Das Biest und der Tyrann - Teil 17

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1 Kapitel - 4.111 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2015-06-12 - Entwickelt am: - 1.606 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

    1
    Grits Sicht
    Die Häuser hier sind relativ klein. Ferienhäuser halt. Alles ist wie ausgestorben. Kein Wunder! Es ist ja auch niemand hier… Ich laufe eine Straße entlang, die in die Richtung des Herrenhauses verläuft, in dem Hawkins sein Quartier bezogen hat. Die Häuser geben mir genug Deckung und ich laufe von einem Schatten zum nächsten. Ich möchte Hawkins mit meinem Besuch überraschen. Er wird sich sicher freuen. Wahrscheinlich nicht, aber er wird überrascht sein. Bisher habe ich noch keine Menschenseele gesehen. Entweder Hawkins fühlt sich so sicher, dass er keine Späher braucht, oder er hat eine andere Möglichkeit die Insel zu überwachen. Vielleicht hat er ja irgendwelche magischen Tricks auf Lager. Die Straße biegt scharf nach rechts ab. Hm… Ich schaue um die Ecke. Soweit ich das erkennen kann, wird die Straße nicht wieder nach links abbiegen. Ich schaue mich um. Wo soll ich denn jetzt lang? Da ist eine kleine Gasse. Ich laufe hindurch und stoße auf eine andere Straße, die in die richtige Richtung verläuft. Am Ende kann ich sogar das Herrenhaus erkennen. Perfekt! Allerdings erwartet Hawkins bestimmt, dass Besucher oder Angreifer von hier kommen, deshalb wird die Straße und der Bereich vor dem Haus sicher überwacht. Noch im sicheren Schatten der Gasse schaue ich mich um. Es gibt keine Anzeichen, dass Späher hier herumlungern. Aber wenn ich meinen Weg fortsetzen will, muss ich auf die andere Straßenseite. Auf meiner Straßenseite gibt es keine Schatten und ich wäre ungedeckt. Wenn ich aber auf die andere Straßenseite wechsle, wird mich vielleicht irgendjemand sehen. Es reicht schon, wenn jemand im Herrenhaus durch ein Fernglas sieht. Eigentlich habe ich keine andere Wahl. Ich muss darüber, auch wenn mich jemand sieht. Genau gegenüber geht die Gasse weiter. Die Straße ist nicht besonders breit. Wenn ich genug Anlauf nehme, schaffe ich es in einer Flugrolle rüber. Ich schaue mich noch einmal um, dann gehe ich zum Anfang der Gasse. Puh! Ich schüttle meine Arme und Beine und mach mich locker. Wenn ich da rüber springe, will ich keine Bruchlandung hinlegen. Alles klar! Ich stelle mich in Position und laufe los. Immer schneller, immer schneller! Am Ende der Gasse springe ich ab, fliege über die Straße und rolle mich im Schutze der Gasse gegenüber ab. Ich stehe schnell auf und drücke mich an die Wand eines der Häuser. Hat mich jemand gehört? Von der Straße ist nichts zu hören. Hoffentlich war ich schnell genug. Ich schaue mich um. Es wäre besser, wenn ich nicht unbedingt über die direkte Straße zum Herrenhaus gelange. Parallel zu der Straße verläuft eine etwas schmalere Straße. Genau das, was ich brauche! Wieder im Schatten der Häuser setze ich meinen Weg fort. Irgendwann sehe ich am Ende der Straße einen prächtigen Zaun. Schließlich treffe ich auf eine weitere Straße, welche quer zu der verläuft, auf welcher ich gerade bin. Auf der anderen Seite ist das Herrenhaus, umgeben von einem hohen goldenen Zaun. Ich halte mich im Schatten versteckt, während ich den Zaun nach einer Stelle absuche, an welcher ich ihn unbemerkt überqueren könnte. Im Garten sind zwar einige Wachen, aber die stellen nur eine bedingte Bedrohung dar. Zu meiner Linken bieten ein Baum und ein bisschen Gebüsch die optimale Deckung. Ständig versteckend, nähere ich mich dem Platz. Ich passe einen Augenblick ab, in dem keine der Wachen mich sehen kann und überquere die Straße. Schnell zwänge ich mich durch die Zaunstangen. Ein bisschen Luft anhalten, dann geht’s schon. Ich hätte auch rüber klettern können, aber da wäre ich für einen Augenblick absolut ungeschützt und leicht zu sehen gewesen. Vorsichtig schaue ich aus dem Gebüsch raus. Im Garten sind mehrere Möglichkeiten sich zu verstecken und nur ein paar Wachen. Ich sehe einen Nebeneingang. Sehr gut! Wenn ich in die Tür reinkomme, sollte es nicht mehr allzu schwer sein. Ich nähere mich der Tür. An den Wachen vorbei zu kommen, ist gar nicht mal so schwer. Irgendwie sind die nur zur Zierde da. Keiner von denen passt richtig auf. Selbst als ich einmal ausversehen einen Ast zerbreche, guckt keiner nach was es ist. Ich beobachte die Tür. Zwischen mir und dem Haus ist jetzt kein weiteres Versteck mehr. Eine Wache befindet sich noch auf dieser Seite des Hauses, aber der Typ bewegt sich auf die Hausecke zu. Hoffentlich kommt jetzt keine andere Wache. Die Wache geht um die Hausecke und ist nicht mehr zu sehen. Ich renne los. So schnell und leise wie möglich. Ich reiße die Tür auf und schließe sie leise hinter mir. Zum Glück war sie offen. Ich befinde mich in einem schmalen Gang. Er ist nicht beleuchtet, aber vom Ende fällt Licht herein und ich kann wenigstens etwas erkennen. Vorsichtig schleiche ich mich zum Licht hin. Es kommt von einem etwas breiteren Gang her. Ich ziehe meine rechte Waffe. Wo soll ich jetzt hin? Nach rechts oder links? Vielleicht kann ich irgendetwas hören… Nein! Kann ich nicht! Oder doch? Da war doch was. Von links kommen gedämpfte Geräusche. An der Wand entlang gehe ich leise nach links, den Geräuschen entgegen. Ich begegne absolut niemandem. Irgendwie kommt mir das alles zu einfach vor. In der Stadt sind keine Wachen aufgestellt, im Garten sind nur Versagerwachen aufgestellt, die Hintertür war offen und unbewacht und hier auf den Fluren ist auch keiner. Ich schaue mich ständig um, aber es schleicht sich niemand von hinten an. Dafür werden die Geräusche immer lauter. Es hört sich eindeutig nach Piraten an. Ein Haufen Männer, der sich grölend mit Bier vergnügt. Hinter dieser Tür. Ich bin mir sicher. Für einen Augenblick stehe ich leise vor der Tür und lausche. Ich kann Hawkins Stimme nicht ausmachen, aber bei diesem ganzen Lärm ist das auch kein Wunder. Er spricht eher ruhig. Ich ziehe meine zweite Waffe auch noch. Eigentlich hatte ich gehofft Hawkins mit weniger Leuten anzutreffen, aber ich habe keine andere Chance. Wenn ich ihn treffen möchte, bevor Kid hier auftaucht, dann muss ich da jetzt rein. Los geht’s! Ich stoße die Tür mit einem kräftigen Tritt auf und schaue grimmig. Die Geräusche verstummen schlagartig. Der Raum ist mit bestimmt hundert übel aussehenden Piraten gefüllt. Vermutlich ist es Apoos Mannschaft. Aber ich sehe weder ihn, noch Hawkins. Scheiße! Schnell schließe ich die Türen wieder. Ich muss hier weg, bevor die da drinnen realisieren, was gerade passiert ist. Wo ist Hawkins? Ich laufe den Gang zurück. Es dauert keine halbe Minute, da höre ich, wie die Piraten die Verfolgung aufnehmen. Ich muss mich entweder verstecken, oder den richtigen Raum finden. Der Flur hat keine Fenster und wieder zurück in den Garten, wäre bescheuert. Verdammt noch einmal! Ich schaue hoch. Da oben ist ein Belüftungsschacht. Na gut! Ich halte an und springe hoch. Mit einer Hand halte ich mich fest, mit der anderen öffne ich die Klappe. Geschickt ziehe ich mich hoch und ziehe die Klappe wieder zu. Ich krabble auf allen Vieren weiter. Die grölenden Piraten kommen näher. Ganz still verharrend lasse ich sie vorbeirennen. Schnell setze ich meinen Weg fort. Plötzlich komme ich an eine Kreuzung. Welchen Weg soll ich jetzt nehmen? Ich lausche und versuche irgendwo Stimmen zu vernehmen. Es ist absolut nichts auszumachen, außer die Piraten. Ich biege nach links ab. Es dauert nicht lange, da komme ich wieder an eine Kreuzung. Wieder versuche ich irgendetwas zu hören. „Ach, halt dein Maul!“ Da! Von rechts! Leise, ohne irgendein Geräusch zu machen, krabble ich durch den rechten Gang. Ich gucke durch ein paar Rillen nach unten. Da unten ist ein großer runder Tisch mit sechs Sesseln. Puh! Ich bin relativ hoch. Höher als in einem normalen Raum. Ich schaue durch die nächsten Schlitze. Direkt unter mir ist ein Sofa mit einem niedrigen Tisch davor. Gegenüber ist noch ein Sofa. Zwei Männer stehen vor einem Kamin und streiten sich. Hawkins und Apoo. Apoo ist sehr sehr aufgebracht, aber Hawkins ist wie fast immer ganz ruhig. Jetzt muss ich nur noch unbemerkt reinkommen, damit ich sie überraschen kann. Durch das Belüftungssystem höre ich, wie Lärm näher kommt. Perfekt! Diese nervigen Piraten kommen direkt auf diesen Raum zu. Hawkins und Apoo unterbrechen ihren Streit. „Was soll das?“, knurrt Apoo. Er geht aus meinem Blickfeld raus. Vermutlich zur Tür. Hawkins reibt offensichtlich sehr genervt seine Schläfe und folgt dem Frosch. Das ist meine Chance! Vor Vorfreude kribbelt es schon in meinen Fingern. Leise öffne ich die Klappe und stecke vorsichtig meinen Kopf raus. Der Raum ist tatsächlich riesig. Hawkins und Apoo haben mir den Rücken zugewendet. Ich ziehe meinen Kopf zurück und strecke nun meine Beine durch das Loch. Lautlos lasse ich mich auf das Sofa unter mir fallen und komme geduckt auf. Ich mache es mir gemütlich, ziehe meine rechte Waffe und warte auf den perfekten Augenblick. Die Tür wird aufgestoßen. „Käpt’n!“ „Da war jemand!“ „Die ist einfach abgehauen!“ „Sah rattenscharf aus!“ „Aber auch gefährlich!“ „Die versteckt sich hier noch irgendwo!“ Ich schiebe die Kapuze von meiner Weste tief ins Gesicht. „Wer ist es?“, fragt Apoo grimmig. „Ich bin es!“, sage ich laut. Jedes Augenpaar in diesem Raum wendet sich mir zu. Hawkins schaut mich eine Weile ruhig an, während die Piraten rumschreien. „Die ist es Käpt’n!“ „Lass uns sie umbringen!“ „Die ist hier eingebrochen und wollte uns abknallen!“ „RUHE!“, schreit Apoo. „Wir kümmern uns um sie. Haut ab!“ Die Piraten ziehen murrend ab. Die ganze Zeit halte ich Hawkins Blick stand, auch wenn er mein Gesicht nicht wirklich sehen kann. Die Tür wird geschlossen und es wird ruhiger. „Willst du uns umbringen?“, fragt Hawkins. Ich hebe meine Knarre ein Stück an. „Was sagen dir denn deine Karten?“, frage ich kess zurück. Hawkins nimmt sich Zeit mit der Antwort. „Ich werde heute nicht sterben.“ „Siehst du!“, sage ich ohne die Waffe zu senken. „Wenn du uns nicht umbringen willst, dann stecke deine verdammte Waffe weg“, motzt Apoo rum. „Nein!“, sage ich hart. „Eure Teufelskräfte sind sofort einsatzbereit. Ich habe keine Teufelskräfte, deshalb muss ich meine Waffe einsatzbereit haben. Das ist nur fair.“ „Was willst du?“, fragt Hawkins ohne weiter auf die kleine Auseinandersetzung einzugehen. Ich grinse unter meiner Kapuze. „Erkennst du mich nicht?“, frage ich amüsiert. Es kommt keine Antwort. Ich stehe auf und gehe ein paar Schritte auf Hawkins zu. „Papa wäre bestimmt enttäuscht, dass du mich noch nicht verprügelt hast“, antworte ich und ziehe langsam meine Kapuze vom Kopf. Ich starre Hawkins in die Augen. Seine Miene verrät keine Überraschung. „Margrit“, sagt er ruhig. „Onkel“, begrüße ich ihn. Apoo guckt hektisch von einem zum Anderen. „Was ist das hier? Eine Familienfehde?“, fragt er aufgebracht. Ich grinse Kids Grinsen. Es färbt langsam auf mich ab. „Kann man wohl so sagen“, antworte ich. „Ich frage dich noch einmal. Was willst du hier? Willst du den Schatz wiederhaben, den ich für dich aufbewahre?“, fragt Hawkins ruhig mit etwas Sarkasmus in der Stimme. Ich schnaube. „Du hast ihn mir gestohlen. Weißt du eigentlich wie lange ich gebraucht habe, um ihn mir zusammenzusammeln?“, motze ich ihn an. „Was willst du?“, fragt Hawkins mich wieder. Ich atme laut aus und beruhige mich. Wieder mit dem gelassenen Grinsen im Gesicht, antworte ich: „Ich wollte meinen Onkel besuchen.“ Hawkins lacht. Es ist ein kehliges abartiges Lachen. Jemand wie er ist nicht dafür gemacht zu lachen. Mein Magen dreht sich um. „Du bist so erbärmlich!“, sagt mein Onkel mit einem ekligen Grinsen im Gesicht. „Du kämpfst dich durch den Sturm, brichst hier ein und weißt nicht einmal, was du von mir willst. Wie siehst du eigentlich aus? Hast zerkratzte Arme und Beine und ein zermatschtes Gesicht.“ Mein Körper verkrampft sich vor Wut. Und ob ich weiß, was ich will! Er soll einfach nur meinem Vater sagen, dass er mich getroffen hat, damit dieser es dann laut fluchend vor meiner Mutter verkündet. Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht ihr mitzuteilen, dass ich noch lebe und dass es mir gut geht. Ich bewahre mir mein Grinsen, auch wenn es ein bisschen verkrampft wirkt. An meinen Bluterguss habe ich überhaupt nicht mehr gedacht. Wenn da nichts gegen kommt, spüre ich ihn ja auch gar nicht. „Du kannst mich nicht einschüchtern“, antworte ich gespielt gelassen. „Wusstest du, dass ich das gleiche Kopfgeld habe wie du?“, frage ich beinahe beiläufig. Hawkins Gesicht verfinstert sich. Er ist zwar viel viel stärker als ich, aber er scheint für die Weltregierung nicht so gefährlich zu sein. Eigentlich verstehe ich nicht so ganz genau, weshalb ich so ein hohes Kopfgeld habe. Vielleicht habe ich mehr Chaos angerichtet als er. Das würde meine fehlende Stärke wieder ausgleichen. „Du sollst Respekt vor deinem Onkel haben“, sagt Hawkins drohend und kommt mir näher. Scheiße! So wütend wollte ich ihn eigentlich nicht machen. „Ich werde dich lehren, was es heißt seinen Onkel zu lieben!“, ruft Hawkins laut und holt aus. Ich werde nicht ausweichen. Es wird verdammt noch einmal wehtun, wenn er meinen Bluterguss trifft, aber ich werde nicht kneifen. „WAS IST HIER LOS?“ Kid! Es ist Kid. Mir fällt ein Stein vom Herzen. „Das ist meine Angelegenheit!“, sagt Hawkins laut und sein Arm saust nieder. Bevor ich getroffen werde, wird der Arm aufgehalten. Killer steht zwischen mir und Hawkins und fängt den Schlag mit seinem Arm ab. Mein Onkel funkelt böse. „Ich werde meiner Nichte jetzt die Leviten lesen. Haltet euch daraus!“, sagt er aufgebracht. Kid kommt wütend näher. „Wenn du einem meiner Crewmitglieder auch nur ein Härchen krümmst, nehme ich dich und dieses Versteck auseinander.“ Er steht direkt neben Hawkins. „Hast du mich verstanden?“, knurrt er gefährlich. Hawkins nimmt seine gelassene Form wieder an. „Sie ist dein Crewmitglied?“, fragt er ruhig. „Ja!“, antwortet Kid kurz angebunden. Hawkins starrt ihn eine Weile an, dann setzt er sich auf einen der Sessel, die um den runden Tisch stehen. Kid wendet sich nun mir zu. Killer geht zur Seite. „Was soll das?“, fragt er aufgebracht. Ich funkle ihn trotzig böse an. „Ich habe doch gesagt, dass ich Hawkins unbedingt sehen muss“, antworte ich gereizt. „Und ich habe dir ausdrücklich befohlen auf dem Schiff zu bleiben.“ „Ja und?“ Kid und ich leisten uns einen Wettkampf. Wir starren uns beide sauer an. „Heat!“, ruft er schließlich, ohne mich aus den Augen zu lassen. „Bringt Grit zurück zum Schiff und sorge dafür, dass sie es nicht verlässt, bis ich wieder da bin“, befiehlt er ihm. In mir kocht es vor Wut. Jetzt will er mich auch noch auf dem Schiff einsperren. Schön! Er hat es so gewollt. Heat kommt und packt mich am Arm. „Tyrann!“, spucke ich ihm entgegen und lasse mich von Heat aus der Halle zerren. Ich schlage die große Tür hinter mir zu. Während wir durch die Gänge gehen, fluche ich leise vor mich hin. Dieses Arschloch! Als wir draußen auf der Straße sind, schüttle ich Heats Arm ab. „Ich kann alleine gehen!“, motze ich ihn an. Er sagt die ganze Zeit kein Wort. Als wir das Schiff betreten, beobachten uns viele interessierte Blicke. Ich habe mich noch immer nicht beruhigt. Mit vor Wut verzerrtem Gesicht lasse ich jeden links liegen. Ich komme an John und Kalle vorbei, aber ein vernichtender Blick, hält sie davon ab, zu mir zu kommen. Ohne weitere Umwege steure ich direkt auf die Gummizelle zu. Ich muss meine Wut ablassen.

    Verschwitzt sammle ich meine Waffen und meine Weste auf. Ich bin total ausgepowert. Träge schleppe ich mich in meine Kajüte und gehe unter die Dusche. Das tut gut. Das Wasser prasselt auf meinen Körper und wäscht den ganzen Schweiß und damit auch die ganze Wut ab. Ich bin nicht mehr sauer, aber so einfach davon kommen, lasse ich Kid auch nicht. Draußen steht die Sonne bereits tief. Ich muss mich beeilen. Bestimmt kommt Kid bald zurück. schnell ziehe ich mir etwas Bequemes zum Schlafen an und laufe in die Küche. Ich habe Hunger. Abendessen war schon. Auf dem Tresen steht ein Teller mit belegten Broten. Da drauf liegt ein Zettel. „Grit“ steht auf dem Zettel geschrieben. Ich lächle verstohlen. Echt lieb! Schnell nehme ich mir einen Stift, schreibe „Danke“ auf den Zettel und nehme mir die Brote. Ich staple sie alle übereinander, hole mir meine Decke aus der Kajüte und verziehe mich wieder in die Gummizelle. Heute Nacht penne ich hier. Ich setze mich hin und esse die Brote. Wird Kid mich suchen, oder ist er genauso angepisst und denkt, dass eine Nacht in getrennten Betten genau das Richtige ist? Hoffentlich sucht er mich. Das würde schließlich bedeuten, dass ich ihm wichtig bin. Aber ich will auch nicht die Beziehung aufs Spiel setzen, nur weil ich so stur bin. Ich liebe ihn einfach zu sehr. Wie lange sitze ich hier eigentlich schon? Mittlerweile ist der Raum schon komplett dunkel. Durch das einzige Bullauge fällt nur noch ein leichter Lichtstrahl, der vom Mond kommt. Ich kuschle mich in meine Decke. Wo bleibt Kid? Ich vermisse ihn. Eine Träne läuft meine Wange runter. Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich nicht schon längst bei Kid und liege neben ihm im Bett? Ich will zu ihm. Mir doch egal, wenn ich jetzt nachgebe. Ich will einfach keine Nacht ohne ihn verbringen. Noch mehr Tränen laufen meine Wangen runter. Ich gehe jetzt zu ihm.

    Kids Sicht
    Unruhig gehe ich im Raum auf und ab. Heat ist sich sicher, dass sie das Schiff nicht verlassen hat. Bestimmt ist sie in der Gummizelle. Warum hat sie die Decke mitgenommen? Will sie da etwa übernachten? Vielleicht sollte ich es sie einfach lassen machen. Aber das will ich eigentlich nicht. Ist es zu egoistisch, wenn ich sage, dass ich ohne sie nicht einschlafen kann? Wenn sie nachts nicht neben mir liegt, dann fehlt etwas. Das kann ich einfach nicht. Ich bin auch gar nicht mehr böse auf sie. Grit soll wieder bei mir sein, das ist alles was ich will. Verdammt noch einmal! Ich geh sie jetzt holen. Entschlossen öffne ich die Tür. Ach du scheiße! Ich hätte fast geschrien, weil ich mich erschreckt habe. Mein Herz hämmert in meiner Brust. Allerdings weiß ich nicht genau, ob es wegen dem Adrenalin ist, oder wegen Grit. Sie steht in ihrer Decke gehüllt, weinend und mit großen Augen vor der Tür. Grit! Sie schaut mich einen Augenblick erschrocken an, dann lässt sie ihre Decke fallen und umarmt mich. Ich lege meine Arme erleichtert um sie und lege meinen Kopf auf ihren. Grit hält sich an meinem T-Shirt fest. Ich schließe meine Augen und flüstere: „Ich liebe dich Grit!“ Ein Heulkrampf schüttelt sie. „Ich liebe dich doch auch“, bringt sie mit leiser wegbrechender Stimme hervor. „Hey“, sage ich in meiner sanftesten Stimme. Ich lasse sie los und drehe ihr Gesicht vorsichtig so, dass ich sie richtig angucken kann. Sie zieht ihre Nase hoch. Ein Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus. „Es ist doch alles in Ordnung.“ Ich wische ihr die Tränen weg. Grit schaut mich einfach nur an und nickt. Sie bringt ein ganz leichtes Lächeln zu Stande. Ein Kuss! Wäre das jetzt nicht schön? Sie so nah zu haben, danach sehne ich mich. Aber ich will nicht, dass sie wieder ohnmächtig wird. Als ich ihr das letzte Mal näher kam, ist sie bewusstlos zusammengesackt. Vielleicht sollte ich noch ein wenig warten. Ich streichle ihr langsam über die linke Gesichtshälfte. Noch immer hat sie den riesigen Bluterguss. Es tut mir weh das zu sehen. Sie sollte keine Schmerzen leiden. Ob ich ihr wohl einen Kuss auf die Wange geben kann? Ich habe sie schon mal auf die Stirn geküsst. Aber da hat sie geschlafen. Verdammt noch einmal, ich tu es einfach. Ich nehme ihre rechte Wange in meine Hand. Mit wildem Herzklopfen komme ich ihr näher. Es macht mich wie immer verrückt. Grit beißt sich leicht auf ihre Unterlippe. Mein Herz scheint gleich aus meiner Brust zu springen.

    Grits Sicht
    Ich muss schlucken. Sein Gesicht kommt immer näher. Vor meinen Augen dreht sich alles. Mein Magen fühlt sich auch nicht besonders gut an und mein Herz klopft unglaublich schnell. Bloß nicht wieder ohnmächtig werden. Vor meinen Augen flackert es. Nein! Es ist viel zu schön, um den Moment jetzt mit so etwas zu zerstören. Ich spüre Kids Lippen auf meiner linken Wange. Die Berührung ist ganz sanft, ganz leicht. Dennoch spüre ich sie ganz genau, spüre, wie Kid sanft mit den Lippen über meinen Bluterguss streicht. Ich keuche. Mein Herz setzt aus. MEIN HERZ SETZT AUS! Mein Herz fängt wieder an und schlägt doppelt so schnell und laut. Meine linke Wange brennt wie Feuer. Aber nicht weil es schmerzt, sondern von Kids Berührungen. Wie wird es erst sein, wenn er mich auf den Mund küsst? Ich kann es kaum erwarten. Plötzlich spüre ich Kids rechte Hand an meiner Hüfte. Wie lange liegt die schon da? Kid legt seine Stirn an meine und zieht mich näher zu sich ran. Ich habe gar nicht gemerkt, dass er seinen Kopf bewegt hat. Mit seinen gelben Augen schaut er direkt in meine Augen. Jetzt werde ich mich nicht mehr so schnell von ihm losreißen können. Zaghaft lege ich meine Arme um Kids Hals. Er ist mir so nah. Immer noch dreht sich alles in meinem Kopf. Die Zeit steht still. Ich beiße mir mal wieder auf die Lippe. Warum küsst er mich nicht? Es sind nur noch wenige Zentimeter. Ich könnte sie auch überbrücken, aber ich trau mich nicht. Außerdem glaube ich nicht, dass ich das überstehen würde. Mit total abwesenden Gedanken, spiele ich mit den Haaren in Kids Nacken rum. „Ich glaube es ist Zeit ins Bett zu gehen, Kleines“, sagt Kid in einer tiefen, sehr verführerischen Stimme. Ich halte die Luft an. Der Klang dieser Stimme macht mich immer wuschig im Kopf. In Kombination mit meiner bereits vorhandenen Verfassung, macht es meinen Zustand nur noch matschiger. „Ja“, hauche ich. Zurzeit ist es mir unmöglich zu sagen, ob ich müde bin oder nicht. Eigentlich spüre ich überhaupt gar keine körperlichen Bedürfnisse mehr. Kid löst meine Hände von seinem Nacken und nimmt meine linke Hand in seine. Mit seiner freien Hand greift er nach meiner Decke und macht die Tür zu. Ich verfolge jede seiner Bewegungen mit meinen Blicken. Wir gehen zum Bett und ich lege mich hin. Kid legt die Decke auf mich. Er legt sich ebenfalls unter die Decke und rutscht an mich ran. Seine linke Hand legt er unter seinen Kopf und ich lege meinen Kopf auf den angewinkelten Arm. Kids anderer Arm ist über meine Taille gelegt. Er hält mich fest, aber ich fühle mich nicht gefangen. Tatsächlich fühle ich mich so frei, wie selten zuvor. Ich bewege mein Bein etwas und schiebe es zwischen die von Kid. So fest umschlungen fühle ich mich geborgen und sicher. Ich schließe die Augen und plötzlich kommt die Müdigkeit. Meine Atemzüge beruhigen sich. Langsam kehrt in meinen Kopf und in meinen Magen wieder Ruhe ein. Meine Gedanken werden immer dösiger…

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Bahar ( 99888 )
Abgeschickt vor 166 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari ( 52165 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja ( 57034 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari ( 52165 )
Abgeschickt vor 177 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa ( 22446 )
Abgeschickt vor 181 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar ( 10063 )
Abgeschickt vor 183 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life ( 63895 )
Abgeschickt vor 184 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee ( 10932 )
Abgeschickt vor 254 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann ( 89282 )
Abgeschickt vor 263 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA ( 64916 )
Abgeschickt vor 291 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja ( 14911 )
Abgeschickt vor 307 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea ( 64467 )
Abgeschickt vor 307 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar ( 00301 )
Abgeschickt vor 333 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky ( 55748 )
Abgeschickt vor 359 Tagen
OK danke für die Info
Ronja ( 58949 )
Abgeschickt vor 360 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊
Vicky ( 40966 )
Abgeschickt vor 363 Tagen
Hallo Ronja wie viele Teile giebt es den insgesamt ? Die fanaction war so cool ich bin jezt bei 33 giebt es noch mehr ?
Lu ( 48365 )
Abgeschickt vor 377 Tagen
Ich finde die story echt cool obwohl ich mir garnicht mag😃! Bitte schreib weilet
Rika Nara/Weasley ( 16164 )
Abgeschickt vor 383 Tagen
Ach so, bei Kid kann man ja nie wirklich wissen
wie er gerade so drauf ist :-) Schreib bitte
schnell weiter. Bei so SCHÖNEN Geschichten
kann ich es immer NICHT ABWARTEN. :-)
Ronja ( 45778 )
Abgeschickt vor 385 Tagen
@Rika Nara/Weasley Kid hat nur eine Ansage gemacht. Es wurde niemand zusammengeschrien ^^
Rika Nara/Weasley ( 60541 )
Abgeschickt vor 386 Tagen
Wieso musste Kid denn laut werden, wer hat denn
[BEEP] gebaut? :-) Wie immer schönes Kapitel.
Mach bitte schnell weiter. :-)