Leblos

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2 Kapitel - 2.429 Wörter - Erstellt von: Jenny - Aktualisiert am: 2015-04-10 - Entwickelt am: - 2.033 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein junges Mädchen erwacht in völliger Dunkelheit. Wo zum Teufel ist sie? Was ist mit ihr geschehen? Sie erinnert sich an nichts, es ist, als wäre sie aus dem Niemandsland aufgetaucht. Sie ist ohne Namen und ohne Vergangenheit. Ihr Leben steht auf dem Spiel...

1
Als ich die Augen öffnete, sah ich nichts als die unheimliche Schwärze der Finsternis. Wo war ich? Welchen Tag schrieben wir, welches Zeitalter? Wer war ich? Ich erinnerte mich an nichts. Keinen Namen. Kein Leben. Kein gar nichts. Ich tastete meine Umgebung ab und musste nach einiger Zeit feststellen, dass ich in einem kleinen Raum eingeschlossen war. Dicke, kalte Mauern umgaben mich und machten es unmöglich, dass auch nur ein Geräusch nach Außen drang. Die Dunkelheit drängte mich in eine Ecke, Kälte kam über mich, Verzweiflung machte sich in mir breit. Die Stille erdrückte mich und überließ meinem Kopf die Führung. Überall hörte ich flüsternde Stimmen, die mir etwas zu sagen versuchten, doch ich verstand sie nicht. Sie machten mir Angst. Aber, waren sie überhaupt da oder nur Einbildung meiner Gedanken?
Ich saß nun schon seit Stunden in dieser Ecke und versuchte verzweifelt mich an irgendetwas zu erinnern, doch vergebens. Mein Gedächtnis war wie leer gefegt, es existierte nicht eine Spur die bewies, dass ich überhaupt lebte. Keine Erinnerung, die mir einen Hinweis darauf gab, wer ich war.
Plötzlich öffnete sich eine Tür und ein Lichtschein, so hell wie Sternenlicht, fiel in meinen Raum und blendete mich. Stimmen drangen an mein Ohr und wie aus dem Nichts stand die Silhouette eines Mannes vor mir. Ich blinzelte, doch erkannte ich noch immer kein Gesicht.
„Sie ist wach.“ Ein höhnendes Lachen erfüllte die Zelle und ich spürte, wie mich plötzlich etwas Hartes am Kopf traf. Dunkelheit umgab mich.

Ich blinzelte, als ich langsam wieder das Bewusstsein erlangte. Es war heller als beim letzten Mal, jedoch nicht wärmer. Als ich mich umsah, erkannte ich das dunkle grün der Baumkronen, ich roch das frische Wasser und sehnte mich danach, es auf meiner Haut zu spüren, es in meinem Innern zu spüren. Mein Körper versuchte sich zu bewegen, vergebens. Ich befand mich auf einer Lichtung an einem Pfahl gefesselt mit nichts weiter an als einem weißen Sommerkleid, mir war eiskalt.
Es war eine kühle Nacht, die Sterne standen hoch am Himmel und ließen ihr helles Licht auf die Erde niederfallen. Sterne standen für Erinnerungen, Erinnerungen, nach denen ich so verzweifelt suchte. Ich fühlte mich einsam und hilflos, doch plötzlich hörte ich Stimmen, die sich näherten. Ich hoffte auf Hilfe und überlegte kurz zu rufen, besann mich dann jedoch darauf es zu lassen. Eine Gruppe von etwa 20 Männern kam auf mich zu, doch es waren nicht nur Männer. Unter ihnen waren Wesen, die mir bekannt vorkamen, doch erinnerte ich mich nicht daran ihnen je begegnet zu sein. Einer der Männer näherte sich mir.
„Na Täubchen, wie haben wir geschlafen?“ Er stand höchstens einen Meter vor mir und starrte mich mit seinem hämischen Grinsen an.
„Erinnerst du dich noch an mich?“ Sein Grinsen verschwand einfach nicht. Wer zum Teufel war er!
„Soll ich dir auf die Sprünge helfen, Süße?“ Wiederum traf mich ein harter Schlag, diesmal jedoch im Gesicht. Jemand nahm meine rechte Hand und plötzlich durchströmte mich ein stechender Schmerz, ich spürte, wie mir das Blut die Handfläche hinablief. Ich gab keinen Ton von mir, doch fühlte es sich so an, als hätte man mir soeben die Hand abgeschlagen. Mein Kopf wurde gewaltsam nach links gedreht, sodass ich auf meine blutverschmierte Hand sah. Ein seltsames Zeichen klaffte in meinem Fleisch und brannte wie die Hölle, auf einmal sah ich hunderte Bilder in meinem Kopf. Maerwyn. Mittelerde. Tod. Mein Blick verfinsterte sich, voller Verachtung sah ich der rechten Hand Maerwyns, Anaryon, entgegen.
„Du scheinst dich zu erinnern, doch das ist erst der Anfang. Ein kleines Teil in einem großen, unvollständigen Bild. Ich weiß noch, wie deine Eltern um den Tod gefleht haben. Wie sie geschrien haben mit schmerzerfüllten Gesichtern und Blut, so viel Blut das aus ihren Adern rann. Sie haben darum gebettelt erlöst zu werden. Diesen Gefallen tat ich ihnen, nachdem sie mir alles erzählt hatten, was ich wissen wollte. Sie haben mir von dir erzählt, ich wusste sofort wer du bist. Die Prophezeiung.“ Mir wurde langsam schwindelig, ich sah lediglich Flecken, die immer stärker wurden. Um mich herum hörte ich Gelächter, dann wurde wiederum alles schwarz.

Als ich erwachte lag ich auf einer wunderschönen Sommerwiese. Der Himmel war in ein helles blau getaucht und die Sonne schickte warme Strahlen auf die Welt. Langsam stand ich auf und sah mich um, alles war grün und fröhlich. Überall waren Menschen die tanzten und lachten, Kinder die miteinander spielten. Die Wiese war erfüllt mit Leben, etwas, das ich seit langem nicht mehr gesehen hatte. Oder ich erinnerte mich einfach nicht mehr daran...Ich ging durch die Meute und freute mich mit ihnen, doch als ich sie hinter mir gelassen hatte, geschah etwas Eigenartiges.
Der Himmel verdüsterte sich und wurde grau. Das Gras wurde braun und welk, die Sträucher verdorrten. Die Luft war erfüllt mit den Schreien Sterbender. Ich ging weiter und kam plötzlich auf ein Schlachtfeld, besser gesagt zu einem Massengrab.
Überall gefallene Engel zu meinen Füßen, Tod vor meinen Augen. Die Gesichter angstverzerrt und leer. Flammen verschlungen Körper, vernichteten die Spuren der Toten. Weiter hinten ertönte wiederum Geschrei, was ging hier nur vor sich? Dann sah ich hunderte Wesen, angeführt von einem Mann, wie sie mit ihren Waffen umherliefen und alles Leben auslöschten. Einige Menschen wurden gefoltert um Informationen zu erhalten, doch urplötzlich, verschwanden die Ungeheuer. Ich stand auf einem Trümmerfeld. Auf einem Feld des Todes. Keiner hatte überlebt, hunderte waren gefallen, doch wozu? Wofür hatten sie gekämpft? Wofür waren sie gestorben? Plötzlich sah ich in der Ferne ein kleines Mädchen. Ich ging langsam auf sie zu, sie kniete neben zwei Gestalten und weinte. Als sie mich bemerkte sah sie auf, mir direkt in die Augen. Das gleiche dunkle Ozeanblau wie meine, die gleichen blonden Haare. War ich mit dem Mädchen verwandt oder war es Zufall, dass sie mir ähnlich sah? Sie blickte wieder traurig auf die beiden Gestalten, wahrscheinlich ihre Eltern. Wie aus dem Nichts erschien plötzlich ein älterer Junge, er nahm sie an der Hand und sagte: „Estel, du musst hier weg! Du musst in Sicherheit gebracht werden!“ Das Mädchen schaute ihn verängstigt und mit verheulten Augen an, nun sah der Junge auf das Paar, das regungslos am Boden lag.
„Sie werden nicht wiederkommen, sie sind jetzt an einem besseren Ort.“
Dieses Mädchen... es sah mir nicht nur ähnlich.. dieses Mädchen, das war... ich?
Plötzlich sah ich eine wunderschöne Stadt, umgeben von weißen Mauern und Bäumen. Ein Schloss, als hätte man es für Engel errichtet. Ein wunderschönes Mädchen stand an einem Fenster und sah nach draußen, sie trug eine Krone auf dem Haupt. Sie glich äußerlich einem Engel, einer Beschützerin des Lebens. Sanft, stark, anmutig und weise. Als sie sich umdrehte war es, als würde ich in einen Spiegel sehen...

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