Meggy and the Caribbean, Teil 4

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1 Kapitel - 1.260 Wörter - Erstellt von: OceanWave - Aktualisiert am: 2015-03-16 - Entwickelt am: - 1.011 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

In der Karibik ist zurzeit wohl vieles seltsam... so gar nicht normal... Ich habe es diesmal endlich mal länger geschrieben, entschuldigt also dass ihr so lange warten musstet ;)

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    Feuer und Wasser*Meggy*„Dein Gepäck?“, fragte mich jemand von der Seite und streckte mir hilfsbereit eine Hand entgegen. Zaghaft blickte ich den
    Feuer und Wasser

    *Meggy*

    „Dein Gepäck?“, fragte mich jemand von der Seite und streckte mir hilfsbereit eine Hand entgegen. Zaghaft blickte ich den jungen Taxifahrer an und bemerkte verwundert, dass ohne den Mund zu öffnen keine Antwort herauskommen würde. „Was?“, hörte ich mich plötzlich völlig irritiert sagen und hätte mich für die Kleines-dummes-Mädchen-Stimme am liebsten geohrfeigt. „Dein Gepäck?“, wiederholte der junge Mann freundlich. Langsam kam mir sein breites Lächeln unheimlich vor. „Soll ich es dir abnehmen?“, fragte er weiter, als ich anscheinend wieder nicht geantwortet hatte. Endlich brachte ich ein paar vernünftige Sätze zu stande: „Nein, vielen Dank. Das geht schon. Ich nehme es mit auf die Rückbank.“ Der Taxifahrer nickte und jetzt war ich mir sicher, dass mir sein wie festgeklebtes Lächeln nicht mehr gefiel, weshalb ich mich auch schon viel wohler fühlte, als er sich vor mich auf den Fahrersitz setzte und ich nur noch seinen Hinterkopf sah. „Wo soll es denn hingehen?“, wollte er wissen, wieder mit diesem viel zu gespielten Lachen. „Zum Flughafen.“, erwiderte ich nur ausdruckslos, während ich anfing, die Regentropfen des begonnenen Schauers, die sich auf der Fensterscheibe tummelten, anzuschauen. „Oh, auf die große Reise soll es gehen. Wohin willst du denn fliegen?“, stieß die Stimme des Fahrers noch einmal zu mir hinüber, während er den Motor anließ. „Karibik.“, antwortete ich knapp während ich weiterhin gebannt aus dem Fenster starrte und mich auf die weißen Spurentrennungsstreifen der Autobahn konzentrierte. „Oh Kindchen, da musst du vorsichtig sein.“, entgegnete der Taxifahrer mit ernsterem Tonfall. Plötzlich war meine Aufmerksamkeit geweckt. Erwartungsvoll starrte ich ihn durch den Rückspiegel hindurch an. Nach einer gefühlten Ewigkeit begann er endlich zu erklären: „Du hast doch bestimmt von den mysteriösen Überfällen auf die meeresnahen Städte in letzter Zeit gehört.“ Als ich perplex den Kopf schüttelte fing er seufzend an ins Detail zu gehen. „Seit ein paar Monaten werden dort überall nahe am Meer gelegene Städte bei Nacht und Nebel angegriffen.“ „Seit wie vielen Monaten?“, unterbrach ich seine Erzählung. „Äh, seit 2 Monaten. Wieso?“ Mir stockte der Atem. Vor zwei Monaten hatte ich den Traum zum ersten Mal geträumt. Seitdem wiederholt er sich wöchentlich immer wieder. „Nur so.“, antwortete ich heiser und sackte benommen in meinem Sitz zusammen. „Das seltsame ist, dass keine modernen Waffen benutzt werden.“, fuhr der junge Mann fort und ich lauschte wieder auf. „Die Täter müssen zuvor wohl ein Museum überfallen haben.“, fügte er grinsend hinzu. Als er meinen neugierigen Blick spürte, erzählte er weiter. „Es wurde mit antiken Waffen geschossen. Sogar Kanonenkugeln wurden in der Nähe der Strandbauten gefunden. Die größten Verluste haben Wein- und Biergeschäfte, aber der größte Verlust von allen ist das Verschwinden des Rumvorrats. So gut wie jede Stadt hat nichts mehr davon, alles wurde gestohlen.“ Verwirrt kniff ich die Augen zusammen. Was war da nur los? Der Fahrer unterbrach meinen Gedankenfluss. „Aufgrund der seltsamen Ereignisse sind die meisten Leute geflohen und haben ihr zu Hause beziehungsweise ihren Urlaubsort verlassen. Es gab teilweise sogar schon Tote.“ Erschrocken weiteten sich meine Augen. Wollte ich wirklich dorthin reisen. „Ja! Du musst kommen!“, schrie mich plötzlich eine Stimme an. „Was?“, fragte ich verwirrt, doch als ich den schrägen Blick des Taxifahrers sah verstand ich, dass diese Stimme schon wieder aus meinem Kopf gekommen sein musste. Sie klang wie eine Papageienstimme, die mir viel zu laut ins Ohr gekrächzt hatte.

    Instinktiv griff ich nach dem Kompass, den ich unter meiner Jacke versteckt hielt. Ich stand vor der riesigen Elektrotafel, auf der alle in Kürze startenden Flüge aufgelistet waren. Unentschlossen musterte ich die Namen der sich über die Welt verstreuenden Länder und Städte. Wie von selbst, als hätte ich es schon mal gemacht, zog ich den Kompass hervor und klappte ihn auf. Mein Blick wanderte von der Nadel zur Tafel und wieder zurück. Als die Kompassnadel komplett zum Stillstand kam folgte ich ihrer Richtung. Sie zeigte ohne Zweifel auf die fettgedruckte Schrift Jamaica, Norman Manley International Airport. Nun kannte ich mein Ziel.

    „Hallo und herzlich Willkommen an Board unserer Maschine. Bitte klappen sie alle Tische hoch und genießen sie ihren Flug. Wir starten nun.“, tönte eine gruselige Frauenstimme aus dem Lautsprecher direkt über meinem Sitz. Das Flugzeug war viel zu sauber und aufgeräumt und die aufgetakelte Tussi, die mit ihren viel zu langen, künstlichen Extensions neben mir saß lies mich auch nicht wohler fühlen. Ich versuchte mich mit der schönen Aussicht über den Wolken abzulenken, während sie ununterbrochen ihren Lipgloss erneuerte. Der Flug würde ungefähr 12 Stunden dauern. Ich war so unglaublich müde, da ich in letzter Zeit sehr wenig und sehr schlecht geschlafen hatte. Also schloss ich die Augen und schaffte es, trotz der flüsternden Stimmen, einzuschlafen. Nach ziemlich genau 12 Stunden wurde ich brutal aus dem Schlaf gerissen, als eine laute Signalglocke gegenüber unseres Doppelsitzes wie wild anfing zu klingeln und zu rasseln. Kurz darauf hörte ich panische Schreie durch das Flugzeug gelten. Erschrocken riss ich meine, eben noch so verschlafenen, Augen auf, als mich eine aus der Decke fallende Atemmaske fast erschlug. Ich blickte zu meiner Sitzpartnerin. Sie zappelte voller Panik auf ihrem Sitz herum und im nächsten Moment verstand ich den Grund. Ihre Atemmaske war nicht aus der Deckenöffnung gefallen, der Mechanismus hatte nicht funktioniert. Plötzlich fiel ihr Blick auf meine Maske. Bevor ich richtig Begriff was passierte, hatte sie sie sich geschnappt und über den Kopf gestülpt. Verstört starrte ich sie an, doch sie bemerkte es nicht mal. Das Flugzeug machte einen ruckartigen Satz nach unten, da wurde ich plötzlich durch einen unfassbar heftigen Druck nach vorne gepresst. Mit letzter Kraft zog ich mich am, durch den Ruck herausgeklappten, Tischen hoch, riss meinen Kopf herum zum Fenster versteinerte sofort in der Bewegung. Ich sah wie wir senkrecht auf das Meer zurasten. Plötzlich fiepte es in meinen Ohren, ich hörte ein lautes Knacken und kurz darauf das Krachen und Splittern des zerspringenden Fensterglases. Hunderte kleine Scherben und Splitter prallten gegen meinen Kopf. Keuchend richtete ich mich langsam auf und spürte sogleich, wie ein warmer Blutsstrom meine Schläfe hinunterlief und kurz darauf auf meine von Scherben zerkratzte Hand tropfte. Der Schmerz stach und brannte in meinem Kopf, doch ich konnte nicht schreien. Ich öffnete den Mund, doch es kam nur ein Geröchel und Gehuste heraus. Der Luftdruck zerrte an meinem erschöpften Körper und schließlich gab ich mich ihm hin. Er zog mich hinaus, durch das gesplitterte Fenster, in den eiskalten Nachtwind über dem Meer. Das letzte was ich spürte war der harte Aufprall in das Wasser des ungezähmten düsteren Ozeans, der mich unter sich begrub.

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Meggy and the Caribbean, Teil 4
Meggy and the Caribbean, Teil 4
In der Karibik ist zurzeit wohl vieles seltsam... so gar nicht normal... Ich habe es diesmal endlich mal länger geschrieben, entschuldigt also dass ihr so lange warten musstet ;)
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2015-03-14
402B
Fluch der Karibik

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