Ein Engel auf Erden

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6 Kapitel - 6.205 Wörter - Erstellt von: Moon - Aktualisiert am: 2015-05-04 - Entwickelt am: - 1.537 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Aria ist eigentlich ein normales Mädchen. Dachte sie. Doch dann erfährt sie, dass sie für etwas größeres auserwählt wurde. Für etwas, das sie nie in ihrem ganzen Leben erwartet hätte.

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    Beunruhigt sah ich mich um. Es war verrückt von mir gewesen, die Abkürzung durch die düstere Seitenstraße zu nehmen. Innerlich schalte ich mich für meine Dummheit. Äußerlich versuchte ich selbstbewusst zu wirken. Wer weiß, vielleicht sahen mich die düsteren Gestalten dann nicht als Ziel.
    Doch dann kamen sie. Meine größte Furcht: Vor mir standen zwei Männer, die mir den Weg verstellten. Und sie kamen näher. Einer trug eine blaue Maske, aus deren leeren Augenhöhlen eine schwarze Flüssigkeit lief. Ich konnte nicht sagen ob der andere auch eine Maske trug, oder ob sein Gesicht einfach so entstellt war. Er hatte schneeweiße Haut, tiefrote Lippen, in die ein Lächeln gemalt war. Oder geschnitten. Ich hoffte, dass es das Erstere war. Und seine Augen. Nur die Augen, die Lider fehlten. Von irgendwelchen Horrorgestalten gekidnappt zu werden. Oder schlimmer. Irgendwann standen sie direkt vor mir. Ich dachte, dass sie vielleicht gar nicht an mir interessiert waren. Fehlanzeige. Als ich versuchte, mich zwischen ihnen durch zu drängeln, hielt mich der mit der Fratze gewaltsam fest, der andere drückte mir ein weißes Tuch auf Nase und Mund. Es roch süßlich, aber dann wurde alles plötzlich einfach schwarz...

    Als ich wach wurde, hörte ich Stimmen. Eine war ziemlich tief, aber unmenschlich. Und sie klang wütend. „Was habt ihr denn mit ihr gemacht? Sie sollte schon längst aufwachen!“ Eine andere klang eingeschüchtert und gedämpft, aber diese war definitiv auch die eines Mannes oder Jungen. „Wir haben nur das Tuch auf ihr Gesicht gedrückt. Ich weiß auch nicht was los ist Slender!“ Slender? Das sollte wohl ein Scherz sein. Es musste der Spitzname dieses Mannes sein. Weil er so groß ist bestimmt. Zumindest hoffte ich das. „Vielleicht muss man sie einfach wach schütteln...“ hörte ich eine weitere Stimme. Sie war fies und hinterhältig. Und die eines weiteren Mannes. Die bisher drei Stimmen fingen an zu streiten, doch dann bemerkte ich, wie sich eine Bettseite senkte. Anscheinend hat sich jemand neben mich gesetzt. „Du kannst deine Augen öffnen. Ich weiß schon lange, dass du wach bist.“ Ich war über diese einzige Frauenstimme so erschrocken, dass ich blitzartig die Augen aufschlug. Sie war sehr schön, hatte weiße Haut, tiefschwarze Haare und trug schwarzen Lippenstift. Ihre Augen waren geschlossen. „Ich bin Jane...“ Sie machte eine kurze Pause. „Jane the Killer.“ Mit diesen Worten öffnete sie ihre Augen. Augapfel, ebenso wie ihre Iris waren tiefschwarz. Ihre Augen... schwarz! „Slender.“ wandte sie sich plötzlich in den Raum. Ich hoffte wie verrückt, er wäre ein ganz normaler Mann. Und er war normal. Wahrscheinlich für sie. Er war riesig, hatte kein Gesicht und acht Tentakel am Rücken. Wie in diesem Spiel. „Du bist wach Aria. Du bist in unserer Villa- Weil wir dich um einen Gefallen bitten müssen.“ Ich war in einem fremden Haus, mit verrückten Psychopathen. Besser konnte es nicht werden. Moment mal! „Woher kennst du meinen Namen?“ „Wir haben dich beobachtet seit du geboren wurdest. Warte!“ sagte er als ich nach Luft schnappte und aufsprang. Seit meiner Geburt? „Ich werde dir morgen früh alles erklären. Für heute stelle ich dir nur schnell alle anderen vor, danach musst du dich ausruhen.“ Er schmiss mir ein Kleiderbündel auf den Schoß. „Solange du hier bist, musst du leider das tragen. Lauf dann einfach den Gang lang, bis zu großen Holztür am Ende.“ Danach gingen sie alle hinaus. Jane, Slender, der Maskentyp und der Grinsejunge. Ein wenig panisch schaute ich auf das Bündel. Entfaltet entpuppte es sich als einfaches, weißes Kleid, fast als ob es direkt von einem Engel hinunter auf die Erde geworfen wurde. Es stand mir. Doch sobald ich es vollständig angezogen hatte, blitzte plötzlich ein Bild vor meinen Augen auf. Ich sah ein Mädchen mit braunen Haaren, dass mit dem Rücken zu mir stand. Es hatte anscheinend dasselbe Kleid wie ich an. Nur hatte sie Flügel! Doch so schnell wie das Bild gekommen war, genauso schnell verschwand es wieder. Ich schüttelte kurz meinen Kopf und öffnete die Tür. Ein langer Gang mit vielen Holztüren. Doch die Tür am Ende des Ganges war weitaus größer und schöner als die anderen. Von der anderen Seite konnte ich Stimmen vernehmen. Sie wollen mir nichts tun! redete ich mir ein, dann öffnete ich die Tür und trat hinein.

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    Es musste das Wohnzimmer sein. Es war ein riesiger Raum mit vielen Sofas, einigen Sesseln, und einem großen Kamin, vor dem ein Hund schlummerte. Jeder Sitzplatz war besetzt, außer einer, direkt neben Jane. Alle Augen waren auf mich gerichtet, als ich mich auf diesen Platz zubewegte.
    „Nun Aria, wir machen es am Besten kurz. Jane kennst du ja bereits. Der Junge mit der Maske, der dich hergebracht hat, ist Eyeless Jack. Der andere wird Jeff the Killer genannt. „„Seid ihr-“ flüsterte ich Jane neben mir zu. „NEIN!“ zischte sie zurück, sichtlich genervt. „Der Hund am Kamin ist sein Hund, Smile Dog.“ Der Angesprochene hob kurz seinen Kopf, um den Grund für seinen Namen zu verdeutlichen. Seine Schnauze war zu einem seltsamen Grinsen verzogen. „Der putzige kleine Junge, der nicht von seinem Laptop wegkommt, ist BEN drowned und das putzige kleine Mädchen, das nicht von ihren Puppen wegkommt, Sally.“ Jeden Einschub betonte er mit einer gespielt strengen Stimme. Beide waren noch Kinder, der Junge trug eine grüne Tunika und einen grünen Zipfelmütze, das Mädchen ein rosa Kleidchen. Nur troffen beide nur geradezu vor Blut. Dem Jungen lief das Blut aus den schwarzen Augen, mit roter Iris. Dem Mädchen lief das Blut aus einer riesigen Platzwunde am Kopf. Wollte ihnen denn keiner helfen? „Warum habt ihr ihre Wunden nicht verbunden?“ Jane wandte ihren Kopf mit einem Lächeln zu mir. „Weil es nicht nötig ist. Beide sind schon tot. Außerdem würden ihre Wunden auf ewig weiterbluten.“ Ich schluckte. Tot? Das war unmöglich! Aber genau das, was ich mich immer gefragt habe. Verschwinden wir wirklich nach unserem Tod von dieser Welt? „Jedenfalls..“ fuhr Slender fort. „Der Junge mit dem gelben Hoodie ist Hoodie und-“ Ich unterbrach ihn. „Der Junge mit der Maske Masky?“ Verblüffte Blicke von allen Seiten. „Wenn er mit dem Hoodie“ Ich zeigte auf ihn „Nach seinem Kleidungsstück benannt ist, dann wird er es ja wohl auch sein. Schließlich scheinen sie irgendwie zusammen zugehören.“ „Tatsächlich sind beide mein Proxys. Ebenso wie der Junge vor dem Kamin, Toby.“ Der Angesprochene drehte sich um und plötzlich ging ein Zucken durch seinen Körper. Sein Mund war von einem Schal verhüllt und er trug eine Sonnenbrille. Außerdem polierte er gerade eine Axt. Sehr vertrauenserweckend. Dann hörte ich plötzlich ein schrilles Lachen und ich wurde im Kreis durch die Luft geschleudert. Voller Panik schrie ich aus voller Lunge, bis ich wieder abgesetzt wurde. „Hallo kleines Mädchen, Ich bin Laughing Jack, magst du Süßigkeiten? Ich hab ganz viele in meinem Zimmer!“ Unwillkürlich tauchte in meinem Kopf ein Bild von einem Bär auf. Ja, von diesem Bär. Zudem sah er wie ein Clown aus. Ich hasste Clowns. Vorsichtig und kleine Schritte machend, wich ich zurück. „LJ!“ zischte Slender. Anscheinend passierte so was häufiger. „Aria. Wir haben noch mehr „Mitglieder“, aber nicht alle wohnen hier. Allgemein sind wir bekannt als „Creepypastas“.“ Creepypastas... Ich hab davon schon mal was gehört. Meine beste Freundin hat mir erzählt, das wäre eine Website mit Grusel- und Horrorgeschichten. Ausgedachten Geschichten. Ich sah wahrscheinlich in diesem Moment ungefähr so aus: (._________.). Jedenfalls fing nun Jane an zu reden. „Da wir momentan die einzigen ungefähr gleichaltrigen Mädchen sind, teilen wir uns ein Zimmer.“ Ohne meine Reaktion abzuwarten nahm sie meine Hand und zog mich eine Treppe hoch. Im Zimmer packte sie mich an den Schultern und sagte mit ziemlich ernster Stimme: „Ich sage es dir nur einmal. Geh nachts nicht aus dem Zimmer. Gib keine Geräusche von dir. Schließ die Tür immer ab, auch wenn ich nicht da bin. Öffne nicht die Tür, auch wenn gesagt wird, dass ich es bin. Hast du mich verstanden?“ „Ja, aber warum-“ „Du bist neu, du bist also noch nicht sicher.“ Nicht sicher... Ich würde mich also daran halten müssen wenn ich überleben wollte. Seufzend sah ich mir das Zimmer an. Es sah meinem eigenen ziemlich ähnlich. Nur war alles in schwarz gehalten. Aber das kannte ich schon von meiner Schwester. Beim Gedanken an meine Familie durchzuckte mich ein Schmerz in der Brust. Würde ich sie jemals wiedersehen? Jane kam mir entgegen und streckte vorsichtig die Arme aus. Zögernd, aber dennoch sicher zog sie mich an sich. „Vergiss sie.“ flüsterte sie. „Es ist nun alles zu spät. Du bist nun eine von uns. Vergiss das niemals.“ Schluchzend stieß ich sie weg, doch ich wusste, dass sie Recht hatte. Ich wahrte nun ihr Geheimnis. Mit meinem Leben. Die Tränen rannen über mein Gesicht, bis ich schließlich bemerkte, dass Jane das Zimmer verlassen hatte. Vorsichtig drehte ich den Schlüssel im Schloss, und ließ mich dann in das unberührte Bett fallen. In meinem Kopf spielten sich immer wieder die gleichen Szenen ab. Meine Geburtstage. Die Geburt meiner Schwester. Mein erstes Haustier. Meine Freunde. Die High School. Die Gesichter meiner Eltern. Aber auch Szenen, die nicht hineinpassten. Eine Gestalt, die weinend auf einer Wolke sitzt. Ein Engel, der hämisch schaut und lacht. Es passte nicht. ES PASSTE NICHT IN DIE SCHÖNEN ERINNERUNGEN!

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    Schreiend wachte ich auf. Ich musste eingeschlafen sein. Jane war nicht im Zimmer, doch durch die Lücken im Vorhang strahlte Licht. Es musste Morgen sein. Ein Klopfen an der Tür. Ich überlegte. Jane meinte, ich solle die Tür nicht öffnen. Aber nun war Morgen und... „Ich bin es, Sally.“ hörte ich eine zarte Mädchenstimme. Sie würde mir nichts tun. Nicht sie. Zaghaft drehte ich den Schlüssel, dann die Tür. „Slender hat gesagt, ich soll dich zum Frühstück holen.“ Dann zog sie mich auch schon an der Hand die Treppen hinunter, in einen anderen riesigen Raum. Das Esszimmer. Alle saßen schon an ihrem Platz, nur neben Slender und neben BEN waren noch zwei Plätze frei.
    Da Sally sich neben BEN setzte, nahm ich den Platz neben Slender ein. Auf dem Teller, der vor mir stand, lagen zwei Spiegeleier und ein Würstchen. Zu einem Smiley drapiert. „Das hab ich gemacht. Gefällt es dir?“ strahlte Sally. „Es ist süß, nur... Ich esse kein Fleisch.“ Slender donnerte eine Faust auf den Tisch und fixierte Eyeless Jack. „WIE KONNTE EUCH DAS IN ALL DEN JAHREN ENTGEHEN?“ schrie er quer über den Tisch. Eyeless Jack versuchte zu erklären. Ach ja, sie hatten mich ja beobachtet. Ich versuchte die Stimmung zu verbessern, und versuchte zu erklären. „Ich bin erst seit ein paar Monaten Vegetarierin.“ Das war gelogen. Seit ich denken kann esse ich kein Fleisch. „Er kann also nichts dafür. Außerdem weiß das keiner. Nicht mal-“ Ich stockte. Wieder meine Familie... Doch dieser Gedanke verblasste sofort, als sich ein Tentakel auf meine Schulter legte. „Du spielst eine größere Rolle als du denkst. Aber nicht als Mensch mit einer Familie.“ Ich nickte, schnitt ein Stück Spiegelei ab, und kaute nachdenklich. „Wann sagst du mir, was ich tun soll?“ fragte ich an Slender gerichtet. „Heute Nachmittag. Allerdings erfährst du es selber.“ damit wandte er sich wieder seinem Essen zu. „Spielst du dann mit BEN und mir? Biiiiiiiiitteeeee!“ quengelte Sally. Was sollte man denn mit zwei kleinen, toten Kindern spielen? „Ähm, na gut.“ murmelte ich. Alle musterten mich, fast argwöhnisch. Was konnten sie nur von mir wollen? Ich verstand die Welt nicht mehr. An einem Tag sitzt du gelangweilt in der Schule, und an einem anderen wohnst du mit Psychogestalten in einer alten Villa. „Komm jetzt Aria!“ rief Sally mir entgegen. Ich war so in Gedanken vertieft, dass ich nicht bemerkt hatte wie alle gingen. Leicht abwesend lief ich Sally hinterher, BEN war nicht zu sehen. „Magst du Videospiele?“ Er hatte mich dermaßen mit seiner Frage erschreckt, dass ich zusammenzuckte. Er war die ganze Zeit über neben mir gelaufen. „Eigentlich schon. Ich bin ganz gut in Fantasyspielen, nur in Shootern treffe ich nie.“ Oh Gott, hatte ich gerade tatsächlich vor einem kleinen Kind von Ego-Shootern geredet? „Ich kann dir helfen. Eigentlich treff ich fast alles.“ „BEN, wie alt bist-“ „Kommt jetzt endlich!“ schrie Sally vom Ende des Gangs. Sie stand schon vor der Wohnzimmertür und trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Wir verzogen uns in eine Technik-Ecke, die ich am ersten Abend einfach nicht bemerkt hatte. Viele Stunden spielten wir Wii, PSP, Playstation und Nintendo. Und es machte mir Spaß. Trotz der seltsamen Situation. Wir ließen sogar das Mittagessen ausfallen. Aber nach einer Weile kam Slender und zog mich beiseite. „Du wolltest doch wissen, was wir wollen.“ Ich nickte und folgte ihm. Wir gingen in eine Bibliothek, und Slender suchte in einem Regal nach einem Buch. Die Aufschrift auf dem Regal war „Götter“.

    Doch was hatte das mit mir zu tun? „Hier.“ Er drückte mir ein dickes Buch in die Hand. „Darin stehen die Einzelheiten. Du musst es wirklich lesen. Vorher werde ich es dir aber erklären.“ Er setze sich auf ein Sofa und wartete, bis ich mich auch gesetzt hatte. „Du musst wissen, die Creepypastas haben einen neuen, gemeinsamen Feind bekommen. Something Worse.“ Ich kicherte. Das war der bescheuertste Name, den ich je gehört hatte. „ARIA!“ dröhnte er und sofort war ich still. „Er ist der Urgott dieser Welt, bei den Menschen auch bekannt als Deus ex machina. Er war der Gegner unseres Urahnen. Während ihres Kampfes stellte sich ein Jugendlicher zwischen sie. Something übernahm seinen Körper und besiegte unseren Urahnen. Mit seinem neuen Körper sammelt er nun Kraft um wieder seinen ursprünglichen Körper zurückzugewinnen. Sein Ziel ist die vollständige Zerstörung aller Menschen und Creepypastas.“ „Wieso sollte er so etwas wollen?“ „Nun, damit kommen wir zu dir. Bevor Something versuchte alles Leben auszulöschen, war er nur ein normaler Gott, wie sich die Menschen ihn vorstellen. Er lebte mit seinen „Engeln“ in einer, sagen wir in einer anderen Dimension. Er hatte einen seiner Engel zu seiner Gefährtin auserkoren. Doch ein anderer Engel war eifersüchtig. Sie erzählte ihm, dass sie ihn mit dem Urahn der Creepypastas betrügen würde, und eigentlich eine Intrige mit dem Urahn planen würde. Vor Enttäuschung gepeinigt verbannte er seine Gefährtin auf diese Erde und wollte den Urahnen, der seine Geliebte in Versuchung geführt hatte, ebenso wie diese Welt, in der er wandelte, vernichten. Wie gesagt schaffte er es aber nicht gänzlich und wandelt seitdem auf dieser Erde um seine Kräfte zurück zu erlangen. Auch seine Gefährtin wandelt seitdem auf dieser Erde.“ Ich war immer noch verwirrt. Ich sah einfach keinen Zusammenhang. „Und was hat das mit mi-“ Und dann durchfuhr es mich, wie ein Blitz. „Ich bin seine Gefährtin?“ flüsterte ich. „Ja. In diesem Buch steht alles über den Deus ex machina, und auch über seine Gefährtin, dich. Lies es, und du wirst verstehen. Erst dann kann ich dir unsere Bitte vortragen.“ Ich nickte, vollkommen überwältigt und ging auf mein Zimmer. Ich begann zu lesen. Und war gefesselt. All das, was da stand erklärte alles. Ich ließ das Abendessen ausfallen und las bis spät in die Nacht. Irgendwann kam Jane ins Zimmer. „Alles in Ordnung? Du warst nicht beim Essen. Was liest du denn da?“ In den eineinhalb Tagen, die ich hier war, vertraute ich ihr bereits vollkommen. Und sie würde es sowieso erfahren, wenn sie es nicht sogar schon wusste. „Anscheinend war ich damals die Gefährtin des Deus ex machina. Die Beschreibung in diesem Buch passt perfekt auf mich. Künstlerisch begabt, eine außergewöhnlich schöne Stimme, die schöner als alle anderen ist, Haarfarbe, Augenfarbe. Sogar die Form des Muttermals stimmt. Und die Bilder die ich immer gesehen habe, waren aus meinem damaligen Leben!“ Jane sah mich mitleidig an. „Wenn du unsere Bitte hörst, wirst du nicht mehr glücklich sein. Und jetzt schlaf.“ meinte sie, zog mir das Buch aus den Händen und legte es offen auf den Nachttisch. Eine kurze Zeit lag ich noch wach, doch dann gewann meine Müdigkeit und ich schlief ein.

    „Es ist unerhört, worum ich dich bitte, doch erhöre mich.“ „Mein Herr, ich würde alles für euch tun, das ist euch hoffentlich gewiss.“ „Dann bitte ich dich, werd meine Gefährtin!“

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    Erschrocken schoss ich in die Höhe. Es war der realste Traum den ich bisher hatte. Ich blinzelte. Kein Licht war durch die Vorhänge zu sehen. Vorsichtig tappte ich zum Fenster und zog die Vorhänge beiseite. Alles war dunkel, nur das Mondlicht erhellte ein wenig die Umgebung. Ich war hellwach und viel zu aufgeregt. Also beschloss ich hinaus zu gehen. Auch wenn Jane es mir verboten hatte. Ich schlüpfte in das weiße Kleid und lief barfuß die Gänge entlang, zum Tor. Es war warm dafür, dass Herbst war. Vorsichtig schlüpfte ich durch die Hecke zur anderen Seite. Das Tor wäre zu laut gewesen. Als ich durch die Wälder streifte, wurde mir plötzlich eines bewusst: Ich war nicht die, für die ich mich immer gehalten habe. Dann knackte plötzlich ein Ast, und voller Panik versteckte ich mich hinter einem Baum. Ein Junge kam an meinem Baum vorbei, kaum älter als 19. Er hatte schwarzes Haar, und tiefschwarze Augenringe. Anscheinend konnte er auch nicht besonders gut schlafen. „Ich weiß, dass du hinter dem Baum stehst, komm raus.“ Ich zuckte. Wie naiv ich gewesen war! Aber wie konnte er wissen, dass ich da stand? Zaghaft trat ich in das fahle Mondlicht und faltete die Hände vor meinem Körper. Ein Windhauch wehte meine Haare und mein Kleid sacht nach links. „Was willst du hier?“ Seine Stimme klang wütend, doch ich meinte ein klein wenig Überraschung zu hören. Mein Herz klopfte wie wild. Erst einen Moment später bemerkte ich, dass es nicht vor Panik klopfte. Es schlug wegen Verlegenheit und Liebe. Es war als ob ich ihn kennen würde, doch gesehen habe ich ihn noch nie. „Ich gehe spazieren. Ich liebe das Mondlicht, und die Tiere kann man Nachts auch besser beobachten.“ Er beobachtete mich argwöhnisch, öffnete seinen Mund, als wolle er antworten, sagte jedoch nichts. Beim zweiten Anlauf kam eine weitere Frage über seine Lippen. „Wie heißt du?“ Mein Blick, den ich gesenkt hatte, traf den seinen, als ich verblüfft in seine Augen schaute. Sie waren dunkel, schienen aber irgendwie violett zu glitzern. „Aria.“ Seine Augen weiteten sich, er kam näher, platzierte seine Hand unter meinem Kinn und hob meinen Kopf an. Ich erstarrte ganz leicht, entspannte mich aber fast sofort. So wohl fühlte ich mich in seiner, mir bisher fremden, Gegenwart. Er musterte mich, wie man jemanden mustert, den man zu kennen scheint, aber keinen Namen oder Ort zuordnen kann. Doch so schnell wie wir uns getroffen haben, so schnell war er plötzlich wieder verschwunden. Er war einfach weg. Meine Knie zitterten, mein Atem flog hastig und mein Herz schlug so schnell, als ob es ihm hinterher wollte. Noch nie habe ich mich jemanden sofort verbunden gefühlt. Er war der erste. Obwohl ich nie an Liebe auf den ersten Blick glaubte, so war es mir dennoch geschehen. Mit schlaffen Beinen wankte ich zurück zur Villa, legte mich zurück in mein Bett und verfiel in einen scheinbar traumlosen Schlaf.

    Eine zarte Berührung an meinem Gesicht weckte mich. Eine Hand legte sich an meine Wange und eine Körperwärme näherte sich meinem Gesicht. Voller Panik schlug ich blind mit meiner Faust auf meinen Gegenüber. Ein kurzer Schrei, gefolgt von Flüchen ertönte. Blitzartig öffnete ich meine Augen, und sah Jeff, wie er sich die Nase hielt. Blut tropfte auf den Boden. Ich hatte ihm wohl mit voller Wucht gegen die Nase geschlagen. Er kam jetzt zornig auf mich zu, aber Jeff's Schrei blieb nicht unbemerkt. Eyeless Jack zog Jeff mit Gewalt an der Kapuze aus dem Zimmer. Nachdem ich meinen Schreck überwunden und mich angezogen hatte, ging ich hinunter ins Esszimmer. Wieder starrten mich alle an, einige ein Kichern unterdrückend, andere mich bewundernd ansehend. Nur Slender schien weder überrascht, noch schadenfroh oder bewundernd. Er schien wütend, geradezu rasend. Wusste er, dass ich draußen war? Mit zitterten Knien setzte ich mich und starrte auf meinen Platz. „Wir müssen uns dann mal unterhalten Aria.“ dröhnte seine Stimme. Und dann fügte er noch lauter hinzu: „Das hat Jeff bestimmt gut getan.“ Ich wollte lächeln aber... es ging nicht. Zu viel ging in meinem Kopf herum. Ich würgte ein paar Bissen meines Frühstücks runter, und bat dann, aufstehen zu dürfen. Ich wollte einfach nur ins Bett. Ich verkroch mich unter meiner Decke, immer noch das Bild dieses Jungen vor den Augen. Eine Hand legte sich auf meinen Kopf, und ich zog die Decke vorsichtig runter. Slender saß auf der Bettkante. Er hatte sich wohl herein teleportiert.
    „Aria. Du weißt, dass ich es weiß. Es ist gefährlich für dich nachts raus zu gehen. Wenn dir etwas passieren würde...“ Er stockte, nach Worten suchend, doch ich vervollständigte seinen Satz. „Dann wären alle zum Tode verurteilt. Ich weiß.“ Ich seufzte. Dann würde ich auch diesen Jungen nicht wiedersehen. Doch ich hatte meine Träume, und das musste mir vorerst reichen. „Willst du nicht wissen, wie dein Gegner aussieht? Du musst ihn erkennen, wenn du ihn siehst.“ Er nahm das Buch, das immer noch auf meinem Nachttisch lag, und blätterte herum, bis er auf einer illustrierten Doppelseite verweilte. Wortlos schob er mir es hin. Da war zum einen ich, in meiner wahren Gestalt. Und er, mein Liebster. Obwohl ich ihn in diesem Körper nie gesehen habe, erinnerte ich mich dennoch an seine Gestalt. Das schwarze Haar, die violetten Augen, die alles zu wissen schienen. „So müsstest du ihn noch tief im Inneren kennen. So sieht er heute aus,“ Er reichte mir ein Bild, eine farbige Zeichnung und teleportierte sich aus dem Zimmer. Als ich das Bild ansah musste ich einen Schrei unterdrücken. Der Junge auf dem Bild... Es war der Junge aus dem Wald. Deshalb habe ich mich verbunden gefühlt. Er ist mein Gefährte!
    Ich starrte eine ganze Weile auf das Bild, nicht begreifend, dass ich meinen Liebsten getroffen habe, und ihn dennoch nicht erkannt habe. Irgendwann verschwamm meine Sicht und etwas warmes lief über meine Wangen. Ich weinte. Ich weinte, weil ich wusste, dass alles nie mehr sein wird wie früher. Weil ich meinen Liebsten im schlimmsten Fall töten müsste. Weil mein Leben vorbei ist. Zumindest das, welches ich kannte. Meine Augen schlossen sich von selbst, und meine Gedanken wanderten wieder zu ihm, zu Something, nein, zu Deus...

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    „Es ist eine Ehre dies von euch zu hören, Herr.“ „Es soll keine Ehre sein. Ich möchte, dass du nur zusagst, wenn du eben solche Gefühle für mich hast. Es ist nicht deine Pflicht, Aria.“ „ Mein Herr, seid ihr mich zu einem eurer Engel auserkoren hat, so habe ich stets anders gefühlt, als eure anderen Engel. Ich liebe euch Herr, und auch wenn ihr in mir nur einen Vorteil seht und ihr mich hintergehen würdet, so würde ich dennoch zu euch stehen und meine Gefühle für euch würden sich auch nicht ändern. Ich würde euch auch niemals hintergehen. Dies ist das Einzige, das ich euch geben kann.“ „Aria, meine Liebste, du brauchst mir nichts geben. Allein, dass du bei mir bist, genügt mir.“

    Mit einem Lächeln öffnete ich meine Augen. Jeder Traum offenbarte mir mehr, aber mit jedem Traum fragte ich mich auch, wie Deus von einem ehrlichen, gerechten Gott, zu Something, einem grausamen Todesengel werden konnte. Mein Blick streifte Jane, wie sie noch seelenruhig in ihrem Bett schlief. Einen Blick durch die Vorhänge werfend, sah ich, wie sich die Sonne langsam in den Himmel erhob. Trotz dessen, dass ich die Nacht liebte, so liebte ich dennoch die Übergänge zwischen Nacht und Tag, Tag und Nacht. Ich erhob, leise um Jane nicht zu wecken, und schlich ins Wohnzimmer. Blinzelnd ließ ich mich direkt vor dem Kamin nieder, in dem Glauben eine Gestalt weghuschen gesehen zu haben. Ich war immer noch ein wenig schläfrig, doch ich wollte nicht schlafen. Doch der Schlafentzug von vorletzter Nacht machte mir immer noch zu schaffen. Immer wieder schlossen sich meine Augen, immer wieder zuckte ich hoch, um mich wachzuhalten. Doch nach einer Weile blieben meine Augen zu, und auch mein Bewusstsein schaltete ab.

    „Er hat dich zu seiner Gefährtin auserkoren? Eine schlechte Wahl. Was hast du denn bitteschön schon, was wir nicht haben?“ „Miu, ich höre deine Eifersucht. Ich höre, wie dein Herz zerbricht. Doch ich habe ihn nicht beeinflusst. Sein Herz hat gewählt, und es hat mich ausgewählt. Lass die Gefühle von Wut und Eifersucht fort, hier herrscht Einklang und Freude, wir sollten glücklich sein, hier sein zu dürfen.“ „Halt ja deinen Mund! Du hast keine Ahnung! Ich werde mich rächen!“

    „Ich hab sie gefunden, sie war im Wohnzimmer.“ flüsterte jemand. Verschlafen öffnete ich meine Augen und fand mich in den Armen von Eyeless Jack wieder, der versuchte eine weinende Jane zu beruhigen. „Danke Eyeless Jack...“ murmelte ich. Ich hörte ein leises, tiefes Kichern und er meinte nur noch: „Nenn mich einfach EJ.“ Dann war ich wieder eingeschlafen. Als ich aufwachte lag ich in meinem Bett. Ich zerbrach mir den Kopf, wie ich hier her gekommen war, bis es mir wieder einfiel. „EJ!“ rief ich dankbar. Durch ein leises Schnaufen bemerkte ich, dass ich nicht allein war. Auf
    Jane's Bett saß eine dunkle Gestalt. Eine männliche Gestalt. „Jeff, du weißt was beim letzten Mal passiert ist!“ sagte ich ruhig, um meine Aufregung zu verstecken. Vielleicht würde ich gar nicht durch Something sterben, sondern durch Jeff! „Aria... Liebste.“ Ich erstarrte, noch mitten im Aufstehen. „Something... Deus.“ flüsterte ich. Wie war er hier rein gekommen? Und noch wichtiger, was wollte er? „Eigentlich hast du dich nicht verändert.“ meinte er, stand auf und schlenderte auf mich zu. „Du bist immer noch die Verräterin, die mein Herz gebrochen hat. Warum quälst du mich jetzt in dieser Welt?“ Er stand nun vor mir, eine Hand an meiner Wange, die andere an seinem Kopf. Unfähig auch nur ein einziges Wort hinaus zu bringen, stand ich da und starrte in seine Augen. Sie schauten boshaft, doch dahinter konnte ich geradezu eine Wand aus Schmerz und Verzweiflung sehen. Doch warum unterdrückt er sie nur? „Ich habe mich gerächt, doch es schmerzt immer noch. Warum zur Hölle quält es mich noch immer?“ Er starrte mich an, nahm seine Hand von meiner Wange, und war wieder der, der er nun war. Something Worse. Kalt, gefühllos, grausam. „Beim finalen Kampf werden wir auf verschiedenen Seiten stehen. Und ich werde keine Gnade zeigen. Gnade ist menschlich.“ schnaubte er. „Wenn ich die Menschen und Creepypastas, und alle anderen Lebewesen dadurch retten kann... Dann würde ich mein Leben dafür geben... Deus.“ flüsterte ich. Er war schon halb aus dem Fenster, mit einem Bein schon auf der äußeren Fensterbank, als er seinen Kopf ein letztes Mal zu mir wandte. „Du hast dich wirklich nicht verändert... Aria.“ Damit verschwand er, sprang, und im nächsten Moment war er fort. Ich ließ mich einfach zu Boden knallen, weinte, schluchzte. Warum tat mir das so weh? Warum waren meine Gefühle für ihn nicht einfach verschwunden? Ich weinte solange, bis sie alle ins Zimmer gestürmt kamen. BEN, Jane, Jeff, EJ, LJ, Sally, Smile, Slender. Alle starrten sie geschockt mich an, nur Slender starrte auf das offene Fenster, und offenbarte ihnen was geschehen ist. „Er war hier.“ Sofort richteten sich ihre Blicke auf Slender, fast so, als ob sie verstehen würden, was das bedeutet. „Bringt sie in Sicherheit. Morgen werden wir uns ihm entgegen stellen. Bis dahin weicht ihr nicht von ihrer Seite.“ Jemand nahm mich hoch, wie ein kleines Kind, und sie alle brachten mich in den Keller. Es gab keine Fenster, und scheinbar auch keine Tür. Wir waren gefangen. Noch immer schluchzte ich, doch inzwischen waren meine Tränen versiegt. Ich kauerte nur noch in der Ecke, die Arme um meine Knie gelegt, wie in einem Horrorfilm. Irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit hockte sich Slender vor mich. „Wirst du morgen mit uns kämpfen?“ Auch wenn es mir das Herz brechen würde, ich konnte Deus nicht leben lassen, wenn das bedeutete, dass alle anderen Lebewesen sterben müssten. Ich nickte. Schon immer wusste ich, wann es Zeit war meine Gefühle hinter etwas anderes zu stellen. Und dies war der Moment. Das Leben aller war wichtiger als meine Gefühle. Also würde ich kämpfen. Eine Weile schlummerte ich nur, doch schließlich schlief ich ein.
    „Aria, ich kann nicht glauben, dass du das getan hast!“ „Was meint ihr Herr? Ich verstehe ni-“ „Tu nicht so! Mir wurde alles berichtet! Du hintergehst mich mit dem Urahnen, und schmiedest einen Plan, um mich loszuwerden! DAS also ist deine Liebe und Zuneigung?“ „Herr, das stimmt nicht, das ist eine Lüge! Ich würde nie-“ „Schweig! Keiner meiner Engel würde lügen. Keiner, außer dir anscheinend! Hiermit verbanne ich dich aus meinem Reich... für IMMER!“

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    Mit einem Schrei schreckte ich hoch. So wurde ich also verbannt? Plötzlich legte sich eine Hand auf meine Wange. Jane. „Alles in Ordnung?“ „Ich muss euch was erzählen.“ sagte ich laut und fing an zu reden. Über meine Träume, die Ereignisse, mein vorheriges Leben. Und sie alle waren sich einig, dass ich nie jemanden hintergehen würde. „Davon steht auch nichts in unserer Historie.“ sagte Slender. „Somit wurde Something belogen, damit du verschwindest.“ War es diese Miu? Sie war unglaublich eifersüchtig, und hat Rache geschworen. Ist sie so weit gegangen?
    „Aria.“ Slender wandte sich mir zu. „Du warst der reinste Engel, den Something hatte. Doch nun sind ganze Städte zerstört. Innerhalb weniger Tage wird die Welt vernichtet sein. Momentan befindet er sich in L.A. Wir werden bald aufbrechen. Wir müssen dem allen ein Ende bereiten!“ Ich nickte. Auch wenn es schmerzte- Ich konnte ihn nicht die Welt zerstören lassen!

    Innerhalb weniger Sekunden waren wir in L.A. Und es war grauenvoll: Die Straßen waren aufgeplatzt, Gebäude zerstört, und in all dem Chaos lagen tote Menschen. Nur Tote. Something hingegen schwebte in der Luft und betrachtete anscheinend sein Werk. Doch er bemerkte uns dennoch. Grinsend sah er auf unsere kleine Gruppe hinab. „Seht, was schon alles vollbracht ist! Ratet mal, in wie vielen Städten es genauso aussieht!“ lachte er und schoss einen violetten Lichtblitz auf uns. Gerade so konnten die meisten ausweichen, doch ein paar blieben verletzt am Boden liegen. „Es wird euch nichts nützen! Ihr seid kleine Käfer im Gegensatz zu mir. Und Käfer...werden zertrampelt!“ schrie er und schoss nun mehrere Lichtblitze auf uns. Wieder blieben einige von uns am Boden liegen, noch mehr, als beim vorherigen Mal. Auf einmal wurde mir schwummrig, und alles was ich sah, war ein heller Lichtschein, ganz anders als das Licht von Something. Es war warm und weich, und alle Zweifel waren fort. Ich wusste nur noch eines: Ich musste diese Welt, und vor allem Deus' Seele retten! Ein Prickeln lief über meinen Rücken, und ein kurzer starker Wind schien von mir auszugehen. Als ich die Augen öffnete, fühlte ich mich anders. Besser, reiner. Doch alle Augen waren auf mich gerichtet. Unter Stottern brachte Sally hervor: „D-du h-hast F-Flügel!“ Und tatsächlich. Wenn ich meinen Kopf genügend zur Seite drehte, sah auch ich die schneeweißen Flügel auf meinem Rücken. Selbst Something starrte mich an. Doch dann schloss er seine Augen und schüttelte seinen Kopf hin und her. „WARUM QUÄLST DU MICH SO?“ schrie er, die Hände auf mich gerichtet, ebenso wie sein Blick, der seinen inneren Konflikt zeigte. „WARUM HAST DU MICH BETROGEN? WARUM? WARUM?“ Immer wieder schrie er diese Worte, jedes Mal wurde die schwarze Aura, die ihn umgab, größer, und jedes Mal fühlte ich, wie seine Kräfte wuchsen. Doch seine volle Kraft, die er als Gott gehabt hat, sie hat er noch nicht zurück erlangt. Er hob erneut seine Hände, formte einen weiteren, noch größeren Lichtblitz und deutete auf mich. Ich schloss meine Augen, im Glauben, dass nun alles vorbei sei, doch es geschah nichts. Ich sah, wie sich das Glühen in seinen Händen auflöste, und er entgeistert auf seine Handflächen starrte. „Ich kann sie nicht töten. Warum kann ich sie nicht töten?“ rief er verwirrt, wütend. Und da begriff ich endlich. Egal wie sehr er der alles hassende Something Worse war- Der Deus ex machina, jener Gott der mich zu seiner Gefährtin auserkoren hat, lebt immer noch in ihm. Und dessen Gefühle haben sich auch nicht verändert. Ebenso wenig wie meine. „Deus! Ich liebe dich! Auch wenn du glaubst ich hätte dich hintergangen- Das habe ich nicht! Ich könnte niemals die Liebe meines Lebens hintergehen. Ich habe es euch damals versprochen Herr! Ich würde auch als Hintergangene noch zu euch stehen! Aber bitte befreit euch von Hass und Schmerz! Werdet wieder zu dem wahren Gott, den ich liebe!“ schrie ich, lief auf ihn zu und wieder liefen mir Tränen über die Wangen. Er sah zu mir, wand sich, als würde er innerlich mit sich kämpfen, und das schwarze Licht, das ihn umgab wurde heller, immer heller, bis ich mir die Augen verdecken musste. Doch als das Schwarz im Licht gänzlich verschwand und einem warmen violett wich, sah ich ihn wieder. Den wahren Deus ex Machina, meinen Gefährten. Sein Blick war weich, aber dennoch voller Reue. „Aria... Verzeih mir. Ich hätte es wissen müssen. Du bist zu rein, als das du jemanden betrügen könntest. Ich liebe dich noch immer. Und wenn du mir verzeihen kannst, Liebste, dann bitte ich dich: Werde wieder meine Gefährtin!“Ich nickte mit Tränen in den Augen und lief auf ihn zu. Dann wandte er sich an Slender, der uns misstrauisch beobachtete. „Ich hoffe ihr könnt mir eines Tages verzeihen. Die Eifersucht hat mich rasend gemacht, und mich vergessen lassen, was wirklich wichtig ist.“ Er legte einen Arm um mich und sah mir in die Augen, dann wieder zu Slender. „Ich werde diese Welt wieder herstellen. Auch alle Kreaturen und Menschen werden wieder existieren. Es ist, als hätte ich diese Welt nie betreten.“ Dann wandte er sich wieder mir zu. „Aria.“ Ich nickte, löste mich aber aus seiner Umarmung und blickte ihn an. Aber ich nahm nicht seine Hand die er mir hinhielt, stattdessen kehrte ich ihm den Rücken und ging auf Slender zu. „Ich danke euch. Ohne euch, wäre ich nicht wieder ich selbst geworden. Ohne euch, wäre seine Seele auf alle Zeit verdorben gewesen. Ohne euch hätte ich meine wahre Bestimmung vergessen. Ich danke euch von Herzen. Lebt wohl.“ Ich drehte mich um, lief auf Deus zu und sah ihn an. Es würde für uns eine lange Zeit dauern, die Welt wieder zu heilen, doch diese Welt brauchte es im Augenblick. Doch... Wir sind ewig. Es bräuchte nur einen kurzen Moment...

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Swity ( 7.113 )
Abgeschickt vor 528 Tagen
Sehr fesselnt. Bitte mehr schreiben.
Es ist so gut. So soll ware liebe sein.
;-)
Paula991 ( 40.60 )
Abgeschickt vor 573 Tagen
Dein Schreibstil ist echt gut!! ich war total gefesselt.
Weiter so!
Moon ( )
Abgeschickt vor 609 Tagen
@xXCupcake-CultXx

Ähm, es tut mir leid wenn der Inhalt kopiert rüberkommt. Ich bin ein großer Fan von dir xXCupcake-CultXx und deinen Tests, und ich lasse mich auch gerne von anderen FF, Test, usw. inspirieren, kopiere aber eigentlich nie was. Ich kann es jetzt nciht so genau sagen, vielleicht hab ich nen Tag vorher iwie den TEst gemacht, und naja... ICh realisiere es dann manchmal nicht mehr als andere wieder ^^

Zu Ben... ich weiß nicht mehr genau wieso, aber irgendwie schien es mir das Richtige zu sein. Aber ich wäre wirklich interessiert an Argumenten die das widerlegen ^^

@ Lady_Siren
Eigentlich haben die Creepypastas nur etwas damit zu tun, dass sie überhaupt der GRund sind, wieso ihr das alles passiert. Außerdem wäre es etwas seltsam gekommen wenn sie nur mit Something in Kontakt kommt und die anderen Creeps vollkommen außen vor gelassen werden.

Es soll ja auch nicht creepy sein. Es ist ausschließlich eine Liebes FF^
Pine ( 3.174 )
Abgeschickt vor 618 Tagen
Keine CP meiner Meinung nach aber eine sehr gute Geschichte:-)
Lady_Siren ( 66.91 )
Abgeschickt vor 625 Tagen
Also... äh... An sich ist es ja ganz gut, aber was haben die Creeps mit der Geschichte zu tun? Sie erscheinen irgendwie nur am Rand und sonst ist da auch nur wenig creepy.
Als eigene Geschichte wäre es sicher richtig gut geworden.
Aber das Ending... Gnarf!
Ich finde es schön, dass du mit der Kraft der Liebe arbeitest, aber dieser Endkampf. *seufz* Wirkt nicht sonderlich glaubwürdig.

Trotzdem ganz nett zum lesen.
Luna2003 ( 9.201 )
Abgeschickt vor 625 Tagen
Wirklich süß !!!! Schöne Idee und gut umgesetzt ! Ich bin begeistert ! Allerdings gebe ich auch xXCupcake-CultXx recht. Aber ich finde das ist nicht schlimm.
xXCupcake-CultXx ( 3.158 )
Abgeschickt vor 625 Tagen
Schöne FF, wirklich. ^^

Aber das 1. Kapitel erschien mir ehrlich gesagt ziemlich abgekupfert bzw. fast kopiert. (Nämlich aus meinem CP-Deluxe-Test) Kann aber auch sein, dass es bloß Zufall ist, auch wenn ich es weniger glaube xD

Eine Sache noch, die mich echt stört....Ben ist kein Kind. Fertig, keine Widerlege. Und wenn du mir nicht glaubst, dann gebe ich dir gerne Argumente dafür, dass Ben ein großer Junge ist! (Ich persönlich schätze ihn auf 18 oder so, aber das ist ne andere Sache. Es geht nur darum, dass Ben keine 7 oder 8 Jahre ist...) Wie kommst du überhaupt darauf, Ben als so jung einzuschätzen?

Wie dem auch sei, ich gebe dir jetzt einfach mal 5 Sterne, weil du dir wirklich Mühe gegeben hast.