Leben und Liebe in Mittelerde - Teil 16

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2 Kapitel - 1.176 Wörter - Erstellt von: Tariel - Aktualisiert am: 2015-02-12 - Entwickelt am: - 1.619 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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Die Sonne war gerade erst aufgegangen, der Morgen noch frisch, da kam Eldarion den schmalen Kiesweg entlang. Er steuerte direkt auf mich zu. Ich saß dort, auf einer steinernen Bank, die Knie an die Brust gezogen, unbeweglich. Mein Blick war starr in die Ferne gerichtet. Langsam näherte sich Eldarion. Zögernd ließ er sich neben mich auf die Bank sinken und folgte meinem Blick.
„Was siehst du dort?“, fragte er nach einer Weile. Ich blickte ihn nicht an.
„Nichts“, antwortete ich. Tatsächlich gab es dort nichts zu sehen, was interessant gewesen wäre. Nur grauer Himmel, sonst nichts. Nicht einmal ein winzig kleiner Vogel war zu sehen.
„Was gibt's?“
„Ich soll dir ausrichten, dass dein Vater nach dir schickt, doch du warst unauffindbar“, antwortete er mir und sah mich an. Ich wandte ihm nun ebenfalls meinen Kopf zu. Mein Vater? Verdammt, ich wollte ihn nicht gerade sprechen. Meine Hände begannen leicht zu zittern, doch ich drückte sie an mich, um das Zittern zu unterdrücken.
„Wo befindet er sich derzeit?“, fragte ich. „Bringt Ihr mich hin?“ Erst schien er über meine Worte nachzudenken, dann nickte er langsam. Eldarion erhob sich und ich tat es ihm gleich. Ohne etwas Weiteres zu sagen, ging er voraus und betrat vor mir schließlich das Gebäude. Nun ging er neben mir her, statt vor mir.
„Hast du Angst?“, fragte er schließlich und blieb kurz stehen, um mich interessiert zu mustern. Ich sah ihn an.
„Wie kommt Ihr denn darauf?“
„Man merkt es“, erwiderte er und lächelte schüchtern. Seit wann war er denn so still und schüchtern? Ich kannte ihn so doch gar nicht. Wo blieb der aufgeweckte Sohn des Königs? Der immer heitere Eldarion? Er war von einem auf den anderen Tag einfach so verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt und dieser wollte ihn nun nicht mehr preisgeben. Ich nickte nur und widmete mich dann wieder ganz meinen Gedanken und Befürchtungen. Was wollte mein Vater bloß von mir? Er wollte mich sprechen, doch ich ihn nicht. Alles nur das nicht!
Der Gang war hier zu Ende, vor uns eine wunderbar verzierte Holztür. Große Fenster säumten die Wände, durch die man bis an den Horizont sah, die ganze Stadt überblicken konnte.
„Du brauchst keine Angst zu haben“, meinte Eldarion und sah mich mitleidig an.
„Das sagt Ihr so leicht und doch wisst Ihr, wie es momentan um mich steht. Vielleicht werde ich dieses Zimmer nie wieder verlassen und Euch nicht wieder sehen. Vielleicht reisen wir ab, ohne uns jemals verabschiedet zu haben“, antwortete ich und wurde unglaublich traurig, als ich meine Gedanken ausgesprochen hatte. „Also, falls wir uns nicht wiedersehen…“ Zärtlich umarmte er mich. Einfach so. Ich stand dort und genoss diesen Augenblick voll und ganz. Es fühlte sich so wunderbar an. Geborgen. Ich schlang ebenfalls meine Arme um ihn. Erst nach einer ganzen Weile lösten wir uns wieder voneinander. Er blickte mich an, ich blickte ihn an.
„Nun denn“, sagte er und grinste. „Dann sehen wir mal, was passieren wird.“ Ich musste lachen und vorsichtig drückte Eldarion die Türklinke hinab und öffnete die Türe.

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