Vampire Knight: Die Geschichte von Chinmoku Akira. 3: Die Cross-Akademie

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1 Kapitel - 2.140 Wörter - Erstellt von: Safomaly - Aktualisiert am: 2015-06-16 - Entwickelt am: - 842 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Akiras Zukunft steht jetzt auf dem Spiel. Natürlich würde sie gern wie jeder andere auch in eine gute Familie kommen, doch sie weiß, sie hat keine Chance. Doch es ist wie es ist: Jeder hat eine Zukunft.

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    3 Die Cross-Akademie
    Natürlich hatten Kohana und ich uns eingeschrieben. Die nächste Woche verbrachten wir damit, herumzutelefonieren und die Kinder und Jugendlichen an Familien und andere Waisenhäuser zu vermitteln. Kohana und ich, und das wussten wir beide, gehörten zu den Problemfällen. Wir waren zu alt für Familien, die erfahrungsgemäß maximal Kinder bis 12 Jahre nahmen und die Waisenhäuser waren egal wo überfüllt. Ms. Foruko verzweifelte an dem Versuch, die ältesten von uns, Leiko, Takeshi, Kohana und mich, irgendwo unterzubringen. Takeshi, der ein recht gemütlicher Junge von 14 Jahren war, wurde zunehmend nervös. Tagelang hatten wir von morgens um acht bis abends um zehn Listen erstellt, Werbeaktionen gestartet, Zeitungsausschreibungen angefertigt, telefoniert und verhandelt. Bis jetzt hatten wir es mit vereinten Kräften geschafft, fast allen der unter sieben-jährigen und den meisten der unter zehn-jährigen ein zukünftiges zuhause zu suchen.
    Ich rieb mir in den Augen und sah auf die Uhr. 21:07 Uhr. Seufzend zog ich einen Lebenslauf einer Drittklässlerin aus den Bergen von Papierkram, die sich auf dem Schreibtisch türmten, heraus und heftete ihn unter „Unbearbeitet“ ab. Kohana kam herein und strahlte, als wäre die Welt in Ordnung.
    „Rate mal!“, grinste sie.
    „Es gab Schokopudding beim Abendessen und ich hab ihn verpasst?“
    „Nein.“
    „Morgen wird es draußen schön sonnig und warm und wir sitzen drinnen und müssen unsere persönliche Apokalypse planen?“
    „Nein und sei nicht so pessimistisch.“
    „Morgen wird es draußen regnerisch und es stört uns nicht, weil wir hier unsere Apokalypse planen?“
    Kohana verdrehte die Augen.
    „Du kannst echt deprimierend sein.“
    „Meine Spezialität“, erwiderte ich. „Gleich hinter Sarkasmus und Ironie.“
    „Ich hab für Leiko UND Takeshi eine Familie gefunden.“ Sie lachte leise. Fragend runzelte ich die Stirn.
    „Das ist gut, aber was ist so lustig daran?“
    „Das ist eine Bauernfamilie! Die beiden werden lernen müssen, zu arbeiten!“ Kohana schmiss sich beinahe weg vor Lachen. Die Vorstellung, wie Leiko Mist schaufelte war aber auch wirklich zu komisch.
    Drei Wochen waren schon vorbei und Kohana und ich hatten immer noch keine gesicherte Zukunft, bis Ms. Foruko erschöpft aber zufrieden in unser Zimmer kam.
    Kohana hatte bereits im Bett gelegen und nuschelte nur etwas von „Wir müssen erst morgen wieder weitermachen…“. Die Arbeit hatte uns völlig ausgelaugt.
    „Meine liebe Kohana, ich weiß nicht ob es dir mehr an Disziplin oder an Ausdauer mangelt, in deinem neuen Zuhause wirst du beides brauchen.“
    „Hm?“ Verschlafen drehte sich meine Freundin zu ihr um.
    „Du bist an einer Sportschule angenommen worden, die Olympia- und Heimsportler ausbildet.“
    Ich konnte es nicht fassen, aber musste mir eingestehen, dass das genau zu Kohana passte. Meine Zimmergenossin fiel vor Aufregung fast aus ihrem Bett.
    „Oh mein Gott! Das kann doch nicht…Wie haben Sie das hinbekommen?“
    Sie hüpfte wie ein Flummi auf und ab.
    Geheimnisvoll lächelte unsere Hausleitung und wünschte uns eine gute Nacht.
    Nur langsam war Kohana klar geworden, dass wir nicht zusammen bleiben konnten, jetzt wo ihre Zukunft in der Welt des Sports lag. Wir versprachen uns gegenseitig, Briefe zu schreiben und uns zu besuchen, aber uns beiden war bewusst, dass das reines Schönreden und Wunschdenken war. Die Wochen verstrichen und nach und nach wanderten die Lebensläufe auf meinem Schreibtisch einer nach dem anderen aus dem „Unbearbeitet“-Ordner in der „Abgesichert“-Ordner und nur wenige, darunter meiner blieben zurück.
    Als die letzte Woche anbrach, wurde Kohana abgeholt. Unter Tränen verabschiedeten wir uns voneinander und sobald sie in den Bus gestiegen war, schien meine Welt nur noch dunkel und grau. Ich war allein, aber diesmal nicht, weil ich es wollte.


    Lustlos heftete ich die letzten drei Lebensläufe ab. Heute Morgen hatte sich ein Waisenhaus gemeldet, dass drei Kinder noch hatte aufnehmen können.
    Ein letzter Zettel lag noch in dem unheilverkündenden Ordner. Ich betrachtete mein eigenes Gesicht auf dem Foto neben meinem Namen. Die grünen Augen mit dem brauen Rand um die Iris, gut sichtbar trotz der welligen braunen Haare, die zwar auf dem Bild einigermaßen geordnet, aber trotzdem in mein Gesicht gefallen waren, sahen mich fast unschuldig an. Immer noch hoffte ich auf eine Zusage der verschiedenen Ausbildungsstellen, bei denen ich mich beworben hatte.
    Die Hausleitung kam herein.
    „So jetzt bist du dran. Wir müssen, darüber sprechen, wie es für dich jetzt weitergeht.“
    „Ich hab mich bei Ausbildungsplätzen beworben, ich hoffe im Moment, dass ich irgendwo arbeiten kann.“
    „Genau darum“, Ms. Foruko setzte sich „geht es. Dir fehlen zwei Jahre Unterricht, weil wir dir, als du her kamst, keine Schule zugetraut hatten, obwohl du längst dafür bereit gewesen warst. Ohne eine abgeschlossene schulische Laufbahn, wird dich per Gesetz kein Arbeitgeber anstellen.“ Ich schüttelte den Kopf.
    „Ich kann genauso viel wie alle anderen auch, lassen Sie mich einen Eignungstest machen, der mir bescheinigt, dass ich es kann! Außerdem konnte ich schon lesen und rechnen als ich herkam, also bin ich vorher auch schon zur Schule gegangen.“
    „Ich kann dich keinen Test machen lassen, dafür bin ich nicht zuständig. Außerdem hast du wegen deinem mangelnden Interesse an vielen Fächern und deiner ungenügenden mündlichen Beteiligung keinen besonders guten Notendurchschnitt. Ich weiß, dass du längst soweit wärst, aber so ist das nun mal. Allerdings…“ Sie machte eine Pause und strich ihren Rock glatt. „…hattest du von Anfang an schon einen Platz an der Cross-Akademie, einer Elite-Schule, die normalerweise Eignungstest und einen erheblichen finanziellen Beitrag verlangt.“
    „Ich will nicht wieder zur Schule gehen!“, protestierte ich. „Ich werde nicht noch zwei Jahre in irgendeiner Schulbank hocken, nur weil die Leute glauben, dass mir diese zwei Jahre Weisheit verleihen! Und da kann das noch so eine teure Schule sein! Ihre Mühe in allen Ehren, aber…“
    „Mit viel Mühe hat das nichts zu tun. Ich habe den Schulleiter informiert, dass wir in einer Notlage stecken und er hat sich sehr gefreut, dich aufnehmen zu…“
    „Also nimmt er mich aus Mitleid auf? Wenn ich an der Schule nicht zurechtkomme, was dann?“ Wütend funkelte ich sie an, doch sie ging nicht darauf ein.
    „Pack deine Sachen. Morgen wirst du mit mir zu diesem Internat fahren.“
    „Aber…“
    „Keine weitere Diskussion.“ Sie stand auf und ging zur Tür hinaus.
    Nur widerwillig hatte ich meine Sachen eingepackt, aber der Blick auf den leeren Campus und die leere Hälfte in meinem Zimmer, wo vorher Kohana ihre Sachen ausgebreitet hatte, brachten mich doch irgendwie dazu. Ich plante, mir die Schule anzusehen und vielleicht sogar eine Nacht dort zu verbringen. Vielleicht konnte ich fliehen, sobald sich mir eine günstige Gelegenheit bot und endlich anfangen, meiner Vergangenheit, die ich seit ich mich erinnern konnte, weggesperrt hatte, zu erforschen. Jedenfalls würde ich nicht zwischen all den versnobten Leuten sitzen und die Schulbank drücken, mir vielleicht noch dämliche Kommentare über Waisenkinder oder Leute ohne Geld anhören und den langweiligen Alltag über mich ergehen lassen, wenn Abenteuer oder zumindest ein wenig Abwechslung draußen in der Welt auf mich warteten.
    Mein Koffer, der kaum mehr enthielt, als drei Garnituren und meine Zahnbürste, wurde zusammen mit mir um fünf Uhr nachmittags auf die Rückbank des Autos meiner Hausleiterin gesetzt. Stur wie ich war setzte ich mir meine Kopfhörer auf und sprach die nächsten drei Stunden der Fahrt kein Wort. An mir rauschten Wälder und Berge vorbei. Freie Wiesen wurden zunehmend weniger und wichen Nadelbäumen und dichten Laubwäldern.
    Die Sonne stand schon recht tief, als wir plötzlich anhielten. Ich blickte nach vorne. Ein riesiges schmiedeeisernes Tor ragte direkt vor uns aus dem Boden. Ein älterer Mann stand dahinter und Ms. Foruko stieg aus. Sie verhandelte kurz mit ihm und nach wenigen Augenblicken öffnete er das Tor und lies uns passieren. Wie aus dem Nichts erhob sich ein riesiges Gebäude vor uns. Es war schön, auf seine Art, alt aber nicht antik, mit schönen Rundbogenfenstern und kleinen Türmen. Fasziniert saugte ich die Umgebung in mich auf. Stetig wachsende Begeisterung überspülte meine schlechte Laune, bis ich aussteigen musste. Denn auch wenn das alles hier noch so schön war, es war eine Schule. Prinzipiell war das nicht das Problem, aber ich hatte keine Zeit für solche Formalitäten.
    Auf dem Weg zum Büro des Schulleiters kamen mir zahlreiche Schüler entgegen, hauptsächlich Mädchen, die entweder über Jungs oder über … okay wieder über Jungs redeten, in einer Schuluniform mit enorm kurzem Rock. Ich blickte an mir und meiner bequemen, eng anliegenden aber super flexiblen Hose herunter. Sowas würde ich nicht mal für den einen Tag anziehen, an dem ich hier sein würde!
    An besagtem Büro angekommen lehnte ich mich gegen die Wand, während wir angekündigt wurden.
    „Stell dich gerade hin, Kind.“, mahnte mich meine Hausleiterin. „Mach wenigstens annähernd den Eindruck, dass es dir hier gefallen könnte.“
    Ich setzte ein gezwungenes Lächeln auf und wurde von ihr durch die Tür in einen großen Raum geschoben, wo mich bereits ein Mann mittleren Alters mit einer Brille und blonden Haaren, die so lang waren, dass er sie in einem Zopf zurückgebunden hatte, erwartete. Irgendwie kam er mir bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht einordnen.
    „Akira.“, nickte er bedächtig. „Schön dich wiederzusehen.“
    Ich antwortete nicht, sondern setzte mich nur in den Stuhl vor seinem Schreibtisch, den er mir anbot. Ich versuchte, ihn mit seinen Blicken zu durchbohren. Ich weiß, ich hätte dankbar sein sollen, dass er mir aus der Patsche helfen wollte, aber ich freute mich nun mal nicht besonders darüber.
    „Normalerweise müsstest du bestimmte Aufnahmebedingungen erfüllen, aber da ich weiß, wie pfiffig du bist, habe ich mir erlaubt, den Test und die finanzielle Geschichte zu umgehen.“
    Ich nickte langsam, schwieg aber weiterhin, während ich darüber nachdachte, warum er plötzlich so am Strahlen war und wie ich es ihm am schnellsten wieder nehmen könnte.
    Ms. Foruko seufzte.
    „Sie will nicht mehr zur Schule gehen, was zwar verständlich ist, aber leider nicht zu umgehen.“
    „Verstehe.“ Der Direktor musterte mich. Dann rief er: „Kinder, kommt doch bitte herein.“ und die Tür hinter mir ging auf. Unbeirrt sah ich ihn weiter an. Ich würde mich nicht so einfach ablenken oder umstimmen lassen. Warnend sah Ms. Foruko mich an und genervt drehte ich mich um. In der Tür standen ein ziemlich kleines, zierliches Mädchen mit dunkelbraunen Haaren und ein großer, fast durchtrainiert wirkender Junge mit…silbernen Haaren. Ich starrte ihn an. Einen Moment erwiderte er nur grimmig meinen Blick, doch dann weiteten sich seine Augen vor Überraschung.
    „Akira, das sind meine Adoptivkinder: Yuki und Zero.“
    Zero. Der Name hallte in meinem Kopf wieder wie ein Echo. Es war mein erstes Wort gewesen. Fast magisch war er für mich, ein Wunder, etwas, das meine ganze Welt zu dem gemacht hatte, was sie war.
    Yuki unterbrach nach dem etwas unangenehmen Schweigen unseren Blickkontakt. Fröhlich lief sie auf mich zu.
    „Wunderbar, toll!“, rief sie. „Bei uns ist noch ein Bett frei, du kannst bei uns wohnen!“ Stürmisch umarmte sie mich und ich tätschelte ihr ein wenig überfordert den Rücken. Auch wenn sie anstrengend werden würde, ich mochte sie irgendwie.
    „Yuki, würdest du bitte dafür Sorge tragen, dass ihre Koffer in eurer Zimmer kommen? Zero, es wäre wirklich nett von dir, Akira herumzuführen.“
    Einen Moment reagierte Zero nicht, doch dann öffnete er die Tür und hielt sie auf. Ich machte keine Anstalten, mich zu bewegen. Mit einem ungeduldigen Kopfnicken, forderte mich der Junge nachdrücklich auf, mich in Bewegung zu setzen. Zögerlich stand ich auf und folgte ihm nach draußen.

Kommentare Seite 1 von 1
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Sky ( 92817 )
Abgeschickt vor 193 Tagen
OMG!!!!!! ICH LIEBE DEINE GESCHICHTE,UND DEINEN SCHREISTYLE!!! BITTE SCHREIB WEITER !!!!! BITTE!!!!

Echt einfach nur WOW!!!!!
Yukki-Chan ( von: Yukki-Cha )
Abgeschickt vor 217 Tagen
Wirklich tolle Geschichte bitte schreib weiter ^^
sina ( 52455 )
Abgeschickt vor 320 Tagen
Du musst unbedinkt weiter schreibe es währe cool wenn sie zu reinblüter würde und was mit zero und kaname anfangen würde eine schiksalhafte wende und auf keinen Fall was mit aido-sempai
rojin dogan ( 28284 )
Abgeschickt vor 593 Tagen
du musst einfach weiter schreiben ich bin sooo aufgeregt also mich als fan hast du schon in der tasche ;-D
ichderpirat99 ( 94907 )
Abgeschickt vor 613 Tagen
Wann schreibst du denn weiter bin gespannt wie es weiter geht.
Safomaly ( 52000 )
Abgeschickt vor 663 Tagen
Ich hoffe es, gefällt euch und freu mich immer über Kritik und Verbesserungsvorschläge. Ich habe die Serie allerdings auf englisch geguckt und es könnten einige Unstimmigkeiten auftreten, also nicht wundern ;)
xxkekscookiexx ( 32051 )
Abgeschickt vor 663 Tagen
Super geschrieben, es ist sehr spannend gestaltet und man möchte unbedingt wissen wie es weiter geht. Bitte schreib weiter! :)
ichderpirat99 ( 54266 )
Abgeschickt vor 664 Tagen
Bitte schreib schnell weiter. Bin gespannt wies weitergeht