschafft habe. Aber ich bin nicht ich. Ich bin niemand. Ich bin ein leeres Gebäude, dass gefüllt, belebt werden musste, damit es nicht verfällt, überlebt. Und jetzt ist es an dir, was geschieht. Ich weiß nicht, was geschehen wird. Ich weiß nur, dass ich jetzt nicht mehr da bin, ich bin fertig mit meinen Auftrag. Der Auftrag, dich zu finden. Bestimmung.“. Sie presste die Lippen aufeinander. Das hieß er würde sterben, er wurde geschaffen, um ein Platzhalter für sie zu sein. Sie spürte lodernden Zorn in ihr. Er hatte sich damit abgefunden, sie aber nicht. Niemals.
    Sie wusste nicht, was mit ihr geschehen würde, aber sie hatte schon eingewilligt. Sie würde es über sich ergehen lassen, aber sie verstand nicht von wem. Wer oder was hatte ihm diese Aufgabe auferlegt? Die Fragen wirbelten wie lose Blätter durch sie hindurch, auf der Suche nach einer Antwort. Sie kamen zur Ruhe, blieben sanft liegen und in ihr war es wieder still. Sie atmete wieder.
    Sie wandte ihren Blick zum Licht. Dieselbe Farbe wie seine Augen. Nur erfüllte es das ganze Ende des Flurs. „Vielleicht gibt es auch Erlösung für deine Seele...“ flüsterte sie, mit leicht abwesendem Blick. „Vielleicht... und was ist mit dir?“, seine Stimme war heiser. Sie antwortete nicht, sondern schritt auf das Licht zu. Tausend Stimmen riefen ein letztes Mal ihren Namen, als sie mit angehaltenen Atem im Licht verschwand.
    Es war still und der Flur mit ihn fing an zu verblassen.Das Licht wurde schwacher.
    Bestimmung. Das Wort lag ihm auf den Lippen.
    Plötzlich fingen die Wände an, zu zittern. Es donnerte.
    So sollte es nicht sein, es sollte doch vorbei sein?
    Plötzlich loderte alles um ihn herum in hellen warmen Flammen.
    Sie kämpfte für ihn.
    „Zwei sind einer zu viel. Gib ihn zurück.“ Ihre Stimme hallte durch die endlosen Gänge, wütend.
    Alles fing an zu zittern und zu knarzen. Der Boden bebte und die Decke fing an ein zu stürzen.
    Eine laute, donnernde Stimme als Antwort: „Was kann ich zurückgeben, was niemals war?“
    Ein letzter verzweifelter Ruf: „Er ist.“
    Dann war es vorbei.

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1435440819
Krieg der Seelenmacht - Klingensilber
Krieg der Seelenmacht - Klingensilber
Zweiter Teil meiner höchst seltsamen Kurzgeschichten-Trilogie.
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2015-06-27
40B0
Fantasy Magie

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Ailurophile ( 21134 )
Abgeschickt vor 689 Tagen
Bist ja auch behindert DarkDragon...
kein wunder das dir die worte fehlen...XD
DarkDragon ( 83404 )
Abgeschickt vor 693 Tagen
Mir fehlen die Worte... Es ist unbeschreiblich schön...