Springe zu den Kommentaren

Warrior Cats-Krallen der Kälte

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
16 Kapitel - 11.235 Wörter - Erstellt von: Selina Sakura - Aktualisiert am: 2015-07-16 - Entwickelt am: - 6.421 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Dem Wasserclan steht ein harter Winter bevor, doch ausgerechnet jetzt stirbt seine einzige Heilerin. Merkwürdige Dinge geschehen und mache Katzen verändern sich, manche Verschwinden spurlos. Plötzlich ist sich keiner mehr sicher ob er diesen Winter überleben wird...

    1
    Das Herbstlaub fiel wie Regen vom grauen Himmel. Es wurde langsam kalt und die Nächte immer länger. Honigfeder konnte die Blattleere bereits riechen und das erfüllte sie mit Angst. Erst vor kurzem hatte grüner Husten im Clan gewütet, dabei waren mehrere Katzen gestorben und noch immer waren die Katzen des Wasserclans schwach wie nie. An Frischbeute mangelte es bereits an Ecken und Enden. Alle Katzen die halbwegs bei Kräften waren, wurden zum Jagen geschickt. Es schien Honigfeder, als wäre sie schon ewig Unterwegs, doch sie hatte erst eine kleine Wühlmaus gefangen. Sie musste mehr finden. Goldregen hatte Junge. Wenn sie sie nicht mehr ernähren konnte, würden sie sterben. Die Kleinen hatten wirklich Pech zu dieser Zeit geboren zu sein. Honigfeder konzentrierte sich erneut auf den sterbenden Wald um sich herum. Jedes noch so kleine Geräusch nahm sie war. Ihr Honigfarbendes Fell tarnte sie gut im Laub. Sie war vollkommen reglos. Nur ihre Ohren zuckten hin und wieder. Ein leises Flattern ließ sie aufhorchen. Es schien von der alten Weide zu kommen, die in einer etwa zwei Sprünge weiter Entfernung, am Rand der großen Wiese stand. Honigfeder schlich sich an und war dabei lautlos wie ein Schatten. Sie wagte es kaum zu Atmen. Unter den herabhängenden Ästen des Baumes saß ein Vogel. Sein einer Flügel hing kraftlos am Boden. Wahrscheinlich hatte er ihn sich gebrochen, so konnte er nicht mit den anderen in den Süden fliegen. Es dauerte einen Herzschlag, bis Honigfeder ihn zwischen den Zähnen trug. So schnell sie konnte lief sie zu der versteckten Wühlmaus und dann auf kürzesten Weg zurück in das Tal in dem ihr Clan lebte. Wie seit langem herrschte eine Unheimliche Ruhe. Am Frischbeutehaufen, der es eigentlich nicht wert war so genannt zu werden, saß Honigfeders Wurfgefährtin Wasserherz. Ihre tiefblauen Augen waren erfüllt von Angst, Sorge und Trauer. "Honigfeder..." ihre Stimme brach und es schien als wäre sie in kurzer Zeit um Jahre älter geworden. "Holunderfell ist tot." Honigfeder stieß vor Entsetzen einen Schrei aus. Holunderfell hatte keinen Schüler gehabt. Mit ihr hatten sie nicht nur eine gute Freundin, sondern auch die einzige Heilerin im Clan verloren. Dumpfe Hoffnungslosigkeit erfüllte sie. Ein Clan ohne Heiler war in der Blattleere so gut wie verloren. Diesen Verlust konnte der Clan unmöglich verkraften.

    2
    "Wie konnte das...passieren?" Honigfeder konnte und wollte es nicht glauben. Holunderfell war noch so jung gewesen. Hatte sie nicht gestern noch Goldregens Jungen eine Geschichte erzählt? "Ich denke...also ich glaube..."Wasserherz schloss kurz die Augen und atmete tief ein. "Sie hat ihre Frischbeuteration den kranken Katzen gegeben. Ich glaube sie hat in den letzten Tagen nicht einen Bissen gegessen. Heute war sie im Wald, an der Schlucht. Sie sagte, dort würden noch einige Kräuter wachsen, die sie holen wollte, bevor es anfängt zu schneien. Sie ist dort Zusammengebrochen, weil sie keine Kraft mehr hatte. Also ... sie ist zur Seite gekippt. Direkt in den Abgrund. " Sie schluckte und sah zu Boden. "Silberstern und Ahornschwinge sind bereits in der Schlucht und halten Totenwache. Ich habe hier aus dich gewartet. "Honigschweif verharrte kurz vollkommen reglos, dann machte sie einen Satz zum Lagerausgang und stürmte davon. Ihre Pfoten trugen sie wie von selbst zur Schlucht. Wie im Traum zogen die allmählich kahlen Bäume an ihr vorbei. Erst kurz vor dem Abgrund blieb sie stehen. Hier ging es etwa eine Baumlänge nach unten. Die Wände der Schlucht waren ganz aus Stein und auch in der Umgebung wuchs kaum mehr Gras. Doch ganz am Rand, unter einem hervorstehenden Felsen, konnte Honigfeder einige grüne Pflanzen erkennen. Wahrscheinlich die Kräuter die Holunderfell gesucht hatte. Vorsichtig sah sie hinab. Unten konnte sie Ahornschwinges rotes, und Silbersterns graues Fell ausmachen. Sie saßen um eine hellbraun getigerte Katze herum. "Holunderfell ..." flüsterte sie. Mit Vorsicht machte sie sich an den Abstieg. Das war nicht ungefährlich, doch sie hatte keine Angst, denn die Trauer füllte ihren Kopf. Sie krallte sich fest ins Gestein und binnen kurzer Zeit hatte sie den Grund erreicht. Langsam lief sie zu ihren Clangefährten uns lies sich neben Ahornschwinge nieder. Ihr Blick war fest auf Holunderfell gerichtet, alte Erinnerungen stiegen in ihr auf. Wie sie als Junges die Honigwaben auslecken durfte, die Holunderfell ihr beachte. Die bitteren Kräuter die sie schlucken musste als sie Husten hatte. Die Stimme die sie als Schülerin tröstete, als sie glaubte, nie eine gute Kriegerin zu werden. Das warme Lächeln der Heilerin, als sie schließlich doch Kriegerin wurde. Das neckische Funkeln in den Augen, das Ich-hab-es-dir-ja-gesagt zu sagen schien. Holunderfell war nie laut oder wild gewesen. Sie war die Katze, von der man weiß, dass sie immer hinter einem steht. Das sie immer das ist, wenn man sie braucht. Sie hatte unendliche Ruhe ausgestrahlt, in einem Licht, das selbst die dunkelsten Tage zum Leuchten brachte. Honigfeder hatte ihre Nase tief in das getigerte Fell gedrückt und atmete Holunderfells Duft ein, der immer noch darin hing. Als sie aufsah hatte sich der ganze Clan um sie versammelt. Jeder hatte Holunderfell geliebt. "Ich werde dich vermissen, Holunderfell. Ich hoffe es geht dir gut, beim Sternenclan."
    Honigfeder öffnete die Augen. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie eingeschlafen war. Noch immer lag der Clan, sogar Goldregen und ihre Junge, um Holunderfell herum. Das sie ebenfalls schliefen konnte Honigfeder nur vermuten. Sie atmete tief ein. In dem Moment, in dem sie in den grauen Himmel sah, begann es dicke Flocken zu schneien. Der kalte Wind, der durch ihr Fell fegte, machte ihr bewusst, dass ihnen das Licht der Heilerin diesen Winter nicht scheinen würde.

    3
    Silberstern hatte beschlossen Holunderfell direkt in der Schlucht zu begraben, denn es war zu schwer sie an den steilen Felswänden nach oben zu tragen. Glücklicherweise war der Boden des Abgrunds zum größten Teil aus Erde. Sie wählten einen Platz zwischen zwei großen Steinbrocken aus. Einige Zeit später war es Zeit zu gehen. Der Schnee bedeckte inzwischen hauchdünn den Boden und die Katzen begannen allmählich zu frieren. Mit einigen letzten Worten des Abschieds machten sie sich auf den Weg und sprangen geschickt an den groben Wänden empor. Sumpfblume half Goldregen mit den Jungen. Auch sie war vor kurzer Zeit in den Bau der Königinnen gezogen, weil sie Jungen von Schattenflug erwartete. Der rauchschwarze Kater, der tatsächlich manchmal nur ein Schatten zu sein schien, wartete geduldig am Rand des Abgrunds auf seine Gefährtin. Honigfeder sah kurz zurück, bevor auch sie sich ein Herz fasste und nach oben kletterte. Wasserherz hatte wieder auf sie gewartet. Die beiden Kätzinnen sprachen kein Wort auf dem Weg zum Lager, aber liefen so nah beieinander, dass sich ihr Fell berührte. Sie stützten sich gegenseitig. Vor ihnen liefen noch immer Sumpfblume und Schattenflug. "Sumpfblume ist so eine sanfte Katze. " dachte Honigfeder. "Sie bringt Schattenflugs Augen sogar in einer solchen Situation zum Strahlen. Ob ich je einen Gefährten haben werde? " Sie konnte ein belustigtes Schnauben nicht unterdrücken. "Um dich herum friert die Welt ein, und du denkst an einen Gefährten. " "Ist was?" fragte Wasserherz. Sie waren am Eingang des Lagers angekommen. "Nein. Ich musste nur eben über mich selbst lachen." Wasserherz schenkte ihr einen mitfühlenden Blick, dann sah sie den Frischbeutehaufen. "Oh nein! " zischte sie. "Die Krähen haben alles geklaut. Und dafür jagen wir bis zum Umfallen." Honigfeder ging nicht darauf ein, sie war zu müde. "Katzen des Wasserclans, versammelt euch!" rief Silberstern. Was eigentlich unnötig war, denn der Clan war bereits versammelt. "Holunderfell ist nun beim Sternenclan. Doch neben der Trauer um eine verlorene Freundin, haben wir noch ein anderes Problem. Wir haben keine Heilerin mehr. Ich werde morgen auf der großen Versammlung den Regenclan darum bitten, eine unserer Katzen in den nötigsten Dingen der Heilkunde zu unterrichten. Würde sich jemand dazu bereit erklären? Es muss ja nicht für immer sein, sondern nur so lange, bis wir einen neuen Heiler gefunden haben." Sofort meldete sich Blaubeerblüte. "Das würde ich gerne machen. Mich hat das schon immer interessiert. " "Gut. Dann werden zur großen Versammlung Ahornschwinge, Fuchskralle, Blaubeerblüte, Habichtschatten, Schattenflug, Gelbpfote und Honigfeder mitkommen. " Wasserherz seufzte enttäuscht. "Erzähl mir was passiert ist, okay?" "Mach ich doch immer." schnurrte Honigfeder. Sie gähnte und verschwand im Kriegerbau. Wasserherz sah ihr nach und murmelte leise "Schlaf gut!", bevor sie sich umdrehte und in den Wald ging, um neue Beute zu suchen.

    4
    Honigfeder hatte schlecht geschlafen. In ihren Träumen fielen Katzen mit gellenden Schreien von Klippen, mit entsetzt aufgerissenen Augen und hilflosen, ausgefahrenen Krallen. Sie schüttelte sich, als könnte sie so die nächtlichen Gestalten vertreiben, doch nur langsam wurde ihr Kopf klarer. Sie streckte sich ausgiebig und sah sich um. Außer ihr waren noch Habichtschatten und Echsenherz im Kriegerbau. Beide schienen zu schlafen. Ihr Blick blieb an Habichtschattens blau-grauen Fell hängen. Sie waren ungefähr zur selben Zeit geboren worden. Er war nur ein wenig älter als sie. Damals waren sie gut befreundet gewesen, hatten als Junge miteinander gerauft und als Schüler im Wald fangen gespielt. Doch mit der Zeit hatte er sich langsam aus ihrem Leben entfernt. Sie hatten immer weniger miteinander gesprochen, bis die Gespräche zwischen ihnen irgendwann ganz verstummt waren. Inzwischen war er sehr gut mit der hübschen, schneeweißen Lichtgesang befreundet. Irgendwie tat das Honigfeder weh. Sie wusste nicht wieso. Seufzend wandte sie sich, machte einen Schritt nach draußen - und versank direkt bis zum Bauch im Schnee. Fluchend machte sie einen großen Satz nach vorne und landete auf einer Art Weg, aus festgetretenem Schnee, der quer durch das Lager führte. Die beiden Schüler Gelbpfote und Himmelspfote waren eifrig damit beschäftigt, den Schnee vor dem Bau der Ältesten platt zu stampfen. Himmelspfote warf ihr einen entschuldigenden Blick zu. "Den Kriegerbau machen wir gleich. " rief sie außer Atem. " "Das nutzt jetzt auch nicht mehr viel. " murmelte Honigfeder. Durch die Spuren im Schnee konnte sie erahnen, dass es den anderen Kriegern genau wie ihr ergangen war. Etwas missgelaunt sah sie sich nach Wasserherz um, doch die war wohl bereits zum Jagen draußen, jedenfalls konnte sie sie nirgendwo entdecken. "Das sollte ich jetzt auch tun. " sagte sie zu sich und lief, ohne auch nur an essen zu denken, in den Wald. Zum Glück hatten die Bäume den meisten Schnee abgefangen, so war es viel leichter voranzukommen. Honigfeder hob den Kopf und witterte. Ganz leicht konnte sie den Geruch einer Maus ausmachen. Er kam direkt aus einer Kuhle zwischen den Wurzeln einer alten Eiche. Leise schlich sie näher. Tatsächlich lag dort eine kleine, am ganzen Leib zitternde Maus. Und die sollte auch Honigfeders einzige Beute an diesem Tag sein. Sie kehrte ins Lager zurück, als die Sonne unterging, und wurde dort bereits von Silberstern erwartet. "Hast du die große Versammlung heute vergessen?" Schnell verneinte sie, doch sie musste sich eingestehen, dass sie mit den Gedanken ganz woanders gewesen war. Hastig warf sie die Maus auf den Frischbeutehaufen und lief dann hinter den Katzen her, die gerade das Lager verließen. Keuchend lief sie schließlich neben Blaubeerblüte. "Ich bin total aufgeregt. " schwärmte diese. "Der Regenclan erlaubt es bestimmt. Das wird ein richtiges Abenteuer. " Ungefähr so ging es den ganzen Weg weiter und irgendwann hörte Honigfeder gar nicht mehr zu, sondern gab nur hin und wieder einen zustimmenden Laut von sich. Darum war sie auch überrascht, als sie an die Lichtung gelangten, durch die der Bach floss, der gleichzeitig auch die Grenze zwischen Regen- und Wasserclan und Sonnen- und Abendclan war. Direkt an seinem Ufer stand eine riesige Trauerweide, deren Äste den Boden berührten und einen dichten Schleier bildeten. Nur an einer Stelle hatte dieser Schleier eine Lücke, durch die man unter die Äste gucken konnte. In diese Art Höhle setzten sich die Anführer während der Versammlung, die Clans versammelten sich davor. Silberstern gesellte sich gerade zu Nadelstern, Falkenstern und Eibenstern, die bereits mit ihren Clabs da waren. Auch Honigfeder suchte sich einen Platz. Es wurde langsam still und als das letzte Raunen verstummt war, begann Silberstern zu sprechen.

    5
    " Dem Wasserclan geht es ... nun ja, den Umständen entsprechend gut. Holunderfell ist gestorben. " Lemonenherz, die Heilerin des Sonnenclans, riss entsetzt ihre stechend grünen Augen auf. "Ich bitte dich, Eibenstern, lass deinen Heiler Eisregen Blaubeerblüte ein paar Grundkenntnisse beibringen. Ich sage es nicht gern, aber wir sind wohl auf Hilfe angewiesen. " Die Kätzin mit dem langen schildpattfarbenden Pelz senkte den Kopf. "Ich trauere mit euch um Holunderfells Verlust." Sie schwieg einen Augenblick und lies ihre Worte wirken. "Nun gut, wenn Eisregen nichts dagegen hat, werde ich es erlauben. Aber Blaubeerblüte darf auf unserem Territorium nicht jagen und wenn sie Schwierigkeiten machen sollte, darf sie unser Lager nicht mehr betreten." Eisflügel, ein hübscher, grauer Kater nickte zustimmend. "Ich Danke die, Eibenstern. Der Wasserclan steht in deiner Schuld." sagte Silberstern und setzte sich wieder. Nadelstern, der Anführer des Abendclans berichtete von einem Fuchs, den einige Krieger verjagt hatten, der Sonnenclan, hatte eine Älteste verloren und der Regenclan einen neuen Krieger.
    Verabschiedungen wurden gemurmelt und jeder Clan ging in eine andere Richtung davon. Blaubeerblüte hatte sich gleich dem Regenclan angeschlossen. Zurück im Lager hielt Honigfeder wieder nach Wasserherz Ausschau, doch merkwürdiger Weise war sie noch immer nirgendwo zu sehen. Eifrig fragte Honigfeder Eulenflügel, den einzigen Ältesten, der den grünen Husten überlebt hatte, doch auch er hatte Wasserherz den ganzen Tag noch nicht gesehen. Honigfeder spürte Angst in sich aufsteigen und ihr wurde wieder einmal bewusst, wie viel ihr ihre Schwester bedeutete. Sie lief in den Wald, suchte an den Grenzen, am Fluss und auch an der Schlucht. Wasserherz blieb spurlos verschwunden. Honigfeders Angst hatte sich in Panik verwandelt. Laut den Namen ihrer Schwester brüllend rannte sie ziellos durch den Wald. Sie suchte so lange bis sie stürzte und schluchzend am Boden liegen blieb. Was wenn ihrer Schwester dasselbe wie Holunderfell passiert war? Nein, bestimmt nicht. Sie war wahrscheinlich schon längst wieder im Lager. Und wenn nicht? Honigfeders Welt begann sich zu drehen. Sie sprang auf und schlug ihre Krallen in den Baum, der ihr am nächsten war, schrie zusammenhangslose Wörter in die Nacht, die langsam zum Morgen wurde. "Honigfeder!" Sie fuhr herum. Hinter ihr stand Habichtschatten, der sie schockiert anstarrte. "...weg." flüsterte Honigfeder. "Wasserherz ist ... weg." "Beruhige dich." sagte Habichtschatten leise. "Sie ist eine hervorragende Kriegerin. Ihr ist bestimmt nichts passiert. " Das hoffte er zumindest. Honigfeder war unfähig etwas zu erwidern. Er brachte sie zurück ins Lager und schickte sie dort in den Kriegerbau, wo sie sofort einschlief. Wasserherz war immer noch nicht aufgetaucht. Lichtgesang gesellte sich zu Habichtschatten. Ihre blauen Augen glühten. "Du machst dir Sorgen, das sehe ich. Doch nicht etwa um Honigfeder? " "Sie hat auf Wasserherz verschwinden wirklich extrem reagiert. Du hättest sie sehen sollen. Es war als wäre sie von Dämonen besessen. " "Mach dir keine Sorgen um sie. Sie ist eben noch wie ein hilfloses Junges und unglaublich naiv. Lass uns lieber Jagen gehen, der Sonnenaufgang ist so schön. " Habichtschatten nickte, doch auf seinen Augen lag ein Schatten.

    6
    Ich rannte und rannte, immer gerade aus, ohne Ziel, ohne Pause. Ich spürte wie das Blut rasend schnell durch meinen Körper strömte, mein Herz schlug hart und laut, als könnte es den Schmerz nicht mehr ertragen, als würde es jeden Augenblick zerspringen. Ich fühlte mehr als ich ertragen konnte, Angst, Liebe, Trauer, Sehnsucht, Reue, Wut, Hass ... am meisten Hass. Die Welt flog an mir vorbei, so schnell, dass meine Augen zu langsam waren ein Bild daraus zu formen. Ich war auf der Flucht, das wusste ich, obwohl niemand hinter mir her war - nur ich. Worte gegen Worte. Momente gegen Momente. Liebe gegen wütenden Hass. Mein Kopf war dem explodieren nahe. Honigfeder, wie sie manchmal an mir vorbei ging, ohne mich zu bemerken, gegen Honigfeder, die mich stützte, als ich am Boden war. Honigfeder, wie sie sagte das mich braucht, gegen ... Alles an mir brach zusammen. Meine Gedanken, meine Gefühle, mein Körper. Ich lag im Schnee, atmete so laut, das es eigentlich die ganze Welt hören sollte. Ich war leer. Leer von Gefühlen, leer von Liebe. Ich konnte sie nicht ewig verschenken, ohne welche zurück zu bekommen. Liebe kommt nicht von allein. Hass schon. Stimmen in meinem Kopf.
    "...Sieh nur, wie schön Honigjunges ist...." "... Honigpfote, das hast du super gemacht. Aber du Wasserpfote, solltest lieber üben..." "Honigpfote, willst du mit mir Jagen?""Nein, ich geh schon mit Habichtpfote.""Aber wir können doch zu dritt ..."
    Wasserherz, Honigfeders Schatten. So hatte mich einmal Blaubeerblüte genannt. War ich das? Ein lächerlicher Schatten? Ein Schatten mit Gefühlen, starken Gefühlen.
    Vor meinem inneren Auge stand ich wieder im Wald. Auf der märchenhaft glitzernden, schneeweißen Lichtung. Zusammen mit Ahornschwinge. Sein Fell leuchtete rot wie Feuer, nicht so langweilig grau, wie meines. Ich erinnere mich genau an dir Wärme in mir, flammende, starke Liebe. "Ahornschwinge, ich liebe dich. " hörte ich mich sagen. Er sah zur Seite. Zögerte. Sah mich entschuldigend an. Ich wusste die Antwort, bevor er etwas sagen konnte. "Wasserherz, es tut mir leid. Ich liebe dich nicht. Sondern Honigfeder. " Das war der Moment, in dem etwas in mir zersprang. Der Moment in dem ich mich umdrehte und davonrannte. Immer dem Mond hinterher. "Er liebt dich nicht, Wasserherz." schrien die Stimmen in mir. "Er liebt Honigfeder, Honigfeder, die schöne, kluge Honigfeder, mit dem goldenen Fell und den lebendigen, grünen Augen. Honigfeder, die alle lieben. Honigfeder, die dich vergisst. Honigfeder, der du gar nichts bedeutest. Honigfeder, die Welt dreht sich um Honigfeder, Honigstern. Der süße, leuchtende Honigstern. Du hasst sie, Wasserherz. Du hasst sie und alle die sie lieben." Ein letzter Funken Liebe in mir wiedersprach. " Aber nein, sie ist deine Schwester. Sie bedeutet dir mehr als alles andere. Sie liebt dich." Kreischende Stimmen übertönten mich. "Nein, das ist eine Lüge, das weißt du. Sie hasst dich, alle hassen dich, keiner sieht dich. Niemand. Du musst sie vernichten, alle. Jeder einzelne wird bereuen dich nicht gesehen zu haben." Ich wurde ruhig. Alles in mir war kalt wie der Winter um mich herum. Ich sah auf. Ich grinste. Ich ging und ich wusste, ich würde mich Rächen. Ich. Alle werden mich sehen.
    Wasserherz konnte die Katzen um sich herum nicht sehen, denn sie waren Geister. Katzen aus dem Finsteren Wald, die leise ihren Namen flüsterten. Ihre Stimmen mischten sich mit dem Wind: "Wasserstern, Wasserstern, Wasserstern."

    7
    Sumpfblume drückte sich fest an Schattenflug. Sie konnte gar nicht in Worte fassen, wie sehr sie ihn liebte. Jede Sekunde ihres Lebens war sie bereit für ihn zu sterben. Die Sonne schien auf den frischen Schnee und ließ ihn herrlich Funkeln. "Auch der Winter hat seine schönen Seiten." murmelte sie und atmete tief die frische Morgenluft ein. "Lass uns einen Spaziergang machen, Schattenflug. " Der Kater sah sie erstaunt an. "Ist das nicht ein bisschen unverantwortlich in deinem Zustand? Die Jungen könnten jeden Augenblick geboren werden. " Sumpfblume schnaubte nur amüsiert. " Mach dir nicht so viele Sorgen. So kenne ich dich ja gar nicht. Es wird schon nichts passieren. " Zärtlich leckte sie ihn übers Ohr und trottete dann, etwas schwerfällig, zum Lagerausgang. Schattenflug folgte ihr Kopfschüttelnd. Eine Weile liefen sie nur schweigend nebeneinander her, jeder genoss die Ruhe und Gegenwart des anderen für sich. "Wie würdest du sie nennen?" flüsterte Sumpfblume leise. Ihr Gefährte dachte kurz nach, dann sagte er bestimmt: " Das können wir jetzt noch nicht entschieden. Wenn wir sie erst sehen fallen uns schon die richtigen Namen ein." "Ich hab etwas Angst." Die Kätzin sah verlegen in die Ferne. Schattenflug schnurrte nur leise. " Das brauchst du nicht. Ich bin doch immer bei dir." Ermutigt sah Sumpfblume ihn an. "Goldregens Jungen sind so süß. " Er lächelte. " Du kannst ja an gar nichts anderes mehr denken." maunzte der schwarze Kater und seine Augen funkelten belustigt. Sie lachte und sie gingen Pelz an Pelz der Sonne entgegen.
    Die Zeit verging so schnell, dass Sumpfblume den Abend erst bemerkte als es schon fast dunkel war. "Es ist eine schwere Zeit für Jungen. " "Es ist eine schwere Zeit für alle Katzen." Schattenflugs Blick verhärtete sich. "Aber die Clans werden nicht aufgeben." Die Kätzin nickte zustimmend. "Lass uns ins Lager zurück -" mitten im Satz stockte sie und schrie vor Schmerz laut auf. Schattenflug sah sie entsetzt an. "Was ist los? Geht es dir nicht gut?" seine Augen flackerten panisch. Sumpfblume holte keuchend Luft. "Nein ... es geht ....schon. Die Jungen ..." Sie stieß ein weiteres Heulen aus. "Es tut so weh." "Keine Sorge. Es hört bestimmt gleich auf." versuchte der Kater sie zu beruhigen. Er überlegte Fieberhaft. Es war keine Zeit mehr, um zurück ins Lager zu rennen. Außerdem konnte er Sumpfblume jetzt unmöglich alleine lassen. Sein Blick fiel auf einen kahlen Busch, ganz in der Nähe. Seine Zweige hatten den größten Teil des Schnees angefangen und der Boden darunter sah trocken aus. "Komm mit!" sagte er entschlossen und beförderte seine jammernde Gefährtin halb ziehend, halb schiebend unter den Busch. Sumpfblume atmete laut und unregelmäßig. Der Schmerz schlug in rasenden Wellen durch ihren Körper. Sie schrie auf, so laut, dass man es bestimmt im Regeclan noch hörte. Ein winziges, bernsteinfarbendes Junges landete vor Schattenflugs Pfoten. Eifrig begann er es zu lecken und schob es dann an den Bauch seiner Mutter. "Waren das alle?" "Nein, da ist noch eins." Sumpfblume biss die Zähne zusammen, als ein weiteres, graues Junge das Licht der Welt erblickte. Als auch dieses sicher an ihrem Bauch lag, sah sie entschuldigend zu Schattenflug auf. "Du hattest Recht. Es war dumm von mir noch aus dem Lager zu wollen. Ich hätte auf dich hören sollen." Ihr Gefährte leckte ihr liebevoll das Ohr. "Jetzt ist doch alles in Ordnung. Sieh doch nur wie wunderschön unsere Jungen sind." "Du hast Recht. Es sind beides Kätzinnen. Die eine hat ein Fell, das so schön braun ist wie Zimt. Lass es uns Zimtjunges nennen." Schattenflug schnurrte zustimmend. "Und die andere ist so süß wie eine Beere. Sie sollte Erdbeerjunges heißen. " Verzückt sah Sumpfblume auf ihre Kinder und schleckte ihnen über die flauschigen Köpfe. "Gefallen euch eure Namen? " Als hätte es sie verstanden, stieß Zimtjunges ein lautes Quieken aus. Plötzlich zuckte Schattenflug zusammen. "Sieh die nur Erdbeerjunges Krallen an." Tatsächlich hatte das Junge die winzigen Krallen ausgefahren. "Sie sind spitz wie Nadeln, obwohl sie eigentlich noch weich und stumpf sein sollten." "Dann wird sie bestimmt einmal eine großartige Kämpferin. " Schattenflug gab sich damit zufrieden und nickte. "Wir sollten sie ins Lager bringen, bevor es vollständig Dunkel wird." Sumpfblume stimmte ihm Wortlos zu.

    8
    Honigfeder lief. Tag und Nacht war sie unterwegs, offiziell auf der Jagd, aber in Wirklichkeit suchte sie Wasserherz immer noch. Jeder im Clan wusste das. Ihr Fell hatte den Glanz verloren und darunter zeichneten sich ihre Knochen ab. Sie nahm sich keine Zeit für sich selbst. Ihre Augen waren trüb und leer. Es war fast ein Mond vergangenen, seit Wasserherz verschwunden war. Während dieser Zeit hatte niemand auch nur die Andeutung eines Zeichens gefunden, das ihre Abwesenheit erklärte. Honigfeder war die einzige die daran glaubte, dass sie noch lebte und zurückkommen würde. Inzwischen gab es niemanden, der das Territorium so gut kannte wie sie. Sie versank bis zum Bauch im Schnee, während sie sich auf die Grenze zu kämpfte. Außerhalb des Waldes unterwegs zu sein war ein enormer Kraftaufwand. Als sie die Duftgrenze endlich erreichte, schnaufte sie wie eine Älteste und ihre Beine zitterten. Auf der anderen Seite lag freies Land, auf dem kein Clan wohnte. Hinter den weiten, schneebedeckten Feldern, konnte Honigfeder den Rauch der Zweibeinernester sehen. Dort war sie noch nicht gewesen. Das war ihre letzte Chance. Sie setzte eine Pfote über die Grenze, als plötzlich eine Stimme hinter ihr ertönte. "Warte Honigfeder!" rief Habichtschatten und sprang keuchend an ihre Seite. Er sah ihr ernst in die Augen. "Begreife es endlich. Wasserherz wird nicht wiederkommen." "Woher willst du das Wissen?" Die Kätzin fauchte und sträubte ihr Fell. "Solange es nur einen Funken Hoffnung gibt, werde ich nicht aufgeben." "Dein Clan braucht dich." "Wasserherz braucht mich auch. " "Nein Honigfeder. " Habichtschattens Stimme wurde laut. "Als du Kriegerin wurdest, schworst du dem Clan loyal zu sein. Ihn bis zu deinem letzten Atemzug zu verteidigen. Du weißt nicht ob Wasserherz noch lebt. Aber du weißt, dass dein Clan lebt. Noch. Alle leiden Hunger. Goldregens Jungen sind beängstigend dünn geworden und es fehlt an Kriegern. Wenn der Clan jetzt auch nur einen guten Krieger verliert, wird er auch sterben. Er braucht dich. Wir brauchen dich. Wenn du uns jetzt im Stich lässt, bist du es nicht Wert dich Kriegerin zu nennen." Honigfeder sah ihn entsetzt an. Dumpfe Traurigkeit füllte ihren Körper. Und dann stählerne Entschlossenheit. "Du hast Recht. Ich werde meinen Clan nicht im Stich lassen." Erleichterung durchflutete Habichtschatten und er neigte den Kopf. "Du hast dich für das richtige entschieden. " Überrascht sah Honigfeder sich um. Silberstern stand hinter ihr und musterte sie Stolz. "Lasst uns zurückgehen." Damit drehte sie sich um und lief zurück in den Wald. Habichtschatten folgte ihr, nur Honigfeder zögerte noch. Ihr Blick schweifte zu den Rauchschwaden die in den Himmel zogen. "Möge der Sternenclan mit dir sein, Wasserherz." Dann drehte auch sie sich um und folgte ihren Clangefährten.

    9
    Eine Flut von Schatten schlich durch die Straßen der dreckigen, unbarmherzig Stadt. Er war einer von ihnen. Sein goldenes Fell verfilzt und verdreckt, die grünen Augen kalt und ausdruckslos. Krone war bei den Staubkatzen geboren. Seit seinem ersten Atemzug war das Leben unfair zu ihm gewesen. Die Staubkatzen kannten keine Gnade. Nicht ohne Grund waren sie die gefürchtetsten Katzen der Stadt. Wer ihre Wut auf sich zog, war hoffnungslos verloren. Vor einiger Zeit war Krone von Zweibeinern eingefangen worden. Sie hatten ihn in einen Käfig gesperrt und an ihm herum experimentiert. An seinem Ohr blitzte noch immer der Ohrring, den sie ihn brutal gestochen hatten. Fast einen Mond war er gefangen gewesen. Dann waren die Staubkatzen gekommen und hatten ihn befreit. Die Zweibeiner waren am Morgen von einem dieser grässlich lauten, blinkenden Monstern abgeholt worden. Ihre unbehaarten Gesichter waren unter dem vielen Blut kaum noch zu erkennen gewesen. Der eine hatte sogar ein Auge verloren. Nun fürchteten selbst die Zweibeiner die Katzengang. Doch Krones Befreiung war weder für ihn, noch für die Staubkatzen lange von Freuden. Krone hatte als Strafe für seine Schwäche mitansehen müssen, wie die grausamen Bandenmitglieder eine Hauskatze folterten und töteten. Es war eine leichte Sache für ihn gewesen, das Schicksal aller Staubkatzen traf es härter. Die Zweibeiner schickten die Fänger aus, um die Katzen endgültig zu vertreiben. Überall wurden Gift und Fallen aufgestellt. Die Staubkatzen wussten kaum noch, wo sie die Nacht verbringen sollten. Die Stadt hatte sich gegen sie gewandt.
    Auch diesmal waren sie auf der Suche nach einem Lager für die Nacht. Ray, ein riesiger grauer Kater funkelte Krone böse an. "Das ist doch deine Schuld. Sei froh das wir dich nicht auch umbringen. " Krones Fell sträubte sich, doch er fauchte nur. Ray wusste genau, dass der Kater mit Ohrring ihm im Kampf deutlich überlegen war. Er würde ihn nicht angreifen. Niemand würde das. Er war der zweite Boss der Staubkatzen. Geräuschlos wie Schatten glitten die Katzen durch die Nacht. Monster donnerten an ihnen vorbei, doch das waren sie gewöhnt. Plötzlich blieb Krone wie angewurzelt stehen und gab den anderen zu verstehen, dass sie dasselbe tun sollten. Und das taten sie. Solange Poison nicht da war, hatte er das sagen. Eine kleine, grau-blaue Kätzin hatte den Donnerweg überquert. Offensichtlich machte der Lärm ihr Angst. Sie war nicht von hier. Sie lief ohne die Katzen zu bemerken in etwa einem Sprung Entfernung vorbei. Krone trat aus dem Schatten. "Das ist unser Bezirk. Wer bist du und was machst du hier." Seine eiskalten Augen musterten sie herablassend. Sie hatte keine Angst und blickte ihn direkt an. "Ich bin Wasser. Ich komme aus dem Wald." Krones Ohren zuckten. "Aus dem Wald sagst du? Interessant. " Sie senkte den Kopf. Ihre Augen verdüsterten sich und der Hass mit dem sie sprach, jagte selbst dem Kater einen Schauer über den Rücken. "Es leben Katzen in Clans dort. Ich würde sie nur zu gerne ausrotten." Krone dachte nach. Dann grinste er breit und drehte sich zu seinen Katzen um. "Es sieht so aus, als hätten wir bald wieder sichere Beute." Die Bandenmitglieder gaben keine Antwort. Das mordlustige Funkeln ihrer Augen sprach für sich.

    10
    Zimtjunges saß dicht an Erdbeerjunges gekuschelt und lauschte den Worten ihrer Mutter. Auch Zuckerjunges, Rubinjunges und Seidejunges waren in ihr Nest gekommen um zuzuhören. Sumpfblume würde ihnen eine Geschichte erzählen. Zimtjunges liebte die Erzählungen ihrer Mutter und musste sich konzentrieren um vor Aufregung nicht mehr zu zappeln. Endlich begann Sumpfblume und ihre warme Stimme erfüllte die Kinderstube:
    "Vor langer, langer Zeit lebten einmal eine Katze und ein Tiger. Tiger waren damals noch nicht so, wie wir sie heute kennen. Er war ungeschickt, konnte nicht kämpfen und verscheuchte alle Beute durch sein unbeholfenes Schleichen. Eine kluge Katze sah ihn und sie wusste, dass er verhungern würde, wenn sie ihm nicht half. Und so erbarmte sie sich seiner. Die Katze lehrte ihn zu schleichen und zu kämpfen, jahrelang trainierte sie ihn. Der Tiger wurde immer stärker und stärker und schließlich kam die Zeit, in der er der Katze überlegen war. Seine Macht machte ihn Stolz und Eitel und er ertrug es nicht, dass die Tiere des Waldes immer noch die Katze als wahren Meister sahen. Also nahm er sich vor sie zu töten, damit alle Bewunderung und Ehre allein ihm gelten würde. " "Aber die Katze hat dem Tiger doch das Leben gerettet. Wie konnte er so herzlos sein?" quiekte Erdbeerjunges aufgebracht dazwischen, woraufhin sie einen genervten Blick von Seidejunges erntete. "Sei still!" Sumpfblume lächelte nur und fuhr fort: "Nun, Macht der Gier nach Ansehen kann dich schneller verändern als du denkst. Jedenfalls dachte der Tiger lange nach und schmiedete einen Plan. An einem scheinbar harmlosen Morgen lauerte er der Katze im Wald auf. Er stürzte sich auf sie. Die Katze war erschrocken, aber nicht unvorbereitet. Sie sprang auf und kletterte flink wie ein Eichhörnchen den nächsten Baumstamm hinauf. Der Tiger wollte ihr brüllend folgen, aber er landete nur schmerzvoll auf dem Boden. Die Katze hatte ihm nie gezeigt wie man Klettert. Noch heute können Tiger das nicht. "
    Sumpfblume schloss die Augen. Nach einer kurzen Pause fragte sie schließlich: "Na, was habt ihr gelernt." "Das Klettern sehr wichtig ist." maunzte Rubinjunges stolz. "Dass man niemals einem Fremden vollständig Vertrauen sollte. Man muss Vorsichtig sein und sich immer eine Versicherung überlegen." sagte Erdbeerjunges nachdenklich. "Ich habe gelernt, dass man nie seinen Meister unterschätzen sollte. Egal wie viel du gelernt hast, ein wahrer Meister ist dir selbst dann überlegen. " murmelte Zimtjunges. "Und dass man sich nicht in den Mittelpunkt stellen sollte, so wie Zimtjunges immer, wenn sie mit ihren gruseligen Augen prahlt." quiekte Zuckerjunges. "Aber das stimmt doch gar nicht. Ich kann doch nichts dafür, dass sie so aussehen. " verteidigte sich Zimtjunges. Als sie ihre Augen das erste Mal aufgeschlagen hatte, waren alle geschockt gewesen. Sie waren auf eine übernatürliche Art atemberaubend schön. Jede Farbe des Regenbogens schien darin gefangen zu sein. Wie Wasser schlugen sie Wellen und verschwammen ineinander, bildeten Muster und Bilder. Erdbeerjunges liebte diese Augen, die wie eine Traumwelt waren. Ihre waren einfach nur Hellblau. "Du bist anders als wir." fauchte Zuckerjunges. "Bestimmt bist du ein Monster." "Hör auf damit. Sofort! " kreischte Erdbeerjunges. Wut schlug durch ihren Körper. "Niemand redet so mit meiner Schwester. " Sumpfblume, die bisher zu erschrocken gewesen war, um etwas zu sagen, versuchte die Jungen zur Ordnung zu rufen. "Beruhigt euch. Niemand -" "Nein! Zuckerjunges soll sich entschuldigen." fauchte Erdbeerjunges. Sie spürte wie ihre Pfoten zu kribbeln begannen. "Du bist genauso ein Monster wie sie. Denkst du niemand sieht, dass du in der Nacht blau glühst, nur weil du dich immer im Moos versteckst? " "Woher weißt du das? Man sieht es doch kaum." Merkwürdig heiße Wellen schlugen durch den Körper der Kätzin, ihre Krallen bohrten sich in die Erde. "Monster. Ihr seid Monster." kreischte Zuckerjunges. Irgendwas in Erdbeerjunges explodierte, sie jaulte Wütend auf. All die Energie die eben noch in ihr getobt hatte, trat nun an die Oberfläche. Die Luft knisterte. Sie machte einen Satz vor und gab dem weißen Junges einen Hieb aufs Ohr. Doch mit der Gewalt, mit der sie sie traf hätte sie nicht gerechnet. Zuckerjunges flog durch den Bau und schlug hart gegen die Wand. Stöhnend viel sie zu Boden. Ihr gesamter Körper zuckte unkontrolliert und sie wimmerte. "Zuckerjunges! " schrie Sonnenregen und stürzte zu ihrem Kind. Erdbeerjunges starrte sie entsetzt an. "Das ... das wollte ich nicht. " stammelte sie.
    Zimtjunges war wie versteinert. Erdbeerjunges hatte sich mit Zuckerjunges gestritten, als es plötzlich geschah. Der graue Pelz ihrer Schwester stellte sich in alle Richtungen ab, sie begann intensiv blau zu glühen. Viel stärker als sie es Nachts immer tat. Winzige weiße Blitze zuckten um ihre Pfoten und in ihrem Fell. Sie schien zu brennen. Aber nicht warm wie Feuer. Sondern kalt und trotzdem glühend heiß. Dann hatte sie Zuckerjunges geschlagen. Als ihre Pfoten das Fell der Kätzin berührten wurde diese zurückgeschleudert, als hätte die Tatze eines Bären sie getroffen. Auch Sumpfblume war erstarrt. Sie murmelte unverständliche Worte. Nur eins davon blieb in Zimtjunges Gedächtnis hängen, weil es zu knistern schien, wie die Luft eben. Sie kannte die Bedeutung dieses Wortes nicht: Elektrizität.

    11
    Silberstern hatte im Anführerbau geschlafen, als sie von dem lauten Geschrei geweckt wurde. Sofort war sie hellwach und sprang ins Lager. Die Katzen waren in Auffuhr. Alle rannten durcheinander, manche standen auch wie erstarrt da. Ihr Blick fiel auf Echsenherz, der vor dem Kriegerbau saß und das ganze sprachlos beobachtete. "Was ist hier los?" fragte sie ihn. "Ich weiß es nicht so genau. Ich glaube es fing in der Kinderstube an." Der schwarze Kater leckte sich ratlos die Pfote, doch Silberstern nahm keine Rücksicht darauf und stürmte in die Kinderstube. "Ruhe!" jaulte sie und die Katzen sahen sie erschrocken an. "Kann mir irgendjemand mal erklären was passiert ist? " Goldregen sprang auf. Jetzt konnte Silberstern Zuckerjunges sehen, die stöhnend am Boden lag. "Erdbeerjunges hat sie angegriffen. Aber nicht so, wie es jede normale Katze tun würde. Sie ... sie hat..." Goldregen stammelte auf der Suche nach den richtigen Worten. "Sie hat einen Elektrischen Impuls abgegeben. " sagte Sumpfblume fest. Silberstern sah sie verständnislos an. "Elek- was?" "Ein Elektrischer Impuls. Oder auch Stromschlag. Strom ist pure Energie, Blitze bestehen zum Beispiel daraus und die Zweibeiner bringen damit ihre Nester zum leuchten. Eigentlich hat jedes Lebewesen ein bisschen davon im Körper, aber bei Erdbeerjunges ... scheint es ganz besonders viel zu sein. " Die Anführerin sah sie kurz sprachlos an. "Willst du damit sagen, dass Erdbeerjunges blitze schießen kann? " "Na ja, so in der Art.Ich glaube sie muss eine Katze erst berühren, um ihr einen Schlag zu geben." Verwirrt sah Silberstern sie an. "Und woher weißt du das alles?" "Das ist doch jetzt vollkommen egal." Unterbrach sie Goldregen. "Zuckerjunges braucht Hilfe." Das weiße Junge rappelte sich gerade mühsam auf. Noch immer zitterten ihre Beine. Zimtjunges wollte sie stützen, doch Goldregen schlug sie grob zur Seite. "Du und deine Schwester kommt meinen Jungen nicht mehr zu nahe." "Aber Zimtjunges ist meine Freundin. " protestierte Rubinjunges. Goldregen fauchte, nahm Zuckerjunges zärtlich auf uns winkte ihren Jungen ihr zu folgen. Dann stolzierte sie in Richtung Heilerbau davon. Der gesamte Clan hatte sich inzwischen um die Kinderstube versammelt. Silberstern seufzte. "Sumpfblume, Erdbeerjunges und Zimtjunges, kommt mit in den Anführerbau. Wir müssen reden." Erdbeerjunges, die immer noch vollkommen geschockt war, rührte sich erst als Sumpfblume sie sachte anstupste. "Ich wollte das doch nicht. " wimmerte sie. "Das glauben wir dir doch." sagte Sumpfblume leise. "Keiner ist dir Böse." Außer Goldregen und Zuckerjunges wahrscheinlich. Aber das sagte sie nicht. Silbersterns Bau war groß und geräumig und unter anderen Umständen wären die beiden Jungen wahrscheinlich furchtbar Aufgeregt gewesen, ihn endlich von innen zu sehen. Silberstern sah Erdbeerjunges mitfühlend an. "So, und nun erzähl mir noch einmal ganz genau wad passiert ist." Das graue Junge stockte, begann dann aber zu erzählen. "Zuckerjunges hat Zimtjunges geärgert und da bin ich sauer geworden, aber sie hat nicht aufgehört und mich beleidigt. Und als sie sich nichtmal Entschuldigen wollte ... stieg etwas heißes in mir auf und wallte durch meinen Körper. Ich war wirklich schrecklich Wütend und wollte Zuckerjunges eine Ohrfeige geben. Als ich sie berührte ... schlug meine Energie sie einfach weg." "Sie hat blau geleuchtet und um ihre Pfoten und in ihrem Fell waren winzige, weiße Blitze. Die Luft hat richtig geknistert. Es sah wirklich beeindruckend aus. " fügte Zimtjunges hinzu. "Was soll ich denn jetzt tun? " Silberstern schüttelte ungläubig den Kopf. Zimtjunges trat vor. Ihre Augen veränderten sich, nahmen langsam eine einheitliche Farbe an, bis sie schließlich hellblau strahlten. "Silberstern, es ist eine Prophezeiung. " Eine fremde Stimme sprach aus dem Körper des Jungen. Silberstern starrte sie ehrfurchtsvoll an. "Holunderfell? Bist du das?" "Ja, das bin ich. " antwortete die Heilerin durch das braune Junge. "Zimtjunges ist das Tor zwischen dem Sternenclan und den Clans der Erde. Jede Katze hier kann durch sie sprechen. Doch auch sie kann uns in ihren Träumen besuchen." Silberstern war nun endgültig verwirrt. "Warum? Warum haben die beiden so merkwürdige Gaben?" "Weil ihr sie brauchen werdet. Das Unheil schweigt erst, wenn der Blitz es trifft. Das verstehst du doch, oder?" Silberstern nickte zögerlich. "Und was für Unheil?" "Du wirst es sehen." Zimtjunges blinzelte und das blau mischte sich wieder mit einem Meer aus Farben.

    12
    Zwischenkapitel: Die Hierarchie der Katzen:

    Wasserclan:
    Anführerin: SILBERSTERN- silber-graue Kätzin mit blauen Augen und vernarbten Gesicht
    Zweiter Anführer: HABICHTSCHATTEN- blau-grau getigerter Kater mit braunen Augen

    Heilerin: BLAUBEERBLÜTE- cremefarbende Kätzin mit blauen Augen (nur Übergangsweise Heilerin)

    Krieger und Kriegerinnen:
    AHORNSCHWINGE -tiefroter Kater mit grünen Augen
    FUCHSKRALLE -hellroter Kater mit schwarzen Pfoten und braunen Augen, Mentor von HIMMELSPFOTE
    WASSERHERZ - hellgrau-blaue Kätzin mit blauen Augen
    HONIGFEDER - gold-gelbe Kätzin mit schönen, halblangen Fell und grünen Augen
    LICHTGESANG - hübsche, schneeweiße Kätzin mit blauen Augen
    ECHSENHERZ - schwarzer Kater mit blauen Augen, Mentor von GELBPFOTE
    SCHATTENFLUG - rauchschwarzer Kater mit grünen Augen
    MORGENRÖTE - schildpatt Kätzin mit bernsteinfarbenden Augen
    FEUERSTURM - roter Kater mit grünen Augen

    Königinnen:
    GOLDREGEN - gold-rot gestreifte Kätzin mit grünen Augen, Mutter von ZUCKERJUNGES, RUBINJUNGES und SEIDEJUNGES
    SUMPFBLUME - helle, sandfarbende Kätzin mit dunkelbraunen Pfoten und Ohren, blaue Augen, Mutter von ZIMTJUNGES und ERDBEERJUNGES

    Schüler:
    GELBPFOTE - gelb-brauner Kater mit grünen Augen
    HIMMELSPFOTE - blaue Kätzin mit blauen Augen

    Älteste:
    EULENFLÜGEL - brauner Kater mit trüben, bernsteinfarbenden Augen

    Jungen:
    ZUCKERJUNGES - weiße Kätzin mit blauen Augen
    RUBINJUNGES - rote Kätzin mit dunkelroten Flecken und bernsteinfarbenden Augen die manchmal rot scheinen
    SEIDEJUNGES - rot-weiß getigerter Kater mit blauen Augen
    ZIMTJUNGES - schöne, bernsteinfarbende Kätzin mit außergewöhnlich bunten Augen
    ERDBEERJUNGES - graue Kätzin mit blauen Augen


    Regenclan:
    Anführerin: EIBENSTERN - große, schildpatt Kätzin mit langem Fell und blauen Augen

    Zweite Anführerin: FEDERFLUG - weiße Kätzin mit dunkelgrauen Flecken und grünen Augen

    Heiler: EISREGEN - attraktiver, grauer Kater mit dunkelblauen Augen; Mentor von BLÜTENPFOTE

    Krieger und Kriegerinnen:
    MANDELHERZ - braune Kätzin mit blauen Augen, Mentorin von SCHILFPFOTE
    DATTELSCHWEIF - kleiner, grauer Kater mit braunen Augen
    SONNENSTURM - rote Kätzin mit bernsteinfarbenden Augen
    ROTFLÜGEL - rote Kätzin mit blauen Augen
    PFIRSICHPELZ - schildpatt Kater mit grünen Augen, Mentor von GEDANKENPFOTE
    RABENLICHT - schwarzer Kater mit weißem Punkt auf der Stirn
    BLÄTTERFALL - hellbraun gestreifte Kätzin, Mentorin von HEIDELBEERPFOTE
    ASCHENWIND - dunkelgrauer Kater mit eisblauen Augen; Mentor von TORNADOPFOTE
    WINDSTREIF - schlanke, hellbraune Kätzin mit grauen Streifen und dunkelblauen Augen

    Königinnen:
    ROSENLICHT - rote Kätzin mit hellblauen Augen, Mutter von WOLKENJUNGES und LUFTJUNGES
    TANNENSCHATTEN - dunkelgraue Kätzin mit braunen Augen, Mutter von AMSELJUNGES, KAKTUSJUNGES und BACHJUNGES

    Schüler:
    HEIDELBEERPFOTE - graue Kätzin mit hellen Schecken und grünen Augen
    GEDANKENPFOTE - hellbraune Kätzin mit grünen Augen
    SCHILFPFOTE - dunkelbrauner Kater mit grünen Augen
    TORNADOPFOTE - hellgrauer Kater mit abstehenden, stacheligen Fell, ein rotes und ein dunkelbraunes Auge, wobei das rote meist von Haaren verdeckt ist
    BLÜTENPFOTE - kleine, schildpattfarbende Kätzin mit langem Fell und braunen Augen

    Älteste:
    JAGUARHERZ - grau-schwarz getigerter Kater mit grünen Augen
    KAROTTENPELZ - hellrote Kätzin mit braunen Augen

    Sonnenclan:

    Anführer: NADELSTERN - grauer Kater mit schwarzen Flecken und grünen Augen
    Zweite Anführerin: SEPTEMBERLICHT - hellgrau-weiß getigerte Kätzin mit blauen Augen, Mentorin von EISPFOTE

    Heilerin: LEMONENHERZ - cremefarbende Kätzin mit stechend grünen Augen

    Krieger und Kriegerinnen:
    DACHSKRALLE - schwarz-weiß gestreifte Kätzin mit grauen Augen, Mentorin von SESAMPFOTE
    BIENENFLÜGEL - sandfarbende Kätzin mit grünen Augen
    NEBELSCHATTEN - rauchgrauer Kater mit blauen Augen
    FLÜGELSCHLAG - weiße Kätzin mit grau-blauen Flecken an der Seite die wie Flügel aussehen, kleine geschwungene Streifen ein Stück davon entfernt, lassen es manchmal so aussehen, als würden die "Flügel" sich bewegen, kristallklare, blaue Augen, Mentorin von SCHNEEPFOTE
    HÄHERFLUG - schwarzer Kater mit blauen Augen

    (...weitere Katzen)

    Königinnen:
    GLUTHERZ - schwarze Kätzin mit roten Schecken, Mutter von BLITZJUNGES und DONNERJUNGES

    Schüler:
    SESAMPFOTE - hellbrauner Kater mit dunklen Streifen und grüne Augen
    SCHNEEPFOTE - hübsche, weiße Kätzin mit blauen Augen
    EISPFOTE - hübscher, weißer Kater mit blauen Augen

    Älteste:
    RANKENHERZ - mattgraue Kätzin mit blassen, grauen Augen, voller Narben
    REIHERFLÜGEL - hellgraue Kätzin mit grünen Augen
    HÜHNERSTURM - brauner Kater mit schwarzen Augen

    Abendclan:

    Anführer: FALKENSTERN - brauner Kater mit schwarzen Ohren
    Zweiter Anführer: KNOCHENFELL - schmutzig weißer Kater mit braunen Augen

    Heiler: DUNKELFEDER - alter, schwarzer Kater mit blauen Augen, Mentor von GLITZERPFOTE

    Krieger und Kriegerinnen:
    FLAMINGOFEDER - helle Kätzin mit grünen Augen, Mentorin von HIMBEERPFOTE
    HIBISKUSBLÜTE - kleine, blaue Kätzin mit blauen Augen
    KRÖTENKRALLE - großer, schwarzer Kater mit braunen Augen
    STREIFENFLUG - brauner Kater mit roten Streifen und grünen Augen, Mentor von PANDAPFOTE
    SONNENGLANZ - sandfarbende Kätzin, mit gelblich glänzenden Fell und blauen Augen
    WOLFHERZ - schwarze Kätzin mit weißen Ohren, Pfoten und Schwanzspitze, roter, sternförmiger Fleck auf dem Brustfell, eisblaue Augen

    (weitere Katzen)

    Königinnen:
    HECHTFANG - dunkelgraue Kätzin mit schwarzen Streifen

    Schüler:
    GLITZERPFOTE - hellgraue Kätzin mit blauen Augen
    PANDAPFOTE - schwarz-weißer Kater mit braunen Augen
    HIMBEERPFOTE - rote Kätzin mit grünen Augen

    Katzen außerhalb der Clans:

    Die Staubkatzen:
    Bossin: POISON - (keine Beschreibung - Spoiler-Alarm)
    Zweiter Boss: KRONE - attraktiver, goldener Kater mit grünen Augen und Ohrring

    Kämpfer:
    RAY - riesiger, grauer Kater mit blauen Augen
    CHIHIRO - junge, hellbraune Kätzin
    RIVER - grauer Kater mit schwarzen Flecken
    YUMA - kleine, braune Kätzin
    SCREAM - muskulöser, hellbrauner Kater mit schwarzen Streifen und eisig blauen Augen
    BENGAL - große, dunkelbraune Kätzin mit großen schwarzen Flecken, einer flammenfarbenden Pfote und bernsteinfarbenden Augen, das linke hat eine weiße Pupille
    TYBALT - kleiner, weißer Kater mit hellgrauen Streifen an den Oberschenkeln und am Schwanz, ein schwarzes Ohr, blassgrüne Augen und riesige Pfoten
    CHEERILEE - schlanke, nachtschwarze Kätzin, mit silbernen Streifen und türkis-grünen Augen mit gelben Rändern

    (Sehr viele weitere Katzen)


    EDNA - dunkle, fast schwarze Kätzin mit leichten, lila Schimmer und hellen, fast weißen Augen
    MAUZI - schwarz-grau getigerte Hauskatze
    RAVEN - mysteriöser, schwarzer Kater mit grünen Augen
    CRYSTAL - Kätzin mit langen, silbrigen Fell, eisblaue Augen
    RED MOON - schöne, reinschwarze Kätzin mit langem, roten Schweif und einem Orange-gelben Auge mit rotem Rand, das andere ist vernarbt und blind, lila Halstuch und Ohrring

    (Weitere Katzen)

    Anmerkung: Jeder der in der Geschichte vorkommen will schreibt bitte einen Steckbrief in die Kommentare. Man kann in allen Bereichen aufgenommen werden, außer im Wasserclan. Falls du einen Gefährten haben möchtest, unter den Katzen die ich bereits aufgelistet hab, schrieb den Namen dieser Katze im Steckbrief unter Wunschgefährte dazu.

    13
    Honigfeder setzte sich neben Sumpfblume und leckte ihr tröstend übers Ohr. Obwohl Silberstern den Clankatzen von Erdbeerjunges Prophezeiung erzählt hatte, schien die außergewöhnliche Gabe des Junges den meisten nicht ganz geheuer zu sein. Goldregen hatte darauf bestanden, mit ihren Jungen im Heilerbau zu bleiben. "Irgendwann werden sie sie schon akzeptieren. " murmelte die goldene Kätzin beruhigend. Sumpfblume sah sie traurig an. "Sie sehen sie an, als wäre sie ein Ungeheuer. " Die Krallen der Königin bohrten sich in den Schnee und sie sprach mit gepresster Stimme weiter. "Warum können sie sie nicht so annehmen wie sie ist? Vielleicht rettet sie diese Mäusehirne eines Tages auch noch mit ihrer Kraft." Honigfeder seufzte. "Ich werde mal sehen, ob ich noch was zu essen für deine Kleinen finde." Sie warf einen besorgten Blick zu der Stelle, wo sonst der Frischbeutehaufen war. Sumpfblume sah sie fest an. "Danke Honigfeder. Du bist eine sehr gute Freundin. " Die Kätzin schnurrte und zwinkerte ihr zu. "Du doch auch. " Dann lief sie zum Lagerausgang. "Warte Honigfeder! " Ahornschwinge sprintete ihr hinterher. "Lass uns zusammen Jagen. " Honigfeder zuckte nur mit den Schultern. "Wenn du möchtest ..." Ihr Atem bildete weiße Wolken in der Luft. Es schien, als wäre es außerhalb des Lagers noch kälter. Fröstelnd trabte sie los, und hielt erst tief im Wald an, um zu wittern. Doch da war nur Stille. Der Wald schien wie ausgestorben. Behutsam schlich sie weiter, auf den Fluss zu, der inzwischen eingefroren war. Ahornschwinge blieb dicht hinter ihr. Sie hatten Glück. Auf dem Eis, an einem kleinen Wasserloch, saß eine Ente, die ihren Schnabel unter ihren Flügel gesteckt hatte und zu schlafen schien. Die perfekte Beute. Mit nahezu übertriebener Vorsicht schlich Honigfeder sich an den Vogel heran, den Blick starr auf ihr Ziel gerichtet. Doch als sie keine Zehn Schritt mehr entfernt war, schreckte die Ente auf und flatterte wild mit den Flügeln. Honigfeder sprang und erwischte ihre auffliegende Beute mit einem Biss in den linken Flügel. Elegant landete sie wieder auf dem Eis und tötete die Ente mit einem raschen Bissen. Zufrieden lief sie ans Ufer zurück. Ahornschwinge sah sie mit glänzenden Augen an. "Das war ein großartiger Fang." "Danke. " maunzte Honigfeder stolz. "Lass uns weiter am Fluss entlang gehen, vielleicht finden wir noch eine." Ahornschwinge nickte zustimmend. Die beide liefen eine Weile stumm nebeneinander her, bis er nervös zu einem Gespräch ansetzte. "Also ... es gibt da etwas, das ich dir sagen -" Er brach abrupt ab, als ein panischer Schrei die Luft zerschnitt. "Was war das?" Honigfeder sah den Kater entsetzt an. "Es hat sich angehört wie eine Katze in Not. Ich denke es kam von dort." Er wies in den Wald. "Dann nichts wie hin. Vielleicht braucht jemand unsere Hilfe." Honigfeder stürmte in die angegebene Richtung davon, und Ahornschwinge folgte ihr. Zwischen den Bäumen stand eine kleine, braune Kätzin mit weißen Flecken. Sie zitterte am ganzen Körper und ihre Augen waren seltsam verdreht. "Was ist passiert und wer bist du?" fragte Ahornschwinge misstrauisch. Die Kätzin sah ihn verwirrt an und stammelte dann: "Mäuse ... fressen Kürbisse. " Honigfeder starrte sie verblüfft an, dann warf sie Ahornschwinge einen vielsagenden Blick zu. "Bitte sag uns deinen Namen. " versuchte sie es noch einmal. Die Katze kicherte irre und begann zu summen. "Es sind die Mäuse. Sie fressen die Kürbisse. " "Sie ist vollkommen verrückt." murmelte Honigfeder leise. "Lass uns sie ins Lager bringen. Silberstern soll entscheiden was mit ihr passiert. " Der Kater nickte und sah die Fremde so freundlich wie möglich an. "Komm mit! " "Kürbisse?" die Kätzin sah ihn mit riesigen, fragenden Augen an. "Ja Kürbisse. Nun komm schon. " Er winkte ihr mit dem Schweif und schließlich folgte sie den beiden. Ihr irres kichern erfüllte die Stille des Waldes.

    14
    Silberstern sah ratlos vom Hochfelsen auf die Fremde Katze herab, die gerade dabei war Schneebälle nach Gelbpfote zu werfen, der sich lautstark beschwerte. Habichtschatten stellte sich zu ihr. "Wir wissen nicht was sie durchgemacht hat, oder ob sie je wieder ... normal wird, aber ich bin der Meinung, dass wir sie vorerst im Clan behalten sollten. Alleine würde sie entweder verhungern oder erfrieren." Silberstern nickte langsam. "Ja, das sehe ich auch so. Sie stellt keine Gefahr für den Clan da. Vielleicht ist es ja nur ein Schock und sie findet ihr Bewusstsein bald wieder. Hat jemand inzwischen ihren Namen erfahren? " Der Kater schüttelte mit hoffnungsloser Miene den Kopf. "Sie sagt immer dasselbe. Kürbis scheint ihr Lieblingswort zu sein ..." "Ich wüsste nur zu gerne was sie damit meint. Aber na gut, dann werde ich ihr fürs erste einen Namen geben. Was ist eigentlich mit Gelbpfote und Himmelspfote? Sie sind alt genug um Krieger zu werden. Ich würde gern mit Fuchskralle und Echsenherz sprechen. " Habichtschatten nickte und ging los, um die beiden Krieger zu suchen, während Silberstern sich zu der Fremden gesellte. Ernst sah sie die Kätzin an. "Es ist schön hier, nicht wahr? Willst du ein Clubmitglied werden?" Die Katze schnurrte und rief dann laut: "Kürbis!", was Silberstern als Ja deutete. Habichtschatten kam mit Fuchskralle und Echsenherz zurück. Der schwarze Kater sah sie fragend an. "Worüber willst du sprechen, Silberstern? " Die Anführerin setzte sich und legte den Schwanz um die Pfoten. "Es geht um Himmelspfote und Gelbpfote. Sind sie bereit Krieger zu werden?" "Natürlich!" miaute Fuchskralle stolz. "Himmelspfote fängt mehr Beute, als die meisten Krieger. " Auch Echsenherz nickte zustimmend. "Gelbpfote ist bereit." Silberstern schnurrte zufrieden. "Vielen Dank! " Mit einem großen Satz sprang sie zurück auf den Hochstein und jaulte laut, um den Clan zu versammeln. "Alle Katzen die alt genug sind um Beute zu machen, bitte ich sich jetzt unter dem Hochfelsen einzufinden! " Aus allen Ecken kamen die Katzen herbei und sahen Silberstern erwartungsvoll an. "Wie ihr sicher alle wisst, ist eine Neue zu uns gestoßen. Ich habe beschlossen, sie vorerst im Clan aufzunehmen. Sollte sie ihr Bewusstsein wieder erlangen, soll sie selbst entscheiden, ob sie bleibt oder nicht. Fremde tritt vor!" Honigfeder schob die Kätzin vorsichtig nach vorn. Verwirtz sah diese sich um. " Von nun an sollst du Kürbispfote heißen. Deine Mentorin soll Honigfeder sein. Sie hat die Geduld und die Kraft, mit dir umzugehen und dir zu helfen." Honigfeder sprang mit leuchtenden Augen auf und drückte ihre Nase an Kürbispfotes. Sie hatte sie längst ins Herz geschlossen. "Kürbispfote, Kürbispfote, Kürbispfote! " riefen die anderen Katzen laut, mehr oder weniger begeistert. Kürbispfote selbst schien der Trubel zu gefallen. Ihre Augen leuchteten wie Scheinwerfer und und sie fiel eifrig in die Rufe ein. "Kürbisse!" Als sich langsam wieder Stille ausbreitete erhob Silberstern erneut die Stimme. " Gelbpfote und Himmelspfote, tretet vor!" Die beiden sahen überrascht auf. Morgenröte versuchte noch schnell, das Fell ihrer Jungen zu richten. Mit vor Aufregung glühenden Augen sahen sie zu Silberstern, die vom Hochfels sprang und sich vor Gelbpfote stellte. Sie sah ihnen fest in die Augen. "Ich, Silberstern, Anführerin des Wasserclans, rufe meine Kriegerahnen an und bitte sie, auf diese Schüler herabzublicken. Sie haben hart gearbeitet, um eure edlen Gesetze zu erlernen. Der Sternenclan möge sie als Krieger Willkommen heißen. Gelbpfote und Himmelspfote, versprecht ihr, das Gesetz der Krieger zu achten, den Clan zu schützen und zu verteidigen, selbst wenn es euer Leben kostet?" "Ich verspreche es." sagte Himmelspfote fest, während ihr Herz schnell wie eine Buschtrommel schlug. "Ich verspreche es." Gelbpfotes Stimme zitterte. "Dann gebe ich euch mit der Kraft des Sternenclans eure Kriegernamen. Himmelspfote, von nun an sollst du Himmelslicht heißen. Der Clan ehrt deinen Fleiß und deine Ausdauer. " Himmelslicht senkte glücklich den Kopf. "Gelbpfote, von diesem Augenblick an, wird man dich Gelbfrost nennen. Der Clan ehrt deine Kühnheit und deinen Mut." Der Kater sah sich freudestrahlend um. "Himmelslicht und Gelbfrost, der Wasserclan heißt euch als vollwertige Krieger willkommen." "Gelbfrost, Himmelslicht, Gelbfrost, Himmelslicht! " riefen die Clan-Katzen und drängten sich um die jungen Krieger, um sie zu beglückwünschen. Honigfeder holte Kürbispfote zu sich heran und zeigte ihr den Schülerbau. "Hier wirst du ab jetzt schlafen. Ich bin übrigens Honigfeder. Ho-nig-fe-der." Kürbispfote blinzelte sie lächelnd an. "Kür-bis." Honigfeder seufzte ergeben.

    15
    Ein Kater schlich durch das Territorium des Wasserclans. Er kannte jeden Baum und Stein hier, er wusste sogar, wie die Schatten zur welcher Tageszeit fielen. Er lebte schon lange in der Nähe der Clans, doch keine Katze hatte ihn je bemerkt, nicht einmal erahnt hatte man seine Existenz bisher. Raven liebte die Ruhe und so war die Einsamkeit seine Gefährtin geworden. Seine Pfoten waren leicht wie Federn und sein Gang geschmeidig wie fließende Seide. Er hinterließ keine Pfotenspuren im Schnee, denn er wusste, wie man gehen musste, um nicht einzusinken. Sein schwarzes Fell bildete einen starken Kontrast zu der Reinheit des Schnees, doch das störte ihn nicht. Er wusste wie man sich verbarg. Die letzte Katze mit der er je gesprochen hatte, war seine Mutter gewesen. Und das war nun schon viele Monde her. Er vermisste sie nicht. Weder sie, noch sein altes Leben, das voller Lärm und Chaos gewesen war. Raven hielt stetig auf die Grenze zu, auch wenn er sich nicht gradlinig bewegte, sondern im Zickzack von Schatten zu Schatten huschte. Er erreichte das Feld, hinter dem das Dorf der Zweibeiner lag. Er mochte diese Strecke nicht, denn es war schwer, hier während des Winters unentdeckt zu bleiben. Darum wählte er einen Umweg durch den Wald. Er lief schnell. Seine Gedanken waren leer, genau wie sein Herz. Die Stille hatte ihn vollkommen erfüllt. Plötzlich hielt er inne und duckte sich tiefer in den Schatten. Zwischen den Bäumen standen zwei Kätzinnen, die sich offensichtlich stritten. "Ich rate dir zu verschwinden, es sei denn, du willst nicht mehr leben. Diesen Gefallen tue ich dir gern." sagte die silberne Kätzin gerade zu der dunklen. Diese Fauchte und stellte ihr Fell auf, durch das ein lila Schimmer fuhr, als sich der Lichteinfall veränderte. Raven bewegte nur seine Augen und sah, wie sich Wolken am Himmel türmten. Bald würde es wieder anfangen zu schneien. "Dieses Land gehört nicht dir. Ich setzte meine Pfoten hin, wo ich will. Und jetzt geh mir aus dem Weg." Die Augen der Dunklen funkelten, zu Ravens überraschen, weiß. Die Silberne lachte nur. "Es ist doch immer dasselbe mit dir, Edna. Diesmal werde ich dir eine Lektion erteilen. " Sie grinste und fuhr ihre langen Kralleb aus. Die schwarze Kätzin, die sie Edna genannt hatte, knurrte wütend und starrte sie kampfbereit an. Doch gerade, als die Silberne angreifen wollte, ertönte der laute Knall eines Donnerrohrs und die beiden zuckten kräftig zusammen. Raven blieb ruhig, er kannte diesen Laut bereits. Als sich die Schritte der Zweibeiner nährten, stoben die Kätzinnen in verschiedene Richtungen davon und er schlich weiter. Es war leicht, die merkwürdigen Gestalten ohne Fell zu umgehen, da Aufmerksamkeit scheinbar sowieso nicht zu ihren Stärken zählte. Als die ersten Schneeflocken den Boden berührten, erreichte er die Scheune. Doch zu seinem Missfallen war sie nicht leer. Eine kleine, braune Kätzin hatte es sich dort zusammen mit einem schwarz gestreiften Kater gemütlich gemacht. Die beiden hatten zwei Jungen bei sich. Nachdenklich schüttelte Raven den Kopf und lief weiter. Es waren merkwürdig viele Katzen in letzter Zeit aufgetaucht. Dies war nicht der erste Schlafplatz, der ihm von Fremden geraubt worden war. Der Wind, der vorher nur leicht geweht hatte, wurde immer stärker. Besorgt sah Raven in den Himmel, der inzwischen dunkelgrau war. Bald würde es einen Schneesturm geben.

    16
    Tornadopfote sah frustriert in den Himmel. Als ob die Kälte nicht schon reichen würde, nein, es musste auch noch einen Schneesturm geben. Sein Blick fiel wieder auf den Stein, der Gewitterpfotes Grab lag. Es war nur Symbolisch, niemand hatte die Leiche seines Freundes je gefunden und dennoch, die Hoffnung, dass er überlebt haben könnte, schwand mit jedem Tag mehr aus ihm. "Die Kälte hätte dir nichts ausgemacht, richtig? " flüsterte er leise. "Du hättest die alten Krieger mit Schnee bombardiert und dich dann über ihre Gesichter gefreut. " Er lächelte bei dem Gedanken und strich behutsam den Schnee vom Stein, sodass der Blitz, den er mit viel Arbeit dort eingraviert hatte, wieder sichtbar wurde. "Dachte ich mir, dass du hier bist. " Überrascht sah Tornadopfote sich um und erblickte Windstreif, die auf einem Ast saß und triumphierend zu ihm herunter sah. "Aschenwind rastet gleich aus. Ihr solltet doch Blaubeerblüte zurück zum Wasserclan bringen. Er sagt ijr währt bei Sonnenaufgang verabredet gewesen." Tornadopfote bemerkte verlegen, dass es fast Sonnenhoch war. "Oh! Ich komme gleich." "Das will ich aber auch schwer hoffen. Ich kann seine Laune nicht länger ertragen. " Die Kätzin sprang mühelos vom Baum und Tornadopfote fiel auf, das sie noch dünner geworden war. "Geht es dir gut?" fragte er vorsichtig. Windstreif schnaubte. "Natürlich! Der Winter zerrt an uns allen, aber das heißt nicht, dass wir ihn nicht überleben werden." Sie schnippte mit dem Schwanz und lief voran ins Lager. Tornadopfote folgte ihr eilig. Als Aschenwind ihn kommen sah, begannen seine Augen zu glühen. "Na, was ist diesmal deine Ausrede?" " Nun, ich wollte nur schnell jagen gehen, da sah ich einen Fuchs, der mit einer riesigen Maus kämpfte. Aber die Maus war viel stärker als er und da hatte ich eben Mitleid und habe ihm geholfen. Als Dankeschön hat er mich dann in seinen Bau eingeladen, um mich seiner Familie vorzustellen. Das konnte ich doch nicht abschlagen. " Der Schüler grinste frech und Aschenwind seufzte. "Du kannst nicht immer zu spät kommen. Wenn du das nicht irgendwann lernst, wirst du nie-" Tornadopfote erfuhr nicht, was er nie werden würde, denn in diesem Moment verließ Sonnensturm den Kriegerbau und warf Aschenwind einen freundlichen Blick zu. Der Krieger stammelte eine Begrüßung und versuchte sich wieder zu fassen. Windstreif grinste Tornadopfote amüsiert an. "Wer wird wohl das neue Traumpaar?" "Sonnensturm und Aschenwind! " jaulte er übertrieben laut und Aschenwind warf ihn einen flehenden Blick zu. Sonnensturm lächelte nur. "Ihr solltet euch beeilen, sonst müsst ihr im Schneesturm zurück. " Aschenwind nickte vielleicht etwas zu heftig und stolzierte aus dem Lager. Windstreif lachte laut. "Er hat einfach mal Blaubeerblüte vergessen. Das nenn ich verliebt. " Sie eilte in den Heilerbau und holte die Wasserclan-Kätzin, die sich noch schnell bei Eisregen bedankte. Tornadopfote winkte Windstreif mit dem Schweif zum Abschied und lief zusammen mit Blaubeerblüte Aschenwind hinterher, der im Wald etwas verlegen auf sie gewartet hatte. "Na, ist es dir doch noch aufgefallen? " scherzte er und sein Mentor gab ihm einen freundschaftlichen Stoß mit der Pfote. "Ich frag mich wie das Lager von denen aussieht. " überlegte Tornadopfote laut. Blaubeerblüte zuckte mit den Schultern. "Normal eigentlich. Es liegt in einer Art Tal, das von zwei Seiten von Felswänden begrenzt wird. Auf der anderen Seite liegt das Moor. Das betrittst du auch besser im Winter nicht, wenn du dich nicht auskennst." "Das hört sich ziemlich sicher an." "Stimmt, aber ..." Blaubeerblüte brach ab. Sie würde dem Regenclan auf keinem Fall die Schwächen des Lagers verraten. Aschenwind winkte wissend ab. "Ist schon in Ordnung. " Schweigend überquerten die drei den vereisten Fluss. Hier übernahm Blaubeerblüte die Führung. Sie führte die Katzen bewusst einen sehr verworrenen Weg und schlüpfte dann in eine Höhle, die sich als Tunnel entpuppte. Staunend sahen sich die Regenclan-Katzen im Lager um, das von hohen Felswänden umgeben war. Insgesamt hatte es die Form eines Dreiecks. Die Seite zum Moor war mit hohen Brombeerranken abgeschirmt, wohl er zum Schutz für den eigenen Clan, als vor Angreifern von Außen. Eine goldene Kätzin kam auf Blaubeerblüte und ihre Begleiter zu. "Ich bin Honigfeder." stellte sie sich mit einem Blick auf Tornadopfote und Aschenwind vor. "Wollt ihr noch etwas mit Silberstern besprechen?" Aschenwind nickte. "Ich würde noch gerne mit ihr reden." Die Kriegerin senkte den Kopf. "Ich bringe dich zu ihr." Sie sah zu Tornadopfote. "Könntest du dich kurz um Kürbispfote kümmern? Sie ist nicht ganz ... richtig im Kopf." Sie deutete auf eine kleine Kätzin, die sich gerade überglücklich im Schnee wälzte. "Klar, kein Problem. " murmelte er widerwillig. Kürbispfote sah auf, ihm direkt in die Augen und er hätte schwören können, er sah in eine wunderschöne, fremde Welt.

    17
    Tornadopfote sah die Kätzin mit gemischten Gefühlen an. Einerseits war es schon niedlich, wie sie sich so im Schnee wälzte und dabei vor Freude kicherte, als wäre sie ein Junges, andererseits schüchterte ihn das ein wenig ein, schließlich wusste niemand, was sie für eine Vergangenheit sie hatte. Kürbispfote rappelte sich auf und warf sie glücklich strahlend auf ihn und quiekte dabei: „KÜRBISSE!“ Überrascht wich Tornadopfote zur Seite aus. Was kämpfen anging, konnte ihm sowieso niemand etwas vormachen, er nahm das Training schließlich sehr ernst. Doch als die Kätzin im Leeren landete, reagierte sie blitzartig und warf ihn mit einer Bewegung von den Pfoten, die so schnell war, dass er sie kaum wahr nehmen konnte. Einen Herzschlag später war sie schon über ihn und grinste stolz. „Kürbis.“ sagte sie, in einem Tonfall, der den Schüler erschließen ließ, das sie so etwas wie „Mäusehirn“ meinte. „Das war unfair.“ murrte er und schob sie von sich. „Ich war nicht richtig vorbereitet.“ Sofort ging Kürbispfote wieder in Angriffshaltung, wobei sie sehr konzentriert auf seine Pfoten starrte. „Dummerchen.“, dachte der Kater, „So krieg ich dich!“ Plötzlich blickte die verwirrte Schülerin auf und sah mit gespitzten Ohren zum Lagerausgang und Tornadopfote beugte sich neugierig zur Seite, um festzustellen, was genau sie aufhorchen lassen hatte. Bevor er auch nur reagieren konnte, stürzte sich die Kleine wieder auf ihn, geschickt wich sie seinen Schlägen aus, schlug dann einen Salto über ihn und riss ihn mit ihrem Schweif von den Pfoten. Amüsiert sah sie auf ihn herab und Tornadopfote starrte sie überrascht an. Mittlerweile hatte sich der halbe Clan um sie versammelt und ein leises raunen ging durch die Menge. „Wieso kämpft sie so gut?“ fragte er leise einen hellroten Kater. Dieser zuckte darauf mit den Schultern und hauchte kaum vernehmbar, dass sie nie Kampftraining gehabt hätte. Kürbispfote sah die versammelten Clankatzen irritiert an, scheinbar wusste sie nicht, was hier so interessant sein sollte. Silberstern und Aschenwind kamen aus dem Anfüherbau. „Wie gesagt, wenn ihr noch etwas braucht, kommt einfach ...“ Er brach ab, als er den Ring bemerkte, der sich um Tornadopfote und Kürbispfote gebildet hatte. Auch Silberstern zuckte überrascht mit den Ohren. „Tornadopfote, hast du ärger gebaut?“ zischte sein Mentor drohend und er stritt schnell ab. „Es ist wegen Kürbispfote. Sie kämpft … wie ein Krieger.“ Nun sah Silberstern wirklich irritiert aus. „Sie macht was?“ Tornadopfote zuckte mit den Schultern. „Überzeugt euch doch selbst, wenn ihr mir nicht glaubt.“ Silberstern nickte Feuersturm zu, der außerhalb von Kürbispfotes Sichtfeld stand und dieser verstand. Ohne zu zögern, griff er sie von hinten an. Doch Kürbispfote reagiert so schnell, dass ihre Bewegungen förmlich verschwammen. Sie hatte sich schon umgedreht, war zur Seite getreten und ebenfalls abgesprungen, als Feuersturm noch in der Luft war. Bevor er auch nur landen konnte, packte sie ihn und drückte ihn zu Boden. Der rote Kater war ihr körperlich weit überlegen, doch egal wie sehr er sich wand, die Schülerin hielt ihn eisern Fest und grinste frech. „Das ist … erstaunlich.“ hauchte Silberstern anerkennend. „Es steckt doch mehr in ihr, als wir alle dachten.“ Wieder wurde Tornadopfote fast von den Pfoten gerissen, doch diesmal war ein heftiger Wind daran schuld, der plötzlich durch das Lager fegte. Innerhalb weniger Sekunden war die Luft erfüllt von Schneeflocken, die wild tanzend ihren Weg zum Boden fanden. Es wurde immer dunkler und der Wind schrie inzwischen förmlich. „TORNADOPFOTE! WIR MÜSSEN JETZT LOS!“ brüllte Aschenwind gegen den Sturm an. Tornadopfote wollte zu ihm tappen, doch der Wind trug ihn fast davon. „KOMMT MIT!“ schrie Silberstern und deutete den beiden, ihr in den Anfüherbau zu folgen. Auch die anderen Krieger verschwanden eiligst in ihren Bauen. Erleichtert atmete Tornadopfote auf, als er die Windstille des Baus betrat. „Ihr könnt bleiben, bis der Sturm vorbei ist.“ Sie überlegte kurz und lächelte den Schüler dann an. „Tornadopfote, es würde Kürbispfote sicher freuen, wenn du ihr im Schülerbau Gesellschaft leistest. Die arme ist momentan ganz alleine.“

    18
    Als Tornadopfote den Schülerbau betrat, brauchten seine Augen eine Weile, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Die Luft draußen war schwer von Schnee und es stürmte immer stärker. Schließlich erkannte er Kürbispfotes Silhouette, die sich nur leicht von der Finsternis im Bau abhob. Die kleine Kätzin hatte sich ganz in die Ecke gedrängt und zitterte am ganzen Körper. Anscheinend machte ihr der Wind draußen Angst. Tornadopfote machte ein paar Schritte auf sie zu, doch sofort drückte sie sich noch fester an die Wand. „Es ist alles in Ordnung. Ich bin es nur. Tornadopfote. Wir haben draußen gekämpft. Erinnerst du dich nicht?“ Kürbispfotes Augen blitzten auf, als sie sich vorbeugte und vorsichtig auf ihn zu ging. „K-Kürbis.“ stotterte sie leise. Fast flehend blickte sie ihn an. „Das ist nur ein Sturm. Der geht vorbei.“ Die Schülerin spitzte die Ohren und trat endgültig aus ihrer Ecke hinaus. „ S....S....Suuum“ Tornadopfote sah sie verwundert an. „Sturm, S-T-U-R-M. Sturm.“ „Strum … Stum … Stu-rm. Sturm.“ Aufgeregt hüpfte Tornadopfote um sie herum. „Du hast es gesagt! Du kannst ja doch sprechen.“ Kürbispfote schnurrte stolz. „Kürbis. Sturm.“ Plötzlich schüttelte sie sich und voller Abscheu hauchte sie: „Mäuse.“ „Magst du Mäuse etwa nicht? Die sind doch lecker.“ Die Kätzin sträubte ihr Fell und aus ihren Augen sprach Panik. „Mäuse … fressen Kürbisse.“ Langsam wurde Tornadopfote unwohl. Die plötzliche Angst der Kätzin ließ auf ein dunkles Geheimnis schließen. Was hatte sie nur durchmachen müssen? „Was willst du damit sagen, Kürbispfote?“ flüsterte er, durch den heulenden Wind verstand man ihn kaum. Kürbispfote schluckte und ihre Augen schossen unruhig hin und her. „Mäuse … fressen … Kürbis ...pfote.“ Tornadopfote war wie gelähmt.

    Zimtjunges zuckte unruhig im Schlaf. Sie hatte sich eng an Erdbeerjunges gekuschelt, doch im Traum konnte sie die Anwesenheit ihrer Schwester nicht fühlen. Vollkommen allein saß sie auf einer Lichtung, auf der vier mächtige Eichen standen. Nervös sah sich um. Es war Nacht und das matte Licht des Mondes erleuchtete den Wald. Sie wusste nicht, was sie beunruhigte. Sie war doch schon so oft in ihren Träumen gewandelt. Plötzlich verriet ein Knacken im Gebüsch, dass sie nicht länger allein war. Erschrocken fuhr sie herum. „Holunderfell?“ Doch die Katze, die nun auf die Lichtung trat, hatte sie noch nie zuvor gesehen. Es war eine große, strahlend weiße Kätzin, mit Augen, die so grün waren, wie die frischen Blätter im Frühling. An den Pfoten der Katze schimmerte das Licht der Sterne, sie war so schön, dass es Zimtjunges kurzfristig den Atem nahm. „Wer bist du?“ fragte sie leise. „Mein Name ist Lichterstern und dort ist mein Begleiter Fuchsstern.“ Sie nickte mit dem Kopf auf das andere Ende der Lichtung, wo völlig geräuschlos ein rot-brauner Kater erschienen war. „Wir sind gekommen, um mit dir über etwas sehr wichtiges zu sprechen, Zimtjunges.“ Die Kleine machte große Augen und schlug aufgeregt mit dem Schweif. Doch dann beherrschte sie sich und murmelte leise: „Doch wenn es so wichtig ist … wäre es wohl besser, wenn ihr mit Silberstern redet. Ich bin doch nur ein Junges.“ Lichterstern seufzte wehmütig und wechselte einen bedrückten Blick mit Fuchsstern. „Ihr seit noch so jung, du und deine Schwester. Und doch … ihr seid unsere Zukunft. Die Zukunft aller Clans, sowohl auf Erden, als auch im Himmel, wo es keine Grenzen mehr gibt. Wir sprechen mit dir, Zimtjunges, denn du bist die wahre Heilerin des Wasserclans.“ Zimtjunges keuchte überrascht auf. „Aber … ich bin nicht einmal Schülerin. Sicher, Holunderfell hat mir jetzt schon viel beigebracht, aber … ich bin viel zu JUNG um Heilerin zu sein.“ Fuchsstern sah sie ernst an. „Genau das ist das Problem. Alles gerät viel zu schnell außer Kontrolle. Der Clan braucht JETZT eine neue Heilerin und du bist dafür bestimmt. Du hast erst vier volle Monde gesehen und doch … ist dein Herz weiser, als das so manches Kriegers. Uns bleibt keine andere Wahl. Das Gesetz der Krieger ist uns Heilig, doch in diesem Fall bleibt uns nichts anderes übrig, als eine Ausnahme zu machen. „ Lichterstern strich ihr beruhigend mit dem Schweif übers Fell. „Zimtjunges, man wird dich weiterhin Zimtjunges nennen, doch in deinem Herzen und hier bei uns im Sternenclan, wirst du bereits Zimtpfote heißen. Du wirst die Schülerin von Holunderfell sein. Jede Nacht wirst du sie in deinen Träumen besuchen und lernen.“ „Zimtpfote, Zimtpfote, Zimtpfote!“ überrascht sah sie sich die viel zu junge Schülerin um. Holunderfell stand hinter ihr und berührte sanft ihre Nase mit der ihren. „Keine Angst, meine Kleine. Du wirst das schaffen, egal wie hart es auch wird. Das weiß ich.“ Ihre Augen glänzten liebevoll.

    19
    Langsam verblasste die Lichtung um Zimtpfote, doch ihr Traum war noch nicht zu ende. Ohne jede Vorwarnung brach der Boden unter ihr weg, und sie fiel. Ihr Schrei ging in einem Meer aus Kreischen unter. Sie sah nach oben, der Himmel färbte sich Blut-rot und Sterne fielen wie Felsbrocken zur Erde. Durch die Luft sprangen Katzen, es war ein gigantischer Kampf. Das Blut, es war jetzt überall, tropfte schwer in Zimtpfotes Fell, während unter ihr nur das nichts war. Plötzlich herrschte Stille und die Kätzin bemerkte entsetzt, dass alle Katzen tot waren. Ihre Seelen lösten sich aus den Körpern und sie stürmten auf zum Sternenclan. Doch der Himmel blutete und warf Sterne nach ihnen und so verstreuten sie sich in alle Richtungen, ließen sich vom Wind treiben, doch egal wohin sie auch flogen, sie würden keine Ruhe finden. Alles wurde schwarz. Nun wusste Zimtpfote nicht einmal mehr, wo unten und wo oben war. Bis sich ein gigantisches Augenpaar öffnete. Es war eindeutig das einer Katze. Das rechte Auge war eisblau, das andere von einem warmen Honig-braun. Ein Blitz fuhr zwischen die Augen und das Linke begann zu verschwimmen, wobei das Rechte immer Klarer und vor allem Kälter wurde. Wieder wurde es schwarz. Ein leises Singen erklang, schaurig, wie ein Echo. Zimtpfote konnte nicht verstehen, was die Stimme sang, doch langsam wurden die Worte immer klarer. „ Wilde Wasser branden gegen Felsen, verstehen die Stille nicht. Wirbeln Staub auf der doch so harmlos durch den Wald zieht, mit dem Wind. Doch hüte dich, hüte dich, das Gift tropft in den Herzen und zerreißt so manches Seele. Wenn du Gutes siehst, so fliehe vor dem Bösen, wenn du Böses siehst, achte auf das Licht. Zwei sinds, Zwei warns immer, doch die eine wusste es nicht. Das Blut tropft von den Krallen der Gerechtigkeit. Die Zunge der Wahrheit spricht Gift. Blitze die donnernd die Erde treffen, gefolgt vom wütenden Sturm bringen Ruhe, nicht Lärm. Ein Schatten muss leuchten um das dunkel in den Tiefen des Meeres zu erhellen, erst dann, wenn die Herzen singen, endlich der Frühling kehrt ein.“ Zimtpfotes Kopf schwirrte, Hilflos zappelte sie mit den Pfoten durch die Luft, bis sie in der Dunkelheit versank. Zitternd und keuchend schlug sie die Augen auf. Sie war wieder bei Erdbeerjunges und Sumpfblume, die gleichmäßig atmeten und seelenruhig schliefen, während draußen noch immer der Sturm tobte. Noch immer hallte die verworrene, unheilvolle Melodie in ihren Ohren nach.

    20
    Ich war endlich Schülerin geworden, es war meine erste große Versammlung gewesen. Ich weiß noch so genau, wie aufgeregt ich war. Es waren so viele Katzen da, zum ersten Mal sah ich die Anführer der anderen Clans. Als Falkenstern meinen Namen sagte, starrten mich alle an. Es war mir furchtbar unangenehm. Ich weiß noch wie meine Mutter flüsterte: „Sonnenpfote, ich bin so stolz auf dich.“ Doch ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Ich muss immer noch lächeln, wenn ich daran denke. Das war kurz bevor sich mein Leben änderte. Kurz bevor Fuchsstern seinen Namen sagte. Der Anführer des Regenclans war schon alt, damals. Jeder wusste das Eibenblatt bald Anführerin werden würde. Seine Stimme war brüchig, als er sprach, dennoch lag der Name klar und schwer in der Luft. Rabenpfote. Ich sah nur leicht interessiert zu dem schwarzen Kater, der aufgestanden war. Dann erstarrte ich. Augen, weit wie Meere sahen direkt in meine. Die Zeit stand still und mein Herz setzte einen Moment aus. Ich nahm nichts mehr wahr, es war so still um mich. Ich sah nur ihn, die Unendlichkeit seiner Augen. Ich konnte es nicht aufhalten, ich hatte keine Macht. Ich verlor mein Herz in dieser Nacht, es war nicht zu halten. Seit dieser Stunde, die eine Ewigkeit für mich war, träumte ich jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, dasselbe. Von ihm und seinen wunderschönen Augen, die mich verzaubert hatten. Die Zeit verging wie ein Atemzug und ich sah ihn nicht wieder. Nicht an den Grenzen und auch nicht auf der großen Versammlung. Doch nichts konnte das Bild, das so tief in mein Herz gemeißelt war, trüben. Die Vergangenheit verschluckte seinen Namen nicht, sondern machte ihn zu meiner Realität. Ich wusste, dass es falsch war und ich wusste, dass er wahrscheinlich nicht so fühlte wie ich, doch ich wollte es nie glauben. Hielt weiter daran fest, dass eines Tages … es tat so schrecklich weh. Oft floh ich tief in den Wald, wenn es unerträglich wurde. Schrie zum Mond, er solle mich erlösen, flehte zu den Sternen sie mögen mir helfen. Doch jeden Tag erlag ich meinen Gefühlen aufs Neue. Flüsterte seinen Namen in den Wind und hoffte er würde es hören. Betete zum Sternenclan, sie mögen bei ihm sein. Wünschte, dass es ihm gut ging, dass er keine Sorgen hätte. Ich wurde älter, doch jeder Tag brachte mir dasselbe. Ich habe so viel probiert. Ich versuchte ihn zu vergessen, doch ich scheiterte. Ich versuchte, mich neu zu verlieben, doch ich sah nur ihn. Und so hörte ich irgendwann auf, mich zu wehren. Akzeptierte es so, wie es war. Fand mich damit ab, bis zum Ende meines Lebens zu leiden. Manchmal ist Liebe eine dornende Ranke die dich umschlingt, die dir die Luft zum Atmen nimmt und die dich für immer gefangen hält. Es war mein Schicksal und ich besaß nicht die Kraft es zu ändern. Manchmal hoffte ich tatsächlich, dass wir irgendeines schönen Tages zusammen sein würden. Das wir Jungen haben würden. Ich überlegte mir, wie sie aussehen würden und wie ich sie nennen würde. Tulpenjunges, Salbeijunges … er wäre sicherlich ein fabelhafter Vater. Wie in Trance zog meine Schülerzeit an mir vorbei, ich wurde zu Sonnenglanz. Dann kam der Tag, an dem ich ihn zum zweiten Mal sah. Es war kurz nach Fuchssterns Tod. Wie es das Schicksal wollte, wieder auf einer großen Versammlung. Über diese Ironie hätte ich lachen können. In den Monden, in denen ich ihn nicht gesehen hatte, war auch er älter geworden. Natürlich. Irgendwie hatte ich wohl geglaubt, er würde immer so aussehen, wie damals. Ich versuchte mich zurückzuhalten, doch meine Pfoten trugen mich wie von selbst zu ihn. Folgten den Weg, den mein Herz ihnen wies, auch wenn mein Kopf protestierte. Alles was ich sagte, war „Hallo“. Mehr nicht. Es hatte mir die Sprache verschlagen. Ich kam mir so unglaublich dumm vor. Mein Herz tanzte und das Blut pulsierte durch meinen Körper. Als er mich so sah, lachte er. Dieses Lachen, das so rein und unbeschwert aus ihm herausplatzte, es brachte auch mich unwillkürlich zum Lächeln. „Ich bin Rabenlicht. Und du? Ich habe dich doch schon einmal gesehen. Sonnenpfote, richtig?“ Die Tatsache, dass er sich nach all den Monden noch an mich erinnerte, hatte mich endgültig erstarren lassen. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder vor Freude weinen sollte. Er kannte mich noch. Hatte meinen Namen nicht vergessen. „Sonnenglanz.“ flüsterte ich. So leise meine Stimme auch war, in meinem Herzen tobte ein Fest.

    21
    „Wo blieben sie nur …?“ murmelte Windstreif und blickte nervös in die Ferne. Vielleicht hatte sie sich im Schneesturm verirrt oder sie waren angegriffen worden. Sonnensturm gesellte sich zu ihr. Ihr Blick war dunkel vor Sorge. „Ich werde sie jetzt Suchen gehen.“ maunzte sie schließlich entschlossen. „Warte noch.“ erwiderte Windstreif . „Ich sage Eibenstern schnell Bescheid.“ Hastig hüpfte sie durch den hohen Schnee auf die Anführerin zu, die gerade besorgt mit Eisregen plauderte. „Eibenstern!“ unterbrach sie die beiden mit einem entschuldigenden Blick. „Aschenwind und Tornadopfote sind immer noch nicht zurück. Sonnensturm und ich werden sie jetzt Suchen gehen.“ Eibenstern blinzelte kurz, doch dann nickte sie. „In Ordnung. Aber nehmt Rabenlicht, Mandelherz und Blütenpfote mit. Irgendetwas beunruhigt mich ...“ Sie sah in die Ferne und erschauderte. Auch Eisregen schien etwas bedrückt zu sein. Aber in letzter Zeit hatte er sich sowieso ziemlich seltsam benommen. „Blütenpfote?“ fragte Windstreif irritiert. Sie verstand nicht ganz, warum sie ausgerechnet die Heilerschülerin mitnehmen sollte. Eibenstern warf ihr einen merkwürdigen, nachdenklichen Blick zu. „Sicher ist Sicher.“ Die Kriegerin zuckte mit den Schultern und winkte Mandelherz, die gerade aus dem Kriegerbau tappte. „Du sollst mitkommen, um nach Aschenwind und Tornadopfote zu Suchen. Könntest du auch noch Rabenlicht Bescheid sagen?“ Etwas überrumpelt nickte die Kätzin schließlich und verschwand wieder im Bau, um zusammen mit Rabenlicht wieder hinaus zu kommen. Windstreif lief währenddessen zum Heilerbau, wo sie Blütenpfote sah, die konzentriert einige getrocknete Kräuter sortierte. Als sie die Kriegerin hörte, sah sie fragend auf. „Möchtest du etwas?“ Windstreif schüttelte eilig den Kopf und erklärte ihr schnell Eibensterns Anordnung. Blütenpfote schien keineswegs verwirrte, sie sah eher Besorgt aus. Als sie endlich alle Katzen beisammen hatten, eilte Windstreif als Erste aus dem Lager. Sonnensturm und die anderen holten rasch auf. Etwa zehn Baumlängen vor der Grenze, blieb sie Abrupt stehen, woraufhin Rabenlicht direkt in sie hinein rannte. „ Was zum …?“ keuchte er, war dann aber sofort still, als er den Kater bemerkte, der auf einem der kahlen Bäume saß und aus kalten, blassgrünen Augen auf sie herab sah. Augenblicklich plusterte sich Sonnensturms Pelz auf und sie fauchte wütend. „Wer bist du und was hast du auf dem Territorium des Regenclans verloren?“ Gelassen sprang der Kater vom Baum und schüttelte etwas Schnee aus seinem weißem Pelz. Er war überraschend klein, was ihn aber nicht minder Furchteinflößend machte. Sein schwarzes Ohr zuckte. „Man nennt mich Tybalt. Und was ich hier verloren habe? Nun, vorhin habe ich den Vogel gesucht, den ich gestern gefangen habe. Gefunden habe ich ihn bedauerlicher Weise nicht. Mit mehr kann ich leider nicht dienen.“ Seine Stimme war tief und fast sanft als er sprach, doch den ironischen Unterton, der mitschwang, hätte sogar ein Junges erkannt. „Verschwinde sofort aus unserem Territorium.“ knurrte Rabenlicht und fuhr sein Krallen aus. Tybalt schien davon allerdings nicht sonderlich beeindruckt. „Ach, ich finde es eigentlich ganz schön hier. Ich habe nicht vor zu gehen.“ Zwei weitere Katzen traten aus dem Wald. „Gibt es Ärger?“ fragte eine schwarze Kätzin mit silbernen Streifen, während sie ihren herablassenden Blick über die Krieger und die Schülerin schweifen ließ. „Wohl kaum, Cheerilee. Die sind viel zu putzig um Ärger zu machen.“ Die Augen der großen, dunkelbraunen Kätzin blitzten spöttisch. Rabenlicht konnte sich nun nicht mehr zurückhalten und warf sich mit einem lauten Jaulen auf sie. Sonnensturm und Mandelherz taten es ihm gleich und stürzten sich auf Tybalt und Cheerilee, die bereits erwartungsvoll die Krallen ausgefahren hatten. Windstreif zog sich zurück. Sie wollte das Blut nicht sehen, die Schreie nicht hören. Sie war einfach nicht zum kämpfen geboren. Neben ihr beobachtete Blütenpfote erschrocken das geschehen. „Windstreif!“ flüsterte sie „Hol Hilfe!“ Das ließ sich die Kriegerin nicht zweimal sagen. So schnell sie ihre Pfoten trugen stürmte sie zurück ins Lager. Hinter sich hörte sie Mandelherz panisch aufschreien. Ihre Lunge brannte, doch es war nicht mehr weit. Wie in Trance sah sie die Bäume an sich vorbeiziehen. Und dann das Lager. Endlich. „Hilfe!“ brüllte sie. „Angriff im Territorium!“

    22
    Als Windstreif mit Verstärkung zurückkam, war der Kampf schon so gut wie beendet. Allerdings nicht zum Vorteil des Clans. Mandelherz lag im Schnee, während sich das Blut, das aus einer tiefen Wunde in ihrem Bauch strömte, eine tiefrote Blüte bildete. Windstreif wurde schlecht bei diesem Anblick. So sehr sie ihren Clankameraden auch Helfen wollte, sie konnte es einfach nicht. Zitternd wendete sie sich ab. Blütenpfote stürzte aus dem Wald, zwischen den Zähnen trug sie irgendwelche Kräuter. „Hilf mir, Windstreif. Wir müssen Mandelherz daraus holen.“ Die hellbraune Kätzin biss die Zähne zusammen. Sie musste sich jetzt zusammenreißen. Blitzartig wirbelte sie herum, ignorierte den Kampf, der um sie tobte, taumelte zu Mandelherz und begann sie am Nackenfell außer Reichweite zu zerren. Der durchdringende Metallgeruch raubte ihr beinahe den Verstand, doch nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte sie es geschafft. Keuchend lies sie die Kätzin los und überließ Blütenpfote alles übrige. Dattelschweif fauchte wütend, als er sah, wie schlimm diese Katzen seine Schwester zugerichtet und warf umso wütender auf Tybalt, der sich gerade scheinbar Mühelos gegen Sonnensturm, Rotflügel und Pfirsichpelz gleichzeitig wehrte. Neben ihm kämpfte Cheerilee mit derselben, gelassenen Art und hatte kaum einen Kratzer, obwohl Blätterfall eine der besten Kämpferinnen war. Die Schülerin der Kriegerin, Heidelbeerpfote, eilte ihr zu Hilfe, doch die schwarze Kätzin schlug sie mit einem gezielten Schlag so hart zur Seite, dass sie durch die Luft flog, gegen einen Baum prallte und reglos liegen blieb. „Ihr solltet euren Schülern erstmals laufen beibringen, bevor ihr sie kämpfen lasst.“ spottete sie und ihre Augen blitzten giftig auf. Blätterfall war am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem konzentrierte sie sich erbittert und setzte zum Finale an. Sollte ihr bester Kampfzug misslingen … wusste sie auch nicht weiter. Schnell duckte sie sich unter einen von Cheerilees Schlägen und sprang mit aller Kraft ab. In der Luft drehte sie sich mit enormer Geschwindigkeit um sich selbst, was es der Angreiferin fast unmöglich machte, sie mit einem Schlag zu treffen. Sie selbst dagegen fuhr der Kätzin mit den Krallen kräftig durchs Gesicht und nutzte den Schwung, den sie im Sprung gesammelt hatte dazu, um sie von den Pfoten zu hauen. Triumphierend landetet sie schließlich auf Cheerilee und zerkratzte ihr den Bauch. Doch die Kätzin war weitaus zäher als gedacht. „Nicht schlecht … aber nicht gut GENUG!“ fauchte diese, wand sich unter ihr hervor und warf sie zu Boden. Anders als die Kriegerin zielte sie sofort auf die Kehle. Blätterfall schrie auf, als sich Cheerilees spitze Zähne in ihren Hals bohrten. Heidelbeerpfote horchte beim Schrei ihrer Mentorin auf und rappelte sich stöhnend auf. Vor der Schülerin verschwamm der Kampf zu undeutlichen Schemen, trotzdem setzte sie trotzig eine Pfote vor die andere. Sie holte aus und schlug auf die Katze ein, die dabei war, ihre Mentorin zu töten, doch sie war viel zu schwach und streifte lediglich durch das Silbern-schwarze Fell der Kätzin. Plötzlich drängte sich ein Schatten an ihr vorbei und packte Cheerilee hart im Nacken. Windstreif stöhnte, als sie das Blut schmeckte. Doch sie durfte nicht loslassen. Blätterfall brauchte ihre Hilfe. Sie biss noch fester zu und schaffte es schließlich, die Kätzin von der blutüberströmten Kriegerin zu zerren. Sofort war Blütenpfote zur Stelle und zog die Kätzin mit aller Kraft unters Gestrüpp zu Mandelherz. Windstreif ließ von der Kätzin ab, packte Heidelbeerpfote im Nacken und trug sie in die Sicherheit der Brombeerranken. Inzwischen war der Schnee kaum noch weiß. Überall bedeckte schweres Blut den Boden. Eibenstern stürzte sich in den Kampf, an ihrer Seite Federflug. Zusammen drängten die beiden die große, braune Kätzin zurück, die Cheerilee Bengal genannt hatte. Die Kätzin wehrte die Schläge der Katzen mühelos ab, doch dann hörte sie in der Ferne einen Jaulen, das sie aufhorchen. Eibenstern nutzte die Gelegenheit und zog ihr die Krallen übers Gesicht und Begal fauchte wütend. „Cheeri, Tybalt, Rückzug!“ Die beiden anderen hörten augenblicklich auf sie, denn auch sie hatten das Jaulen vernommen. Als wären sie nie dagewesen verschwanden die beiden Kätzinnen zwischen den Bäumen. Tybalt sah noch einmal kurz zurück und zischte laut: „Denkt nicht, ihr hättet uns verjagt. Wir werden uns wiedersehen.“ Dann drehte er sich um und folgte seinen Kameradinnen. Zurück ließ er eine Lichtung voller Blut. Selbst in Eibensterns Blick stand pure Angst. Wie hatten drei Katzen sich gegen einen halben Clan verteidigen können? Dattelschweifs Schrei riss sie aus ihrer Fassungslosigkeit. „Nein! Mandelherz, sag doch was, bitte! Gib mir ein Zeichen … irgendein Zeichen, verdammt noch einmal ...“ Sein Schreien war in ein von Schluchzern zerrissenes Murmeln übergegangen. „Bitte … bleib bei mir. Du bist zu jung für den Sternenclan, wir sind doch gerade erst … du warst doch so stolz … nun sag doch etwas.“ Blütenpfote starrte verzweifelt auf den leidenden Kater. Sie hatte alles getan was sie konnte und dennoch … fühlte sie sich schuldig. Mandelherz war noch nicht tot. Mit fast übernatürlicher Anstrengung schlug sie die Augen auf und blickte ihren verzweifelten Bruder an. „Kämpfe … bis zum Schluss!“ hauchte sie. Ein letztes Flackern in ihren Augen erlosch wie ein Funke, über den man Wasser geschüttet hatte. Dattelschweif verstummte und sah mit matten Augen auf die Leiche seiner Schwester. „... Bis zum Schluss. Versprochen.“ flüsterte er kaum hörbar und beugte sich vor, um ihr ein letztes Mal die Zunge zu geben. Eibenstern konnte es nicht fassen. Das durfte doch einfach nicht sein. Das konnte nicht stimmen. Sicherlich würde sie gleich aufwachen und … „Blätterfall ...“ hörte sie Heidelbeerpfote murmeln. Die Schülerin war immer noch benommen von dem Schlag, der sie getroffen hatte. Doch verglichen mit der Trauer die sie empfand, war das nichts. Blätterfall war gestorben, noch bevor Windstreif eingegriffen hatte. Langsam wurde es ruhig auf der Lichtung. Die Stille wurde nur hin und wieder von einem Schluchzen zerrissen. Es begann sanft zu Schneien. Schon bald hatte sich ein frisches, weißes Leichentuch über das vergossene Blut gelegt.

    23
    Frisches, weißes Licht fiel in die Höhle, in der die Krieger schliefen. Honigfeder öffnete gerade Schlaftrunken die Augen und blickte sich im Dämmerlicht um. Der Morgen hatte etwas Unschuldiges. Vielleicht war es gerade das, was sie beunruhigte. Ihr kam es vor, als hätte sich der Winter eine Maske aufgesetzt, um sie zu täuschen und dann umso härter zuzuschlagen.
    Noch war keiner der anderen Krieger wach. Gelbfrost und Himmelslicht, die sich inzwischen daran gewöhnt hatten, nicht mehr allein im Bau zu sein, lagen nahe nebeneinander. Gelbfrost murmelte irgendetwas und Himmelslicht kuschelte sich noch dichter an ihn. Die Anzahl der Krieger war leider sehr überschaubar und eigentlich war die Höhle für viel mehr Schlafplätze ausgelegt. Honigfeder wollte sich gerade abwenden, als ihr Blick doch noch einmal an Habichtschattens Pelz hängen blieb. Lichtgesang lag so dicht neben ihm, dass bestimmt kein Blatt zwischen die beiden gepasst hätte. Ein dumpfer Schmerz ging von ihrem Herzen aus, doch sie verstand nicht. Tatsächlich war sie sogar so naiv zu glauben, sie würde langsam krank. Aber vielleicht wollte sie es sich auch einfach nicht eingestehen. Weil es falsch war. Habichtschatten hatte sein Glück doch längst gefunden. Bevor sie die Müdigkeit doch noch einholen konnte, stand sie auf und verließ mit knurrenden Magen den Bau. Doch ein Blick auf den … “Frischbeutehaufen“ verriet ihr, dass sie auch heute leer ausgehen würde. Es war noch keine Katze auf der Lichtung. Honigfeder verwirrte das nicht sonderlich. Ein leerer Magen hindert zwar beim einschlafen, aber wenn man es doch irgendwann geschafft hatte, sollte man das auch ausnutzen. Sie überlegte kurz, ob sie nach Sumpfblume und ihren Jungen sehen sollte, entschied aber, dass sie ihre Freundin jetzt nicht unbedingt wecken musste. Besser war es, wenn sie erst einmal dafür sorgte, dass nicht jede Katze hier Hunger leiden musste. Entschlossen sprang sie durch den frischen Schnee zum Lagerausgang, doch dort erwartete sie eine bittere Überraschung. Das Ende des Tunnels war zugeschüttet worden. Wahrscheinlich hatte sich während des Sturms eine Lawine gelöst. Honigfeder begann vorsichtig ein Loch in den Schnee zu graben, doch das erwies sich als eher ungeeignete Lösung, denn gerade, als ihr Fluchttunnel groß genug war, dass sie einen Schritt hineingehen konnte, stürzte alles zusammen und noch mehr Schnee rutschte nach. Frustriert gab sie auf und setzte sich in die Mitte des Lagers. Die Erinnerung an ihre erste Nachtwache stieg in ihr hoch und sie schnurrte leise. Neben ihr hatten Habichtschatten und Wasserherz gesessen. Gleich zwei Namen, an die sie jetzt nicht denken wollte. Ärgerlich schüttelte sie den Kopf. „Ist alles in Ordnung?“ Honigfeder zuckte zusammen, beruhigte sich aber, als sie in die erstaunlichen Augen der kleinen Zimtjunges sah. „Sicher, ich war nur ganz in Gedanken.“ erwiderte sie hastig, als müsste sie sich rechtfertigen. „Und du? Was machst du so alleine hier.“ Zimtjunges sah sie kurz mit einem forschenden Blick an, dann murmelte sie. „Ich wollte etwas frische Luft schnappen. Ich hatte einen sehr … verstörenden Traum.“ „Willst du mir davon erzählen?“ fragte Honigfeder vorsichtig, doch die Kleine schüttete ernst den Kopf. „Es tut mir leid, aber ich halte es für besser, erst mit Silberstern darüber zu reden. Ich gehe jetzt lieber. Erdbeerjunges macht sich sonst Sorgen, wenn sie aufwacht und ich nicht da bin.“ Damit schlenderte sie gemütlich zurück und verschwand in der Kinderstube. Honigfeder fiel auf, wie ernst Zimtjunges für ihr Alter war. Sie schien viel Erwachsener zu sein, als die meisten Krieger. Vielleicht lag es an der bestimmten Ruhe, die sie ausstrahlte. Langsam erwachte das Lager. Ein Fremder Kater mit struppigem Fell trat aus dem Schülerbau. Honigfeder brauchte einen Moment bis ihr wieder einfiel, dass es Tornadopfote war, der mit seinen Mentoren gekommen war, um Blaubeerblüte zurück zu bringen. Jetzt hatten sie also wieder eine Heilerin. Vielleicht würde ja doch noch alles gut werden. Honigfeder ahnte nicht im Geringsten, wie sehr ihr Optimismus enttäuscht werden würden.

    24
    Blütenpfotes Blick war eine stille Anklage. Und obwohl sie kein Wort sprach, verstand Eisregen genau, was sie dachte. Warum warst du nicht da, als dich dein Clan gebraucht hat? Zusammen hatten sie die verwundeten Krieger behandelt. Eisregen konnte nicht glauben, dass es nur DREI Katzen gewesen waren, die all das angerichtet hatten. Mandelherz und Blätterfall waren tot. Er hatte ihre Wunden gesehen und wusste, dass auch er sie nicht hätte retten können. Trotzdem. Er hätte da sein müssen. Schließlich war er der Heiler und sie noch eine Schülerin. Noch. Sicher, er wusste alles über Kräuter und ihre Verwendung und er sprach auch mit dem Sternenclan und doch … etwas fehlte ihm, was Blütenpfote besaß. Die Ruhe und Freundlichkeit die ihr reines Herz ausstrahlte sorgte dafür, dass selbst die verbissensten Kämpfer bei ihr auftauten. Sie war unschuldig, klug und vor allem ...loyal. Sie hatte alles von ihm gelernt was er wusste und nun, beschloss er, war es soweit. Sie sollte die Heilerin dieses Clans werden. Er warf ihr einen langen Blick zu, dann sagte er ruhig. „Blütenpfote, lass uns zum See wandern.“ Im Blick der Schülerin spiegelte sich Überraschung, dann Abwehr. „Der Kampf ist kaum vorüber und die Katzen haben Wunden. Außerdem ist der Weg lang und wir wissen nicht, ob es noch mehr von denen gibt.“ Eisregen schüttelte entschieden den Kopf. „Wir haben hier alle versorgt. Zum Schutz nehmen wir einen Krieger mit. Wir werden gehen.“ Blütenpfote war erstaunt über seine grimmige Entschlossenheit, doch sie widersprach nicht. Der See der funkelnden Sterne lag im Territorium des Abendclans. Heilern war es zwar erlaubt die Grenzen zu überschreiten, und doch hatte sie nie ein gutes Gefühl dabei. Außerdem war Neumond. Die Nacht würde also vollkommen dunkel sein. Eisregen lief unbeirrt zu Eibenstern und kehrte gleich darauf mit Rabenlicht zurück. Der schwarze Kater war im Kampf am wenigsten Verletzt worden. Blütenpfote war bei der ganzen Sache nicht besonders wohl zumute, aber sie äußerte keine Einwände und folgte ihren Mentoren mit einem stillen Seufzer in Richtung Südwesten. Schweigend liefen sie durch den Abend der langsam zur Nacht wurde. Als sie an der Abendclan-Grenze ankamen, blitzten bereits die ersten Sterne auf. Rabenlicht zögerte kurz, doch Eisregen nickte ihm auffordernd zu und überschritt die Grenze, als wäre sie gar nicht vorhanden. Der kahle Laubwald, der inzwischen dunklen Tannen und Kiefern gewichen war, wurde immer spärlicher, bis sie schließlich das weite Grasland erreichten, das mit dem Horizont zu verschmelzen schien. Im Schnee konnten sie Pfotenspuren ausmachen, doch der Geruch war längst verflogen. Die Patrouille war also schon vor längerer Zeit hier gewesen. Missmutig blickte Blütenpfote über das weiße Land. Wie immer konnte sie den See nicht sofort sehen, da er nicht sonderlich groß und tief gelegen war. Ohne genaue Orientierung marschierten sie weiter, bis Eisregen plötzlich anhielt. „Wir müssten schon längst da sein.“ Besorgt sah er sich um. „Warum muss im Winter auch alles so gleich aussehen.“ „Na, habt ihr euch verlaufen?“ Die drei Katzen fuhren herum. Wie aus dem Boden gewachsen standen zwei Kätzinnen vor ihnen. Eindeutig Abendclan. Die größere schwarze Kätzin hatte gesprochen und ihre Augen funkelten wütend. „Was macht ihr in unserem Territorium?“ Die kleinere Kätzin sah aus, als wäre im Hintergrund ein Igel mit großen Pinken Flügeln vorbei geschwebt. Ihr Fell war heller als das der anderen, doch im Dämmerlicht konnte Blütenpfote die genaue Farbe nicht erkennen. Eisregen trat einen Schritt vor. „Ich bin Eisregen, der Heiler des Regenclans. Meine Schülerin Blütenpfote und ich wollen zum See der funkelnden Sterne. Als Schutz haben wir einen Krieger, Rabenlicht, mitgenommen.“ Die schwarze lachte laut auf. „Wolfherz heiße ich. Und das ihr vom Regenclan kommt, hättest du nicht sagen müssen, das riecht man auch gegen den Wind.“ Sie rümpfte die Nase. „Wenn ihr zum See wollt, seid ihr hier ja genau richtig.“ Verkündigte sie mit belustigter Miene und stieß ihre Begleiterin an, die noch immer wie versteinert in der Gegend rum stand. „Jaja, richtig.“ Nuschelte sie und starrte weiter vor sich hin. „Sonnenglanz? Was ist denn in dich gefahren?“ Wolfherz sah perplex zu Rabenlicht, der genauso bedeppert zu Sonnenglanz zurück starrte. Eisregen unterbrach die verwirrte Stille mit einer Frage. „Könntet ihr uns vielleicht sagen, wo wir den See suchen müssen?“ Wolfherz riss sich los und begann wieder zu grinsen. „Na, da müsst ihr nicht lange suchen. Ihr steht mitten drauf. Sonnenglanz und ich ziehen uns jetzt zurück, damit ihr eure Ruhe habt, aber wir bleiben in der Nähe. Wehe euch, wenn ihr auch nur einen Schritt in die Falsche Richtung macht.“ Damit verschwand sie, so plötzlich wie sie erschienen war, wieder im Dunkeln. Sonnenglanz zögerte kurz. Ihr Blick huschte kurz zu Rabenlicht und ihre Lippen bildeten ein Wort, das nur er verstand. Dann war auch sie verschwunden

    25
    „So …. und wie machen wir das jetzt?“ Etwas irritiert sah Eisregen sich auf der Schneebedeckten Eisfläche um. „Lass mich mal. Ich glaube ich habe eine Idee.“ Blütenpfote wischte mit ihrem buschigen Schweif den Schnee beiseite, sodass ein Stückchen des dunkelblauen Eises freigelegt wurde. „Vielleicht reicht es, wenn wir das Eis mit der Nase berühren.“ Die Schülerin legte sich hin und berührte vorsichtig das Eis. Eisregen wartete kurz, aber als sich Blütenpfote nach zehn Atemzügen nicht bewegt hatte, tat er es ihr gleich. Die Kälte schmerzte und schoss durch seinen ganzen Körper. Zögerlich schlug er die Augen auf. Fast hatte er erwartet nur die Eisfläche zu sehen, doch was er jetzt sah war völlig anders und Atemberaubend. Er stand auf einer Wiese mit endlos vielen Blumen in tausenden verschiedenen Farben. In jede Himmelsrichtung zog sich das Blumenmeer unendlich hin und vermischte sich mit dem Wolkenlosen blauen Himmel, von dem warm die Sonne schien. Ein paar Schritte vor ihm stand Blütenpfote. Andächtig starrte sie in das unbeschreiblich schöne Farbenspiel. Plötzlich traten von allen Seiten Sternenclan-Katzen aus dem hohen Gras und bildeten einen Ring um die beiden. Eine rot-weiß getigerte Kätzin trat vor und betrachtete Blütenpfote liebevoll. „Seewind?“ Eisregen betrachtete seine ehemalige Mentorin mit großen Augen. „Wo warst du all die Zeit?“ Seewind winkte ab. „Wir sind nicht gekommen um über uns zu sprechen.“ „Richtig.“ Eisregen stellte sich feierlich vor Blütenpfote auf. „Blütenpfote, du bist lange eine gute, wissbegierige und kluge Schülerin gewesen, doch nun habe ich dich alles gelehrt, was ich weiß und du bist mir nicht nur ebenbürtig geworden. Blütenpfote, hiermit erkläre ich dich zur neuen Heilerin des Regenclans. Ab heute wird man dich Blütenmeer nennen. Bleibe deinem Clan treu und erwärme ihn mit deiner Gutmütigkeit und Liebe.“ Der Sternenclan jubelte und schrie laut den Namen der jungen Heilerin. „Blütenmeer, Blütenmeer, Blütenmeer!“ Blütenmeer selbst strahlte vor Freude und lachte. Eisregen sah in ihre großen, braunen Augen die soweit und unergründlich wie die Meere waren. Dieser Name passte wirklich voll und ganz zu ihr. Blütenmeer wandte sich ab und begann mit einigen der Katzen zu sprechen, die sie bereits von ihren Reisen hierher kannte. Dabei wurde ihr Gesicht zunehmend ernster. Jetzt wo ihn niemand mehr beachtete, war auch in Eisregens Zügen ein schmerzlicher Ausdruck auszumachen. Seewind ging langsam auf ihn zu und sah ihn aus wissenden Augen ernst an. „Noch ist es nicht zu Spät.“ flüsterte sie leise. „Geh jetzt mit ihr zum Clan zurück und bleibe an ihrer Seite. Niemand wird je etwas erfahren.“ In weiter Ferne ertönte ein Flügelschlag. Eisregen litt fürchterlich. Sein Herz schrie, sein Kopf Widersprach. Doch die Worte die sein Herz sagten waren lauter. „Es ist vorbei.“ Eisregen hielt die Luft an und schloss die Augen. Ein seufzen verklang in seinen Ohren und als er seine Augen wieder aufschlug, stand er auf dem Eis und der Wind zerrte kalt an seinem Pelz. Er lies Blütenmeer auf dem allein zurück und warf Rabenlicht einen Blick zu der alles sagte und der andere schwieg. Machs gut, sagten seine Augen. Eisregen stürmte davon. Den Weg, den er selbst gewählt hatte.

    26
    Eisregen folgte dem kleinen Donnerweg, der die Grenze zwischen Regen- und Abendclan bildete und direkt ins Sonnenclan Territorium führte. Er lief immer schneller. Sein Atem stieg in weißen Wolken in den schwarzen Himmel, an dem die Sterne nun um die Wette strahlten, als wollten sie sich persönlich bei ihm verabschieden. Der Wind drehte und trug den Duft des Regenclans zu ihm. Sein altes Zuhause. Am liebsten hätte er geschrien, doch ein Gedanke an sie tröstete ihn. Er wollte nicht gegen das Gesetz der Krieger verstoßen, also hatte er es verlassen. Doch mit ihm ließ er auch alles andere zurück. Er ließ den Clan zurück den er liebte, um bei der Katze zu sein, der sein Herz gehörte. Von nun an war er kein Heiler mehr, nicht mal mehr ein Krieger. Jetzt war er ein einsamer Einzelläufer. Und doch glaubte er das Richtige getan zu haben. Er hatte diesen Weg gewählt, also würde er ihn auch gehen. Und plötzlich fühlte er sich frei. Es gab keine Regeln mehr für ihn, er konnte tun und lassen was er wollte. Er konnte über die Grenzen gehen, konnte Jagen wann und wo er wollte und vor allem – er konnte eine Kätzin lieben. Der Geruch des Sonnenclans umfing ihn. Sie war da, wo sie sich verabredet hatten und sah ihn aus ihren wundervollen, Kristallklaren blauen Augen an. „Du hast es wirklich getan.“ hauchte sie und in ihrer Stimme lag Kummer. Er schnurrte und drückte sich an sie. Ihr Fell war tröstlich warm und weich. „Ich will nicht diejenige sein, die dein Leben zerstört.“ Die Kätzin sah ihn fest an. Ihr weißes Fell ließ sie fast mit dem Schnee verschmelzen, dafür stachen die großen Flecken an ihren Seiten um so mehr heraus. Wie Flügel sahen sie aus und oft scherzte er, sie solle ihm nur nicht davon fliegen. Er lachte. „Meine kleine Flügelschlag, das einzige, was mich zerstören könnte, wäre ein Leben ohne dich.“ Sie sah ihn lange an, dann seufzte sie. „Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers. Warum nur muss alles immer so kompliziert sein.“ Er leckte ihr aufmunternd übers Ohr. „Heute gibt es keinen Mond, den eine Wolke verdecken könnte, nur tausend Sterne. Flügelschlag lachte. „Ich dachte zu Neumond ist der Himmel schwarz wie Rabengefieder.“ Eisregen lächelte leicht. „Siehst du, nicht einmal die Sterne halten sich an ein Gesetz.“ Der Wind begann stärker zu werden und vor allem immer Kälter. Doch das war ihm egal. Er war frei.

    Flügelschlag sah Eisregen lange nach. Inzwischen fielen die ersten Sonnenstrahlen durch die wenigen weißen Wolken und ließen den Schnee traumhaft glitzern. Es versprach ein schöner Tag zu werden. Die Kätzin atmete tief die frische, kühle Luft ein und begann Eisregens Duft aus ihrem Pelz zu putzen. Dann machte sie sich daran auch die übrigen Spuren zu verwischen. Nach einer guten Stunde stellte sie zufrieden fest, dass alles nun vollkommen unberührt aussah. Als wäre nie jemand hier gewesen. Erleichtert kehrte sie der Grenze den Rücken zu und folgte einem unsichtbaren Pfad in das Herz des Sonnenclan-Territoriums. „Bist du die ganze Nacht draußen gewesen?“ Flügelschlag stieß einen erschrockenen Schrei aus, beruhigte sich aber, als sie ihre Schülerin entdeckte. „Schneepfote, du darfst dich doch nicht einfach so an schleichen. Ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen.“ Die reinweiße Kätzin kicherte. Im Schnee war sie so gut wie unsichtbar. Und natürlich war sie nicht allein. „Buh!“ Diesmal lachte Flügelschlag nur. Wo Schneepfote war, da war auch ihr Bruder Eispfote. Die beiden waren nicht nur unzertrennlich, sie sahen auch noch vollkommen gleich aus. Das einzige woran man sie unterscheiden konnte, war ihr Geruch und ihre Stimmen.

Kommentare (285)

autorenew

Nebelblüte ( von: Nebelblüte)
vor 93 Tagen
Hast du schon mal drüber nachgedacht ein eigenes, richtiges Buch zu schreiben? Zum veröffentlichen? Du hast echt Talent!
Fatie &Co (17814)
vor 233 Tagen
Schreib Bitte weiter, ich finde Kürbispfote total süß
Nachtrose (55130)
vor 330 Tagen
O.O Das mit Kürbispfote ist voll creepy O.O
Wie geht es weiter? *neugierigen Blick mach* Gefällt mir sehr!
Pfirsichbl�te (16435)
vor 390 Tagen
Kürbispfote ist richtig sweet😍😍😍Aber was meint sie mit Mäuse fressen Kürbisse?
Selina (85881)
vor 449 Tagen
Das ist: Der Weg der Krieger (hast du ja schon herausgefunden)

Aber diese FF hier werde ich wahrscheinlich auch nochmal überarbeiten und weiter schreiben.
Höhlenstimme (35193)
vor 452 Tagen
An welcher Geschichte schreibst du zur Zeit am Meisten?
sel (03779)
vor 460 Tagen
Stimmt, bei der Original-Staffel sind es ja nur 3 ... ;)
Alija (86782)
vor 590 Tagen
Ich find es etwas übertrieben dass gleich zwei Junge Gaben haben...
Kira (32029)
vor 716 Tagen
Wie kann man denn so viele kapitel schreiben!
So weit komm ich nie.
Großes Kompliment !
:)
Fluegelschlag (64610)
vor 757 Tagen
Cooles neues Kapitel! ^^
Bluetenmeer (14158)
vor 776 Tagen
Hoffe du Schreibst bald weiter!( I love your Ff;)!!)
Tornadopfote (16099)
vor 777 Tagen
Wirklich toll weiter geschrieben! Ich freu mich schon auf die Fortsetzung! :D
Selina (91798)
vor 780 Tagen
So, ich muss jetzt erstmal überlegen, wie ich weiterschreibe. Aber keine Angst, ich lade bald ein neues Kapitel hoch :D
Bluetenmeer (46861)
vor 784 Tagen
Hihi! Ich bin eine Heilerin^ ^! Dankeschöön! Das die Kapitel superduper sind muss ich dir glaub ich nicht mehr sagen;)
Rari (88919)
vor 786 Tagen
Mir gefällt es auch! Ich schaue jeden Tag mindestens *große Zahl* nach ob du was neues hochgeladen hast :)
Selina Sakura (59003)
vor 787 Tagen
Ich bin wieder daha! Und natürlich habe ich weiter geschrieben. Die neuen Kapitel lade ich im laufe des Tages hoch. :)

Schön das es euch so gefällt. Das rührt mich :D
Sonnenglanz (43928)
vor 793 Tagen
(Dabke, Selina! Es ist echt toll geworden und ich freue mich schon total auf die Fortsetzung. (Du schreibst doch weiter?!) Ich finde die Geschichte einfach so berührend. Auch das mit Tornadopfote und Kürbispfot. Schreib weiter! )
Bluetenpfote (36883)
vor 796 Tagen
Danke, danke, danke!! Ein super Kapitel aus meiner Sicht:) Sei immer toll geschrieben! Danke Selina Sakura;D
Rari (05826)
vor 796 Tagen
Wird gemacht ;)
Selina Sakura (01051)
vor 796 Tagen
Allllso. Ich habe mal eine Bitte. Ich habe eine neue FF erstellt, (Warrior Cats - Flüstern der Freiheit) ohne daran zu denken, dass ich ja weg bin. Also wäre es wirklich nett, dass jemand wenn die Geschichte draußen ist und ich immer noch kein Internet habe, dort bescheid sagt. Vielen Dank :D