Geboren um zu Leben

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 1.404 Wörter - Erstellt von: Dreamlife - Aktualisiert am: 2015-04-07 - Entwickelt am: - 1.051 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein Mädchen in der Welt von Naruto.
Welchen Weg wird sie wohl einschlagen?
(Achtung: Dies ist die Vergangenheit)

    1
    Stille.
    Ich liege in meinem Bett, die Augen geschlossen, und geniesse die Ruhe. Ich habe die Stille immer sehr gemocht. Ich wurde so erzogen. Immer ruhig bleiben, nicht auffallen. Seufzend richte ich mich halb im Bett auf und sehe mich in meinem Zimmer um. Ein schmaler Streifen Mondlicht fällt durch das Fenster und beleuchtet einen Teil des Raums. Dieses Zimmer ist eigentlich viel zu groß für mich allein, doch ich bin es gewöhnt. Immer alles im Überfluss, zu viel, zu gross, zu fürsorglich. Leise kichere ich in mich hinein. Das ist es. Das ist es, was mich von den anderen unterscheidet. Von den anderen Kindern meines Alters. Was haben sie schon, was ich nicht habe? Ich darf und will mich nicht mit ihnen abgeben. Ich meide sie und sie meiden mich. Ganz einfach. Ich setze mich vollends auf, streife die Decke beiseite, stehe auf. Leise, auf Zehenspitzen, durchquere ich das Zimmer. Leise. Still. Wie ich es gewohnt bin. Langsam drücke ich die Klinke meiner Tür nach unten, darauf bedacht, kein Geräusch zu machen. Es gibt ein leises Klicken, als die Tür aufschnappt. Ich halte inne, lausche. Nichts. Niemand ist aufgewacht. Erleichtert atme ich auf. Mein Vater ist ein strenger Mann. Wenn er mich mitten in der Nacht außerhalb meines Zimmers erwischt, will ich nicht wissen was er mit mir macht. Barfuß laufe ich den Flur entlang, bis ich vor der Eichentür stehe, in das Zimmer von Taro, meinem großen Bruder. Leise trete ich ein, ziehe die Tür hinter mir zu und laufe auf Taros Bett zu. Da liegt er. Er sieht so friedlich aus, wie er da liegt. Normalerweise ist er laut, aufsässig und frech. Das Gegenteil von dem braven, pflichtbewussten Erben, der er in der Zukunft einmal werden soll. Das Gegenteil von mir. Doch ich kann das Erbe unserer Familie nicht antreten. Taro ist der Sohn. Taro ist der Erstgeborene. Er wird eines Tages Vaters gesamtes Vermögen erben. Ich schlüpfe unter seine Decke und schmiege mich an ihn. Er dreht sich zu mir um, erkennt mich, seufzt, gähnt, und wuschelt mir dann durch die Haare. “Was ist los, Haruka? Kannst du nicht schlafen?” Ich schüttele heftig meinen Kopf, damit er es auch im Dunkeln sieht. Er gähnt noch einmal ausgiebig, dann nimmt er mich in den Arm und ist bald wieder eingeschlafen. Eng an ihn gekuschelt entspanne ich mich stück für stück und sinke langsam in einen traumlosen Schlaf…

    Es ist fünf vor zwölf mittags. In fünf Minuten soll ich beim Essen erscheinen. Ich laufe schnell, ohne zu rennen durch die Gänge unseres Anwesens. Rennen gehört sich nicht. Zu spät kommen gehört sich nicht. Immer elegant, immer pünktlich. Immer perfekt. So einfach ist das.
    Als ich in den Speisesaal eintrete, sitzt meine Mutter schon bei Tisch. Sie lächelt mir zu und bedeutet mir, Platz zu nehmen. Ich setze mich gegenüber von ihr hin. Eine Dienerin bringt das Essen, doch noch können wir nicht anfangen. Pünktlich um Zwölf kommt Vater in den Raum, setzt sich, und lässt den Blick über den Tisch schweifen. “Wo ist Taro?” Herrscht er seine Ehefrau an. “ Ich weiß es nicht.” Vater dreht sich zu mir und sieht mich durchdringend an. “Ich weiß nicht wo Taro ist, Sir.” Da war sie wieder. Die Antwort. Diese Worte sind die einzigen, die ich über den Tag hinweg mit meinem Vater wechsele. Sprechen, wenn ich dazu aufgefordert werde. Nicht mehr, nicht weniger. In diesem Moment kommt meistens auch Ta… Ah ja, da kommt er ja schon. Er ist ganz außer Atem, verdreckt, und grinst uns breit an. Tatsachen, die mein Vater gekonnt ignoriert. “Du bist zu spät!” Raunzt er Taro an. “Sorry,” kommentiert Taro,”Ich war noch im Wald und…” Bei dem warnenden Blick, den ihm meine Mutter zuwirft, verstummt er abrupt, grinst, und lässt sich dann auf seinen Stuhl fallen. Jetzt können wir mit dem Essen anfangen. Ich esse in kleinen Portionen. Alles andere gehört sich nicht. Taro hingegen schaufelt das Essen nur so in sich hinein, was ihm einen missbilligenden Blick von meinem Vater einbringt. Taro grinst ihn mit vollem Mund an, was zur Folge hat, das ein Teil seines Essens seinen Weg zurück in die Freiheit findet.
    Ich werfe ihm einen schnellen, warnenden Blick zu, woraufhin er das Essen, das auf seinem Teller gelandet ist, schnell wieder in sich hineinstopft. Die Wutader auf Vaters Schläfe hat inzwischen eine beachtliche Form und Größe erreicht, woraus ich schliesse, das er kurz vorm explodieren ist. “Du sagtest, du wolltest Haruka etwas mitteilen, Schatz?” rettet meine Mutter die Situation.
    “Ja. Haruka, ich habe einen Entschluss gefasst.” Ich sage nichts. Diese Pause ist rein künstlich, wie die Pausen wenn er eine Rede hält. Dann spricht er weiter: “Wie du sicher weißt, schicken immer mehr Leute unseres Formats ihre Töchter in Ninjadörfer, damit sie dort eine Ausbildung erhalten. Ich möchte diesen Leuten in nichts zurückstehen. Daher habe ich beschlossen, dich nach Konoha zu schicken, und ich erwarte beste Resultate. Hast du das verstanden, Haruka?” Für einige Sekunden bin ich wie erstarrt. Nach Konoha? Weg von Taro, weg von meinen Eltern, weg von den Regeln? Das ist undenkbar. Aber ich muss gehorchen. Ich werde einfach das tun, was ich immer tue. Ich werde einfach perfekt sein. ”Ich habe verstanden, Vater.” Die Andeutung eines Lächelns huscht über Vaters Gesicht. Das will er von mir haben. Bedingungslosen Gehorsam. “ Wir werden dir eine Wohnung und Essen Finanzieren, den Rest musst du dir selbst besorgen. Morgen um diese Zeit sind wir in Konoha.”


    Da sind wir nun. Konoha. Ich staune nicht schlecht. Überall laufen Ninjas herum, Teams, die von Missionen wiederkommen, Genins, Chunins, Jonins, und von zehn bis Fünfzig ist jede Altersklasse dabei. Und bald werde ich eine von ihnen sein.
    Oh man. Während wir durch die Straßen zum Hokage laufen, präge ich mir alles ein. Ich will mich später nicht verlaufen. Es ist unglaublich, wie schnell sie sich von dem Angriff des Kyubis erholt haben, er ist schliesslich erst ein Jahr her. Vater hat einmal erwähnt, dass der vierte Hokage dabei ums Leben gekommen ist. Mehr weiß ich allerdings auch nicht darüber. Ich werde unsanft von Taro angestupst. Ich schaue auf, um zu sehen was er mir zeigen will und erblicke den Palast des Hokagen. Wir treten ein, durchqueren ein paar Gänge, und stehen schliesslich vor der Tür der Hokagen. Mein Vater klopft, wir werden eingelassen. Das erste, was mir auffällt, ist das der Hokage sehr alt ist. Es wundert mich, das er überhaupt noch sitzen kann. Moment, was denke ich da? Ich schüttele leicht meinen Kopf, um meine Gedanken zu ordnen. Dann beginnt der Hokage zu sprechen: “ Haruka, nehme ich an?” Ich nicke, da ich kein Wort über die Lippen bringe. “ Du willst also zum Ninja ausgebildet werden, ja?” Wieder nicke ich. “ Bist du dir sicher? Ich entnehme deiner Akte, dass du erst acht bist. Das ist sehr jung, um alleine zu wohnen…” In dem Ton redet er weiter auf meinen Vater ein, der sich aber dadurch nicht umstimmen lässt. Nach ungefähr zehn Minuten dreht sich der Hokage wieder zu mir und übergibt mir den Schlüssel zu meiner Wohnung. Dann ist für mich die Zeit gekommen, mich zu verabschieden. Taro reißt mich mit seiner Umarmung glatt von den Füßen, meine Mutter drückt mich kurz an sich, und dann stehe ich vor meinem Vater. Ein kurzer Händedruck ist unser Abschied, er schärft mir noch einmal ein, dass er beste Ergebnisse von mir sehen will, dann gehen sie, schlagen die Tür hinter sich zu, und ich stehe alleine da.

Kommentare Seite 1 von 1
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.

Neuer Kommentar da? / Seite neu laden

Nu-12 ( 98952 )
Abgeschickt vor 689 Tagen
Die Geschichte über ein Mädchen mit so einer Geschichte ist interessant bitte schreib weiter
Dreamlife ( 38312 )
Abgeschickt vor 779 Tagen
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Rückmeldung gebt, was ich verbessern kann :)