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Vampire Knight: Die Geschichte von Chinmoku Akira. 1: Der Junge mit den Silberhaaren

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1 Kapitel - 1.453 Wörter - Erstellt von: Safomaly - Aktualisiert am: 2015-05-27 - Entwickelt am: - 1.161 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Akira war in diesem Waisenhaus gewesen, seit sie sich erinnern konnte und das war nicht besonders lange her. Aus einer Laune heraus hatte sie sich damals entschieden, nie wieder ein Wort zu sagen, wenn es nicht absolut notwendig war. Vier Jahre lang hatte sie nicht gesprochen. Doch dann kam alles anders...

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    1 Der Junge mit den Silberhaaren

    Ich hatte nie etwas anderes gewollt, als meine Ruhe. Seit ich in diesem Waisenhaus aufgewacht war und weder wusste wer ich war, noch wo ich hingehörte, hatte ich mir diese Ruhe erhalten. Von dem Tag an, an dem ich in das Waisenhaus gekommen war, hatte ich kein Wort mehr gesprochen. Ich hatte mich strikt geweigert, auch nur einen Ton von mir zu geben, nachdem ich erfuhr, dass meine Eltern mich scheinbar ausgesetzt hatten und niemand nach mir gesucht hatte. Ich war acht und ich war beleidigt. Jedes andere Kind hätte einen Trotzanfall bekommen, aber an diesem Tag hatte mir die Energie dazu gefehlt und stattdessen entschied ich mich, zu schweigen. Die Therapeuten gingen ein und aus, die Betreuer versuchten mich zum Sprechen zu bringen, ohne Erfolg. Ich hatte auf alles reagiert, was mich interessiert hatte und hatte mittels halbherziger Gesten klargemacht, dass ich sie durchaus verstand. Alles andere war jedoch ohne jeglichen Wert für mich.
    Die Hausleiterin Ms. Foruko, eine Frau mittleren Alters mit dunklen, grünen, aber wachen Augen, lies nicht locker. Sie wusste nichts mit mir anzufangen, nahm mich aber dennoch als neues Mitglied auf. Sie gab mir den Namen Chinmoku Akira und lies ihn in meine neuen Dokumente eintragen.
    Ich hatte mich frei auf dem Gelände bewegen dürfen, als ich ein Jahr dort verbracht hatte. Schnell fand ich einen Zufluchtsort, der mir eine Welt darbot, zu der ich nicht Nein sagen konnte, Bücher. Ich las mich durch alles, was mir andersartig erschien, unrealistisch und weit von mir entfernt. Ich hatte dabei einen laut der Therapeuten wirklich seltsames Faible für bestimmte Gattungen entwickelt. Ich las Fantasy, die einzige Beschäftigung, die ich den gesamten Tag über hatte, die einzige die ich akzeptierte. Nach einem halben Jahr, gab es kein Buch mehr in der gesamten Bibliothek, die für ein Waisenhaus im Nachhinein betrachtet, exorbitant groß gewesen war, das ich nicht schon dreimal gelesen hatte und ich begann, mich zu langweilen. Die Nähe zur Realität, die in den anderen Werken steckte, in Krimis und Romanen, in Liebesschnulzen und sogar in Comics, fand ich abstoßend. Ich griff zu Geschichtsbüchern. Ich las sie, als wären sie nur eine weitere Handlung, die sich ein Autor ausgedacht hatte, und sie fesselten mich. Ich las mich durch die Epochen, durch Kriege, durch Hexenverfolgungen, durch Frankreich, Spanien, Amerika, durch Afrika und durch Australien. Die Vergangenheit der Menschen, eine fremde Welt, genau das, was ich gesucht hatte. Die Naturwissenschaften ließen mich meist kalt, bis auf Biologie, wobei ich mich dabei zunächst nur auf die Dinge beschränkte, die ich nicht sehen konnte. Ich begriff bald, dass ich diese aber nur verstehen konnte, wenn ich mich mit dem Basiswissen auseinander setzte, dass leider gar nichts von meiner Traumwelt hatte. Nach vielem hin und her biss ich mich durch. Als die Bibliotheksaufsicht bemerkte, dass ich Schulbücher las, wurde ich in die Schule des Waisenhauses gesteckt. Ms. Kingu, die Lehrerin für Chemie, Physik, Fächer die meine Aufmerksamkeit nicht verdient hatten, und Biologie war dauernd aufgebracht. Meine sogenannte Ignoranz, brachte sie zur Weißglut. Sie drohte, meine Noten wegen meiner mangelnden Beteiligung herunterzusetzen, mir Nachsitzen zu erteilen, mich bei der Hausleitung anzuschwärzen und und und. Auf meinem Zeugnis wurde mir jedoch nur ein Problem mit Disziplin, Respekt und Autorität zugesprochen. Meine Noten in Geschichte, Biologie, zwei Fremdsprachen und Musik profitierten von meinen guten Prüfungsergebnissen und retteten meist den Durchschnitt auf ein knappes „BESTANDEN“. In ihnen war ich besser als der Rest der Klasse. Immer wieder versuchten die anderen drei Lehrer, mich von meinem großen Potenzial zu überzeugen. Ich wies sie ab.
    Die Einzige, der ich zuhörte, war die Musiklehrerin. Sie brachte mir bei, Klavier zu spielen. Es gefiel mir, die Tasten zu drücken und immer schönere Klänge, die jegliche Gefühle auf der Welt und in allen anderen Welten zum Ausdruck bringen konnten, zu erzeugen. Ich war ruhiger geworden. Meine störrische Entschlossenheit, die Realität von mir abzuweisen, begann sich in eine Art Lebensphilosophie zu verwandeln. Ich fing an, auch zu lächeln, wenn mir etwas gefiel, hütete mich jedoch davor, größere Begeisterung oder Aktivität zu zeigen. Meine Ruhe war immer noch meine höchste Priorität. Bis zu jenem Tag, an dem ich diese Philosophie für etwas Banales aufgab.
    Vier Jahre hatte ich in diesem Gemäuer verbracht. Ich kannte seine Winkel und Ecken und wusste, dass ich nirgendwo unbeobachtet war. Mich störten andere Leute nicht, mich störten die, die mich gezielt beobachteten. Ich hatte längst gelernt, dass der zwar nicht unbedingt gemütlichste aber ruhigste Ort das Vorzimmer des Büros der Hausleiterin war. Ein Raum ganz in weiß, wie in einer Arztpraxis das Wartezimmer. Farbe brachten nur die vereinzelten Pflanzen und die grünen Plastikstühle, die mit wieder weißem Sitzkissen belegt waren. Ein Spiegel hing an der Wand zum Büro von Ms. Foruko, der einseitig durchsichtig war. Natürlich nicht von meiner Seite, aber das war halt nicht zu ändern und es war mir lieber, dass von Zeit zu Zeit die Hausleiterin einen Blick zu mir warf, den ich eh nicht sehen konnte, als dass ich nicht mehr konzentriert meine Bücher lesen konnte. So hatte ich mich also an einem regnerischen Samstag in das Wartezimmer verzogen. Das Frühstück hatte ich ausfallen lassen, weil samstags in unserer kleinen Kantine immer die Hölle los war. Stattdessen sog ich den Inhalt des zweiten Bandes der neuen Fantasyreihe in mich auf, die in der Bibliothek ausgestellt worden war. Ich hatte gerade das dritte Kapitel geschafft, als die Tür aufging und Ms. Foruko einen Jungen meines Alters mit silberweißen Haaren hereinschob.
    „Setz dich doch ruhig einen Moment hier herein solange Mr. Cross und ich die Formalien klären. Ach hallo, Akira.“ Ich nickte ihr zu und lächelte bemüht freundlich obwohl mir der scheinbare Neuzugang gerade die Spannung verdorben hatte. Der Junge setzte sich auf einen Stuhl mir gegenüber und starrte weiter auf den Boden. Die Hausleiterin schloss die Tür und ließ mich mit ihm allein. Na toll… ich schaute ihn nicht weiter an und griff meine letzte Zeile wieder auf. Weit kam ich nicht. Nach kurzer Zeit spürte ich den Blick meines Gegenübers auf mir liegen. Genervt sah ich auf und blickte in ein lila-graues Augenpaar, das so unendlich traurig aussah, dass es mir für einen Moment den Atem verschlug. Ich konnte nicht begreifen, wie alle existierenden schrecklichen Dinge nur in dieses Paar Augen passten. Wie festgefroren starrte ich den Jungen an und er mich. Ich weiß nicht wie lange es gedauert hatte, bis Ms. Foruko wieder hereinkam, es mögen wohl nur einige Sekunden gewesen sein, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich riss mich zusammen und sah auf.
    „Zero, wir wollen gehen. Es ist alles so weit.“ Ein Mann mit langen, zurückgebundenen, blonden Haaren streckte den Kopf zur Tür herein. Der Junge stand auf und ging ohne sich noch einmal umzudrehen zu den Erwachsenen hin. Es juckte mich, ihm irgendwie zu helfen. Irgendwas in mir wollte ihn schützen vor dem, was er erlebt haben musste. Nervös und unentschlossen rutschte ich auf meinem Stuhl hin und her.
    „Zero“, rief ich dann. Er sah mich irritiert an. Ich lächelte. „Alles wird wieder gut.“ Langsam nickte er, drehte sich dann seinem Begleiter zu und verließ den Raum. Ms. Foruko war wie vom Donner gerührt und sah mich völlig entgeistert an.
    „Ich wusste, du kannst sprechen!“, lachte sie dann plötzlich auf und hüpfte beschwingt hinter den Besuchern her nach draußen.
    Verdammt noch einmal!, fluchte ich innerlich. Warum konntest du nicht einfach deine Klappe halten wie du es die letzten 4 Jahre auch gemacht hast? Jetzt wirst du keine ruhige Stunde mehr haben.

Kommentare (8)

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Sky (92817)
vor 314 Tagen
OMG!!!!!! ICH LIEBE DEINE GESCHICHTE,UND DEINEN SCHREISTYLE!!! BITTE SCHREIB WEITER !!!!! BITTE!!!!

Echt einfach nur WOW!!!!!
Yukki-Chan ( von: Yukki-Cha)
vor 338 Tagen
Wirklich tolle Geschichte bitte schreib weiter ^^
sina (52455)
vor 441 Tagen
Du musst unbedinkt weiter schreibe es währe cool wenn sie zu reinblüter würde und was mit zero und kaname anfangen würde eine schiksalhafte wende und auf keinen Fall was mit aido-sempai
rojin dogan (28284)
vor 714 Tagen
du musst einfach weiter schreiben ich bin sooo aufgeregt also mich als fan hast du schon in der tasche ;-D
ichderpirat99 (94907)
vor 734 Tagen
Wann schreibst du denn weiter bin gespannt wie es weiter geht.
Safomaly (52000)
vor 783 Tagen
Ich hoffe es, gefällt euch und freu mich immer über Kritik und Verbesserungsvorschläge. Ich habe die Serie allerdings auf englisch geguckt und es könnten einige Unstimmigkeiten auftreten, also nicht wundern ;)
xxkekscookiexx (32051)
vor 784 Tagen
Super geschrieben, es ist sehr spannend gestaltet und man möchte unbedingt wissen wie es weiter geht. Bitte schreib weiter! :)
ichderpirat99 (54266)
vor 785 Tagen
Bitte schreib schnell weiter. Bin gespannt wies weitergeht