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One Piece - Schon wieder eine Vorlesung?

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1 Kapitel - 1.984 Wörter - Erstellt von: Lady_Siren - Aktualisiert am: 2015-04-02 - Entwickelt am: - 1.182 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein OC und ein spezieller Gast erklären hier ein paar Punkte zu Fanfictions.
Eigentlich diente sie nur, damit ich ein wenig Frust abbauen konnte, weil ich mal wieder so zahlreiche "gute" Geschichten lesen durfte. Und nein, sie stammen größtenteils nicht von dieser Seite.

    1
    Es war bereits Vormittag, als ich in weißem Kittel durch die Flure der Universität lief. Ich trug einige Unterlagen mit mir, die ich für die heutige Vorlesung benötigte.
    Mal wieder ging es um Fanfictions, aber da Professor Doktor Lysop so abrupt abbrechen und fliehen musste, weil zahlreiche... junge Damen randalierten, durften andere Vertretung spielen.
    Bis heute tauchte er auch nicht auf. Ob er wohl noch immer auf der Flucht vor DeFlamingo war?
    Leicht außer Atem betrat ich den Hörsaal und wurde von dem unzufriedenen Gesicht meines derzeitigen Kollegen begrüßt. Trafalgar Law.
    „Du bist zu spät, Fischgirl.“
    „Ja, weiß ich auch und ich freue mich auch dich zu sehen, Trabert.“
    Der Chirurg des Todes stand am Pult mit den Händen in den Taschen seines Kittels und musterte mich kurz.
    „Was soll die Brille ohne Gläser?“
    Ein kurzer Seufzer entkam mir und ich brachte meine Unterlagen zum Pult.
    „Damit ich professioneller wirke “, antwortete ich, wobei ich schnell das Thema wechselte. „Wann kommen denn nun endlich diese ganzen “Autorinnen“, denen wir beibringen müssen, dass sie gefälligst aufhören sollen irgendeinen Mist zu schreiben?“
    Grinsend deutete er auf die Sitzreihen, welche bis auf den letzten Platz belegt waren. Es mussten so um die 300 Mädchen gewesen sein.
    „Oh.“
    Das war wirklich unangenehm.
    „Die Einleitung haben wir schon hinter uns, aber du kannst dich noch gerne vorstellen “, schlug Trafalgar vor.
    „Äh ja.“
    Schnell wand ich mich mit einem unschuldigen Lächeln zu unseren Gästen.
    „Guten Tag. Ich bin Professor Doktor Wiebke und halte mit Professor Doktor Grinsebacke hier die Vorlesung.“
    Da knallte mir auch schon der Zeigestock auf den Hinterkopf.
    „Beginnen wir mit dem ersten Punkt.“
    Das konnte ja was werden.
    „Und das wäre, Trafalgar?“
    „Dein Lieblingsthema.“
    „Nein! Sag nicht, dass wir über „Ich bin die Tochter von...“ reden.“
    „Doch. Und du fängst jetzt an.“
    „Na schön.“
    Genervt trat ich vor das Pult und ließ meinen Blick über die Massen an jungen Mädchen schweifen.
    Anscheinend waren es fast nur 13-15-jährige. Vereinzelt sah man erwachsene Frauen.
    „Wie schon erwähnt geht es um den familiären Hintergrund eurer OCs.
    Und ich sage es nur einmal.“
    Zwar lächelte ich noch, aber im nächsten Moment keifte ich schon los:
    „Wir können es nicht mehr sehen, wenn eure OCs die Tochter von Gol D Roger, Shanks, Falkenauge, irgendeinem Himmelsdrachen oder Crewmitgliedern aus Gold D Rogers Bande sein sollen! Und erst recht nervt es uns, wenn sie das “D“ im Namen haben!
    Einfallsreichtum ist nicht gerade eure Stärke oder?“
    Da nahm mich Trafalgar zur Seite.
    „Was Professor Doktor Wiebke damit sagen will...“
    Viele der Zuhörerinnen funkelten uns böse an. Wir hatten wohl einen wunden Punkt getroffen.
    „Diese ganzen Familiensachen, aber vor allem das “D“, werden genutzt, als ob es völlig normal wäre. Diejenigen, die das “D“ im Namen tragen, haben es nicht zum Spaß oder weil es auf dem Steckbrief schön aussieht. Sie posaunen es auch nicht durch die Gegend, weil dieser kleine Buchstabe zum Teil schreckliche Gefahren birgt.
    Also lasst es endlich bleiben. Wir reden nicht von irgendwelchen Accessoires.“
    Trafalgar schob mich hinter das Pult.
    „Und Professor Doktor Wiebke erklärt nun, da sie sich beruhigt hat, warum eure Mary Sues nicht „die Tochter von...“ sind.“
    „Es ist nervig.“
    Wieder traf mich der Zeigestock.
    „Hast du nicht gesagt, du seist professionell?“
    „Ist ja gut.“
    Genervt starrten mich die... jungen Damen an.
    „Warum machen das so viele? Weil sie es schick finden. Mehr nicht.
    Es trägt nichts zu eurer Geschichte bei, dadurch wird keine Dramatik aufgebaut und meistens sind die Charaktere wie Shanks und Falkenauge out of character.
    Deswegen stört es den Leser. Aber eure OCs werden dadurch auch nicht besser.“
    Die Stille war im Hörsaal deutlich spürbar.
    Vielleicht brachte diese Erklärung sie ja dazu, dass sie ihre Entscheidung noch einmal überdachten? Oder es mit Sinn und Verstand richtig einbauten?
    „Aber in meinen Geschichten will ich die Tochter von Gol D Roger sein!“, kam es von der letzten Reihe.
    Manche wollten es einfach nicht lernen.
    „Lasst uns mit dem nächsten Thema beginnen...“, schlug Trafalgar vor, der sich den Nasenrücken mit den Fingern massierte und wie ich keinen weiteren Atem für diesen Punkt verschwenden wollte.
    Er schrieb an die Tafel „Wie verhalten wir uns richtig.“
    Ich wusste sofort, was damit gemeint war.
    Seufzend legte er die Kreide nieder.
    „Ich hasse diesen Job.“
    „Nicht nur du, Trabert.“
    Er wand sich wieder an die Mädchen:
    „Uns ist aufgefallen, dass wir Piraten, also Eustass, Ace, Strohhut, der Piratenjäger und ich, uns verhalten, als wären wir die totalen Romantiker.“
    „Obwohl wir alle wissen, dass vor allem Eustass ein gefühlsloser Klotz ist, denken trotzdem die meisten, sie können ihn als großen Softie darstellen.“
    Trafalgar schüttelte seinen Kopf.
    „Wenn ihr nicht wisst, was für Eigenschaften ein Charakter hat oder wie er sich in bestimmten Situationen verhalten würde, dann schaut euch noch mal den Manga an oder denkt selber nach. Wie würdet ihr an seiner Stelle reagieren?“
    „Oder lasst es bleiben “, fügte ich seiner Erklärung bei.
    Dabei starrten uns schon wieder einige Mädchen böse an.
    Aber was erfreulich war, war die Tatsache, dass eine Handvoll junger Frauen sich eifrig Notizen machten.
    Für diese Autorinnen hielten wir Vorlesungen.
    Plötzlich fielen mir meine Unterlagen ein. Ich hatte doch extra Anschauungsmaterial mitgebracht.
    Also kramte ich einen Zettel heraus und räusperte mich:
    „Wir haben hier ein wunderbares Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. In den Hauptrollen... DeFlamingo und Sir Crocodile. Es ist eine Liebesgeschichte und...“
    Ich stoppte kurz. Musternd sah der Chirurg des Todes zu mir herüber.
    „Was ist denn los?“
    „Ach nichts. Es ist nur... Doffy und Croco sind das Liebespaar.“
    Unwillkürlich schmunzelte ich.
    Trafalgar konnte sich ebenfalls ein kurzes Lachen nicht verkneifen. Und sogar unsere Zuhörerinnen fanden Gefallen an dem ungewöhnlichen Pärchen.
    „Ich lese dann mal einen Absatz vor. „Zärtlich legte DeFlamingo seine großen Hände an Sir Crocodiles geschmeidigen Wangen und hauchte süße Nichtigkeiten in sein Ohr.“
    Also? Was fällt als erstes auf?“
    Zögerlich meldete sich ein Mädchen mit blonden Haaren.
    „Doffy hasst eigentlich Sir Crocodile oder? Und er ist nicht sanft. Passt doch also beides nicht.“
    „Sehr gut erkannt.“
    Trafalgar trat an meine Seite und blickte über meine Schulter auf den Text.
    „Wo hast du das überhaupt her?“
    „Zu meinem Bedauern... Von mir.“
    Entsetztes Flüstern ging durch die Reihen.
    „Schockierend. Ich weiß. Aber ich habe nie behauptet, dass ich keine Fehler mache.“
    „Professor Doktor Wiebke, ich bin zutiefst schockiert “, scherzte Trafalgar. „Und du hältst Vorlesungen? Also wirklich.“
    „Trotzdem toppt nichts die Tatsache, dass du immer in jeder erdenklichen Fanfiction den sensiblen Liebhaber spielst. Warum kannst du dich nicht mal zur Abwechslung wirklich so verhalten?“
    „Ich soll dir also tagtäglich hinterherrennen und dich mit hässlichem Kitsch überschütten?“
    „Wenn du es so sagst... Nein!“
    „Nächstes Thema.“
    „Aber wir-“
    „Nein, Wiebke, der Punkt ist abgehakt.“
    „Von mir aus.“
    „Zusammen schauten wir auf unsere Liste mit Themen. Zwei der schlimmeren Punkte waren erledigt und jetzt kam... Na toll. Haki.
    Wieder atmeten wir schwer aus.
    „Bringen wir es schnell hinter uns, Fischgirl.“
    „Es ist ja nur ein kurzer Punkt.“
    Wir beide stellten uns vor das Pult und schauten entschlossen in die Reihen.
    „Wer von euch hat einen OC mit Tyrannen Haki?“, fragte Trafalgar mit fester Stimme.
    Zahlreiche Hände gingen nach oben.
    Da übernahm ich: „Und jetzt geht euch schämen, weil wir beide wissen, dass ihr keine Ahnung von Haki habt.“
    „Nicht mal ansatzweise “, grummelte Trabert.
    Die ersten Proteste erstickten wir mit dem Knallen des Zeigestockes auf das Pult.
    „Haki, vor allem das Tyrannen Haki, hat man nicht einfach so. Die zwei Hakis für Angriff und Verteidigung benötigen hartes, intensives Training. Man hat es nicht, nur weil man cool wirken möchte “, erzählte ich den verblüfften Damen und unterstrich den letzten Teil mit reichlich Missfallen.
    „Und Tyrannen Haki haben nur wenige Personen. Es ist eine besondere Gabe. Aber wenn jeder dahergelaufene OC es hat, dann ist es nur noch nervig. Reicht es nicht schon, dass eure OCs extrem starke Fähigkeiten haben?“, fuhr ich fort.
    Ja, der Punkt war wirklich kurz. Aber auch wichtig. Dafür, dass wir so schnell voran kamen, waren Trafalgar und ich sehr dankbar.
    „So, Professor Doktor Law, was steht als nächstes auf der Liste?“
    Ein fröhlicher Ausdruck war bei ihm zu sehen.
    „Der angenehmste und letzte auf der Liste.“
    „One Piece sei Dank. Aber was ist es denn?“
    Leicht enttäuscht saßen die Mädchen da. Mochten sie etwa unsere Vorlesung?
    „Aber ich würde noch so gerne weiterhin Law zuhören. Er ist so süß in seinem Kittel.“
    Das war es also? Waren sie nur wegen Trabert hier?
    Der Chirurg des Todes fühlte sich durch diese Aussage sichtlich unwohl.
    Zum Glück war ich dabei.
    Ich klopfte ihm mitfühlend auf die Schulter und fragte erneut nach dem letzten Punkt: „Und Professor Doktor Law? Was ist es nun?“
    Ich hatte ihn wohl aus irgendwelchen Gedanken gerissen, denn er reagierte nur langsam.
    „Kopfgelder und wie man sie sich verdient.“
    „Mehr nicht? Dann fange ich gleich mal an.“
    Mit diesen Worten schnappte ich mir den Zettel und zerknüllte ihn.
    Das dürfte ein Kinderspiel werden, dachte ich mir.
    „Kurz und knapp: Je nach Taten bekommt ihr Kopfgelder oder nicht. Eure Mary Sues legen sich mit der Marine oder einem Samurai der Meere an und gewinnen glücklicherweise. Folglich erhalten sie Kopfgelder.
    Aber wenn sie nichts tun und nur hübsch aussehend in der Gegend rumstehen, dann brauchen sie kein Kopfgeld in Höhen von 4000 Millionen.
    Das war es für heute und wir gehen jetzt was essen.“
    Sofort zog ich Trafalgar mit mir und wir ließen die Zuhörerinnen hinter uns.
    Es war zwar jedes Mal ruhig, aber nervig wie eh und je.
    Immer dieselbe Leier. Immer die gleichen Fehler, die wir ansprechen mussten. Und immer diese Clichés.
    Das waren wohl die Gründe, warum Professor Doktor Lysop verschwunden blieb.
    Als ich mit meinem Kollegen vor dem Büro des Dekans Ruffy war, ließ ich ihn stehen, sah ihn an und sprach: „Soll ich für dich auch gleich Urlaub auf ungewisse Zeit beantragen, Trabert?“
    „Von mir aus.“

Kommentare (4)

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Mad Luffy (71540)
vor 927 Tagen
Wie gesagt,geilo! :-P
gülbi (37967)
vor 927 Tagen
Ich liebe solche arten von storys, freu mich schon auf die nächste e!;-)
Lady_Siren (98629)
vor 928 Tagen
@ aiko
Man weiß ja nie. Vielleicht machen sie ja ein Urlaubs-Special ;D Da gehen sie dann auf die verschiedenen Genres ein und geben ein, zwei Tipps ^^
aiko-chwan (20624)
vor 928 Tagen
*applaudiert* klasse Vorlesung XD
Ich freue mich immer wieder auf dieser art von Vorlesung ^-^
Professor Dr. Wiebke und law, einfach himmlisch.XD das perfekte Team ! Nur leider werden wir wahrscheinlich nichts mehr von ihn hören, er muss ja unbedingt urlaub machen muss >.