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Feuer und Eis- Ihr Schicksal

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1 Kapitel - 3.668 Wörter - Erstellt von: Akemi Mizuki - Aktualisiert am: 2016-07-06 - Entwickelt am: - 1.754 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Prinzessin Eleonora kommt aus dem Reich des Eises. Sie wird zwangsverheiratet mit dem Prinz aus dem Reich des Feuers. Seit die Welt denken kann, bekriegten sich die beiden Reiche bis aufs Blut. Mit der Geburt der Prinzessin war das Schicksal beider Reiche besiegelt. Durch ihre Heirat würden beide Reiche für immer verbunden sein.
Doch Eleonora kann den Prinzen Lucian nicht leiden. Er war einfach zu temperamentvoll. Bis der Tag kam, an dem sie sich entscheiden musste. Schicksal oder Freiheit?

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    Kapitel 1 "Prinzessin, seid Ihr bereit?", fragte meine Zofe Chloé. Sie stand hinter mir mit meinem Reisegepäck und blickte mich fragend an
    Kapitel 1

    "Prinzessin, seid Ihr bereit?", fragte meine Zofe Chloé. Sie stand hinter mir mit meinem Reisegepäck und blickte mich fragend an. Sie war in meinem Alter und meine beste Freundin, auch wenn sie meine Untertanin war. Sie hatte braunes, langes, glattes Haar, einen leicht gebräunten Teint und hellgrüne Augen. Wir kannten uns schon seit wir kleine Mädchen waren und uns beim Spielen getroffen hatten. Als Kind war ich sehr oft aus dem Palast weggelaufen und hatte mich in der Stadt rumgetrieben, bis man mich wieder nach Hause brachte. An so einem Tag, an dem ich weggelaufen war, hatte ich sie kennengelernt und in mein Herz geschlossen. Sie war wie eine Schwester für mich. "Ja", murmelte ich und blickte noch einmal in den Spiegel. Meine Augen waren hellblau und durch dieses Blau zogen sich silberne und goldene Risse. Sie sahen aus wie Diamanten und wurden auch die Augen der Seherin genannt. Ich zeichnete Dinge, die ich sah, die in meinem Kopf waren. Ich konnte Dinge sehen, die in der Gegenwart und in der Zukunft lagen, aber auch Dinge aus der Vergangenheit. Es war sehr selten und war bis jetzt nur einmal bei einem Menschen vorgekommen und zwar bei meiner Ururgroßmutter. Mein weißblondes Haar war zu einem Mittelscheitel gekämmt und ging von glatt in sanfte Wellen hinüber und bis zu den Spitzen in schweren Locken. Sie reichten mir bis zur Hüfte. Meine vollen Lippen waren in einem sanften Rot. Außerdem trug ich ein hellblaues Kleid aus Seide mit silbernen Verzierungen. Es reichte mir bis über die Füße. Okay, ich hatte alles gepackt und war bereit mein Schicksal entgegen zu treten. Die Reise ins Reich des Feuers konnte losgehen.
    Ich war die Prinzessin aus dem Reich des Eises, dem kalten Reich. Vor mir hatte ich, nach einer sieben tägigen Reise, das Feuer Reich erreicht. Vor nicht allzu langer Zeit herrschte Krieg zwischen dem Reich des Eises und dem Reich des Feuers. Seid hunderten von Jahren bekriegten sie sich schon, bis vor einigen Jahren ein Waffenstillstand berufen wurde. Dieser Waffenstillstand begann am Tag meiner Geburt. Die Königin des Feuerreiches hatte vier Jahre vor meiner Geburt einen Sohn auf die Welt gebracht. Als ich geboren wurde, war es entschieden. Ich musste den Thronfolger des Feuerreiches heiraten, um einen weiteren Krieg zu verhindern und unsere Königreiche zu vereinen. Auch wenn ich nicht begeistert war, so hatte ich in dieser Hinsicht nicht über mein Schicksal zu entscheiden. Angst machte sich in mir breit, als uns Ritter des Feuerreiches empfingen und uns ins Schloss geleiteten. Die Menschen aus diesem Reich sollen sehr temperamentvoll sein, was sie von uns unterschieden. Wir waren sehr kühle Menschen von außen hin, zeigten kaum- bis gar keine- Emotionen und waren steht‘s gegen Folter und Krieg. Unser Volk hasste es zu kämpfen, aber wenn das Reich des Feuers uns Krieg ansagte, mussten wir die Schwerter schwingen und unnötiges Blut vergießen. Ich war froh, dass ich nicht zur Zeit des Krieges gelebt hatte und all das Leid ertragen musste, was sie unserem Reich angetan hatten. Langsam folgte ich den Rittern durch das Schloss und schaute mich um. Der Palast war gigantisch, doch mein Staunen und meine Neugier ließ ich mir nicht ansehen. Jetzt betrat ich den Thronsaal, wo alle auf meine Ankunft gewartet hatten. Nervosität machte sich in mir breit und am liebsten wäre ich umgekehrt und wäre davongelaufen. Aber ich konnte nicht und so musste ich mich dem Prinzen entgegenstellen. Er war bekannt dafür, dass er der Beste Kämpfer war, den sein Reich je gehabt hatte. Auch für sein Temperament und seine Gnadenlosigkeit. "Habt keine Angst", flüsterte Chloé neben mir und warf mir einen bedeutenden Blick zu. Also stand mir meine Angst ins Gesicht geschrieben. Sofort wurde mein Gesicht ausdruckslos. Und plötzlich standen wir vor ihnen. Wie ich es geübt hatte verbeugte ich mich so tief, dass ich einzelne Staubkörner auf dem Boden sehen konnte. "Erhebt Euch!", befahl der König und so tat ich es auch. Da sah ich ihn. Den Prinzen. Er schaute mich an und hob die Augenbrauen. Ein schiefes, arrogantes Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Wie unhöflich! "Prinzessin Eleonora vom Königreich des Eises, ich hoffe, Ihr hattet eine angenehme Reise", sprach der König. Er hatte gebräunte Haut, einen graumelierten Bart und schwarzes, lockiges Haar. Der Prinz sah ihm sehr ähnlich, bis auf einige Unterschiede. Der Prinz hatte schwarzes, dichtes, aber nicht sehr langes Haar und doch voll und durcheinander, seine Haut war nicht gerade so gebräunt, wie die seines Vaters. Er hatte rotbraune, helle Augen, in denen goldene Sprenkel funkelten und von dichten, schwarzen, langen Wimpern umrandet waren. Sein Gesicht war markant, seine Nase war schmal und gerade und seine Lippen waren voll. Er war sehr groß und ziemlich muskulös. Kurz gesagt, er war sehr einschüchternd. "Lucian wird Euch euer Gemach zeigen", sagte der König und nickte um uns zu verabschieden und sagte mit der Geste, dass wir gehen sollten. Der Prinz, Lucian, kam auf uns zu und blieb vor mir stehen. Er war ganze anderthalb Köpfe größer als ich. Sein Blick war leicht gelangweilt und er schien auf etwas zu warten. Ich guckte ihn weiter ausdruckslos an. "Kannst du auch anders gucken, oder hast du immer diese Miene drauf?", fragte er mich herablassend. Ich blickte ihn weiter an, so unhöflich wie er war, würde ich ihm nicht antworten. Chloé zwickte mich in die Seite und ich zuckte automatisch zusammen. Wütend blickte ich zu ihr rüber und zuckte leicht mit den Schultern. Sie zuckte etwas mit ihrem Kopf und wies mich daraufhin ihm zu antworten. "Natürlich", sagte ich mit fester Stimme und blickte nieder auf den Boden. Ich musste mich zusammenreißen und mich höflicher verhalten. Auch wenn er der unhöflichere von uns beiden war, war ich jedoch bei ihm zu Gast und ich war die Frau, wir mussten unserem Mann gehorchen. Meine Ritter und Chloé waren stets hinter mir und beobachteten alles um uns herum. Ich hingegen beobachtete meinen zukünftigen Ehemann und König. Er war wirklich einschüchternd und das er der beste Kämpfer sei, davon war ich überzeugt. "Okay, hier ist Euer Zimmer Prinzessin", verkündete Prinz Lucian. Ich nickte und warf einen Blick hinein. Es war umwerfend! Das Zimmer war in einem dunklen, warmen Rot gestrichen und an einigen Stellen mit Gold verziert. An der gegenüberliegenden Wand war ein offener Kamin, der im Moment aber noch aus war. An der Wand rechts von mir befand sich eine Türe und daneben ein Bett. Es war ein großes Himmelbett, mit rot-goldenen Laken und Kissen und passte perfekt zu den Wänden. Gegenüber vom Bett befand sich ein großes Fenster und darunter ein leerer Schreibtisch. Der Boden war aus dunkelgrauem Marmor und glänzte im Schatten Schwarz. "Ich zeige Euch noch das Zimmer und mache den Kamin an, die Wachen werden Eurer Zofe ihr Zimmer zeigen", murmelte er und gewährte mir Vortritt in das Zimmer und folgte ihm. Ich blickte noch ein letztes Mal zurück zu Chloé und dann wurde die Türe geschlossen. Jetzt war ich alleine mit ihm. Während er das Feuer im Kamin anzündete, schaute ich mich weiterhin um. "Wie heißt Ihr noch einmal?" Seine tiefe Stimme schallte durch den Raum. Ich drehte mich zu ihm um und sah ihn empört an. "Mein Name ist Eleonora vom Reich des Eises", sagte ich und schaute ihn mit meiner gleichgültigen Miene an, obwohl ich vor Wut brodelte. Ein Lächeln entstand auf seinem hübschen, arroganten Gesicht und ich kochte noch mehr vor Wut. Er hatte was, was mich direkt wütend machte, ich wusste nur nicht wieso. "Schade, ich hatte erwartet Ihr würdet endlich mal Eure kalte Miene verziehen. Ich hoffe das wird sich noch ändern, Eleonora", sagte er und hob eine Augenbraue. Ich erwiderte seinen Blick mit kühler Distanz, wie ich es immer tat, wenn ich genervt war. Plötzlich, bevor mir klar wurde was er tat, drückte er mich mit seinem gesamten Körper gegen die Wand. Ich blickte zu ihm auf und erkannte wieder dieses arrogante Lächeln auf seinem Gesicht. "Ich wusste, dass Ihr nicht immer dieses Gesicht wahren könnt, besonders, wenn man Euch so überrascht", murmelte er jetzt an meinem Ohr. Sein Atem kitzelte mich und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht zu erschauern. Er hob seinen Kopf und war jetzt nur mehr wenige Zentimeter von meinem entfernt. Ich schaute ihm direkt in die Augen und entdeckte die goldenen Sprenkel in ihnen. "Wieso wollt Ihr, dass ich meine Gefühle so offen zeige?", fragte ich leise und erwiderte seinen Blick. "Weil bei uns hier keiner mit einem aufgesetzten Gesicht rumläuft, Nora", murmelte er. Nora? Hatte er mir gerade einen Spitznamen gegeben? "Wieso nennt Ihr mich so, Ihr kennt mich doch gar nicht!", sagte ich und dieses Mal zeigte ich meine Empörung. "Euer Name ist mir zu lang, wenn Ihr wollt könnt Ihr mich Luc nennen, aber ich werde Nora zu Euch sagen, ob Ihr wollt oder nicht", raunte er mit seiner tiefen Stimme und ein freches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. "Aber wenn es mir nicht passt Hoheit?", sagte ich und guckte ihn provozierend an. "Dann wäre es mir egal", murmelte er und guckte mir noch einen langen Moment in die Augen, bis er von mir wich und sich umdrehte. "Es war eine lange Reise Nora, ruht Euch aus", sagte er. Noch einmal drehte er sich um, zwinkerte mir zu und verschwand. Und ihn sollte ich heiraten? Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Ja gut, er sah umwerfend aus und bestimmt flogen ihm die Mädchenherzen nur so zu, aber er war das komplette Gegenteil von mir. Er war nervig, arrogant, voller Emotionen, die er auch direkt mit einem teilen wollte. Ich wusste nicht, ob ich das lange mit ihm aushalten würde. Aber was mich am meisten ärgerte, war sein Dickkopf. Ich kannte ihn zwar erst wenige Stunden, aber dass er seinen Kopf durchsetzen musste um jeden Preis, war mir aufgefallen. Trotzdem musste ich ihn heiraten, ob ich nun wollte, oder nicht. Es klopfte an meine Türe und ich sah nach, wer dort war. Es war Chloé. Aufgeregt tänzelte sie in mein Gemach und sprang von einem Fuß auf den Anderen. "Oh meine Götter, der Prinz ist ja umwerfend!", quiekte sie. Ich konnte bloß die Augen verdrehen. "Und er ist eine Nervensäge", gab ich hinzu und lächelte sie an. Sie war die Einzige die mich je zum Lächeln gebracht hatte. "Na und? Habt Ihr Euch ihn mal genau angesehen? Ich meine er hätte auch hässlich oder gemein oder so sein können", rief sie und guckte mich mit ihren großen Augen an. "Ich hätte lieber hässlich und nett akzeptiert, als gutaussehend und nervig", murmelte ich. Chloé kam auf mich zu und schüttelte mich an den Schultern. "Redet keinen Schwachsinn Prinzessin!", sagte sie und schaute mir fest in die Augen. Ich seufzte und setzte mich auf das Bett. Es war weich und bequem, ich hoffte ich würde gut schlafen. "Morgen wird der Prinz Euch auf seinem Hof herumführen und ich habe Euch das perfekte Kleid hinaus gelegt", sagte Chloé und grinste. Kurz darauf verschwand sie in ihr Gemach und ich blieb alleine zurück. Nun gut, das könnte ein anstrengender Tag morgen werden. Ich zog mein weißes Nachtkleid an und setzte mich auf mein Bett. Irgendwie war ich noch gar nicht müde, obwohl ich eine so lange Reise hinter mir hatte. Ich ging zur Türe und öffnete sie. Keine Wachen. Den Göttern sei Dank! Meine weißen, flachen, offenen Schuhe schallten bei jedem Schritt durch den Flur. Ich kannte mich nicht hier aus, also lief ich einfach den Gang entlang. Plötzlich hörte ich tiefe Männerstimmen in der Nähe. Ich folgte ihnen, bis vor einer Zimmertüre, die ein kleines Stück offen. "... sie ist jung und kennt noch nicht so viel von der Welt, wurde immer behütet und kennt das wahre Leben nicht. Zeig es ihr, sie muss sehen, wie die Realität aussieht! Du weißt ..." Redeten die etwa von mir? Schritte kamen auf mich zu und schnell rannte ich zurück in mein Zimmer, wo ich mich in mein Bett verkroch und die Augen schloss.

    Kapitel 2

    "Ihr seht umwerfend aus, Prinzessin!", schwärmte Chloé. Na ja, ich sah nicht umwerfend aus, aber das Kleid war es. Es war Beige und lag glatt und eng um meinen kleinen, zierlichen Körper. Das Kleid reichte mir bis über meine Fußknöchel, war bis zum Hals geschnitten und bis zu meinen Handgelenken. Der obere Teil, bis zu meiner Taille war aus Spitze und der Rest war aus Seide. Dazu trug ich beige Ballerinas. Mein weißblondes Haar war zu einer Fischgrätenflechte zusammengeflochten und einige Strähnen hingen lose heraus. "Danke Chloé, ich muss jetzt los, ich hoffe wir sehen uns später", sagte ich und lächelte sie an. Sie nickte heftig und drängte mich zur Türe hinaus, wo zwei Wachen mich nach draußen begleiteten. Lucian stand schon bereit und erwartete mich. Okay, er sah wirklich nicht schlecht aus. Seine Augen sahen mich wachsam an und lächelten mich an. Er trug schwarze Kleidung, die aus Leder bestand und eng um seinen muskulösen Körper lag. Sein Schwert hatte er auch um die Hüfte geschnallt. "Guten Morgen Prinzessin, wie habt Ihr geschlafen?", fragte er mich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. "Sehr gut, danke der Nachfrage", antwortete ich und sah ihn ausdruckslos an, was ihn ziemlich zu amüsieren schien. Er hielt mir seinen Arm hin und ich legte meine Hand darauf und dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. "Und Nora, seid ihr immer noch so kalt?", fragte er mich und grinste mich an. "Ich bin nicht kalt, es ist nur nicht nötig immer solche Gefühle zu zeigen", murmelte ich. Er verdrehte die Augen und einige Zeit lang schwiegen wir. Viel lieber sah ich mich in meinem zukünftigen Zuhause um. Überall war Leben, um mich herum spielten und lachten Kinder. Wir waren im Stadtzentrum angekommen und es war so voller Freude. Jeder unterhielt sich mit jedem. Tänzer waren mitten auf der Straße eine unglaubliche Vorstellung auf am Führen. Da war sogar ein Mann, der Feuer aus seiner Hand spie. Es war unglaublich berauschend und unwirklich. Jeder war offen, keiner trug eine Maske aus Gleichgültigkeit und Ruhe. Die Menschen hier waren so voller Temperament und Lebenslust. Es war so anders hier. Es fing sogar an mir Angst zu machen. So viele Menschen, auf einer Straße, so viel Energie, die mich fast erdrückte. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Einige junge Damen sahen mich neugierig an. Ich blickte sie genauso neugierig zurück an, als plötzlich ein Mädchen auf uns zukam und sich verbeugte. "Eure Hoheit, Ihr müsst die Prinzessin aus dem Reich des Eises sein. Nehmt Ihr mein Geschenk an?", fragte sie mich und öffnete ihre Hände. Auf ihren Handflächen war ein kleiner Beutel aus Leder. Ich nahm ihn in die Hand und betrachtete ihn genau. "Was befindet sich darin?", fragte ich und sah sie an. Sie war recht hübsch, mit ihrem schwarzen Haar, der gebräunten Haut und den schwarzen Augen. "Darin befindet sich ein Feuerstein, er soll Euch Glück bescheren", sagte sie und verbeugte sich abermals. "Vielen Dank", sagte ich und lächelte sie an. "War das gerade ein Lächeln?", hörte ich neben mir eine tiefe Stimme sagen. Ich blickte ihn ruhig an, nickte dem Mädchen noch einmal zu und sagte Lucian damit, dass ich weitergehen wollte. Wir entfernten uns immer weiter von dem Trubel und kamen in eine ärmlichere Gegend. "Nora, ihr bleibt die ganze Zeit in meiner Nähe. Diese Gegend ist ein bisschen ... anders", sagte er und sah sich um. Hier spielten die Kinder im Dreck oder arbeiteten. Sie waren abgemagert und einige saßen einfach nur da und starrten ins Leere. Das machte mich so traurig, dass ich Tränen unterdrücken musste. So etwas gab es nicht bei uns, bei uns hatte jeder seinen gerechten Anteil, alle zufrieden. Ich hatte schon einmal davon gehört, aber noch nie gesehen. Es war furchtbar. Plötzlich waren da schreie, panisch suchte ich nach der Ursache. Eine junge Frau kam aus dem Haus gestürzt und fiel zu Boden. Ihr Gesicht war verdreckt und tränenüberströmt. Ein Mann kam heraus und schlug sie. Der Schlag ließ die Frau erneut aufschreien. Ich schlug die Hand vor den Mund und ein lauter Schluchzer entfuhr mir. Die Menschen, die hier lebten, schien es nicht zu interessieren, was da gerade passierte. Einige Leute gingen daran vorbei, als wäre es das Normalste der Welt, das ein Mann eine Frau schlug. Bei uns kam man dafür ins Gefängnis! "Was ist los mit Euch?", fragte Lucian und sah mich mit gerunzelter Stirn an. "Wieso unternehmt Ihr nichts?", fragte ich mit erstickter Stimme. Er blickte zu der weinenden Frau und dann wieder zu mir. "Dagegen kann man nichts tun", murmelte er und wollte mich weiterführen. Schon wieder ein Schrei und mit einem Mal riss ich mich los und stellte mich vor die weinende Frau. "Hört auf!", rief ich und sah den Mann so böse an, wie ich es konnte. Er stank bestialisch und war völlig verdreckt. Sein Blick wurde lüstern und ein hässliches Grinsen zeigte seine vergilbten, faulen Zähne. Mir wurde übel von den Gerüchen und dem Anblick. Plötzlich holte der Mann mit seiner Faust aus, aber Lucian stand mit erhobenem Schwert vor mir und der armen Frau. "Wenn Ihr sie anrührt, schlage ich Euch den Kopf ab, das schwöre ich bei Gott!", sagte er mit drohender Stimme. "Kommt jetzt Prinzessin, ich bringe Euch an einen anderen Ort", sagte er streng, packte meinen Arm und zog mich weg. "Wir können sie doch nicht einfach so zurücklassen!", rief ich und sah ihn an. Seine rotbraunen Augen waren dunkler geworden und seine sonst so unbeschwerte Miene ernst. "Das war dumm von Euch!", sagte er und starrte weiter starr geradeaus. Er führte mich zurück zum Schloss und ging auf den Stall zu. Er ließ mich los und verschwand im Stall voller Pferde. Nach kurzer Zeit kam er auf seinem schwarzen Vollblut herausgeritten und stoppte vor mir. "Ich würde Euch ja ein eigenes Pferd geben, aber wie ich gehört habe, reitet ihr da oben nicht, zumindest die Ladys nicht", sagte er und zwinkerte mir zu. Er reichte mir seine Hand und ich ergriff sie, ohne nachzudenken. Mit einem Mal saß ich hinter ihm und hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Er bemerkte es und grinste mich. "Schlingt Eure Arme um mich und haltet Euch gut fest", sagte er, immer noch grinsend. Gesagt, getan. Das Pferd machte einen Sprung und galoppierte los. Ich lachte, weil es einfach witzig und ein aufbrausendes Gefühl war. Ich fühlte mich für einen Moment frei und unbeschwert. Wir ritten in die Wälder und machten an einem kleinen Weiher halt. Es sah alles so verwunschen und mysteriös aus. Lucian sprang vom Pferd hinunter und half mir dann. Es fühlte sich gut an, wieder auf dem festen Boden zu sein. Ich folgte ihm und ließ mich dann neben ihm auf dem Boden nieder. Der Wald und der Weiher schienen zu glitzern in der untergehenden Sonne. Es tauchte alles um uns herum in weiches, warmes und goldenes Licht. Es war unglaublich schön. Der Schock von eben saß immer noch in meinen Knochen, doch dieser Ort beruhigte mich etwas. Ich ging auf den Weiher zu und blickte ins Wasser. Es war so klar, dass ich bis auf den Boden gucken konnte. Fische schwammen dadurch und ließen einige Blasen an die Oberfläche kommen. Ich berührte die Wasseroberfläche und das Wasser begann zu glitzern. Dieser Ort sah magisch aus und verzauberte mich mit jedem Moment mehr und mehr.

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2015-06-13
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (12)

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Liv (25755)
vor 492 Tagen
Schreib biiiiiiiiiiiitte weiter!!! Ich kann es kaum erwarten, bis der neue Teil kommt!
LG
Akemi Mizuki (86308)
vor 546 Tagen
Ich schreibe weiter, keine Sorge ^^ habe jetzt mit dem Studium weniger Zeit..:/ @Miranda
Miranda (23369)
vor 546 Tagen
Echt super 😃 biiitte schreib weiter, so eine tolle
Geschichte 😉
Legolanto :) (14007)
vor 546 Tagen
Schreib unbedingt weiter👍 biiiiitte
deine Geschichten fesseln mich😃
Legolanto :) (14007)
vor 546 Tagen
Ich schreibe ja fast nie Kommentare
doch hier muss es einfach sein.
So eine tolle Geschichte habe ich seid langem
nicht mehr gemacht😃😄😄 👍
Marissa (42529)
vor 614 Tagen
Bitte unbedingt weiterschreiben!
Die Geschichte ist echt super.
Rose (09969)
vor 659 Tagen
Ein Traum, ich bin so verliebt in die Geschichte!!!
Wolf der Elemente (63733)
vor 692 Tagen
Eine total gute Geschichte.👍 Du schreibst mit so viel Leidenschaft, Gefühl und was weiß ich. Bitte bring so bald wie möglich den nächsten Teil heraus und was die anderen geschrieben haben stimmt voll und ganz.👏😉
♥♥♥♪& (52773)
vor 714 Tagen
Du wirst mal ne wundervolle austorin***applaus applaus!!!♥
Akemi Mizuki (35895)
vor 718 Tagen
Vielen Dank! :3 ich hoffe ich kann so etwas mal später machen :))
line (66388)
vor 719 Tagen
als autorin wirst du später mal groß rauskommen ich bin jetzt schon ein fan von dir ;) lg Charline
Nanami Kurusake (82914)
vor 759 Tagen
Du kannst wirklich super gut schreiben wann kommt denn der nächste Teil?