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An den Ufern des Anduin

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4 Kapitel - 12.785 Wörter - Erstellt von: Luthien - Aktualisiert am: 2015-02-07 - Entwickelt am: - 2.080 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Es folgt die letzte Schlacht und ein neues Zeitalter. Aber wie geht es weiter und wie sieht deine Zukunft aus?

Hier kommt nun endlich der 6. Teil. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

1
Die Welt am Ende – das Ende der Welt?


Auf dem Weg zum Dunharg hältst du dich bei Gimli und Legolas auf und als ihr endlich euer Feldlager erreicht habt, werden Zelte errichtet und die Männer versammeln sich. Auch Éowyn ist bei den Soldaten mitgeritten und will wohl dieses Mal auch mitkämpfen, egal was die Soldaten sagen. Du bist froh, dass sie dich mitkämpfen lassen und es dir nicht verbieten.
du sitzt mit den Gefährten am Lagerfeuer, als es schon dunkel ist und die Schlacht hat euch nun eingeholt. Es scheint kein Entrinnen mehr zu geben. Gesprochen wird nicht viel an diesem Abend. Irgendwann kommt ein einsamer Reiter in einen langen schwarzen Mantel gehüllt den steilen Bergpfad empor geritten und er hat ein Pferd bei sich. Aber es ist nicht irgendein Pferd, nein! Dieses Pferd würdest du überall erkennen und zwischen tausend anderen, denn es ist dein Pferd. Fuinûr! Doch wer kann dann dieser Reiter sein, der mit deinem Pferd da ankommt? Neugierig gehst du auf ihn zu. „Níniel, gut, dass ich dich sehe. Wo ist Aragorn?“ Die Stimme, die dich auf elbisch fragt ist eindeutig die von Elrond, aber was will der Herr von Bruchtal hier im Feldlager von Rohan? „Mein Herr“, mit einer leichten Verneigung antwortest du ihm „ich hole ihn euch.“ Während du zum Feuer läufst und Aragorn holst, steigt Elrond von seinem Pferd ab, und läuft in das Zelt des Königs. Kurz darauf kommst du mit Aragorn vor Théodens Zelt, wo du auch Fuinûr siehst. „Was ist Níniel? Was gibt es denn so Wichtiges?“ Als euch Théoden entgegenkommt, sagst du zu Aragorn: „Elrond erwartet dich, nun geh schon.“ Du hältst ihm den Eingang auf und machst mit deinem Kopf eine Bewegung, die bedeuten soll, dass Aragorn eintreten soll. Als er schon mit einem Fuß im Zelt steht, dreht er sich noch einmal zu dir um. „Kommst du nicht mit?“ „Elrond sagt mir, dass er dich sprechen will. Also, nun geh!“ Du wartest vor dem Zelt ab und läufst ungeduldig hin und her. Es ist Nacht und Geräusche der Tiere dringen an dein Ohr. Aragorn und Elrond sind schon lange in Théodens Zelt verschwunden, doch endlich kommt Aragorn wieder heraus. „Komm mit, Níniel!“
Zusammen geht ihr ein Stück, sodass ihr allein und ungestört seid. „Du weißt, dass zu wenige Soldaten Théodens Aufruf gefolgt sind. Es sind nur 6000 Männer gekommen. Elrond sagte mir, dass wir mehr Männer brauchen, … dass ich mehr Männer brauche.“ „Und was hast du vor?“ Aragorn gibt dir Andúril. Du lächelst ihn an: „Endlich nimmst du die Rolle ein, die dir schon seit langer Zeit zusteht. Du weißt, ich folge dir überall hin, mein König!“ Du deutest eine Verneigung an. „Níniel“, weist er dich mit recht scharfer Stimme zurecht, „du solltest nicht zu mir aufsehen. Du sollst mich neben dir sehen.“ Du atmest tief durch. „Ja, Aragorn. Ich danke dir.“ „Komm, nimm deine Sachen, ich will, dass du mich begleitest.“ Du gibst Aragorn sein Schwert zurück, holst deine eigenen Sachen und kommst dann mit Fuinûr wieder zu Aragorn. Er führt Brego an den Zügeln und gemeinsam wollt ihr das Lager in Richtung der Pfade der Toten, als Gimli zu euch tritt. Er will mitkommen, aber Aragorn verweigert es ihm. Als aber auch noch Legolas zu euch kommt, mit Arod im Schlepptau kann sich Aragorn nicht mehr wehren und so verlasst ihr zu viert das Lager.
Unterwegs ist es düster, und Nebelschwaden ziehen über den Weg. Es ist ein weiter Weg und der Pfad, den ihr entlang reitet ist schmal. Aragorn reitet ganz vorne, dann kommst du und hinter dir kommen Legolas und Gimli. Er führt immer tiefer ins Gebirge und Legolas berichtet: „Hier lebt ein Heer, das verflucht ist. Vor langer Zeit schworen die Menschen des Gebirges dem letzten König von Gondor einen Eid, ihm beizustehen im Falle des Kampfes. Doch als die Zeit kam und Gondor in höchster Not war, flohen sie und verbargen sich an dunklen Orten im Gebirge. So verfluchte Isildur sie, niemals Ruhe zu finden, bis ihr Eid erfüllt sei.

Wer wird sie rufen, das vergessene Volk aus grauem Zwielicht?
Der Erbe des Mannes, dem sie einst schworen.
Vom Norden naht er, Not treibt ihn,
das Tor zum Pfad der Toten wird er durchschreiten.“

Als ihr am Tor, das in die Höhle der Toten führt, angekommen seid, lasst ihr die Pferde frei, da sie aufgrund des Schattens unruhig werden. Die in den Stein geritzt Inschrift lautet: Der Weg ist versperrt. Er wurde angelegt von jenen, die tot sind und die Toten halten ihn. Der Weg ist versperrt.
Nacheinander geht ihr unter den Berg, jedoch nicht ohne vorher eure Waffen zur Hand genommen zu haben und sie griffbereit in den Händen zu halten.
Vorsichtig führt euch der Pfad tiefer unter den Berg und Legolas sagt euch, was er mit seinen Elbenaugen sieht. Grün schimmernde Gestalten, die immer wieder ihre Arme nach euch ausstrecken. „Ich sehe Gestalten von Männern und Pferden ... bleiche Banner wie Wolkenfetzen, und Speere aufragen, wie Winterdickichte in einer nebligen Nacht. Die Toten folgen uns. Sie wurden gerufen.“Gimli wird immer unruhiger, aber Aragorn, Legolas und du gehen zielstrebig weiter. „Schaut nicht nach unten“, könnt ihr von Aragorn vernehmen. Dennoch wendest du deinen Blick auf den Boden und er ist übersät von Totenschädeln. Der Anblick ist nicht sehr schön, aber du zeigst dich davon nicht sehr beeindruckt. Dann siehst auch du hin und wieder einen Geist und erst als ihr in eine riesige Halle kommt, seid ihr ganz allein. Es sieht verlassen aus, so, als ob seit Jahrhunderten keiner mehr hier gewesen wäre. Eine Stimme aus dem Nichts beginnt mit euch zu sprechen: „Wer betritt mein Reich?“ Sie klingt wütend und schaurig. Aragorn ist unbeirrt und antwortet: „Einer, der eure Lehnstreue fordert.“ Dann erscheint hinter euch der König der Toten. Ihr dreht euch alle zu ihm um und die Unterhaltung zwischen ihm und Gondors zukünftigen König scheint keinen Einfluss auf ihn zu nehmen. „Die Toten dulden es nicht, dass die Lebenden hier gehen.“ „Doch werdet Ihr mich dulden.“ Daraufhin lacht er grässlich und das ganze Totenheer schart sich um euch. „Der Weg ist versperrt. Er wurde angelegt von jenen, die tot sind und die Toten halten ihn.“ Geister, mit Totenköpfen, die Knochen sichtbar, und in zerfallenen Rüstungen. Seit Isildurs Tagen sind sie in diesen Bergen und nicht einmal haben sie sich gezeigt. „Der Weg ist versperrt. Nun müsst ihr sterben.“ Legolas will den König mit einem Pfeil erschießen, aber einem Toten kann der Tod nichts mehr anhaben und so fliegt der Pfeil durch den Geist hindurch. Er kommt euch immer näher, bis er schließlich vor Aragorn stehen bleibt. „Ich fordere euch auf, euren Eid zu erfüllen!“ „Nur der König von Gondor vermag mir Befehle zu erteilen.“ Der König holt mit seinem Schwert aus, aber die Klinge Andúrils fährt klirrend auf seine. „Diese Klinge ward zerbrochen!“ „Nun wurde sie erneuert! Kämpft für uns und erlangt eure Ehre zurück. Was sagt ihr? Was sagt ihr?“ Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, wie die Toten einfach nur um euch stehen und auf Aragorn, Isildurs Erben schauen. „Ich bin Isildurs Erbe. Kämpft für mich und ich werde euren Eid als erfüllt ansehen. Was sagt ihr? Ihr habt mein Wort! Kämpft und ich befreie euch aus diesem lebenden Tod! Was sagt ihr?“ Eine vernünftige Antworte erhaltet ihn nicht, denn die Geister fangen an zu lachen und verschwinden. Ein Windhauch fegt durch die Halle und alle sind wie vom Erdboden verschluckt. Dann bröckelt Gestein von oben herab und einzelne Totenköpfe fallen auf euch herunter. Eine ganze Felswand bricht auseinander und Schädel quillen hervor und ergießen sich über euch wie eine Lawine. Gerade noch rechtzeitig könnt ihr euch aus der Höhle retten, bevor ihr verschüttet werdet. Eure letzte Hoffnung ist nun dahin; das Schattenheer war sie. Aragorn sinkt auf die Knie, als er die Korsarenschiffe auf dem Anduin erblickt. Es scheint unmöglich, sie alleine aufzuhalten. Sie werden in Minas Tirith ankommen und ihr werdet nichts dagegen unternehmen können. So endet es also. Sauron wird siegen. Als ihr betreten in die Ferne schaut, vernehmt ihr eine raue, düstere Stimme und der Totenkönig persönlich erscheint hinter euch: „Wir kämpfen!“
Ihr lauft hinunter zum Anduin und stellt euch ans Ufer, zu viert mit gezogenen Waffen. Eure Blicke sind ernst und nichts kann euch mehr davon abbringen, Sauron die Stirn zu bieten. Ihr wartet ab, bis die Schiffe in Reichweite sind, bevor Aragorn zu sprechen beginnt: „Ihr dürft nicht weiter. Ihr werdet Gondor nicht betreten.“ Die Korsaren lachen euch aus und ein Bootsmann verspottet euch. „Wer seid Ihr, dass Ihr uns den Zugang verwehren könnt?“ „Legolas, schicke dem Bootsmann einen Warnschuss neben sein Ohr.“ Gimli aber wackelt etwas an dem Bogen des Elben, sodass der Pfeil einen Mann in die Brust trifft und dieser zu Boden sinkt. Gimlis Rufen „Wir haben euch gewarnt. Bereitmachen zum Entern!“ wird von ihnen mit ihrer spöttischen Frage „Von welcher Streitmacht?“ übergangen. „Von dieser Streitmacht!“ Aragorns Blick ist fest und zielstrebig. Er wendet sich nicht von dem Hauptmann der Korsaren ab und du bewunderst ihn. Er ist wahrhaftig ein König. Gütig und gerecht, jetzt aber gegenüber den Feinden erbarmungslos und ohne Mitleid. Die Toten erscheinen hinter euch und erstürmen die Schiffe. Als alle Südländer getötet sind, besteigt auch ihr die Schiffe und segelt nach Minas Tirith.
Die Fahrt auf dem Anduin verläuft ruhig, und als ihr Minas Tirith in der Ferne liegen seht, seht ihr auch, dass dort bereits ein heftiger Kampf tobt. Am Ufer werdet ihr dann schon von Orks erwartet und ihr Anführer ist sichtlich überrascht, als er zuerst nur Aragorn, Gimli, Legolas und dich aus dem Boot springen sieht. Als hinter euch das Schattenheer sich in einem grünen Schleier ausbreitet und mit euch in die Massen von Saurons Streitmacht rennt, wendet ihr das Blatt, da es nicht sehr gut für die Menschen Gondors und Rohans aussieht.
Aber ihr kämpft nicht nur gegen Orks, Uruk-hais und die Nazgûl, sondern auch gegen Haradrim. Sie Südländer kommen mit Mûmakil an, die nicht es euch nicht gerade einfacher machen. Obwohl du erfahren im Kampf bist und keineswegs ungeschickt, hast du alle Hände voll zu tun, denn kaum bist du mit einem deiner Gegner fertig, tauchen schon die nächsten in deinem Gesichtsfeld auf. Du kämpfst gerade mit zwei Orks gleichzeitig und schwingst dein Schwert geschickt, sodass du beiden den Kopf abschlagen kannst, als du spürst, wie dich ein heftiger Schmerz durchfährt. Ein Pfeil hat sich in deine Schulter gebohrt, denn deine Rüstung schützt dich zwar vor Schwerthieben, aber einen Pfeil hält sie nicht ab. Der Schmerz ist fürchterlich, aber du musst weiterkämpfen und versuchst, dass es dir nicht schwarz vor Augen wird. Deine Schläger werden langsamer, aber dennoch tötest du deine Gegner erfolgreich.
Als ihr endlich durch die Armee der Toten gesiegt habt und die Schlacht auf den Pennelorfelder geschlagen ist, stehst du mit Legolas, Gimli und Aragorn vor dem König der Toten, sein Heer hinter ihm. Er fordert, dass der König von Gondor ihren Eid als erfüllt ansieht. Aragorn steht zu seinem Wort und lässt die Geister verscheiden und ein Wind weht und sie lösen sich auf.
Nach der Schlacht erfahrt ihr, dass Éowyn sich unter die Soldaten Rohans gemischt hat und den Hexenkönig von Angmar besiegt hat. Théoden ist gestorben und Merry und Pippin haben ebenfalls mitgekämpft. Du aber fühlst dich immer schwächer. Die Pfeilspitze in deiner Schulter macht dir immer mehr zu schaffen und so gehst du langsam zu den Häusern der Heilung.
Als du dort ankommst bemerkst du, dass Aragorn dir gefolgt ist. „Was ist los?“, fragt er dich. „Ist dir etwas zugestoßen?“ „Nichts Schlimmes, nur eine Pfeilspitze, die in meiner Schulter steckt.“ „Zeig sie mir!“ Du setzt sich als auf eines der Betten, ziehst deine Rüstung aus und öffnest deine Tunika soweit, dass dein Schulterblatt freiliegt. Aragorn betrachtet das Ganze und sagt dann: „Das sieht aber nicht gut aus. Es scheint mir, als war der Pfeil vergiftet.“ Aragorn nimmt deine Haare zusammen und legt sie dir nach vorne über die Schulter, damit sie ihm nicht im Weg sind. „Halte still!“ Leise sind Aragorns Worte und du weißt, was er machen will, wenn er dich schon vorwarnt. Du fühlst, wie Aragorn vorsichtig und langsam die Pfeilspitze aus deiner Schulter zieht. Es schmerz höllisch, aber du gibst keinen Laut von dir. Als er die Spitze aus deiner Schulter entfernt hat, nimmt er ein sauberes Stück Stoff und presst es vorsichtig auf die Wunde. „Danke!“ Leicht neigst du deinen Kopf dabei. Dann macht Aragorn das Tuch etwas feucht, und wischt dir damit über die Wunde. Es brennt zwar noch etwas, aber die Schmerzen sind schon besser. Zum Schluss nimmt er etwas Athelas und streicht es vorsichtig auf die Wunde, die er dann verbindet. „Aragorn, es tut mir leid.“ „Was ist Níniel, wofür entschuldigst du dich?“ „Für …“ „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, für nichts was du getan hast?“ „Wirklich?“ Er nickt dir zu und dann geht ihr, nachdem du deine Tunika wieder und deine Rüstung wieder angelegt hast zu den anderen.
Die Verwundeten werden wieder gesund gepflegt und auch Merry und Pippin sehen sich wieder. Keinem der Gefährten ist etwas Größeres zugestoßen, sodass ihr dabei helft, die weiße Stadt aufzuräumen und aus Schutt und Asche zu befreien. Sie wurde ziemlich mitgenommen durch den heftigen Kampf, der auch in ihr getobt hat. Wie ihr erfahrt, wollte Denethor sich und seinen Sohn Faramir, also Boromirs Bruder umbringen. Pippin und Gandalf konnten gerade noch rechtzeitig eingreifen, sodass wenigstens Faramirs Tod verhindert werden konnte. Für Denethor hingegen kam jede Hilfe zu spät.

Auch wenn ihr auf de Pennelor gesiegt habt, so ist Sauron noch keineswegs besiegt und wird nicht locker lassen, die Welt der Menschen vollständig zu vernichten. Deshalb triffst du dich mir Gandalf, Merry, Pippin, Gimli, Aragorn, Legolas und Éomer in der Fest in Minas Tirith, um über euer weiteres Vorgehen zu sprechen. Alle sind angespannt und warten darauf, dass irgendwer etwas sagt. Aber bisher schweigt ihr euch nur an. Gandalfs Blick ist sorgenvoll und beginnt dann: „Ich vermag Frodo in der Ferne nicht mehr zu erblicken. Die Dunkelheit nimmt immer mehr zu.“ „Aber Sauron hat den Ring nicht. Wenn er im Besitz des einen wäre, dann wüssten wir es. Wir wären schon längst alle Marionetten seiner Macht und ihm unterjocht.“ Deine Worte sind klar und deutlich. „Das ist nur eine Frage der Zeit. Er hat eine Niederlage erlitten, ja. Aber hinter den Mauern Mordors erstarkt unser Feind von neuem.“ Der Zwerg versteht nicht ganz, was es euch angehen sollte, dass Sauron in Mordor neue Kräfte sammelt. Laut Gimli soll er dort bleiben und sich hinter seinem Gebirge verkriechen. Gandalf kann das nicht zulassen, denn Frodo ist bereits im Mordor. Er müsste bald die Hochebene von Gorgoroth erreichen und dort befinden sich 10.000 Orks. „Ich habe ihn in den Tod geschickt“, meint der Zauberer. Ihr alle wollt Frodo helfen und so findet Aragorns Vorschlag zum Schwarzen Tor zu marschieren und Saurons Streitmacht herauszufordern allgemeine Zustimmung. Es soll eine Ablenkung sein und ihr alle hofft, dass sich Sauron dann allein auf euch konzentriert und nicht bemerkt, wie Frodo und Sam immer näher zum Orodruin gelangen. Gandalf ist nach wie vor skeptisch, aber Aragorn ist zuversichtlich, dass sich Sauron ködern lässt. Dann verlässt Gondors zukünftiger König den Saal und es scheint beschlossen.
Schon am nächsten Tag reitet ihr alle zusammen zum Schwarzen Tor. Es wird wahrscheinlich eurer aller letzter Ritt sein. So also endet es. Du hattest nie daran gedacht, aber der Tag, der euch bevorsteht wird euer letzter sein, wenn nicht irgendein Wunder geschieht. Aber was soll man groß erwarten. Ihr wollt Sauron, einen Diener Melkors herausfordern, ein paar tausend Menschen gegen eine riesige Übermacht an Orks. Das kann nicht gut gehen. Schweigend reitet ihr alle zusammen, die Gefährten und du voran. Dahinter die Überlebenden Soldaten Rohans und Gondors. Sie alle folgen Aragorn in den Tod. Die Männer folgen ihrem König in den Tod. Auch du wirst Aragorn folgen, ist er doch dein König, aus dem Geschlecht der Fürsten von Andúnië. Du bist ihm bisher in deinem Leben auf vielen seiner Wege gefolgt, aber so etwas wie in Edoras hast du nie empfunden. Hast du dir das nur eingebildet? Könntest du mit Aragorn zusammen leben? Könntest du an seiner Seite als Königin leben? Du bist keine einfache Númenórerin, aber auch keine Königin. Die Beraterin an seiner Seite wirst du sein, das hast du Galadriel und Celeborn und auch Aragorn in Lothlórien versprochen. Aber Aragorn liebt Arwen. Auch wenn sie nach Valinor gesegelt ist. Du kannst nicht von ihm verlangen, dich zu lieben. Also versuchst du dir auf dem Weg einzureden, dass du in Edoras verzweifelt warst und deshalb Aragorns Nähe gesucht hast. Und er wollte dich aufheitern und hat dich nur deswegen geküsst. Deinen Gefühle verbannst du, denn bei der Schlacht die euch bevor steht wären sie dir nur hinderlich. Aragorn weiterhin aus dem Weg gehen können wirst du nicht, wenn du bei ihm in Minas Tirith lebst und immer an seiner Seite bist. Du willst dich ihm gegenüber also so verhalten, wie du es immer getan hast und wie du dich anderen Männern gegenüber verhältst. Aber als du dich in den Häuser der Heilung für dein Verhalten entschuldigen wolltest, und damit hast du den Kuss in Edoras gemeint, sagte er dir, dass es nichts gäbe, wofür du dich entschuldigen solltest. Vielleicht hat Aragorn aber auch nicht an den Kuss gedacht.
Jetzt aber steht ihr vor dem Schwarzen Tor und alle sind angespannt. Die Soldaten formieren sich und stellen sich auf und du reitest mit den Gefährten vor und Aragorn fordert Sauron zum Kampf auf. „Lasst den Herrn des Schwarzen Landes herauskommen! Er soll seine gerechte Strafe erhalten!“ Es tritt eine hässliche Gestalt hervor, die euch mehr oder weniger herzlich empfängt. „Mein Gebieter, Sauron der Große wünscht euch willkommen. Ist hier einer in diesem Haufen, der ermächtigt ist, mit mir zu verhandeln?“ Aber Gandalf ist nicht an Verhandlungen interessiert. „Wir sind nicht gekommen, um mit Sauron zu verhandeln, dem Treulosen und Verfluchten. Bestelle deinem Herrn dies: Die Streitmächte Mordors müssen sich auflösen. Er selbst hat dieses Land zu verlassen und nie zurückkehren.“ Doch dann holt er Frodos Mithrilhemd hervor und wirft es Gandalf zu: „Er hat sehr gelitten unter der Hand seines Gastgebers!“ Gandalf ist den Tränen nahe und auch Merry und Pippin sind verzweifelt. Aragorn aber will es nicht wahrhaben und scheint Saurons Mund keine Worte zu glauben. Er reitet nach vorne und Andúril glänzt in der Sonne. Dann, mit einem kräftigen Schlag trennt er dem Wesen, das euch gerade noch von Frodos Tod erzählen wollte den Kopf ab. „Damit wären die Verhandlungen wohl abgeschlossen.“ Gimli hat recht, denn sogleich öffnet sich das Schwarze Tor vollständig und Heerscharen an Orks kommen heraus. Ihr lasst eure Pferde frei und sie suchen sich ihren Weg zurück in die Weiße Stadt. Ihr nehmt Stellung bei den restlichen Männern ein. Aragorn appelliert ein letztes Mal an die Männer: „Haltet eure Stellung! Haltet eure Stellung! Söhne Gondors und Rohans, meine Brüder! In euren Augen sehe ich dieselbe Furcht, die auch mich verzagen ließe. Der Tag mag kommen, da der Mut der Menschen erlischt, da wir unsere Gefährten im Stich lassen und aller Freundschaft Bande bricht. Doch dieser Tag ist noch fern. Die Stunde der Wölfe und zerschmetterter Schilde, da das Zeitalter der Menschen tosend untergeht, doch dieser Tag ist noch fern! Denn heute kämpfen wir! Bei allem, was euch teuer ist auf dieser Erde, sage ich: Haltet stand, Menschen des Westens!“ Seine letzten Worte schaffen neuen Mut, auch bei dir. So endet es. Du blickst ein letztes Mal zu deinem König.

Auch Saurons Auge hat sich auf euch gerichtet, die Wahrscheinlichkeit, dass Frodo und Sam also ungesehen zum Schicksalsberg kommen ist doch größer als von Gandalf erwartet. Und so beginnt die Schlacht am Schwarzen Tor. Das Gute gegen das Böse. Ihr zieht kampfbereit eure Schwerter, und Aragorn hält einen Moment inne, dreht sich noch einmal zu euch um und sagt „Für Frodo“, bevor er losrennt und sich in die Massen von Orks stürzt, die euch umzingeln. Ihr folgt ihm selbstverständlich, sodass ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.
Ihr schlagt euch gut und dezimiert die Anzahl der Feinde soweit es in eurer Macht steht. Siegen könnt ihr nicht, das war von Anfang an klar. Du hältst dein Schwert fest mit beiden Händen und wirbelst damit um dich. Den meisten Orks, die dir zu nah kommen schlägst du kurzerhand den Kopf ab, weiteren stichst du dein Langschwert mit aller Kraft durch die Rüstung mitten ins Herz hinein. Du kämpfst immer mindestens gegen drei Orks gleichzeitig und sobald du einen von ihnen auch nur eine Millisekunde aus den Augen lässt, kann es schon sein, dass du dich in eine gefährliche Situation bringst. Dennoch hast du das ganze mehr oder weniger unter Kontrolle. Du duckst dich unter einem Schwert eines Orks hindurch, der gerade dir den Kopf abschlagen wollte und dabei trifft dein Angreifer einen seiner eigenen Kämpfer. Dann nimmst du dein Schwert und aus deiner Position, schlägst du ihm mit deinem Schwert genau auf den Knöchel. Er geht zu Boden und du stehst blitzschnell wieder auf. Dann aber kommen auch noch die Nazgûl angeflogen, kurz darauf aber auch schon Adler und der Kampf am Boden wird weiter in den Lüften ausgetragen. Es kehrt ein wenig Hoffnung zurück. Mit einem Gondorianer verteidigst du dich dann Rücken an Rücken, sodass ihr euch gegenseitig schützen könnt und die Orks um euch herum tötet. Die Idee funktioniert und schon bald ist der Boden um euch herum von Leichen übersät. Aber nicht nur Orks, sondern auch eine Unzahl an Menschen lassen ihr Leben. Auf einmal drehen die Nazgûl in Richtung Orodruin ab. Du suchst mit deinen Augen schnell nach deinen Gefährten, kannst in dem Gewimmel aber keinen ausmachen, also liegt deine Konzentration wieder ganz auf dem Kampf. Ein einzelner Ork hat es nun auf dich abgesehen und sonst keiner. Du stellst dich deinem Gegner und willst ihn wie l anderen auch töten, aber dieser ist geschickt und beinahe so wendig wie du. Wenn du ihn mit deinem Schwert treffen willst, hat er sich schon darunter weggeduckt oder seine Position gewechselt. Es ist fast schon ein Kampf zwischen ebenbürtigen Gegnern, als er auf einmal sein Schwert auf dich niedersausen lässt. Mit Müh und Not hältst du mit deinem dagegen, aber deine Kraft schwindet so langsam. Arg lange wirst du das nicht mehr durchhalten. Verzweifelt schlägst du um dich. So verzweifelt warst du noch nie in deinem Leben. Dann flackert Saurons Auge auf und dein Gegenüber dreht sich gen Barad-dûr um. Er rennt dann, wie die übrigen Orks davon und sucht das Weite. Barad-dûr beginnt einzustürzen und im Fallen des Turmes erlischt Sauron Auge endgültig. Du hast Tränen in den Augen. Solltet ihr tatsächlich gesiegt haben? Habt ihr es geschafft Mittelerde von Sauron Knechtschaft zu befreien? Kann das alles wahr sein? Du blickst dich noch einmal um und siehst deinen Gefährten, die genauso ungläubig wie du schauen und alle Blicke sind nach Mordor gerichtet. Eine Druckwelle fegt über das Land und unter dem Schwarzen Tor tut sich ein Abgrund auf, in den auch alle Orks, die nicht schnell genug wegkommen hineinfallen.
Es ist geschafft! Sauron ist besiegt! Frodo und Sam haben es geschafft! Alle diese Jahre der Bedrohung, der Unfreiheit, der Angst und des Schreckens sind vorüber! Die Freiheit ist endlich da! Alle Menschen jubeln, aber als der Schicksalsberg ähnlich einem Vulkan ausbricht ist die Freude bei dir und deinen Gefährten schnell verflogen. Frodo und Sam sind dort und sie können es wohl kaum überlebt haben, sollten sie noch dort drinnen sein. In allen Gesichtern kannst du Angst lesen.
Gandalf aber lässt es sich nicht nehmen, mit den Adler zum Berg zu fliegen und nach den beiden Hobbits zu suchen. Du umarmst deine Gefährten, froh, dass alle überlebt haben und dass ihr es geschafft habt. Dann macht ihr euch mit den Soldaten auf den Weg zurück in die weiße Stadt.
Ihr werdet jubelnd empfangen und gefeiert und die größte Freude bereitet euch Gandalf, der mit den Adlern und Frodo und Sam zurückgekommen ist und sie in die Hauser der Heilung gebracht hat. Sam hat es recht gut überstanden und er wird schon bald entlassen, sodass ihr ihm freudig begrüßt. Frodo hat das Ganze ziemlich mitgenommen und erst als er wieder bei Bewusstsein ist, könnt ihn auch endlich zu ihn, ihn besuchen und ihm euren Dank aussprechen. Du freust dich einfach nur, dass er noch lebt und ohne große Worte betretet ihr nacheinander sein Zimmer. Auch der Auenländer ist gerührt und bedankt sich, solche Freunde gefunden zu haben.

Kommentare (19)

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SabrinaGeenleaf (52737)
vor 896 Tagen
Einfach wunderschön wie du schreibst. Vielleicht könntest du ja noch etwas bzw. Eine Geschichte so eähnlich wie diese schreiben . Vielleicht sogar überden düsterwald und legolas , ich würde mich sehr darüber freuen und garantiert 5000 mal durchlesen . Nach weiter so !!
Luthien (90132)
vor 923 Tagen
Also, der Vollständigkeit halber sollte ich es hier auch nochmal bekanntgeben: Ich schreibe an einer neuen FF und auch eine Fortsetzung von "Aragorn in Bruchtal / Seine "Schwester" und die große Liebe" ist in Aussicht.
Luthien (21685)
vor 969 Tagen
@ILoveHobbit
Erst mal danke für dein riesiges Kompliment, ich hab mich sehr drüber gefreut und das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass ich etwas geschrieben habe. Zur Zeit ist bei mir aber leider sehr viel los, sodass ich nicht zum schreiben komme, aber wenn ich eine FF oder sowas mache werde ich es hier bekanntgeben.
Und zu der Idee mit Gimli: Was sollte deiner Meinung nach die Protagonistin für einen Charakter haben und was sollte sie sein? Auch eine Zwergin?
ILoveHobbit (96836)
vor 969 Tagen
Warum schreibt eigentlich niemand eine FF wo sich jemand in Gimli verliebt. Das wäre doch mmal ne idee für eine FF.
ILoveHobbit (96836)
vor 970 Tagen
WOW!! Best FF evaaar. Ihr müsst unbedingt weiter schreiben, denn es gibt nur wenige mit der begabung so eine tolle, spannende und interessante FF zu schreiben. ALSO MACHT WEITER, LOS!!!!!!!!
Luthien (54284)
vor 981 Tagen
@Tinuviel
Es freut mich, dass sie die gefällt und wenn ich Zeit finde, werde ich mich an die nächste Geschichte setzen.

@Annabeth
Ich danke auch dir und falls du eine Fanfiction mit Legolas lesen willst, dann biete ich dir "Aragorn in Bruchtal / Seine "Schwester" und die große Liebe" an. Sie ist ebenfalls von mir aber schon ein wenig länger online. Ich hoffe, dass sie dir gefällt, solltest du sie lesen.
Annabeth (48503)
vor 981 Tagen
Wirklich schöne Geschichte, kannst du vielleicht eine mit Legolas schreiben?
Tinuviel (72813)
vor 982 Tagen
*schnief* Das ist so schön! Und so traurig, dass es jetzt vorbei ist. Bitte schreib unbedingte weiter. Egal was, und wenn es der abgedrehteste Kram des Jahrhunderts ist - ich werde es lesen.
Luthien (52855)
vor 994 Tagen
Ich freue mich so über eure Kommis und verspreche euch, dass ich fast fertig bin. Bald kommt der nächste Teil, der dann wahrscheinlich auch der letzte sein wird, aber man weiß ja nie;)
Tinuviel (89259)
vor 996 Tagen
Langsam weiß ich nicht mehr was ich noch schreiben soll. Aber auf alle Fälle ist es wunderschön!
Tinuviel (84188)
vor 1004 Tagen
Super!!! Ich lese beide Geschichten und finde es toll, dass du vorhast ab und zu mal Lieder einzubauen. Weiter so! Ich bin schon gespannt.
Namarië!
Luthien (46258)
vor 1010 Tagen
Wer von euch meine andere Fanfiction "Aragorn in Bruchtal / Seine "Schwester" und die große Liebe" gelesen hat weiß, dass ich darin ein Gedicht beschrieben habe, dass Luthien in Elronds Bibliothek übersetzt. Ich hatte es schon damals im Kopf und auch aufgeschrieben, entschied mich dann aber dazu, es nicht zu verwenden und genau zu nennen, weil ich dachte, dass es nicht zu 100% passte. Ich habe stattdessen nur gesagt um was es geht, obwohl es geschrieben war.
Nun allerdings kam mir die Idee es in diese Fanfiction mit einzubauen, da noch öfters Lieder vorkommen werden. Das jetzt schon mal als Hintergrund für die nächsten Kaptiel. Ihr dürft euch darauf freuen, für alle, die es damals vermisst haben, oder den Wortlaut kennen wollten.
Luthien (56657)
vor 1012 Tagen
Also hier ist nun endlich der dritte Teil. Ich freue mich, dass es euch gefälltund werde bald weiterschreiben.
Tinuviel (84491)
vor 1013 Tagen
Schreib weiter! Ich bin schon gespannt wie es weiter geht. :)
Kate (97862)
vor 1014 Tagen
Das ist echt super!!!!
Luthien (38204)
vor 1034 Tagen
Den zweiten Teil gibt es bald, ich muss ihn nur noch einmal kontrollieren dass er auch vom Inhalt her passt und nicht irgendwelche Fehler drin sind.
Tinuviel (56534)
vor 1035 Tagen
Freue mich schon auf die Fortsetzung;)
Beth (11140)
vor 1036 Tagen
Das ist so super!!!!!!!!!!!!!
Leyla (21710)
vor 1036 Tagen
schöne Geschichte freue mich auf den nächsten Teil