Traum von Mittelerde - Hobbit Teil 1

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1 Kapitel - 1.815 Wörter - Erstellt von: Lossiel Niquesse - Aktualisiert am: 2015-05-17 - Entwickelt am: - 1.825 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Willkommen zum Beginn eines Traums! Oder vielmehr: der Verwirklichung eines Traums. Diese Geschichte spielt im allseits bekannten wie geliebten Mittelerde. Meiner (und vielleicht auch eurer) Traumwelt. Erste Story, erstes Kapitel!

    1
    Weltenwechsel

    Dunkelheit ist über mir. Auch wenn meine Augen sich längst an sie gewöhnt haben, nehme ich nichts anderes wahr als Schwärze. Das liegt nicht daran, dass ich die Augen geschlossen habe, sondern vielmehr daran, dass ich seit gefühlten drei Stunden an die Decke über meinem Bett starre. Ich weiß nicht mal, ob ich in der Zeit geblinzelt habe. Es kümmert mich auch nicht, denn ich versuche, nicht zu denken. Dass ist schwieriger, als ich gedacht habe, nach einer Woche Übung spüre ich immer noch, wie sich Gedanken in meinen Kopf schleichen. Meine Gefühlseindrücke habe ich bereits erfolgreich ausgeblendet, jetzt gilt es nur noch, meinen Kopf frei zu bekommen. Frei von all den Gedanken, die sich niemals verwirklichen können. Frei von all den Gedanken, die mich die letzten Jahre vollständig beherrscht haben. Gedanken an Mittelerde...
    „Hör auf“ ermahne ich mich selbst, doch wieder verhält sich mein Kopf genauso, wie in all den Nächten zuvor: mein liebster Traum lässt mich einfach nicht los. Ein Seufzer entfährt meiner Kehle, das erste Geräusch seit langer Zeit. Es ist zwecklos. Ich habe alles versucht, um die quälende Sehnsucht nach der fernen Welt abzuschütteln, doch zu lebhaft sind die Bilder in meinem Kopf: hohe Berge, höher als die höchsten der unseren, tiefe Wälder, unberührt von der Händen der Zivilisation, keine Asphaltwege, keine lärmenden Autos und keine stinkenden Großstädte. Natürlich herrscht kein Weltfriede, die ständigen Kämpfe gegen die Orks, die Trolle, Die Warge... doch das ändert nichts an der Sehnsucht in meinem Herzen. Mittelerde ist der schönste Ort, den ich mir vorstellen kann. Ich will etwas anderes als mein jetziges Leben! Ich will ein Schwert schwingen, und keinen Füller! Ich will Orks erschlagen, anstatt mich mit meinen Geschwistern zu prügeln! Ich will mich mit Zwergen unterhalten, nicht mit meinen Klassenkameraden! Ich will Elben singen hören, keine Menschen! Und ich will mit jemandem zusammenkommen, der mich liebt, so, wie ich geliebt werden möchte. Obwohl ich den wahrscheinlich auch in meiner Welt finden würde... mit einem erneuten Seufzer schließe ich die Augen und singe ganz leise eines meiner mir liebsten Lieder:

    „Könnte ich nur
    so sein wie ich bin
    denn in mir steckt
    noch so vieles drin.
    Schön wär's wenn
    ich mutig und auch stark sein könnt
    auch nur für einen Moment
    Schön wär's wenn
    Ich möchte so sein wie ich wirklich bin
    ich bin viel mehr,
    als man bisher sah
    ich zeig der Welt, wer ich wirklich bin
    lasse jetzt raus
    was man so schlecht sah
    finde ein' Platz für mich
    und lebe mein wahres ich.*

    Mit dem letzten Vers fühle ich, wie mir die Augen zufallen. Ich scheine aus meinem Körper zu fließen und nach hinten zu sinken, die Dunkelheit um mich herum wird noch schwärzer. Ein tiefes Loch verschlingt mich, ich falle, ich falle und falle immer tiefer... meine Haare schlagen mir übers Gesicht... bis mich ein jäher Schmerz im Rücken aus meiner Trance reißt. Es tut so weh, als sei ich mindestens von einem Hausdach geradewegs auf die Wirbelsäule geknallt. Ich will schreien, doch meine Lunge hat sich so verspannt, dass ich nicht mal mehr atmen kann. Aus meinem Mund kommt nur ein sehr gepresstes, sehr leises und sehr schmerzvoll klingendes Stöhnen. Dann erst beginnt sich ganz langsam die entsetzliche Spannung zu lösen. Plötzlich höre ich Stimmen. „Mein Gott!“, „Ist sie tot?“, „Wer, sie?“, „Sieht ganz danach aus.“, „Nein, sie atmet!“, „Was? Wie kann man so einen Sturz überleben?“, „Wer ist sie?“, „Das Mädchen.“, „Welches Mädchen? Ich kann gar nichts erkennen!“, und dann eine etwas lautere Stimme: „Lasst mich gefälligst durch!“ Ich höre Geraschel, es wird etwas leiser, doch im Hintergrund raunen die Stimmen weiter. Links von mir höre ich ein Knirschen; jemand kniet sich neben mich. Verzweifelt versuche ich die Augen aufzureißen, was ist passiert!, doch ich kann mich kaum bewegen. Meine Lider sind wie zugenäht. Ich versuche zu sprechen, doch wieder kommt nur dieses Stöhnen, allerdings etwas lauter als vorher, denn die Stimmen werden unruhiger: „Kein Zweifel, sie lebt!“, „Wie ist das möglich?“. Dann spricht die Stimme, die die anderen aufgefordert hat, beiseite zu gehen, wieder, diesmal direkt über mir. „He! Kannst du mich hören?“ Die Stimme ist mir unbekannt, ebenso wie die anderen. Ich nehme alle meine Kraft zusammen und schaffe es, die Augen zu öffnen. Ein schwarzer Schatten beugt sich über mich und ich zucke erschrocken zusammen. Im Hintergrund sind noch mehr Schatten, sie verdecken das Licht, das hinter ihnen hervor strahlt, fast völlig. Die Schatten sehen erschreckend merkwürdig aus, einer wirkt, als hätte er Eselsohren. Mittlerweile gehorcht mir mein Körper wieder, und ich schiebe mich, so schnell ich kann, rückwärts von den Schatten weg. Der, der vor mir kniet, hebt eine Hand. „Warte! Wir wollen dir nichts tun!“ Ich weiche noch schneller zurück. Dabei ertaste ich, dass der Boden kalt und sandig ist, ich bin also draußen. Wie? Hat man mich aus meinem Bett verschleppt, von einem Dach geworfen und versucht jetzt, mein Vertrauen zu gewinnen? Welchen Sinn macht das? Gar keinen. Die Gestalt richtet sich auf und macht einen Schritt auf mich zu. Entsetzt will ich noch weiter nach hinten kriechen, doch da drücken sich die Zweige einer Hecke in meiner Rücken. Ich sitze in der Falle. Angst breitet sich in mir aus, ich bin verletzt, allein und trage nichts als ein dünnes Nachthemd. Die Stimmen der Schatten vor mir sind allesamt rau und tief, eindeutig männlich. Sie reden wild durcheinander, doch ich höre nicht hin, sondern starre sie nur an. Dann spricht eine neue Stimme: „Geht doch mal endlich ein Stückchen auseinander! Sie kann euch nicht erkennen, ihr steht vor dem Licht!“ Die Gestalten weichen zurück und geben dadurch die Lichtquelle frei, anscheinend eine Laterne. Das plötzliche Licht blendet mich schmerzhaft, ich kneife die Augen zusammen und sehe, wie eine andere Person, größer als die übrigen, vortritt. Sie scheint mich einen Moment zu mustern, dann hebt sie einen langen Ärmel ihres Umhangs vor das Licht, sodass es mich nicht mehr blendet. Ich öffne die Augen wieder etwas weiter und versuche, ihr Gesicht auszumachen, doch ich erkenne nur an ihren Schattenriss, dass sie einen spitzen Hut und in der rechten Hand einen langen Stab trägt. Hexe? Quatsch, es gibt kein Hexen! Außerdem hat die Gestalt ebenfalls eine männliche Stimme, als sie mit beruhigender Stimme spricht: „Ganz ruhig. Dir wird nichts passieren. Wir wollen dir wirklich nichts tun, wir sind nur etwas... überrascht.“ „Ja, es fällt nicht alle Tage ein Mädchen vom Himmel!“ sagt ein anderer mit leicht ironischen Unterton. Vom Himmel? Was soll das denn schon wieder heißen? Wer sind diese Typen überhaupt? Wo bin ich? Und was zum Teufel soll das alles hier? Jetzt schalten sich meine Instinkte wieder ein. Auch meine Rückenschmerzen sind etwas abgeklungen, doch ich bezweifle, den Männern entkommen zu können, die zwar größtenteils recht klein, dafür aber umso stämmiger wirken. Normalerweise bin ich eine gute Läuferin, momentan aber nicht gerade in der Verfassung ein Wettrennen zu gewinnen, zumal es Nacht ist, ich nicht weiß, wo ich bin und die Männer vielleicht mehr sind als nur die schätzungsweise zehn bis fünfzehn, die vor mir stehen. Ich beschließe, erst mal zu schauen, wo sie mich hinbringen, und dann eine Fluchtweg zu suchen. Langsam versuche ich, aufzustehen, da brandet unvermittelt eine Schmerzwelle durch meinen Rücken in meinen Kopf und ich sacke wimmernd auf die Knie zurück. Der Mann mit dem spitzen Hut streckt mir die Hand hin. Ich schaue ihn einen Moment zögernd an, dann ergreife ich sie und er zieht mich kraftvoll auf die Beine. Erneut schmerzt mein Kopf, mir wird schwindelig und ich fange an zu schwanken. Einer der anderen greift nach meinem Arm und hält mich aufrecht. Nach ein paar Sekunden lassen Schmerz und Schwindel nach, und ich mache einen langsamen Schritt, dann noch einen. Die beiden Männer halten mich trotzdem noch fest, entweder, um mich am Fliehen zu hindern oder sie denken, dass ich gleich wieder abklappe. Mittlerweile haben sich meine Augen soweit an das Licht gewöhnt, dass ich meine Umgebung wieder erkennen kann. Sofort drehe ich den Kopf zu dem Mann mit dem Hut und spähe in sein Gesicht. Er macht keinen Versuch, es zu verdecken, und obwohl die Hutkrempe seine Züge verdunkelt, erkenne ich ein von falten durchzogenes Gesicht mit einem langen, grauen Bart, einer kräftigen Nase, buschigen Augenbrauen und darunter sehr lebhaft und klug funkelnden Augen. „Wer seid ihr?“ finde ich endlich meine Stimme wieder. Sie klingt heiser. „Oh!“ der alte Mann lächelt. „Wir haben uns ja noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Gandalf der Graue.“ Schwups, ist mein frisch kurierter Gleichgewichtssinn wieder im Eimer. Ich taumele zur Seite, der andere Mann, der mich festhält, verhindert, dass ich hinfalle. Als ich ihn ansehe, blicke ich in ein sanftes, von langen dunklen Haaren umrahmtes Gesicht mit braunen Augen. Mein Blick wandert langsam zu den anderen, die ich jetzt klar erkennen kann. Die Männer tragen mittelalterliche Kleidung aus Leder und Pelz, breite Gürtel und fast alle einen langen Bart. „Das ist unmöglich!“ Meine Stimme ist nur noch ein raues flüstern und meine Beine geben endgültig unter mir nach. Der Zwerg neben mir fängt mich auf. Ja, Zwerge, das sind sie: die Zwerge! Die dreizehn Zwerge aus meinem Lieblingsbuch „Der kleine Hobbit“! Ich schaue zu der Laterne hinüber und sehe dahinter eine von Kletterpflanzen umwucherte, runde Tür, vor der ein Mann steht, noch kleiner als die Zwerge, ohne Bart, mit einfacherer Kleidung und einem erschrockenen Gesicht. „Bilbo“ denke ich noch, „Beutelsend“ und „Mittelerde!“. Dann wird mir schwarz vor Augen.

    * Lied „Wer bin ich?“ aus Tinkerbell und die Piratenfee

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