Hin und wieder zurück (5)

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3 Kapitel - 3.262 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2015-05-27 - Entwickelt am: - 995 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

1
Stöhnend versuchte ich mich aufzurichten. Alles war dunkel. Mein ganzer Körper schmerzte. Mein Mund war trocken. „Wasser“, flüsterte ich heiser. Jemand hielt mir ein Gefäß an die Lippen und ich trank gierig. Dann wurde mir das feuchte Tuch, das über Stirn und Augen gelegen hatte, heruntergenommen und die plötzliche Helligkeit ließ mich zusammenzucken.
„Alles ist gut. Beruhige dich“, hörte ich eine vertraute Stimme. Es war Bofur. Er stand neben meinem – was war das eigentlich, auf dem ich da lag? Ein Bett schien es nicht zu sein. Der süße Geruch kitzelte meine Nase und ich musste Niesen. Ich lag auf einem Haufen von Heu. Bofur wollte mir ein „Taschentuch“, das hieß, einen schmutzigen Streifen seines Ärmels, anbieten, aber ich lehnte dankend ab. Dann versuchte ich mich aufzusetzen. Meine Glieder waren ganz steif. Mein Magen knurrte. „Himmel, wie lange war ich den weg?“, fragte ich mit kratziger Stimme.
„Zwei Tage. Du bist einfach umgekippt, nachdem die Adler uns auf dem Carrock abgesetzt hatten. Hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt!“
Ich verzog meine Lippen zu einem Lächeln. „Wo sind wir hier? Und wo ist Kili?“, fragte ich. „Ich meine, wo sind die anderen Zwerge?“, verbesserte ich mich rasch. Bofur grinste. „Wir sind bei Beorn eingekehrt. Er ist nachts ein Bär. Aber keine Sorge, er wird dich schon nicht auffressen. Aber du solltest trotzdem auf der Hut sein.“ Verstört sah ich ihn an, da brach er in Lachen aus. Ich verstand zwar nicht ganz, wie viel davon ein Witz gewesen war, aber ich ging davon aus, dass ich nicht in Lebensgefahr schwebte. Noch nicht.
„Die anderen sind mit Beorn Holz holen gegangen. Und was unseren Babyzwerg“ – bei diesen Worten verzog ich das Gesicht zu einer Grimasse – „angeht, der wollte dir gar nicht von der Seite weichen. Wir haben ihn dann doch überredet, mal frische Luft zu schnappen.“
Ich nickte. Alles war gut. Naja, bis auf eins. „Bofur, ich verhungere hier gerade! Mein Magen knurrt so laut, dass er einen Drachen wecken könnte!“, scherzte ich und sofort sprang der Zwerg auf und brachte mir einen Teller mit Brot und Käse und einen Krug Milch. Ein einfaches Mahl, doch es schmeckte herrlich, war das Brot doch gerade erst frisch gebacken worden.
Mit dem Essen kehrten meine Lebensgeister zurück und ich beschloss, ein bisschen nach draußen zu gehen. Ich hatte die große Hütte schon von innen begutachtet, jetzt wollte ich sie von außen sehen.
Es war wunderschön. Felder, grüne Wiesen und haufenweise Tiere. Nicht alle von ihnen sahen sehr gewöhnlich aus, aber mittlerweile konnte mich so leicht nichts mehr aus der Ruhe bringen. In der Ferne am Waldrand sah ich eine Gruppe kleiner Männer auftauchen. „Sie kommen zurück!“, rief ich Bofur zu, der auf einer Bank saß und genüsslich seine Pfeife rauchte. Er nickte schläfrig und lehnte sich zurück. Fauler Zwerg. Ich hingegen rannte den anderen entgegen, froh, dass meine Beine etwas zu tun hatten.
Ich fiel Kili um den Hals, mittlerweile war mir klar geworden, dass ich ihn wirklich sehr mochte und es war mir egal, wenn die anderen das vielleicht komisch fanden. Augenbrauen wurden hochgezogen und Gelächter erfüllte die Luft, aber Kili drückte mich fest an sich und das machte alles wieder wett. „Schön, dass es dir wieder besser geht!“, flüsterte er mir ins Ohr. Es kitzelte und ich lachte.
Thorin warf mir finstere Blicke zu, aber Thorin’s Blicke sind generell finster, also machte es mir nichts aus.
Wir gingen zum Haus zurück. Die Zwerge stellten mir Beorn vor, der mich ehrlich gesagt ziemlich einschüchterte. Er war ziemlich groß und ich glaubte sofort, dass er sich in einen Bären verwandeln konnte.
Aber er war sehr freundlich und gab uns noch mehr essen. Und obwohl ich gerade erst gegessen hatte, konnte ich schon wieder zwei dicke Scheiben Brot verdrücken. Wir alberten herum und ich hatte unsere Aufgabe schon fast vergessen, als Thorin uns in Erinnerung rief, dass wir am nächsten Morgen aufbrechen würden. Schade eigentlich. Ich mochte Beorn, sein Haus, seine Tiere und die entspannte Atmosphäre. Aber das ist nicht der Stoff, aus dem Abenteuer bestehen. Das hatte ich mittlerweile auf die harte Tour gelernt. Ich wollte immer eins erleben, und als ich dann hineingepurzelt war, hatte ich festgestellt, dass es gar nicht sooo toll war. Ehrlich gesagt ziemlich anstrengend, beängstigend und ungemütlich. Tja, manchmal hat man die Wahl und manchmal eben nicht.
Wir packten unsere Sachen, sogar genügend Essen für die nächsten Wochen bekamen wir von Beorn. Er würde uns morgen sogar einige seiner Pferde leihen. Ich war ihm sehr dankbar. Warum tat er das eigentlich für uns? Er hatte nichts davon, außer ein paar Scherereien mit Orks. Ich beschloss, mich einfach zu freuen, dass wir ausnahmsweise mal Glück hatten. Dann grübelte ich nicht weiter nach. Es machte einen sowieso nur verrückt.
Diese Nacht schlief ich gut und entspannt. Alle Monster und so kamen nicht an mich ran. Wenigstens einmal hatte ich ruhe.
Am Morgen frühstückten wir noch ausgiebig, dann brachte uns Beorn seine Ponys. Aber was für welche! Die waren wunderschön und ich verliebte mich auf Anhieb in mein Reittier. Wir stiegen auf und schon waren wir wieder unterwegs.
Wir ritten über eine Ebene, im Osten konnte man einen dunklen Streifen am Horizont erkennen. Das musste der Düsterwald sein. Den würden wir wohl leider durchqueren müssen. Darauf hatte ich gar keine Lust. Tja, heute war vermutlich wieder ein „…oder man hat die Wahl nicht“ Tag. Ich hasse solche Tage.
Gegen Mittag waren wir dann da. Obwohl die Sonne hoch am Himmel stand, schien der Wald Dunkelheit auszustrahlen. Die Pferde wurden unruhig und ich streichelte meines sanft. Aber selbst diese alltägliche Bewegung vermochte es nicht, mich selbst zu beruhigen.
Thorin wollte mit den Pferden weiterreiten, doch Gandalf erinnerte ihn, dass Beorn das nicht wollte. Außerdem bezweifelte ich, dass sie uns überhaupt von großem Nutzen sein würden, so schmal und angsteinflößend der Pfad durch Düsterwald war. Schweren Herzens nahm ich meinem Pony das Gepäck ab und lud es mir auf die Schultern. Dann gab ich ihm einen Klaps auf die Flanke und es trabte zurück nachhause. Wir füllten noch einmal alle unsere Wasserbeutel an einer Quelle, denn dem Wasser im Wald sprach man Magie zu und ich wollte nicht riskieren, auf einmal grüne Haut zu bekommen oder so.
Wir machten uns zögerlich auf den Weg, wieder mal ohne Gandalf, der anscheinend immer verschwand wenn es heikel wurde. Niemandem war die stickige Dunkelheit geheuer. Wieder waren wir zu Fuß unterwegs. Aber das war mein geringstes Problem.

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