Meggy and the Caribbean, Teil 2

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1 Kapitel - 1.422 Wörter - Erstellt von: OceanWave - Aktualisiert am: 2015-02-22 - Entwickelt am: - 1.239 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

"Außenwelt des Grauens"
Die Fortsetzung:) Ich hoffe es gefällt euch, Kritik und Ideen sind willkommen ;)

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    Außenwelt des Grauens*Meggy*Man merkte es mir deutlich an, dass ich während der letzten Jahre sehr selten aus dem Haus ging. Außer für Einkäufe u
    Außenwelt des Grauens

    *Meggy*

    Man merkte es mir deutlich an, dass ich während der letzten Jahre sehr selten aus dem Haus ging. Außer für Einkäufe und Minijobs um Geld aufzutreiben tat ich das nämlich nie, beziehungsweise ich durfte es nie. Mein Stiefvater hatte keine Freunde, was mich auch nicht wundert. Jeder hatte Respekt vor ihm und machte lieber einen großen Bogen um ihn. Niemand traut sich ein Gespräch mit jemandem zu beginnen, der jedem, der es auch nur wagt näher zu kommen oder ihn gar anzuschauen, einen Blick zuwirft, der so viel sagt wie: „Am liebsten würde ich dich eigentlich umbringen, nur des Anstands halber tu ich es nicht!“
    Ich verscheuchte den Gedanken an den Ärger, der mir blühen würde, wenn er mich findet. Ich wollte einfach meine bisherige Kindheit ungeschehen machen und weit weg von diesem Haus, dieser Straße, diesem Land. Einfach dorthin gehen wo ich will, das tun was mich glücklich macht, nur das war es was ich immer schon wollte. Ich sehnte mich nach Freiheit. Ich hatte das Gefühl, dass mein erster Schritt dies zu erreichen, war, soweit wie nur möglich von diesem Ort des Grauens wegzukommen. Ich nannte ihn schon längst nicht mehr mein zu Hause, sondern nur noch mein Gefängnis. Mein Gefängnis, dass mich davon abhält, das zu tun, was mich wirklich glücklich macht.
    Verdammt! Ich dachte schon wieder zu viel nach! Ich wollte doch ein neues Leben beginnen und das ging nicht, wenn ich nicht über all die Schmerzen hinwegkomme. Ich beschleunigte meine Schritte und rannte so schnell meine Füße mich tragen konnten zum Bahnhof. Erst dort bemerkte ich wie sehr meine Lunge brannte und meine Füße schmerzten. Ich warf einen flüchtigen Blick auf den Zugfahrplan. Doch abgesehen davon, dass mir meine, sonst einigermaßen glatten, blonden Haare wie Kraut und Rüben ins Gesicht hingen, wirkten die Uhrzeiten, Gleisnamen und Haltestellenbezeichnungen plötzlich wie Hieroglyphen auf mich. Ich konnte nicht mehr klar denken, alles war wie vernebelt. Alles war egal. Ich schleppte mich zu einer nach oben führenden Treppe. Als ich oben ankam, fühlte ich mich wie halbtot. Ich zog mich an der Lehne eines Sitzes für die wartenden Passagiere hoch. Erschöpft schloss ich die Augen und da sah ich es wieder, dieser Traum, den ich jede Woche mindestens einmal hatte:
    Ich lag auf dem Rücken, den Blick in den Himmel gerichtet. Die Sonne brannte heiß herunter, doch die frischen Briesen des Windes linderten die Hitze. Ich spürte den von den Strahlen der Sonne aufgeheizten Holzboden auf dem ich lag. Über mir sah ich, wie sich schwarze, durchlöcherte Segel leicht im lauen Wind wanden, als begrüßen sie einen alten Freund. Ich zog genüsslich die Luft ein. Sie roch frisch und salzig und ein bisschen nach Seetang und Fisch. Sie roch nach dem Meer. Über mir kreisten Möwen und erfreuten sich an dem Sonnenschein genauso wie ich. Ihr entschiedenes und doch sanftes Kreischen drang an mein Ohr. Ich schloss die Augen und lauschte ihnen lächelnd. Doch neben ihrem Kreischen war noch etwas zu vernehmen, eine Stimme. Eine Stimme, die ich irgendwoher kannte, und zwar nicht nur aus meinem Traum, sprach meinen Namen: „Megan… Megan…“ Ich richtete mich auf und blickte in ihre Richtung.
    Ich erspähte ein Steuerrad hinter welchem ein Mann mit schulterlangen geflochtenen und geknoteten Haaren, in denen teilweise Perlen und Münzen eingeknotet waren, stand. In seiner Hand hielt er etwas, es sah aus wie ein Kompass. Er trug einen langen, schwarzen, heruntergekommenen Mantel und darunter ein weißes (mittlerweile leicht graues/braunes) Leinenhemd. Dazu schlichte schwarze Stiefel und eine genauso schlichte graue Hose. Er lächelte mich, mit einem Anflug von Selbstironie, aber trotzdem freundlich, an.
    Neben ihm stand der, dem die Stimme gehörte. Ein Mann in ebenfalls leicht verschmutztem Leinenhemd, darüber eine, untenrum zerfetzte, dunkelbraune Weste. Dazu trug er eine dunkelblaue, an den Knien aufgerissene, Hose und ebenfalls schlichte schwarze Stiefel. Seine kurzen dunkelgrauen Haare waren zerzaust und fettig. Um den Hals trug er eine Perlenkette aus weißen und dunkelblauen Perlen. Sie sahen aus, wie die Perlen aus Kinderbastelsets. Auch diese Kette kannte ich irgendwoher. Doch ich wusste nicht woher. Ich schaute von vom Gesicht des Mannes auf die Kette und von der Kette in das Gesicht des Mannes. Als ich ihm gerade direkt in die Augen sah, sagte er mit Schmerz in seinen Augen: „Megan… komm Heim… komm Heim…“
    Mit einem Ruck schreckte ich hoch. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich versuchte meine schnelle ungleichmäßige Atmung unter Kontrolle zu bekommen, aber es wurde eher schlimmer als besser. Ich schloss die Augen, in der Hoffnung, dass ich dann etwas zur Ruhe kommen würde. Doch kaum hatte ich sie geschlossen, hörte ich hunderte, tausende Stimmen. Sie redeten allesamt auf mich ein. Ich bemerkte, dass es mehrmals die gleichen Stimmen waren. Aber sie sagten immer etwas anderes. Ich kannte sie alle, wusste aber nicht woher. Ich hielt mir die Ohren zu, doch das half nichts. Es kam mire eher so vor, als ob sie noch lauter geworden wären. Ich riss meine Augen wieder auf, doch sie verstummten immer noch nicht. Da brach es einfach aus mir heraus. Ich schrie. Ich schrie sie an und befahl einen zu verschwinden. Sie wurden leiser, verschwanden aber nicht. Verzweifelt zog ich die Beine an und begann zu weinen. „Wer seid ihr nur alle?“, fragte ich flüsternd. Plötzlich war alles still. Sie waren verschwunden, alle Stimmen waren fort. Und plötzlich wünschte ich, sie wären doch geblieben. Nun war ich wieder allein. So allein, wie schon seit vier Jahren. Erschöpft sank ich in einen traumlosen Schlaf.
    Am nächsten Morgen… nein, halt! Es war dunkel, also war es Nacht… wurde ich von ein paar grölenden Jugendlichen geweckt, die sich ein Gleis weiter das Warten mithilfe von Alkohol spaßiger machten. Ich war noch nie ein Freund von Alkohol, Drogen und all diesem Zeug gewesen. Ich konnte einfach nicht verstehen, was daran toll sein soll, seine Sinne mit diesem Gift zu betäuben. Ja, es ist so, als ob man sich freiwillig vergiftet. Und was soll am Vergiften toll sein? Als dann auch noch der widerliche Gestank von Zigaretten zu mir herüber drang, wusste ich, dass ich in den nächstbesten Zug einsteigen würde. Ich hatte zwar bestialische Kopfschmerzen, konnte aber mittlerweile den Fahrplan wieder verstehen. Der nächste Zug fuhr nach Hannover. Das war mir nur recht, denn von dort aus würde ich mit Leichtigkeit überall hinkommen, da die Anbindungen gut waren. Mein Zug würde in zwei Minuten ankommen. Schnell kramte ich die erbeutete Kreditkarte aus meiner Tasche und schob sie in den Automaten. Möglichst unauffällig (es wirkt schon verdächtig, eine Kreditkartennummer auf einem Zettel mit sich rumzutragen) zog ich den Zettel aus meiner Jacke und fing an meine Kritzelei zu entziffern und die Nummer einzugeben. Gerade als mein Zug in den Bahnhof einfuhr, spuckte der Automat die Fahrkarte aus. Ich stempelte noch schnell ab, dann sprang ich in den Zug.
    Ich musste wirklich ziemlich schlimm aussehen, denn die Leute betrachteten mich mit höchst abschätzigen Blicken. Ich fand einen freien Doppelsitz und lies mich erschöpft auf ihn fallen. Niemand würde sich zu mir setzen wollen, so wie ich anscheinend aussah. Gierig trank ich aus meiner Wasserflasche und riss ein großes Stück von meinem Brot ab. Als ich merkte, was ich da tat, stoppte ich mich selbst und packte meinen Proviant wieder in die Tasche. Ich sollte mit dem Verbrauch meiner Vorräte vorsichtig sein. Zwar hatte ich viel Geld, aber man kann ja nie wissen wohin mich das ganze bringen würde. Sobald ich in Hannover war, würde ich mir eine vernünftige Mahlzeit besorgen.

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1424616948
Meggy and the Caribbean, Teil 2
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2015-02-22
402B
Fluch der Karibik

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