Leblos - Teil 2

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2 Kapitel - 2.143 Wörter - Erstellt von: Jenny - Aktualisiert am: 2015-04-26 - Entwickelt am: - 1.819 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Dies ist der zweite Teil meiner Story.
Estel erholt sich so langsam von den Ereignissen der letzten Wochen, ihr wahres Ich kennt sie noch immer nicht. Ein seltsamer Traum lässt ihr keine Ruhe und auch die Menschen um sie herum verhalten sich eigenartig... Wer zum Teufel ist sie?

1
Ich öffnete langsam meine Augen und blickte in ein mir vertrautes Gesicht.
„Ohh Estel, ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Ich dachte, du würdest nie wieder deine wunderschönen Augen öffnen...“ Legolas. Er weinte, doch sein Grinsen verriet mir, dass es Tränen der Freude waren.
„Legolas... Was.. was ist passiert? Wo bin ich?“
„Du bist in Minas Tirith auf Vorschlag Aragorns.“ Jetzt musste auch ich lächeln.
„Wir fanden dich vor vier Tagen am Ufer des Anduin in der Nähe Osgiliaths. Du warst wie in Totenstarre, warst halb verblutet und abgemagert. Ich habe Monate lang nach dir gesucht! Es war wie verhext, du warst nirgends zu finden und niemand schien etwas gesehen oder bemerkt zu haben. Ich bin fast umgekommen vor Sorge!“
Mein Blick verfinsterte sich und ich konnte die aufkommenden Tränen nur schwer zurückhalten. Tränen des Schmerzes, Tränen der Wut.
„Estel, mein Engel, was ist geschehen? Was hat man dir angetan?“ Ich erzählte ihm alles, zumindest all das woran ich mich erinnerte. Er war zutiefst geschockt, stand den Tränen nahe als er hörte, wie ich geschunden wurde.
„Dafür werden sie bezahlen.“

„Ich verstehe nicht, warum sie sich um jemand so bedeutungsloses kümmern wie ich es bin.“
Legolas sah mit einem ernsten Blick nach draußen, ich merkte ihm an, dass er über etwas nachdachte, was ihm keine Ruhe ließ.
„Legolas, wenn du weißt, was mich so besonders macht, wenn du meinen wahren Wert kennst, dann rede bitte mit mir. Lass mich nicht allein im Ungewissen!“ Ich spürte, wie ich wieder schwächer wurde. Meine Stimme zitterte. Er sah mir mit seinen eisblauen Augen in die meinen und lächelte gequält. Es sollte wohl echt und ehrlich wirken, doch es war eine einzige Lüge. Irgendetwas beschäftigte ihn und ließ ihn einfach nicht los.
„Du solltest jetzt ein wenig schlafen, um wieder zu Kräften zu kommen. Es soll dir besser gehen.“ Er ignorierte meine Bitte, was nur bedeuten konnte, dass ich die Antwort noch nicht verkraften könnte.(oder er selbst noch nicht dahinter gestiegen war.)
Legolas gab mir einen Kuss auf die Stirn, deckte mich ordentlich zu und verließ das Zimmer. Es dauerte nicht lange und ich fiel in einen tiefen Schlaf...

In dieser Nacht kehrte ich zurück. Zurück auf das Schlachtfeld. Zurück zum Tod. Zurück in einen unumgänglichen Kampf um Leben oder Sterben, so schien es. Ich lief durch die Reihen der Toten. Berge von Leichen türmten sich in allen Richtungen auf. Hier war es totenstill, kein Vogel zwitscherte, keine liebliche Stimme erklang, die ein Lied zu Ehren der Gefallenen sang. Waren alle gestorben?
In weiter Entfernung erkannte ich die weiße Stadt aus meinem letzten Traum: die Königsstadt im Lande Ayatan, mein Heimatland.
Ich ging nach links, von dort ertönte wildes Kampfgeschrei. Mein Weg führte mich durch einen Wald, aus dem längst alles Leben entflohen war. Ich trat auf eine Lichtung hinaus, wo hunderte Menschen Seite an Seite mit Elben und Zwergen um ihr Leben und ihre Freiheit kämpften. Von mir
nahm keiner Notiz. Wieder brannte es, eine dicke Rauchwolke hing in der Luft und verdeckte den Himmel. Überall wurde Dreck aufgewirbelt, der sich wie ein dicker Schleier um alles Leben herumwand. Ich bahnte mir meinen Weg durch die Kämpfenden und so langsam lichteten sich die Reihen der Lebenden, denn sie verfielen alle dem Tod. Am Rand des Geschehens sah ich eine blonde Person, die neben einem reglosen Körper kniete. Als ich näher kam stockte mir der Atem und ich spürte wie Tränen in mir aufstiegen. Diese blonde Person... das war ich, neben mir lag Legolas. Tot. Ich sah hoch und erkannte, dass mein Blick zwischen Wut und Trauer wankte, ich spürte, wie das verzweifelte Ich vor mir sich fühlte. Als würde es im Innern gerade sterben. Sie sah sich um, mit Tränen in den Augen und schreiend. Bei einer Person blieb ihr Blick hängen, Aragorn der ebenfalls geschockt und mit Tränen in den Augen fassungslos mitten im Getümmel stand. Plötzlich hörte sie auf zu schreien, Aragorn wurde in diesem Moment der Unaufmerksamkeit von Maerwyn niedergestreckt. Sie weinte nun noch mehr, war völlig am Boden zerstört. Ein letztes Mal küsste sie Legolas, dann sprang sie auf und rannte Maerwyn wutentbrannt hinterher. Ich folgte ihr – besser gesagt mir – bis wir in einer alten, verfallenen Ruine ankamen. Doch ich war zu spät, ich lag bereits am Boden mit einer Klinge in der Brust, wo ich das Herz vermutete. In meiner Wut war ich auf den Übeltäter losgegangen und kämpfte nicht mit meiner eleganten tödlichen Art, nein, die Wut, der Hass und die Rache hatten Besitz von mir übernommen und steuerten meine Angriffe, die letztendlich komplett jämmerlich waren. Maerwyn holte einen leuchtend roten Kristall hervor und lächelte hämisch. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, der Kristall hätte irgendeine zentrale, wichtige Rolle in diesem ganzen Durcheinander. Doch dann schlossen sich meine Augen...

Ich schreckte schweißgebadet hoch, direkt in Legolas Arme. Tränen liefen mir übers Gesicht, ich war total am Ende. Er drückte mich ganz fest an sich und flüsterte: „Ganz ruhig. Du hast nur schlecht geträumt. Es ist alles gut.“
„Wir... wir werden alle sterben! Und ich glaube, das ist meine Schuld.“ Er sah mich irritiert und fragend an, ich erzählte ihm von meinem Traum... Sein Blick war wieder ernst. Legolas wusste mehr als er zugab, doch warum erzählte mir keiner die Wahrheit, wo es doch offensichtlich mit mir zu tun hatte? Den ganzen Traum über hatte ich das Gefühl, dass ich der Grund war, dass das alles geschah. Dass ich schuld daran war, dass alle starben, dass alles Leben aus Mittelerde verschwand und es von Dunkelheit überzogen wurde.

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