Donnerwind's Geschichte

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25 Kapitel - 23.638 Wörter - Erstellt von: Rari - Aktualisiert am: 2016-07-25 - Entwickelt am: - 3.623 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Donnerwind verlor als Junges bei einem Hochwasser seine Eltern- seinen Einzigen Halt. Geschwister hatte er keine. Nun, nur von seiner Ziehmutter Zweigblüte "gemocht", schlägt er sich durch sein hartes Leben. Denn er hat nur eines im Sinn- sich vor den spottenden anderen beweisen! Er sieht nur eine Möglichkeit: Er will der stärkste und klügste Krieger des Waldes werden! (Ihr könnt mir in den Kommis Steckbriefe für Krieger und Älteste schreiben. Eine Heilerin oder einen Heiler bräuchte ich auch noch. Ich such mir dann Sachen raus. Ach so: keine Katze hat irgendeine besondere Gabe/Fähigkeit!)

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    Ein Blitz zuckte grell durch die Blattfrischenacht. Das Geräusch des Starkregens vermischte sich mit dem folgenden Donner zu einem grausamen Kriegsschrei des Wetters. All der Schnee, der im Winter auf die Berge gefallen war, schmolz, und brandete nun als riesige Welle aus tödlich kaltem Wasser hinab in die Breitschlucht zu den Seen und Flüssen, die auch so schon Hochwasser führten. Der tagelange Regen hatte sie überfüllt, und nun dehnten sich die Fluten immer weiter auf das Lager des FelsenClans zu aus. Es lag relativ weit oben auf einer nur sanft ansteigenden, steinigen Bergwiese. Sie war relativ klein und nach drei Seiten von Wald geschützt, nach oben sah man ungehindert die bläulich-weißen Berge. Das Lager von hohen Felsbrocken geschützt, was dem Clan seinen Namen gab. Es war das sicherste Lager das man sich vorstellen konnte, doch selbst dieses konnte ihre Bewohner kaum vor dem Wasser schützen. Die Gefahr, das Wasser aus der Breitschlucht zu dem FelsenClan Lager aufstieg, war ganz sicher Null, doch konnte es Die Flucht vor einer Schmelzwasserwelle von den Gipfeln nur allzu leicht mit seinen glucksenden Strudeln und rasendem Treibgut verhindern. Donnerjunges konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Er kuschelte sich an Wildlied, seine Mutter und flüsterte:"Ich habe Angst, Mutter. Warum ist Geltscherstern so aufgeregt? Warum ist Vater nicht hier? Beunruhigt leckte sie ihm über den Kopf "Sie sind draußen ein paar Vorbereitungen treffen.", murmelte sie und sah dabei besorgt aus dem Eingang der Kinderstube heraus. Sie erstarrte plötzlich und stierte mit weit aufgerissenen Augen nach draußen. "Was ist?", fiepte Donnerjunges ungeduldig, " Was bereiten sie vor? Meine Ernennung zum Schüler etwa? Mutter, was hast du de-" "Alle hier raus! Raus hier! Schnell!" Er verstummte. Er sah, wie die anderen Königinnen ihre Jungen packten und sie so schnell die konnten, verängstigt und panisch aus dem Bau zu zerren. Wildlied wartete fiebernd mit Donnerjunges, und half den Königinnen mit älteren, schwereren Jungen. "Alle auf den Stein der tausend Monde!", hörte Donnerjunges Gletschersterns tiefes, befehlendes Miauen, und verstand nicht, warum plötzlich so viel Aufregung gemacht wurde. Weshalb sollte der Clan sich auf dem hohen, oben platten Felsen versammeln und nicht auf dem Lagerplatz? Als Wildlied ihn aus dem Bau riss, erstarrte er zu Tode erschrocken. Auf den Berghängen vor der Wiese, auf der das Lager lag, türmten sich Wassermassen, die rasend schnell auf es zurasten. Sie zerstörten alles, was sich ihnen in den Weg stellte: Bäume wurden mitgerissen, große Steine ins Rollen gebracht. "Beeil dich, schnell, komm!", flehte Wildlied ihren Sohn an, der sich von dem Anblick losriss und seiner Mutter nachjagte, so schnell er konnte. Sie packte ihn am Genick und trug ihn das letzte Stück. Ihre Krallen kratzten über den glatten Stein, und sie hielt Donnerjunges tapfer den auf dem sicheren Felsen stehenden Katzen entgegen. Donnerjunges heulte und quiekte, als er sah, wie Wildied plötzlich abrutschte und in die bereits über das Lager spülenden Fluten stürzte. Sie warf ihm einen letzten, verzweifelten Blick zu, der sich wie Feuer in seine Augen brannte. Verstört, heulend, stand er zitternd neben Zweigblüte, einer guten Freundin Wildlieds und säugende Königin. "Wa... Was ist mit Splitterkralle?" Zweigblüte brachte kein Wort heraus und deutete nur auf einen zerschmetterten Körper am Rande des Felsens. "Nein! Vater!", jaulte Donnerjunges auf und rannte zu dem Toten. "Er war in den Wiesen jagen, als es geschah. Er wurde von der Flut mitgetragen und an dem Fels, der unster Leben rettete, zerschmettert wurden. Es tut mir so leid, Donnerjunges..." Zweigblüte stand neben ihm und leckte ihm traurig das blaugraue Fell. "Nein...", schluchzte er noch einmal


    So, das ist das Ende des ersten Kapitels. Donnerjunges hat nie mehr mit jemanden anders gesprochen als mit Zweigblüte. Nun, und wie es ihm drei Monde nach der Flut geht, das erfahrt ihr im zweiten Kapitel! Ich würde mich über ernsthafte Kritiken oder sonst einfach Kommis freuen ;)

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    *drei Monde später*

    Der ganze Clan war um den Fels der tausend Monde versammelt. Oben stand, nur ein Schatten vor der aufgehenden Sonne, Gletscherstern. Neben ihm trat Donnerjunges ungeduldig von einer Pfote auf die andere. Endlich erhob der Anführer die Stimme:"SternenClan, ich bitte dich, auf dieses Junge hinabzusehen. Es hat am heutigen Tage seinen sechsten Mond gesehen, und es wird dir von nun an als Schüler dienen." Er wandte sich nun an Donnerjunges "Donnerjunges, du sollst von nun an Donnerpfote heißen, bis du in deinen Pfoten die Kraft und besonnenheit eines Kriegers findest." Gletscherstern ließ seinen Blick über die Katzenmenge schweifen, und endlich, nach Donnerpfotes Ermessen waren mehrere Stunden vergangen, verkündete er:"Tannenauge, von heute an wirst du Donnerpfotes Mentor sein, und ihn in allen Künsten unterweisen, auf die sich ein Krieger verstehen muss." Ein orangener, riesiger Tigerkater mit funkelnden grünen Augen kam heran und legte seine Nase an die von Donnerpfote. Aber seine Augen schossen Blitze der Verachtung gegen den Schüler, der fast einen Satz nach hinten gemacht hätte vor Schreck. Damit war die Versammlung beendet. Donnerpfote und sein Mentor sprangen vom Felsen hinab und setzten sich nicht weit davon ins Gras "So, Donnerpfote. Du bist also mein Schüler... Hmpf! Man kann halt nicht immer das haben, was man will. Aber man kann das was man will formen! Jetzt geh und mach dich mit den anderen Schülern bekannt. Danach will ich deinen Hintern aber sofort am Lagereingang seheh, klar!" Donnerpfote nickte nur betreten und machte sich dann auf den Weg zum Schülerbau. Unter einem krüppeligen Nadelbusch und einigen eingeflochtenen Zweigen und Ranken hockten drei Katzen im Halbdunkel. Man konnte geradeso ihre Schatten erkennen, aber Donnerpfote sprach sie an"Hallo, ich bin Donnerpfote, euer neuer Baugefähr-" er wurde von einem hellbraunen Kater mit mit dunkleren Pfoten und blaugrau glitzernden Augen unterbrochen. "Ja- du bist der Neue! Donnerpfötchen! Na, wie ist es so in der Welt der Außenseiter?" Donnerpfote sah ihn erschrocken an und fragte sich, was er verbrochen hatte. Der Braune sprach unbeirrt weiter:"Tja, und die dümmsten bekommen auch immer den fetten Teil der Maus! Du bist doch bloß hier, weil du mit deinem Mentor angeben willst! Stimmts, Rubinpfote!" Ein feuerroter Kater mit langem Fell kicherte zustimmend und fixierte Donnerpfote mit den glühenden braunen Augen. Da ertönte eine Stimme aus dem hinteren Teil des Baus:" Mann, Jungs! Seid leise und lasst den Neuen in Ruhe! Warum seid ihr neidisch auf ihn? Freut euch doch für Donnerpfote, dass er den stärksten Kämpfer des Waldes als Mentor hat! Warum musst du eigentlich alle immer so runtermachen, Kiefernpfote?" der Kater, der anscheinend Kiefernpfote hieß, verstummte. Die Kätzin rappelte sich auf und tappte zu Rubinpfote hinüber. "Rubinpfote, Kumpel, komm schon. Du bist doch zu mir auch supernett gewesen. Warum nicht zu Donnerpfote?" Der rote Kater stand widerwillig auf und trat ein Stück an Donnerpfote heran "Hallo, Donnerpfote.", miaute er schon etwas freundlicher. Kiefernpfote verdrehte die Augen und schaute weg. "Ich bin übrigens Halmpfote!", erklärte die Kätzin an Donnerpfote gewandt. Ihr Fell war schildpattfarben und an ihren Pfoten weiß. Ihre Augen strahlten wie Bernstein. Er wollte gerade etwas sagen, da stürzte jemand hinter ihm in den Bau hinein und keuchte:" Ich habe eine Ernennung verpasst? Ist das der Neue?" Donnerpfote drehte sich um. Vor ihm stand eine weiße Kätzin, voller Staub, verdreckt und außer Atem. Sie hatte wunderschön glänzende, hellblaue Augen die ihn anstarrten. Alles an ihr schien perfekt zu sein. Mit ein paar geschmeidigen Schritten stand sie vor ihm und begrüßte ihn freundlich." Mein Name ist Schwanenpfote!"



    Sooooo genug erstmal! Donnerpfote scheint Schwanenpfote sehr zu mögen... Kiefernpfote wohl eher weniger! Aber Tannenauge könnte einem auch irgendwie Sorgen machen, oder? Bestimmt! Aber wenn dann erst im nächsten Kapitel!: D

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    Donnerpfote glotzte die weiße Kätzin unverwandt an. Warte- er sah sie vor allen anderen Schülern so intensiv an? Sofort blinzelte er und widerstand dem Impuls, den Blick auf seine Pfoten zu richten. "Hallo... Ich bin Donnerpfote. Aber ich muss jetzt zu Tannenauge, wir können uns ja später unterhalten." Ohne irgendein weiteres Wort schob er sich an Schwanenpfote vorbei und trat unter dem Nadelbusch hervor ins Freie. Er flitzte hinüber zu der breiten Felsspalte, die den Lagerein- beziehungsweise Ausgang bezeichnete. Tannenauge stand dort schon und sah sich über die Schulter nach ihm um. "Zumindest bist du pünktlich", knurrte er schwanzschnippend und setzte sich in Bewegung. Donnerpfote folgte ihm, und nicht mal sein übellauniger Mentor konnte ihm seine gute Laune jetzt verderben. Sie trabten die steinige, gelbe Halblichtung bergab bis zum Saum des Waldes. Sie waren schon einige Zeit steil abwärts durch den Nadelwald geschlichen, da erhob Tannenauge die Stimme "Hier unten findet man am ehesten Eichhörnchen. Dort drüben hinter den dichter stehenden Bäumen ist die Breitschlucht" "Die Breitschlucht?" Donnerpfote hatte schon etwas von der felsigen Spalte gehört, die unterhalb des Waldes in ihrer tiefsten Stelle einen langgezogenen See beherbergte. Wenn man den Schutz der Bäume verließ, erreichte man einen saftigen Wiesenstreifen, der dann immer steiler abfiel, bis er zu einem gefährlichen Abgrund mutierte. Nach ungefähr zehn Fuchslängen wurde es dann flacher, bis man an einen kleinen Kiesstrand gelangte. Von Osten her speiste ein kleinerer Bach, der im BlätterClan-Territorium entsprang, den See. Es war allerdings schwierig, ans Ufer zu gelangen, da nur ein einziger schmaler Pfad nach unten führte. Viele Katzen hatten sich dort schon zu Tode gestürzt, meist aber übermütige Jungen oder waghalsige Schüler. "Auf der anderen Seite der Schlucht ist unser Territorium zu Ende", erklärte Tannenauge, als er neben Donnerpfote am Rand der Schlucht stand. Dieser spähte mit zusammengekniffenen Augen zum See hinab. Danach liefen sie wieder bergauf in den Wald hinein, um die BlätterClan-Grenze zu besichtigen.
    Auf dieser kurzen Wanderung hatte er bereits gelernt, keinen Kätzchenhaften Übermut, offene Begeisterung oder Freudensprünge sehen zu lassen. Zumindest nicht vor Tannenauge, da er dieses kindische Verhalten zu missbilligen schien. Je erwachsener und beherrschter Donnerpfote sich verhielt, desto mehr 'Respekt' würde er von seinem Mentor erhalten. Respekt? Eher etwas mehr Freundlichkeit! Aber irgendwie musste man den Tigerkater doch bewundern. Jeder seiner Tritte saß fest, noch nie, so erzählte man, hätte er im Kampf unterlegen, und bei der Jagd brachte er immer die fettesten Beutestücke mit. Ja, Donnerpfote wollte genauso werden wie sein Mentor! Von da an hatte er sich in den Kopf gesetzt, Tannenauge, den Meister aller Disziplinen, irgendwann zu überflügeln. Und dann, wenn er ihn nach einem gewaltigen Schaukampf zu Boden drücken würde, dann-"Gah!" Donnerpfote war so sehr in seinen Träumereien versunken, dass er nun so unbeholfen wie ein Dachsjunges über einen Stein stolperte. "Wo hast du nur deinen Kopf?" Tannenauge versetzte ihm einen schmerzhaften Schlag übers Ohr "Pass auf wo du hinläufst! Denkst du, ein Krieger auf der Jagd kann es sich erlauben, über einen Kiesel zu stolpern? Benimm dich nicht wie eon Hauskätzchen!" Verdrießlich wandte er sich ab und stolzierte seitlich von dannen. Seltsam, Donnerpfote hätte gedacht, dass sie ihren Weg Bergauf fortsetzen würden. Aber er erkannte bald, weshalb Tannenauge nach rechts ausgewichen war. Ein beißender Geruch stieg ihm unangenehm penetrant in die Nase. Er verkniff sich eine Reaktion wie ein iiiiih oder bäh, was stinkt denn hier so? Stattdessen stellte er sich neben Tannenauge und witterte noch einmal zaghaft. Direkt vor ihm zogen sich zwei stark riechende Duftspuren, eine roch vertraut und angenehm, die andere dagegen fremd, sogar etwas ekelerregend. "Das ist die BlätterClan-Grenze", erklärte Tannenauge, mit einem schroffen Unterton in der Stimme. Donnerpfote inhalierte mit gerümpfter Nase den stechenden Geruch, bis er glaubte ihn zehn Fuchslängen unter der Erde wieder zu erkennen. "Komm jetzt, du musst noch ein paar andere Stellen des Territoriums kennen" Tannenauge machte kehrt und strebte wieder bergauf. Der Waldboden wurde jetzt unter all den Nadeln etwas grasig, dann lichteten sich die Bäume und gaben den Blick auf eine wunderschön grüne Alm frei. Überall wuchsen hohe, herrlich duftende Blumen, eine Wohltat nach dem BlätterClan Mief. Wenn man den Blick nach oben wandte, erblickte man felsige Bergspitzen, die sich bis in den Himmel strecken zu schienen. Wenn es Abend war, schimmerten sie in einem edlen rötlichen Ton, und in der Blattleere glänzten sie mit ihren breiten Gletschern blauweiß. Wenn man sich von diesem Anblick losgerissen hatte, und etwas weiter nach unten sah, erblickte man einen gewaltig großen, tosenden Wasserfall, der an der Alm vorbei hinunter in die Täler stürzte. Unzählige Fuchslängen tief fiel das Wasser des breiten Flusses in die Tiefe. Die beiden Katzen überquerten die Wiese, trotteten an dem ohrenbetäubend lauten Wasser vorbei einen Hügel hinauf und auf eine etwas weniger saftige Grasfläche. Zu ihrer Rechten schlängelte sich ein breiter, friedlicher Fluss hinab zu seinen Sturzklippen, zur Linken erstreckte sich wieder dichtester Wald. An einer Stelle des Flusses ragten die glattgespülten Steine bis zu seiner Mittelrinne ins Wasser. Auf seiner anderen Seite ragten die steilen Hänge eines Berges auf. Wenn man über die Felsenbrücke, auf der locker fünf Katzen nebeneinander laufen konnten, über die fast ebenso breiten Trittsteine auf das andere Ufer sprang, war man noch für ein paar Schritte auf FelsenClan-Gebiet, bis man den eisigen, in der Nase schmerzenden HöhlenClan-Geruch wahrnehmen konnte. Die steilen Hänge waren über und über von Bächen überzogen, die aus kleinen Höhlen schossen. Generell war dieser Berg vor Donnerpfote und Tannenauge löchrig wie ein Schweizer Käse (Katzen kennen keinen Käse, aber ich habe keine bessere Beschreibung gefunden). In einem Höhlensystem auf der Rückseite dieses gigantischen Felsenstachels befand sich das Lager des HöhlenClans. "Das muss man aber nicht wissen. Los, komm weiter!" Tannenauge überquerte den Fluss nicht erst wieder, sondern lief auf dem schmalen Streifen seines eigenen Territoriums weiter. Bald lag wieder eine Andere Markierung in der Luft. GipfelClan. Donnerpfote blickte staunend zu den Gewaltigen Bergmassiven auf, die sich vor ihm erstreckten. Alle vier Clans lebten auf über 1200 Fuchslängen Höhe (ein Fuchs ist ja ungefähr einen Meter lang), aber der GipfelClan lebte dermaßen hoch, dass in ihrem Lager- wo auch immer sie es hatten- ja fast das ganze Jahr Schnee liegen müsste! Was die wohl dort oben jagten? Donnerpfote setzte seinem Mentor hinterher, zurück zur Felsbrücke, und drüben angekommen folgte er ihm keuchend zurück zwischen die schützenden Bäume. Seine Ballen brannten von all der Felskletterei, aber daran musste man sich "als Bergkatze wohl oder übel gewöhnen", wie Tannenauge gleichgültig meinte. Donnerpfote fühlte sich so schlapp wie noch nie zuvor, nun gut, eigentlich kein Wunder bei seinem ersten Ausflug. Er orientierte sich und wollte gerade zurück zum Lager tappen, als sein Mentor sich ihm mit glühenden Augen in den Weg stellte:"Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dir jetzt schon eine Pause gönne? Ich bin der mächtigste Kämpfer und effizienteste Jäger in den Bergen, und du denkst, ich würde jemanden ausbilden, ohne zu wollen, dass dieser Jemand in meine Fußstapfen tritt? Ich bringe dir jetzt bei, wie man Mäuse jagt- aber auf meine Art!" Donnerpfotes Ballen brannten gleich ein Stück weniger, als er hörte, gleich zu lernen wie man Mäuse jagt! Er sog alles, was sein Mentor ihm vormachte und erklärte auf, wie ausgetrocknetes Moos Wasser aufsaugt. Tannenauges Sprung, um d Maus zu ergattern, sah ganz anders aus als bei den Sprüngen, die er bisher gesehen hatte. Er sprang mit geradem Rücken, nicht mit auffällig gebogenem wie sonst, was ihn seltsamerweise sehr viel weiter durch die Luft gleiten ließ. Donnerpfote übte, übte, und übte. Tannenauge ließ ihn nicht weg, bis er den Sprung und die Anschleichtechnik zu seiner Zufriedenheit beherrschte. Dann wandte sich der Tigerkater an seinen Schüler:"Gut so, gut so. Ich nenne das Sprung á la Tannenauge. Die anderen werden diese Sprungtechnik beneiden und dich anflehen, sie ihnen beizubringen, wenn sie es sehen! Jetzt fang eine Maus!" Donnerpfote war überrascht über das Lob seines Mentors. Dabei hatte Tannenauge ihn bei seiner Ernennung zum Schüler wohl gehasst! Egal. Der junge Kater hielt seine Nase in den Wind und entdeckte sofort den Duft einer Waldmaus. Er schlug sich in die Büsche und spürte ihr nach. Er schlich sich dabei so an, wie er es von Tannenauge gelernt hatte. Da! Ein braunes Stückchen Fell ragte unter einem Heidelbeerstrauch hervor. Donnerpfote spannte all seine Muskeln fest an, fixierte sein Rückgrat mit ihnen und mit einem leisen Rascheln schoss er aus seiner Deckung. Während er auf die verblüffte Maus zuflog, stellte er mit Befriedigung fest, dass sein Rücken schön gerade blieb. Sein Opfer hatte keine Chance und wurde von seinen Krallen gezielt getötet. Mit hoch erhobenem Kopf stolzierte er zurück zu Tannenauge, und nuschelte: "Also als Jäger werde ich dir alle Ehre machen!" Sein Mentor blinzelte anerkennend, aber als Antwort kam nur: "Hoffentlich auch als Kämpfer. Das ist es nämlich, was in Erinnerung bleiben soll: das Kampfgeschick!"


    Puh, langes Kapitel: D freut euch auf eine Flut solcher Dinger wenn erstmal Ferien sind! (Entschuldigt Fehler, ich sitze am iPad und da passiert das schonmal)

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    "Das ist es nämlich, was in Erinnerung bleiben soll: das Kampfgeschick!" Diese Worte hallten dumpf in Donnerpfotes Kopf nach, während er, kurz vor Mondhoch, durch das Lager torkelte. Tannenauge hatte noch den ganzen Abend und fast die Hälfte der Nacht mit ihm Kampftechniken trainiert. Stolz sollte man schon sein, an seinem ersten Tag als Schüler schon so etwas wie kämpfen erlernte. Dabei hatte sich Donnerpfote gar nicht mal so schlecht angestellt! Aber er war jetzt viel zu müde, um darüber nachzudenken. Er fühlte sich, als wäre er mit Wucht gegen eine Wand geklatscht worden. Auf beiden Seiten. Vier mal. Hunger drohte, seine Magenwände aufzufressen, aber selbst das war ihm jetzt egal. Nach einer gefühlten Ewigkeit stand er auf wackelnden Beinen vor dem Schülerbau. Lärm drang aus ihm heraus. Alle Schüler plapperten, wenn auch mit gedämpfter Stimme, durcheinander. Alle waren da, auch Schwanenpfote. Donnerpfote wollte vor ihr nicht den Eindruck vollkommenster Erschöpfung machen, also raffte er sich zusammen und stakste in den Bau, wobei er fast über Kiefernpfote gestolpert wäre, der mit über die Ohren geschlagenen Pfoten vor dem Eingang kauerte. Der hellbraune Kater stöhnte resigniert, aber nicht etwa wegen Donnerpfote, sondern wegen dem Radau, der ihm zuzusetzen schien. Halmpfote lag auf dem Rücken, mit weit aufgerissenem Rachen und schnarchte, dass die Zweige über ihr wackelten. Schwanenpfote stand über sie gebeugt und zwackte an ihr herum, um sie aufzuwecken, während Rubinpfote lustlos, als ob er es schon lange täte, mit einer Feder an ihrer Nase herumkitzelte. "Warum schläft sie denn nicht gleich bei Eulenfuß und Bienenpelz? Die schnarchen doch immer so laut, die Ältesten!" Schwanenpfote gähnte laut, während Rubinpfote sich beschwerte. Donnerpfote hielt sich nicht auf und ließ sich schlaff in sein Nest fallen. Schwanenpfote blickte zu ihm herüber "Warst du so lange trainieren? Ist Tannenauge so streng? Wenn das so weiter geht, könntest du in drei Monden Krieger..." Sie verstummte, weil sie erkannte, dass Donnerpfote wohl nur ein Lallen als Antwort zustande bringen würde. Kiefernpfote drehte sich in seinem Nest:"Quatsch! Ich wette, er hat sich beim Erkunden des Territoriums verlaufen! Was sonst?" Donnerpfote war jetzt alles egal. Schlafen. Er hatte die geringschätzige Bemerkung Kiefernpfotes genau gehört, und träumte, ihn mit seinen heute erworbenen Fähigkeiten zu verblüffen. Der stärkste Kämpfer der Berge... Ja! Doch was war das? Hinter dem immernoch vor Erstaunen erstarrtem Kiefernpfote leuchtete ein grelles Licht auf. Plötzlich stand Donnerpfote auf einer mondbeschienenen Lichtung, die voller Katzen war. Nirgendwo konnte er Berge entdecken. Die Katzen bemerkten ihn nach und nach und scharten sich um ihn herum. Ein goldener Kater mit bernsteinfarbenen Augen trat vor. Kräftige Muskeln spielten unter seinem Pelz, sein Bernsteinblick ruhte, wie die Blicke aller, die hier versammelt waren, fest auf dem jungen Schüler. Donnerpfote sah gehetzt um sich, fragte sich, wer sie waren. Ein Clan? Da! "Splitterkralle! Wildlied!" Er rannte auf zwei Katzen zu, die er als seine Eltern erkannte. Sternenglanz funkelte in ihren Fellen, und ihre Augen strahlten ungewöhnlich helles Licht aus. Lebten sie hier? Warum waren sie nicht zurück zum FelsenClan gekommen? Nein, Quatsch! Sie waren schon Ewigkeiten tot, also war das... "Nein, Donnerpfote, du bist nicht tot", die Stimme des goldenen Katers erklang wieder."Das hier ist der SternenClan, und wir haben dich kontaktiert, um dir etwas mitzuteilen!" Donnerpfote legte den Kopf schief. Was sollte der SternenClan ihm schon mitteilen? "Mein Name ist Sonnenstern, und sage dir, Donnerpfote, dies im Namen aller hier Versammelten" Sonnenstern schaute mit einer weit ausladenden Schwanzgeste in die Runde, bevor er weitersprach:"Wir haben eine Prophezeihung für dich, junger Schüler: Nacht wird über die Berge herrschen, doch Gewitter und Luchs werden den Morgen zurück holen" allmählich verblasste die breitschultrige Gestalt Sonnensterns, genau wie die von Donnerpfotes Eltern. Verkrampft überlegte er, was bitte mit 'Gewitter' und 'Luchs' gemeint war, während sich die Lichtung um ihn auflöste. In der Tat, das mit 'Nacht wird über die Berge herrschen' klang gruselig, aber ewige Nacht war doch unmöglich! Gewitter, Luchs, Nacht, was hatte das mit ihm zu tun? Donnerpfote beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen... Falls er Zeit dafür fand. Auf einmal strahlte ein Licht in die Dunkelheit um ihn herum, immer mehr, verschiedene Farben, die auseinanderschmolzen, bis er am Ende den Schülerbau vor Augen hatte. Er blinzelte, als ein groteskes Bild in sein Hirn drang. Kiefernpfote hatte den Kopf so tief in sein Nestpolster gerammt, dass man meinen könnte, er hätte gar keinen. Rubinpfote schlief halb auf der laut atmenden Halmpfote, seine Pfote, zwischen deren Zehen eine Feder eingeklemmt war, zuckte immer wieder auf und ab. Schwanenpfote hingegen lag wie ein verreckter Iltis neben ihrem Nest, ihr Atem pfiff ein wenig. So anmutig sie sonst auch war, jetzt war die Schülerin ein Anblick zum Totlachen. Donnerpfotes Magen durchschnitt die 'Stille' mit einem wütenden Knurren. Alle schreckten hoch, Rubinpfote rutschte von Halmpfote, welche darauf wach wurde. Schwanenpfote fuhr mit gesträubtem Pelz auf, und Kiefernpfote war stattdessen bemüht, sich Moos aus den Augen zu putzen. "Guten Morgen", grinste Donnerpfote, obwohl ihm nach dem Traum und kurzem Schlaf nicht sehr danach zumute war. "'Morgen Leute! Habt ihr auch so gut geschlafen?" "Morgähn... Ich weiß nicht, irgendwer im Lager hat ohrenbetäubend geschnarcht" Schwanenpfote zwinkerte den Anderen verschwörerisch zu und ging schnell nach draußen. Kiefernpfote folgte missgelaunt. Die weiße Kätzin stand unschlüssig vor dem Frischbeutehaufen, als Donnerpfote sich zu ihr gesellte. "Ich würde so gern Kaninchen fressen, aber das schaffe ich nicht allein...", murmelte sie gerade. Er ergriff sofort seine Chance "Ich mag Kaninchen auch. Wir könnten ja teilen!" Schwanenpfotes Augen glänzten erleichtert auf "Oh, danke!" Gemeinsam verspeisten sie die Beute. Donnerpfote lugte über sein Essen hinweg zur Felsspalte. Tannenauge stand noch nicht da. Puh... Er hatte also noch Zeit. Er schlang gierig die letzten Reste des Kaninchens hinunter, nachdem Schwanenpfote verkündet hatte, sie könne nicht mehr. Die Energie würde er schwer Nötig haben. Er streckte sich, fuhr noch einmal mit der Zunge über seinen Pelz und musterte misstrauisch den Kriegerbau, in der Erwartung, Tannenauge würde jeden Moment herausspringen und ihn von seinem Sonnenbad wegholen. Doch nichts geschah. Wo blieb der Kater nur? Halmpfotes lautes miauen ließ ihn aufmerken "Mann, Nachts ist es sogar im Sommer kalt hier! Gut, dass wieder Tag ist!" Nacht. Die Prophezeiung. Donnerpfote grübelte, als eine Bewegung an der Felsspalte ihn aus seinen Gedanken riss...


    So, eigentlich recht belangloses Kapitel, aber sowas muss auch mal sein. Was es mit der Prophezeiung wohl auf sich hat?

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    Donnerpfote schlich, so leise seine Pfoten es vermochten, an einen Hasen heran. Alle würden staunen, wenn er dieses riesige Tier ins Lager schleppen würde. Sogar Tannenauge würde sich kein Lob verkneifen können. Das Rauschen des Wasserfalls am Rande der Alm, auf der er jagte, kreiste in seinen Ohren. So bemerkte er auch die Bergeidechse nicht, die auf einem grauen Felsblock Sonne tankte. Donnerpfote wollte gerade zum Sprung ansetzen, da erschrak das kleine Reptil und verschwand in einer Ritze. Die Bewegung alarmierte den Hasen, der vorher friedlich an einer Blume herumgeknabbert hatte. Dem Jäger blieb nun nur noch die Hatz des Tieres, oder ein schlecht geplanter Sprung. Er wählte letzteres, da er von seinem Mentor kürzlich den Kopfgriff gelernt hatte. Eine Jagdtechnik, bei der man mit den Pfoten den Kopf des Beutetieres packte, bevorzugt bei größeren Vögeln und Säugern. Hatte man sein Opfer erstmal am Schlafittchen, konnte man ihn durch ziehen und drücken an dessen Kopf in eine beliebige Position zwingen. Natürlich wieder ein Trick á la Tannenauge, was sonst. So schoss Donnerpfote aus seiner halbwertigen Deckung und ergriff mit tödlicher Präzision das Hasenhaupt. Aber warum das größere Tier in eine günstige Stellung lenken, wenn alles doch so einfach war? Mit einem Ruck war das Genick des Hasen gebrochen. Donnerpfote konnte wirklich stolz sein. Dennoch war die Sonne nicht einmal an ihrem Höhepunkt angelangt, und ein langer, strapaziöser Tag lag noch vor ihm. "Vermutlich wieder Kampftraining bis mir die Krallen schimmeln", brummelte er in sich hinein und schleppte seine Beute zu Tannenauge, der schon zu warten schien. Er zuckte überrascht mit dem Ohr, als sein Schüler einen ganzen Hasen anschleppte. Das gelang nur äußerst selten! "Guter Fang, Donnerpfote. Jetzt sieh zu wie du den Brocken ins Lager bekommst, gleich sind wir mit Grenzpatrouille dran!" Donnerpfote horchte auf. Seine erste Patrouille! Er zerrte den Hasen mit viel Anstrengung durch das halbe Territorium, um im Lager verbittert festzustellen, dass kein Schüler und auch kaum Krieger da waren. Na und? Ich kann Hasen fangen! Kiefernpfote kann das bestimmt nicht! "Donnerpfote! Komm!" Der Schüler drehte sich um und folgte Mondauges' Ruf. Neben der schwarz-weißen Kriegerin standen Tannenauge und Rautenschweif. Die Schildpattkätzin mit dem weiß gestreiften Schwanz lächelte ihm zu "Zwei Tage Schüler und Hasen fangen? Du bist ja eine richtige Wunderkatze!" Die Junge Kriegerin schnurrte anerkennend. Donnerpfote musste unwillkürlich an die Prophezeihung denken. "Zu welcher Grenze gehen wir?", fragte er, während er sich hinter Tannenauge durch das Unterholz zwängte. "Heute nur HöhlenClan. Sie sind mehrmals auf unserer Seite des Flusses gewesen. Wir holen bei dem Blitzbaum noch Bergfell und Rebensturz, damit wir im Zweifelsfall genügend Katzen sind." Das Wort 'Zweifelsfall' gefiel Donnerpfote überhaupt nicht. Es klang, als würde es einen Kampf geben. Bei dem besagten Treffpunkt stand allerdings keiner der beiden Krieger. Tannenauge blickte sich suchend um, witterte und spitzte die Ohren. Dann schnarrte er:"Aufteilen! Wir suchen sie!" Donnerpfote sprang in ein Gebüsch, von dem er wusste, dass sich dahinter ein guter Aussichtsfelsen befand. Da hörte er ein klägliches Maunzen aus einem Farnbüschel dringen. Er teilte es, und zwischen den Stängeln lag... Ein Junges! Warum hatte niemand es gerochen? Er hielt seine Nase prüfend an die zitternde Kätzin, doch sie roch nach absolut nichts... Warte! Ganz zart, wie ein Hauch, war eine Spur Brandgeruch zu riechen. Aber das Junge war nirgendwo angekokelt. Es hatte ein kurzes, goldgelbes Fell und sonnengelbe Augen, die Donnerpfote verängstigt anstarrten. Auf seinem Rücken war eine bemerkenswert gezackte, dunklere Linie, wie ein Blitz. Er schnappte sich das schwach zappelnde Fellbündel. Es war so leicht! Bestimmt komplett ausgehungert. Er transportierte es zu der kleinen Lichtung, auf der der Blitzbaum stand, setzte es ab, in der Hoffnung, es würde sich nicht verkriechen und folgte der ersten Spur, die er fand. Rautenschweif untersuchte gerade eine Duftspur, als Donnerpfote hinter ihr aus dem Dickicht stürzte "Rautenschweif... Ich habe ein Junges gefunden! Es ist ganz schwach, und riecht nach nichts, außer nach Brand! Wir müssen ihm helfen!" "Bitte? Donnerpfote... Ach, was soll's ich vertraue darauf, dass du keine Streiche spielst. Aber ein Junges, das nach wirklich gar nichts riecht?" "Es riecht ein bisschen nach Brand" "Hat es Brandwunden! Aber wo bitte fängt es sich Brandgeruch ein?" Bevor sie weiter fragen konnte, kamen sie zu der Lichtung, auf der das Junge hilflos strampelte und steinerweichend maunzte. "Was geht hier vor?" Tannenauge trat mit Mondauge an Rautenschweif heran. Nachdem hastig erklärt wurde, was vorgefallen war, brachte man das Junge schnell zurück ins Lager. Gletscherstern, der sich gerade mit der 2. Anführerin Hechtherz unterhalten hatte, eilte mit ihr herbei. Aus dem Kriegerbau schlüpften die neugierigen Gestalten von Lichterpelz, Minzbrise, Adlerflug und Rotbeere heraus. Halmpfote kam mit ihrem Bruder Kiefernpfote angerannt, um zu sehen, was los war, und sogar Eulenfuß und Bienenpelz steckten die Köpfe aus ihrem Bau. "Ein Junges", flüsterte Flackerlicht "Ein Junges?" Allmählich wurde es unruhig auf der Lichtung, Gemurmel und Getuschel erhoben sich. Gletscherstern starrte das gelbe Katzenkind an, schließlich erkletterte er den Fels der tausend Monde, und verkündete geradeheraus:"Dieses Junge trägt keinen Clan-Geruch an sich, riecht lediglich nach Brand, ja, nicht einmal nach Katze hat es vorhin gerochen. Da nirgendwo Eltern zu finden sind, gebe ich ihm den Namen Blitzjunges. Hagelfell, du säugst momentan zwei Junge. Du hättest genug Milch, um ein drittes zu ernähren. Nimmst du dich ihm an?" Die hellgraue Kätzin nickte eifrig und bugsierte das kreischende Junge in die Kinderstube. Tannenauge schnippte mit dem Schwanz und machte sich mit einem Räuspern bemerkbar. "Bergfell und Rebensturz sind verschwunden" ein entsetztes japsen war zu hören "Ich sie wollte mit Donnerpfote, Mondauge und Rautenschweif am Blitzbaum treffen, um auf Kontrollpatrouille an der HöhlenClan-Grenze zu gehen." "Donnerpfote ist seit zwei Tagen Schüler, und kommt mit auf eine Kampfpatrouille!", Kiefernpfote klang entrüstet. "Nun, ich weiß was ich tue, ich hätte dich sicher mitgenommen, wenn ich vollkommen auf dich setzen könnte", entgegnete Tannenauge nur kühl. Dann fuhr er unbeirrt fort:"Das heißt, wir müssen eine Suchpatrouille nach ihnen aussenden"

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    Es ist zwar ein bisschen spät in der Geschichte, aber hier ist mal die Hierarchie des FelsenClans:


    Anführer:
    GLETSCHERSTERN (weißer Kater mit großen hellgrauen Tupfen

    2. Anführer:
    HECHTHERZ (grau-braun gescheckte Kätzin)

    Heiler:
    SCHNEENASE (grauer Kater mit weißem Gesicht)
    Mentor von BACHPFOTE

    Krieger:
    TANNENAUGE (oranger Kater mit schwarzen Tigerstreifen)
    Mentor von DONNERPFOTE
    RAUTENSCHWEIF (schwarze Kätzin mit weißen Streifen am Schwanz)
    ROTBEERE (sehr kleine, flammenfarbene Kätzin)
    LICHTERPELZ (hellgelber Kater mit großen, runden, weißen Tupfen)
    FLACKERLICHT (hellrote Kätzin mit weißem Gesicht)
    Mentorin von KIEFERNPFOTE
    MINZBRISE (hellgraue Kätzin mit dunkleren Streifen)
    ADLERFLUG (großer, dunkelbrauner Kater mit weißen Pfoten)
    Mentor von RUBINPFOTE
    BRANDHERZ (rotgoldene Kätzin)
    Mentorin von SCHWANENPFOTE
    BERGFELL (brauner Kater mit dunklen Pfoten)
    REBENSTURZ (hellbraune Kätzin, schwarz getigert)
    Mentorin von HALMPFOTE
    AMSELPELZ (dunkelbrauner Kater mit rotem Gesicht)
    BUSCHKRALLE (weißer Kater mit Schilpattflecken)
    SCHIMMERFELL (Siamkätzin, ungewöhnlich muskulös)
    APFELSTREIF (rostbrauner Kater mit braunen Streifen)
    DÄMMERHERZ (schwarze Kätzin mit grauen Streifen an den Vorderbeinen)
    SICHELKRALLE (dunkelgrauer Kater mit schwarzen Streifen)
    NUSSHAUCH (kleine, nussbraune Kätzin)
    HOFFNUNGSSTURM ( goldene Kätzin mit weißen Pfoten und grünen Augen)
    ZAPFENFALL (hellbrauner Kater mit orangenen Augen)

    Schüler:
    DONNERPFOTE (blaugrauer Kater mit gelb-bernsteinfarbenen Augen)
    SCHWANENPFOTE (wunderschöne weiße Kätzin)
    RUBINPFOTE (langhaariger flammenfarbener Kater)
    HALMPFOTE (Schildpattkätzin mit weißem Bauch)
    KIEFERNPFOTE (hellbrauner Kater mit dunkleren Streifen und Pfoten)
    BACHPFOTE (pechschwarze Kätzin mit blassgrünen Augen)

    Königinnen:
    HAGELFELL (hellgraue Kätzin mit weißen Beinen)
    Mutter von NATTERNJUNGES und FELSENJUNGES, Ziehmutter von BLITZJUNGES
    TROPFENBLATT (Schildpattkätzin mit viel weiß)
    erwartet Junge von Adlerflug

    Älteste:
    EULENFUß (brauner Kater mit weißen Streifen)
    BIENENPELZ (goldgelbe Kätzin mit unzähligen schwarzen Sprenkeln, ein Ohr fehlt)
    DEXTER (ehemals Einzelläufer, grauer Kater mit schwarzen Flecken)

    Der HöhlenClan:

    Anführer: FLEDERMAUSSTERN(rauchschwarzer Kater mit relativ kleinen Pfoten und hellblauen Augen)

    2. Anführer: GLATTPELZ (weißer Kater mit dunkelbraunen Pfoten und giftgrünen Augen)

    Heiler: BUNTSPECHTFLUG (hellgraue Kätzin mit schwarzen Tigerungen und flammenfarbener Schnauze)

    Krieger:
    ECHODUNST (schlanke, langbeinge Kätzin mit weißem Fell, hellgrauen Ohren und blaugrauen Pfoten, schmalem Kopf und hohen Wangenknochen, grüne Augen, eine Narbe an der Flanke und über der Schnauze
    HELLFEDER (hellgraue Kätzin mit weißem Gesicht und gelben Augen)
    STEINKRALLE (dunkelbrauner Kater mit gelben Augen)

    ... Platz für eure Katzen...

    Schüler:
    NACHTPFOTE (hübsche, reinschwarze Kätzin mit giftgrünen Augen)
    SCHOTTERPFOTE (dunkelgrauer Kater mit Bernsteinaugen)
    STACHELBEERPFOTE (kleine, langhaarige, cremefarbene Kätzin mit dunkelbraunen Pfoten, Ohren und Gesicht mit eisblauen Augen)

    ... Wieder Platz für euch...

    Königinnen:
    RAUCHSCHWEIF (große, weiße Kätzin mit rauchgrauem Schweif) Mutter von KOHLENJUNGES und MANDELJUNGES

    ... Wenig Platz für euch...

    Älteste:
    RIESENKRALLE (großer, breitschultriger Kater mit braunem Fell)
    FARNHERZ (hellbraune Kätzin mit braunen Sprenkeln, ehemals hübsch)

    Der BlätterClan

    Anführer: SCHLEIERSTERN ( schlanke, hellbraune Kätzin mit dunkelbraunen Musterungen im Gesicht)

    2. Anführer: STURMSCHWEIF ( dunkelgrauer Kater mit gelben Augen)

    Heiler: WOLKENLICHT (weißer Kater mit grünen Augen)
    Mentor von TUPFENPFOTE

    Krieger:

    ...keine Phantasie, stellt euch viele Krieger und ganz viel Platz für euch vor...

    Schüler:
    TUPFENPFOTE (große, breitschultrige Kätzin mit hellbraunem Fell und großen, roten und dunkelbraunen Flecken

    ... Platz für euch!...

    Mütter:
    WALDAUGE (schildpattfarbene Kätzin mit Bernsteinaugen)

    Älteste:

    lasst euch gefälligst was einfallen! xD

    Der GipfelClan

    Anführer: FUNKELSTERN (hellgelber Kater mit braunen Augen)

    2. Anführer: GEWITTERWOLKE (schwarze Kätzin mit ungewöhnlichen, dunkelgrauen Tupfen)

    Heiler: STOCKBART (brauner Kater mit rostroten Streifen)
    BLAUBEERGLANZ (blaugraue Kätzin mit grünen Augen)

    Krieger:

    It's your turn...

    Schüler:

    Mal wieder genügend Platz!

    Mütter:

    Auch etwas Platz...

    Älteste:
    Flimmerlicht (weiße Kätzin mit roten Flecken)

    etwas weniger Platz...

    7
    Donnerpfote lief mit angestrengten Sinnen am Flussufer entlang. Er befand sich, zusammen mit der restlichen Patrouille, bestehend aus Schimmerfell, Hoffnungssturm, Amselpelz und Tannenauge, auf dem schmalen Streifen Territorium auf der anderen Seite des murmelnden Stroms. Der Schüler schob sich dicht an der Grenze entlang, beschnüffelte jeden Grashalm, jeden Kiesel. Was war das? Eine zarte Spur HöhlenClan-Geruch trat über seine festen Grenzen, hinein in das FelsenClan-Gebiet. Donnerpfote folgte der schwachen Fährte. Eindeutig die kalte, stechende Marke des HöhlenClans. Alle von denen stanken in einer ähnlichen Art und Weise, die leicht von dem Einheitsgeruch an der Grenze abwichen. Der hier aber tat ihm nicht in der Nase weh- im Gegenteil! Eine süßliche, erfrischende Note lag darunter, deutlich zu unterscheiden von dem restlichen HöhlenClan-Geruch. Donnerpfote schlich durch das knappe, stoppelige Gras, suchte immer die Deckung von etwas längeren Büscheln und Sträuchern. Der Geruch wurde immer stärker, machte den jungen Schüler neugierig, und gab ihm die Kraft, den lauten Ausruf zu unterdrücken:"Eindringlinge!" Je näher er der fremden Katze kam, desto mehr fand er allein durch ihren betörenden Duft heraus. Eine Kätzin, wohl nicht viel älter als er. Die Spur führte Donnerpfote bis unter einen Felsüberhang am Fluss, der gerade einmal genug Platz für drei Krieger bot. Er kannte diesen Ort, er hatte kürzlich einen Fisch dort verspeist, als Tannenauge es ihm erlaubt hatte. Von dort unten wehte der Geruch hervor, kräftig und beständig. Dort musste die Fremde hocken! Er glitt zwischen den Felsen hindurch, und machte sich auf einen Angriff gefasst. Aber statt seine Gegnerin kampfbereit vorzufinden, saß sie nur da, mit friedfertig untergeschlagenen Pfoten. Eine schwarze Kätzin mit großen, giftgrünen Augen, die ihn fixierten. "Donnerpfote?", fragte sie leise, das Wort war kaum zu hören. Dieser war zu verblüfft, um ein 'verschwinde!' zu fauchen, also erwiderte er nur:"Wer bist du? Und woher kennst du meinen Namen?" "Die Prophezeiung", hauchte sie "Ich habe erfahren, dass du von ihr weißt. Genau wie ich. Ich fürchte, mich betrifft ihr dunkler Teil. Aber-" ihre Stimme brach. Donnerpfote konnte sich nicht rühren. Sie wusste es! Aus einem anderen Clan! Nachtpfote! Die Nacht, die über die Berge herrschen wird! Ihm ging ein Licht auf. "Aber ich will nicht über die Berge herrschen! Ich hatte eine Vision... So viel Blut... Ich- ich habe noch etwas gesehen... Ein grauer Kater, hinter ihm leuchtete ein Blitz auf, der den Umriss einer riesigen Katze erscheinen ließ. Der Kater warst du! Ich kann nicht die Nacht sein, die alles in Blut tauchen wird, wenn mir der SternenClan Visionen schickt!", erzählte Nachtpfote stockend, mit erstickter Stimme und dunklen Augen. Donnerpfote empfand eine seltsame Form von Mitleid zu ihr. Das Gefühl verschwand aber gleich wieder, und er fuhr die Krallen aus, um sie über den nackten Stein unter ihm zu ziehen "Das was der SternenClan sagt, tritt immer ein, egal wie sehr du dich dagegen sträubst", presste er hervor. Die Kätzin sprang auf. "Nein! Ich kann nicht 'die' Nacht sein! Ich will es nicht! Donnerpfote...", sie trat an ihn heran, ihre Stimme senkte sich zu einem Wispern "Da ist eine andere Nacht! Ich weiß es! Du musst mir helfen, herauszufinden, wer das ist. Ich bin es nicht... Ich kann es einfach nicht sein, verstehst du?" Sie sah ihn flehend an. Donnerpfotes Gedanken rasten, drehten sich im Kreis und quollen ihm aus den Ohren. Sagte sie die Wahrheit? "Ja...", hallte es durch seinen Kopf, fuhr ihm in die Knochen und ließ ihn kurz erzittern. War das nicht Sonnensterns Stimme gewesen? Zweifellos, das war der klingende Bass des SternenClan-Katers. Nun gab es kein Halten mehr. Warum schickte ihm der SternenClan einen rätselhaften Traum, wenn er eine HöhlenClan-Kätzin fast vollkommen aufklärte? Ihr Name machte ihm immernoch zu schaffen. Nachtpfote... Das Wort hallte in dem Kopf des Schülers, und erst jetzt fiel ihm auf, wie schön der Name war. Außerdem hatte sie so verzweifelt gewirkt... "Gut, ich helfe dir! Aber jetzt sieh zu, wie du unbemerkt hier wegkommst! Ich lenke die Patrouille ab." Die beiden schlüpften aus ihrem Versteck und gingen ihrer Wege. Donnerpfote brauchte etwas Zeit für sich. Bergfell und Rebensturz waren einfach nicht zu finden, auf dem Weg ins Lager wurde eine BlätterClan Patrouille höflich gefragt, ob sie die beiden gesehen hätten. Nun, das war leider nicht der Fall. Wieder daheim, legte sich Donnerpfote grüblerisch in sein Nest. Diese Nachtpfote hatte von ihm, Blitz, und einer großen Katze geträumt? Wie war das möglich? Er würde es näher mit ihr besprechen, wenn er sie heute Nacht traf. Jetzt sollte er sich nicht den Kopf darüber zerbrechen. Sein Training lief ausgezeichnet, er kannte schon fast so viele Kampftricks wie der zwei Monde ältere Kiefernpfote. Noch einen Mond und eine schnippische Bemerkung, und er würde schneller auf dem Rücken liegen als ihm lieb war. Er musste bei dem Gedanken daran lächeln. "Donnerpfote, du sollst raus zu Tannenauge, Trainingszeit!" Hinter ihm hatte Rubinpfote seinen Kopf in den Bau gesteckt. Donnerpfote sprang auf. Draußen wartete tatsächlich sein Mentor, der ihn auf die Alm brachte. "Heute wieder Kampftechniken, jagen kannst du fürs erste gut genug", miaute Tannenauge, als sie angekommen waren. "Wusstest du, dass hinter dem Schulterblatt ein Nerv ist, der, wenn man ihn gekonnt zusammendrückt, große Schmerzen verursacht?" Donnerpfote schüttelte den Kopf. Tannenauge schoss vor, und schneller als man schauen konnte langte er hinter das Schulterblatt des Schülers. Jäher Schmerz durchzuckte diesen, und er fauchte mit verzerrtem Gesicht. Tannenauge zeigte Donnerpfote, wo genau dieser Nerv lag, wie und mit welcher Geschwindigkeit man ihn treffen sollte. Der Schüler furunkelte mit der Pfote auf dem Rücken seines Mentors herum. Wo war dieser Nerv noch einmal? Bevor er ihn gefunden hatte, war Tannenauge herumgefahren und drückte ihn zu Boden. "Du sollst den Gegner nicht massieren, du sollst ihm Schmerz zufügen!", knurrte er als Donnerpfote sich mit der 'Schlangentechnik' aus seinem Griff wand. Nun war der Schüler konzentrierter. Er wusste doch wo das Ding war, warum hatte er so gepatzt? Wütend auf sich selbst drosch er wieder auf die Schulter des muskulösen Katers ein, und traf diesmal sogar beim zweiten Schlag. Tannenauge keuchte und hob sein getroffenes Bein. "So musst du immer zuschlagen, manchmal ist das Bein des Gegners dann auch kurz gelähmt." Nun wieder eifrig statt wütend übte Donnerpfote weiter, und abends, Tannenauge hatte ihn etwas früher entlassen, ließ er eine Amsel auf den Frischbeutehaufen fallen. Er legte sich in sein Nest und döste, bis der Mond aufgegangen war und das Lager schlief. Alles war im tiefen Schlummer versunken, und so war es ihm ein Leichtes, aus dem Lager zu entfliehen...

    8
    Einmal über den Felsenwall geklettert, stand Donnerpfote auf der gelben Felsenwiese. Ohne zu zögern warf er sich in das nächstbeste Kräuterbüschel, in diesem Falle Löwenzahn, um seinen Geruch zu überdecken. So konnte man ihm wohl kaum folgen. Er huschte mit großen Sätzen über das harte Gras, nahm den Umweg um die Flimmerfelsen, über denen die Sommerluft sich tagsüber wellte wie das Wasser eines Sees, wenn man einen Kiesel hineinwarf. Selbst kurz vor Mitternacht strahlten sie noch Wärme aus. Als Junges hatte sich Donnerpfote hier einmal tierisch die Pfötchen verbrannt. Er schüttelte den Kopf bei dem Gedanken. Endlich erreichte er den ersten Hügelkamm nördlich des Lagers, bog, nachdem er auf der anderen Seite wieder hinabgestiegen war, nach rechts ab und tauchte im dunkel des Waldes unter. Unwillkürlich schnupperte er, hielt Ausschau nach Rebensturz und Bergfell. Aber, wie erwartet, nichts. Er beschleunigte seine Schritte wieder und kam so zügig voran. Die Kiefern, Fichten, Lärchen und Tannen standen wieder weiter voneinander entfernt und luden so förmlich dazu ein, den Wald zu verlassen und das weiche Gras der Alm zu betreten. Das hohe Gras bot der noch nicht ganz ausgewachsenen Katze viel Deckung, und so sprintete Donnerpfote ohne viel Rücksicht durch die saftigen Gräser. Kurz darauf stand er an einem steilen Erdhang, von dem man eine malerische Aussicht auf den im Mondschein glänzenden, Tröpfchen sprühenden Wasserfall hatte. Er tastete sich mühsam die feuchte Erdwand herunter, immer näher an den Wasserfall heran. Das betäubende Rauschen übertönte alles, hier konnte man sich ungestört unterhalten. Und es ist nicht weit von der HöhlenClan-Grenze!, fügte Donnerpfote in Gedanken hinzu. Plötzlich glitt er auf dem schlammigen Abhang aus und landete unsanft auf dem tropfnassen Grasstreifen, der die kleine Klippe von dem weiterführenden Fluss und dem Wasserfall trennte. Zu sehr von dem dröhnenden Wasser und dem sanften Sprühregen abgelenkt, bemerkte er eine weitere Katze nicht, die sich ihm, auf dem schlüpfrigen Untergrund rutschend, seitlich näherte. Daher hätte er fast einen spitzen Schrei ausgestoßen, als Nachtpfote auf einmal neben ihm stand. Er beruhigte sich bei dem Anblick der schwarzen Kätzin aber sofort wieder und begrüßte sie zögerlich:"Hallo..." "Was? Du musst lauter sprechen, ich höre dich nicht so ganz!" "Bitte?" "SPRICH LAUTER!" "WAS!" "LAUTER!" "ACHSO! HAST DU IRGENDWAS GETRÄUMT, NACHTPFOTE?" "NEIN... DU?" Betretenes Schweigen trat ein. "WIR SOLLTEN VIELLEICHT ERSTMAL HERAUSFINDEN, WER DER FEIND ÜBERHAUPT IST, BEVOR EIR IHN AUFHALTEN KÖNNEN!", warf Nachtpfote nach einer Weile ein. Donnerpfote sah sie an "UND WIE? ICH GLAUBE, DASS UNS DEINE VISION EHER HILFT. ICH. DANN DER BLITZ. DANN EINE RIESIGE KATZE. WIR MÜSSEN WISSEN, WAS ES MIT DEM BLITZ AUF SICH HAT, BEVOR WIR MEHR HERAUSFINDEN KÖNNEN!" Nachtpfote machte ein nachdenkliches Gesicht. "DU HAST RECHT, SO KÖNNTE DAS GEMEINT SEIN. HAST DU EINE IDEE, WER ODER WAS DER BLITZ IST?" Donnerpfote schüttelte langsam den Kopf. "Ich auch nicht", seufzte die schwarze Kätzin und senkte ihren Blick auf die Pfoten. "WAS HAST DU GESAGT?", brüllte ihr Gegenüber durch das spritzende Wasser. Nachtpfote stöhnte ungeduldig. Sie machte einen Schritt nach vorn und stieß ihn weiter vom Wasserfall weg. So konnte man doch nicht weitermachen, wenn man am nächsten Morgen nicht heiser sein wollte. "Hier ist es besser", sagte sie dann, immernoch mit erhobener Stimme, aber nicht schreiend. Donnerpfote nickte und schüttelte sich Wassertropfen aus dem Fell. "Mehr gibt es also nicht zu besprechen diese Nacht?", erkundigte er sich, nun vor Kälte zitternd. "Doch. Wenn wir klitschnass in unsere Lager kommen, wird man fragen wo wir waren. Wir müssen uns wohl... Nun ja- trockenlecken?" "Aber dann riechen wir doch nach jeweils dem anderen Clan! Dann bekommen wir noch mehr Ärger!", Nachtpfote stöhnte wieder "Wälz' dich halt in einer Grenzmarkierung oder rolle ein bisschen über eine Wiese, dann riechst du wieder nach deinem Clan" Donnerpfote seufzte nachgiebig. "Du hast wohl recht..." Die beiden begannen, sich von oben bis unten zu trocknen. Nachtpfotes Zunge strich kräftig über sein Fell, ganz ohne zu zaudern, als ob er ein Clangefährte wäre. Er selbst war noch zögerlich, bis Nachtpfote ihr Lecken unterbrach und ihn anfunkelte:"Denkst du, ich werde dadurch trocken? Halt' dich nicht zurück, du brichst mir nichts mit deiner Zunge!" Sie fuhr in ihrer Arbeit fort. Nun fing auch Donnerpfote eifrig an, ihr Fell trocknen. Seltsam, wie weich es war. Bei seiner ersten Berührung mit Schwanenpfote hatte er gedacht, ihr Pelz wäre der flauschigste, wärmste der Welt. Nachtpfotes' war zwar noch etwas klamm, aber ebenfalls warm, unglaublich samtig und weich. "Meinst du, ein Treffen nächste Nacht lohnt sich schon wieder?", fragte Nachtpfote zwischen einigen Zungenstrichen. "Natürlich!", entgegnete ihr Donnerpfote "Jeden Tag kann sich was Neues ereignen! Morgen Nacht wieder?" "Ja..." Nachtpfote leckte ein letztes Fellbüschel trocken. "Dann bis Morgen... Nacht natürlich!" Die beiden jungen Katzen verabschiedeten sich schnell, und sputeten sich, wieder in ihre Nester zu gelangen. Als Donnerpfote das kleine Stück durch den Wald lief, rollte er sich gepflegt in einem Moosbeet. Jeder roch morgens nach Moos, wenn er aufstand. Er überprüfte jede Schnurrhaarbreite seines Fells, jedes Haar nach Nachtpfotegeruch. Zur Sicherheit wälzte er sich noch einmal in Löwenzahn. Er hoffte, in seinem Nest würde er wieder seinen eigenen Geruch vollkommen wiedererlangen...

    So, das erste Treffen mit Nachtpfote also... Entschuldigt bitte das Capslocking bei dem Dialog, es musste einfach sein:'D

    9
    Am nächsten Morgen fühlte sich Donnerpfote seltsam ausgeschlafen. Er war nach dem Heimweg in sein Nest gefallen, hatte die Augen geschlossen und hatte von Blitzen geträumt, die Regenbögen in die Berge eingravierten... In vielen verschiedenen Gelbtönen. Er hatte auch ein Gespräch mit dem Wasserfall angefangen, doch Nachtpfote hatte sehr laut gesungen, sodass man nichts verstehen- was für ein Unsinn! Donnerpfote vertrieb die Gedanken wie eine aufdringliche Ratte. Seine Laune war heute blendend, genau wie die Sonne, als er aus dem Schülerbau auf den Lagerplatz trat. In der Nähe spielten Felsen- Nattern- und Blitzjunges fröhlich mit einer Feder. Blitzjunges... Ihr Fund beschäftigte ihn immernoch. Sie hatte zwar endgültig FelsenClan-Geruch angenommen, doch der seltsame Brandgeruch wich nicht aus ihrem Pelz. So rochen nur Bäume, die von einem Blitz getroffen wurden... Blitz? Blitz! Aber natürlich! War sie der grelle Blitz, der in Nachtpfotes Traum diese 'Riesenkatze' beleuchtete? Vielleicht konnte man nur mit Blitzjunges' Hilfe diesen... Was sagte die Prophezeiung noch einmal? Diese große Katze musste der Luchs sein. Er wollte das Junge aber nicht einweihen, noch nicht. Er musste Nachtpfote bei dem heutigen Treffen fragen, wie alt er in der Vision oder Traum ausgesehen hatte. "'Morgen Donnerpfote", ertönte da eine Stimme "Guten Morgen, Schwanenpfote." Die weiße Kätzin tappte an ihm vorbei, wobei ihr Fell seines streifte. Aber diese Stelle kribbelte nicht mehr angenehm, sondern blieb einfach wie unangetastet. Sonst immer hatte Donnerpfote unter einem wohligen Schauer gezittert, wenn Schwanenpfote ihn berührte. Was war los? Ehe er weiter darüber nachdenken konnte, rempelte ihn etwas von hinten an. "Entschuldigung, Donnerpfote", quiekte Felsenjunges erschrocken. Aber schon wurde das Junge von seinem Bruder angesprungen. Blitzjunges kam mit hoch erhobenem Kopf angetrabt und kauerte sich neben Donnerpfotes' Schweif in Jagdstellung. Während sie peilte, fing sie an zu reden:"Meine Brüder eben. Die passen einfach nieeeee auf, wo sie hinlaufen." Der Schüler schluckte. Die kleine Kätzin glaubte, Hagelfell, Natternjunges und Felsenjunges wären ihre Familie. Die arme Kleine. "Aber so sind Kater eben, schätze ich", fügte sie nachdenklich hinzu und wackelte mit dem Hintern "Ja, manchmal sind Kater so" Donnerpfote musste lächeln. Da machte Blitzjunges einen Satz. Aber keinen gewöhnlichen, denn sie bewegte sich so schnell, dass nicht einmal Tannenauge seinen Schweif rechtzeitig hätte wegziehen können. Donnerpfote sagte nichts, blinzelte nur etwas baff und begab sich zur Felsspalte, an der sein Mentor wartete. Das Training war heute länger, härter und schwieriger, weil Donnerpfote immer wieder in Gedanken wegen Blitzjunges' Fähigkeiten versank. Die Anderen hatten spätestens am Abend Schluss, er konnte, wenn es schlecht lief, erst kurz vor Mondhoch in sein Nest fallen und schlafen. Also riss er sich zusammen, denn er sehnte sich nach dem bevorstehenden Gespräch mit Nachtpfote. Tatsächlich konnte er kurz nach Mondaufgang zurück ins Lager gehen. Tannenauge begab sich direkt in den Bau der Krieger. Donnerpfote gab vor, zum Schmutzplatz zu gehen, kletterte dort über die Felsen und rannte zum Wasserfall. Nachtpfote war wieder eher da, natürlich, ihr Weg war kürzer, auch wenn sie in anderes Territorium gehen musste. Sie saß wieder da, wo sie letzte Nacht gesessen hatten, etwas weiter von dem Sprühregen entfernt. "Etwas ganz wichtiges", keuchte Donnerpfote, der auf sie zugesprintet kam, als wäre sie ein Eindringling. Auf dem feuchten Gras glitt er beim Bremsen aus, schlitterte auf Nachtpfote zu und warf sie um. Etwas beschämt blinzelte er sie an. Sie verzog nur ihr Gesicht zu einem Grinsen und schob ihn von sich herunter, damit sie aufstehen konnte. "Was ist denn so wichtig, dass du mich gleich so anspringst?", murmelte sie, während sie sich Grashalme aus dem Fell putzte. "Ich- ich weiß, wer der Blitz ist" Nachtpfote fuhr auf und rückte aufgeregt näher an ihn heran "Wer? Sag, wer ist es?" Donnerpfote bemühte sich, ihrem intensiven Blick standzuhalten und begann zu berichten:" Es ist Blitzjunges, sie lebt in unserem Clan. Wir haben sie vor ein paar Tagen im Wald gefunden, an dem Tag, an dem Berfell und Rebensturz verschwunden sind. Ich fand sie, sie roch nach wirklich nichts außer ein bisschen nach Brand, und heute Morgen hat sie sich so unglaublich schnell auf meinen Schweif geworfen..." "Sie ist es! Sie muss es sein! Wenn sie nach. Brand riecht, liegt 'Blitz' doch soooo nahe! Mit ihrer Hilfe finden wir die große Katze, den Luchs! Oder eine große Katze die aussieht wie ein Luchs... Hast du Blitzjunges schon eingeweiht?" "Nein...", gab Donnerpfote zu "Ich wollte erst noch etwas über den Traum wissen: erst ich, dann Blitzjunges, klar. War ich in dem Traum älter als jetzt?" Nachtpfote schien angestrengt nachzudenken. Sie kniff die Augen zusammen, wiegte den Kopf hin und her, dann sah sie ihn an "Ja, du warst glaube ich etwas größer als jetzt" "Dann ist es noch nicht an der Zeit, Blitzjunges das Geheimnis zu verraten", schloss Donnerpfote knapp. "Also... Wars das schon wieder für heute?", miaute Nachtpfote. "Hmmm", grummelte Donnerpfote nur. "Schade, dass wir nicht nass geworden sind...", rutschte es ihm dann einfach heraus. Was! Nein, das hatte er doch nicht etwa gesagt? Was war los mit ihm, wirklich! Die Kätzin drehte sich überrascht um und sah ihn durchdringend mit ihren grünen Augen an. Donnerpfote war erstarrt. Was würde sie jetzt machen? Aber zu seiner Verwunderung strich sie an ihm vorbei, sein Pelz kribbelte, als ob jemand Ameisen darin freigelassen hätte. So hatte sich früher ein Kontakt mit Schwanenpfote angefühlt... "Ja, schade, was?", kicherte sie und schnippte mit dem Schwanz über seine Ohren "Kommst du morgen? Oder traust du dich jetzt nicht mehr?", forderte sie ihn heraus. Donnerpfote unterdrückte ein Zittern und zuckte nur belustigt mit den Schnurrhaaren "Was denkst denn du?" Nachtpfote kicherte noch einmal und verschwand in der Dunkelheit. Der graue Kater, den sie zurückließ, fühlte sich irgendwie hohl. Er bewegte sich die ersten paar Fuchslängen Rückweg wie ein tausendmöndiger Ältester, mit steifen Beinen, balancierend auf vier unsicher tretenden Pfoten. Dann, als er sich einigermaßen gefasst hatte, rannte er, wie noch nie in seinem Leben. Nicht müde, nicht hungrig. Mit großen Sprüngen, unermüdlich wie eine Maschine, hetzte er zu dem höchsten Punkt des Territoriums. Er hangelte sich todesverachtend eine Steilwand hinauf, kraxelte über Geröllwege, lief und kletterte, sprang, rutschte, Schwanzlänge für Schwanzlänge nach oben, ohne Pause, ohne an die Zeit zu denken, die langsam aber sicher, verstrich. Als die Sterne verblassten und der Horizont sich bereits in Erwartung auf den glühenden Sonnenball erhellte, stand Donnerpfote reglos auf dem höchsten Punkt des Berges. Er starrte hinüber zu dem anderen Gipfel. Irgendwo in dessen tiefen schlief sie in einer warmen Höhle. Oder stand auch sie auf der Spitze dieses gewaltigen Massivs? "Nachtpfote!", heulte er in den Westwind, der seinen Ruf bis ins HöhlenClan-Territorium tragen könnte. Das Echo hallte kalt an den tiefer gelegenen Gipfeln wieder. Der Himmel im Osten färbte sich langsam rosa, und als der erste Sonnenstrahl über den Bergen erschien, fingen Donnerpfotes Beine zu zittern an. Sah diese Wolke nicht Nachtpfotes Gesicht ähnlich? Die Kehle des Katers war wie zugeschnürt, förmlich ausgetrocknet. Er sackte in seiner Erschöpfung etwas zusammen. Tief ziehende Wolken glitten nicht weit an seinem Kopf vorbei, türmten sich zu großen Wattebauschen, der Höhenwind trieb sie unbarmherzig vor sich her. Als Donnerpfote schwarz vor den Augen wurde, glaubte er, ein schwaches Echo zu hören:"Donnerpfote!" Er lächelte, dann übermannte ihn die Ohnmacht.


    Anscheinend hat es da doch etwas gefunkt... Zu früh? Bevor es zu spät ist...

    10
    Donnerpfote wachte auf. Es fühlte sich aber an, als wäre nur sein Geist aufgewacht, sein Körper schlief einfach weiter. Er ächzte. Wo bei Halmpfotes Schnarchen war er? Hatte er... Es war dunkel. Über ihm spannte sich das Sternenzelt. Sterne? Er erinnerte sich wieder. Er hatte Nachtpfote getroffen, um über die neuesten Ereignisse zu beraten. Und dann... Dann war es ihm, wenn auch nur indirekt, herausgerutscht. Aber die Kätzin hatte ihm nicht die Augen aus dem Kopf gekratzt, nein. Sie hatte sogar positiv reagiert! Donnerpfote war nach dem Abschied die ganze Nacht geklettert, den Berg seines Territoriums hinauf, und im Morgengrauen zusammengebrochen. Hatte man hier nicht nach ihm gesucht? Pah, warum auch? Ein junger Schüler klettert allein auf einen Berg! Natürlich! Aber wie sollte er sich erklären? Er hatte sich in eine HöhlenClan- Kätzin verknallt, war auf den Berg gelatscht und verschlief den ganzen Tag! Nein, er sagte einfach, er hätte unbedingt einmal allein auf diesem Berg stehen wollen, und hatte sich deshalb nachts fortgeschlichen. Das Zeitfenster passte so weit, denn in normalem Tempo brauchte man ewig, um den Gipfel zu erreichen. Erst jetzt bemerkte Donnerpfote, was für einen bemitleidenswerten Anblick er abgab. Ausgestreckt, sein Fell von Rauhreif bedeckt, von oben bis unten verkühlt und vom Wind zerzaust, in einer Schneematschpfütze. Hier oben war es so kalt, dass selbst in der Blattgrüne Schnee lag und fiel. Donnerpfote krümmte sich, streckte sich wieder lang und ignorierte den stechenden Kopfschmerz, währen er auf die Beine kam. Sofort machte er sich an den Abstieg. Wie hungrig er war! Und sein Kopf, explizit das Gehirn, fühlte sich an, als ob ein Schneesturm Eiskristalle darin wachsen ließ. Dazu dieses Pfeifen. Von diesen Unannehmlichkeiten geplagt beschleunigte er, lief die nächtlichen Bergpfade hinab. Nach etwa zwei Stunden Abstieg verfiel er in eine Art Trance, eine Benommenheit, die ihn stur eine Pfote vor die andere setzen ließ. Und das war er gestern bergauf gerannt! Er lief weiter, weiter, immer weiter, wie hypnotisiert. Er brauchte Essen, Wasser und Wärme. Doch es war Nacht, es war eiskalt und in seinem Zustand hätte Donnerpfote nicht einmal einen flugunfähigen Spatz fangen können. Weiter, weiter, weiter. Es brannte sich in seinen Kopf. Weiter, weiter, weiter. Er hatte eine Prophezeiung des SternenClans zu erfüllen. Weiter, weiter, weiter... SternenClan? Ha! Er liebte eine Kätzin eines rivalisierenden Clans! Weiter, weiter, weiter... Das verstieß gegen das Gesetz der Krieger! Weiter, weiter, weiter! Na und? Es hatte schon viele Helden gegeben, die ab und zu gegen das Gesetz verstoßen hatten. Verstöße waren manchmal sehr angebracht. Auch in diesem Fall? Weiter, weiter, wei- "Donnerpfote, wo warst du?" Weiter, weiter, weiter... Die Stimme ertönte wieder:"Heiliger SternenClan! Du siehst schrecklich aus! Ich bring' dich ins Lager" Erst jetzt bekam Donnerpfote mit, dass er zusammengebrochen war. Er hustete. Schritte ertönten um ihn herum, aufgeregte Stimmen, die klangen, als würden sie in weiter Ferne erhoben. Alles verschwamm. Immer wieder ertönte sein Name. Etwas packte ihn am Nacken, und er spürte, wie er über den Boden gezerrt wurde. Das Nächste was er sah, war Schwärze. Sie verschluckte ihn wie ein reißender Fluss. Eine gefühlte Sekunde später schlug er die Augen wieder auf. Er blinzelte, alle Farben liefen ineinander, vermischten sich, wurden wieder klarer und zeigten Donnerpfote, dass er sich im Heilerbau befand. Eine kleine, schwarze Gestalt stand über eine Rindenschale gebeugt und kehrte ihm den Rücken zu. Nachtpfote? Er reckte den Kopf. Dann versetzte er sich einen Innerlichen stoß. Verdammt noch mal, das war doch bloß Bachpfote, die Heilerschülerin! Was bildete er sich nur ein? Da drehte sich die kleine Kätzin um, und musterte ihn aufmerksam mit ihren blassgrünen Augen. Jeder im Clan wusste, dass diesen Augen nichts entging. Donnerpfote setzte sich in seinem Nest auf und leckte sich die Brust "Was ist passiert?" "Das würde ich auch zu gerne wissen", meinte Bachpfote nur achselzuckend, drehte sich wieder um und studierte weiter den mysteriösen Inhalt der Rindenschale. Da raschelten plötzlich die Blätter, die den Eingang zu der Höhle verdeckten und drei Katzen traten herein. Schneenase, Gletscherstern und Tannenauge. Die zwei letzteren stellten sich direkt vor Donnerpfote, während der Heiler hastig ein weiteres Rindengefäß aus einem Loch in der Wand fischte. Es hatte sogar einen Deckel, den er mit der Kralle wegschnippte, wieder aufnahm und sorgfältig in eine Ecke legte. Ein süßlicher Geruch verbreitete sich in dem Bau. Gletscherstern wartete, bis sich Donnerpfote richtig gesammelt hatte, dann fragte er:"Also, warum, wie lange und wo bist du gewesen?" Donnerpfote besann sich auf seine kleine Geschichte:"Also, äh, ich wollte mir unbedingt nachsagen lassen, ganz allein auf den Berg geklettert zu sein..." Gletscherstern und Tannenauge sahen sich überrascht an "Also habe ich mich rausgeschlichen und habe den Berg bestiegen. Ich bin dann so gegen Sonnenhoch am Gipfel angelangt und war so müde, ich bin einfach ohnmächtig geworden. Dann bin ich kurz nachdem der Mond aufgegangen war aufgewacht und habe mich ganz unterkühlt und hungrig gefühlt. Da bin ich wieder abgestiegen. So halb im Schlaf eben. Ich musste schon im Wald sein, ich weiß es nicht mehr ganz, da hat mich jemand gefunden und hat Hilfe geholt..." "Rubinfote.", korrigierte Gletscherstern "Und Hoffnungssturm hat dich in den Heilerbau gezerrt." Donnerpfote senkte den Kopf "Aber weißt du was?" Die Stimme des Anführers klang warm und etwas belustigt "Tannenauge und ich haben es in deinem Alter auch versucht... Wir haben nur etwas länger gebraucht..." "Und eine saftige Strafe bekommen!", fügte Tannenauge hinzu "Es tut mir echt Leid, aber ich fürchte, du wirst auch eine verhängt bekommen. Jetzt. Du gehst den nächsten Mond nur in Begleitung eines Kriegers aus dem Lager. Und wehe du schleichst dich weg!" Donnerpfote zuckte zusammen. Das bedeutete, dass er Nachtpfote den nächsten Mond nicht besuchen würde... Die beiden Kater standen auf und ließen den Schüler mit den Heilern allein. Kaum waren sie draußen, da stand Blitzjunges im Eingang. Im Lager wusste mittlerweile jeder, dass sie außergewöhnlich war. Sie trabte fröhlich zu Donnerpfote hinüber "Hallo Donnerpfote! Bist du wirklich auf dem Berg gewesen? Wie war es da oben? Hast du das Lager gesehen? Konntest du mich von da oben auch sehen? Hast du mir gewunken?" "Natürlich nicht! Jetzt lass ihn in Ruhe! Morgen kann er wieder in den Schülerbau, aber nur, wenn du ihn jetzt schlafen lässt!", energisch schob Bachpfote die kleine gelbe Kätzin aus der Höhle. Er war tatsächlich müde...

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    *vier Sonnenaufgänge später*

    Im Lager herrschte reges Treiben. Hechtherz, die zweite Anführerin, regte sich über die Patrouillen auf. Donnerpfote musste schmunzeln, als sie fluchend auf Rotbeere und zwei andere Krieger einredete "Jagdpatrouillen zu nah an der Grenze! Verwarnungen vom BlätterClan! Wisst ihr eigentlich, wie ihr Gletscherstern damit in Verlegenheit bringt? Ich sage euch doch extra, wo ihr jagen sollt! Wie kommt ihr zur. BlätterClan-Grenze, wenn ihr Fische im Fluss jagen sollt..." Donnerpfote lief weiter. Er jedenfalls hatte an der richtigen Stelle gejagt, und ließ jetzt eine Amsel und zwei Mäuse auf den Frischbeutehaufen fallen. Eigentlich ungewöhnlich wenig für seine Auffassung. Er suchte sich gleichzeitig noch einen Fisch aus, den er heute früh schon dort liegen sah. Das Faszinierende an Fischen war, dass es so viele verschiedene Sorten gab und jede von ihnen etwas anders schmeckte! Hoffnungssturm und Rautenschweif teilten sich in der Nähe ein Kaninchen. Als die beiden den Schüler bemerkten, rutschten sie mit ihrer Mahlzeit etwas näher an ihn heran. "Na, Donnerfote? Wie geht's denn so?", fragte Hoffnungssturm freundlich. Donnerpfote grunzte nur ein 'gut, danke' zwischen ein paar Bissen hervor. Rautenschweif grinste wissend, und sagte dann in einem überlegenem Tonfall:" Ach komm, ich seh' doch, wie du Schwanenpfote hinterherschaust!" Donnerpfote hob den Kopf und grinste ebenfalls verschmitzt "Dann hat dein Blick ein paar Tage Verzögerung... Mittlerweile sogar einen Mond." Die dunkle Kriegerin blickte ihre Freundin verwundert an "Du... Hast sie nicht mehr?" Der Schüler winkte mit dem Ohr ab "Nichts weiter als Bewunderung. Wisst ihr, woran Jungs erkennen, dass sie wirklich verliebt sind? Ihr ganzer Pelz kribbelt, und bei unbeherrschten Katern stellt sich die von der Kätzin berührte Stelle Haare sogar auf" "Ist das so?", zweifelte Hoffnungssturm, wobei sie Rautenschweif einen vielsagenden Blick zuwarf. Donnerpfote spuckte eine Gräte ins Gras "Ja, das ist so. Und bei Schwanenpfote rührt sich da nichts. Jedenfalls nicht mehr." "Also hast du eine neue?", erkundete sich Rautenschweif wieder eifrig. Donnerpfote spuckte noch eine Gräte aus "Ach, wenn du wüsstest...", meinte er dann nur. "Ooooooh Halmpfote!", schurrte die schwarze Kätzin dann amüsiert. Der Kater im Kreise verlor langsam die Geduld "Ihr denkt ihr seht alles, und bemerkt dann nicht, dass Halmpfote immer darauf besteht, mit Rubinpfote jagen zu gehen? Und was dann im Schülerbau immer los ist...", Donnerpfote lachte kurz "Sie schlafen förmlich in einem Nest" Die beiden Kätzinnen sahen sich wieder an. Hoffnungssturm stand schließlich auf, streckte sich und leckte ihr Brustfell "Und wer ist es dann?" Donnerpfote hatte sich schon zum Gehen gewandt, aber drehte sich noch einmal um:" Manche Dinge solltest du lieber nicht wissen, weißt du?" Damit ließ er die beiden stehen und blickte sich um. In letzter Zeit hatte er sich gut mit Rubinpfote anfreunden können, und lechzte nach diesem Gespräch nach einem gemeinsamen Training. Schnell entdeckte er den dunkelroten Pelz auf einem ast- und wurzellosen Baumstamm, der wohl einmal- von wo auch immer- ins Lager gefallen war. Elegant sprang er neben seinen Freund, der in der Sonne vor sich hin döste. Donnerpfote hatte geübt, Gletschersterns Stimme nachzuahmen, was ihm ziemlich gut gelang, und polterte nun Rubinpfote an:" Faulenzen an einem so schönen Tag? Mach, dass du auf die Pfoten kommst, Rubinpfote!" Der Schüler führ mit gesträubtem Pelz auf. "Oooh, du hast mich vielleicht erschreckt, Donnerpfote!", keuchte er, und ließ sich wieder sinken. Donnerpfote stieß ihn aber von dem Stamm hinunter, sodass er unsanft auf dem Hinterteil landete. "Los, hoch mit dir! Genug herumgelegen!" Gerade, als er seinen Freund zum Gerangel auffordern wollte, hallte Gletschersterns Stimme durchs Lager:"Ich fordere alle Katzen, die alt genug sind, um ihre eigene Beute zu fangen auf, sich unter dem Fels der tausend Monde zu versammeln!" Alles strömte herbei und bildete einen Halbkreis um den ehrwürdigen Felsen. Gletscherstern wollte anscheinend keine Umschweife machen "Schwanenpfote, tritt vor!" Die weiße Kätzin trat aus der Katzenmasse und glitt geschmeidig in den Schatten, den der Felsen bot. "Stimmt ja!", hauchte Rubinpfote Donnerpfote ins Ohr "Sie ist die Älteste im Schülerbau gewesen! Ich wette, sie wird jetzt-" "Pssst", zischte Lichterpelz neben ihnen. Rubinpfote verstummte beschämt. "Katzen des SternenClans, ich bitte euch, auf diese Schülerin herabzublicken. Sie hat fleißig gelernt und ihre Pflichten als Schülerin erfüllt. Ich biete sie euch als Kriegerin an..." Gespanntes Schweigen tauchte die weiße Kätzin vor ihnen in mühsam zurückgehaltenen Schweiß. "... Unter dem Namen Schwanenglanz!" Gletschersterns Blick richtete sich auf die vor Stolz wohl fast platzende frischernannte Kriegerin "Schwanenglanz, gelobst du, dem Gesetz der Krieger folge zu leisten?" "Ich verspreche es!" Der Anführer sprang vom Felsen und legte seinen Kopf auf den der Kriegerin. "Schwanenglanz! Schwanenglanz!", rief die Menge und Donnerpfote fiel tatkräftig mit ein. Er mochte sie ja trotzdem sehr gern. Kaum hatten sich die freudigen Ausrufe gelegt, wurde es wieder Unruhig. Bachpfote flitzte in die Kinderstube, voll mit Kräutern beladen, während Schneenase ihr etwas langsamer folgte. Als Adlerflug über die Lichtung brauste, wussten alle was los war. Tropfenblatt bekam ihre Jungen!

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    (Ich werde in den nächsten Kapiteln auch aus der Sicht von anderen schreiben, dann wird es vielleicht noch ein Stück besser)

    Donnerpfote schob sich aus der Kinderstube hinaus. Die Jungen waren wirklich putzig! Es waren ein ungewöhnlich kleiner aber gesunder Kater, Regenjunges, mit bläulichem Fell und sehr, sehr dünnen schwarzbraunen Streifen und blassgrünen Augen. Das andere Junge war ebenfalls recht klein, aber nicht so klein wie sein Bruder. Eine dunkelbraune Kätzin, auch mit blassgrünen Augen, und weiß gestreiften Vorderbeinen. Ihr Name war Wellenjunges, auch wenn das nicht unbedingt auf ihr Aussehen zutraf. Donnerpfote hatte aber noch einen Grund, glücklich zu sein: Er durfte trotz seiner Strafe zur großen Versammlung gehen! Hoffentlich war Nachtpfote auch da... Er würde mit Tannenauge, Amselpelz, Dämmerherz, Buschkralle, Flackerlicht, Kiefernpfote, Schwanenglanz und Rotbeere gehen. So brach der Abend schnell über den Bergen an, während sich die Patrouillen auf den Weg zur Wolkenspitze machten. Die Wolkenspitze war eine riesige, pechschwarze Felsnadel, die höher als hundert Katzen in den Himmel ragte. An ihrer Spitze verfingen sich ständig Wolken, die dann um sie herumwirbelten, sich teilten und anschließend weiterzogen. Um sie herum befanden sich vier Steinsäulen, wohl eher Türme, die sich leicht erklimmen ließen. Auf jeden dieser gewaltigen Felstürme passte mehr als ein ganzer Clan, und glücklicherweise gab es ja eben vier dieser Säulen rund um die Wolkenspitze. Durch all die Steilwände war die Akkustik ein Traum, so konnte man sich auch durch den Nebel dort oben sehr gut verständigen, auch wenn man seinen Gesprächspartner nicht immer so recht sehen konnte. Die Wanderung nahm etwa eine Stunde in Anspruch, das war schon in Ordnung. Endlich angekommen, konnte man sich unter der Wolkenspitze etwas austauschen, dann kletterte jeder Clan auf seine Säule und lauschte den (Streit)Gesprächen der Anführer. Als Donnerpfote den steinigen Boden betrat, schlug ihm dichter Nebel ins Gesicht. "Nicht wundern, Donnerpfote, das ist hier immer so...", miaute Rotbeere neben ihm, ihre Stimme etwas gedämpft durch den dichten, grauweißen Dunstschleier. Die Luft war stickig und feucht, über sich konnte er die Wolken wirbeln sehen. "Sind wir... Wirklich so weit oben?" "Ob du es glaubst oder nicht, wir stehen gerade IN einer Wolke... Oh. Es regnet." Aus dem Nebel um ihn herum fielen kleine, schwache Tröpfchen. Er fühlte sich, als würde er unter Wasser gedrückt und rang nach Luft. Es war in der Tat gewöhnungsbedürftig, man konnte außerdem keine Fuchslänge weit sehen. Das Gefühl, ertrinken zu müssen legte sich langsam, und er tastete sich langsam voran. Hier wuchs kein Gras, das seine Ballen hätte schonen können, und er konzertierte sich sehr darauf, nicht auf diese miesen kleinen Feuersteinchen zu treten. Daher war er sehr überrascht, als eine riesige Steinsäule vor ihm aus dem Nebel wuchs. Oben drauf konnte er den. Umriss einer Katze erkennen und kniff die Augen zusammen. Das war... Nein. Die Spitze des Turmes war zu weit oben, neue Nebelschwaden wallten heran und ließen die Katze darin verschwinden. Donnerpfote zuckte mit den Ohren, da es in ihnen ebenfalls regnete. Überall regnete es! Hätte er etwas von diesem Dunst verschluckt, hätte es sicher auch in seinem Mund weiter geregnet! Er schüttelte sich Tröpfchen aus dem Fell und lief auf ein Geräusch zu. Durch die Wand aus Nieselregen erkannte er eine Gruppe Schüler. Den Gerüchen nach eine BlätterClan Schülerin, zwei aus dem GipfelClan und... Nachtpfote! Wie zufällig gesellte er sich zu ihnen. Die BlätterClan Kätzin schaute ihn neugierig an. Sie hatte ein Nussbraunes Fell mit kleinen, cremefarbenen Tupfen. Sie tat den Mund auf, anscheinend redete sie gern "Möchtest du dich mit uns unterhalten? Mein Name ist Sprenkelpfote, die zwei GipfelClan Kater da sind Springpfote..." Ein hellbraun- weißer Kater nickte "Und der weiße da ist Frierpfote. Und diese Höhlen-" "Ich kenne sie schon. Mein Name ist Donnerpfote", unterbrach er Sprenkelpfote und suchte sich einen Platz im Kreis, scheinbar wahllos, aber in Wirklichkeit hatte er sich mit Absicht neben Nachtpfote gesetzt. Vielleicht etwas zu nah... "Hallo Donnerpfote! Du bist die erste FelsenClan Katze, mit der ich je gesprochen habe! Ihr habt zwei Krieger verloren? Wie habt ihr das gemacht? Verlauft ihr euch alle so schnell?", plapperte die braune Kätzin auf ihn ein. Ihm wurde das unangenehm, und er war auch ein bisschen wütend davon, was sie gesagt hatte. Nachtpfote schien das zu bemerken und warf dann ein:"Entschuldigt bitte, aber Donnerpfote und ich haben noch was zu besprechen." Sprenkelpfote nickte freundlich, während Spring- und Frierpfote sich ansahen. Donnerpfote folgte der Kätzin, die sich selbst im Nebel recht gut hier auszukennen schien. Sie führte ihn in eine besonders dunstige Ecke, wo der sanfte Regen und die dicke Luft beinahe jedes Geräusch verschluckten. "Haben sie dich in der Nacht erwischt? Mich zum Glück nicht, mit der Bergbesteigung hatte ich eine ziemlich gute Ausrede... Ich habe nur einen Mond Ausgangssperre bekommen... Da kann ich froh sein, zur Versammlung zu dürfen!" Donnerpfote stutzte "Echt? Genauso ist es mir auch ergangen! Ich bin auf den Berg geklettert und habe nach dir gerufen!" "Wirklich? Ich habe dich auch gerufen... Hast du es gehört?" "Ja, ich glaube es zumindest... Ich bin kurz danach ohnmächtig geworden..." Nachtpfote sah ihn mitleidig an "Sag' mal... Hast du das mit dem 'schade, dass wir nicht nass geworden sind' ernst gemeint?" "Natürlich! Ich... Ich..." Die schwarze Kätzin trat einen Schritt näher und lächelte "Ich auch, Donnerpfote." Die beiden standen einfach nur da und starrten sich an. Der Kater scharrte verlegen einen nassen Kieselstein hin und her "Wenn der Mond vorbei ist... Naja, also ich würde mich jedenfalls nicht während des Verbotes aus dem Lager schleichen... Treffen wir uns dann wieder?" Er kickte den Stein davon und machte auch einen Schritt nach vorn. Jetzt standen die beiden fast Nase an Nase "Naja... Ich glaube nicht, dass ich noch viel länger ohne dich auskommen werde..." Nachtpfote blinzelte ihn an. Donnerpfote seufzte "Na gut... Morgen Nacht?" "Morgen Nacht!", grinste sie und leckte ihm übers Ohr. Plötzlich fing der Nebel an, dünner und durchsichtiger zu werden. Die beiden jungen Katzen stoben auseinander, sie wollten nicht so gesehen werden. In dem aufklarenden Wetter erkannte Donnerpfote, wie die Katzen seines Clans auf eine der Felssäulen strömten und sich hinter Gletscherstern versammelten, welcher auch gleich zu sprechen anfing:" Aus unserem Clan gibt es gute sowie schlechte Nachrichten! Aber ich beginne lieber mit dem Guten: In unserem Territorium gibt es reichlich Beute, und wir dürften in den letzten Tagen auch eine neue Kriegerin begrüßen: Schwanenglanz!" Überall hallten die Glückwünsche der Katzen für die weiße Kätzin wieder. "Und nun das Schlechte: Zwei unserer Krieger, Bergfell und Rebensturz, sind Spurlos verschwunden. Ich bitte euch, ab und zu Ausschau nach den beiden zu halten" "Wissen deine Krieger denn nicht, wo sie hinlaufen sollen? Hast du sie nicht unter Kontrolle?", fauchte da Fledermausstern, der Anführer des HöhlenClans...

    So... Erstmal ein Cliffhanger: D

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    "Einen Moment mal", unterbrach da Funkelstern, der Anführer des GipfelClans "Ich meinte doch gesehen zu haben, wie einige HöhlenClan Krieger zwei Katzen mit Gewalt über die Grenze am Fluss zerrten... Ich bin damals davon ausgegangen, dass die Patrouille zwei ihrer Mitglieder daran hindern wollte, die Grenzen noch weiter zu missachten... Habt ihr sie gefangen genommen!" Donnerpfotes Blick flog zu dem Felsen, auf dem die Vertreter des HöhlenClans hockten. Alle Mitglieder sprangen auf und sträubten empört das Fell, bis auf eine Gruppierung von drei Kriegern. Eine nachtschwarze Kätzin, Finstermond, die Nachtpfote verblüffend ähnlich sah, bis auf die Tatsache, dass ihre Augen bernsteinfarben waren und nicht grün. Hinter ihr bauten sich zwei Kater auf, Donnerpfote erkannte den riesigen, braunschwarzen als Scheckenkralle, den anderen schwarz-weißen als Schwarzwasser. Finstermond erhob ihre schneidende, und trotzdem tiefe, eindringliche Stimme:" Es stimmt, was Funkelstern sagt. Scheckenkralle, Schwarzwasser und ich dachten uns, dass der FelsenClan zu viele Mitglieder hat. Also haben wir Bergfell und Rebensturz auf einer Grenzpatrouille aufgelauert, sie entführt und letzten Endes den Adlern ausgeliefert..." Entsetztes Kreischen erhob sich überall, besonders unter den Höhlen- und FelsenClan Katzen. Die beiden waren also tot... Donnerpfote konnte seinen Blick nicht von Nachtpfote lösen. Ihre Augen waren wässrig, ihre Lippen bebten und ihr ganzer Körper zitterte wie Blätter im Wind. Sie starrte unentwegt auf Finstermond, die wohl ihre Mutter sein musste. Fledermausstern war der Erste, der die Fassung wiedererlangte, und fauchte die Krieger wütend an:" Verschwindet! Ihr seid eine Schande für den Clan! Wenn man euch morgen zu Sonnenhoch noch in den Territorien findet, dürft ihr ohne Vorwarnung angegriffen werden! Ihr seid Vogelfrei! Jetzt geht, wenn ihr eure Augen behalten wollt!" Die drei Katzen ließen sich Zeit, den Felsenturm hinabzuklettern, und durch den Nebel zu verschwinden. Danach wurde, wie bei jeder Versammlung, weiter geredet, berichtet und auch etwas gestritten, aber mal wieder über unwichtige Sachen. Das alles geschah jedoch, als ob die Anführer all den Nebel hier im Hirn und auf der Zunge hätten. Tolle erste große Versammlung! Und Nachtpfotes Mutter war eine eiskalte Mörderin! Ja, das Treffen mit ihm würde die junge Kätzin wohl nötig haben...

    Sehr kurz, ich weiß, aber ich schreibe gleich weiter, weil es jetzt einen Sichtwechsel gibt! Endlich!

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    .

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    Im Lager war es laut. Zu laut , dachte sich Hoffnungssturm und verließ den Schutz der Felsen. Es hatte sie tief getroffen, dass diese drei HöhlenClan-Ratten zwei treue Clangefährten getötet hatten. Sie rannte. Unbewusst steuerte sie auf die Alm zu, sie suchte instinktiv das beruhigende Rauschen des Wasserfalls. Wölfe heulten den vollen Mond an, aber diese Biester waren keine Gefahr für die Katzen hier. Ernst wurde es erst mit Bären oder Berglöwen. Immer dem frischen, nach Blumen duftenden Lufthauch folgend preschte die goldene Kätzin durch den Wald, setzte mit mächtigen Sätzen über die Alm und erstarrte plötzlich. HöhlenClan-Geruch stieg ihr in die Nase. Sie sollte wütend sein, einen dieser Flohpelze so weit in ihrem Territorium zu erwischen, doch die Witterung stach nicht drohend in ihr Riechorgan, eher sanft und angenehm umspielte sie sie. Ein anderer, vertrauter Geruch schwang darunter mit. Das war... Hoffnungssturm glaubte es nicht ganz, was sie da roch und schlich etwas weiter dem Geruch entgegen. Nach einer Weile hörte sie Stimmen. Eine unbekannte, weibliche, und eine, die ihr wohl bekannt war. Ungläubig riss sie die Augen auf, als sie die beiden Katzen entdeckte. Sie hockten dicht aneinander gepresst im Gras und schauten hinauf zu den Sternen. Hoffnungssturms Gedanken drehten sich, alles in ihrem Kopf schrie danach, die beiden zu stellen. Aber ihr Herz klopfte wild dagegen an. Die beiden sehen so glücklich zusammen aus. Ich will sie zusammen lassen! Ja, beide schnurrten verzückt und redeten miteinander. Wenn sie etwas getan hätte, sie könnte Donnerpfote nie wieder in die Augen sehen. Sie wusste, was eine auseinander gerissene Liebe bei den getrennten Partnern hinterlassen konnte. Was wäre, wenn das Donnerpfote für immer zerstören würde? Eine leere Hülle ohne Herz... Es war besser, diesen jungen Kater glücklich zu lassen, damit er ein starker Krieger wurde. Mechanisch wandte sie sich ab, als sie außer Hörweite war sauste sie los. Ihr war aber überhaupt nicht danach, ins Lager zurückzukehren. Sie hörte jetzt schon das Gemurmel und Geschrei, das sie garantiert vom Schlafen abhalten würde. Sie war aber auch so unendlich müde... Nun etwas langsamer machte sie sich auf zu ihrem Lieblingsbaum, eine Fichte mit vielen, dichten Ästen. Perfekt zum Klettern, und in einer der Astgabeln konnte man sehr bequem und sicher schlafen. Sie erklomm die niedrige Astverschlingung rasch, dann rollte sie sich zusammen.

    "Hoffnungssturm? Was machst du da oben?" Schwanenglanz war verwirrt. Die goldene Kriegerin in den Ästen des Baumes über ihr regte sich und glitt den Baumstamm hinunter. "Was gibts?", gähnte sie als ob nichts passiert wäre. "Ähm... Ich habe dich eigentlich gesucht weil ich da... So ein... Kleines Problem habe." Hoffnungssturm blinzelte. "Ich habe noch nie erlebt, dass du ein Problem hast." Schwanenglanz schüttelte sich, ihr war sichtlich etwas unwohl. "Na gut, was hast du auf dem Herzen?" Sie zögerte ein wenig, und zwang ihre Stimme, nicht zu zittern "Ich bin verknallt.", presste sie dann statt ihrer umfangreichen Beschreibung des Problems heraus. Hoffnungssturms Blick leuchtete etwas spöttisch auf, das verzog sich allerdings rasch wieder und sie miaute:"Oh, das hätte ich wirklich nicht erwartet! In wen denn?" Schwanenglanz zögerte wieder. Sie bog sich unter dem, was sie gleich aussprechen würde. Sie redete überhaupt nicht gern über sowas! "Ehm, also das ist so... Er ist immer so bescheiden und freundlich. Dazu auch irgendwie charmant, und er trainiert immer so lange, dass er bestimmt jetzt schon locker mit Kriegern kämpfen könnte. Aber es scheint, als würde ich ihn niemals rumkriegen... Er behandelt mich eben nur wie eine Freundin." Hoffnungssturms blick verfinsterte sich "Ich fürchte, da kann ich nichts tun. Er hat seine Wahl getroffen." Schwanenglanz blinzelte der Kätzin fragend hinterher, als sie sich auf den Rückweg ins lager machte. Was hatte sie so besorgt? Sie ließ den Kopf hängen. Er hat seine Wahl getroffen... Wie meinte sie das? Das war zweifellos der schrecklichste Tag in ihrem Leben. Sie war bloß eine gute Freundin von Donnerpfote, nicht mehr. Sie schluchzte leise. Warum? Warum tut man mir das an?

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    Achtung Zeitsprung!

    Donnerpfote fühlte sich großartig. Ganze vier Monde waren nun vergangen, seit Bergfell und Rebensturz als tot galten. Doch der FelsenClan war relativ gut darüber hinweggekommen, Donnerpfote bekam einen Wachstumsschub und immer mehr Talent beim Training. Kiefernpfote und Halmpfote waren Krieger geworden, Kiefernherz und Halmfeuer. Die Jungen von Tropfenblatt entwickelten sich prächtig, außerdem waren nun drei neue Katzen in den Schülerbau gezogen: Natternpfote, Felsenpfote und Blitzpfote. Letztere wurde sehr um ihr Geschick bewundert. Donnerpfote wusste ganz genau, dass sie zur Prophezeiung gehörte, zusammen mit ihm, Nachtpfote und diesem 'Luchs'. Mit federndem Gang lief er durch das Lager. Er war wirklich ziemlich groß geworden, seine schlanke Gestalt wirkte so athletisch wie sonst keine im Clan. Unter seinem glänzenden Pelz spielten gut sichtbar vom vielen Training steinharte Muskeln. Donnerpfote und sein Freund Rubinpfote würden spätestens in zwei Monden Krieger werden. Hechtherz hielt ihn mit einer Schweifgeste an. "Du kommst mit mir, Rotbeere, Lichterpelz und Buschkralle mit auf Patrouille an der GipfelClan-Grenze. Sie haben unsere Markierung in den letzten Tagen oft genug übertreten. Riskieren wir also keinen Beutdiebstahl" Donnerpfote knurrte und fuhr die Krallen ein und aus. Was wagten die sich eigentlich? Er dachte immer, der GipfelClan sei vernünftig! Er folgte den vier Kriegern, die sich mit gesträubten Pelzen durch die Felsspalte zwängten. "Wir legen uns auf die Lauer. Sie werden garantiert kommen. Wälzt euch hier in Löwenzahn, der wächst dort an der Grenze so viel, dass wir so nicht auffallen sollten" Nach dem sprintete die Patrouille los. Als sie die GipfelClan-Grenze erreichten, warfen sie sich in die Büsche und beobachteten argwöhnisch das feindliche Territorium. Donnerpfote zwang sich, nicht ungeduldig zu werden, als seine Pfoten zu kribbeln anfingen. Er bohrte seine Krallen in die Erde und spitzte die Ohren. Da fing er einen Geruch auf. Er hob den Kopf ein Stück und lugte zwischen den dichten Zweigen des Nadelbusches hervor. Drei GipfelClan-Krieger jagten mit weiten Sprüngen einen Hasen. Das Tier überquerte die Geruchsgrenze und raste direkt auf das Gebüsch zu, in dem Donnerpfote und Lichterpelz steckten. Ohne zu zögern übertraten die fremden Katzen die Markierungen und jagten in das Territorium des FelsenClans hinein. Der Hase hüpfte angstvoll in die Blätter, um den Katzen zu entkommen. Dort traf er allerdings nur auf einen weiteren Jäger, mit blaugrauem Pelz und blitzenden, gelb-bernsteinfarbenen Augen. Das Tier zappelte noch kurz, dann hing es schlaff in Donnerpfotes Maul. Die Krieger des feindlichen Clans wühlten ohne die FelsenClan-Katzen zu bemerken weiter in den Zweigen herum, bis er mit triumphierend glänzenden Augen aus dem Blattwerk trat, den Hasen als Beute. Hinter ihm glitten die anderen vier ins Freie, Hechtherz stellte sich vor sie alle und funkelte die Eindringlinge böse an. Ein einziges Wort kam drohend wie eine Schlange aus ihrer Kehle:"Beutediebstahl?" Sie deutete mit der Nase auf die Grenze "Eure Markierungen liegen fast 15 Fuchslängen zurück. Was wollt ihr denn jetzt machen, hm? Ihr habt eindeutig in diesen mit FelsenClan-Geruch verpesteten Büschen nach dem Hasen gewühlt, richtig?" "Wir haben es nicht mitbekommen!", fauchte ein cremefarbener Kater. Buschkralle bleckte die Zähne "Faule Ausrede!" Hechtherz nickte langsam. Dann straffte sie die Schultern "Wir bringen euch zu unserem Anführer. Mal sehen, was er dazu sagt" "Dazu habt ihr kein Recht!" Drohend fuhr der cremefarbene wieder die Krallen aus. "Oh doch. Ihr habt absichtlich die Geruchsgrenzen ignoriert, zum wiederholten Male", miaute Hechtherz eisig. "Es war ein Versehen!" "Das sagen alle." "Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid!" Die Kätzin fuhr herum und stieß dem Kater fast die Schnauze ins Gesicht "Wir sind Kämpfer, vor denen sich selbst der arroganteste GipfelClan-Flohpelz zu fürchten hat!" Der Kater legte die Ohren an, sagte aber nichts mehr. "Ich würde euch raten, nichts mit euren Krallen oder Zähnen anzufangen. Ihr verstoßt gerade gegen das Gesetz, das heißt ihr dürftet umgebracht werden!", rief Buschkralle und stellte den Schwanz auf. Donnerpfote knurrte wieder zustimmend und stieß eine weiße Kätzin unsanft mit der Schulter voran. Der cremefarbene fauchte leise. Endlich kann der FelsenClan beweisen, dass er gefährlich ist! , dachte Donnerpfote zufrieden und machte sich groß.

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    "Ich tue das nur sehr ungern, aber ich muss mich für diese drei Krieger entschuldigen." Funkelstern warf den drei Grenzübertretern einen giftigen Blick zu, was Schwanenglanz ein gewisses Gefühl von Genugtuung gab. Sie musterte den cremefarbenen so abschätzig wie möglich, während Hechtherz und Funkelstern kurz etwas besprachen. Weiter hinten im Lager des GipfelClans entdeckte sie zwei Katzen, die sich liebevoll die Zunge gaben. Mit der Erkenntnis, dass sie und Donnerpfote nie so enden würden bohrte sich ein kalter Dorn in ihr Herz. Hoffnungssturms Andeutung ließ ihr noch immer den Atem stocken. Wollte er sie nicht? Ja, verabscheute er sie? Oder hatte er eine Andere? Nein. Pärchen trugen ihre Zuneigung füreinander gern öffentlich zur Schau, das hätte sie doch gemerkt. Schwanenglanz fasste einen Entschluss. Sie packte ihn fest mit den Pfoten, hielt ihn mit aller Kraft am Nackenfell fest. Wenn Donnerpfote sie wie eine gute Freundin behandelte, würde sie das auch tun. Sie würde ihm eine so gute Freundin sein, wie es möglich war. Sie wollte seine ewige Freundschaft, sie wollte hinter ihm stehen, ihn unterstützen, immer an seiner Seite sein, wenn er es wollte. Und sie würde auch niemals eifersüchtig auf die sein, in der er seine wahre Liebe fand. Ja, genau das wollte Schwanenglanz. Sie wusste, es würde schwer sein, doch sie würde dafür Kämpfen und den Neid mit Zähnen und Krallen zerfetzen, wenn er sich auch nur an den Rand ihres Denkens wagte. Ja! Ja! Der Kloß in ihrem Bauch schien sich aufzulösen. Ihr Kopf wurde freier, sie spürte regelrecht, wie all ihre Kraft und ihr Anmut wieder in ihre Muskeln schlüpften. So verpasste sie beinahe die Heimkehr der Patrouille, Hechtherz sah sie bereits schief an. "Alles gut bei dir, Schwanenglanz?", fragte sie und scharrte mit einer Pfote einen Kiesel hin und her. Schwanenglanz blinzelte kurz. Wo hatte sie die ganze Zeit hingestarrt? Ach ja- in den Himmel. Peinlich berührt blickte sie nach oben. "Ich dachte kurz, dass der Vogel dort ein Adler wäre. Der Schatten war so groß" Jetzt verdrehten alle die Köpfe nach der Silhouette, bis Funkelstern mit gelassener Stimme das angestrengte glotzen unterbrach. Er war bekannt für seine scharfen Augen. "Das ist ein Bartgeier. Die fressen aber bloß Krähenfraß." Damit machte sich die Patrouille auf den Weg zurück zum FelsenClan.

    Donnerpfote litt bei diesem Training wieder mal Todesangst. Ausweichen bei Tannenauge war immer dasselbe: Er attackierte ihn mit blitzschnellen, unvorhersehbaren und durchaus tödlichen Angriffen, die Krallen stets ausgefahren. So zwang er seinen Schüler quasi, schnell zu sein. Zudem lernte er so, ebenfalls blitzschnell, unvorhersehbar und optional tödlich zu kämpfen. Donnerpfote selbst trainierte nach dem Unterricht mit Tannenauge selber noch, mit dem felsenfesten Vorsatz, der beste Krieger aller Zeiten zu werden. Besser als Tannenauge, besser als jede andere Katze auf dieser Welt. Akribisch suchte er seinen Körper nach anfälligen Sehnen, Muskeln und Knorpeln ab, jede Schnurrhaarbreite Pelz wurde abgefühlt, gedrückt und gezwackt. Wenn Donnerpfote dann eine verletzliche Stelle fand, wurde sie beim nächsten Training stolz dem Mentor gezeigt und eine ausgetüftelte Kampftechnik daraus entwickelt. So machte der so unglaublich stressige Unterricht viel mehr Spaß. Neulich hatte er sich heftig am Kinn gestoßen, was ihn mehrere Minuten lang Sternchen sehen ließ. Also hatte er den ganzen Tag mit Tannenauge zusammen probiert und probiert und so einen extrem wirksamen Kinnhaken in die Welt gesetzt. Aber das war nun auch vorbei. Donnerpfote ahmte geschickt die Bewegungen einer Amsel nach, die in Höchstgeschwindigkeit durch die Baumwipfel mit ihren unzähligen Ästen flog. "Gut so, gut so, Donnerpfote!", rief Tannenauge zwischen zwei Schlägen. "Aber die Amseltechnik ist nach einer gewissen Zeit sehr durchschaubar." Donnerpfote grinste innerlich, nach außen blieb seine allerdings weiter unleserlich. Von der folgenden Ausweichtechnik wusste sein Mentor nichts, er hatte ganz allein daran gefeilt. Er sagte nichts, sondern blieb einfach stehen. Er sammelte Kraft für das, was er plante, dummerweise bot er so ein nur allzu leichtes Ziel. Aber genau das wollte er. Tannenauge sprang, in der Annahme, sein Schüler wäre mit seinem Latein am Ende. Ha! Falscher konnte man nicht liegen. Donnerpfote hatte herausgefunden, dass man mit einem kleinen Schrei sehr viel Kraft auf einmal aus sich herauskitzeln konnte. Demnach gellte auch ein Kampfruf durch die Trainingskuhle, als er eine ziemlich ruckartige, aber unfassbar schnelle Bewegung zur Seite ausführte. Tannenauge landete krachend neben ihm, drehte sich schnell um und setzte zu einer erneuten Attacke an. Diesmal war das Ausweichmanöver nicht zackig, sondern geschmeidig und fließend, wie eine Welle, die sanft vom Wind über einen See geblasen wird. So ging es eine ganze Weile weiter, bis beide Kater sich schnaufend gegenüberstanden. Konnte Tannenauge etwa nicht mehr? Donnerpfote wäre es jedenfalls recht- er war so platt wie das Hirn von Kiefernherz. Außerdem wollte er sich heute mit Nachtpfote treffen. Sie hatten sich auf einmal alle sieben Tage geeinigt, damit es nicht auffiel. Zudem war die Kätzin immer noch am Boden zerstört wegen ihrer Mutter- Donnerpfotes Pelz sträubte sich, wenn er daran dachte. Bergfell und Rebensturz hatten eine Rache redlich verdient, er und Nachtpfote würden dafür sorgen. Auf jeden Fall und um jeden Preis, Finstermond und ihre Anhänger mussten bestraft werden! Mit diesen Gedanken lief er zurück ins Lager.

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    Ihr müsst damit rechnen, dass ich hier immermal ein Bild von einem OC reinstelle, weil meine Bilderseite in letzter Zeit etwas verbugt ist...

    Nicht wundern ^^

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    »DonnerPFOTE, möchtest du nicht mal das Moos bei den Ältesten wechseln?«, hallte es durchs Lager. Der angesprochene Schüler blickte entnervt zu Kiefernherz hinüber, der auf der anderen Seite der plattgetretenen Grasfläche stand, und höhnisch das Gesicht zu einem ekelhaften Grinsen verzog. Natürlich. Noch nicht lang Krieger, und schon spielte der Kerl sich auf wie ein Schwan im Frühling. Donnerpfote reagierte nicht und kaute weiter an seiner Maus, die er auch gedachte zu essen, und zwar bevor irgendwo das Moos zu wechseln. Erstens ließ er sich nicht vom Essen aufscheuchen, erst recht nicht von dieser engstirnigen Gestalt dort drüben. Zweitens wusste er wohl, dass das nächste frische, federnde Moos (das die Ältesten IMMER verlangten) oben am Fluss oder unten bei der Breitschlucht wuchs. Und der Weg war weit. Zu weit. »Kann ich Donnerpfote helfen?«, flötete ein hohes Stimmchen plötzlich hinter dem jungen Kater. Blitzpfote hüpfte neben ihm auf und ab, und schien es kaum erwarten zu können, müffelndes Moos aus dem Ältestenbau zu zerren. Kiefernherz schien kurz enttäuscht. Ihm war anzusehen, dass er Donnerpfote nur zu gern allein losgeschickt hätte. »Meinetwegen.«, murrte der Braune dann nur und drehte sich weg, während die kleine, gelbe Kätzin bereits zum Lagerausgang geflitzt war. »Komm Donnerpfote, wir müssen das Moos holen gehen!«, quiekte sie aufgeregt und trippelte unruhig umher. Donnerpfote verdrehte die Augen, dann folgte er der jüngeren Schülerin. Unter der Herbstsonne war es angenehm warm, weder zu kalt, noch zu heiß. »Wo sollten wir denn Moos holen gehen?«, trällerte Blitzpfote und drehte sich Kreis, ihre freudig glitzernden Augen suchten die Umgebung um das Lager herum ab. »Zur Breitschlucht«, meinte der Kater, und schlug einen ausgetretenen Pfad ein, der seicht bergab führte. Vor den beiden ragte der lauschige Kiefernwald auf, dessen Stämme sich rauschend im angenehm lauwarmen Wind wiegten. »Super! Ich war erst einmal bei der Breitschlucht, weißt du?«, maunzte Blitzpfote und hoppelte voran, ohne den Radau zu beachten, den sie da veranstaltete. »Aha. Aber könntest du bitte ein bisschen leiser sein? Du vertreibst all die Beute.« Donnerpfote zuckte verärgert mit den Ohren und hoffte, dass dieses Energiebündel auf ihn hören würde. Aber die Antwort, die es gab, übrigens nicht minder laut, bekräftigte nur, dass es noch nicht lang Schüler war. »Aber es ist doch noch ganz warm!«, maulte Blitzpfote und warf ihm nur einen verwirrten Seitenblick zu. »Ja, klar - aber denkst du, dass das für immer so bleibt?«, erwiderte er gereizt und mit gehobener Stimme. Sie grinste. »Wenn du so rumschreist, warum darf ich das nicht auch?« Donnerpfote stöhnte ergeben. »Egal. Aber sei jetzt ruhig.« Da fiel ihm ein anderer Grund ein, der die junge Kätzin zum Schweigen bringen könnte. »Weißt du, mit deinem Lärmpegel könntest du Wölfe anlocken. Oder Luchse. Oder Bä-« Sie riss erschrocken die Augen auf. »Nein nein, ist schon gut!«, wehrte sie ab. Und tatsächlich hielt sie dann auch die Klappe. Endlich. Selbstzufrieden setzte Donnerpfote einen Schritt nach dem anderen. Er hatte Blitzpfote ruhiggestellt, was schon was heißen wollte. Er sprang über Wurzeln und wirbelte mit seinen schnellen Tritten die Nadeln am Waldboden auf, um so bald wie möglich mit dem gewünschten Moos wieder im Lager zu sein. Der Waldrand auf der anderen Seite kam immer näher, es war bereits das durch die Lichter stehenden Bäume strömende Licht zu sehen. Eine sanfte Brise säuselte durch den dunkelgrünen Forst, und umspielte Donnerpfotes Nase mit dem beruhigenden Duft des Waldes. Harz, kleine Beutetiere, frische, lockere Erde. Das Zwitschern der Vögel wirkte harmonisch und so schön wie im Frühling, wenn der Schnee schmolz. Allein der Schrei der Kornweihe bezeugte noch, dass auch dieser Ort gefährlich werden konnte. Der Schüler genoss das herrliche Aroma in vollen Zügen, bevor er dann doch auf eine kleine, lichtdurchflutete Wiese sprang. Der angenehm kühle Schatten der Bäume lag nun hinter ihm, stattdessen schien nun wieder die Sonne auf seinen Rücken. Blitzpfote schüttelte ihr Fell. »Aaah... Schön warm!« Sie liebte die letzte Wärme des Jahres, das konnte man ihr ansehen. Ihr Fell schimmerte beinahe genau so hell wie der glühende Feuerball über ihnen. Ja. Sie war etwas Besonderes. Donnerpfote wandte schließlich den Blick von ihr ab und wies mit der Nasenspitze auf eine Art Klippe hin, die der Wiese ein abruptes Ende bereitete. »Am Klippenrand und ein Stückchen davon weg wächst das Moos. Aber geh nicht zu nah zur Kante.«, miaute er und setzte sich in Bewegung. »Na gut!« Blitzpfote hüpfte ihm neugierig nach, und machte sich dann mit großem Trara über den ersten Moosflecken her. Er schüttelte nur den Kopf und tappte zum Klippenrand. Er wollte gerade mit den Krallen etwas des Mooses abkratzen, als er glaubte, etwas gehört zu haben. »Blitzpfote, sei still!«, herrschte er die Kätzin an, die augenblicklich verstummte. Donnerpfote spitzte die Ohren. Halt... Da rief jemand! Er beugte sich etwas ruckartig über den Abgrund. Einige Steinchen bröckelten weg und stürzten, an die Felswände anschlagend, in die Tiefe. Der Blick des Katers suchte die Schlucht ab. Hatte er sich das nur eingebildet? Da entdeckte er ein dunkelbraunes Fellbündel, das sich zitternd gegen den viel zu steilen Hang drückte und verzweifelt maunzend versuchte, ihn zu erklimmen. »Wellenjunges!«, keuchte er. »Was?« Mit großen Augen stürzte Blitzpfote neben ihn und starrte nach unten. »Wir müssen ihr helfen!« Donnerpfote sah die junge, noch recht ungeschickte Schülerin zweifelnd an. »Nein.«, entschied er schließlich. »Ich werde ihr helfen. Du sicherst.« »Aber-« Er schnitt ihr mit einem warnenden Blick das Wort ab. Er war der ältere der beiden, und deshalb hatte er auch dafür zu sorgen, das braune Junge zu retten. Wie ist sie nur dorthin gekommen? Egal. Er drehte sich um und ließ sich langsam rückwärts den Steilhang hinabgleiten. Seine Krallen in die harte, steinige Erde gebohrt, hoffte er, nicht genauso wie viele leichtsinnige Schüler vor ihm zu enden. Tannenauges Bruder zum Beispiel war hier zu Tode gekommen. Einige Kiesel lösten sich aus dem Erdreich und purzelten über Donnerpfotes Kopf hinweg. Unter ihm ertönte immer wieder das hilflose Maunzen des Jungen. »Halt' durch!«, presste er hervor, obwohl er sicher war, dass Wellenjunges ihn nicht hören konnte. Er hangelte sich von Vorsprung zu Vorsprung, bis er eine Art Pfad erreichte, auf den er sich fallen ließ. Wieder bröckelte das Gestein unter seinem Gewicht, und eher er sich's versehen konnte, hatte er keinen Boden mehr unter den Pfoten. »Donnerpfote! Ich komme!«, schrie jemand weiter oben. Blitzpfote? Nein! Sie sollte oben bleiben! Schmerzhaft prallte Donnerpfotes Rücken auf dem steinigen, steilen Hang auf, bevor der sich Schüler rollenderweise bergab bewegte. Staub und trockene Erde wirbelte auf, Steinchen flogen. Mittlerweile halb bewusstlos, konnte Donnerpfote einen Blick auf die Strecke erhaschen, die noch vor ihm lag. Viel war es nicht mehr, doch das Ende seines Weges war der eiskalte, schmale See am Grunde der Breitschlucht. Er konnte förmlich spüren, wie die erbarmungslosen Krallen der Kälte sich in seinen schlaffen Körper bohrten. Aber wieso nur an einer Stelle? Er öffnete seine Augen wieder. Über ihm stand Blitzpfote, deren Zähne und Krallen allesamt in seinem Fleisch versenkt waren, um ihn vor dem nassen Tod zu bewahren. »Kannfu auffehen?«, nuschelte sie durch eines seiner blutigen Fellbüschel hindurch. Er wollte nicken, konnte sich allerdings nicht bewegen. Seine harten Muskeln schienen gar nicht vorhanden zu sein. »If fätfe, daf ift ein nein.«, schloss sie mit gedämpfter Stimme, bevor sie begann, ihren Clangefährten den Hang wieder hinaufzuschleifen. Woher hatte sie bitte die Kraft dazu? Und schnell ging es auch noch. Bald lag Donnerpfote wieder auf der Wiese, in der Nähe des Klippenrands, krampfhaft bemüht, seine Stimme wiederzufinden. »Ka-« Er keuchte. »Kannst du Wellenjunges holen?« Blitzpfote nickte schnell, und schon war sie verschwunden. Theoretisch hätten sie jetzt schon wieder mit Wellenjunges im Lager sein können, hätte er ihr erlaubt, mitzukommen. Aber so war das Leben halt - voller schicksalhafter Entscheidungen. Glücklicherweise wollte jenes Schicksal nicht, dass Donnerpfote querschnittsgelähmt sein sollte, weswegen er sich langsam aufrichten konnte, als Blitzpfote mit dem wimmernden Jungen im Maul wieder auftauchte. »Gut...« Er nickte ihr zu.
    Dann wandte er sich ungelenk um, um zurück zum Waldsaum zu humpeln.
    Und das alles, weil Kiefernherz so ein Mäusehirn ist...


    Krallen der Kälte... Zufall oder nicht? xD

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    Es ist ein Wunder, dass du dir bei dem Sturz nichts gebrochen hast«, murmelte Bachpfote, während sie ihm sanft mit dem Schwanz über die Flanke strich. Das tat sie immer, um ihre Patienten zu beruhigen. Sie war etwa so alt wie Donnerpfote, und entwickelte sich immer mehr zu einer eleganten, schönen Katze. Nichts gegen die Schönheit von Nachtpfote, dachte sich der blau-graue nur. Er erwischte sich allerdings auch bei dem Gedanken, dass Schwanenglanz ehrlich gesagt noch etwas hübscher war als alles, was er jemals gesehen hatte. Er erinnerte sich genau, wie er sie vor einigen Monden noch vergöttert hatte, und tief in seinem Inneren spürte er plötzlich, dass er die weiße Kätzin immernoch liebte. Nein. Nein. Er rief sich wieder Nachtpfotes edles Antlitz vor Augen, und er musste fast schnurren, als sein Herz nur bei ihrer puren Vorstellung einen sprung machte. Er liebte sie viel mehr. Es kam nicht nur auf Schönheit an. Dann wurde er wieder durch Bachpfotes melodische Stimme aus seinen Gedanken gerissen. »Du hast nur ein paar geprellte Rippen,...« Ja, das spürte er. »... Deine rechte Vorderpfote ist verstaucht...« Uhh... Das merkte er auch gerade. »... Dein linkes Hinterbein ist aufgerissen. Aber ich konnte die Wunde schließen...« Wieso hatte er ausgerechnet eine Fleischwunde nicht bemerkt? »Und du hast noch eine Prellung. An der Hüfte. All die kleineren Verletzungen erspare ich dir.« Donnerpfote stöhnte. Jetzt, wo sie das alles aufzählte, wurden ihm die Schmerzen erst richtig bewusst. Er fühlte sich plötzlich matt, und er regte sich gequält auf seinem Nest. Eine Frage schoss ihm durch den Kopf, während das Bild Nachtpfotes' vor seinem inneren Auge verblasste. Die Welt um ihn herum drehte sich und schwankte. »Wie geht es Wellenjunges?«, hörte er sich mit unkontrollierter, kratziger, schwacher Stimme hauchen. Er stand kurz auf, wurde sanft zurück in sein Nest gedrückt, erhob sich wieder, schwankte, taumelte zurück und brach zusammen. »Ugh...« Bachpfote platzierte wieder beschwichtigend ihren Schweif auf seiner Schulter, um wieder damit über seinen Pelz zu streichen. »Ihr geht es gut.«, miaute sie ruhig und ernst. »Du brauchst dir vorerst nur um dich selbst Sorgen zu machen. Bewege dich ab jetzt nicht mehr so viel.« Damit zog sie eine Decke aus Moos- und Rankengeflecht über Donnerpfotes Körper und ging in einen anderen, privaten Teil des Heilerbaus. Das nächste, was er im Unterbewusstsein wahrnahm, war gedämpftes, aufgeregtes Pfotentrappeln und Plappern vor dem Rankenvorhang, der sich schließlich teilte. Etwas Weißes schoss in den Bau, etwas Weiches drückte sich warm an seinen geschundenen Körper, jemand flüsterte etwas mit zittriger Stimme in sein Ohr. »Ach Donnerpfote... Warum musst du mich immer so erschrecken?« Schwanenglanz. Er war unfähig, etwas zu erwidern, und genoss nur die Zunge der Kriegerin, die über eine Schramme an seiner Wange glitt. Unter diesem rhythmischen Lecken schlief er schließlich wohlig schauernd ein.

    Schwanenglanz richtete sich mit bleiernen Gliedern wieder auf. Die ganze Nacht hatte sie bei ihrem Liebsten verbracht, der sie nicht liebte. Sie hatte seinen tiefen, noch etwas unregelmäßigen Atemzügen gelauscht, die vom Staub noch leicht rasselten. Sie hatte seine Flanke gespürt, die sich alle paar Sekunden gegen ihre gehoben hatte. Sie hatte den Geruch des jungen Katers inhaliert. Er roch nach rauschenden Gebirgsflüssen, Feuersteinen und der Höhenluft, nachdem Regen gefallen war. Sie liebte ihn. Alles an ihm übte eine unglaubliche Anziehungskraft auf sie aus, und sie fühlte sich in seiner Nähe stetig wie eine Motte, die vom Licht des Feuers nicht genug bekommen konnte, bis sie schließlich darin verbrannte. Sein Anblick ließ ihr Herz doppelt so schnell schlagen. Jenes Herz, das wegen der unerwiderten Liebe nur noch so wenige Freuden im Leben hatte. Doch sie würde nicht aufgeben.
    Sie wusste, dass Donnerpfote sie trotzdem nie im Stich lassen würde. Niemals.
    Seufzend stakste Schwanenglanz hinaus ans Tageslicht, welches ihr gleich wieder etwas Hoffnung gab. Sie hatte noch so viele andere Freunde.
    Rubinpfote, der sie immer wieder zum Lachen bringen konnte. Halmfeuer, die ihr Zeit ihres Lebens immer wie eine Schwester zur Seite stand. Hoffnungssturm, an deren Seite man sich ausheulen konnte, wenn es einem nicht gut ging. Und dann natürlich noch all die anderen, die stets für einen da waren. Sogar Kiefernherz war ein verständnisvoller Kater, wenn man ihn besser kannte. Schwanenglanz trabte zum Frischbeutehaufen, um sich einen Sperling zu nehmen. Sie setzte sich damit mehr oder weniger bewusst dahin, wo sie und Donnerpfote damals zusammen ein Kaninchen verspeist hatten. In seinem Blick hatte eine Flamme gelodert, wenn er sie betrachtet hatte, und er war immer ganz verlegen geworden. Das hieß, dass er Schwanenglanz vor nicht all zu langer Zeit wirklich geliebt hatte... Und sowas konnte nur verschwinden, wenn... Ja. Er hatte definitiv eine Andere. Aber wer zum SternenClan und allen Nadeln im Tannenwald war das?


    Liebesgedusel und Schmerz... Hach, welch wundervolle Mischung! Ein Kapitel Herzensangelegenheiten für euch! ^^

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    - Einige Tage später -

    »Geht es dir besser, Donnerpfote?«, fragte Rubinpfote vorsichtig und schaute seinen Freund mit schiefgelegtem Kopf an. Der blau-graue Kater rappelte sich schwerfällig auf, obwohl seine Glieder schmerzten. »Zumindest darf ich mich wieder bewegen. Also ja, mir geht's besser. Warum fragst du?« »Nur so...« Rubinpfote räusperte sich, und nun war es an Donnerpfote, den Kopf schiefzulegen. »Ja...?« Nun platzte es aus dem Roten heraus: »Du sollst mit rauskommen! Wir werden Krieger!« »Sicher!« »Ja!« Ohne seine bereits etwas gelinderten Beschwerden in Betracht zu ziehen, fegte Donnerpfote neben seinem Freund her aus dem Heilerbau. Auf dem Hochfelsen thronte bereits Gletschersterns mächtige Gestalt, als die beiden Kater auf dem Lagerplatz ankamen. Er lächelte ihnen einmal stolz zu, und gab dann allen das Zeichen, sich zu versammeln. »Katzen des FelsenClans! Heute können wir die Ernennung von zwei neuen Kriegern feiern! Donnerpfote, Rubinpfote, tretet vor!« Aufgeregt wie selten zuvor löste Donnerpfote sich aus der Menge, wohlwollende Blicke streiften seinen Pelz, und auch Rubinpfote schien in Stolz zu erblühen. Sein flammenfarbendes Fell leuchtete hell im Sonnenlicht des langsam endenden Tages, er sah aus wie ein loderndes Feuer. Auch Donnerpfote reckte sich dem Anführer entgegen, lauschte andächtig seiner Ansprache. »Rubinpfote und Donnerpfote haben in den letzten sechs Monden ihr Können als Jäger und Kämpfer, und vor allem, als würdige Clanmitglieder bewiesen! Sie haben sich ihre Kriegernamen redlich verdient!« Gletschersterns warmer Blick lastete nun auf dem glühenden Pelz von Rubinpfote. »Rubinpfote, du bist ein starker und verständnisvoller junger Kater. Du bist bekannt für deine Körperkraft und deinen Humor, und wir alle wissen das zu schätzen. Von nun an soll dich jeder mit dem Namen Rubintatze ansprechen, der SternenClan ehrt genau das, was auch wir als deine großen Vorzüge empfinden. Willkommen in den Reihen der Krieger!« Der ganze Clan erhob seine Stimme:»Rubintatze! Rubintatze! Rubintatze!« Von ringsum prasselten Glückwünsche und Lob auf den neuen Krieger ein, dessen glückliches Grinsen beinahe den Rahmen seines breiten Gesichts sprengte. Gletscherstern ließ die Ovationen für den jungen Kater verklingen und wandte sich nun an Donnerpfote, der bereits erwartungsvoll zu ihm aufsah. »Nun zu dir, Donnerpfote. Zahlreiche Verdienste hast du für unseren Clan geleistet, nicht zuletzt die Rettung von Wellenjunges vor einigen Tagen. Wie ein furioser Wind bist du im Kampf und auf der Jagd, und deswegen soll dein Kriegername Donnerwind lauten. Der SternenClan bewundert dein Können und deinen Mut. Wir alle heißen dich mit Freuden im Kriegerbau willkommen, Donnerwind!« »Donnerwind! Donnerwind! Donnerwind!« scholl es von überall her, und dem jungen Kater wurde es ganz heiß in seinem Fell. Die Versammlung löste sich somit auf, und die beiden neuen Krieger waren nun das Hauptgesprächsthema im ganzen Clan. Hechtschweif gratulierte ihnen herzlich, während Rubintatze und Halmfeuer glücklich schnurrend ihre Nasen aneinander legten. Ein wenig nach außen hin natürlich sorgfältig verborgener Neid blitzte in Donnerwind auf, als er das junge Pärchen so sah. Wie einfach ihre Liebe war. Wie gut Rubintatze sich fühlen musste. Nie lag eine Grenze zwischen ihm und seiner Geliebten, nie war er zwischen zwei Kätzinnen hin- und hergerissen gewesen. Donnerwind's Gewissen drohte manchmal, ihn aufzuzehren, jedes Mal, wenn sein Blick sich mit dem von Schwanenglanz traf. Wie gern würde er sie trösten, ihr seine ewige Liebe erklären - wenn er das nur könnte. Doch sein Herz gehörte auf immer und ewig der Kätzin aus dem HöhlenClan, deren Mutter eine Verräterin war. Und dennoch lief der blau-graue Kater zu der weißen Kätzin und gab ihr einen freundschaftlichen Stups ans Ohr. Sie merkte auf, ihre blauen Augen leuchteten. »Nnnoch einmal alles Gute für deine Ernennung«, sagte sie schüchtern und blickte zu Boden. Donnerwind lächelte, obwohl es ihm gerade schwer fiel. »Danke.« Auch er war plötzlich verlegen. Rautenschweif, die an den beiden vorbeilief, schenkte ihm einen frechen Blick. Er schnaubte belustigt, versank dann aber in Gedanken. Gedanken, die er nicht denken sollte. Er wusste, dass er genau dann damit aufgehört hatte, Schwanenglanz zu lieben, als sie begonnen hatte, ihn zu lieben. Doch er fühlte sich angezogen von ihr. Sie war eine starke junge Kriegerin, und dennoch verspürte er den Drang, seinen Kopf auf ihren zu legen, sich an sie zu drücken, bei ihr zu sein. Sein Herz pochte. Nein. In zwei Tagen würde er Nachtpfote treffen. Sein Herz klopfte heftiger. Die Sehnsucht in ihm, einfach bei denen zu weilen, die ihm am meisten bedeuteten, wurde unerträglich. Und dennoch widerstand er dem Drang, Schwanenglanz so zu berühren, als wäre sie seine Gefährtin. Gerade, als sie irgendetwas sagen wollte, kam Gletscherstern herangesprungen: »Es wird Zeit für die Nachtwache, Donnerwind.« Die Kätzin senkte den Kopf und tappte davon, sehr zum Bedauern des Kriegers. Er genoss ihre Anwesenheit, egal ob sein Herz nun für zwei Kätzinnen schlug oder für eine.

    Als die Sonne vollends unterging, hatte Donnerwind sich bereits einen guten Spähplatz auf dem Lagerwall aus Fels ausgesucht. Wie versteinert saß er da und betrachtete die letzten Strahlen des Tages, und beobachtete, wie die Nacht über den Bergen hereinbrach. Jeder Sonnenuntergang, jede Nacht erinnerte ihn schmerzhaft an Nachtpfote. Wie es ihr wohl ging? Ob sie ähnlich zwischen ihm und einem Kater aus ihrem Clan schwankte? Das Leben wäre so viel einfacher, würde Donnerwind einfach Schwanenglanz seine Gefühle für sie gestehen, die durchaus real waren. Er konnte es nicht leugnen. Doch noch immer war der süßeste aller Düfte für ihn die betörende Witterung von Nachtpfote. FelsenClan roch nach Heimat, nach Freunden. Doch HöhlenClan roch für Donnerwind wie Liebe, denn er verband diesen Clan mit seinen Empfindungen. Nachtpfote. Schwanenglanz. Nachtwache. Krieger. Er könnte Junge mit Schwanenglanz haben - doch Kätzinnen fanden irgendwann alles raus. Er hätte sie beide betrogen. Sie beide würden ihn hassen. Er musste, ja, wollte bei Nachtpfote bleiben. »Du- du liebst mich nicht, oder?« flüsterte da eine Stimme hinter ihm, und er zuckte zusammen. Schwanenglanz. Ihre Frage traf Donnerwind hart, und er musste Schlucken. Er liebte sie. Doch er liebte auch Nachtpfote. Er würde gern ein Leben an der Seite von Schwanenglanz führen, ihre Jungen aufwachsen sehen. Doch müsste er sich entscheiden, so würde seine Wahl auf Nachtpfote fallen. Er senkte den Blick, denn obwohl er die Schwarze vorzog, begann sein Herz erneut ihn in Richtung Schwanenglanz zu ziehen. »Doch, Schwanenglanz«, antwortete er mit ruhiger Stimme, »du bist unersetzlich für mich. Ich liebe dich. Aber...« Er geriet ins Stocken, suchte nach Worten. Wie sollte er das erklären? Schwanenglanz glitt neben ihn. »Ich liebe dich auch. Aber warum sind wir nicht längst Gefährten, wenn unsere Gefühle gegenseitig sind?« Sie schmiegte sich an ihn, und Donnerwind schmiegte zurück. Er mochte sie wirklich. »Ich kann nicht. Und die Wahrheit ist, dass ich dir die Wahrheit nicht verschweigen will. Ich würde für dich sterben, Schwanenglanz, aber mein Herz habe ich bereits einer anderen Kätzin geschenkt.« Er spürte, wie sie sich noch enger an ihn drückte, ihr gesamter Körper bebte. »Wer? Wer ist es?« »Nachtpfote.« Donnerwind wagte es nun, in das schöne Gesicht seiner Zweitgeliebten zu sehen. Sie starrte ihn an. »Donnerwind, das-« »Ich weiß«, unterbrach er sie. »Aber mein Herz will es so. Wir beide, wir wären glücklich zusammen. Aber es ist seltsam. Ich weiß einfach, dass ich zu Nachtpfote gehöre.« Schweigen legte sich über die beiden. »Ich werde dein Geheimnis hüten«, versprach Schwanenglanz schließlich mit rauer Stimme. Donnerwind berührte ihre Nasenspitze mit seiner. »Du bist ein Schatz.« Sanft strich er mit seiner Zunge über ihren Kopf, und spürte, wie ihr eleganter Körper sich wieder straffte. »Wie kannst du aber zwei Kätzinnen lieben?« Schwanenglanz' Stimme war fest, kein Vorwurf war in ihrem Ton zu finden. »Ich weiß es nicht.« Die beiden verharrten noch eine Weile zusammen, bis Donnerwind die Kätzin darauf aufmerksam machte, dass er auf der Nachtwache eigentlich nicht sprechen durfte. Sie stimmte ihm zu und berührte noch einmal zärtlich die Wange des Katers, dann glitt sie hinab zum Kriegerbau. Mit blutendem Herzen richtete Donnerwind seinen Blick wieder auf den Horizont.

    »Hey, Donnerpfote!« begrüßte Nachtpfote ihren nicht mehr ganz so heimlichen Gefährten und schmiegte sich an seine Flanke. Er verschränkte seinen Schwanz mit ihrem, und grinste dann triumphierend. »Ich bin kein Schüler mehr.« Nachtpfote merkte auf, dann schnurrte sie erfreut. »Ich heiße jetzt Donnerwind.« »... Und mich... Mich kannst du jetzt Nachtschatten nennen.« »Du also auch?« Die beiden jungen Krieger blickten zum Mond hinauf, keine Wolke war in Sicht. »Aber... Warum Nachtschatten? Nachtherz oder Nachtflamme hätte doch viel, viel besser zu dir gepasst...« Er vergrub seine Schnauze in ihrem Nacken, auf dem sich eine wunderbare, kleine Mähne gebildet hatte, die Nachtschatten nun viel größer erscheinen ließ. »Im Clan hegt man einen kleinen Groll auf mich. Oder jedenfalls tun das einige Katzen. Fledermausstern unterstützt mich auch nicht mehr richtig.« Donnerwind seufzte. »Und das alles wegen Finstermond?« »Sprich ihren Namen nicht aus!« Die Züge der Kätzin verhärteten sich. »Sie und ihre beiden Kumpane haben alles ruiniert. Du und meine letzte Freundin im Clan sind das einzige, was mir noch was bedeutet.« Er glättete beruhigend das Fell, das sich auf ihren Schultern aufgestellt hatte, während sie sprach. »Sag' sowas nicht.« Besorgt schaute er in ihre flammenden, wild funkelnden Augen, die er so sehr liebte. »Du hast Recht. Ich brauche Ruhe. Ich brauche dich, Donnerwind...« Nachtschatten lehnte sich an die Seite ihres Gefährten, so, dass sie ihn langsam mit ihrem Gewicht ins Gras drückte. »Ich will bei dir bleiben. Für immer.« Der Kater schlang seine Vorderläufe um ihren schlanken Körper, sie fröstelte. »Wenn das nur möglich wäre...« murmelte er leise in ihr Fell. Er könnte jetzt mit Schwanenglanz im Mondschein liegen, ohne irgendein Gesetz zu brechen. Er könnte sie so frei lieben. Doch wenn er vorsichtig sei, das redete er sich ein, würde er genauso ungehindert mit Nachtschatten zusammen sein können. »Für mich wirst du immer Nachtflamme heißen«, flüsterte er ihr zärtlich zu, »wie das Feuer, das in deinen Augen lodert. Du bist kein Schatten. Du bist Licht.« Er hörte Nachtschatten, nein, -flamme gedämpft schluchzen, und zog sie noch enger an sich heran.

    Wenn das nicht mal viel Content für ein Kapitel war o.o

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    Noch lange hatte Donnerwind sich gestern damit befasst, Nachtflamme, wie er sie nun zu nennen pflegte, Beistand zu leisten. Halbwegs zumindest, denn vom eigenen Clan verachtet zu werden musste scheußlich sein. Doch er musste sie für die nächsten sieben Tage aus seinem Kopf verbannen, sein Clan brauchte immernoch Beute. Zudem würde Donnerwind bald seine erste, richtige Berg-Blattleere erleben, sodass sein Geschick bei der Jagd gefragt war, und von nichts beeinträchtigt werden durfte. Jetzt saß er bei Rubintatze und Schwanenglanz, mit denen er sich ein Kaninchen teilte. Fette Beute war rar geworden, und am Himmel türmte sich bereits dickes, graues Gewölk. Die Luft war feucht und heiß, vermutlich war das die letzte Hitze des Jahres, die mit einem Schlag eintwich, nachdem sie allen noch einmal richtig eingeheizt hatte. A propos Schlag. Alle Katzen zuckten gehörig zusammen, als gewaltiger Donnerhall über die Berge rollte, und im selben Moment einen Vorhang aus Regen auf sie niederließ. Donnerwind konnte weder richtig hören noch sehen, alles was er wusste, war, dass er innerhalb weniger Augenblicke bis auf die Knochen durchnässt war. »Toll!« brüllte Rubintatze gegen den Sturm an, sein rotes, nun dunkel an seinem Körper hinabhängendes Fell war durch den Regen kaum sichtbar. »Ich kann nichts sehen!« Der leuchtend weiße Pelz von Schwanenglanz blitzte zwischen den Regentropfen auf, und es war fast so, als würde man tauchen. Donnerwind stieß mit mehreren Katzen zusammen, stolperte über seine eigenen oder fremde Pfoten, und versuchte, sich zu orientieren. Das war wirklich Wolkenbruch, wie er ihn noch nie erlebt hatte. Überall um ihn herum sah er Katzen, verschwommene Farbblitze, die verwirrt umhersprangen. Irgendwer schien den Kriegerbau gefunden zu haben, und Donnerwind folgte einfach seinen lauten Rufen und stand schließlich tropfend im Trockenen. Zu seinen Pfoten bildete sich eine kleine Pfütze, und hinter ihm strömten immer mehr triefende Katzen in den Bau. »Heiliger SternenClan.« Der Kater rollte sich in seinem Nest zusammen. Aufgeregtes Getuschel und der Geruch von nassem Fell untermalte das prasselnde Geräusch des Regens draußen, und heftige Sturmböen, die immer wieder auch in den Kriegerbau fuhren, gaben dem Ganzen noch den perfekten Hauch von Unwetter. Aber nach einiger Zeit war auch dieser Sturm vorüber. Donnerwind erhob sich und schüttelte sein Fell, dann stapfte er auf den patschnassen Lagerplatz. Bei jedem Schritt quoll Wasser aus der Erde hervor, das Gras quietschte unter seinen Tritten. »Der Frischbeutehaufen ist... ruiniert.« Donnerwind fuhr herum, als irgendjemand diesen Satz sprach. Die Beute war kreuz und quer im Lager verteilt, vom Wasser an die unmöglichsten Orte gespült. Hechtherz unterhielt sich angeregt mit Gletscherstern, und stellte sich dann in die Mitte des Lagerplatzes. »Tannenauge, Minzbrise, Donnerwind, Rotbeere, Hagelfell, ihr seid die besten Jäger. Ihr seht, was mit der Beute passiert ist. Ab mit euch.« Die fünf Krieger kuschten, Tannenauge lief voran, Donnerwind gesellte sich zu ihm. »Bist du eigentlich zufrieden mit mir?« Der große Krieger schwieg eine Weile, dann schnaubte er belustigt. »Du musst noch einige Schlachten bestehen, bis ich nichts mehr auszusetzen habe.« Der blau-graue senkte den Blick, dann musste er schmunzeln. Zumindest hasste Tannenauge ihn nicht mehr, und das war wunderbar.

    Donnerwind schlich sich auf leisen, vorsichtigen Pfoten durch den Wald. Der moosige Waldboden blieb an seinen Ballen kleben, dämpfte seine Schritte und verfing sich in seinem Fell. Immer wieder fielen einzelne Wassertropfen auf den Kater hinab, der sich davon nicht beirren ließ. Langsam aber stetig näherte er sich einer Krähe, die zwischen den Wurzeln der Bäume herumpickte. Ihr spitzer Schnabel mochte gefährlich sein, doch der Clan brauchte die Beute. Tief geduckt kroch Donnerwind näher an den schwarzen Vogel heran, schob sich geschickt und ähnlich einer Schlange durch das feuchte Laub. Schließlich hatte er eine hochwachsende, dicke Wurzel erreicht, hinter der er sich verstecken konnte. Würde er sie schnell genug überwinden, könnte er die Krähe mit Leichtigkeit erwischen. Doch zwangsweise würde er ein Rascheln oder Kratzen verursachen, wenn er diesen Weg wählte. Also schlängelte Donnerwind sich weiter nach rechts, wo die Wurzel sich ein wenig verjüngte. Lautlos glitt er über die nun kleinere Holzerhebung hinweg, ohne großartig klettern zu müssen, streckte eine Tatze weit nach vorn und packte die Krähe gnadenlos am Rücken. Das Tier stieß einen erschrockenen Ruf aus und flatterte hektisch mit den Flügeln, doch der Kater presste sein Opfer rabiat zu Boden und drehte ihm den Hals um. Eine Krähe also. Davon wurden immerhin zwei erwachsene Katzen satt, nicht schlecht. Donnerwind schleifte die Krähe zu dem Farnbeet, in dem er bereits zwei Mäuse und einen Waldfrosch versteckt hatte. Sein Magen knurrte gewaltig, und er musste seinen Blick mit Macht abwenden, um sich nicht auf seine Beute zu stürzen und alles zu vertilgen, was eigentlich dem Clan gebührte. Zu dumm, dass man auf der Jagd nichtmal einen winzigen Happen von den erlegten Tieren kosten konnte. Als Qualitätstest, oder so. Missmutig trottete der hungrige Krieger weiter, nun müsste er eine hübsche Strecke laufen müssen, um noch etwas Beute zu finden. Hechtherz hatte die klare Anweisung gegeben, dass die Jäger erst zum Sonnenuntergang wieder ins Lager kommen sollten. Es war nun bereits später Nachmittag, und es hätte im Grunde keinen Sinn, noch den weiten Weg bis zur Alm zu laufen. Und vermutlich hatten die anderen schon alles weggejagt, was an diesem Tag dort aufzutreiben war. Ein frischer Nieselregen kam aus der grauen Wolkendecke über den Bergen, die Sonne war nicht zu sehen. Donnerwind hob den Kopf und inhalierte den Regenduft, vermischt mit der einzigartigen Witterung des Waldes. Plötzlich hörte er ein Knacken im Farndickicht, ein kleines, unachtsames Kaninchen musste sich zwischen die Bäume verirrt haben. Mit wachen Sinnen verfiel der Krieger sofort ins Jagdkauern, und pirschte näher an das hellbraune Tier heran. Im Wald war es ein Leichtes, Kaninchen zu fangen, da sie dort nicht ihre volle Geschwindigkeit entwickeln konnten. Kurze Zeit später konnte Donnerwind nicht mehr behaupten, leer ausgegangen zu sein. Er lud sich seine Beute auf die Schultern, nahm die Mäuse und den Frosch vorsichtig zwischen die Zähne und begab sich auf den Weg zurück zum Lager. Der Tag war seit dem Sturm generell recht zwielichtig gewesen, doch nun merkte man, dass die versteckte Sonne dämmerte, und es wirklich dunkel wurde. Als Donnerwind die Felswiese, die das Lager umgab, betrat, sah er auf der anderen Seite einen orangenen Fleck namens Tannenauge den Wald verlassen. Die Wiese war etwa 250 Fuchslängen breit, und, vom niedrigsten bis zum höchsten Punkt, grobe 400 Sprünge lang. Danach öffnete der sie umgebende Wald sich in Richtung der weißen Gipfel, und man sah leicht ansteigende, gelbliche Grashänge. In der Mitte der Wiese lag das Lager, der so vertraute, große Felsenkreis. Außerhalb der Schützenden Steinmauern des Lagers, so konnte Donnerwind es erkennen, spielte Blitzpfote gerade mit ihren beiden ›Geschwistern‹. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört, die Luft war kühl, aber gleichzeitig drückend. »Gut gemacht, Donnerwind«, lobte Hechtherz, als er seinen Fang auf der Beute von Tannenauge ablegte, welcher zwei Amseln, einen dicken Feldhamster, eine Maus und eine Schlange erwischt hatte. Auch die restlichen Krieger hatten nicht schlecht gejagt, Rotbeere und Hagelfell hatten sogar einen Hasen angeschleppt. »Zumindest sind wir vorläufig satt.« meinte Donnerwind zufrieden und streckte seine müden Muskeln. »Ich geh Blitzpfote und die anderen ins Lager holen.« sagte er dann und trabte nach draußen. Die kleine, goldene Kätzin tollte immernoch mit ihren ›Geschwistern‹ im hohen Gras herum, scheuchte Grillen auf und lachte fröhlich. Donnerwind stand eine Weile da, und beobachtete drei jungen Schüler, dann räusperte er sich. »Ihr habt jetzt genug gespielt. Es wird Zeit, dass ihr schlafen geht.« »Aber Donnerwind!« protestierte Blitzpfote und ließ den Schwanz hängen. »Wir sind doch gar nicht müde!« »Ja!« stimmte Natternpfote zu, und Felsenpfote nickte bekräftigend. »Wir haben gerade so schön gespielt!« maulte Blitzpfote weiter, doch da hatte Donnerwind sie schon am Schlafittchen gepackt, um sie ins Lager zu schleifen. »Ihr kommt auch mit.« Die beiden jungen Kater folgten missmutig, aber gehorsam. Warum musste Blitzpfote auch so ein Sturkopf sein? Sie konnte quasi den ganzen Tag lang spielen, so jung wie sie war! Donnerwind hatte nie solch eine Kindheit gehabt. Er konnte nie mit irgendwelchen Geschwistern herumtoben, und er hatte in so jungen Tagen auch nie so viele Freunde gehabt. Was für ein unerfülltes Wesen ich doch bin.

    23
    Es war kalt und feucht geworden. Die Tage waren genau so grau wie der Himmel, und ständig tröpfelte es aus den Wolken. Der Wind ging ständig und pfeifend, weshalb Donnerwind froh darüber war, dass er nicht auf die Alm zur Patrouille musste, da auch der Weg dorthin ätzend lang war. Stattdessen schlurfte er jetzt lustlos zusammen mit Lichterpelz, Nusshauch und Felsenpfote an der Grenze zum BlätterClan durch das nasse Gras. Seine Pfoten froren jämmerlich, und er beneidete seinen Freund Rubintatze nicht darum, jetzt mit Hoffnungssturm und Zapfenfall den langen, etwa eine reichliche dreiviertel Stunde dauernden Weg bis zur HöhlenClan-Grenze zu bewältigen. Die drei mussten wohl gerade über irgendwelche vor Feuchtigkeit rutschigen Hügel wandern, immer weiter bis zu der jetzt ganz gelb gewordenen Alm am Wasserfall. »Wie lange bleibt es jetzt eigentlich so kalt?« fragte Felsenpfote, dessen klammer Pelz gegen Nässe und die kühle Luft aufgeplustert war. »Ha!« Lichterpelz schnaubte mürrisch. »Das wird noch schlimmer, glaub' mir.« »Och nee...« Was für eine Mimose. Donnerwind verfiel in einen leichten, lockeren Trab und hatte aufmerksam die Ohren aufgestellt. Der BlätterClan versuchte immer wieder, dem FelsenClan Territorium abzuringen, und momentan hatten sie es offensichtlich auf den Hochwald abgesehen. Als ob sie vom Grasplateau aus nicht schon genügend Ausblick aufs FelsenClan-Territorium hätten, diese Gierhälse! Aber momentan waren die Krieger des BlätterClans wohl mehr damit beschäftigt, Beute zu suchen. Aber das könnte auch heißen, dass sie neue Jagdgebiete erobern wollten. Der BlätterClan war wirklich unersättlich. Nusshauch schnupperte gründlich an der Duftgrenze entlang, während Lichterpelz mit Felsenpfote die Markierungen erneuerte. Donnerwind sprang an der Grenze entlang, als ihm ein fremder, aber doch irgendwie bekannter Geruch in die Nase stieg. Eine Katze, die er schon gesehen hatte? Wer war das noch gleich? Vorsichtiger geworden huschte er weiter, und als er zwischen einigen Blättern hindurch aus dem Gesträuch lugte, erblickte er Sprenkelpfote, die er mal auf der großen Versammlung getroffen hatte. Sie stand, mit zitternden Pfoten, auf der falschen Seite der Grenze. Sie schaute sich hektisch um, und sie schien richtig zu fiebern. Donnerwind wartete, bis sie ihm den Rücken zukehrte, dann schoss er aus dem Dickicht heraus, fasste von hinten zwischen ihren Vorderbeinen durch, warf sie um und drückte sie zu Boden. »Was hast du hier zu suchen?« Wollte er mit ruppigem Tonfall wissen und schaute argwöhnisch zu ihr herab. Sprenkelpfote rührte sich und starrte zurück. »Donnerpfote-« Er schnitt ihr scharf das Wort an. »Donnerwind!« Sie seufzte. »Ja, ja, Donnerwind! Kennst du mich noch? Ich bins, Sprenkelpfote, beziehungsweise Sprenkelblatt.« »So schlecht ist mein Gedächtnis nun auch wieder nicht.« »Gut, gut! Aber du willst jetzt bestimmt wissen, warum ich hier bin, nicht wahr?" Donnerwind zuckte mit einem Ohr und zog die Maulwinkel etwas nach unten. »Allerdings.« Sprenkelblatt schluckte. »Naja, es ist so - wir haben ein paar Wölfe auf dem Territorium, und... wir brauchen Hilfe. Sowas ist ja ein mehrere Territorien umfassendes Problem!« Donnerwind lockerte seinen Griff nicht und reckte den Hals. »He! Lichterpelz! Komm' mal her!« Lichterpelz, der erfahrenste in der Runde, eilte sofort herbei. Er stutze, als er Donnerwind sah, der eine fremde Kriegerin an den Boden presste. »Würdest du mir das bitte erklären?«

    Fauchend stürzte Donnerwind sich zusammen mit Rubintatze auf einen der Wölfe, welcher mit glühenden Augen nach ihnen schnappte. Das BlätterClan-Territorium war verdammt groß, und bis Sprenkelblatt sie zum Ort des Geschehens geführt hatte, war einige Zeit vergangen. Und Donnerwind musste zugeben, dass Wolfshaut schon recht dick war. »Geht auf die Nasen!« brüllte Tannenauge, der, wie ein gutes Beispiel, vom Nacken eines Wolfs aus die Pfote vorschnellen ließ und die Krallen in der feuchten, schwarzen Wolfsnase vergrub, um sie mit Gewalt zu zerkratzen. »Das sagst du so leicht!« rief Rubintatze und wurde von der Flanke des Wolfs weggeschleudert, sodass Donnerwind sich nun ganz allein an dem Biest festklammerte. Einer der Eckzähne des gewaltigen grauen Tieres erwischte den Kater an der Schläfe, und für einen Moment war er benommen und drohte, zu fallen. Aber er fing sich wieder, und grub seine langen, gekrümmten Krallen in das Fleisch des Wolfs, welcher mit hochgezogenen Lefzen keifte und wild nach der Katze biss, wie verrückt bockte und buckelte. Doch so versenkten sich Donnerwinds Klauen nur noch tiefer in seinen Nacken und verursachten starke Schmerzen. Da brauste eine fremde Kriegerin jaulend herbei, ihr gesamtes Fell war bereits blutverschmiert. Sie warf sich dem Wolf todesmutig entgegen und landete mehrere, herrliche Treffer auf die Nase und in das linke Auge des tobenden Ungetüms, welches umgehend kläglich winselte und einen Rückzieher machte, nun halbseitig Blind und mit zerfurchtem Riechkolben. »Danke!« keuchte Donnerwind der BlattClan-Kätzin zu, welche aber keine Notiz von ihm nahm und gleich wieder in dem Kampfgetümmel verschwand. Der Kater blickte sich suchend um, und musste sogleich hektisch zur Seite hechten, um nicht zwischen den Kiefern eines pechschwarzen, vernarbten Wolfs zermalmt zu werden. Donnerwind war noch schnell genug, um einen Hieb auf der Stirn des Angreifers zu platzieren, dann musste er sich wieder flink aus der Bissreichweite verdrücken. Dieser wütende Kawentsmann von Wolf war ein ganz anderes Kaliber als der vorherige! Donnerwind floh, ja, er, ein Schüler Tannenauges, musste sich schleunigst aus dem Staub machen. Flüchtig erkannte er, wie Wasserfleck aus dem anderen Clan, und Buschkralle ihm zu Hilfe eilten...


    Fortsetzung folgt...

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    Das hier soll eine Karte des Terris sein. Ich weiß, man kann bei den Beschriftungen so gut wie nichts Lesen, aber Hauptsache Karte, nicht wahr? xD
    Das hier soll eine Karte des Terris sein. Ich weiß, man kann bei den Beschriftungen so gut wie nichts Lesen, aber Hauptsache Karte, nicht wahr? xD

    25
    Ein gelber Blitz schoss da aufs Kampffeld, Blut spritzte, und das schmerzerfüllte Kläffen des Wolfs war zu hören, als er seine Nase plötzlich aufgeschlitzt wiederfand. »Warum zum SternenClan bist du denn hier!« riefen mehrere Krieger wütend, da es den Schülern nachdrücklich befohlen wurde, in den Lagern zu bleiben. Blitzpfote blieb stehen und stierte die Erwachsenen trotzig an. »Ihr seid doch alle schneckenbeinig! Ich will nur helfen!« »Du könntest sterben, Kleine!« Hechtherz kam herbeigesprungen und wollte die Schülerin aus der Gefahrenzone schubsen, doch diese entzog sich mit Leichtigkeit und sah hinterher unglaublich zornig aus. »Nenn' mich nicht klein!« »Du bist nun mal ein Winzling!« »Sag' das noch einmal!« Hechtherz schien gerade den Impuls niederzuringen, Blitzpfotes gelben Hintern einfach ins nächste Gebüsch zu treten, und entrüstete sich stattdessen noch weiter. »Wie redest du mit deiner 2. Anführerin, du Minigör!« Auch das Blut der Schülerin schien zu kochen, und sie wollte wohl auf die ältere Kätzin losgehen, wären sie nicht wieder von dem Wolf angegriffen worden. Donnerwind rollte sich zur Seite ab, als das Tier durch die kleine Katzengruppe preschte, um dann gleich wieder aufzuspringen und zu sehen, wie Blitzpfote sich im Nacken des Wolfs verbiss. Sie war unglaublich schnell in dem was sie tat, und das schwarze Raubtier knurrte bösartig, als sie ihm die Ohren zerfetzte. »Geh' den anderen helfen!« befahl Hechtherz, und Donnerwind gehorchte. Er lief direkt zu Rotbeere und Sprenkelblatt hinüber, attackierte das Hinterteil eines silbernen Wolfes und schlug seine Zähne mit Kraft in sein Fleisch, bis er Blut schmeckte und spürte, wie dieses sein Kinn hinunterrann. Der Silberne jaulte und tollte herum, um die lästigen Katzen abzuschütteln, doch alles war vergebens. Rotbeere und Sprenkelblatt gelang es, gemeinsam seine Kehle aufzureißen und es somit zu töten. Triumphierend ließen sie ihn zu Boden sinken und zerstreuten sich dann wieder. Donnerwind sah sich kurz suchend um. Tannenauge, Gletscherstern, und Hoffnungssturm wurden gut mit ihrem Wolf fertig. Rautenschweif, Adlerflug, Brandherz und Sichelkralle hatten ihren ebenfalls im Griff, der Rest schien auch geringfügige Probleme zu haben, oder war schwer zu erreichen. Und dennoch erblickten Donnerwinds Augen einige, vollkommen entstellte Leichen. Wie schrecklich. Als sein Blick weiterschweifte, erschrak er. »Schwanenglanz, pass auf!« Blitzpfote hatte es geschafft, den schwarzen Wolf in die Flucht zu schlagen, doch dieser floh nun direkt auf die weiße Kätzin zu. Diese schien verletzt zu sein, fuhr jedoch herum. Donnerwinds Herz schien seine Rippen zu sprengen, als der Schwarze die Kätzin packte. »Nein! Schwanenglanz!« schrie der Kater entsetzt über das Schlachtfeld, während der Wolf mit ihr im Dickicht verschwand. Donnerwind brauste ihm ohne nachzudenken hinterher, seine Augen waren geweitet, aber trocken. »Schwanenglanz!« brüllte er erneut, doch der Wolf war über alle Berge. Der Kater blieb verzweifelt japsend stehen, seine Pfoten zitterten seit langem wieder. »Nein...« Er sackte bereits in sich zusammen, als Blitzpfote plötzlich neben ihm stand. Sie war blutüberströmt, und doch schien sie selbst kaum Schaden genommen zu haben. »Ich werde sie zurückholen.« Konnte er ihre durch seinen Schock gedämpfte Stimme hören, dann schoss sie davon.

    Mit leerem Blick erhob Donnerwind sich, als von dem Kampfplatz der Sammelruf erklang. Gletscherstern wurde von Wolkenlicht, dem Heiler des BlätterClans gestützt, während er schief und unsicher dastand. Seine Kehle war vollkommen zerfetzt, vermutlich war er einmal gestorben. »Wir haben die Wölfe erfolgreich in die Flucht geschlagen, doch dieser Kampf hat unsere Clans einen hohen Tribut zahlen lassen. Schleierstern hat ihr letztes Leben ehrenvoll im Kampf verloren. Wir werden ihr Opfer immer in Gedanken behalten, und Sturmschweif viel Weisheit und Geschick als Anführer wünschen. Auch ich musste ein Leben lassen. Außerdem müssen wir die Verluste von Graufeder, Rindenbrust, Stängelschweif, Nusshauch und Zapfenfall beklagen. Sie waren allzeit gute Krieger, und auch sie werden in Ehren in unseren Gedächtnissen bleiben.« Alle Katzen murmelten betroffen, aber auch einige erleichterte Stimmen waren zu hören. Donnerwind zog bitter die Mundwinkel herab. »Der Leitwolf hat Schwanenglanz mitgenommen.« Alle Köpfe drehten sich nach seinen trockenen Worten zu ihm. »Was sagst du da, Donnerwind?« Gletscherstern sah ernsthaft besorgt aus. »Blitzpfote ist ihm gefolgt.« Wieder dieser schroffe, kalte Unterton. Stumpf versuchte der Blau-graue, seine Gefühle nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, seine Augen nicht mit Tränen zu füllen. Niemals würde er Schwäche zeigen. Niemals. Die gesamte Aufmerksamkeit, die starren Blicke der Katzen zweier Clans, ließen ihn noch weiter von innen heraus erfrieren. Wie apathisch sie nun sind. Donnerwinds Mienen verhärteten sich zu einer Fratze aus Trotz gegen alles und jeden, in seinen sonst so rein gelb-bernsteinfarbenen Augen waren nun überwiegend weiß, da sich die Iris samt Pupille verkleinert hatte. Er starrte mit diesem wütenden Gesicht Löcher in den Boden, bis verhaltenes Gehüstel anfing zu ertönen. Gereizt stand er auf, schenkte weder Gletscherstern noch sonst irgendwem Beachtung, und stapfte geradewegs zurück zum Territorium des FelsenClans.

    »Oh nein... das ist ja...« »... schrecklich, ich weiß.« Nachtflamme schmiegte sich an ihren Gefährten, ihr warmer Körper drückte sich an seine kalten Gliedmaßen. So kalt. So hart. Donnerwind starrte noch immer an einen Ort, der nur für ihn sichtbar war, durch die Gipfel am Horizont hindurch, bis ans Ende der Welt, oder noch viel, viel weiter. Nachtflamme fragte sich des Öfteren, worum seine Gedanken gerade kreisten, doch nie war er so schwer zu lesen gewesen als jetzt. Er war erkaltet und gleichzeitig zu Stein geworden. Sie vermisste die Wärme, die sie sonst immer bei ihm gefunden hatte, doch nun war es, als sei ihr Donnerwind nicht mehr als irgendein Berggipfel, kantiger Fels und eisiger Schnee vereint in seinem Körper. »Was du nur alles durchmachen musst...« Wieder fiel ihr Blick auf sein grimmiges Gesicht, schaute in seine beinahe entrückten Augen. »Ich will dich nicht so sehen. Niemand will das. Ich weiß, dass dir etwas an dieser Schwanenglanz liegt. Und ich weiß, dass die Entscheidung zwischen ihr und mir wie eine Wahl zwischen Tag und Nacht gewesen wäre. Mir gefällt das zwar nicht, aber ihr beide... Ihr seid Seelenfreunde.« Donnerwind gab nur ein angestrengtes Geräusch von sich, seine Muskeln waren angespannt. »Beruhige dich. Sie sind nicht tot... beide.« Nachtflamme glaubte selber nicht ganz an diese schönen Worte, und doch wusste sie, dass sie irgendwie stimmten. Alles was sie nun wollte, war, dass ihr Donnerwind sich nicht mehr so verkrampfte. So viele Tage waren vergangen. Das erste Treffen nach dem Kampf hatte er sogar geschwänzt. Und er schwieg. Er war der stille Fels, eingefroren in Sturm und Schnee der Berge. Ein rauer Wind kam auf.

Kommentare Seite 5 von 5
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Rari ( von: Rari )
Abgeschickt vor 64 Tagen
Achtung, diese Geschichte wird überarbeitet und neu veröffentlicht!

http://www.testedich.de/quiz47/quiz/1489673635/Einzelkaempfer
Sterne ( 15021 )
Abgeschickt vor 261 Tagen
Wann schreibst du weiter das ist so toll!!!!!!!!!!
ami (g.) :) ( von: ami (g.) :) )
Abgeschickt vor 292 Tagen
Leider nicht,aber les andere spannende Geschichten als AblenkungXD
Frostflügel ( 80410 )
Abgeschickt vor 294 Tagen
KREISCH!!!!! *herumspring, einen Stuhl schnapp und mir gegen den Kopf hau* DAS...*aua*.....IST.....*aua*.....ZU.... .*aua*......SPANNEND!!!!!!! Aua.....Hat jemand ne Nummer von nem Psychiater? XDD
ami (g.) :) ( von: ami (g.) :) )
Abgeschickt vor 299 Tagen
Kannst du bitte noch ein mini bisschen weiter schreiben?Die Geschichte ist so gut!
Gepardenherz ( von: Gepardenherz )
Abgeschickt vor 302 Tagen
Oha..Das ist mega traurig am Ende!!!Du hast echt tolle Ideen!!Mach weiter so!!! :-)
Hellstern ( 13142 )
Abgeschickt vor 304 Tagen
Du hast wieder weitergeschrieben ^-^ Es ist wiedermal supermegahammertoll ! ;p Arme Schwanenglanz und Armer Donnerwind :(
Du schreibst einfach toll, dass ist spitze, mach bitte immer so weiter :3
Regenpelz ( 49638 )
Abgeschickt vor 315 Tagen
super Storry!!! Aber erweitere doch mal die Geschichte eine ganz andere fanfiction.
Frostflügel ( 81910 )
Abgeschickt vor 315 Tagen
Wie immer SPITZENMÄßIG!!! Und ein wirklich schönes Bild, mit viel Fantasie!
I 💜 it!!!! xDD
Hellstern ( 14848 )
Abgeschickt vor 316 Tagen
Cool ^^ Ich setze mich gleich dran und lese es :3 Ach übrigens Tolles Bild, eine schöne Warrior Cats Welt ^^
Rari ( 15188 )
Abgeschickt vor 317 Tagen
Ich habe jetzt ein neues Kapi hochgeladen :D
@ Hellstern, vielen, vielen Dank!
Hellstern ( 79655 )
Abgeschickt vor 318 Tagen
Rari! *-* Diese Geschichte ist sooooo toll...ich finde keine Worte dafür :3 Supderdupermegahammertoll! Ich fand mich förmlich in der Geschichte wieder. Ich habe mit Donnerwind gefühlt, als er bemerkte, dass er Nachtflamme ^^ und Schwanenglanz liebt und auch als er verletzt war. Auch in die kleine und augedrehte Blitzpfote habe ich mich verguckt :D. Schreib noch ein Kapi!
BITTE schreib weiter! Dein Talent ist einfach do toll! ^-^

LG Hellstern
Rari ( 60262 )
Abgeschickt vor 325 Tagen
Dankeee! Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich immer über liebe Kommis freue! ^w^
Frostflügel ( 46977 )
Abgeschickt vor 326 Tagen
🎶 Suusuusuusuusupisupisuusuusupisupisuuuup iduuuuuu!!!!!!! Es ist einfach wunderbar, wunerbar, wunderbar! Es ist einfach wunderbar, wuuuuuunderbaaaaaaar!!!🎶
Rari ( 65821 )
Abgeschickt vor 335 Tagen
Dankeee ^-^
Sel ( 93558 )
Abgeschickt vor 337 Tagen
Ein neues Kapitel :D Es macht mich so glücklich deine Texte zu lesen, das glaubst du gar nicht. Dein Talent ist unabstreitbar (Bitte schreibe ein Buch ! Es wird die Welt ein Stück weiter bringen!)
Rari ( 06013 )
Abgeschickt vor 339 Tagen
///^v^///
Amerika ( 37221 )
Abgeschickt vor 339 Tagen
xDD Und ich weiß nicht, welche Wörter ich noch verwenden soll! Es gibt einfach keine, die gut genug für deine Geschichten sind!
Rari ( 51922 )
Abgeschickt vor 340 Tagen
*♡* Danke! (Ich weiß immer gar nicht, was ich so geilen Kommis antworten soll xD)
Amerika ( 37221 )
Abgeschickt vor 340 Tagen
J-j-juhu!!!!!! YIPPIE YIPPIE YEAH!!!!!! Super!!!!! KLASSE!!!! OBER - HAMMER - MEGA - GEIL!!!!! PHÄNOMENAL!!!! SPITZENMÄßIG!!!! Ich könnte heulen vor Freude!!!! ....und Trauer für Donnerwind, Schwanenglanz und Nachtflamme! Super, dass du weiter schreibst, du übertalentiertes Lebewesen!!! XDD