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Harry Potter: Flucht aus Hogwarts

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7 Kapitel - 4.038 Wörter - Erstellt von: Crazy Pancake - Aktualisiert am: 2015-04-17 - Entwickelt am: - 2.110 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Es geht um ein Mädchen (mich), das in ihrem vierten Jahr aus Hogwarts abhaut. Warum, erfahrt ihr in der Geschichte, aber: Es hat etwas mit Drachen zu tun.
Ich habe einige Dinge allerdings etwas geändert...

    1
    Ich schaute in Gedanken versunken auf das flackende Kaminfeuer im Ravenclaw Gemeinschaftsraum.
    "Eve!", sagte Luna, meine beste Freundin.
    Sie war auch meine einzige Freundin.
    Ja, Luna Lovegood war meine einzige Freundin.
    Die anderen Ravenclaws fanden mich zu seltsam, denn ich neigte leider manchmal dazu, in einer fremden Sprache vor mich hinzusingen.
    Es war so ein Reflex, so wie ein Juckreiz oder ein Nieser. "Eve! Hörst du mir zu?", fragte Luna wieder.
    "Was?", fragte ich verwirrt zurück.
    Luna lächelte. "Ich habe gesagt, dass wir morgen an den See gehen können!"
    "Xava!", murmelte ich gedankenverloren.
    "Was?" Nun war es an Luna, verwirrt zu schauen.
    "Ich habe gerade "Okay!" gesagt!", erwiderte ich.
    "Hab ich nicht!" "Hast du doch!" Ich legte mein Gesicht in meine Hände. Na toll! Jetzt sang ich nicht nur in dieser Sprache, jetzt verstand ich auch nicht, was ich sagte!
    Luna lächelte wissend. "Ich weiß, was du jetzt gebrauchen könntest!", sagte sie. "Einen Psychologen?" "Wie kommst du denn darauf? Nein, was du brauchst, sind Schlickschlupfabsauger!"
    "Äh..." "Klarer Schlickschlupfbefall! Sie haben dein Hirn in Wolle verwandelt! Ich frag Daddy, ob er mir ein paar von den Absaugern schicken kann!", sagte Luna. "Na, da bin ich aber froh!", meinte ich ironisch.
    "Wozu hat man denn Freunde!"

    2
    Am nächsten Tag war es Sonntag. Luna fragte mich, ob ich mit in die Bibliothek gehen wolle, aber ich lehnte ab. Sie hatte sich da nämlich mit Ginny Weasley treffen wollen. Und ich konnte Ginny nicht ausstehen!
    Sie verbrachte immer mehr Zeit mit Luna und irgendwie machte mich das eifersüchtig.
    Jetzt war Luna also in der Bibliothek und mir war langweilig. Nachdem ich alle meine Hausaufgaben gemacht hatte, beschloss ich, in den verbotenen Wald zu gehen. Ich hatte keine Angst vor dem ach-so-gefährlichem-Wald. Ich schlich mich an Hagrid vorbei und betrat den Wald. Ich setzte mich auf einen Baumstumpf, tief im Wald drinnen.
    Dor sortierte ich erst einmal meine Gedanken.
    In der Nacht hatte ich etwas wirklich Seltsames geträumt. Ich war mit Luna auf einer Wiese und plötzlich wuchsen mir Flügel auf dem Rücken. Mein gesamter Körper wuchs und wuchs, bis ich ein riesiges Ungeheuer war. Luna hatte geschrien.
    "Ich bin es: Eve!", hatte ich gesagt, doch es kam nur ein Brüllen heraus.
    Dann war Ginny Weasley aufgetaucht und hatte "Komm, wir gehen Luna!" gesagt.
    Dann war ich aufgewacht.
    Das war ein wirklich seltsamer Traum gewesen.
    Was war nur momentan mit mir los?
    Plötzlich überkam mich wieder der Raflex, zu singen.
    Ich fing wieder an, in der fremden Sprache zu singen.
    Nur, das ich jetzt jedes einzelne Wort verstand.
    "Ich fliege! Hoch oben in der Luft
    Unter mir: Wiesen und Berge
    Und Bäume. Ein Wald.
    Und da sind auch Wesen
    Winzige Wesen, nur wie meine Kralle so groß
    Ich fliege. Meine Flügel tragen mich hoch!"
    Plötzlich hörte ich keine Vögel mehr zwitschern.
    Doch ich schloss die Augen und sang einfach weiter:
    "Meine Flügel. Mein Himmelreich.
    Ich will weder schwimmen noch laufen.
    Fliegen will ich und frei sein.
    Meine ganz eigene Welt.
    Meine Flügel tragen mich fort.
    An jeden, beliebigen Ort.
    Fliegen macht Freiheit!"
    Plötzlich hörte ich ein Schnaufen und heißer Atem schlug mir entgegen. Ich öffnete die Augen.
    Entsetzt starrte ich auf die gigantische Kreatur vor mir. Ich sah einen Drachen mit smaragdgrünen Schuppen.

    3
    Der Drache schnaufte wieder. Dann sagte er etwas in der fremden Sprache. Nur, dass mir diese Sprache nicht mehr fremd war. Ich verstand jedes einzelne Wort.
    Er sagte: "Warum hast du aufgehört zu singen, kleine Drächin?" Er sah mich fragend an. "Sing doch weiter, bitte! Nur noch ein Lied! Deine Stimme klingt wunderbar!"
    Ich war so verdutzt, das ich keinen Ton heraus bekam. Doch plötzlich war der Reflex wieder da.
    Ich öffnete den Mund und sang:
    "Hitze, heißes Feuer
    In uns allen brodelt
    Stärkt uns in der Not
    Begleitet uns, auf alle Tag
    Brennt und glüht so rot.
    Die Flammen mich verzaubern
    Bring ich sie ans Licht
    Das Flackern und das Flüstern
    Vernebeln meine Sicht.
    Feuer in uns allen!
    Gefährlich, aber schön
    Beschütze uns alle!"
    Die letzten Ferse hatte der Drache leise mitgesummt.
    Ich sah ihn an. Riesige Reißzähne, gigantische Klauen_ ich wollte laut losschreien, doch stattdessen sagte ich in der fremden Sprache ( der Sprache der Drachen): "Wie heißt du?"
    Der Drache sah mich aus seinen braunen Augen an.
    "Ich heiße Smaragd. Und du?" Seine Stimme war tief und melodisch. "Ich..ich bin Eve!", stotterte ich.
    Smaragd wiegte seinen riesigen Kopf hin und her.
    "Eve ist kein Drachenname!", sagte er schließlich.
    "ich bin ja auch gar kein Drache! Ich bin ein Mensch!"
    Diese Feststellung von Smaragd war so absurd, dass ich gelacht hätte, wenn ich nicht so schockiert gewesen wäre. Ich schnaubte einmal. Rauch kam aus meiner Nase. "Wir werden sehen!", sagte der grüne Drache nachdenklich. "Was ist das?", rief ich panisch und schaute auf die Rauchschwaden, die sich in der kalten Abendluft auflösten.
    "Alles zu seiner Zeit!", erwiderte Smaragd.
    "Ich habe keine Zeit! Ich muss zurück zur Schule! Es ist schon Abend und-oh nein! ich müsste längst zurück sein!", rief ich und sprang auf.
    "Warte!" Smaragd sah mir in die Augen.
    Gefällt es dir dort etwa? Auf einer Menschenschule? Für Zauberer? Du erscheinst mir nicht sonderlich froh zu sein!" Wie hatte er das Wissen können?
    Ich sah ihn zweifelnd an. "Bleib hier! Ich erkläre dir alles!", bat er mich. "Aber im Wald ist es gefährlich!", protestierte ich. "Du hast einen Drachen, der dich beschützen kann! Und außerdem..." "Was, außerdem?" "Nichts! Eve, vertraust du mir?"
    Ich zögerte. Er war riesig, hatte furchteinflößende Reißzähne und mächtige Pranken. Aber trotzdem... "Ja! Ja ich vertraue dir. Ich weiß aber nicht warum!", sagte ich schließlich. Smaragd nickte.
    "Dann bleib hier!", bat er mich schon wieder.
    "Aber mir ist kalt!" "Dem lässt sich abhelfen!", grinste der Drache. Er hustete kurz und schon brannte ein kleines Feuer. Es beruhigte mich und hypnotisierte mich gleichzeitig. Gebannt starrte ich auf die Flammen. "Eve, wenn du willst, erkläre ich dir jetzt alles!" Ich nickte. Smaragd holte tief Luft, dann begann er zu erzählen.

    4
    "Wir Drachen sind intelligent. Intelligenter als die Zauberer. Die Sprache, die wir -und auch du- sprechen, ist uralt. Wir halten das allerdings geheim. Wer weiß was los wäre, wenn die Menschen wüssten, dass wir keine dummen, emotionslosen Viecher sind, sondern kluge Wesen. Sie würden uns missbrauchen." Smaragd räusperte sich.
    "Warum du Rauch ausstoßen kannst und unsere Sprache sprichst, erkläre ich dir mit einer alten Sage. Also: Vor langer, langer Zeit, lebte eine Drächin namens Lashiva. Sie hatte einen Gefährten, dessen Name uns unbekannt ist. Sie bebrüteten gerade ihr erstes, gemeinsames Ei und waren glücklich. Doch eines Tages, kamen die Drachenfänger. Dumme Menschen, die weit in der Überzahl waren. Sie stahlen das Ei. Als Lasivas Gefährte kam, um ihr zu helfen, erschreckten sich die Menschen-und ließen das Ei fallen.
    Daraufhin brüllte ihr Gefährte und griff sie an, aber sie sprachen einen Fluch aus und Lashivas Gefährte starb. Sie war unglücklich. Sie wollte den Menschen zeigen, was sie ihr angetan hatten und tötete einen der Drachenfänger. Doch die wurden wütend. Sie verstanden nicht, dass sie der Drächin das gleiche angetan hatten!" Die letzten Worte hatte Smaragd geknurrt. "Sie wurden sehr wütend und sprachen einen Fluch nach dem anderem aus. Und dann, taten die Menschen etwas Schreckliches. Keiner weiß, wie sie es gemacht haben, der Zauber konnte nie wiederholt werden. Sie sperrten Lashiva ein, im Körper eines Menschen. Sie verwandelte sich in eine Menschenfrau. Dann löschten sie ihr das Gedächtnis und erzählten ihr falsche Sachen. So lebte sie die nächsten Jahre. Doch irgendwann, Lashiva hatte einen Mann und 2 Kinder, spürte sie etwas.
    Es war der Drang zu fliegen. Sie bekam Träume vom Fliegen. Sie sprach Drächisch uns schließlich wurde sie wieder ein Drache. Sie wollte ihre Kinder mitnehmen, doch der Mann vertrieb sie. Lashiva lebte weiter in der Wildnis, ohne ihre Menschenfamilie. Aber ihre Tochter hatte eines Tages dieselben Träume. Sie sprach ebenfalls Drächisch und auch sie verwandelte sich in einen Drachen. Sie merkte, dass sie sich in einen Menschen verwandeln konnte. Und zurück in einen Drachen. Auch sie lebte ab da in der Wildnis.
    Doch ihr Bruder blieb ein Mensch. Er heiratete und seine Frau bekam einige Kinder. Einige seiner Nachkommen wurden Drachen, einige blieben Menschen. Doch die Tatsache ist, dass bis heute immer wieder Menschenkinder, Nachfahren von Lashiva, das Herz eines Drachen haben und sich in einen verwandeln können." Smaragd sah noch einmal lange und intensiv an. "Bedeutet das...", hob ich an, doch ich schaffte es nicht, die Worte über meine Lippen zu bringen. "Ja!", sagte Smaragd ernst, "Das bedeutet, dass du ein Drache bist! Eine Nachfahrin Lashivas. Du kannst ein Drache werden."

    5
    Das musste ich erst einmal verdauen.
    Ich? Ein Drache. "Heißt das, dass ich ein Drache sein kann? Kann ich dann auch fliegen?", fragte ich.
    Smaragd lächelte mich an. "Ja."
    Ohne das ich etwas dagegen machen konnte, breitete sich auf meinem Gesicht ein Lächeln aus.
    Es verschwand allerdings sehr schnell wieder, als ich auf meine Armbanduhr schaute. Es war schon spät.
    Luna und die anderen saßen gerade beim Abendessen in der großen Halle. Und ich war nicht dabei. "Ich muss jetzt los!", sagte ich.
    "Warum bleibst du nicht? Du könntest doch hier bleiben und dich in einen Drachen verwandeln!"
    "Ich weiß nicht...", antwortete ich zögernd.
    "Bitte!", bat mich Smaragd und sah mich flehend an.
    "Warte hier auf mich. Morgen komme ich wieder und bis dahin habe ich mir überlegt, ob ich mitkomme, oder hier bleibe, okay?" "Na gut.." "Dann Tschüss!", rief ich und raste Richtung Schloss. Ich kam an, kurz bevor Filch die Türen schloss. Er murmelte etwas von "Die sollte man doch alle in den Kerker sperren! Mistbälger!" Gruseliger Mann. Wenn der Kinder nicht mag, soll der sich gleich einen anderen Job suchen.
    Ich setzte mich an den Ravenvlawtisch, häufte mir etwas zu Essen auf den Teller und ass es in Rekordgeschwindigkeit auf. "Geht's dir gut?", fragte Luna mich vorsichtig. "Mh, Ja!", antwortete ich mit vollem Mund. "Äh... Du redest schon wieder so komisch!" Mist! Jetzt hatte ich doch tatsächlich vergessen, wieder auf Menschensprache umzuschalten. Vielleicht hatte Smaragd recht. Ich war mehr Drache als Mensch. Ich sollte mein altes Leben aufgeben und als Drache leben.
    Das ganze Essen über war ich abwesend. Ich dachte die ganze Zeit an Smaragd. Ich-ein Drache.
    Ein Wunder, das ich nicht ohnmächtig geworden war, als ich ihn gesehen hatte! Es war seltsam, aber ich vertraute Smaragd. Einfach so. Und ich glaubte seinen Worten, wahrscheinlich, weil der Drache in mir wusste, dass sie wahr waren.
    Gedankenverloren ging ich die Treppe hinauf, legte mich in mein Bett und schlief ein.

    Ich träumte wieder. Diesmal stand ich auf einer Klippe. Ich breitete meine Arme aus und stützte mich in den Abgrund. Noch während ich fiel, verwandelte ich mich in einen Drachen. Kurz bevor ich auf dem Boden aufkam, streckte ich meine Flügel und flog wieder nach oben. Ich spürte die Luft um mich herum.
    Und dann-"Eve, du musst jetzt aufstehen! Frühstücken und danach Unterricht!", weckte mich Luna. Als ich die Augen aufschlug und mich streckte, hatte ich meine Entscheidung getroffen: Ich würde gehen und ein Drache werden.

    6
    Die Schulstunden zogen sich ewig lange. Umbridge, die Kröte mit der Haarschleife, diktierte uns endlos langweiliges Zeug. Ich würde nie wieder hier im Unterricht sein. Ich würde Luna vermissen.
    Und Hogwarts... Als die Schule endlich vorbei war und wir alle zum Essen in der großen Halle saßen, fragte Luna mich, ob ich mit in die Bibliothek gehen wolle, aber ich verneinte, weil ich in den Wald gehen wollte. Ich umarmte Luna zum Abschied und sie sagte: "Eve, ich gehe doch bloß in die Bibliothek. Ich will etwas über diese Wesen herausfinden, die Daddy in unserem Garten entdeckt hat. Wir sehen uns später!" "Ja. Bis später!", sagte ich traurig und ich wusste genau, dass ich sie später nicht sehen würde. Ich nahm meinen Zauberstab und überlegte, ob ich Luna einen Zettel schreiben sollte. Ich entschied mich, es nicht zu tun. Was sollte ich auch schreiben? >Hey Luna! Du weißt, du bist meine Abf, aber ich haue von dieser Schule ab. Liegt nicht an den Schülern, noch nicht einmal an der Umbridgekröte, aber ich habe einen coolen Drachen im Wald getroffen, der mir erzählt hat, ich bin auch ein Drache, deswegen geh ich mit ihm Weg, um ein Drache zu werden. Kein Plan, ob wir uns jemals wiedersehen. HDL deine ab sofort Ex-ABF Eve< Nein, das klang doof. Ich seufzte, dann machte ich mich auf den Weg zu den Ländereien von Hogwarts.
    Kurz vor dem verbotenem Wald drehte ich mich noch einmal um. Würde ich das Schloss je wieder sehen?
    Entschlossen betrat ich den Wald. Smaragd kam mir schon entgegen Er musste mich gewittert haben.
    Er roch aufgeregt. Moment mal... Er roch aufgeregt.
    Ich konnte plötzlich alles riechen. Den Wald, die Tiere und noch tausend andere Sachen.
    "Eve!", begrüßte mich der grüne Drache und sah mich erfreut an. "Hey, Smaragd!", sagte ich.
    "Also, willst du es versuchen?", fragte er. "Was?" "Na, dich verwandeln!" "Oh, ja klar." Smaragd sah sich um. Aber nicht hier. Ich nehme dich zu den Bergen, sie sind nicht weit entfernt. Dort ist am schönsten, ein Drache zu sein." Ich nickte nur knapp und kletterte auf seinen riesigen Rücken. Er breitete die Flügel aus und flog senkrecht nach oben. Äste zerbrachen und sprangen aus dem Weg, als Smaragd Richtung Himmel flog. Ich drehte mich um und sah das Schloss einsam da liegen. Irgendwo da drin saß Luna und las in Büchern über seltsame Wesen. Mein Herz wurde mir schwer, als sich das Schloss immer weiter entfernte. Ich richtete den Blick wieder nach vorne. Da waren die Berge und kamen immer näher. Dann sah ich nach unten. Wir waren meterweit über den Boden. Die Baumkronen konnte ich gerade so noch erkennen. Seltsamer Weise, hatte ich keine Angst. Es kam mir fast so vor, als wäre ich schon immer hier oben gewesen und hätte den Wind auf meiner Haut gespürt. Ich streckte meine Arme in die Luft und genoss es, zu fliegen.

    Nach einer Stunde hatten wir die Berge erreicht. Smaragd landete auf einem Felsvorsprung. Ich sprang von seinem Rücken. Der grüne Drache sah mich erwartungsvoll an. "Leg los!", sagte er. "Jetzt!", rief ich entgeistert. Er nickte. "Jetzt ist es am besten. Du hast den Wind auf deiner Haut gespürt, als wir hergeflogen sind. Das ist es, was uns Drachen ausmacht. Jetzt ist der beste Zeitpunkt!", erwiderte Smaragd. Ich seufzte. "Na gut. Aber es kann dauern!", warnte ich ihn. "Ich habe Zeit." Er machte es sich auf dem Felsvorsprung gemütlich. Zögernd trat ich an den Abgrund. Es ging ganz schön tief runter. Ich streckte meine Arme in die Luft und versuchte, das Gefühl des Fliegens zurückzuholen, aber es funktionierte nicht. "So klappt das nicht!", murmelte ich. Ich sah wieder in den Abgrund. Plötzlich wusste ich, was ich tun musste. Ich holte tief Luft, nahm all meinen Mut zusammen und sprang. Während ich fiel, spürte ich, wie meine Haut sich dehnte. Ich wuchs und aus meinem Rücken wuchsen Flügel heraus. Ich breitete sie aus und dämpfte meinen Fall. Wie wild schlug ich mit ihnen, doch sie wuchsen immer noch und konnten mich nicht tragen. Kurz vor dem Boden schloss ich die Augen. Plötzlich fühlte ich, wie Luft meine Schwingen nach oben drückte. Ich öffnete die Augen und schlug mit den Flügeln. Sie trugen mich höher und höher, ließen mich den Wind spüren und die Erde rasch unter mir lassen. Ich flog. Die Luft war mein Freund. Ich brauchte nie mehr Angst vor der Höhe zu haben, vor Abgründen und einem Aufprall auf dem harten Boden. Meine Flügel trugen mich, wohin ich wollte. Es war ein atemberaubendes Gefühl. Ich konnte Smaragd unter mir sehen. Ich setzte zum Sturzflug an und drehte ein paar freche Kreise über seinem Kopf. Er war immer noch etwas größer als ich, aber jetzt hätte er mich nicht mehr zertreten können oder einfach herunterschlucken.
    Er sah mich erstaunt an, dann brüllte er freudig und erhob sich ebenfalls in die Lüfte, um mit mir den Himmel zu erkunden. "Du fängst mich nicht!", rief ich ihm zu und beschleunigte mein Tempo. Er jagte mich und ich machte Saltos in der Luft, stürzte in die Tiefe und fing mich wieder auf. Es wurde langsam Abend. Glücklich betrachtete ich meine Flügel, die in der Sonne silbern glänzten.

    Wir flogen lange, aber es wurde Nacht und wir waren müde. Also suchten wir einen Felsvorsprung und landeten. "Smaragd?", fragte ich. "Ja?" "Bin ich eigentlich überall silbern?" Er lächelte. "Von Kopf bis Fuß." "Und hat meine Augenfarbe sich geändert?" "Nein. Sie sind immer noch blau." Ich seufzte zufrieden, dann schlief ich ein.

    Als ich am nächsten Morgen aufwachte, wusste ich erst nicht, wo ich war. Dann fiel es mir wieder ein. Ich war mit Smaragd hier her geflogen. Aber wo war der grüne Drache denn? Ich sah mich um, konnte ihn aber nirgends entdecken. Da hörte ich Flügelschläge. Smaragd kam angeflogen. Meine Nase zuckte. Ich roch Blut und wusste nicht, was mich mehr erschreckte: Der tote Hirsch in seinen Fängen oder der Heißhunger auf rohes Fleisch, der mich plötzlich überkam. "Hallo!", begrüßte mich Smaragd, "Hast du Hunger?" Ich hatte Hunger. "Aber, das ist ein toter Hirsch!", antwortete ich.
    "Ja. Der schmeckt bestimmt gut. Iss schon etwas. Oder hast du gedacht, Drachen würden sich von Luft und Liebe ernähren?" Zögernd trat ich näher heran und sog den Duft des Fleisches in mich auf.
    "Ich kann selbst nicht glauben, dass ich das tue!", murmelte ich und versengte meine Zähne im Leib des Hirsches.

    7
    Zwei Monate waren vergangen. Ich hatte schon mehrmals einen Hirsch getötet und gefressen.
    Mit der Gestalt eines Drachens hatte ich auch alle Instinkte der Drachen bekommen.
    Den Menschen in mir erschreckte das, aber den Drachen schien es nicht zu stören.
    Ich wurde immer mehr zu einem Drachen und das störte mich nicht.
    Ich flog mit Smaragd in der Gegend herum, jagte und übte mich im Feuerspucken.
    "Hey Smaragd!", rief ich und der grüne Drache drehte seinen Kopf zu mir, "Schau mal da unten!" Ich nickte mit meinem Kopf Richtung Boden. Zwei Menschen gingen dort umher und fuchtelten mit Zauberstäben herum. Es waren also Zauberer.
    Smaragd grinste mich an: "Wollen wir nach unten fliegen und sie so richtig erschrecken?" "Na gut.", sagte ich zögernd und setzte zum Sturzflug an.
    Smaragd folgte mir und wir landeten vor den ängstlich dreinschauenden Zauberern. Sie richteten ihre Zauberstäbe auf uns und sprachen Flüche, aber sie prallten an meinen Schuppen ab und ich spürte nur ein leichtes Kribbeln. Ich fauchte bedrohlich und knurrte sie in der Drachensprache an. Sie sahen mich erschrocken an und wichen zurück.
    Innerlich schüttelte ich mich vor Lachen, denn in Wirklichkeit sagte ich in der Drachensprache nur ein Gedicht von Johann Hebbel auf:

    "Ja das Kätzchen hat gestohlen
    Und das Kätzchen wird ertränkt
    Nachbars Peter sollst du holen
    Das er es im Teich versenkt"

    Als die zwei Menschlein so aussahen, als würden sie gleich in Ohnmacht fallen, flog ich zusammen mit Smaragd ins Gebirge davon.
    Wir ließen uns auf dem Boden nieder und speiten noch ein bisschen Feuer, dann wurde es Nacht.
    Das Licht der untergehenden Sonne malten Muster auf meine Schuppen und ich wurde schläfrig.
    "Weißt du,", sagte Smaragd, "Du solltest dir jetzt wirklich einen Drachennamen aussuchen. Du gehörst zu unserem Volk und solltest dich endlich entscheiden." Ich schwieg.. Er hatte recht. Ich sollte mir einen anderen Namen aussuchen.
    "Aber ich kenne gar keine Drachennamen!", warf ich ein. "Mmh. Manche Drachen geben sich einfach einen Edelsteinnamen." "Ich überleg es mir!", sagte ich und legte meinen Kopf auf meine Pranken.
    Was für Edelsteine kannte ich denn?
    Da gab es zum Beispiel Rosenquarz, Turmaline, Saphire, Tigeraugen... Nein, das passte nicht zu mir.
    Diamanten, Kristalle... Waren das Edelsteine?
    Rubine, Bernstein, Aquamarin... Amethyst.
    Ich hob meinen Kopf. Amethyst.. Der Name schien zu passen, wie ein Schlüssel in ein Schloss.
    "Smaragd, ich habe meinen Namen." "Großartig!", rief Smaragd. "Ja. Ich bin jetzt Amethyst.!" Ich sprang auf und spie einen Schwall Feuer in die Luft.
    "Mein Name ist Amethyst!" Ich brüllte den Namen in die Nacht heraus. Jetzt war ich ganz und gar ein Drache. Ein Drache namens Amethyst.

Kommentare (6)

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Hannah (63181)
vor 829 Tagen
Gab's die nicht schon mal?
Jetzt nicht bös gemeint ich find die Geschichte wirklich gut, meins ist es zwar nicht aber schöner Schreibstil mach so weiter

Lg Hannah 🌺
Snowballcooky (29224)
vor 844 Tagen
Gut geschrieben. Schreib bitte weiter. :)
Ginnyweasley (75492)
vor 885 Tagen
Schön!😊👍
Schreib unbedingt weiter! ; )
Auriga (09621)
vor 886 Tagen
Weiter so das ist voll spannend! !! *-*
Mizuki (16944)
vor 887 Tagen
Bitte weiter schreiben ist echt gut
cara mia (91310)
vor 889 Tagen
Schön schreibe unbedingt weiter ‼💚❤💚❤ ;💚❤