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Das Biest und der Tyrann - Teil 18

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1 Kapitel - 3.435 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2015-06-17 - Entwickelt am: - 1.916 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Tut mir Leid, dass es diesmal etwas kürzer ist.

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    Grits Sicht
    Ein Sonnenstrahl kitzelt meine Nase. Langsam mache ich die Augen auf. Der Raum ist in warmes Licht getaucht. Richtig gemütlich. Kid schläft noch. Es scheint mir, als ob er noch ziemlich tief und fest schläft. Der Helligkeit nach zu urteilen ist es schon recht spät. Kid liegt wieder auf dem Rücken. Mein Kopf liegt noch immer auf seinem linken Arm und ich spüre, wie etwas auf meiner Stirn ist. Ich glaube es sind seine Lippen, die an meiner Stirn ruhen. Ein Lächeln stiehlt sich auf mein Gesicht und macht mich glücklich. Ich liebe ihn. Hoffentlich wecke ich ihn jetzt nicht, wenn ich aufstehe. Heute übernehme ich mal das Aufwecken der Crew, falls Killer sie nicht schon geweckt hat. Kid scheint echt fertig zu sein, deshalb lasse ich ihn noch ein bisschen schlafen. Vorsichtig rolle ich mich zur Seite, was sich leichter anhört als es ist. Kids rechter Arm liegt auf meinem linken und eines seiner Beine ist über mein ebenfalls linkes Bein gelegt. Ich entziehe mich ihm, obwohl ich gerne noch länger im Bett gelegen hätte. Endlich! Geschafft! Und Kid scheint noch zu schlafen. Lächelnd streichle ich ihm sanft über die Wange. Dann stehe ich auf, sammle mir ein paar Sachen zusammen und ziehe mich im Badezimmer an. Als ich fertig bin, gucke ich vorsichtig aus der Tür raus, aber Kid schläft immer noch fest. Grinsend verlasse ich das Zimmer. Ich gehe zum Männerschlafsaal und mache die Tür ein wenig auf. Die schlafen tatsächlich noch alle. Das wird mal wieder lustig! Hoffentlich spielen sie mir nicht wieder einen Streich, wie beim letzten Mal. Apropos, ich könnte mal wieder einen Streich spielen. Später… Ich mache die Tür ganz auf, hole tief Luft und schreie, so laut ich kann: „AUFSTEHEN! NUR WEIL KID NOCH SCHLÄFT, HEISST DAS NICHT, DASS IHR DEN GANZEN TAG VERPENNEN KÖNNT!“ Ich sehe, wie einige Jungs sich erschrocken kerzengerade aufrichten. Ein paar Sekunden später kommen die ersten Kissen geflogen. Ich ducke mich und höre noch ein paar Flüche. So! Die sind wach. Schadenfreudig grinsend, gehe ich an Deck. Die Gallionsfigur zieht mich wie magisch an. Ich setze mich im Schneidersitz da rauf und atme die frische Morgenluft ein. Es tut einfach gut. Die Sonne scheint schon, es ist aber noch ein bisschen kühl. So soll ein guter Morgen sein. Ein bisschen Gesang wird ihn wohl sogar noch verbessern. Ich setze an und mache gleichzeitig meine Haare. Das Lied hat eine fröhliche frühlingshafte Melodie. Mit den oberen Dreads flechte ich den Anfang eines Bauernzopfes und verknote dann irgendwie die Enden. Ich will nur die vordersten Dreads aus dem Gesicht haben. Hinten fallen einige lang herunter. Ohne mit dem Singen aufzuhören, lasse ich meine Arme erschöpft sinken. Mein Blick schweift zu der Insel. Absolut kein Leben regt sich da. Nicht einmal Tiere. Alles ist wie ausgestorben. Komische Insel! Ich beende mein Lied und stehe auf. Vielleicht gibt es ja schon Frühstück und wenn nicht, kann ich bestimmt helfen. In meinen Pulli gekuschelt, um mich vor dem frischen Morgenwind zu schützen, gehe ich zum Speiseraum. Drinnen ist schon viel los. Es gibt zwar auch kein Frühstück, aber das wird in zwei drei Minuten wahrscheinlich schon anders aussehen. Kid ist nicht da. Liegt der etwa immer noch im Bett? Mittlerweile muss er doch wohl aufgewacht sein. Ich glaube ich muss ihn mal holen. Noch bevor ich den Raum halb durchqueren kann, geht die gegenüberliegende Tür auf und Kid kommt rein. Ich bleibe stehen und halte für einen Augenblick die Luft an. Er sieht so sexy aus! Kid trägt obenrum nichts. Nicht einmal seinen Waffengürtel, den hält er nämlich noch in der Hand. Auf seinem überaus muskulösen Oberkörper kann man jeden gut trainierten Muskel sehen. Seine Brille lässt er um den Hals baumeln und seine Haare sind von der Nacht noch verstrubbelt. Gähnend hält er sich mit dem rechten Handballen die Stirn. Unwillkürlich beiße ich mir auf die Unterlippe. Kaum zu glauben, dass dieser superheiße Typ mit mir zusammen ist, wo ich doch nun echt nicht wirklich heiß bin. Oh scheiße! Wie lange starre ich ihn denn jetzt schon an? Ich werde rot im Gesicht und habe nun dummerweise keine Dreads mehr, mit denen ich die Röte verstecken könnte. In einem Versuch gelassen zu wirken, schlendre ich weiter. Kid fängt mich ab und zieht mich mit einer Hand an meiner Taille zu sich ran. „Dir gefällt, was du siehst, huh?“, fragt er mich grinsend. Mein Gesicht wird noch röter und ich versuche gar nicht erst aufzublicken. „Schon ein kleines bisschen“, gebe ich zu. Er lacht auf und legt seinen ganzen Arm um meine Taille. Gemeinsam gehen wir zum Tisch. „Alter! Wehe du lässt morgens noch einmal diesen Zwerg auf uns los! Das halte ich nicht noch mal aus, Kid!“, ruft uns jemand vom Tisch aus entgegen. „Nimm das zurück, du Troll! Ich bin kein Zwerg!“, drohe ich in sarkastischem Tonfall und recke meine geballte Faust nach vorne. Gelächter ertönt. Ich gehe um den Tisch herum und setze mich auf meinen Platz. Kid eröffnet das Frühstück und setzt sich ebenfalls. Er schaut mich verständnislos an. „Was meinte er?“, fragt er. Ich schaue ihn grinsend an. „Da du ja noch in der Tiefschlafphase warst, habe ich halt mal die Jungs aufgeweckt“, antworte ich, wie selbstverständlich. „Kid! Wir wünschen uns dich als Wecker zurück! Noch so einen Morgen halten meine Nerven nicht aus“, sagt John und guckt gespielt wehleidig. Kid guckt überrascht zu ihm. „Wenn du rumschreist geht das ja noch, aber Grits Stimme hat etwas ganz Schreckliches, wenn sie so laut schreit“, mischt sich Kalle ein und reibt sich die Schläfen. Kid guckt mit gleichbleibendem Gesichtsausdruck zu Kalle. „Was hast du getan? Meine Crew besteht nur noch aus gebrochenen Männern“, wirft Kid mir vor. Ich schüttle grinsend den Kopf. „Die übertreiben einfach nur, weil sie mich ärgern wollen. Ich habe nichts weiter getan, als gesagt, dass sie aufstehen sollen. Genauso wie du es immer machst, nur ohne das Guten Morgen. Dafür haben sie schon viel zu lange gepennt“, erkläre ich nüchtern. Kid schüttelt grinsend den Kopf. „Du bist so ein Biest! Keine Sorge Männer! Morgen wecke ich euch wieder“, verspricht Kid. Kalle gibt ein grunzendes Geräusch von sich und John nickt zufrieden. Die können es doch nur nicht ertragen, von einer Frau geweckt zu werden. Ich zucke grinsend mit den Achseln.

    Nach dem Essen bedeutet Kid mir ohne Worte, dass ich ihm folgen soll. Verwundert gehe ich mit ihm raus aufs Deck. Er führt mich zur Gallionsfigur. Immer noch sehr planlos setze ich mich darauf und warte bis Kid erzählt was los ist. „Dann erzähl mal“, fordert er mich auf. Hä? Was soll ich denn erzählen? ER wollte doch, dass ICH rauskomme. „Und was genau soll ich erzählen?“, frage ich überrascht. Kid guckt rüber zur Insel. „Hawkins“, antwortet er knapp. Oh! Das soll ich erzählen. Ja, ich glaube ich bin ihm eine Erklärung schuldig. „Joa, also… er ist der jüngere Bruder von meinem Papa. Er ist halt mein Onkel“, sage ich. Was will er mehr hören? Ich habe eigentlich keine Lust ihm meine ganze Biographie vorzutragen. „Warum wollte er dich schlagen?“, fragt Kid ruhig und schaut mich an. Er guckt mir direkt in die Augen. Wie erkläre ich das jetzt am besten? Ich lege den Kopf schräg. „Hm…“, mache ich, während ich nach der kürzesten Erklärung suche. „Aaaaalso“, beginne ich langsam. „Piraten, und vor allem sehr gefährliche Piraten, sind in der Regel keine besonders guten Onkel. Wahrscheinlich sind die meisten auch keine guten Väter, aber damit habe ich wenig Erfahrung. Das alleine erklärt unsere Beziehung schon ganz gut. Aber hinzu kommt noch, dass mein Papa immer sehr streng und traditionell mit mir umgegangen ist. Du weißt schon, kochen, im Haus arbeiten, und so was halt.“ Ich zucke mit den Schultern. „Als ich Hawkins das erste Mal getroffen habe, nachdem ich weggelaufen bin, hat er mir mächtig den Hintern versohlt. Ich bin fast zwei Wochen lang mit blauen Flecken am ganzen Körper rumgerannt. Außerdem hat er mir die Schätze geklaut, die ich bis dahin zusammen hatte.“ Kid ballt wütend seine Fäuste und verzieht sein Gesicht. „Das zahl ich ihm heim!“, knurrt er. Ich lächle und lege meine Hand auf seinen Arm. „Das brauchst du nicht“, sage ich mit beruhigender Stimme. Es ist echt albern sich jetzt darüber aufzuregen. Es ist schon so lange her. „Erstens war ich da noch nicht in deiner Crew und zweitens ist es ein alter Hut. Ich bin ihm nicht nachtragend.“ Irgendwie hat das Kid nicht richtig beruhigt. Vielleicht sollte ich einfach mal das Thema wechseln und ihn ablenken. „Wann fahren wir eigentlich weiter? Diese Insel ist so schrecklich langweilig“, sage ich und gucke rauf aufs Meer. Die Gewitterwand ist so dunkel wie eh und je. „Sobald ich Hawkins windelweich geprügelt habe“, antwortet Kid grimmig. Ich schaue ihn erbost an. „Nun hör aber mal auf! Wenn du das machst, werde ich mich zwischen euch stellen. Es ist unnötig! Verstanden?“, sage ich streng. Kid verschränkt die Arme vor der Brust und brummt: „Nagut!“ Seine Miene hellt sich etwas auf. „Weißt du…“, fängt er an zu sprechen und schaut über die Reling ins Wasser. „Es gibt da eine Sache, die ich schon seit längerem gerne machen würde.“ Er schaut mich wieder an. Was ist es? Mein Herz fängt an schneller zu klopfen. Ein Kuss? Ist es ein Kuss? Er legt eine Hand auf meine Taille. Ich weiß es. Es ist ein… „AHHHHHHHHH!“ Platsch. Das wird er bereuen! Wie kann er mich einfach so ins Wasser schmeißen? Hat er einen Knall? Schnell schwimme ich an die Oberfläche. Während ich nach Luft schnappe, höre ich Kids unverkennbares Lachen. „DU BLÖDER TYRANN!“, schreie ich und recke eine geballte Faust nach oben. Kid lehnt sich an die Reling und ruft: „BEEIL DICH UND KOMM AN BORD! WIR LEGEN GLEICH AB!“ „DU KANNST MICH MAL!“, rufe ich zurück und strecke den kleinen Finger aus. So schnell es geht, schwimme ich zum Steg. Jetzt wird es definitiv eine Revanche geben. Wenn ich könnte, würde ich ihn auch ins Wasser schmeißen, aber wahrscheinlich kann ich gegen ihn wenig ausrichten. Ich ziehe mich hoch. Na toll! Meine Knarren sind auch nass. Die trocknen zwar wieder, aber dazu muss ich sie auseinanderbauen, damit sie nicht rosten oder so. Im Gehen ziehe ich mir meinen Pulli aus und versuche etwas Wasser auszuquetschen. Immerhin hat meine Frisur gehalten. Das ist doch schon einmal etwas. Ich stapfe die Planke zum Schiff hoch. Einige Jungs schauen mich verwundert an. Ich strecke ihnen nur frech die Zunge heraus. „Mich hätte er ja nicht so schnell runtergeschmissen. Da braucht es einiges mehr an Kraft um mich ins Wasser zu schmeißen“, höre ich eine spottende Stimme. Ich bleibe abrupt stehen und seufze. Dieser Junge hat weder Manieren noch Respekt. Ich drehe mich in die Richtung, aus der die Stimme kam. Luke lehnt sich an den Mast. Mit einem gefährlichen Lächeln auf den Lippen, gehe ich auf ihn zu. Dieser Junge regt mich einfach nur auf. Einen Meter vor Luke, bleibe ich stehen. „Das können wir ja gerne mal ausprobieren“, sage ich mit gespielter Freundlichkeit. „Ich werde Kid bitten dich ins Wasser zu schmeißen.“ Luke schnaubt verächtlich. „Das würde er nicht tun.“ Überrascht ziehe ich eine Augenbraue hoch. „Achja? Und warum, wenn ich fragen darf?“, sage ich überrascht. Luke verschränkt angeberisch die Arme vor der Brust und schaut mich herablassend an. „Weil ich würde nicht wiederkommen und auf mich kann Kid nicht verzichten. Bei dir weiß er, dass du wieder zurückkommst, deshalb kann er es ma…“ Wusch! Ich ziehe meine Faust zurück. Scheiße tut das weh! Ich habe vergessen, wie sehr es schmerzt, wenn man eine Kinnharke verteilt. Luke taumelt etwas, schüttelt einmal den Kopf und fasst sich wieder. Er lässt seine Fingerknöchel knacken. Ich werfe meinen Pulli und die Knarren auf den Boden und nehme einen sicheren Stand an. Alles klar! Luke lässt einen Schrei los und stürzt sich auf mich. Seine Schläge sind kraftvoll, aber unkontrolliert. Er ist einfach nur wütend und schlägt wild drauf zu. Ich kann den meisten Schlägen leicht ausweichen. Mit einigen Tricks wende ich seine Kraft gegen ihn selber an. Luke wir immer wütender, weil ich ihn so leicht austricksen kann. Er setzt zu einem hohen Kick an. Ich bin nicht schnell genug. Verfluchter Mist! Er hat genau auf meinen Bluterguss getreten. Meine linke Gesichtshälfte brennt wie Feuer. Die Schmerzen treiben mir Tränen ins linke Auge und alles verschwimmt. Noch bevor Luke sein Bein wieder absetzen kann, gebe ich ihm noch einen zusätzlichen Schwung, gleichzeitig trete ich zur Seite. Das Bein schwingt schnell nach hinten und Luke verliert sein Gleichgewicht. Er rappelt sich jedoch schnell wieder auf und greift weiter an. Plötzlich packt mich jemand an der Schulter und zerrt mich ruckartig zurück. „WAS IST HIER LOS?“, schreit Kid wütend. Er hält sowohl mich, als auch Luke fest an der Schulter und hält uns beide auf Abstand. Wir gucken uns immer noch grimmig an. Luke spuckt etwas Blut aus. Ich wische mir über den Mund und scheine ebenfalls zu bluten. Mein Bluterguss schmerzt von dem Tritt. „Ich sagte, was ist hier los?“, sagt Kid immer noch sehr laut und rüttelt uns einmal. Ohne aufzuschauen antworte ich: „Er wollte wissen, warum ich ein Kopfgeld habe und er nicht!“ Das entspricht zwar nicht ganz der Wahrheit, aber ich will Luke auch nicht in die Pfanne hauen. Kid würde mit Sicherheit sehr wütend auf den Kleinen werden. Luke funkelt mich immer noch an. „Stimmt das?“, fragt Kid ihn in ruppigen Tonfall. Er zögert und hadert mit sich, doch schließlich presst er eine Antwort hervor. „Ja!“ Er reißt sich los und stapft wütend weg. Kid lässt mich jetzt auch los. „Alles klar?“, fragt er mich. Die Zorn und der Ärger sind aus seiner Stimme verschwunden. Ich schüttle die vom Kinnharken noch immer schmerzende Hand. „Ja!“, antworte ich und lächle. „Ich bin nur ein bisschen nass.“ Mein Lächeln wird breiter. Kid grinst verschmitzt. Irgendwie ist es manchmal ein bisschen umständlich mit dem Käpt’n zusammen zu sein. Manchmal ist er mir übergeordnet und manchmal sind wir auf einer Ebene. Er muss mich behandeln wie jedes andere Crewmitglied, aber nicht immer. Die Grenze ist manchmal echt dünn und kaum zu erkennen. „Was steht ihr hier dumm rum?“, motzt Kid die Schaulustigen an. „Macht alles klar zum Ablegen!“ Ich gehe grinsend unter Deck um mich umzuziehen. Die Kleidung klebt eklig an mir. Im Zimmer ziehe ich mir eine knielange lockere Hose und ein blaues Top aus dem Schrank. Meine nassen Sachen schmeiße ich in die Badewanne. Wird die überhaupt für etwas anderes als, zum Sachen ablegen genutzt? Meine Hand schmerzt immer noch ein bisschen. Ich halte sie unter kaltes Wasser. Das tut gut. Ich hoffe Luke weiß es zu schätzen, dass ich für ihn Kid angelogen habe und ich hoffe, dass wir geklärt haben, wie stark ich bin. Wenn er sich mit seiner Arroganz in Zukunft nicht zügelt, dann werde ich nicht so nett zu ihm sein. Ich stelle den Wasserhahn aus. So! Reicht jetzt! Ich werde wohl blaue Flecke bekommen, aber das ist ja nun wirklich nicht der Weltuntergang. Der Bluterguss im Gesicht ist da allerdings eine ganz andere Nummer. Ich betrachte mich im Spiegel. Es sieht grässlich aus. Er hatte sich bereits etwas aufgehellt, aber jetzt wird er vermutlich wieder richtig deutlich. Vor allem aber schmerzt er. Ich halte mir meine gekühlte Hand an die Wange. Es tut gut, aber wird nicht lange helfen. Ich brauche einen Eisbeutel und dann muss ich unbedingt meine Waffe trocknen lassen. Erst einmal zum Doc. Kid wird nicht erfreut sein, wenn er mich mit einem Eisbeutel sieht. Tja… ist mir egal. Ich gehe zum Krankenzimmer. „Oh! Hey Grit! Wolltest du zu mir?“ Ich wäre fast mit dem Doc zusammen gestoßen. „Upps! Ja das wollte ich. Ich brauche einen Beutel voll Eis“, sage ich und zeige auf meine linke Wange. Er schüttelt den Kopf und dreht sich um. „Ja den brauchst du“, seufzt er und geht zurück ins Krankenzimmer. „Hier“, sagt er und gibt mir eine leere Tüte. „Füll da Wasser rein.“ Ich gehorche und fülle etwas Wasser rein. Und wo ist jetzt das Eis? Das Wasser wird nicht lange kühl bleiben. Der Doc nimmt ein Fläschchen und träufelt ein paar Tropfen einer blauen Flüssigkeit in den Beutel. „Mach ihn zu und schüttle ihn ein wenig.“ Verwundert folge ich seinen Anweisungen. Während ich die Tüte schüttle, verfestigt sich langsam das Wasser. Erst wird es eine Eismatsche und schließlich ist es Eis. „Wow“, stoße ich überrascht aus. „Du solltest nur nicht auf die Idee kommen, es zu essen. Das Zeug ist giftig für deinen Magen“, warnt der Doc mich. Immer noch geflasht gehe ich aus dem Raum raus. „Danke“, sage ich, kurz bevor ich den Raum verlasse. Unterwegs halte ich mir den Eisbeutel an die Wange. Er ist wirklich richtig kalt. Das ist absolut cool. Fast wie Zauberei. Ich setze mich aufs Hinterdeck. Zum einen ist es da ruhiger und zum anderen gibt es da ein paar mehr Schattenplätze. Ich lege den Eisbeutel zur Seite und fange an meine rechte Knarre auseinanderzubauen. Mit meinem Hemd tupfe ich die Bauteile ein wenig ab und lege sie dann ordentlich vor mich auf den Boden in die Sonne. Das gleiche mache ich mit der linken Pistole. Was ist das? Aus den Augenwinkeln nehme ich etwas großes Dunkles war. Ich schaue zur Seite und sehe hohe dunkle Gewitterwände. Was ist denn hier los? Ich schaue geradeaus und sehe die durch die Entfernung kleine Insel. Fahren wir etwa durch das Unwetter durch, ohne durch das Unwetter zu fahren? Ich stehe auf und laufe zum Bug. Links und rechts vom Schiff türmen sich die Gewitterwände auf, aber vor uns ist ein langer Streifen von schönem Wetter. Erleichtert Hawkins uns etwa die Abreise? Wie höflich. Fast die ganze Mannschaft ist auf dem Deck verteilt und sieht gespannt zu, wie wir dem Ausgang entgegen segeln. Alle sind jedoch angespannt und auf der Hut. Ich bin auch misstrauisch. Hawkins kann jederzeit das Unwetter über uns hereinbrechen lassen. Das wäre schlecht, weil meine Waffen ungeschützt an Deck liegen. Schulterzuckend gehe ich wieder auf das hintere Deck. Falls wir anpacken müssen, werde ich bereit sein. Ich setze mich so hin, dass meine Beine neben den Waffenteilen in der Sonne liegen. Es wäre irgendwie schön, wenn sie ein bisschen braun werden. Also ein bisschen sind sie schon, aber meine Arme sind immer noch dunkler. Ich beobachte die immer kleiner werdende Insel. Hoffentlich erfährt meine Mama, dass ich noch am Leben bin und dass es mir gut geht. Der Gang mit den beiden schwarzen Gewitterwänden wird immer länger. Schon bald kann ich kaum noch die Insel erkennen. Wir brauchen grade mal eine Stunde, um aus den schwarzen Wolken herauszukommen. Auf der Hinfahrt haben wir über vier Stunden gebraucht. Ich beobachte, wie sich die Gewitterwolken wieder schließen, nachdem wir sie verlassen. Dann ist die Gefahr ja wohl erst einmal vorüber. Ich strecke mich, setze mich etwas gemütlicher hin und mache die Augen zu.

Kommentare (114)

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~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 28 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 32 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 37 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 41 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 66 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 348 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 360 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 360 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 360 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 364 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 366 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 367 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 437 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 446 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 473 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 490 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea (64467)
vor 490 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar (00301)
vor 516 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky (55748)
vor 542 Tagen
OK danke für die Info
Ronja (58949)
vor 543 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊