Leben und Liebe in Mittelerde - Teil 22

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2 Kapitel - 1.132 Wörter - Erstellt von: Tariel - Aktualisiert am: 2015-04-27 - Entwickelt am: - 1.385 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

War es ein Fehler ihm zu folgen?

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Unsere letzte Begegnung lag Wochen zurück, worüber ich auch nicht gerade wenig froh war. Nun war er hier, wieder in meiner Nähe und diese Nähe brachte mich zum Zittern. Alles an mir sträubte sich dagegen hier noch länger stehen zu bleiben. Am liebsten wäre ich davongelaufen, vor meinen Ängsten geflohen.
Sanft legte Eldarion seinen Arm um meine Schultern und drückte mich fest an sich. Ich konzentrierte mich voll und ganz, einzig und allein, auf seine leise Stimme, die mir ins Ohr hauchte: „Keine Angst, er kann dir nichts tun, solange hier überall Wachen platziert sind und Acht geben. Er wird nicht den Mut dazu haben.“ Er wird nicht den Mut haben? Da war ich mir nicht sonderlich sicher. Einem wie ihm, einem Verbrecher, würde ich womöglich alles zutrauen.
Vor vielen, vielen Jahren hatte mir meine Mutter erklärt, dass kein Mensch und sei er noch so gemein, durchaus böse wäre.
Ich hatte auf ihrem Schoß gesessen und mit ihren gewellten, blonden, wunderbaren Haaren gespielt, sie fest umarmt und mich an sie geschmiegt, als wäre es das letzte Mal, dass ich sie spüren, ihr meine Liebe beweisen, konnte. Die Sonne war gerade hinter den Baumwipfeln verschwunden und der Wind fuhr sanft durch meine Haare, rauschte in den Kronen der Bäume und ließ mich frösteln und doch war es wunderschöner Abend, ein ganz besonderer wie jeder andere, den ich alleine mit meiner geliebten Mutter verbrachte.
„Ein jeder trägt etwas vom Guten in sich, merk dir das und sei dir dessen gewiss“, hatte sie mir erklärt, als mehrere furchteinflößende Reiter durch den Düsterwald geritten kamen, direkt auf uns zuhielten. Beinahe wäre ich von ihrem Schoß gesprungen und hinter ihren Stuhl geflüchtet, doch ich wusste, dass sie mich beschützen würde, egal was passierte. Was die Reiter betraf, hatte sie Recht gehabt. Es waren nur müde, erschöpfte Wanderer gewesen, die einen Unterschlupf für die Nacht gesucht hatten. Bei den Reitern hatte sie Recht gehabt, aber der hagere Mann, der dort drüben am Brunnen lehnte und sich alles, jedes noch so kleine Detail, einzuprägen versuchte und die Umgebung beobachtete, war vom Bösen genauso zerfressen wie Tiron.
Ich glaubte nicht daran, dass meine Mutter auf dem Schlachtfeld irgendwo weit entfernt getötet, ermordet worden war, ich war mir sicher, dass ihre ganz besondere Gutmütigkeit ihr Leben gefordert hatte.
Eigentlich hatte ich mir immer gewünscht, wie meine Mutter zu sein, wie sie zu leben und zu lieben, aber ich war anders, viel mehr wie mein Vater, worüber ich mich nicht sonderlich freute. Ich hätte gerne die Großzügigkeit meiner Mutter besessen und auch ihre Hilfsbereitschaft und ihren Mut, doch es war nicht so gekommen.
Nun stand ich hier, in Eldarions Armen und konnte an diesem Menschen nicht einmal ein winziges bisschen vom Guten entdecken. Kein einziges Stück davon, er war durch und durch Böse, ein Diener Saurons.

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