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Harry Potter - Another FANFICTION | Another LOVESTORY | Another ADVENTURE | TEIL 3

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10 Kapitel - 6.674 Wörter - Erstellt von: Anna Hess - Aktualisiert am: 2015-02-26 - Entwickelt am: - 7.009 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.85 von 5.0 - 26 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die fesselnde Geschichte um Jordan Haynes geht weiter und dieses Mal ist sie düsterer denn je.

    1
    „Wow, so Kutschen habe ich ja noch nie gesehen.“ staunte ich, als wir in eine der von selbst fahrenden Kutschen stiegen.„Sie fahren nicht allein
    „Wow, so Kutschen habe ich ja noch nie gesehen.“ staunte ich, als wir in eine der von selbst fahrenden Kutschen stiegen.
    „Sie fahren nicht alleine. Sie werden gezogen – von Testhralen.“, sagte ein Mädchen das bereits in der Kutsche saß und bei unserem Einsteigen von einem Magazin namens „Klitterer“ aufsah. Das Merkwürdige an dem Heft war nicht nur, dass das Cover seltsam aussah und rätselhafte Schlagzeilen darauf gedruckt waren, sondern auch, dass das blonde Mädchen das Heft verkehrt herum hielt. Stirnrunzelnd saß ich ihr gegenüber.
    „Hermine“, hörte ich Ron leise zischen, „wer ist das?“ Hermine warf Ron einen strengen Blick zu, flüsterte jedoch zurück: „Das ist...“, dann unterbrach sie sich und fuhr mit durchschnittlich lauter Stimme fort: „Leute, das ist Luna Lovegood. Sie ist in Ravenclaw.“
    Ich beugte mich vor und hielt Luna die Hand hin: „Ich glaube du kennst mich nicht – ich bin Jordan Haynes.“ Mit schief gelegtem Kopf musterte Luna meine Hand und ergriff sie schließlich. Ihr Händedruck war leicht, ganz so, wie ich es erwartet hatte. Nach meiner Geste war die Stimmung in der Kutsche angespannt. Keiner wusste so recht was er sagen sollte. Schließlich brach Hermine das Schweigen: „Hübsche Kette.“ Sie deutete auf Lunas Hals.
    „Danke. Das ist ein Amulett – es beschützt mich vor Nargeln.“ Ich rümpfte die Nase. „Was sind Nargel? Davon habe ich noch nie gehört.“, fragte ich. Ihre Antwort kam prompt, war allerdings nicht sonderlich aufschlussreich: „Sie siedeln sich manchmal in Mistelzweigen an.“ Ich setzte zu der Frage: „Und wozu musst du dann beschützt werden? In meinen Augen siehst du nicht wie ein Mistelzweig aus.“, an, doch Hermine stieß mir unauffällig den Ellbogen in die Seite und bedeutete mir so, es dabei zu belassen. Ich gab nach.
    „Was meinst du in welches Haus du eingeteilt wirst, Jordan?“, fragte Harry in die erneut entstandene Stille hinein. Lediglich das Rattern der Kutsche war zu hören gewesen.
    „Ich habe keine Ahnung. Ich habe so viel darüber gelesen, aber ich weiß absolut nicht wo ich hingehöre. Ohne arrogant wirken zu wollen: Ich besitze jede der Eigenschaften, die man für die Häuser haben muss.“ - „Aber du weißt doch sicher, wo dein Schwerpunkt liegt.“ - „Nope, keinen blassen Schimmer.“
    „Wir werden es schon noch früh genug erfahren.“, warf Hermine ein und lächelte mich aufmunternd an. Ich erwiderte das Lächeln, doch auch ohne mich zu sehen, wusste ich, dass es nicht gerade glaubhaft rüber kam. Ich fühlte mich noch immer schlapp und innerlich ausgelaugt.

    2
    „Abend, Professor McGonagall.“, grüßte Hermine eine in die Jahre gekommene Frau mit Spitzhut, die in der Eingangshalle stand und darauf acht gab, dass die Schüler, die auf dem Weg zur Großen Halle waren, keinen Unsinn anstellten.
    „Guten Abend, Miss Granger.“, erwiderte sie und nickte Hermine kurz zu. Dann fiel ihr Blick auf mich und als ich gerade an ihr vorbei gehen wollte, legte sie die Hand auf meinen Arm und hielt mich sachte, jedoch bestimmt zurück. „Sie müssen die neue Schülerin sein – Jordan Haynes?“
    „Ja, Professor. Die bin ich.“, lächelte ich höflich und stellte mich vor Professor McGonagall.
    „Ah, der Schulleiter – Albus Dumbledore - hat mich davon in Kenntnis gesetzt, dass Sie heute eintreffen. Ich bitte Sie, nicht wie die anderen Schüler in die Große Halle zu gehen, sondern mir zu folgen. Sie werden gemeinsam mit den Erstklässlern die Halle betreten und dort an der Zuteilungszeremonie teilnehmen.“ Autsch, meine derzeit größte – okay, zweit größte – Angst hatte sich bewahrheitet. Ich würde vor allen anderen Schüler, ob älter oder jünger, in eines der Häuser eingeteilt werden und dann auch noch zusammen mit den Neuankömmlingen.
    „In Ordnung.“, antwortete ich. Meine Stimme klang irgendwie heiser und ich verfluchte mich insgeheim dafür, denn McGonagall dachte nun mit Sicherheit von mir, dass ich ein schüchternes, ängstliches Etwas war und das gefiel mir überhaupt gar nicht.

    3
    Unruhig trat ich von einem Fuß auf den anderen. Ich stand zusammen mit den winzigen Erstklässlern vor der geschlossenen Tür der Großen Halle und wartete darauf, dass McGonagall uns endlich hinein führte. Harry, Ron und Hermine hatten mir, als sie vorhin in die Halle gegangen waren, viel Glück gewünscht und gesagt, dass sie mir alle die Daumen drückten, in das Haus eingeteilt zu werden, über das ich glücklich sein würde.
    Plötzlich öffnete sich durch Zauberhand die Flügeltür und gab den Blick auf eine riesengroße, von Kerzen erleuchtete und mit hunderten von Schülern besetzte Halle frei. Ich versuchte einen riesigen Kloß in meinem Hals hinunter zu schlucken und scheiterte. Gequält griff ich mir an die Kehle und dehnte meinen Nacken.
    Unvermittelt setzte McGonagall sich in Bewegung und wir taten es ihr gleich. Der Marsch durch den Mittelgang der Halle, vorbei an den vielen Schülern, deren Blick nur auf mich gerichtet zu sein schien – wer konnte es ihnen verdenken, schließlich war ich viel größer als meine kleinen Compañeros - verlief wie in Trance. Über meine Ohren schien sich ein undurchdringlicher Schleier gelegt zu haben, denn ich hörte nur das Rauschen meines eigenen Blutes. Die Gesichter der Schüler verschwammen zu einer einzigen Masse, bis ich nicht einmal meine neu gewonnen Freunde hätte ausmachen können. Mein Blick war starr auf den hölzernen Hocker gerichtet, der auf einem großen Podest stand, auf das jeder gute Sicht hatte. Auf dem Hocker lag ein alter, heruntergekommener und abgetragen aussehender Hut, von dem ich wusste, dass es sich um den Sprechenden Hut handelte. Ihn würde ich auf den Kopf gesetzt bekommen und er würde entscheiden, in welches der vier Häuser ich am besten passte. Doch zuerst, sang er sein selbst gedichtetes Lied, von dem meine Mutter mir bereits zu Hause vorgeschwärmt hatte:

    „In alter Zeit, als ich noch neu,
    Hogwarts am Anfang stand,
    Die Gründer unsrer noblen Schule
    noch einte ein enges Band.
    Sie hatten ein gemeinsam' Ziel
    Sie hatten ein Bestreben:
    Die beste Zauberschule der Welt,
    Und Wissen weitergeben.
    »Zusammen wollen wir bau'n und lehr'n!«
    Das nahmen die Freunde sich vor.
    Und niemals hätten die vier geahnt,
    Dass ihre Freundschaft sich verlor.
    Gab es so gute Freunde noch
    Wie Slytherin und Gryffindor?
    Es sei denn jenes zweite Paar
    Aus Hufflepuff und Ravenclaw?
    Weshalb ging dann dies alles schief,
    Hielt diese Freundschaft nicht?
    Nun, ich war dort und ich erzähl
    Die traurige Geschicht'.
    Sagt Slytherin: »Wir lehr'n nur die
    Mit reinstem Blut der Ahnen.«
    Sagt Ravenclaw: »Wir aber lehr'n,
    Wo Klugheit ist in Bahnen.«
    Sagt Gryffindor: »Wir lehr'n all die,
    Die Mut im Namen haben.«
    Sagt Hufflepuff: »Ich nehm sie all'
    Ohne Ansehen ihrer Gaben.«
    Am Anfang gab es wenig Streit
    Nur Unterschiede viele,
    Denn jeder der vier Gründer hatte
    Ein Haus für seine Ziele.
    Sie holten sich, wer da gefiel;
    So Slytherin nahm auf,
    Wer Zauberer reinen Blutes war
    Und listig obendrauf.
    Und nur wer hellsten Kopfes war,
    Der kam zu Ravenclaw.
    Die Mutigsten und Kühnsten doch
    Zum tapferen Gryffindor.
    Den Rest nahm auf die Hufflepuff,
    Tat allen Kund ihr Wissen,
    So standen die vier Häuser und die Gründer denn
    In Freundschaft, nicht zerrissen.
    In Hogwarts herrschte Friede nun
    In manchen glücklichen Jahren,
    Doch bald kam hässliche Zwietracht auf,
    Aus Schwächen und Fehlern entfahren.
    Die Häuser, die vier Säulen gleich
    Einst unsre Schule getragen,
    Sie sahen sich jetzt als Feinde an,
    Wollten herrschen in diesen Tagen.
    Nun sah es so aus, als sollte der Schule
    Ein frühes Ende sein.
    Durch allzu viele Duelle und Kämpfe
    Und Stiche der Freunde allein.
    Und schließlich brach ein Morgen an,
    Da Slytherin ging hinfort.
    Und obwohl der Kampf nun verloschen war,
    Gab's keinen Frieden dort.
    Und nie, seit unsere Gründer vier
    Gestutzt auf dreie waren,
    Hat Eintracht unter den Häusern geherrscht,
    Die sie sollten doch bewahren.
    Nun hört gut zu dem Sprechenden Hut,
    Ihr wisst, was euch beschieden:
    Ich verteil euch auf die Häuser hier,
    Wie's mir bestimmt ist hienieden.
    Ja, lauscht nur meinem Liede gut,
    Dies Jahr werd ich weitergehen:
    Zu trennen euch bin ich verdammt,
    Doch könnt man's als Fehler sehen.
    Zwar muss ich meine Pflicht erfüllen
    Und jeden Jahrgang teilen.
    Doch wird nicht bald durch diese Tat
    Das Ende uns ereilen?
    Oh, seht das Verderben und deutet die Zeichen,
    Die aus der Geschichte erstehen.
    Denn unsere Schule ist in Gefahr,
    Sie mag durch äußere Feinde vergehen.
    Wir müssen uns stets in Hogwarts vereinen
    Oder werden zerfallen von innen.
    Ich hab's euch gesagt, ich habe gewarnt …
    Lasst die Auswahl nun beginnen.“

    Einer nach dem anderen stiegen die Erstklässler, nachdem der Hut geendet hatte, nun das Podest hinauf und meiner Meinung nach viel zu schnell, kam ich an die Reihe. Inzwischen nahm ich wieder Geräusche wahr, sowie auch das Lied des Sprechenden Hutes zuvor, doch immer wenn eine neue Person aufgerufen wurde, kehrte Totenstille in der Halle ein, was keinen großen Unterschied zu meinem Pulsschlag darstellte.
    „Haynes, Jordan.“, schallte McGonagalls klare, kräftige Stimme durch die Halle. Ich schloss kurz die Augen und schritt Sekunden später schon die Stufen zum Podium hoch. Meine Füße trugen mich zum Hocker, ohne dass ich recht wusste, was ich tat. Mein Kopf schien wie leer gefegt, als ich mich auf das abgesessene Holzding niederließ, mein Kinn reckte und mit – hoffentlich – selbstsicherem Blick die große Flügeltür anstarrte, die hinaus in die Eingangshalle führte – in die Freiheit. Ein Teil von mir wünschte sich, ich säße noch immer in der ratternden Kutsche. Als man mir den Hut aufsetzte, kehrte ich mit meinen Gedanken wieder in die Wirklichkeit zurück und zuckte kurz zusammen, da ich nicht mitbekommen hatte, dass McGonagall sich mir genähert hatte.
    Schwer lastete der Filzhut auf meinem Kopf und schien mich in den Stuhl zu drücken. Selbstverständlich war der Hut nicht wirklich schwer, doch auf mich schien es im Augenblick so. Ohne Vorwarnung begann der Hut zu sprechen und instinktiv wusste ich, dass ich die Einzige war, die seine Stimme vernahm. Seine Worte galten ganz allein mir.
    „Das wird eine schwierige Entscheidung. Du bist tapfer und intelligent, ebenso wie treu und auch ein wenig listig. Du liebst es im Mittelpunkt zu stehen, doch bist auch schnell verunsichert. Für diejenigen, die dir am Herzen liegen, wärst du bereit alles zu tun – du würdest für sie in den Tod gehen. Freundschaft und Familie stehen bei dir an oberster Stelle. Du vereinst all die Eigenschaften in dir, auf die Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Rowena Ravenclaw und Salazar Slytherin Wert legten. Was soll ich nur mit dir anfangen?“ Erneut schloss ich die Augen. Was, wenn selbst der Hut nicht wusste, wo ich hingehörte? „Nun, ich werde Ravenclaw ausschließen. Du bist zwar fleißig, allerdings liegt dir Lernen und Bildung nicht so sehr am Herzen wie Mut und Tücke. Auch sind dir zwar deine Mitmenschen wichtig, doch Hufflepuff ist nicht das passende Haus für dich. Bleibt die Entscheidung zwischen Slytherin und Gryffindor.“
    Die Zeit schien sich zu ziehen wie Kaugummi. Nicht nur, dass ich zweieinhalb Köpfe größer war als die Knirpse, die heute ebenfalls auf die Häuser aufgeteilt werden sollten, nein, jetzt saß ich hier schon eine gefühlte Ewigkeit und der Hut laberte noch immer vor sich hin. Ohne, dass ich stand, spürte ich, dass meine Knie zitterten und dankte somit insgeheim dem wackligen Hocker, auf dem ich saß – obwohl, er war wirklich ziemlich wackelig. Ich sollte eher dankbar dafür sein, dass er meine sechzig Kilo aushielt, da er sonst wahrscheinlich immer nur Fliegengewichte wie die Erstklässler tragen musste.
    „Gryffindor, oder Slytherin.“, setzte der Sprechende Hut seinen nervigen Monolog in meinem Kopf fort.
    'Mein Gott, kannst du dich nicht einfach für ein Haus entscheiden und dann ist gut? Ich hatte eigentlich nicht vor hier zu übernachten.', dachte ich verärgert.
    „Slytherin scheint mir wirklich eine gute Wahl für dich zu sein.“ Hatte er meine Gedanken etwa belauscht? Vielleicht war ich ein wenig harsch gewesen. Aber sollte er mich doch nach Slytherin schicken … so hätte er wenigstens endlich eine Entscheidung getroffen und ich würde mich in dem Haus bestimmt zurecht finden. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
    „Nein, nein.“, widerrief der Hut seinen vorangegangenen Gedanken. Okay, jetzt wurde es wirklich lästig und ich konnte mir gut vorstellen, dass McGonagall langsam aber sicher ebenfalls ungeduldig wurde.
    „GRYFFINDOR!“, rief der Sprechende Hut und dieses Mal, hallte seine Stimme in der gesamten Halle wieder. Ich hörte lauten Beifall, Gepfeife und freudige Rufe. Erleichtert nahm McGonagall mir den Hut vom Kopf. Auf meiner Wange kauend, sah ich mich in der Halle um und suchte nach dem Tisch der Löwen. Blau war Ravenclaw. Gelb war Hufflepuff. Grün war Slytherin … Mensch, wo war denn Gryffindor? Ah, da! Rot für Gryffindor. Eilig lief ich die Podiumstreppe hinab und ging zum Gryffindortisch. Zu meiner Erleichterung machte ich innerhalb weniger Sekunden Harry, Ron und Hermine aus, die mir bedeuteten, dass sie einen freien Platz für mich hatten. Die Blicke vieler Hogwartsschüler auf mir spürend, lief ich zu den Dreien und setzte mich auf einen Stuhl neben Hermine. Diese grinste von einem Ohr zum anderen und gratulierte mir strahlend. Auch Harry und Ron bekundeten ihre Glückwünsche und einige andere – zwei sahen vollkommen identisch aus – folgten dem Beispiel meiner drei neuen Freunde. Dann wurde es erneut ruhig in der Halle und die Einteilung der Neuen in die Häuser wurde fortgesetzt.

    4
    Die Sonne schien strahlend hell in den Schlafsaal, als ich erwachte. Grinsend räkelte ich mich unter der Bettdecke und konnte mein Glück auch jetzt noch immer nicht fassen. Ich war in Hogwarts! Ich schlief mit den anderen Gryffindormädchen meiner Jahrgangsstufe in einem Schlafsaal! Apropos … Mir fiel auf, dass mich nicht die Sonne, sondern Hermine geweckt hatte. Mit verschränkten Armen stand sie vor meinem Bett und sah lächelnd auf mich herab.
    „Aufstehen, Schlafmütze. Die Sonne lacht.“, trillerte sie und mein Grinsen wurde breiter. Wenn überhaupt, war ich in der Vergangenheit von meiner Mutter geweckt worden. Von einer Freundin in meinem Alter aus dem Schlaf gerissen zu werden, war gar nicht so übel, wie es sich anhörte.
    „Sie ist nicht die Einzige, die lacht.“, gähnte ich und spielte auf Hermines Strahlen an.
    „Hey, einen so schönen Tag muss man mit einem Lächeln beginnen.“
    „Da hast du allerdings Recht.“, pflichtete ich ihr bei und schälte mich aus meiner Bettdecke.
    „Schönen Tag hin, schönen Tag her – du solltest dich mit dem Fertigmachen ein bisschen beeilen, weißt du?“
    „Wieso?“, fragte ich stirnrunzelnd, „Wie spät ist es denn?“
    Hermine zog eine Augenbraue in die Höhe – eine Geste die ich nur allzu gut von meiner Mutter kannte. Schließlich antwortete sie: „Acht Uhr.“
    „Und wann fängt der Unterricht an?“ - „Um neun.“ - „Dann habe ich doch noch massig Zeit, Hermine!“, seufzte ich und ließ mich zurück in meine kuscheligen Kissen fallen.
    „Nicht, wenn du vorher noch etwas frühstücken möchtest.“, berichtigte sie mich, wandte mir den Rücken zu und begann damit, ihr Bett zu machen. Ich stöhnte. Am frühen Unterrichtsbeginn änderte sich scheinbar selbst in Hogwarts nichts.

    5
    „Finger weg von meinem Frühstück, Ron!“, mahnte ich und haute auf die Finger, die gerade versuchten sich eines meiner Toastbrote zu mopsen.
    „Autsch.“, nörgelte Ron und zog seine Hand zurück. Ehrlich gesagt, hatte ich keine Ahnung, weshalb er das Bedürfnis hatte sich eines meiner Brote zu nehmen, obwohl er sich selbst noch eins machen konnte.
    „Du magst doch nicht einmal Leberwurst.“, lachte Harry, der Ron und mir gegenüber saß.
    „In der Not frisst der Teufel Fliegen, nicht?“, meinte Ron.
    „Die Frage ist, ob der Teufel Fliegen frisst, wenn er auch ein selbst geschmiertes Brot haben könnte.“, warf ich ein und fügte eilig hinzu: „Mit etwas drauf, das ihm schmeckt.“
    „Aber der Toast ist so weit weg!“, nörgelte der rothaarige Junge neben mir.
    „Ron, das sind zwei Meter!“, mischte sich nun auch Hermine ein.
    „Sag ich ja – weit.“
    Lachend schüttelte ich den Kopf und machte Anstalten in mein Brot zu beißen. Dann hielt ich jedoch inne und stand auf. Fragend sahen Harry, Ron und Hermine mich an, woraufhin ich erklärte: „Ich sage nur gerade jemandem Hallo. Bin gleich wieder da.“
    Eilig lief ich um den wie mir nun auffiel, viel zu langen Tisch herum und passte einen dunkelhäutigen Jungen ab, der gerade die Große Halle verließ. „Hey, Blaise.“, sagte ich und tippte ihm auf die Schulter. Gleichzeitig fiel mir sein Freund aus dem Zug – Draco? - auf, der wenige Schritte vor ihm ging und sich nun, da Blaise stehen geblieben war, zu uns umdrehte – genau wie Blaise.
    Skeptisch sah dieser mich an. „Das ist die Stelle, an der du mich zurückgrüßt.“, versuchte ich ihm auf die Sprünge zu helfen, da er keine Anstalten machte, mein Hallo zu erwidern.
    „Und dann?“, fragte er, „Schlägst du mich dann wieder?“
    Moment, Schlagen? Oh, ja … genau. Ich hatte ihm ja eine Ohrfeige verpasst, als er mich ohne Erlaubnis geküsst hatte. Ich schnaubte. „Ehm, nein. Wegen dieser Sache: Tut mir echt leid. Ich schlage normalerweise keine gutaussehenden Typen die mich küssen.“, entschuldigte ich mich und sah Blaise offen in die Augen, „Ich meine: Hey, Bruder. Gewalt ist keine Lösung.“ Fehlte eigentlich noch das Peace-Zeichen.
    Ein Lächeln erschien auf Blaise Gesicht und ich musste ebenfalls grinsen.
    „Hast du mich gerade gutaussehend genannt?“, fragte er schelmisch und machte einen Schritt auf mich zu.
    „Wow“, sagte ich, legte ihm die Hand auf die Brust und schob ihn wieder ein Stückchen zurück, „das habe ich nur gesagt, damit die Entschuldigung besser ankommt.“
    „Ach, ist das so?“
    „Willst du etwa sagen ich lüge, Freundchen?“ Innerlich musste ich angesichts dieser absurden Unterhaltung lachen, doch nach außen hin, wahrte ich mein Pokerface.
    „Nein, wieso sollte eine Gryffindor lügen.“
    „Touché.“ stimmte ich zu und erwähnte nicht, dass der Hut sich nicht ganz sicher gewesen war, ob ich nicht doch besser nach Slytherin gepasst hätte. Das hatte ich nicht einmal meinen neuen Freunden erzählt.
    „Ich weiß nicht so recht, ob ich dir verzeihen kann. Die Ohrfeige war schon nicht ohne.“, meinte Blaise mit einem betrübten Gesichtsausdruck, doch ich sah, dass er sich unheimlich anstrengte, sein Grinsen zu verbergen.
    „Und“, fragte ich, „was kann ich tun, damit du mir vergibst?“ Ich packte Blaise am Hemdkragen und zog mich zu ihm heran. Kokett sah ich zu ihm hoch und der Blick meiner braunen Augen bohrte sich in seine, die noch dunkler als die meinen zu sein schienen. Nun bahnte sich das Grinsen doch seinen Weg an die Oberfläche und Blaise beugte den Kopf minimal zu mir herab. Diese kleine Bewegung hatte jedoch als Wirkung, dass sich unsere Gesichter nun ziemlich nahe gekommen waren – ich sah zu ihm hoch, er zu mir herab; unsere Gesichter trennten nur noch wenige Zentimeter.
    „Ein Date auf dem Astronomieturm, vielleicht.“, brummte er und ich konnte in seinen Augen sehen, dass er nicht Kürbissaft trinken und Kindergeschichten erzählen, im Kopf hatte.
    „Vorsichtig, Blaise.“, flüsterte ich so leise, dass nur er es hören konnte, schob Blaise von mir weg und fügte lauter hinzu: „Du willst doch nicht noch eine Ohrfeige kassieren.“ Ich zwinkerte Blaise zu und ging dann gut gelaunt an ihm vorbei. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, dass er sich keinen Zentimeter rührte und mit offenem Mund da stand.
    „Hasta Luego, Draco.“, flötete ich und machte mich auf den Weg zu meiner ersten Unterrichtsstunde in Hogwarts – Zaubertränke. Das Lustige war: Wir hatten das Fach zusammen mit den Slytherins.

    6
    „Was zur Hölle war das eben?“, zischte Hermine mir zu, die neben mir stand und eifrig in ihrem Kessel rührte. Wir hatten uns zusammen mit Ron und Harry in die hinterste Ecke des Raumes verzogen, wodurch eigentlich gewährleistet war, dass Snape uns – vorausgesetzt er ging nicht herum – nicht würde hören können.
    „Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst.“, antwortete ich unschuldig und warf einen Rattenschwanz in meinen Zaubertrank, der daraufhin einen roten Farbton annahm.
    „Woher kennst du Blaise Zabini?“, harkte sie nach.
    „Habe ich im Zug kennengelernt.“
    „Und was hast du mit ihm zu schaffen?“
    „Harry, kannst du mir die Alraunenwurzel bitte mal geben?“, ignorierte ich Hermines Frage, was mir einen Schnipser vor meinem Gesicht einbrachte. „Herrje … Wir haben uns nur unterhalten und er hat mich vor so einer mopsgesichtigen Furie gerettet – zusammen mit diesem Draco.“
    „Mopsgesichtige Furie ...“, überlegte Hermine, „Pansy Parkinson meinst du?“
    „Ja, ja. Genau, so hieß diese Verrückte.“
    „Verrückte trifft den Nagel auf den Kopf. Und du sagtest, dass Draco geholfen hat?“
    „Ja – warum?“, seufzte ich und wandte mich Hermine zu.
    „Miss Haynes, ich erwarte, dass sie ihre vollkommene Aufmerksamkeit dem Kessel vor Ihnen und nicht Miss Granger widmen. Granger, was haben Sie mit ihrem Trank angestellt? Ihr Kessel stinkt wie eine Kloake.“, zischte Snape, der ohne, dass wir es bemerkt hatten, in unsere Ecke gekommen war. Erschrocken zuckten Harry und Ron zusammen, da Snape ohne Vorwarnung hinter ihnen angefangen hatte zu sprechen. Das Dumme war, dass Ron dabei die Hand mit den Florfliegen ausrutschte und er den gesamten Inhalt des Glases in seinen Trank kippte, der daraufhin schwefelgelbe Dämpfe absonderte. Hach, Zaubertränke war eine Wissenschaft für sich. Ich war allerdings schon immer recht begabt in diesem Fach gewesen – hatte wohl einen guten Lehrer gehabt.
    „Ich gehe schnell neue holen.“, ergriff ich die Gelegenheit und flüchtete vor Snape. Eilig ging ich zum Zutatenschrank und stellte frustriert fest, dass darin keine Florfliegen mehr standen. Die brauchte ich allerdings zur Fertigstellung meines Trankes und ich war eine recht ehrgeizige Schülerin – na ja, manchmal.
    Mein Blick schweifte suchend durch die Klasse und blieb schließlich an einem Glas hängen, das einen winzigen Rest Florfliegen enthielt, die noch für eine Anwendung reichten. Schnell rannte ich zu dem Glas und schnappte es der Hand weg, die gerade danach griff und die der Person gehörten, die an dem Tisch stand – Blaise. Verwirrt heftete sich sein Blick auf mich und seine Miene hellte sich auf, als er erkannte, wer vor ihm stand.
    „Die brauche ich eigentlich.“, sagte er und zeigte auf das Glas in meiner Hand.
    „Ich auch.“, antwortete ich, „Aber mal sehen, vielleicht lasse ich dir ein paar übrig.“ Ich musterte den Inhalt des Glases. „Hm, wohl eher nicht. Aber hey, sei nicht allzu traurig.“
    „Denkst'e … Wegen dir werde ich jetzt jede Nacht in mein Kissen weinen.“
    „Als würdest du das nicht schon jetzt tun.“, lachte Draco neben ihm und mit Erheiterung stellte ich fest, dass Pansy Parkinson wie eine Verrückte in ihrem Kessel rührte und die Lippen zusammenpresste. Scheinbar hatte sie es nicht gern, wenn jemand mit Draco sprach. Abgesehen davon, dass ich das nicht einmal tat, verschaffte es mir dennoch eine gewisse Genugtuung. Aus diesem Grund konnte ich mir auch meinen bissigen Spruch nicht verkneifen: „Vorsichtig, Patsy. Dein Löffel bricht gleich ab.“
    „Mein Name ist Pansy.“, knurrte das aufgebrachte Mädchen.
    „Pansy, Patsy, Pansen, wie auch immer. Ich wollte dich nur warnen. So, Jungs. Ich habe einen Trank zu brauen. Wir sehen uns nachher.“
    „Schlampe.“, hörte ich Parkinson brummen und es zeugte von meiner ungeheuren Selbstbeherrschung, dass ich nicht auf dem Absatz Kehrt machte und Pansy mit ihrem Kochlöffel eins überzog. Stattdessen ging ich zurück zu meinem Kessel und stellte mit Entsetzen fest, dass er leer war. „Was zur ...“, setzte ich an und bemerkte Harrys, Rons und Hermines schuldbewusste Blicke. „Was? Was ist hier los?“
    „Das war Snape.“, erklärte Ron.
    „Er war sauer, dass du einfach abgehauen bist und hat deinen Trank verschwinden lassen.“, fügte Hermine hinzu.
    „Macht er öfter. Ich kenne mich damit aus.“, schnaubte Harry.
    „Er hat meinen Trank verschwinden lassen? Und was ist mit meiner Bewertung? Wie kann er etwas bewerten, dass überhaupt nicht da ist?“
    „Gar nicht.“, antwortete Harry gedehnt.
    „Du meinst ...“ - „'T' wie Troll.“ - „So ein Wi-Warmduscher.“, fauchte ich und knallte das Glas mit den Fliegen auf den Tisch.
    „Gibt es hier ein Problem?“, schnarrte Snape, der soeben wieder zu unserem Tisch geschlendert war.
    „Usted es mi problema.“, murmelte ich. Plötzlich wurde ich von Hermine unauffällig unter dem Tisch getreten, doch für mich war der Tritt keineswegs unauffällig. Er tat verdammt weh.
    „Was sagten Sie?“, harkte Snape nach und kniff die schwarzen Augen zusammen. Ich verdrehte die Augen.
    „Es gibt kein Problem. Ich habe nur gesagt, dass ich Ihnen dankbar bin, dass sie meinen Kessel gereinigt haben.“, seufzte ich.
    „Ihnen ist bewusst, dass sie keine Leistung erbringen?“
    „Ja, schmerzlich bewusst.“, antwortete ich und funkelte Hermine kurz an. Sie zuckte hilflos mit den Schultern.
    „Sie sollen arbeiten, Potter!“, fuhr Snape Harry an und ging dann zurück zu seinem Pult.
    „Du hast nicht wirklich gesagt, dass du ihm für die Kesselreinigung dankbar bist, oder?“, fragte Ron.
    „Nein, sie hat gesagt, dass er ihr Problem ist.“, kicherte Hermine neben mir.
    „Du kannst Spanisch?“, fragte ich verblüfft.
    „Ja. Ich hatte ein Jahr Spanisch auf der Muggelschule, auf der ich vorher war.“ Ich nickte anerkennend.
    „Sigue pegándome patadas y se acabó.“, lächelte ich Hermine an.
    „Gracias, cariño.“, erwiderte Hermine und streckte mir die Zunge raus. Ich lachte.
    „Ich bringe das mal zu dahin, wo es herkam.“ seufzte ich und wedelte mit dem Glas. Eine Minute später stellte ich es zu Blaise auf den Tisch und beugte mich zu ihm hinab. Leise flüsterte ich ihm ins Ohr: „Ich denke ein wenig Aufmunterung kann jeder vertragen. Heute Abend um neun Uhr im Astronomieturm. Wenn du nicht pünktlich bist, verpasst du mich.“
    Verblüfft sah Blaise mich an, dann zeichnete sich jedoch ein Lächeln auf seinem hübschen Gesicht ab. Ich machte mich auf den Weg zurück zu meinem Tisch, packte dort meine Tasche und verließ den Raum. Weshalb sollte ich bleiben, wenn meine Note doch sowieso ein „T“ war? Im Rausgehen rief ich Professor Snape zu: „Vielen Dank für diese höchst lehrreichen Stunden.“ Unglaublich. Ich kannte diesen Menschen erst seit zwei Stunden und bekam bereits jetzt einen Brechreiz, wenn ich ihn sah.

    7
    Als ich den Astronomieturm erreichte, begann die Sonne bereits am Horizont unterzugehen. Es war ein warmer Sommerabend und trotz der späten Stunde noch angenehm in einem T-Shirt. Sicherheitshalber, falls es im Turm doch etwas zugig war, hatte ich über mein weißes Top jedoch noch ein dunkelblaues Jeanshemd gezogen. Direkt nach dem Unterricht, hatte ich mich dem unbequemen Rock entledigt und ihn durch eine schwarze Shorts ersetzt, sowie meine globigen Treter durch weiße Stoffschuhe. Da die Shorts ziemlich kurz war, hatte man eine gute Sicht auf meine gebräunten Beine. Meine dunkelblonden Haare, hatte ich mir aufgrund der Hitze zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden.
    Nach Luft schnappend kam ich ganz oben auf der Plattform im Astronomieturm an. Das Licht der untergehenden Sonne tauchte den Ort in warmes orangenes Licht. Ein sanfter Wind wehte hier oben, doch er war nicht kalt. Ich schloss die Tür des Astronomieturms hinter mir und betrat die Plattform.
    Blaise war bereits hier und stand vor dem Geländer, dass die Schüler vor dem Herabstürzen in die Tiefe bewahrte. Aus dieser Höhe hatte man eine gute Aussicht auf die Ländereien Hogwarts'.
    „Du bist schon hier.“, merkte ich an und machte mich bemerkbar. Langsam drehte Blaise sich um und musterte mich von oben bis unten.
    „Der Satz müsste wohl eher lauten: Endlich bist DU da.“, lächelte er und kam auf mich zu. Ich kam ihm auf halbem Weg entgegen und blieb stehen, als wir noch einen knappen Meter entfernt voneinander waren. Das Licht brach sich um seinen Kopf herum und tauchte sein Gesicht in geheimnisvollen Schatten. Mir fiel erneut auf, wie groß Blaise doch eigentlich war. Er hatte sich ebenfalls umgezogen. Im Gegensatz zu heute früh, trug er ein schwarzes T-Shirt, das sich über seinem trainierten Oberkörper spannte, sowie eine Jeans im Used-Look und dazu schwarze Stoffschuhe, die den meinen in der Form stark ähnelten.
    „Wie kommt es, dass du es dir doch anders überlegt hast. Ich meine, als ich diesen Ort heute Morgen vorgeschlagen habe, hast du mir mit einer Ohrfeige gedroht.“
    „Ja … Sagen wir, ich wollte ein wenig Aufmunterung und du bist ehrlich gesagt mein Mittel zum Zweck.“
    „Du nutzt mich also aus.“, stellte er nüchtern fest.
    Ich sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an: „Schlimm?“
    Ein schelmisches Lächeln, ähnlich dem von vorhin, umspielte seine Lippen. Plötzlich schlang er die Arme um meine Taille und zog mich an sich. Ich konnte sein Herz schlagen spüren und mein eigenes, schien mir jeden Moment aus der Brust zu hüpfen. „Nein“, hauchte er und beugte den Kopf zu mir herab, „das gefällt mir.“ Ein Déjà-vu von heute Morgen machte sich in meinem Kopf breit. Unsere Gesichter waren sich heute bereits schon einmal so nah gewesen.
    Blaise ließ meine Taille los und legte seine Hände stattdessen auf meine Schultern. Sanft strich er mit seinen Fingern meine Arme entlang und trotz des Jeansstoffes, der meine, von Blaise Haut trennte, bekam ich eine Gänsehaut. Ich betrachtete Blaise Lippen. Sie sahen weich, so weich aus. Er war ein guter Küsser. Diese Erfahrung hatte ich bereits gestern im Zug machen können. Seine Lippen waren so weich wie sie aussahen und trotzdem, war der Kuss feurig und fordernd gewesen. Dabei hatte es sich bloß um wenige Sekunden gehandelt. Wie fühlte es sich wohl an, wenn ich Blaise länger küsste? Würde ich mich verlieren? Ich musste es riskieren – ich konnte nicht anders.
    Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und presste meine auf Blaise Lippen. Sofort erwiderte Blaise den Kuss. Erneut umfassten seine großen Hände meine Hüften und zogen mich, wenn überhaupt möglich, noch näher an ihn heran. Ich schlang die Arme um Blaise Hals und ließ zu, dass er den Kuss vertiefte. Ich hatte Recht gehabt – ich verlor mich in ihm; in dem Augenblick, dem Kuss, Blaise. Mein Denken setzte aus und die Welt schien sich nur um diesen einen Kuss zu drehen. Auf einmal lösten sich Blaise Lippen von meinen, aber noch ehe ich protestieren und ihm sagen konnte, dass er mich verdammt noch mal wieder küssen sollte, begann sein Mund meinen Hals zu liebkosen. Gleichzeitig schob Blaise mir das Jeanshemd von den Schultern, woraufhin es auf dem Boden landete – es interessierte mich nicht. Blaise Lippen wanderten von meinem Hals zu meinem Schlüsselbein. Ich legte den Kopf in den Nacken und stöhnte. Noch nie zuvor hatte ich mich so gefühlt. Ich wollte ihn – ich wollte Blaise. Jede Faser, jede Zelle meines Körpers verzehrte sich nach ihm. Ich presste mich näher an ihn, fasste mit den Fingern unter sein Kinn und drückte sanft seinen Kopf nach oben. Ich zog ihn in einen Kuss und er fuhr mit den Fingerspitzen meine Arme entlang – dieses Mal ohne Hemd als Barriere. Seine Finger fanden den Saum meines Tops und ich ließ es ihn über meinen Kopf ziehen. Erneut schlang ich die Arme um seinen Nacken. Blaise starken Hände fassten unter meine Oberschenkel und er hob mich hoch. Ich schlang die Beine um seine Hüfte und spürte einen kurzen Schmerz, als mein Rücken gegen eine harte Steinwand stieß. Blaise ließ mich los, ich kam wieder auf meinen Beinen zu stehen und zwischen hunderter kleiner Küsse, zog ich Blaise sein T-Shirt über den Kopf. Gebannt fuhr ich mit den Fingerspitzen seine definierten Bauchmuskeln nach. Dann begann ich mir an seinem Hosenknopf und dem Reißverschluss zu schaffen zu machen. Ehe Blaise sich versah, stand er nur noch in Boxershort vor mir. Dafür revanchierte er sich und ich machte keine Anstalten zu protestieren. Meine kurze Hose landete neben seiner auf dem Boden. Ich sah die Lust in seinen Augen, als er meinen Körper musterte. Ich trug nur noch einen weißen BH und einen dazu passenden String. Grinsend entfernte ich mein Haargummi und schüttelte meine langen, leicht gewellten Haare aus. Sie fielen mir in vielen feinen Strähnen um die Schultern und wehten in der leichten Abendbrise.
    „Okay, verdammt. Schluss mit dem Kinderkram.“, knurrte Blaise, machte einen großen Schritt auf mich zu, vergrub seine Hände in meinen Haaren, küsste mich feurig und drängte mich sanft dazu, mich zu unserer Kleidung zu Boden sinken zu lassen. Ich umfasste sein Gesicht mit meinen Händen. In Windeseile, hatten wir uns auch unserer letzten Kleidungsstücke entledigt und die Berührung von Blaise warmer Haut, fühlte sich an wie ein Feuerwerk meiner Nerven. Wenig später war ich froh, dass wir so weit oben waren, dass uns keiner hören konnte, denn Blaise brachte mich um den Verstand und machte Sachen mit mir, von denen ich noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

    8
    Verschwitzt lagen wir auf der Plattform des Astronomieturms und sahen in den sternenklaren Himmel. Mein Kopf lag auf Blaise nackter Brust und unsere Beine waren ineinander verschränkt. Noch immer war ich außer Atem und ich spürte auch Blaise beschleunigte Atmung und seinen schnellen Herzschlag.
    „Wow.“, brummte Blaise und strich mir mit der Hand sanft über die Haare.
    „Das war unglaublich.“, stimmte ich ihm zu und kicherte leise.
    „Wie oft hast du das schon gemacht?“, fragte er, „Ich meine, du warst Wahnsinn!“
    Ich errötete leicht – was wirklich selten geschah. „Das war das erste Mal.“
    Blaise lachte. „Ja, ist klar.“ Ich schwieg. „Dein Ernst?“ Vorsichtig hob ich den Kopf und sah Blaise in die Augen. „Ja, ich meine das Ernst.“ Für einen Moment blickte er mich erschrocken an, dann grinste er sein typisches Blaise-Grinsen.
    „Ich sagte es ja: Du bist der Wahnsinn! Und jetzt sogar noch ein Naturtalent.“
    Ich lachte. Unglaublich wie oft Blaise es schaffte mich zum Lachen zu bringen. „Normalerweise bin ich nicht so.“
    „Wie?“, fragte er.
    „So leicht zu haben. Also, ich mache so etwas normalerweise nicht.“, murmelte ich.
    „Das habe ich auch nicht gedacht.“, antwortete Blaise verblüfft.
    „Ich will nur, dass du weißt, dass mir das hier was bedeutet hat und ich hoffe, dir auch.“, gestand ich und war froh, dass es nun raus war.
    „Jordan, du bist unglaublich! Noch nie hat ein Mädchen es geschafft, mich so fühlen zu lassen, was ich fühle, wenn ich mit dir zusammen bin.“
    Mein Herz raste in meiner Brust. „Wirklich?“
    „Ja. Ich will auch, dass das hier was Ernstes ist.“, versicherte mir Blaise und küsste mich sanft auf den Kopf. In meinen Augen sammelten sich Tränen und ich konnte mein Glück kaum fassen.
    Eine Weile betrachteten wir noch die Sterne. Noch immer strich Blaise mir sanft über die Haare und diese kleine Geste gab mir ein Gefühl von Geborgenheit. Ich fühlte mich so geborgen, dass ich schließlich in Blaise Armen einschlief.

    9
    „Was ist hier los? Wo bin ich?“, schrie ich konnte mir meine Frage eine Sekunde später schon selbst beantworten. Ich träumte wieder. Der Alptraum war wiedergekehrt. Und dieses Mal, war er realer denn je.
    „Dieses Mal entkommst du mir nicht.“, krächzte die vertraute und doch so fremde Stimme hinter mir. Von Todesangst erfüllt, fuhr ich herum und sah in glühend rote Augen. Er hatte Recht … Dieses Mal gab es kein Entkommen. Ich war erschöpft. Nicht einmal schreien konnte ich, als das Monster aus meinen Träumen – der Alptraum meines Lebens – meinen Arm packte und mich ein brennender Schmerz durchfuhr. Er war nicht zu vergleichen mit dem süßen Schmerz, den ich bei Blaise verspürt hatte. Er reichte tief – bis in mein Unterbewusstsein. Ich schien nur noch aus Schmerz zu bestehen. Mein ganzes Sein war Schmerz. Ich konnte mich nicht erinnern, mich jemals glücklich, geborgen oder behütet gefühlt zu haben. Schließlich bahnte sich doch ein Schrei seinen Weg aus meiner Kehle. Es war mehr ein Kreischen, das sich in meinen Ohren mit dem höhnischen, bösartigen Lachen des Monstrums vermischte. Die Welt um mich herum verschwamm. Mein Körper fühlte sich an, als würde er in einer Schraubzwinge zusammen gepresst werden. Dann hörte der Schmerz plötzlich auf.
    Ich konnte spüren, dass der Traum vorbei war. Ich öffnete die Augen. Mein Herz blieb für einen Augenblick stehen. Ich befand mich nicht mehr bei Blaise auf dem Astronomieturm. Stattdessen wachte ich in einem kahlen, aus groben Steinen gehauenen Verlies auf, das durch Fackeln beleuchtet wurde. Das Flackern der Flammen warf gespenstische Schatten auf die Wände.
    Mein Luftröhre schnürte sich zu und ich bekam keine Luft mehr, als ich realisierte, was passiert war. Ich war entführt worden. Der Schatten hatte mich entführt. Eine schreckliche Übelkeit überkam mich. Mir drehte sich der Magen um, doch ich konnte nicht brechen. Beißende Galle verätzte meine Speiseröhre. Kleine, schwarze Punkte tanzten am Rande meines Gesichtsfeldes und breiteten sich aus. Zum Schluss sah ich gar nichts mehr – nur Schwarz. Ich sackte auf dem kalten Boden zusammen und verlor das Bewusstsein.

    10
    Rückmeldungen? Fragen? Kritik? Ich bin für alles offen. Schreibt es in die Kommentare und ihr bekommt eine Antwort von mir. Ich hoffe euch hat die Fortsetzung gefallen. Der eine spanische Satz hieß übrigens so viel wie: „Tritt mich noch einmal und für dich ist Siesta.“:)

article
1424720054
Harry Potter - Another FANFICTION | Another LOV...
Harry Potter - Another FANFICTION | Another LOV...
Die fesselnde Geschichte um Jordan Haynes geht weiter und dieses Mal ist sie düsterer denn je.
http://www.testedich.de/quiz36/quiz/1424720054/Harry-Potter-Another-FANFICTION-Another-LOVESTORY-Another-ADVENTURE-TEIL-3
http://www.testedich.de/quiz36/picture/pic_1424720054_1.jpg
2015-02-23
402D
Harry Potter

Kommentare (59)

autorenew

helenWeasley (55097)
vor 474 Tagen
Super FF! Schreib unbedingt weiter, dein Stil ist toll!
Wow (74261)
vor 489 Tagen
Bitte bitte bitte bitte bitte schreib weiter !!!!!!!!! ich m,uss wissen wie es weiter geht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
LilyPotter (84679)
vor 532 Tagen
Bbbiiitttttteee schreib weiter!!!!!!!
Lg LilyPotter
Sarah (72158)
vor 653 Tagen
Die Geschichte ist der HAMMER!! *-*
die 1. Frage... Wann geht es weiter??
Snowsun (81311)
vor 663 Tagen
Bitte bitte schreib weiter du schreibst soo gefühlvoll du musst weiter schreiben .
CaroCo07 (78096)
vor 687 Tagen
Wann kommt der 4. Teil raus??
piacxline (81131)
vor 718 Tagen
schreibst du noch weiter? :(
Die story ist so schön man sollte sie nicht vergessen....
Rosabell Sophie (97405)
vor 833 Tagen
SCHREIB WEITER!!!
bitte bitte bitte
Die Geschichte ist der Hammer!!!
Ich habe mindestens tausend fragen!
Wann geht es weiter?...
Ist eine von vielen

Liebe grüße deine Rosabell Sophie
Nathalie (20008)
vor 854 Tagen
Sooooo coooole Geschichte biiitteeee schreib weiter !!!!!!
nuss (04236)
vor 862 Tagen
Voll cool!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Leyla (00662)
vor 886 Tagen
Bitte schreib weiter
none (68775)
vor 886 Tagen
217.91.80.219
Jo Potter (22688)
vor 900 Tagen
Schreib weiter biiiiiiíiiiiiiiiiittttttteeeeee ist so geil der Anfang

Lg deine Jo Potter
Laura98 (72744)
vor 905 Tagen
OMG!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Du musst UNBEDINGT weiter schreiben. Die Geschichte ist der Hammer und ich bin schon gespannt wie es weiter geht!!!!!!!!!!!
Snowballcooky (72523)
vor 932 Tagen
Die Geschichte ist unglaublich! Du musst weiter schreiben!!
Evesweety ^-^ (35533)
vor 937 Tagen
Awesome :D schreib weiter, ich will wissen, wie es jordan in Hogwarts geht ^^
Crazynnsmile (65928)
vor 945 Tagen
OMG SCHREIB WEITER !!!
Susanne matt (87398)
vor 946 Tagen
OMG!
du musst unbedingt weiter schreiben. deine geschichte hat einfach alles was so eine geniale Geschichte braucht.
Wäre ich jetzt diese Jordan, ich würde Luftsprünge machen, dürfte ich nach Hogwarts!! Zu Draco und zu Snape
Susanne matt (42860)
vor 946 Tagen
geil!
SCHREIB UNBEDINGT WEITER! Deine Geschichten sind echt gut ich kann so was gar nicht!
JjU (80364)
vor 947 Tagen
° kreisch ° soooooooo gut! Schreib auf jeden fall weiter. Ehrlich, von dir könnte ich mir eine Scheibe abschneiden. Lest mal meine FF Deine Lovestory mit Bill Weasley dann wisst ihr was ich mit Scheibe abschneiden meinte.