Tintenschmerz

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1 Kapitel - 1.064 Wörter - Erstellt von: Laila00 - Aktualisiert am: 2015-05-11 - Entwickelt am: - 946 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Was passiert wenn die Vergangenheit einen einholt und plötzlich zur Gegenwart wird, das erfährt Meggie, die mittlerweile mit ihren Eltern und ihrem Bruder glücklich auf dem verlassenen Hof lebt, am eigenen Leib. Plötzlich scheint die Idylle der Tintenwelt wieder wie ein Trugbild und nur das Schreckliche scheint real. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und Meggie begreift, dass sie die Macht von Feuer und Worten unterschätzt hat - und das beides zusammen eine brandgefährliche Kombination sein kann.

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Es war eine kalte, stürmische Herbstnacht. Meggie lag auf ihrem Strohsack und lauschte dem Heulen des Regens, der gegen die Lehmmauer des alten Bauernhofes fegte. Sie blickte aus dem Fenster, es war stockdunkel, bestimmt schon nach Mitternacht und die gewaltigen Baumriesen wiegten sich im tosenden Wind. Meggie schob ihre Hand unter das raue Kissen und ihre Fingerspitzen stießen auf den Einband ihres Lieblingsbuches. Auch in dieser Welt lag immer eines unter ihrem Kissen und wartete darauf sie in ihren Bann zu locken. Sie umschloss den Einband mit ihren Finger und zog es hervor. Sanft strich ihre Hand über das mit violettem Leinen bezogene Holz. Es war das Buch mit Resa's Zeichnungen. Seit sie es aus der anderen Welt mitgebracht hatte waren etliche Skizzen hinzugekommen. Meggie erinnerte sich mit Freude an die Tage die sie mit Resa auf der sonnenbeschienenen Lichtung am Fluss verbracht hatte, der sich später durch Ombra wandte. An diesem magischen Ort (davon abgesehen, dass diese ganze Welt magisch war)tummelten sich Blaue Feen, Feuerelfen und Nixen nur so. Ab und zu huschte auch mal eines von Orpheus' Geschöpfen vorbei, doch Meggie pflegte es sie mit Abscheu zu mustern, bevor sie wieder im dichten Gebüsch verschwanden.
Ihr lief ein wohliges Kribbeln über den Rücken, als sie an diese friedlichen Tage dachte. Voller Glück nach den schrecklichen Zeiten. Sie fuhr mit den Fingern die eingeprägten Buchstaben nach und schlug das Buch auf. Auf den weißen Seiten rankten sich wundersame Blumen und blütenzarte Feen schwirrten über türkisblaue Seen. Eine gefühlte Ewigkeit saß Meggie einfach da und bewunderte die Schönheit und Pracht, die von der Dunkelheit vor ihrem Fenster verborgen wurde. Als sie sich schließlich satt gesehen hatte an Wesen und Pflanzen die sie umgaben und sie Mühe hatte die Augen offen zu halten legte sie das Buch zur Seite und verharrte einen Augenblick auf der Bettdecke kniend. Was sollte sie nun tun. Die Lust am Lesen war gestillt, aber schlafen? Nein!
Sie beugte sich über die Bettkante und öffnete die oberste Schublade ihres hölzernen Nachttisches. Sie bewahrte immer noch ein paar Kerzen und Streichhölzer darin auf, auch wenn Mo es ihr immer wieder verbot. Sie konnte einfach nicht wiederstehen. Meggie schob ihre Hand in die Schublade und zog ein Windlicht und eine Schachtel Streichhölzer heraus. Sie stellte sich ans Fenster, zündete den Docht an und schob das Stofflaken zur Seite das die Aussparung in der Wand verbarg. Es hatte aufgehört zu Regnen und die Luft roch bereits nach dem aufziehenden Morgen. Der Schein der Flamme fiel auf die kahlen Sträucher unter dem Fenster die im Sommer so schön blühten.
Als Meggie in die Dunkelheit blickte musste sie an jene Nacht denken in der Staubfinger bei ihnen aufgetaucht war. So vieles hatte sich seither geändert.
Sie holte noch einmal tief Luft und wollte sich gerade vom Fenster abwenden, als ein lautes Kratzen an ihrer Tür sie aufschrecken ließ. Es klang als ob... Meggie erschrak, als ob jemand etwas vor ihre Tür schieben würde. Draußen auf dem Hof erklangen Stimmen. Sie hastete zu der Tür, doch als sie die Klinke herunter drückte ließ sie sich keinen Zentimeter weit öffnen. Meggie drückte mit aller Kraft dagegen, aber es war zwecklos. Die Tür blieb verschlossen. Die Stimmen auf dem Hof schwollen an. Sie stürzte zu der anderen Tür, die ihr Zimmer mit dem ihrer Eltern verband, doch sie war verriegelt. "Mo! Resa!" Meggie's Stimme klang verzweifelt. Doch ihr antwortete nur Stille sie wandte sich um, und erstarrte, denn sie glaubte eine ihr bekannte Stimme aus dem Stimmengewirr auf dem Hof zu hören: Capricorn. Unsinn! Wie sollte das möglich sein. Er war tot. Und außerdem hatte sie gerade andere Sorgen. Sie rannte zum Fenster zurück:"Mo! Hilfe!" sie wusste nicht was sie tun sollte. Die Posten, die der schwarze Prinz aufgestellt hatte würden mindestens 15 Minuten bis zum Lager brauchen, Meggie war gestern erst dort gewesen. Panik stieg in ihr auf. Sie rief wieder und wieder nach ihrem Vater und ihrer Mutter. Als ihre Stimme immer mehr in Schluchzen überging hielt ihr plötzlich eine kalte Hand den Mund zu. Sie erschrak, wollte schreien, doch als sie sich umblickte fand sie sich Resa gegenüber, die warnend eine Finger an die Lippen legte. Meggie war so froh ihre Mutter unversehrt zu sehen, dass ihren Kopf an ihrer Seite vergrub, als sie sie in eine feste Umarmung zog. Aber die Angst kam schnell zurück. "Resa, wo ist Mo?" flüsterte Meggie, bemüht nicht zu schreien. Doch Resa's Antwort war ein Schulterzucken, als wäre ihre Mutter noch immer stumm. Sie sah ihr noch einen Moment in die Augen. Und stürmte dann aus der Tür. Das Zimmer ihrer Eltern sah aus wie sonst. Nur die Decken waren hastig zurückgeschlagen, einige Schubladen herausgerissen worden. Das alles ließ Meggie unbeachtet. Sie entriegelt die Zimmertür hastig und rannte barfuß durch den Flur. Die Haustür stand offen und als sie den Hof betrat, sah sie nur noch, wie ein schwarzer Planwagen den Waldweg davon preschte. Fassungslos stand sie da, immer noch nur in dem dünnen Nachthemd und spürte wie ihr Tränen die Wangen hinunter flossen. Und Erinnerungen an Elinors Haus und die Nacht in der Mo schon einmal verschwunden war kamen kamen in ihr hoch.

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Scarlett ( 9.241 )
Abgeschickt vor 255 Tagen
Du schreibst richtig gut! Bitte mach weiter