Sara-Halbgott wider Willen Teil 4

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3 Kapitel - 2.228 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2015-03-30 - Entwickelt am: - 713 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ich weiß, es kam lange nichts, und das hat einen einfachen Grund: Es war nicht geplant, dass die Geschichte weiter geht. Doch da sich weitere Kapitel gewünscht wurden, geht es doch noch weiter. Also, viel Spaß damit: D

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    „Ist das jetzt dein Ernst?“, frage ich entgeistert. Joe sieht mich mit einem kalten, gleichgültigen Gesichtsausdruck an und nickt einfach nur. Meine Kehle schnürt sich zu, Tränen brennen hinter meinen Augen, doch ich bin entschlossen, sie ihm nicht zu zeigen. Ihm nicht. „Hör mal, Sara, es tut mir Leid, okay? Aber das zwischen uns… war wohl nichts für die Ewigkeit.“ Jedes seiner Worte fühlt sich wie ein Messer an, das er in mein Herz rammt. „Wenn du drei Tage nicht als Ewigkeit bezeichnen willst, dann wohl nicht“, fauche ich, bin überrascht, wie klar meine Stimme klingt und wie wenig Schmerz sie durchklingen lässt. „Ich bin immer noch dein Beschützer, also sollten wir uns damit abfinden. Wie wär’s- Freunde?“ Freunde? Er will ernsthaft, dass wir Freunde bleiben? Das ist so wie „Dein Hund ist tot, aber du darfst ihn behalten“. „Ja klar“, kommt es über meine Lippen, viel lässiger, als ich mich wirklich fühle. „Wir kriegen das schon hin. War ja keine große Sache. Drei Tage, was ist das schon?“ Ein kleines Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Ernsthaft? Er hat die Nerven, jetzt zu lächeln? „Gut, dann haben wir das ja geklärt“, sagt er, seine Stimme fröhlich und unbekümmert. „Gehen wir jetzt zum Abendessen? Ich hab einen Bärenhunger!“ Ich nicke nur und zwinge mir ein Lächeln auf die Lippen. Was er kann, kann ich auch. Schweigend gehen wir durchs Camp, er versucht nicht einmal, nach meiner Hand zu greifen. Drei Tage voller Liebe, und jetzt Schluss. Drei Tage lang „Ich liebe dich“, und jetzt „Freunde“. Warum? Woher der Stimmungsumschwung? Immer noch jucken die Tränen hinter meinen Augen, doch ich darf jetzt keine Schwäche zeigen. Wir setzen uns an unseren Stammtisch, wo schon Rose auf uns wartet. Rose, die in den letzten drei Tagen meine beste Freundin geworden ist. Wenn sie mich jetzt auch wieder zur Bekanntschaft degradiert, bekomme ich einen Heulkrampf. „Hey Turteltäubchen“, begrüßt sie uns lächelnd. Joe lächelt, ich schüttle traurig den Kopf. Verwirrt blickt sie vom einen zum anderen, die Frage brennt ihr auf der Zunge, doch schließlich lässt sie es doch bleiben und bedenkt mich lediglich mit einem mitfühlenden Blick. Schweigend essen wir, die Stille steigert sich beinahe ins Unerträgliche. „So, ich geh mal schlafen, war ein anstrengender Tag“, sagt Joe plötzlich und steht auf. „Du weißt ja, wie du zu deiner Hütte kommst.“ Meine Hütte. Als hätte er nicht die letzten drei Tage mit mir dort verbracht. Ich nicke, er geht. Sofort rutscht Rose zu mir und holt schon Luft, um mich mit Fragen zu löchern, doch ich flüstere nur: „Nicht hier.“ Ich stehe auf, ergreife ihre Hand und ziehe sie mit zum Strand. Die Sonne versinkt gerade blutrot am Horizont, lässt das Wasser erstrahlen, doch heute habe ich keine Augen für diese Schönheit. Deprimiert lasse ich mich in den warmen Sand plumpsen, Rose nimmt neben mir Platz, lässt meine Hand aber noch nicht los. „Er hat Schluss gemacht“, bringe ich hervor, bevor ich in Tränen ausbreche. Vielleicht erscheint diese Reaktion überzogen, immerhin sind wir erst seit drei Tagen zusammen, aber ich habe echte Gefühle für ihn. Wirkliche Liebe. Es fühlt sich an, als wäre er mein Seelenverwandter. Rose legt ihre Arme um mich und lässt mich einfach nur weinen, ohne irgendwelche Fragen zu stellen. Doch nach einer Weile drückt sie mich ein Stück weg von sich, sieht mir tief in die Augen und sagt eindringlich: „Weißt du, was jetzt das Wichtigste ist? Sich normal verhalten und so tun, als sei nie etwas geschehen. Achte aber darauf, kleine Körperkontakte, wie Händchen halten, Arm über die Schulter legen oder ein Kuss auf die Wange ab jetzt tabu sind. Vielleicht merkt er dann, dass es ihm genauso fehlt wie dir. Und wenn nicht… naja, dann kannst du sowieso nichts mehr tun. Verstanden?“ Ich nicke und wische mir die Tränen aus dem Gesicht. Das klingt zumindest nach einem Plan. „Wir sollten wohl besser in unsere Hütten gehen“, sagt sie und lächelt mich aufmunternd an. „Chiron wird uns den Kopf abreißen, wenn er uns hier sieht.“ Ich muss grinsen, sie hat Recht. Wir umarmen uns noch einmal fest, bevor jeder seinen eigenen Weg geht. Bei meiner Hütte angekommen, ziehe ich mir sofort meinen Pyjama an und werfe mich aufs Bett. Ich bin psychisch erschöpft und brauche dringend meinen Schlaf. Doch ohne Joe wirkt das Bett viel zu groß und kalt und leer. Die erste Nacht seit meiner Ankunft ohne Joe. Eine Weile lasse ich mich noch von der Traurigkeit einlullen, bevor meine Augen zufallen und ich in einen tiefen Schlaf gleite.

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    Die Silhouetten großer Bäume sind zu sehen, Nebelschwaden steigen vom Boden auf. Trockene Zweige knacken unter meinen Füßen, und unterschwellig weiß ich, dass ich träume. Bald schon habe ich die nur allzu bekannte Lichtung erreicht, die groteske Kreatur labt sich wie immer an den Leichen. Doch irgendetwas ist anders. Ich überlege, lasse meine Augen noch einmal genau über die Szene schweifen- und plötzlich sehe ich es. Es sind nicht drei Körper, sondern vier. Meine Eltern, mein Bruder… und Joe. Als mich die Erkenntnis mit voller Wucht trifft, stürzt sich auch die Furie auf mich und schlägt mir ihre Krallen in die Brust, genau in mein Herz.
    Schweißgebadet wache ich auf, schnappe keuchend nach Luft. Der Traum hält mich in seinen Klauen, ich kann ihm nicht entkommen. Meine Angst steigert sich ins Unermessliche, lebhaft habe ich die Bilder noch vor Augen. Doch Joe ist diesmal nicht da, um mir zu helfen. Alleine muss ich meinen Atem regulieren, meine Panik niederkämpfen. Ich kralle meine Fingernägel in meine Oberschenkel, um mich endlich aus dem Halbschlaf zu befreien, und nach einer Weile gelingt mir das auch. Mein rasendes Herz kommt etwas zur Ruhe, das Adrenalin in meinem Blut zieht sich langsam zurück. Erschöpft sehe ich aus dem Fenster und direkt in einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Wasser. Egal, wie oft ich das sehe, es verliert nie seine Magie. Langsam stehe ich auf, meine Beine sind unwillig, meine Arme schwer. Ich wanke ins Bad und putze mir flüchtig die Zähne, kurz riskiere ich einen Blick in den Spiegel und bin erstaunt, dass er ob meiner Hässlichkeit nicht zerspringt. Wieder wandert mein Blick nach draußen, und kurzerhand schnappe ich mir meine Klamotten und gehe auf meinen hütteneigenen Steg. Dort entledige ich mich meines Pyjamas und springe in Unterwäsche in den See. Das kalte Wasser ist wie tausend Nadelstiche auf der Haut, aber es erfrischt mich und belebt meinen Geist. War ich eben noch lustlos und deprimiert, so bin ich nun aufgeweckt und voller Tatendrang. Ich schwimme ein paar Runden, tauche, ohne durch das Luft anhalten limitiert zu sein und fühle mich zum ersten Mal seit Jahren wieder richtig lebendig. Zum ersten Mal seit langem bin ich wieder vollkommen und wunschlos glücklich. Aber auch nur so lange, bis ich durch die Wasseroberfläche eine menschliche Silhouette am Steg stehen sehe. Besser gesagt, halb menschlich. Ich tauche auf und sehe als erstes sein feixendes Grinsen. Am liebsten hätte ich ihm eine gescheuert, doch ich erinnere mich an Rose‘ Rat und lächle einfach nur zurück. „Hilfe, ein hässliches Wassermonster greift an!“, ruft er gespielt entsetzt und ich muss tatsächlich lachen. Dabei wollte ich doch wenigstens innerlich böse auf ihn sein! „Komm, es gibt gleich Frühstück“, sagt er, nun wieder ernst, und hält mir seine Hand hin. Ich bin versucht, sie zu ergreifen, zucke aber im letzten Augenblick zurück und hieve mich selbst zurück auf den Steg. Zuerst sieht er verwirrt aus, doch dann akzeptiert er es leichthin mit einem kleinen Schulterzucken. Seine Augen streifen meinen halbnackten Körper, und augenblicklich schaudere ich leicht. Immer noch hat er diese Wirkung auf mich. „Brauchst du ein Handtuch?“, fragt er, doch ich schüttle nur den Kopf. Ich konzentriere mich und binnen Sekunden bin ich wieder völlig trocken. Während ich mir ein hellblaues Top und eine weiße Hotpants anziehe, fragt er: „Seit wann kannst du das?“ „Hab ich irgendwann mal bemerkt“, erwidere ich leichthin und ohne weitere Erklärung. „Gehen wir? Schwimmen macht echt hungrig!“ Er nickt, wieder gehen wir schweigend zum Frühstück. Auch diesmal versucht er nicht, nach meiner Hand zu greifen. Rose erwartet uns wie am Abend zuvor, fragend sieht sie zuerst ihn, dann mich an. Ich lächle nur und begrüße sie freudig, Joe tut es mir gleich. Während dem Essen unterhalten sie sich über dies und das, doch ich meine, in Rose‘ Stimme einen feindlichen Unterton wahrzunehmen. Auf ihren Lippen liegt zwar ein Lächeln, doch in ihren Augen glimmt die Wut. Anscheinend hasst sie ihn regelrecht für das, was er mir angetan hat. Gerade will ich mich auch in ihr Gespräch einmischen, als mir jemand auf die Schulter tippt und eine tiefe Stimme mir ins Ohr flüstert: „Kann ich dich kurz entführen?“ Ich brauche mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass es Chiron ist. Ich nicke, erhebe mich und lächle meinen beiden Freunden zum Abschied zu, bevor ich dem Zentauren in sein Büro folge. Was will er bloß von mir?

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    „Nimm doch Platz, wir haben eine Menge zu besprechen“, sagt er, ich tue wie geheißen und lasse mich in den Stuhl vor seinem Schreibtisch fallen. Eine Weile ist er einfach nur ruhig und beobachtet mich. Schließlich halte ich es vor Neugierde nicht mehr aus und frage: „Habe ich etwas falsch gemacht?“ Ein kleines Lächeln stiehlt sich auf seine Lippen, als er sanft den Kopf schüttelt und antwortet: „Aber nein. Du bist das Musterbeispiel einer guten Schülerin. Du lernst fleißig, bist mit Feuereifer dabei und beschwerst dich kein einziges Mal über etwaige Verletzungen. Nein, du hast wirklich nichts falsch gemacht. Es geht um deine Beziehung zu Joe.“ Ich zucke unmerklich zusammen. Dünnes Eis, Chiron. „Wir sind nicht mehr zusammen“, presse ich hervor. Verwundert blickt er mich an, echtes Mitgefühl legt sich über seine Züge, als er sagt: „Oh, das tut mir Leid. Darf ich erfahren, wieso?“ „Laut Joe war das zwischen uns nicht für die Ewigkeit“, antworte ich, schaffe es aber nicht, den gehässigen Unterton aus meiner Stimme zu verbannen. Nichts ist für die Ewigkeit, aber heißt das, dass man es gleich wegwerfen muss? Ich balle meine Hände unwillkürlich zu Fäusten. Nicht für die Ewigkeit, na und? Nichts ist für immer! „Und wie geht es dir damit?“, fragt Chiron, ertappt zucke ich zusammen. Ich habe das Gefühl, als hätte er meine Gedanken gehört. „Großartig, fantastisch, phänomenal“, erwidere ich und vermeide Blickkontakt, weil er sonst die Tränen in meinen Augen gesehen hätte. „Das war eines zu viel“, bemerkt er, geht aber nicht weiter darauf ein. Schweigend hängen wir unseren jeweiligen Gedanken nach, er sieht diskret aus dem Fenster, während ich einen Kampf gegen meine Tränen führe. Nicht weinen, schärfe ich mir ein. Nicht vor Chiron, nicht vor Joe. Zähne zusammenbeißen und durch den Schmerz lächeln. „Willst du einen anderen Beschützer?“, fragt er mich plötzlich, seine Augen mustern mich besorgt. Ich zögere mit meiner Antwort, hadere mit mir selbst. Es würde mir viel Kummer ersparen. Aber andererseits… „Nein, danke, wir kommen zurecht“, antworte ich und erwidere seinen Blick mit aufrichtiger Dankbarkeit. Er nickt wissend und sagt: „Solltest du dich um entscheiden, lass es mich einfach wissen. Und solltest du sonst etwas brauchen, meine Tür steht immer offen.“ Ich nicke und verabschiede mich, sein Ton lässt keinen Zweifel zu, dass das Gespräch nun beendet ist. Ich gehe aus seinem Büro und schnurstracks zum Strand. Ich brauche jetzt Zeit für mich. Ich lasse mich in den noch relativ kalten Sand fallen und schließe die Augen. Ich höre die kleinen Wellen, die sich am Strand brechen, rieche den intensiven Geruch der Seerosen und Wasserpflanzen. Ich bin versucht, wieder einfach ins Wasser zu springen, als ich von hinten eine Stimme höre: „Lang nicht gesehen, Sunny.“ Mir klappt der Mund auf. Es gibt nur eine Person auf der ganzen Welt, die mich so nennt. Ich springe auf, drehe mich um und frage erstaunt: „Chris?“ Er lächelt verschmitzt und erwidert: „Hey Schwesterherz.“

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justanna ( 03532 )
Abgeschickt vor 306 Tagen
Hab ich schon erwähnt, dass ich diese Geschichte liebe?
Nein?
OMFG !!! Ich liebe es einfach. Zuerst war ich aber voll verwirrt wegen Chris. Hat nicht so auch der Stiefbruder aus der Geschichte mit Fred geheißen? Aber finde die Geschichte soooo geil!!
justanna ( 47032 )
Abgeschickt vor 308 Tagen
kleiner Percy Jackson- Fan? Echt tolle Geschichte. du kannst gut schreiben
Swity ( 73478 )
Abgeschickt vor 635 Tagen
Ich Stimme Lara zu die Geschichte is sooooooo
geil!!!! Bitte schreib weiter auch wenn man jetzt
schon weiß wie's weiter geht aber schreib bitte
weiter;-)!!!!!! DANKE;-D!!!!!!!
Lara ( 06990 )
Abgeschickt vor 774 Tagen
Sorry ich noch mal.
Ich bin immer noch verrückt wie es weiter geht
und freue mich wenn du weitere kapitel schreibst
am liebsten wäre es wenn die geschichte unendlich ist.
Lara ( 40235 )
Abgeschickt vor 790 Tagen
ich habe eine bitte und die ist:
schreib bitte weiter,ich wünsche mir auch viele weitere Kapitel
des wäre lieb

Grüße von Lara
lolita ( 07020 )
Abgeschickt vor 830 Tagen
Awwwww....manno an der Besten Stelle hörst du auf -:)
Bella dream ( 28267 )
Abgeschickt vor 868 Tagen
Wow, du kannst richtig geil schreiben! Bitte mach weiter!
No name ( 98186 )
Abgeschickt vor 1031 Tagen
Super gute Geschichte ich liebe sie!! Bitte noch mehr
Adhara ( 55299 )
Abgeschickt vor 1051 Tagen
Ein bisschen klischeehaft, aber vom Schreibstil herausragend! :)
sisl love ( 28129 )
Abgeschickt vor 1079 Tagen
Omg!!
Die Story is voller Liebe!!
Ich verknall mich auch !!!
Aahhh total süß alles!!!!*-*
Bella-Chira ( 93203 )
Abgeschickt vor 1129 Tagen
Hey Sensless :),
deine ersten 4 Kapitel sind echt gut und ich hab richtig Lust deine FanFiktion weiter zu Verfolgen.
GLG Bella :)