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Krieg der Seelenmacht - Mitternachtsblau

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1 Kapitel - 1.459 Wörter - Erstellt von: Ailurophile - Aktualisiert am: 2015-06-29 - Entwickelt am: - 1.269 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

In diese Kurzgeschichten-Trilogie kann immens viel hinein interpretiert werden!
Wenn ihr manches nicht kapiert, ist auch in Ordnung.
Vielleicht ist es auch einfach nicht zu verstehen...

Fortsetzung folgt!

    1
    Sie hob ihr Kinn und sah ihn in die grauen Augen. Sie spürte es und es tat nicht weh, es war ein warmes, spannendes Kribbeln. Fast so, als hätte man
    Sie hob ihr Kinn und sah ihn in die grauen Augen. Sie spürte es und es tat nicht weh, es war ein warmes, spannendes Kribbeln. Fast so, als hätte man sich verliebt.
    Aber sie sah es auch. Keiner außer ihr sah es. Das dunkle schimmernde Blau, das sich wie schweres Blut träge in ihren Gesicht ausbreitete. Es schimmerte glänzend wie Lack und war wunderschön anzusehen. Sommernachtsblau. Der Vergleich gefiel ihr gut. Und schon waren ihre Gedanken benebelt von dem wabernden Strom. Sie zwang sich zu konzentrieren und starrte ihn weiter in die wunderschönen Augen. Sie waren nur grau. Nur grau, aber wunderschön grau. Schiefergrau. Nebelgrau. Nein, es war eindeutig silbergrau, sie schimmerten wie ein poliertes Messer. Scharf. Scharf stachen sie in ihre eigenen samten dunklen Augen. Jetzt, wo sie sich wehrte, tat es weh. Es war kein körperlicher Schmerz, eher als würde deine Seele sich zusammenziehen. In ihr keimte der Gedanke auf, sich einfach gehen zu lassen. Die Schmerzen der Welt hinter sich zu haben und in einem ewigen Traum zu schlummern. Doch dann sah sie die tausend Gesichter vor sich. Die tausend, denen er ihren Willen gestohlen hat. Sie zeigen stumm klagend auf ihn, die Mäuler weit und tonlos aufgerissenen. Sie wusste, sie würde diese Qualen beenden. Für Jetzt und für Ewig. Ihr war klar, dass ihr Sieg nicht sicher war. Aber sie würde niemals aufgeben, auch wenn dieser Krieg unendlich dauert, denn sie könnte es nicht ertragen zu versagen. Für sich und alle anderen. Und plötzlich fing er an zu flüstern. Es schien ihr ob ein ganzer Chor aus Stimmen zu ihr sprechen würde, doch nur sein Mund bewegte sich. Am Anfang konnte sie ihn kaum verstehen, so leise sprach er. Doch dann flossen die Worte durch ihren Geist und betäubten sie nach und nach. Es war ein zarter Singsang, süßlich aber fordernd.

    Du Zarte liebliche Seel', oh weh,
    köstlich ist dein helles Blut, ich fleh:
    Ach, so gib dich doch mir ganz hin,
    Und du spürst nur Liebe darin.

    Seiest du auch gleißend, schöner und stark,
    oh stärker, als ich es zu wissen vermag.

    Doch willst du dich wirklich an mir messen?
    Dir allein, mein Blicke gilt
    So hell und weich, stark und wild.
    So sehr, so mehr verlange ich dessen.

    Siehst du nicht meinen dunklen Geist,
    stark und mitreißend wird er dich packen,
    Nachthimmelschwarz, der dich umkreist.
    Wie ein erkaltender Kuss im Nacken.

    Der Sieg ist mein,
    die Angst ist dein.
    Entschließt du dich aus eigenen Stücken,
    werd' ich dir nehmen, des Leben Tücken.

    Doch hab keine Angst,
    ich werde dir alles geben.
    Leidenschaftliche Liebe.
    Unermessliche Freude.
    Fließendes Leben.

    Mein zartes Licht,
    vergiss du nicht,
    dass ich dir geb,
    das ewig Leb!
    Das was du verlangst.

    Was du willst, will ich dir schenken.
    Doch eines musst du bedenken:
    Deine Seel' wird mein sein.
    Sie gehört mir allein.

    Willenlos aber glücklich, ist es dir Wert?
    Wenn nicht, diesen Kampf verlierst du.
    Und du wirst leiden, immer zu.
    Doch gibst du dich selbst, bleibst du unversehrt.

    Sie verstand alles. Sie war sein einziges Ziel. So hatte er vorher tausende und mehr zu suchen, jetzt gab es für ihn nur noch ihr Gesicht. Und er wollte es haben. Ihren ganzen Verstand, Geist und Seele. Sie sah ihn fester in die Augen als das Meer tief zu sein schien. Sie glitzerten leicht und sie sah tausendjährigen Schmerz und Kummer in ihnen. Ihr stockte der Atem vor Schönheit und Qual. War es sein denn überhaupt sein Wille? War es das was er wollte? Weshalb litt er so? Konnte er sich nicht entscheiden? Welchen Lohn hatte es? Was war er? Mensch, Dämon? Engel? Sie sah es wieder von ihm fließen. Es war so wunderschön und doch grausam zugleich. Sie war verwirrt. Wild und weich, ruhig und rau... Mehr Widersprüche als Wasser und Feuer.
    Sie spürte die Gefühle des Verständnis und Mitleid in sich aufwallen und riss den Mund auf und lies die Worte der Stärke aus sich heraus, bevor ihr Herz an Mitleid zerbrach. Denn sie erinnerte sich wieder an die zahlreichen Seelen, die Qual, die er den Menschen antat.

    Willst du mich denn locken?
    Was soll ich tun, mit all diesen Freuden?
    Unmündig wie ein Säugling werde ich sein.
    Doch merke: ich bin unerschrocken!

    Was soll ich tun, wenn mir der Wille nicht bleibt?
    Du wirst mich benebeln und schnüren.
    Doch schmerzlich will ich es spüren,
    wie dein dunkelblau Blut mein Helles vertreibt.

    Verschmähst des Menschen Freiheit,
    Bist voller Gleichgültigkeit.
    Abstoßend seh' ich dich.
    Bist du auch so herrlich.
    Nimmst dir die Menschen Seelen,
    und lässt von ihnen nichts fehlen.

    Diese leeren Hüllen, die du hinterlässt.
    An die niemand mehr denk, die jeder vergisst.
    Spürst du ihren Schmerz, ihre Sehnsucht?
    Nach Leben in dieser endlosen Schlucht?

    Erinnerst du dich an all ihre Gesichter?
    Die Freuden, Ängste und Hoffnungen
    in ihren Herzen, dort waren echte Lichter.
    Denkst du an die, denen du alles genommen?
    Du hast ihren Willen, ihre Seele gewonnen.

    Sie sah wie seine Schmerzen wuchsen, sich wanden in seinem Geist. Erschrocken von den wehklagenden Gefühlen in seinem Blick, wandte sie sich ab. Die verworrenen Gedanken kreisten und umschlangen ihr Herz bis es tief schwer war und kaum mehr zu schlagen schien. Doch das Licht in ihr war nie erloschen und sie wusste, dass er es nicht wollte. Er musste. Es war die einzige Möglichkeit zu erklären, weshalb sie diesen stechenden Schmerzen spürte, wenn er ihr sagte, dass er sie brauchte. Und er wusste genau, dass sie nicht aufgeben würde. Und alles was er brauchte, würde sie ihm geben, ob sie es nun wollte oder nicht. Er bekam es, in dem er ihr das bot, was alles beenden würde.

    Noch bist frei
    meine Seelenschwester,
    aber wir sind einerlei
    zusammen, nicht getrennt
    ist was man Leben nennt.


    Lausche meiner Stimme,
    Die Wahrheit sage ich dir:
    Du bist was ich seit je her suchte,

    mein Ziel, das Licht in meiner Nacht.
    Jahr um Jahr habe ich auf der Suche nach dir verbracht.
    Tausend Gesichter, tausend Seelen mir vermacht.

    Einen Handel ich dir biete.
    Ich lasse los, all die Stummen.
    Freie Geister, freie Willensmacht .
    Doch dein, ist was ich als Gegenzug verlang'
    Dein Herz überlasse mir,
    aus Grund zum Zweck.
    Gefangen deine Seele, doch unendliche viele frei.

    Du kannst es nicht abschlagen,
    dein Herz würde zerbrechen,
    deine Stimme versiegen

    Sommernachtsblau strömte seine Kraft um sie und schloss sie ein. Vertrautheit breitete sich in ihr aus. Das Gefühl angekommen zu sein. Bestimmung. Das Wort setzte sich in ihren Gedanken fest, war es das, was sie hier her brachte? War das ihre Bestimmung? Gefangen für tausend Freie? Seine starken Arme umschlangen sie und sein Geruch lies ihr Herz weich werden. Doch der Kampf in ihr war noch nicht vorbei, die Flammen verbrannten das blaue Gold und er zuckte vor Schmerz. „Lass los“, war alles was er ihr in das Ohr hauchte. Sie dachte an alles was und wen sie liebte, an tausend schmerzverzerrte Gesichter und deren Erlösung. Und sie tat es. Sie gab alles auf was sie war, was sie zu einer lebendigen individuellen Gestalt machte. Und fiel in das dunkelblau seines Geistes, während Millionen Gedanken Fremder und Vertrauter durch sie hindurch flossen.

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1435440447
Krieg der Seelenmacht - Mitternachtsblau
Krieg der Seelenmacht - Mitternachtsblau
In diese Kurzgeschichten-Trilogie kann immens viel hinein interpretiert werden! Wenn ihr manches nicht kapiert, ist auch in Ordnung. Vielleicht ist es auch einfach nicht zu verstehen...Fortsetzung folgt!
http://www.testedich.de/quiz37/quiz/1435440447/Krieg-der-Seelenmacht-Mitternachtsblau
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2015-06-27
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (2)

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Ailurophile (21134)
vor 837 Tagen
Bist ja auch behindert DarkDragon...
kein wunder das dir die worte fehlen...XD
DarkDragon (83404)
vor 841 Tagen
Mir fehlen die Worte... Es ist unbeschreiblich schön...