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Gestrandet- Fluch der Karibik 9

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3 Kapitel - 3.304 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2015-05-08 - Entwickelt am: - 1.950 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ihr müsst jetzt entscheiden, ob die Geschichte noch weiter gehen oder beendet werden soll.

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    „Was hast du gesagt?“, fragt er scharf, seine Finger krallen sich in meine Oberschenkel. Ich bemühe mich, mir meine Schmerzen nicht ansehen zu lassen, keine Emotionen durchklingen zu lassen, als ich sage: „Du hast mich schon verstanden.“ Seine Hand schnellt vor und packt mein Kinn, seine Fingernägel graben sich hart in meine Haut. „Unklug, Victoria“, raunt er. Im nächsten Moment hat er mich herum gewirbelt und ich schlage unsanft mit dem Bauch auf dem Boden auf. Ein gezielter Tritt in die Rippen ringt mir ein leises Wimmern ab, gekrümmt liege ich vor ihm, wehrlos, schutzlos ausgeliefert. Ich beiße mir auf die Lippe, um nicht laut loszuschreien. Ein weiterer Tritt, diesmal in die Magengegend, lässt mich Blut schmecken. „Ich glaube, ich muss dir ein paar Manieren beibringen“, flüstert er bedrohlich, und ich höre ein nur allzu bekanntes Geräusch. Oh nein. „Schön stillhalten“, raunt er mit einer gewissen Vorfreude in der Stimme. „Das wird wehtun.“ Schon saust sein Gürtel auf meinen entblößten Rücken nieder, ein schnalzendes Geräusch, das warme Blut, das meinen Rücken hinunter rinnt. Ich kann nicht mehr an mich halten und fange an zu schreien. Sein hämisches Gelächter klingelt mir noch immer in den Ohren, als bereits der zweite Hieb auf mich niedersaust.
    „Victoria? Victoria!“ Jacks Stimme. Unsanft rüttelt er an meinen Schultern, will mich aus meinem Halbschlaf erwecken, doch der Traum gibt mich nicht kampflos her. Ich spüre die warmen Tränen, die über meine Wangen laufen, und undeutlich nehme ich seine Hände war, die mich an ihn ziehen und behutsam über meinen immer noch verwundeten Rücken streichen. Ich zittere unkontrolliert, atme in schnellen Schüben, klammere mich an ihn wie eine Schiffbrüchige, die endlich eine Boje gefunden hat. Ich wimmere auf wie ein verletztes Tier, als er mich auf seinen Schoß zieht und beginnt, mich sanft hin und her zu wiegen. „Ruhig, Victoria, alles ist gut, ich bin doch hier“, redet er beruhigend auf mich ein, und so langsam zeigt es Wirkung. Meine Atmung wird langsamer, meine Tränen versiegen. Doch der Schmerz bleibt. Die Wunden bleiben. Die Erinnerung bleibt. McGuffin hat seine Spuren auf mir hinterlassen, und für den Rest meines Lebens werde ich sie ertragen müssen. „Was hast du geträumt?“, fragt er leise, sein warmer Atem streift mein Ohr und ich schauere leicht. „McGuffin“, antworte ich, meinen Kopf an seiner Brust vergraben. „Er hat mich geschlagen. Mit seinem Gürtel. Es war viel mehr eine Erinnerung als ein Traum.“ Behutsam drückt er mich etwas von sich weg, sieht mir tief in die Augen. Wie immer verhakt sich sein Blick in meinem, es ist, als würde er direkt in meine Seele sehen. Sanft umfasst er mein Kinn, seine Berührung ist leicht wie eine Feder, dennoch zucke ich zusammen. Das Gefühl von McGuffins Händen auf meiner Haut ist noch zu lebendig. „Dieser Dreckskerl ist tot“, sagt er leise, aber bestimmt. „Nie wieder wird er Ihnen Leid zufügen, Miss Green. Und so wahr ich Jack Sparrow bin, wird das auch kein anderer. Nie wieder.“ „Captain“, verbessere ich ihn automatisch und er schenkt mir ein breites Lächeln. „Aye, Captain Jack Sparrow“, bestätigt er und drückt mir einen kleinen Kuss auf die Stirn. „Und jetzt versuch, noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Morgen wird ein anstrengender Tag.“ Ich gähne herzhaft und kuschle mich ein wenig enger an ihn. Wenn ich nicht so hundemüde gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich die morgigen Pläne hinterfragt. So aber murmle ich nur: „Gute Nacht, Captain.“ „Gute Nacht, Miss Green“, flüstert er an meinem Ohr. „Versucht, süß zu träumen. Stellt euch irgendetwas Schönes vor. Wie wäre es mit einem Tête-à-Tête mit mir?“ „Ich dachte, ich sollte mir etwas Schönes vorstellen?“, erwidere ich verschlafen. Und das Letzte, das ich höre, ist Jacks angenehmes Lachen, bevor mir die Augen zufallen und ich in einen tiefen Schlaf gleite.
    Lautes Stiefeltrampeln über mir weckt mich, vereinzelt höre ich die harschen Stimmen der Crew. Selig lächle ich. Ein Leben ohne diese Verrückten könnte ich mir schon gar nicht mehr vorstellen. Besonders nicht ohne den Captain dieser irren Truppe. Ich taste mit meinen Händen auf die andere Seite des Bettes, doch sie ist kalt und verwaist. Jack muss schon aufgestanden sein. Wenigstens wecken hätte er mich können, dann hätten wir gemeinsam frühstücken können. Schmollend will ich mich gerade auf die andere Seite drehen und weiterschlafen, als jemand meine Hände, die immer noch tastend ausgestreckt sind, ergreift und fragt: „Sucht Ihr jemand Bestimmtes, Miss Green?“ Ich lächle. Seine Stimme, wie immer verrucht und sexy. „Nein“, erwidere ich. „Ich genieße nur diesen vielen Platz, jetzt, da ein gewisser Captain mir nicht mehr die Luft zum Atmen nimmt mit seinen Klammerarmen.“ Ein raues Lachen erklingt, bevor er sich vorbeugt und haucht: „Vorsicht, Miss Green. Dieser gewisse Captain kann sehr ungemütlich werden, wenn man ihn verspottet.“ Sein heißer Atem, geschwängert von Rum, streift mein Gesicht, ich kann fühlen, wie nah er mir schon ist. Intuitiv weiß ich, dass er mich küssen wird, sobald ich die Augen öffne. Ich hadere noch ein bisschen mit mir selbst, ob ich noch weiter schmollen soll, entscheide mich schließlich doch dagegen. Ich schlage meine Augen auf und blicke direkt in seine braunen, unsere Nasenspitzen berühren sich schon fast. „Guten Morgen, Miss Green“, haucht er und drückt mir einen innigen Kuss auf die Lippen. Er schmeckt salzig und doch süß, was auch vom Rum kommen mag. Viel zu früh löst er sich von mir, streicht mir eine wirre Strähne hinters Ohr und sagt: „Ihr solltet Euch ankleiden, Miss Green. Auch, wenn die Crew erfreut sein würde über diesen wunderschönen Anblick, der sich mir hier bietet, wage ich dennoch zu bezweifeln, dass ein gewisser Captain das gutheißen würde. Und außerdem legen wir bald an.“ Er wendet sich zum Gehen, ist schon an der Treppe, als ich frage: „Wo? Tortuga?“ „Nein“, erwidert er. „Aber du solltest trotzdem besser alle Knöpfe deines Hemdes schließen. Dieser Ort ist um nichts besser.“

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    „Cambay heißt alle Reisenden willkommen!“, verkündet ein kleines, verwittertes Schild auf einem der vielen spitzen Felsen in der Brandung. Das Wasser, vorher noch tiefblau, ist nun aschgrau, und obwohl wir der Küste schon sehr nah sind, kann man den Grund vor lauter Dreck nicht einmal erahnen. Der Strand ist verwaist und von einer weißlichen Schicht überzogen. Staub liegt in der Luft, und je näher wir der Insel kommen, desto schwerer fällt das Atmen. Meine Augen tränen, und doch vermag ich ob seiner schieren Größe einen Berg in der Mitte des Festlands auszumachen. Nein, halt. Kein Berg. Ein Vulkan. Das alles hier ist Asche. Wann mag er wohl ausgebrochen sein? „Mir ist nicht wohl dabei, Euch mitzunehmen“, sagt Jack neben mir, der meinem Blick gefolgt ist. „Aber wieso das denn? Ich habe doch brav alle Knöpfe des Hemds geschlossen!“, erwidere ich und entlocke ihm ein kleines Lachen. „Das ist eine Lüge, und das wissen wir beide.“ Schuldbewusst sehe ich hinunter auf die zwei offenen Knöpfe, und kann nicht anders, als leicht zu lächeln. „Jetzt weiß ich wenigstens, wo deine Blicke sich herumtreiben.“ Wieder lacht er, rau und tief, bevor er plötzlich ernst wird und sagt: „Ich will nur nicht, dass dir etwas zustößt. Die Angelegenheit ist schnell erledigt, ich hüpfe da rein und bin ebenso schnell wieder an Bord.“ „Was spricht dann dagegen, dass ich mitkomme?“, frage ich mit ehrlichem Interesse. Jack wirkt… nervös. Ich habe ihn in vielen Stimmungslagen erlebt, traurig, wütend, verspielt, fürsorglich, romantisch, sarkastisch, neckend. Aber Nervosität oder Aufregung habe ich bei ihm noch nie beobachtet. Das passt schlichtweg nicht zu dem souveränen Captain, den ich kennengelernt habe. „Allem Anschein nichts, fürchte ich“, seufzt er und wendet sich ab. „Halt dich einfach an mich, ja?“ Genau diese Worte hat er schon einmal benutzt, in Tortuga. Doch anstelle der einstigen Schärfe ist da nur noch Sorge. Wenn ich nicht so verdammt neugierig wäre, würde ich mich vielleicht erweichen lassen, dazubleiben, um Jack zu beruhigen. Aber spätestens jetzt will ich wissen, was er vorhat. Gemeinsam gehen wir von Bord, Gibbs folgt uns auf dem Fuß, der Rest bleibt zurück. Ihre Gesichter wirken angespannt, ängstlich, als ob ihnen der Ort Unruhe bereiten würde. Was kann diesen gestandenen Männern so viel Angst machen, dass sie nicht einmal von ihrem schützenden Schiff gehen? Mit einem Schauern wende ich mich ab. Einfach nicht darüber nachdenken. Der Sand knirscht unter unseren Füßen, Staub wirbelt auf bei jedem Schritt, in meiner Kehle kitzelt es unangenehm. Wir erklimmen eine kleine Anhöhe, und als wir oben sind, verstehe ich, warum Jacks Männer nicht mitkommen wollten. Vor unseren Augen erstreckt sich ein kleines Dorf, eingebettet zwischen sanften Hügeln und dem Fuße des Vulkans. Es muss wohl einst malerisch gewesen sein, doch nun ist davon nichts mehr übrig. Die Häuser sind lediglich leerstehende Baracken, die Fensterscheiben sind zersprungen und alles liegt in Trümmern. Eine dicke Staubschicht bedeckt auch hier jeden freien Fleck, doch sie vermag es nicht, das Grauen zu verstecken, das sich vor unseren Füßen ausbreitet. Hunderte und Aberhunderte Leichen, gegossen in Asche, säumen die Straße, den Mund zu Schreien verzehrt, die leblosen Augen weit aufgerissen, ihre Körper, zum Abriss vorgesehen oder auch nur zum Verfall. Maden, Würmer und Ratten tun sich bereits gütlich an ihnen, ich muss würgen. Der Vulkanausbruch kann noch nicht so lange her sein. Jack bemerkt meinen Kampf gegen die aufkeimende Übelkeit, sein besorgter Blick ruht eine Weile auf mir, bevor er weitergeht. Gibbs und ich folgen ihm, hindurch zwischen Leichen und Schutthaufen. Ich richte meinen Blick stur auf Jacks Rücken, weigere mich, ein weiteres Mal die Toten anzusehen. Ich blende alles um mich herum aus, will dieses Grauen nicht mehr sehen, will gar nichts mehr sehen und schließe kurz die Augen. Als Jack plötzlich stehen bleibt, pralle ich deshalb auch unsanft gegen ihn. Vor uns steht eine Piratenschar, die Pistolen und Schwerter auf uns gerichtet. Na große Klasse. Doch Jack hebt bloß die Hände und verkündet: „Hey, beruhigt euch Leute, wisst ihr denn nicht wer ich bin? Vor euch steht der leibhaftige Captain Jack Sparrow! Also, wenn ich bitten darf, man erwartet mich bereits.“ Wider Erwarten lassen sie tatsächlich die Waffen sinken und machen ihm den Weg frei. Er nickt allen freundlich zu, bevor er in einem etwas weniger beschädigten Haus verschwindet und mir nichts anderes übrig bleibt, als ihm zu folgen, Gibbs spüre ich dicht hinter mir. Trotz all der Trümmerhaufen findet in dem kleinen Zimmer sogar eine Art Arbeitstisch Platz. Auf einem Stuhl dahinter sitzt ein starker, kräftiger Hüne mit langen, blonden Haaren, die er zu einem Zopf gebunden hat. Er trägt eine Augenklappe und von seiner rechten Wange bis hin zum Kinn zieht sich eine tiefe Narbe, die sein Gesicht entstellt und ihm etwas Unheimliches verleiht. „Sparrow! Ich hätte nicht gedacht, dass Ihr tatsächlich den Mut habt, Euch hier blicken zu lassen“, begrüßt er uns mit einer tiefen, kratzigen Stimme. All der Staub hier bekommt ihm anscheinend nicht gut. „Ich habe Eure Nachricht erhalten und werde Euch Rede und Antwort stehen“, erwidert Jack, ernst und ohne jeglichen Spott. „Da es allem Anschein nach zu einem Missverständnis…“ „Missverständnis?“, poltert der Mann und haut mit seiner Faust auf dem Tisch. „Das war von Anfang an dein Plan, du dreckiger Mistkerl!“ „Also, bevor wir die Höflichkeitsform ablegen, musst du mir zuerst wenigstens ein Fläschchen Rum spendieren“, sagt Jack, wieder ganz der Alte. „Du findest das also auch noch witzig, hah? Eins meiner Schiffe liegt nun auf dem Grund des Meeres, meine Männer verschlungen vom unersättlichen Schlund des Kraken, meine Beute so unerreichbar wie vor dem Kampf, und das alles nur wegen einer kleinen Mistgöre!“ Wieder schlägt er seine Faust auf das Tischchen, das mittlerweile gefährlich wackelt. Seine Beleidigung ignoriere ich derweil, viel mehr interessiert mich, bei welchem Schlag der Tisch zusammenbricht. „Ist sie das?“, fragt er plötzlich, sein gesundes Auge heftet sich auf mich. Er steht auf, etwas klackert, ich bemerke, dass er ein Holzbein hat. „Wegen ihr habt Ihr also all diese Mühen auf Euch genommen? Wegen einer austauschbaren, x-beliebigen Hure, die man auf jedem Wegrand aufgabeln kann?“ Mir machen seine Worte nicht sonderlich viel aus, doch Jack kocht vor Wut. Seine Hände ballen sich zu Fäusten, sein Kiefer mahlt und wenn Blicke töten könnten, dieser Mann wäre bereits zehnmal tot umgefallen. Vorsichtig lege ich ihm eine Hand auf den Arm, er zuckt leicht zusammen, doch es scheint ihm zu helfen, nicht auszurasten. „Abmachung ist Abmachung“, bringt er schließlich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. „Ihr habt Euer Geld, ich mein Mädchen. Die Bedingungen standen zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.“ „Ach nein? Wie ärgerlich“, meint der Mann und kommt um den Tisch herum. „Dann tun sie es jetzt.“ Blitzschnell zückt er sein Schwert und spießt Jack damit auf.

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    So schnell kann ich gar nicht schauen, da hat Gibbs dem Mann schon eine Kugel in den Kopf gejagt. „Wir müssen hier weg!“, brüllt er mir zu, während die Wachen von vorher draußen Alarm schlagen. „Du bringst Jack zum Schiff, ich gebe dir Rückendeckung!“ Ich nicke, eine andere Möglichkeit bleibt uns nicht. Ich ziehe ihn auf die Beine, stütze ihn mit meinem Arm unter seinen ab und schleife ihn so nach draußen, während Gibbs uns den Weg freischießt. Er schreit oder jammert nicht, er murmelt nur Unverständliches und stöhnt hin und wieder auf, wenn er mir beinahe entgleitet und ich ihn mit seiner Wunde fest an mich pressen muss. Mehr schlecht als recht schaffen wir es bis zum Schiff, in einem letzten Akt für mich untypischer Stärke trage ich ihn in die Kapitänskajüte und lasse ihn auf sein Bett fallen, während wir bereits ablegen. Hektisch krame ich in seinen Schubladen nach dem Verbandszeug und dem Reinigungsalkohol, mit dem er mich seinerzeit behandelt hat und finde nach etlichen kostbaren Momenten endlich, was ich gesucht habe. Ich knie mich neben ihn und reiße sein Hemd auf, die Knöpfe fliegen nur so weg, doch das ist mir herzlich egal. Als ich seine Wunde sehe, durchschwemmt mich eine kurze Welle der Erleichterung. Das Schwert ist nicht durch sein Herz gedrungen und auch nicht allzu tief. Nichtsdestotrotz ist sein Blutverlust hoch, er ist bereits aschfahl. Schnell binde ich den Einstich ab, achte darauf, keinen Fehler zu machen. Sein Blut rinnt über meine Finger, die erstaunlich wenig zittern, als ich den Knoten mache und ihn fest zuziehe. Jack stöhnt kurz auf, dann richtet er seine Augen auf mich. Seine schönen, braunen Augen, in denen einst so viel Glanz war, und die mich nun stumpf und leblos anblicken. „Victoria… falls ich das nicht… überlebe“, murmelt er, doch ich drücke in einem Akt der Verzweiflung bereits meine Lippen auf seine und lasse ihn so verstummen. Als wir uns wieder lösen, nehme ich seine Hand in meine und sage eindringlich: „Du wirst nicht sterben, kapiert? Weil ich dich hier brauche. Ich schaffe das nicht ohne dich.“ „Schaffst das… nicht ohne mich“, murmelt er, um sein Bewusstsein kämpfend. „Muss… stark bleiben…“ „Das ist die richtige Einstellung“, flüstere ich noch, bevor Jacks Augen zufallen und er abdriftet. Als eine einzelne Träne auf unsere vereinten Hände fällt, spüre ich, dass ich weine.
    Die nächsten Tage sind der Horror. Ich kann nicht essen, nicht schlafen, ich bleibe die ganze Zeit an Jacks Bett und warte darauf, dass er aufwacht. Zwischendurch wechsle ich immer mal wieder den Verband, kippe ein wenig Reinigungsalkohol über seine Wunde und registriere mit Erleichterung, dass er kein weiteres Blut mehr verliert. Als ich gerade ein weiteres Mal mit fahrigen und vielleicht auch etwas groben Fingern den Fetzen Stoff löse, kommt von Jack ein leises „Sachte, sachte, wir wollen den guten Captain doch nicht gleich wieder kaputt machen.“ „Oh mein Gott, Jack, du lebst!“, juble ich und falle ihm um den Hals. Er ächzt unter meiner Berührung, und sofort zucke ich zurück, doch er zieht mich noch näher zu sich. „Das war keine Aufforderung zum Aufhören, Miss Green.“ Ich lächle und kuschle meinen Kopf an seine Schulter. „Ich hatte solche Angst um dich“, flüstere ich und merke, wie wahr dieser Satz ist. Auch, wenn er augenscheinlich über den Berg war, hatte ich doch immer die Sorge, im nächsten Moment könnte er einfach sterben. „Es war mir ja nicht erlaubt, einfach abzutreten“, murmelt er leise in mein Haar. „So eine adelige Tante hat gemeint, sie brauche mich. Und einer Lady schlägt man keinen Wunsch ab.“ Ich lache und boxe ihm sacht gegen die Schulter. Ich löse mich von ihm, stehe auf, gebe ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen und meine: „Schön, dass du wieder da bist.“ Er lächelt, sein typisches, verschmitztes Lächeln erhellt seine Züge. „Wurde auch höchste Zeit“, erwidert er und lässt seinen Blick über meinen Körper schweifen. „Ohne mich hast du echt gar keinen Kleidungsgeschmack.“ Ich blicke an mir herab, er hat Recht. Ich trage noch immer die Sachen von dem Tag, an dem Jack verwundet wurde. Sein Blut ist mittlerweile getrocknet, doch das Hemd starrt vor Dreck und die Hose hat auch einiges abbekommen. „Wann hast du zuletzt geschlafen?“, will er wissen und mustert mich. Ich senke meinen Blick, seine Sorge um mich, obwohl er fast verreckt wäre, ist wirklich süß. „Nicht mehr seit deinem kleinen Malheur“, antworte ich und bringe ihm ein Glas Wasser, dass er auch sogleich gierig in großen Schlucken trinkt. Danach klopft er auf die Matratze neben sich und meint: „Hier ist noch ein Plätzchen frei. Zwar ist es nicht so exquisit, wie Ihr es aus Eurem Adelspalast gewohnt seid, doch…“ Ich lasse mich bereits neben ihm fallen, kuschle mich an ihn und ergänze: „Doch mit einem Captain das Bett zu teilen, noch dazu mit dem berühmt-berüchtigten Jack Sparrow, ist eine allzu große Ehre, die nicht jedem zuteil wird.“ Er lacht, rau und tief. Oh Gott, wie ich das vermisst habe! „Exakt“, sagt er und legt einen Arm um mich, um mich zu sich zu ziehen. „Und jetzt schlaft, meine Prinzessin. Eurem Ritter in schillernder Rüstung geht es gut, Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen.“ „Ich hoffe doch, damit meinst du nicht dich“, erwidere ich und gähne herzhaft. „Muss ich dich denn daran erinnern, wer deinen Allerwertesten aus Cambay rausgeschafft hat?“ Sein Lachen ist das Letzte, was ich höre, bevor mir die Augen zufallen und ich in einen tiefen, seligen Schlaf gleite.

Kommentare (43)

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Angel!ca (05879)
vor 346 Tagen
Cotton kann nicht sprechen, weil ihm die Zaunge rausgeschnitten wurde,
Trotzdem 👍🏼👍🏼
SSR (18972)
vor 355 Tagen
Sehr gute Geschichte...weiter so!
Vio (33427)
vor 454 Tagen
Die Geschichten sind einfach BOMMBE die sind romantisch süß einfach tooollll das ende ist gut

ps kannst du bitte auch so eine geschiechte schreiben aber nur mit Will turner
aria.-sama (39617)
vor 546 Tagen
Wirklich die Geschichte ist unglaublich schön ich hab sie schon 3mal
Gelesen und jedes mal ist es so romantisch wie nie zuvor
Bitte mach weiter ist so schön
Deine aria-sama
... (72120)
vor 568 Tagen
Echt schöne Geschichte mach weiter so👍
Love jeremy renner (84658)
vor 739 Tagen
Man sollte immer aufhören wenn es am schönsten ist 😉
Sensless (72988)
vor 742 Tagen
Es kommt noch ein Teil, welcher der Letzte sein wird. Danke an alle, die diese FF bis hierher verfolgt haben und auch ein herzliches Dankeschön für all die lieben Kommentare. Ihr wart eine große Motivation, weiterzuschreiben, aber ich finde, wenn jetzt noch mehr Drama in diese Liebesbeziehung kommt, zieht es das nur unnötig in die Länge. Also, ich hoffe, ihr seid nicht zu enttäuscht, dass es zu Ende geht. :)
❤️Kate sparrow (22381)
vor 743 Tagen
Kommen noch mehr teile oder war der 10. der letzte Teil ?
Love jeremy renner (22381)
vor 743 Tagen
Bitte schreib noch weitere Teile die Geschichte ist so wunderschön ❤️💛💖ԅ 25;
Cookiemonster (72988)
vor 782 Tagen
Eine Schwangerschaft braucht ja länger, bis sie sich bemerkbar macht. Sie haben wahrscheinlich vor der Cambay-Sache miteinander geschlafen.
Salisala (15677)
vor 783 Tagen
Warum ist sie schwanger? Sie hat ja in letzter Zeit nicht mit Jack geschlafen weil er so verletzt war oder?!
Ansonsten super story
Sabi (83800)
vor 790 Tagen
Die Geschichte ist sooooo süß.und super schön, mach bitte bitte weiter :)
William Ttt (47317)
vor 804 Tagen
Will kan aber nicht an Land darum hat er auch Elizabeth allein gelassen . Für ihn gelten die gleichen Regeln wie von Jones
Jane Sparrow (85097)
vor 805 Tagen
Nur eine sache ich frage mich schon immer wie ein Bett in einem Schiff sein kann bei einem Sturm kann es docj das Schiff zerstören nichts über die Geschichte aber wie geht das 🍪😥
Jane Sparrow (85097)
vor 805 Tagen
Ich finde es super aber ... Aber ... Ich glaube Jack lässt sich nicht so leicht erstechen aber trotsdem war es eine super
Lage weiter so 😻
Angelica (83033)
vor 809 Tagen
Schreib bitte weiter!!! Die Geschichte ist voll gut (1000-mal besser als meine XD)
oh captain my captain (66553)
vor 810 Tagen
Du musst unbedingt weiter schreiben. !
Ich habe sehnsüchtig auf den teil gewartet und will mee(h)r *-*
Du schreibst so gut, dass ich jedesmal in die FF eintauche und mittendrin bin. Deine Geschichte ist im Gegensatz zu einigen anderen FF die ich bisher gelesen habe realistisch und logisch. Ich liebe deine FF und kann den nächsten Teil kaum erwarten
jack sparrow lover (46074)
vor 811 Tagen
Kannst du weiter schreiben bitte z.b. das sie heiraten oder das sie ein schwanger wird wäre dan richtig süß wen Jack sich dan voll freuen würde
Mitra (08248)
vor 843 Tagen
Ahahahahahahah, meine Seite ladet sich immer neu und das Kommentar ladet sich auch neu, hahahahaha..
Mitra (08248)
vor 843 Tagen
Joonge, Smoee, diese Kommentare, mään, du hast hier ne eigene Fangemeinde.. Gib mir was ab.. Ich brauche Freundee, wäääääähhh...