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Die Tribute von Panem -Die 74. Hungerspiele

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3 Kapitel - 1.720 Wörter - Erstellt von: JJulia - Aktualisiert am: 2015-03-23 - Entwickelt am: - 1.541 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die vierzehnjährige Phoebe lebt im Distrikt 12. Wie jedes Jahr naht der Tag der Ernte. Sie weiß, wie unwahrscheinlich es ist, dass sie gezogen wird, aber dieses Jahr ist alles anders...

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    "Na los, zieh deine Schuluniform an! Mach schon! Oder soll ich wieder zur Peitsche greifen?", brüllte mein Stiefvater mit hochrotem Gesicht. Ich hasste ihn. Er war einfach so nach Distrikt Neun gekommen, da war er fahrender Händler gewesen, und hatte es irgendwie geschafft, dass meine Mutter sich in ihn verliebte, am Tag der Beerdigung meines Vaters.
    Irgendwann hat er Mutter einen Heiratsantrag gemacht, und wir waren in seine Heimat gezogen. Nach Zwölf!
    Mein großer Bruder, James, war zu unserem Cousin Imanol und seiner Familie gezogen, er musste die ständig drohenden Worte unseres Stiefvaters nicht mit anhören.
    "Na wird es bald!", grölte der jetzt wieder.
    Ich nickte demütig, griff nach einer Stuhllehne, die über dem Bett hing und ging ins Badezimmer.
    Gleich darauf kam ich umgezogen wieder heraus.
    Ich schnappte mir meine Schultasche und machte mich auf den Weg zur Schule.
    ALs ich in Neun auf dem Weg zur Schule war, war ich immer am Rand der Getreidefelder lang gelaufen, aber sowas gab es hier ja nicht. Hier gab es nichts, außer Armut und Elend. Das gab es in Distrikt neun zwar auch, aber nicht so arg wie hier.
    Ich erreichte die Schule. Als erstes betrat ich natürlich die Aula. Hier stand jeden Morgen eine Versammlung statt.
    Ich traf auf Megan, Ruby und Effie. Jede von ihnen begrüßte ich mit einer flüchtigen Umarmung. Die drei waren meine besten Freundinnen in Zwölf geworden.
    Jetzt quietschten die Lautsprecher. Auf der kleinen Empore klopfte Mrs. Train, die Schuldirektorin, gegen das Mikrofon. Aus den Lautsprechern ertönte die Hymne des Kapitols, die aber für ganz Panem galt. Wir stellten uns alle gerade hin, legten die rechte Hand aufs Herz und summten mit.Wie immer schauten alle bewundernd zu Ruby. Sie hatte die schönste Stimme im ganzen Distrikt. Überhaupt war sie so besonders, dass sie eher ins Kapitol gepasst hätte. Sie trug immer einigermaßen hübsche Kleidung, was in den Distrikten nicht häufig vorkam und war ziemlich hübsch.
    Als die Hymne zu Ende war, krächzte die Direktorin mit heiserer Stimme ins Mikro: "Einen schönen Tag wünsche ich."
    Auf dem Weg ins Klassenzimmer wusste ich, dass es das nicht sein würde. Ein schöner Tag. Denn es war der Tag vor der Ernte.

    2
    Jetzt war es also soweit. Der Tag der Ernte war da. Meine erste Ernte in Zwölf. Meine Mutter, die sonst um die Zeit immer im Hob, einer Art Schwarzmarkt arbeitete, begleitete mich auf den Platz. Mein Stiefvater war nicht mitgekommen. Ich stellte mich in der langen Schlange an.
    Während ich wartete musste ich an meinen Cousin denken. Ich war mir sicher, dass er auch gerade an mich dachte. Bisher hatten wir alle Ernten zusammen verbracht. Die Tage davor auch. Ich vermisste ihn, klar. Imanol und ich, -wir waren immer für einander da gewesen, immer. Wie Bruder und Schwester. Er hatte mich immer beschützt, ich hatte zu ihm aufgeschaut. Wir hatten zwar im selben Jahr Geburtstag, aber trotzdem war er gut ein Jahr älter, denn er hatte im Janar Geburtstag, und ich im Dezember. Er war für mich immer der große Bruder gewesen, den ich mir gewünscht hatte. James war als Bruder ZU groß. Er war bereits zweiundzwanzig. Er hatte es viel besser als ich. Die Ernten hat er überstanden, er darf bei Imanol wohnen. Diese zwei Punkte waren das, was ich mir immer gewünscht hatte.
    "Wir brauchen ein Tropfen Blut. Leg den Finger hier rauf!", leierte die Frau monoton herunter, als ich an der Reihe war. Ich tat wie geheißen. "Weitergehen", befahl die Frau. Ich stellte mich auf den Platz, auf dem eine Bühne aufgestellt worden war und wartete.
    Auf einmal spürte ich viele Blicke die auf mir ruhten. Sowas hatte ich schon immer gespürt, egal wie weit die Entfernung war.
    Ich schaute nach, wo sie herkamen, die Blicke. Ich entdeckte zwei Jungen, ein bis zwei Jahre älter als ich. Der eine deutete mit dem Finger auf mich, der andere nickte. dass ich ihren Blick bemerkt hatte, schien sie nicht zu stören, im Gegenteil. Einer, der der genickt hatte, nickte mir zu. Ich runzelte Stirn entgegnete den Gruß jedoch trotzdem.
    Unter normalen Umständen hätte ich mich wohl gefragt, was die beiden wollten, aber so war das einzige woran ich denken konnte immer noch Imanol. Wie lange war es eigentlich her, seit er angefangen hatte, mich zu küssen? Fünf Monate, ein halbes Jahr? Es war ja eigentlich egal, ich hätte ihn nur jetzt so gern hier gehabt.
    Eine Hand legte
    sich auf meine Schulter. Es war Megan. Meine drei Freundinnen waren unbemerkt hinter mich getreten. "Mädels, wir schaffen das!", sagte Megan ruhig. Wir anderen nickten. "Klar", sagte Effie. Mir viel wieder ein, dass sie nach der Moderatorin benannt worden war, die jetzt schrill ins Mikrophon rief:" Willkommen, Willkommen!".
    Wir vier griffen uns an den Händen. Ruby und Megan hatten meine Hände genommen, Effie hielt Rubys andere Hand.
    "Primrose Everdeen", verkündete die Moderatorin. Ich betete für das Mädchen, dass es zu mindestens schnell sterben würde, doch da begann eine junge Frau zu kreischen.

    3
    Die Moderatorin lächelte auf der Bühne den beiden Totgeweihten zu. Peeta Mellark und Katniss Everdeen. Tosender Applaus begleitete sie noch immer.
    Ich sah meine Freundinnen an. Effie wischte sich verstohlen über die Augen.
    Ruby nahm sie in den Arm. "Hey, Süße", tröstete sie, "Wir habens überstanden." Megan nickte, immer wieder, als könnte sie es gar nicht fassen, dass sie nicht gezogen worden war.
    Weil ich mich auf meine Freundinnen konzentriert hatte, hatte ich nicht mitbekommen, wie es angefangen hatte: Auf einmal küssten jedoch alle auf dem Platz drei Finger ihrer rechten Hand und streckten ihn dann Katniss und Peeta entgegen.
    Es schien ein Ritual in Zwölf zu sein, denn jetzt sah auch Megan entschlossen auf und teilte die Geste. Ruby und Effie taten es ihr gleich. Ich wäre mir fehl am Platz vorgekommen, hätte ich es nicht auch gemacht, also streckte ich die drei mittleren Finger meiner Hand in die Luft.
    Es war ein überwältigendes Gefühl. Ganz Zwölf stand ein paar Minuten so da, bis erst Katniss, dann Peeta den Gruß entgegneten. In seinen Augen lag Schmerz, sie sah ausdruckslos drein.
    Die Moderatorin hauchte noch ein paar Worte ins Mikrofon, dann scheuchte sie die beiden in das Rathaus.
    Einen Augenblick dauerte es noch, dann kam Bewegung in die Menge. Auch wir vier drehten uns schweigend um und machten uns zum Gehen auf.
    "Einen Augenblick noch, bitte", sprach noch jemand in das Mikrophon. Der oberste Friedenswächter war auf die Bühne getreten.
    "Morgen Vormittag um zehn Uhr ist hier ein Pflichttermin! Eine Ausstrahlung des Kapitolfernsehens wird gezeigt, wer es nicht ansieht wird wohl gefoltert werden müssen! Sie dürfen gehen!", beendete er die Rede.
    Wir ließen uns vom Strom der Menge weg von dem Platz schieben.
    "Megan?", fragte ich irgendwann, als das Schweigen zu unerträglich geworden war.
    "Hm?"
    "Darf ich heut bei dir schlafen?"
    "Dein Va.. Stiefvater?", wollte sie wissen.
    "Ja."
    "Klar, kein Problem", erlaubte sie und lächelte.
    "Danke", entgegnete ich.
    "Kommt ihr doch auch noch mit zu mir", bot Megan Ruby und Effie an.
    Effie nickte.
    "Gern", antwortete Ruby, "Aber am Abend muss ich dann heim, meine Eltern wollen mit mir einen Film anschauen."
    Einen Film anschauen. Welch ein Luxus das doch war. Die meisten Kinder waren ja schon von den riesigen Leinwänden auf dem Rathausplatz beeindruckt gewesen. Ruby mochte es nicht mal so arg, so >reich< zu sein. Sie fühlte sich schlecht damit, da es so vielen anderen doch schlechter ging. Eigentlich allen anderen.
    Überhaupt hatten meine Freundinnen alle ein großes Herz: Effie weinte immer noch stumm um die beiden Tribute; Ruby half den Ärmeren so gut sie konnte, auch wenn ihre Eltern das nicht wollten; Megan konnte anführen, so wie sie es auch mit unserer Clique tat. Sie fand immer aufbauende Worte. Einmal hatte sie mir verraten, würde sie Friedenswächter werden wollen und dann einen Aufstand anzetteln. Es war ihr zuzutrauen. Sie war sehr willensstark.
    Ich sah ich ein bisschen in der Menschenmenge um, mit der wir gerade durch die Gassen liefen. Es waren viele Leute um uns herum, doch ich kannte niemanden. Obwohl... Die zwei Jungen, die ein wenig vor uns liefen, sahen fast aus, wie die zwei von vorhin. Ich hatte sie vor der Ernte noch nie gesehen, was nicht verwunderlich war, so lange wohnte ich ja noch nicht in Zwölf.
    Ich stieß meine Freundinnen an.
    "Wer sind die zwei Typen da vorne?", fragte ich.
    Megan schüttelte den Kopf. "Nie gesehen", sagte sie.
    Effie antwortete gar nicht, noch immer lag die Betroffenheit der Ernte über ihr.
    "Ist doch egal", meinte Ruby, "Wir sind eh da!".
    Tatsächlich waren wir vor Megans Haustür angekommen.
    "Kommt rein", sie öffnete einladend die Tür.
    Wir betraten ihr Haus.

Kommentare (3)

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Muria ( von: Murialana)
vor 272 Tagen
Ich finde es sehr schön, dass du probiert hast, nicht über einen Tribut zu schreiben. Du kannst auch sonst sehr gut schreiben. Super FF!
Kp (43506)
vor 934 Tagen
Ich finde die Story von AllJustDestiny am besten😍
nairen (55130)
vor 949 Tagen
Wow! So ziemlich die beste fanfiction die ich auf ganz teste dich je gelesen habe! Bitte schreib ganz bald weiter. Freu mich schon voll auf das nächste Kapitel!!!!! Das wird bestimmt super spannend es ist ja jetzt für den Anfang schon ziemlich extrem interessant! Naja, aber schreib auf jeden Fall weiter auch wenns mal 💗e Kommentare gibt die eigentlich voll grundlos sind! Also ich warte jetzt schon ganz gespannt auf das nächste Kapitel! Ich hoffe das du es bald schreibst! Ach ja und danke für diese Kapitel und die die noch folgen werden! :* ♡♥