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Der Erbe des dunklen Herrschers Kapitel 21

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2 Kapitel - 3.761 Wörter - Erstellt von: Morgoth25 - Aktualisiert am: 2015-05-19 - Entwickelt am: - 1.182 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Kennt ihr diesen Moment, wenn euch etwas so im Herzen berührt, dass euch die Tränen kommen und ihr ein merkwürdig, bedrückendes Gefühl in der Magengegend bekommt?

Solch einen Moment hatte ich gerade beim schreiben der Geschichte von Barahil und Luthiel.

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    Die Liebe kennt keine Grenzen,, Mein Herr, König Eldarion gab den Befehl zum Angriff! Eine gewaltige Streitmacht von Menschen, Elben und Beoringern r
    Die Liebe kennt keine Grenzen

    ,, Mein Herr, König Eldarion gab den Befehl zum Angriff! Eine gewaltige Streitmacht von Menschen, Elben und Beoringern reiten in diesem Moment nach Fornost, um dem Feind die Stirn zu bieten und sich für den Tod der Königin an ihrem Anführer zu rächen!`` schnaufte mir der gondorianische Bote entgegen, als dieser in meine fürstliche Halle trat. Ich sah den Mann nickend auf meinem silbernen Stuhl, gekennzeichnet durch das Symbol des weißen Baums an und entgegnete:,, Macht die Pferde bereit! Ich schließe mich dem König mit meinen dreihundert Männern an! Gemeinsam reite ich mit meinem Vater Elboron, als Enkel Faramirs und Eowyns in diese Schlacht und biete den Orks die Stirn!`` Der Bote, welcher lange, braune Haare hatte, sowie einen Dreitagebart verneinte diesen Befehl kopfnickend und sprach:,, Aber Herr Barahir! Der Hochkönig der Menschen verlangt von euch, dass ihr mit euren Waldläufern nach Dol Amroth geht, um die dort liegenden Schiffe für eure Flotte zu benutzen!`` Ich saß bis zu diesem Satz noch ruhig auf meinem Thron, doch als dieser angab, wir sollten segeln, verschluckte ich mich am Wein, welchen ich kurz vor dem Satz aus einem goldenen Kelch trank und schrie den Kundschafter entsetzt an:,, Was hat der König befohlen? Wir sind Waldläufer und keine Seeräuber, wie die Korsaren aus Umbar!`` Als der Bote sich aber erneut wiederholte, dass dies eine strenge Anweisung des Königs war, wollte ich mich dem Willen des Erben Isildurs nicht wiedersetzen und trommelte daraufhin dreihundert Männer Ithiliens herbei und erklärte ihnen die Situation. Als ich auf dem Balkon des weißen Hauses Ithiliens stand und den Männern zu verstehen gab, dass wir in den Norden segeln sollten, um den Orks den Fluchtweg von hoher See aus abzuschneiden, wurden die Waldläufer in ihren braunen Mänteln unruhig. Dennoch hielten sie sich aber, wenn auch etwas zögernd an meine Anweisungen und wir wanderten fünf Tage gen Westen zur größten Küstenstadt Gondors. Als wir die gebirgige Halbinsel endlich erreichten, standen uns die Tore der Küstenstadt bereits offen. Das Volk Dol Amroth versammelte sich bereits an den Seiten der Hauptstraße und jubelten mir und meinen dreihundert Waldläufern zu, als hätten wir den Krieg bereits gewonnen. Langsam schlenderte ich an den Menschenmassen vorbei, die sich zwischen den engen Gassen der weißen Häuser versammelten, doch plötzlich hielt mich eine ältere, im Gesicht faltige Dame in einem blauen, langen Kleid und grauen, schulterlangen Haaren fest und starrte mich mit ihren braunen, glänzenden Augen an:,, Bitte Herr, sorgt dafür, dass das wiedervereinigte Königreich bestehen bleibt! Ich möchte nicht, dass meine schöne Stadt von Orks und Trollen zerstört wird und die Kinder hungernd und halbtod in den Gassen liegen! Bitte! Gewinnt diese Schlacht!`` Ich wollte der Frau natürlich nicht sagen, dass wir Fornost niemals betreten würden und auch nicht in der eigentlichen Schlacht Arnors mitwirkten, doch ihre Augen glänzten so voller Hoffnung und Freude, da wollte ich ihr diese nicht auch noch nehmen und hielt ihre beiden Hände:,, Nein! Wir werden dafür sorgen, dass der Feind Dol Amroth niemals erreichen wird! Das verspreche ich ihnen!`` Dann zog ich weiter und die alte Frau strahlte und winkte meinen Männern mit einem weißen Taschentuch entgegen. Nachdem wir die Hauptstraße der Stadt verließen und es bisher immer nur steil bergauf ging, wurde die Festung doch auf einem Berg erbaut, bogen wir links in eine Seitengasse ein, wo es steil bergab ging. Die Sonne schien auf die weißen Dächer der Bastion. Auf einmal endete der weiß- graue Pflasterstein, welcher uns den Weg wies und ein langer, weißer Sandstrand erweiterte unseren Horizont. Über unseren Köpfen flogen die Möwen hinweg. Dies war ein Anblick, der mir bisher verborgen blieb. In meiner gondorianischen Rüstung und meinen blauen Umhang steuerte ich auf eine kleine Handvoll Soldaten zu, welche am anderen Ende des Strandes auf uns warteten. Es waren vielleicht gerade einmal einhundert Krieger, angeführt von einem bärtigen, etwas älteren Mann. Hinter seinem Rücken lag das ruhige, im Sonnenuntergang glitzernde Meer, wie auch vier große, Zweimaster mit jeweils vier weißen Segeln. Auf den Segeln erkannte man einen silbernen Schwan. Das Symbol Dol Amroth. Ich fühlte mich bei diesem Anblick relativ sicher, waren die Schiffe der Küstenfestung doch die standhaftesten, die man in Gondor nur finden konnte. Dabei verluden viele Bauern und Bedienstete Fässer und Truhen auf die Boote. In diesen befanden sich höchst wahrscheinlich Bier, Wasser, Klamotten und etwas zu essen. Der Hauptmann Dol Amroth stolzierte mir jetzt entgegen, während zwei seiner Krieger, mit jeweils einer blauen, dreieckigen Fahne in der Hand aus den Reihen schlichen und vor dem Bataillon schrien:,, Schwanenritter! Begrüßt die Herren Ithiliens! Dol Amroth und das wiedervereinigte Königreich!`` Daraufhin teilte sich die Schar in zwei Gruppen, so, dass der Weg zum Flagschiff frei war. Dabei hielten die Männer der vordersten Reihen ihre Schwerter in die Luft, als Zeichen der Ergebenheit, gegenüber dem Sohn des Throses. Barahir kam dem Anführer Dol Amroths nun entgegen und der Herr der Küstenstadt umarmte den Herrmeister des wiedervereinigten Königreiches, während er ihm dreimal auf die Schulter klopfte und ihn anschließend wieder los ließ und von oben bis unten musterte:,, Sieh einer an! Der Herrmeister der Menschen! Groß bist du geworden, seitdem wir uns das letzte Mal in Minas Tirith gesehen haben! Da hast du ja gerade einmal angefangen, dich für Frauen zu interessieren! Das weibliche Geschlecht müsste dich ja inzwischen anbeten, so muksulös und groß, wie du geworden bist!``,, Da muss ich dich leider enttäuschen, Aramil! Die Frauen würden es vielleicht und ich könnte sogar schon Kinder haben, aber mir bleibt für die schönen Dinge des Lebens einfach keine Zeit!``, erwiderte ich. Der Herr Dol Amroth verstand dies natürlich und wir gingen auf die Schiffe, um gen Norden zu segeln, wie es der König befahl. Obwohl ich nicht besonders viel Erfahrung im Segeln hatte, lernte ich dies von den Schwanenrittern schnell und es dauerte nicht einmal einen Tag, bis ich selbst ans Steuerrad durfte. Amaril befehligte das zweite Schiff, dicht gefolgt von den beiden anderen. Die Kriegsflotte Dol Amroth wurde mit Katapulten ausgestattet. Wir segelten nun schon zwei Tage nach Norden, um dem Feind vor den Küsten Arnors aufzulauern. Ich konnte in der dritten Nacht kaum schlafen, da wir der finsteren Armee immer näher kamen und ich nicht wusste, was meine Augen in Arnor erblicken würden. Ich stellte mir bereits vor, wie des Königs Leiche zerstückelt und zerhackt vor den Toren von Fornost lag und sich die Orks an den Eingeweiden der toten Soldaten satt fraßen. Diese Gedanken brachten mich zum schwitzen und so rannte ich leise die Treppe hinauf aufs Deck, um erst einmal frische Luft zu holen und wieder einen klaren Kopf zu fassen. Die See war ruhig und der Wind pfiff leise um meine Ohren. Das dunkle Holz, auf dem ich ging, knarrte und quietschte. Ich schlich daraufhin vorsichtig zum Bug, um niemanden aufzuwecken. Dort angekommen schritt ich die Aussichtsplattform hinauf und lehnte mich mit meinen beiden Armen auf die Reling. Ich sah in den sternenklaren Himmel und nuschelte:,, Oh ihr Valar, wieso steht ihr uns in diesem Krieg nicht bei?`` Von der einen Sekunde auf die andere hörte ich hinter mir ein leises Winseln. Ich drehte mich um und sah auf das verlassene Deck. Da bemerkte ich, dass das Winseln von einem Fass kam. Vorsichtig schritt ich auf das Fass zu und zog mein Schwert. Nun hörte das Winseln auf. Das Holz knarrte und ich packte meine Klinge umso fester, desto näher ich an das Fass heran kam. Als ich hinter das Fass blickte, da erkannte ich einen jungen Soldaten, sein Gesicht in seinen Knien vergraben und leise schluchzend, bemerkte er doch nicht, dass ich ihn entdeckte. Der Mann Dol Amroth trug noch seinen Helm auf dem Kopf. Langsam beugte ich mich zu ihm hinunter und legte mein Schwert zur Seite:,, Hey, was ist denn los?`` Verschreckt und heulend sah mich der Krieger an. Er versuchte nicht zu reden und starrte mir stattdessen nur in die Augen. Er lockerte seine Knie und versuchte mich wegzuschubsen. Für einen Kämpfer aus dem Hause Dol Amroth schien er ziemlich abgemagert und dünn zu sein, war sein Arm doch gerade einmal halb so dick, wie meiner. Als ich ihn aber genauer ansah, wusste ich, was los war. Sein schmales Gesicht und seine vollen Lippen, wie auch seine glatten Hände passten gar nicht zu den Eigenschaften eines Krieges aus der menschlichen Sippe. Ich nahm dem heulenden Jungen seinen Helm ab, während dieser immer noch schluchzte. Plötzlich fiel ein Bündel langer, brauner Haare aus dem Helm und ich wusste, was los war:,, Bei König Ellesar! Du bist eine Frau!`` Ich war erst einmal geschockt, doch dies lag nicht daran, dass ich ihre Identität offenbarte, sondern an ihrer Schönheit. Ihre leuchtenden Augen wären sogar bei Illuvatar Eru als Sterne durch gegangen, als hätte Feanor die Silmaril in ihrem Augenlicht versteckt. Auf ihren Wangenknochen stachen die dort liegenden Sommersprossen noch deutlicher heraus. Die junge Frau schämte sich dafür, erwischt worden zu sein und sie schwieg eine Zeit lang und schluchzte, bis ich sie erneut ansprach und ihren Arm vorsichtig streichelte:,, Was ist denn passiert? Wieso weinst du denn?`` Die Frau sah mir nun mit ihren feuchten Augen direkt ins Gesicht und stotterte:,, Mein Herr Barahir, es tut mir so leid! Ich wollte den Männern einfach einmal zeigen, dass auch wir Frauen zu großen Taten fähig sind! Ich wollte es eurer Großmutter Frau Eowyn nachmachen und unerkannt von jenen, die mit mir in die Schlacht ziehen, diese dreckigen Orks abschlachten! Ich möchte meinem Bruder in Fornost helfen! Er folgte dem Ruf Eldarions und reitet in diesem Moment nach Fornost. Ich habe einfach Angst, dass er stirbt! Seitdem meine Mutter bei meiner Geburt umkam und ich und mein Bruder bei unseren Großeltern aufwuchsen, habe ich mir geschworen, meinen Bruder zu beschützen, denn schließlich bin ich dafür verantwortlich, dass unsere Mutter starb!`` Der Herrmeister war bei diesen Worten sichtlich geschockt:,, Ihr seit sicherlich nicht für den Tod eurer Mutter verantwortlich! Ich verstehe euren Mut und eure Angst, doch wenn euer Bruder nur halb so entschlossen ist, wie ihr es seid, mache ich mir um ihn keine Sorgen! Euer Schicksal ist tragisch, doch ich bin mir sicher, dass eure Mutter euch von oben herab zu sieht und sehr stolz auf euch ist!`` Ich konnte ihr bei unserem Gespräch die Angst um ihren Bruder etwas nehmen und sie fragte mich:,, Was wird nun mit mir passieren?`` Ich lächelte ihr ins Gesicht und sagte:,, Habt keine Angst, ich bin der einzige, der eure Tarnung bemerkte. Ihr werdet an meiner Seite in diese Schlacht ziehen und gemeinsam werden wir euren Bruder retten!`` Die Unbekannte Kriegerin wusch sich nun die salzigen Tränen aus ihrem Gesicht und wir saßen noch gefühlte Stunden, bis zum Tagesanbruch hinter dem Bierfass und lernten uns besser kennen. In dem Gespräch erfuhr ich, dass ihr Name Luthiel war, was soviel, wie strahlende Blume bedeutete und sie fünfundzwanzig Jahre alt war. Umso länger wir da saßen, umso mehr Gemeinsamkeiten verbindeten uns. Zudem konnte sie ebenso über einen gedemütigten Ork, oder schwarzen Numenor lachen, wie auch ich. Auf einmal sah ich ihr im Mondlicht ganz tief in die Augen und bemerkte, dass sie ein Sandkorn im Haar hatte. Schüchternd deutete ich auf das Korn in ihrem prächtigen Haar und wollte es vorsichtig raus holen. Dabei kamen unsere Gesichter immer näher aneinander. Dabei vergaß ich das Korn und küsste sie innig. Ich fühlte mich, als wäre ich im siebten Himmel und meine Arme umfassten langsam ihre Hüfte. So ging es bis zum Sonnenaufgang und als es hell wurde, saß sie ihren Helm wieder auf und wir taten beide so, als würden wir uns nicht kennen.

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    Zwei weitere Tage auf offener See taten wir am Tag so, als würden wir uns nicht kennen und nachts trafen wir uns wieder hinter dem Fass, wenn es niemand bemerkte. Ich musste während unserer vielen Küsse aber etwas los werden und hielt meinen rechten Zeigefinger vor ihre Lippen:,, Luthiel, auch, wenn wir uns erst seit einigen Tagen kennen, so möchte ich dir doch das Wichtigste schenken, was ich besitze.`` Ich nahm dabei ihre Hand und übergab ihr den Ehering meiner Mutter, welchen sie mir für meine zukünftige Braut vermachte:,, Das kannst du nicht machen. Das ist das einzige Erinnerungsstück, was du noch von deiner Mutter hast!`` Ich wollte keine Wiederrede hören, steckte ihr den Ring an und fragte meine große Liebe:,, Luthiel, möchtest du hier und heute, im Angesicht vor Ulmo, dem Herren des Meeres meine Frau werden?`` Luthiel standen erneut die Tränen in den Augen und sie flüsterte:,, Ja, das möchte ich! Für immer!`` Anschließend küssten wir uns weiter. Ich wünschte so sehr, dass dieser Moment nie vorbei gehen würde, doch dann war es soweit und als sie sich im Morgengrauen wieder anzog und als Soldat verkleidete, da erspähten wir alle die Bucht der grauen Anfurten. Wir wussten, dass die Orks hierher fliehen würden, falls sie die Schlacht verlieren würden, da die Elben ebenfalls mit Glorfindel, Galadriel und Arnariel als Anführer nach Fornost zogen und Mithlond somit verlassen war. Wir ahnten aber nicht, dass unsere Flotte bereits erwartet wurde.
    Sämtliche Waldläufer Ithiliens, wie auch die,, Ritter des silbernen Schwans`` versammelten sich auf den Decks der vier Schiffe. Die Männer leuteten die Glocken und wir bereiteten uns auf eine Seeschlacht vor.,, Diese Mistkerle, wie es scheint, hatte dieser Agandaur und sein Herr denselben Plan, wie wir!``, fluchte ich. Meine Geliebte, die in ihrer Rüstung neben mir stand, klopfte mir auf den Rücken, damit ihre Tarnung nicht auffiel und flüsterte mir unauffällig zu:,, Ich liebe dich! Seite an Seite vernichten wir diese Brut aus dem Thorongrim!`` Ich nickte ihr entschlossen zu und zog meine Klinge. Während mein Flagschiff immer weniger an Fahrt gewann, holten die anderen beiden Boote auf und die drei Schiffe gingen in Angriffsposition. Einer der Schwanenritter unter meinem Kommando winkte mit zwei weißen Fahnen Herren Aramil auf dem linken Zweimaster zu, als Zeichen, dass das Flagschiff in Angriffsposition war. Als wir von den Boten der anderen Schiffe ebenfalls die Bestätigung für einen Angriff bekamen, holten die Männer Feuersteine aus den Kellern der Armada und hoben diese auf die großen Katapulte, welche sich jeweils auf den Bugs der Schiffe befanden und dadurch die Zweimaster ausbalancierten. Nachdem sich die Steine auf den Katapulten befanden, gingen auch die Krieger Dol Amroths und Ithiliens auf Gefechtsposition. Die Waldläufer zogen ihre Pfeile und Bögen und zündeten die Pfeile an, um die Segel des Feindes in Brand zu setzen. Währenddessen positionierten sich die Ritter der größten Küstenstadt Gondors in der Mitte der Schiffe und zogen ihre Schwerter. Aramil und ich segelten voraus, dicht gefolgt von den anderen beiden Kriegsgaleonen. Bisher erblickten wir nur ein feindliches Schiff, welches um die Ecke der Küste von Mithlond segelte. Als wir dem Hafen der Elben aber immer näher kamen, bemerkten wir, welche Folgen unser Angriff mit sich tragen würde. Es sollte nicht bei diesem einem feindlichen Korsarenboot bleiben. Auf einmal erspähten wir dreißig dieser Segelschiffe, bemannt mit schwarzen Numenorern, Orks und Wargen. Als Aramil und ich sahen, in welche Falle wir tappten, konnten wir aber nicht mehr umkehren, da wir bereits zu dicht an den Klippen vorbei fuhren. Hätten wir versucht, ein Wendemanöver einzuleiten und zu fliehen, wären alle vier Schiffe gegen die Klippen gesegelt und untergegangen. So konnten wir zumindest für eine Zeit lang verhindern, dass dieser Abschaum Festland betreten würde und segelten direkt in den Hafen von Mithlond, um uns der Armada Agandaurs in den Weg zu stellen. Wir mussten aber feststellen, dass der Feind einen stark bewaffneten Olog- Hai in einer eisernen Rüstung und mit einem Morgenstern in seiner warzigen Hand als Anführer für die Armada einsetzte, da Krashnak und Agandaur Fornost angriffen.
    ,, Mein Herr, diese Maden stellen sich uns in den Weg! Was sollen wir tun?`` fragte der Thorongrim Ork seinen Anführer. Der Troll namens Borlog starrte den kleinen Ork finster an und hob ihn mit seiner rechten Hand an der Kehle hoch. Dabei schnappte der Ork nach Luft und bettelte um sein Leben. Borlog schrie den Ork dabei mit seiner tiefen, rauen Stimme an:,, Tötet diese Kriechtiere! Sie werden um ihr Leben betteln und elendig an ihren Wunden verrecken!`` Sofort zogen fünftausend Orks und Uruks, wie auch eintausend schwarze Numenorer ihre schwarzen Pfeile und richteten diese auf die vier Schiffe im Hafen von Mithlond. Der Trollhauptmann schrie nun:,, Feuer!`` Jetzt regnete ein einziger Pfeilhagel auf die Gondorianer herab und viele der dreihundert Männer kamen dabei ums Leben. Aramil, Barahir und Luthiel blieben aber standhaft und der Herr Ithiliens gab den Schussbefehl:,, Pfeile und Katapulte los!`` Sofort gab es einen Gegenangriff und drei der vier Feuersteine trafen ihr Ziel und schlugen in die Decks der Orkschiffe ein. Allerdings verfehlten sie das Schiff Borlogs und dieser wollte sich nun nicht mehr unnötig mit der Menschenbrut, wie er sie nannte, aufhalten und gab den freien Schussbefehl. Infolgedessen flogen dreißig schwarze Felsen aus dem Schwarzen Gebirge Thorongrims auf die Armada aus Dol Amroth herab und die vier Schiffe gingen gnadenlos unter. Das Holz der Galeonen brach elendig auseinander, als die Felsen auf sie einschlugen. Die Feuerpfeile der Orks ließen den silbernen Schwan auf den weißen Segeln Dol Amroth verbrennen. Aramil konnte sich nicht mehr retten. Drei Pfeile trafen ihn direkt ins Herz, ins Bein und in die Schulter, woraufhin seine Leiche verbrannte und Aramil für immer im Meer verschwand. Luthiel und Barahir sprangen ins Wasser, als ein Felsen direkt auf sie zukam. Beide hielten sich aneinander fest und schwammen im Anlitz der brennenden, untergehenden Schiffe auf das Bierfass zu, hinter welches sie sich die letzten Tage immer heimlich trafen. Beide hielten sich an diesem Fass fest und die Schiffe der Orks segelten an ihnen vorbei. Einer der Warge auf dem Schiff Borlogs entdeckte die beiden, als er sich über die finstere Reling beugte. Sein Fell war weiß und seine Zähne spitz. Der Warg heulte, um von den Orks und den bösen Menschen Aufmerksamkeit zu bekommen. Als ihn einer der Uruks aber mit einer Peitsche versuchte zu beruhigen und dabei selber ins Wasser sah, lachte der schwarze Uruk den beiden finster ins Gesicht und rief seinen Anführer zu sich.,, Herr, was sollen wir mit den beiden Mistkröten anstellen?`` Borlog grinste bei diesem Anblick ebenfalls voller Schadenfreude und befahl:,, Lasst die beiden hier! Sie sind zu weit draußen, um an Land zu schwimmen! Das Wasser ist kalt! Sie werden es hier nicht lange aushalten und elendig ersaufen!`` Somit segelten die Schiffe zu den Häfen der grauen Anfurten und überließen Barahil und Luthiel ihrem Schicksal. Zitternd hielt sich das Liebespaar jeweils mit der einen Hand am Bierfass fest, während sie sich mit der anderen Hand über ihre nassen Haare und Wangen strichen. Zähneklappernd flüsterte Luthiel ihrem Geliebten zu:,, Dies ist also unser gemeinsames Ende und ich bin überglücklich darüber, hier, im kalten Wasser in der Bucht von Mithlond an deiner Seite sterben zu können!`` Barahil sah seiner großen Liebe tief in die Augen und entgegnete:,, Wäre ich ein Elb und könnte mich zwischen der Unsterblichkeit und dir entscheiden, so würde ich lieber an deiner Seite sterben, als all die kommenden Zeitalter alleine, ohne dich zu verbringen!`` Jetzt mussten beide, obgleich der verlorenen Trauer, als auch über die Freude, dass sie gemeinsam sterben würden, weinen und küssten sich ein allerletztes Mal.
    Eine Stunde verging, seitdem die beiden auf dem Biefass schwammen und sich küssten. Inzwischen war es wieder Nacht geworden und die Sterne standen hoch am Horizont. Earendils Stern stand direkt über Fornost, wo sich die letzte Schlacht der Thronkriege Ardas zutragen sollte. Barahil und Luthiel konnten sich kaum noch bewegen und lagen durchgefroren Nebeneinander auf dem Fass. Ein letztes Mal hob Luthiel nun ihren Kopf und öffnete ihre Augen. Sie hauchte dem Sohn Elborons noch einmal zu, während dieser halbtot auf dem Fass lag:,, Ich liebe dich! Lass es uns nun zu Ende bringen und zusammen untergehen. Sollen unsere Herzen gemeinsam aufhören, zu schlagen und ihren Weg in die Ewigkeit finden!`` Barahil stimmte seiner Frau mit einem kurzen Nicken zu, hatte er doch keine Kraft mehr, um zu sprechen. Jetzt packte Luthiel die Hand ihres Mannes und sie ließen beide das Holzfass los. Erfroren und halbtot sanken beide in die Finsternis des Meeres hinab und wurden nie mehr wieder gesehen.
    Obwohl man danach viele Leichen borgen konnte und die beiden Körper des Liebespaares nur hundert Meter in die Tiefe sanken und viele Fischer auch später an dieser Stelle fischten, so wurden sie nie gefunden. Seitdem existierte eine Legende, dass ihre Liebe so stark war, dass sie sogar ihre Körper mit zu den Valar nahmen und dort die blieben, die sie seit ihrer ersten Begegnung waren.

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Der Erbe des dunklen Herrschers Kapitel 21
Der Erbe des dunklen Herrschers Kapitel 21
Kennt ihr diesen Moment, wenn euch etwas so im Herzen berührt, dass euch die Tränen kommen und ihr ein merkwürdig, bedrückendes Gefühl in der Magengegend bekommt?Solch einen Moment hatte ich gerade beim schreiben der Geschichte von Barahil und Luthi...
http://www.testedich.de/quiz36/quiz/1431900478/Der-Erbe-des-dunklen-Herrschers-Kapitel-21
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2015-05-18
402C
Herr der Ringe

Kommentare (56)

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Tinúviël Ithildraug ( von: Tinúviël Ithildraug)
vor 419 Tagen
Na da bin ich ja beruhigt :D
Du hast eine wirklich schöne Stimme und kannst gut singen :) Aber bei deinem Into the west Cover singst du ab und zu zu spät oder zu früh. Ich singe sehr gerne und viel. Daher weiß ich wie schwer das ist. Für ein schönes Ergebnis sind oft viele Aufnahmen nötig. Wenn du die Zeit (und Lust) hast, nimm sie dir ruhig mal. Ich glaube, es würde sich richtig lohnen. Aber vor allem geht es ja um den Spaß.
Aber lass dich nicht weiter von einem Hochsopran bequatschen. Was du auf alle Fälle mit Bravur kannst, ist Geschichten schreiben. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil :)
Namarië, mellon nîn
Morgoth25 (60728)
vor 420 Tagen
Hey,
Danke ihr beiden. Ist immer wieder dchön, dass sich die Mühe auch auszahlt.
Das Cover von Into the West und Adele sind von mir :)
Und Tinuviel, ich kann dich beruhigen. Das war das erste Buch. Das zweite und dritte kommen ja noch. Da kommen noch viele Kapitel über das vierte Zeitalter von Mittelerde ;D
Tinúviël Ithildraug (02548)
vor 428 Tagen
Ich war mal auf deinem Youtube Kanal und wollte fragen ob die Liedcover auch von dir sind?
Tinúviël Ithildraug (02548)
vor 430 Tagen
Entschuldige, dass ich mich jetzt erst melde. Ich hatte einfach keine Zeit zum Lesen. Du kennst mein Urteil über deine Geschichte. Sie ist einfach göttlich. Der Gedanke, dass sie sich dem Emde neigt ist aber unerträglich :'(
Namarië, mellon nîn
Lonukira (29163)
vor 446 Tagen
Bei den Valar! Das Kapitel war so schön. Ich liebe einfach deinen Schreibstil und finde, dass man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann, wie wundervoll diese Geschichte ist. Einfach nur Danke dafür!
Morgoth25 (44033)
vor 627 Tagen
Danke Tinuviel. Ich freue mich immer wieder über deine Kommentare.
Das steht bei Tolkiens unvollendeten Werken in Wikipedia und Ardapedia.
Ja dann wünsch ich dir viel Spaß beim lesen und ebenfalls Namarie mellon nin
Tinúviël Ithildraug (88774)
vor 630 Tagen
Da freu ich mich schon drauf :D Ich muss zwar zugeben, dass ich von Game of Thrones nur wenig Ahnung habe, aber es wird bestimmt super ;) Von "Der neue Schatten" habe ich noch nie etwas gehört. Ich bin entsetzt über mich selbst. Woher kennst du die Geschichte? (Meine Weihnachtswunschliste wird mal wieder zur Hälfte aus HdR Zusatzbüchern bestehen ;P ) Hatte ich schon gesagt, dass dein neues Kapitel klasse ist und du einer meiner Lieblingsautoren bist?
Namarië, mellon nîn
Morgoth25 (44033)
vor 631 Tagen
Danke Tinuviel. Ich bemühe mich wirklich darum, die Geschichte so authentisch, wie möglich an Tolkiens Herr der Ringe zu halten. Da der erste Teil bald fertig ist, werde ich mich dem Zweiten Teil meiner Trioloie witmen und hier trifft "Der Herr der Ringe" auf Game of thrones. Dabei versuche ich mich an Tolkiens unvollendete Geschichte des vierten Zeitalters "Der neue Schatten" zu halten :)
Tinúviël Ithildraug (88774)
vor 636 Tagen
Aiya!
Schreibfehler stören mich nicht, solange du weiterschreibst ;) Mal wieder ein schöner neuer Teil.
Namarië, mellon nîn
Oliver25 (78661)
vor 662 Tagen
Danke Tinuviel. Ich hab diedes Mal leider ein par zuviele Rechtschreibfehler drin, aber ich werde mich bemühen, dass dies im nächsten Kapitel nicht mehr der Fall ist :)
Tinúviël Ithildraug (88774)
vor 663 Tagen
Endlich geht es weiter! Mal wieder extrem spannend. Vor allem das letzte Kapitel hat mir gefallen. Jetzt bin ich ja mal gespannt, was passiert ist.
Namarië, mellon nîn.
P.S.: Ich bin die selbe Tinuviel wie vorher. Nur mein Name hat sich etwas erweitert ;)
Morgoth25 (16619)
vor 757 Tagen
Danke Tinuviel. Mich freut es immer wieder, dass du so fleißig mit liest und nicht das Interesse daran verlierst.
Auch bei den anderen Lesern möchte ich mich bedanken, dass die ff ja doch gut anzukommen scheint :D
Tinuviel (08857)
vor 758 Tagen
Huch, das war aber nicht so gewollt. Egal;) Noch einen schönen Abend.
Tinuviel (08857)
vor 758 Tagen
WOW!!! Du hast mich mal wieder vollständig gefesselt. Dein Schreibstil ist immer wieder atemberaubend und kaum ein anderer schafft es so gut Wissen von Tolkien in seinen Geschichten zu verarbeiten, ohne die Geschichte in die Vergangenheit zu legen. Jede deiner Schlachten fesselt mich und du überrascht mich immer wieder. Außerdem sterben bei dir auch mal beliebte Person, das macht das ganze authentischer. Eigentlich wollte ich nur sagen ich freue mich über das neue Kapitel ;) Namarië!
Morgoth25 (16619)
vor 758 Tagen
Am Anfang des 5 Kapitels müsste es heißen:" Verdammt, lange halte ich das nicht mehr aus. Ithindil ist immer noch ohnmächtig."
Morgoth25 (25521)
vor 776 Tagen
Deswegen bräuchte ich unbedingt eure Hilfe.

Was glaubt ihr? Wie könnte der Verlauf der weitere Verlauf der Schlacht aussehen?

Zudem müsst ihr wissen, wie Fornost beschrieben wurde:

Eine viereckige Festung, unterteilt in sechs Teile. Zudem ist alles komplett eben. Ich weiß einfach nicht, wie das ganze weiter gehen soll. Nur das Ende der Schlacht bereitet mir Sorgen. Für die nächsten Kapitel weiß ich schon wieder, wie es weiter geht.

Vll. könnt ihr mir helfen. Wäre echt toll :D
Morgoth25 (25521)
vor 776 Tagen
Danke Silmarwen. Du weißt gar nicht, wie viel mir eure Rückmeldungen über meine Geschichte bedeuten. Ich glaube aber, dass sich mein Schreibstil momentan etwas verschlechtert. Ich habe die gesamte Geschichte im Kopf und weiß auch schon, wie ,, der Erbe des dunklen Herrschers`` enden wird ( Das Ende meiner Geschichte kommt aber noch nicht so schnell. Sollen ja um die dreihundert Buchseiten werden). Die Schlacht von Fornost finde ich persönlich aber sehr schwer zu beschreiben, da diese Gegend von Tolkien etwas langweilig beschrieben wurde.
Silmarwen (59752)
vor 776 Tagen
WOW! Einfach nur WOW! Ich liebe es wie du schreibst! Es gibt autoren die weitaus schlechter schreiben als du und du machst das noch nicht mal hauptberuflich! Ich bin echt nach jedem kapitel das ich von dieser geschichte lese sprachlos.
Lg Silmarwen
Morgoth25 (94250)
vor 791 Tagen
Danke Tinuviel.

Ja, dass hoffe ich auch. Allerdings gab es einen Fehler beim letzten Satz meiner Charakterzusammenfassung. Den Satz nahm testedich. de nicht mehr an.

Deswegen hier noch einmal eine kurze Erklärung zum Bruder Saurons:

Rhach ist das wohl gefürchtetste Wesen, welches man in Mittelerde seit der Verbannung von Morgoth sah. Selbst Sauron hatte während des ersten Zeitalters großen Respekt vor seinem Bruder.
Tinuviel (77238)
vor 791 Tagen
Mal wieder ein sehr spannendes Kapitel. Und danke für die Charakterezusammenfassung, ich glaube das hilft einigen weiter, bei der Geschichte durchzublicken.