Hin und wieder zurück (4)

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3 Kapitel - 2.771 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2015-05-13 - Entwickelt am: - 1.043 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Der nächste Teil von Annas Reise durch Mittelerde. Wie wird es wohl weitergehen mit den ganzen chaotischen Zwergen? Das erfahrt ihr hier!

1
Wir zogen weiter Richtung Osten (übrigens ohne Gandalf) und endlich hatte ich mich an das ewige Gehen gewöhnt. Es war bereits normal für mich, nach dem Aufstehen loszugehen. Früher hätte ich mir das niemals vorstellen können. Meine gute Laune verging aber wieder, als wir anfingen, das Gebirge zu überqueren. Je höher wir kamen, desto kälter und dünner wurde die Luft. Nachts zündeten wir nicht einmal ein Feuer an, weil wir so riskieren würden, von Orks oder Goblins entdeckt zu werden.
Mein Atem ließ weiße Wölkchen entstehen und bald waren wir oberhalb der Baumgrenze. Und hier begann der Schnee. Es war eisig und wir wanderten, so schnell es eben ging, um den Pass innerhalb der nächsten zwei Tage hinter uns zu lassen.
Aber wir hatten unsere Rechnung ohne die Riesensteindinger gemacht. Zuerst begann es heftig zu schneien und zu stürmen. Ich konnte kaum mehr die Hand vor Augen sehen und tastete mich blind an der Felskante entlang. Dann hörten wir ein Donnern, so laut dass es sogar das Tosen des Sturmes übertönte. „Was war das?“, schrie ich ängstlich. Aber der Wind wehte meine Worte ungehört davon. Ich blinzelte durch das Schneegestöber, da erkannte ich zwei riesige Schatten in Form von Menschen. Sie bewarfen sich mit Felsbrocken und ich versuchte, schneller zu gehen. Dabei rutschte ich auf den eisigen Felsen aus und wäre beinahe in den Abgrund gestürzt, hätte Kili mich nicht im letzten Moment gehalten. Ich zitterte, ob vor Kälte oder Angst konnte ich nicht mehr entscheiden. Schlimmer konnte es kaum noch kommen. Als hätte er meine Gedanken gelesen, schwankt der Felsvorsprung, auf dem wir standen. Ich muss mich verbessern: der ganze Berg schwankte. Mit einem Aufschrei warf ich mich an die Felswand und krallte mich so fest, wie ich es mit meinen eiskalten Fingern eben konnte. Wir bewegten uns hin und her und ich hielt mich einfach mit geschlossenen Augen fest, während ich nur dachte: „Nicht loslassen, Anna. Es ist gleich vorbei!“
Irgendwann beruhigte sich alles und das Tosen des Sturms erschien mir leise im Vergleich zum Donner. Die Zwerge halfen mir, weiterzugehen, denn meine Beine zitterten zu sehr als dass ich es alleine geschafft hätte.
Wir kamen zu einer Höhle und Thorin beschloss, dort Schutz zu suchen, bis der Sturm vorbei war. Auf meine flehende Bitte, ein Feuer zu entzünden, schüttelte er nur den Kopf. Hier im Berg gebe es überall Goblins, sagte er.
Ich legte mich in eine Ecke und rollte mich zu einem Ball zusammen. Ich hatte nicht geglaubt, dass ich schlafen könnte, aber nach der Angst und Anstrengung war ich gleich weg.
Ich träumte. Ich stand am Rande einer Klippe, meine Haare wehten im Wind. Unter mir sah ich ein wunderschönes, weites Land. Ich breitete die Arme aus. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Vogel, frei und stark. Da fing der Boden unter mir sich an zu neigen. Ich wollte davonlaufen, doch ich kam nicht vom Fleck. Hilflos stürzte ich dem Abgrund entgegen…
Ich schlug die Augen auf. Nur ein Traum, sagte ich mir erleichtert. Da bemerkte ich, dass der Boden wirklich schief war und ich nach unten rutschte. Überrascht schrie ich auf und packte mein Bündel, das ich als Kopfpolster benutzt hatte, um es nicht zu verlieren. Aus den Augenwinkeln sah ich einige der Zwerge, doch wie ich rutschten sie den schrägen Boden hinunter. Ja, der Boden war in der Mitte einfach nach unten hin aufgeklappt. Dann verlor ich endgültig den Halt und fiel nach unten. Mit einem dumpfen Knall schlug ich in einer Art abschüssigen Tunnel auf und rutschte weiter nach unten. Ich würde morgen viele blaue Flecken haben, stellte ich mit schmerzverzogenem Gesicht fest. Unsanft rutschte und rollte ich durch den unebenen Tunnel, als er plötzlich endete. Der Boden war einfach weg und ich fiel schreiend durch die Luft. Der Aufprall presste mir alle Luft aus den Lungen. Aber ich lebte noch! Fragte sich nur noch, wie lange.
Stöhnend richtete ich mich auf, als ich über mir Schreie hörte. Entsetzt entdeckte ich meine Zwergenkumpels, die aus einem Loch in der Decke, vermutlich demselben wie ich, genau auf mich herunterzufallen drohten. Ich hechtete zur Seite und schaffte es, mich nicht zermalmen zu lassen. Ich atmete auf, während die Zwerge sich fluchend entwirrten. Hatte ich schon erwähnt, dass ich niemanden kenne, der so viel fluchen kann wie Zwerge?
Ich sah mich um. Wir waren in einer riesigen Höhle und saßen in eine Art runder Auffangbehälter fest? Ich hörte ein Zischen und Brabbeln und sah Fackelschein näherkommen. „Thorin! Da kommt jemand!“, rief ich zum Zwergenhaufen hinüber.
Alle sprangen auf und packten ihre Waffen, soweit sie nicht verloren gegangen waren. Ich hörte ein Brabbeln und Zischen, da kamen plötzlich hässliche kleine Monsterdinger auf uns zugewuselt. Sie sahen nicht stark aus, aber es waren unheimlich viele. „Goblins“, zischte Thorin wütend. Toll, jetzt hatten die ekligen Viecher einen Namen. Wir versuchten uns zu wehren, doch sie überrannten uns einfach und zerrten uns mit. In dem Durcheinander bekam ich mit, dass Bilbo nicht mehr bei uns war. Ich hoffte, dass er in Sicherheit war. Schleimige Hände stießen mich vorwärts und ich musste mich zusammenreißen, mich nicht anzukotzen. Seltsamerweise verspürte ich keine Angst. Wenigstens war ich nicht alleine.
Aber ich machte mir vor Angst fast in die Hose, als sie uns vor den Anführer führten. Er war riesig und hatte ein schleimiges Kinn, das wie ein Sack herunterhing. Konnten Monster nicht wenigstens ein bisschen hygienischer aussehen?
Er brüllte uns an und fragte, was wir hier zu suchen hatten. Ich versuchte mich ganz klein zu machen, zwischen den Zwergen und kleinen Goblins ragte ich total hervor. Die Zwerge schwiegen und starrten ihn nur hasserfüllt an und ich beschloss, es ihnen gleich zu tun. Vielleicht musste ich einfach ein bisschen Selbstbewusstsein beweisen.
Dass niemand etwas sagte, gefiel dem König natürlich nicht. Er brüllte nach Foltergeräten und ich geriet ernsthaft in Panik. Ich wollte hier weg!
Thorin stellte sich ein bisschen vor mich und flüsterte mir zu, ich solle ruhig bleiben. Ruhig bleiben! Wie konnte ich ruhig bleiben wenn die uns gleich foltern und umbringen würden!
„Fangt mit dem Jüngsten an!“, rief der Goblinkönig. Sein Blick fiel auf Kili. Scheiße! Nicht gut!
Hilflos musste ich zusehen, wie ein paar Goblins Kili nach vorne zerrten. Einer schlug ihm ins Gesicht und ich zuckte zusammen. Ich wollte hinstürzen und ihm helfen, aber Bofur hielt mich an der Schulter fest. „Er schafft das schon. Pass auf, dass sie es nicht bald auf dich absehen!“ Zornig blinzelte ich eine Träne weg. Ich fühlte mich unheimlich nutzlos, nicht einmal ordentlich kämpfen konnte ich. Als ich schon dachte, wir würden alle sterben, riss ein greller Lichtblitz alle Feinde zu Boden. Was? Ich traute meinen Augen nicht. „Gandalf!“

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