Naruto; Teil 1: Lovestory Hidan (Akatsuki)

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
6 Kapitel - 9.027 Wörter - Erstellt von: Jashin_faith - Aktualisiert am: 2016-08-31 - Entwickelt am: - 3.016 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hey Leute ;) Ich habe noch nie ein Quiz oder eine Fanfiktion erstellt, also ist das hier absolute Premiere. Hier ist das erste Kapitel meiner Hidan-Lovestory. Allerdings wird sie (wenn sie fertig ist) mal sehr lang, weshalb ich erstmal nach diesem Kapitel Feedback einhole, ob sich das weiterschreiben lohnen würde und ob ihr überhaupt weiterlesen wollt:) Also BITTE BITTE gebt mir Feedback:)

    1
    Name: Ami (=die Schöne)
    Ich stand in meinem kleinen Zimmer vor dem Spiegel und blickte direkt in meine großen, traurigen, lila Augen. Und wieder beginnt ein einsamer Tag, dachte ich, straffte die Schultern und band mir meine langen braunen Haare hoch. Mein Seitenpony fiel mir locker über das Ninja-Stirnband mit dem Zeichen von Konoha.
    „Ami beeile dich bitte. Der Hokage persönlich hat dich in diesem Brief gebeten, um zehn Uhr zu ihm zu kommen. Eine solche Ehre kommt meinem Haus nur sehr selten zu teil, also blamiere uns nicht!“ rief meine „Mutter“ vom Erdgeschoss aus. Ich sog einmal scharf die Luft ein. Sie hatte wieder diesen künstlich-freundlichen Tonfall. Wie immer, wenn sie wollte, dass ich nach ihrer Nase tanze.
    Auch wenn sie es gerne hätte, sie wird nie meine Mutter ersetzen können.
    Trotzdem wollte ich nicht riskieren, dass sie gleich wütend im Zimmer steht, weshalb ich mich beeilte, mein lila Kleid anzuziehen, welches perfekt zu meinen Augen passte. Dazu trug ich immer eine Netzstrumpfhose und an den Armen ellenbogenlange Stulpen, welche lia-schwarz kariert waren. Ich vergewisserte mich im Spiegel noch einmal, dass alles passte und schon war ich zur Tür raus. Schnell rannte ich die Treppe runter und stand auch schon im großen Wohnbereich des Hauses. Naja..das Wort Wohnheim trifft es wohl eher. Ich lebte mit sechs anderen Jungen und Mädchen im Haus von Suri Yamamoto mitten in Konoha. Sie nahm uns alle auf, da wir alle durch Schicksalsschläge unsere Familie verloren hatten. Ich seufzte. Eigentlich sollte ich ihr jeden Tag dankbar sein, dass sie mir ein Dach über dem Kopf schenkte. „Das wäre ich auch, wenn sie uns alle ein klein bisschen weniger ausnutzen würde!“, murrte ich zu mir selbst. „Hast du etwas gesagt, Ami-chan?“, fragte mich das kleine Mädchen neben mir und schaute mich mit großen Augen an. Ich lächelte ihr ins Gesicht, was sie freudig erwiderte. „Nein, Naomi-chan, alles in Ordnung.“
    Sie war die jüngste in Suris Heim und konnte sich zum Glück nicht daran erinnern, wie sie ihre Eltern vor vier Jahren verlor, als die beiden auf einer Mission von einer Horde Nuke-nins ermordet wurden. Damals war sie erst ein Jahr alt. Ich jedoch konnte mich nur zu gut an den Tag erinnern, an dem ich meine Familie verlor. Das war vor 9 Jahren.
    Wie jeden Tag in meinem Leben kamen die Erinnerungen hoch. Wie jeden Tag musste ich diese Geschehnisse noch einmal durchleben. Das würde wohl nie enden. Damals war ich 10 und in meiner kindlichen Naivität verstand ich noch nicht, dass es auch böse Menschen und böse Shinobi gab. Nunja, vor 9 Jahren wurde ich eines Besseren belehrt. Ich lebte mit meinen Eltern, meinem großen Bruder und einigen anderen Shinobi und auch nicht-Shinobi in einem kleinen Dorf in der Nähe von Konoha. Doch der stärkste Shinobi in unserem Dorf, Son-Goku Ito, kam eines Tages von einer Mission zurück, welche im der Hokage aus Konoha gegeben hatte. Er musste eine unglaublich wichtige Schriftrolle mit der Anleitung zu einem sehr gefährlichen verbotenen Jutsu, von einer Bande abtrünniger Ninjas zurückholen. Dies gelang ihm auch, doch als er auf dem Rückweg nach Konoha einen Zwischenstopp in seinem Heimatdorf machte, holten ihn die Ninjas wieder ein und wollten, nun in größerer Zahl, die Rolle zurückholen. Da niemand darauf vorbereitet war und Son-Goku von der Reise geschwächt war, gelang ihnen das auch. Sie metzelten jeden Shinobi in unserem kleinen Dorf nieder. Auch vor den Menschen ohne Kampffähigkeiten machten sie kein Halt. Mein großer Bruder rannte damals auf mich zu, packte mich und zog mich in einen Schrank in unserer Wohnung. „Bleib hier und sei still! Ich komme später wieder und hole dich ab!“, flüsterte er mir damals zu. Ich nickte verstört und sah meinem Bruder zu, wie er mir den Rücken zuwandte und ging. Für immer. Durch ein kleines Loch in der Schranktür musste ich mit ansehen, wie er gegen einen feindlichen Shinobi kämpfte und einen Augenblick später von einem anderen Feind feige von hinten erstochen wurde. Ich biss mir in die Hand, um den Schrei zu unterdrücken. Das konnte nur ein Traum sein. Ein grausamer, grausamer Alptraum. Ich weinte still vor mich hin, während ich zusehen musste, wie alle starben. Ich hatte genug. Ich wollte helfen und versuchte die Schranktür zu öffnen. Aber sie rührte sich keinen Zentimeter. Geschockt stemmte ich mich dagegen, bis ich bemerkte, dass mein Bruder sie in weiser Voraussicht verschlossen und blockiert hatte. Mir wurde übel. Ich musste etwas tun. Das war alles viel zu viel. Alles begann, sich um mich herum zu drehen. Ich wollte dagegen ankämpfen, doch einen kurzen Augenblick später wurde mir schwarz vor Augen.
    „Ami-chan? Sag doch was!“ Ruckartig wurde ich in die Realität zurückgeholt. Naomi sah mich nun sehr beunruhigt an und knetete nervös ihre Hände. Liebevoll blickte ich ihr in die Augen ich strich ihr beruhigend durch ihr rotes Haar. Sie war die einzige in diesen Heim, die ich mochte. Nein.. eigentlich liebte wie eine eigene Schwester. „Ich bin nur nervös wegen dem Besuch beim Hokagen.“ log ich sie an, um sie nicht zu beunruhigen. Sie schien es sofort zu glauben. Warum sollte sie auch daran zweifeln, sie hatte noch dieselbe kindliche Naivität, wie ich damals vor 9 Jahren.
    „Nun mach aber mal hin, du unnützes Mädchen!“ fing Suri an zu zetern. Du musst in einer Stunde beim Hokagen sein und hast noch nicht einmal die Brötchen vom Bäcker geholt.
    Wortlos nickte ich und beeilte mich, aus dem Haus zu kommen. Ich hatte nun wirklich keine Lust auf eine erneute Auseinandersetzung mit dieser alten Dame. Da ich mit meinen 19 Jahren die älteste in ihrem Haus war, musste ich sehr viel durchmachen und wurde wie ein Hausmädchen behandelt. Und all das Geld, welches ich als Jonin bei meinen Missionen verdiente, landeten natürlich sofort in ihrem Geldbeutel.
    Ich hoffte, der Hokage würde mich bei dem heutigen Gespräch auf eine sehr lange Mission schicken. So würde ich meinem eintönigen Leben endlich für einige Zeit entkommen. Immerhin war ich eine sehr talentierte Konoichi und kurz durchzuckte mich etwas Stolz. Ja, seit dem Tag vor 9 Jahren hatte ich wie besessen trainiert, um nicht noch einmal tatenlos zusehen zu müssen, wie geliebte Menschen sterben. Und ich wurde immer besser und besser. Nin- und Tai-Jutsu beherrschte ich in Perfektion. Auch mein Gen-Jutsu wurde von Mal zu Mal stärker. Natürlich war aber mein Kekkei-Genkei ausschlaggebend dafür, dass ich zu den besten Shinobi im Dorf Konoha-Gakure gehörte. Es ermöglichte mir, mit jedem Element zu kämpfen, welches in meiner Umgebung vorzufinden war. Stand ich also im Wasser, konnte ich mit dem Element Wasser kämpfen. Stand ich auf einem kargen Fleck Erde konnte ich diese nutzen. Dasselbe bei Sand, Gras, und anderen. War keines dieser Elemente vorhanden, konnte ich jederzeit mit Luft und Feuer kämpfen. So war ich stets die Herrscherin über die Elemente.
    Puuh, heute hänge ich viel zu sehr meinen Gedanken nach, dachte ich mir schockiert, als ich auf die Uhr schaute. Noch eine halbe Stunde bis zum Treffen mit Tsunande. Schnell lief ich los, kaufte Brötchen, gab sie zuhause ab und lief gleich darauf zur Hokage-Villa. Ich war völlig aus der Puste, als ich all die Treppen hinter mir hatte und vor Tsunades Tür stand.
    „Atmen, Ami, Atmen!“, redete ich schnell auf mich ein. Gott wie peinlich, wenn der Hokage mich so sieht. Ich muss mich zusammenreißen, beschwöre ich mich selbst.
    Nachdem ich genug nach Luft gerungen hatte, klopfte ich an die Tür und kniff schon mal die Augen zusammen, da man nie wissen konnte, wie die leicht aufbrausende Tsunade gelaunt war.
    Doch kurz darauf war ein freundliches und gut gelauntes „Herein“ zu hören. Ermutigt öffnete ich die Tür und trat ein. In dem Büro war dasselbe Chaos wie bei meinem ersten und bis dato auch letzten Besuch bei dem Hokage. Dies war erst das zweite Mal in ihrer Zeit in Konoha, dass ich von der blonden Frau empfangen wurde.
    „Hokage-sama, ich bin sehr erfreut, von euch empfangen zu werden.“ begrüßte ich sie mit einer leichten Verbeugung.
    „Hallo, Ami Takahashi. Ich komme gleich zum Punkt. Du hast dich in letzter Zeit sehr verbessert und bist nun wirklich eine unglaublich starke Konoichi. Deshalb traue ich dir auch zu, die Mission zu meistern, die ich dir nun auftrage. Hast du schon mal von der Organisation Akatsuki gehört?“ fragend sah sie mich an.
    Meine Aufregung wuchs und wuchs in mir. Eine Mission? An sich nichts Besonderes, aber diese klingt, als wäre sie sehr wichtig und gefährlich. Welche eine Ehre, dass der Hokage dabei an mich denkt. Meine Gedanken überschlugen sich.
    Leicht errötet antwortete ich ihr: „Ja, Tsunade-sama, Sensei Kakashi erzählte mir vor einiger Zeit davon. Im Bingo-Buch habe ich auch schon so manches über die Mitglieder gelesen.“
    „Sehr schön, dann hast du ja schon ein gewisses Vorwissen und ich brauche dir über die Akatsuki nichts mehr erklären. Du weißt sicher auch, dass die Mitglieder alle extrem stark und gefährlich sind. Nicht viele Shinobi kommen gegen sie an. Also nun zu deiner Mission. Einer meiner Kundschafter hat vor zwei Tagen zwei oder drei Akatsuki-Mitglieder in unserem Reich gesehen. Anscheinend halten sie sich immer noch hier auf. Das könnte auf eine Gefahr hindeuten, weshalb ich dich bitte, in Begleitung anderer ausgewählter Shinobi nach dem Mitgliedern zu suchen; herauszufinden, weshalb sie hier sind und sie zu vertreiben oder wenn nötig zu eliminieren. Nimmst du diese Mission an?“
    „E- Es wäre mir eine Ehre, Tsunade-sama. Ich danke euch für euer großes Vertrauen in meine Fähigkeiten.“
    Tsunade nickte zufrieden und meinte: “Gut, dann wäre das ja geklärt. Deine Begleiter werden Kakashi Hatake und Asuma Sarutobi sein. Spätestens morgen Mittag müsst ihr aufbrechen. Du darfst nun gehen.“
    Ich verbeugte ich ehrfürchtig, lächelte sie noch einmal freundlich an und verließ den Raum. Draußen angekommen sog ich erstmal stark Luft ein und ordnete meine Gedanken. Endlich hatte ich die Chance, mich richtig zu beweisen. Endlich hatte ich die Chance, zu zeigen, dass ich nun dem Takahashi-Clan gerecht geworden bin.

    2
    Mit vor Aufregung immer noch zitternden Knien machte ich mich auf den Weg, um Kakashi und Asuma zu suchen. Trotz des Altersunterschiedes hatte ich des Öfteren mit den Beiden zu tun, da wir alle drei sehr ehrgeizige Shinobi waren und deshalb häufig miteinander trainierten. Deshalb war der erste Ort, an dem ich sie suchte der Trainingsplatz von Konoha. Schon von weitem hörte ich, wie die beiden miteinander kämpften. Am Rande des Platzes saß Kurenai im Gras und sah ihnen zu. Freudig lief ich auf sie zu: „Hallo Kurenai. Freut mich wirklich sehr, dich wieder zu sehen. Du warst jetzt bestimmt mindestens 3 Wochen auf deiner Mission. Mir haben unsere gemeinsamen Abende gefehlt.“, „Oh Ami, wie schön, dass du hier bist. Ja ich muss sagen, dass ich dich sehr vermisst habe. Aber ich hab noch keine neue Mission zugeteilt bekommen, deshalb können wir in nächster Zeit öfter gemeinsam Sake trinken.“
    Traurig verzog ich das Gesicht. „Tut mir sehr leid Kurenai, aber ich komme gerade vom Hokagen. Tsunade schickt mich auf eine Mission mit Kakashi und Asuma. Spätestens morgen Mittag müssen wir los.“ In dem Moment kamen die beiden auch schon auf uns zu. Asuma grinste mich an und klopfte mir auf die Schulter. „Hey Ami, du kommst gerade von deinem Treffen mit Tsunande zurück, oder? Dann weißt du ja schon über die Mission Bescheid.“ Er fing an zu lachen: „Wenn sich Kakashi auf der Mission allerdings genauso unbedarft anstellt wie gerade im Kampf gegen mich, dann sieht es eher schlecht aus.“
    „Asuma, schließe nicht von dir auf andere.“ stichelte Kakashi zurück.
    Na das wird ja was werden, dachte ich. Kurenai meldete sich etwas betrübt zu Wort. „Wieso habt ihr beiden mir denn noch nichts gesagt? Ich dachte, wir alle könnten uns in nächster Zeit öfter treffen.“ Entschuldigend schauten die beiden sie an. „Tut uns leid“, meinte Kakashi „Wir wollten dir nicht den Tag versauen“
    Ich konnte sie wirklich gut verstehen, mir würde der Gedanke auch nicht gefallen, alleine daheim bleiben zu müssen. Jedoch musste ich jetzt trotzdem einige organisatorische Dinge mit meinen Begleitern klären. „Also ihr beiden. Spätestens morgen Mittag müssen wir uns auf den Weg machen. Wann wollt ihr aufbrechen?“
    „Nun ja, ich würde sagen, dass wir schon heute Abend starten. Je länger wir warten, desto größer ist die Gefahr, dass die Verdächtigen nicht mehr da sind, wo wir sie suchen. Außerdem können wir dann in der Nacht den Weg bewältigen und treffen erst bei Tageslicht auf die Nukenins. So minimieren wir die Gefahr, dass sie uns im Dunkeln mit einem Angriff überraschen.“, antwortete mir Kakashi.
    „Alles klar. Dann treffe ich euch beide um 19.00 am Tor von Konoha. Ich bin schon sehr gespannt.“
    Die beiden nickten und verabschiedeten mich. Kurenai umarmte mich etwas betrübt und wünschte mir Glück.
    Ich machte mich auf den Weg nach Hause und dachte darüber nach, wie Suri wohl reagieren wird.
    Als ich das Haus betrat hörte ich sofort ihre schweren, wuchtigen Schritte. „Ami, da bist du ja endlich. Was wollte der Hokage? Bekommen wir irgendwelche Vergünstigungen?“
    Obwohl ich es mittlerweile gewohnt sein sollte, schockierte mich ihre Geldgier immer wieder.
    „Nein, Tsunade schickt mich auf eine wichtige Mission. Ich muss noch heute Abend los.“
    „Hrmpf. Na toll. All die Aufregung umsonst.“ Übellaunig und vor sich hin grummelnd zog sie von dannen. Ich hörte noch, wie sie murmelte: „Na wenigstens bekomm ich das Geld für deine Mission.“ Wow. Keine Glückwünsche, kein Verabschieden. Ein neuer Höhepunkt ihrer Freundlichkeit.
    Ich begab mich in mein Zimmer und fing an, eine kleine und praktische Umhängetasche zu packen. Unter anderem kamen Lebensmittel und Verbandszeug hinein. Medizin war zwar nicht mein Fachbereich, trotzdem hatte ich einige medizinische Kenntnisse, da ich der Meinung war, dass es unglaublich wichtig ist, sich und seine Partner im Notfall heilen zu können.
    Ich überlegte gerade, ob ich alles Wichtige eingepackt hatte, als mein Blick auf mein Nachtkästchen fiel. Dort lag eine Kette. Die Kette meines Bruders. Ich trug sie kaum, da ich immer Angst hatte sie zu verlieren.
    An dem Tag, als mein Bruder starb nahm ich sie an mich. Als mein Dorf überfallen wurde und alle starben. Ein paar Stunden nach dem Gemetzel kamen Anbu-Einheiten aus Konoha. Sie wollten helfen, doch sie kamen zu spät. Mich hätten sie beinahe übersehen, doch als ich es endlich geschafft hatte, meine Schreckstarre zu überwinden, fing ich an, panisch zu schreien. Die Anbus fanden mich daraufhin im Schrank und schlossen die Tür auf, woraufhin ich schnell an ihnen vorbei zu der Leiche meines Bruders rannte. Ich hatte ihn geliebt. Mehr als jeden anderen Menschen. Und jetzt war er tot. Nie wieder würde ich sein Lachen hören. Nie wieder würde er mir Tricks für den Kampf zeigen. Schluchzend warf ich mich auf seine Brust. Mein ganzer Körper zitterte. Da spürte ich etwas Kaltes an meiner Stirn. Ich hob schwach den Kopf und sah seine Kette. Sie war unversehrt und so wunderschön wie immer. An einer feinen, aber stabilen Silberkette hing ein lila Stein, welcher funkelte wie ein kleiner Stern. Mein Bruder sagte immer, dass er mir die Kette schenken will, sobald ich eine starke Kunoichi bin. Dazu wird er nie die Möglichkeit bekommen. Ich nahm sanft die Kette von seinem Hals und nahm sie an mich, um ein Andenken an den Menschen zu haben, den ich liebte wie keinen anderen.
    Noch immer nachdenklich nahm ich nun die Kette vom Nachtkästchen und band sie mir um den Hals. So war er immer bei mir, egal wohin ich ging.
    Die letzten Stunden, die mir noch blieben ruhte ich mich aus und ging gedanklich noch alle Vorbereitungen für die Mission durch. Als ich nur noch eine halbe Stunde bis zum Treffen hatte, machte ich mich etwas nervös auf den Weg zum Tor, wo Kakashi und Asuma schon auf mich warteten. Wow, die beiden waren ziemlich pünktlich.
    „Na, ihr zwei. Seid ihr bereit?“, „Ja, Ami, wir haben alles erledigt und sind bereit. Lass uns losgehen.“
    Wir starteten unseren Marsch relativ gemütlich. Da wir die ganze Nacht für den Fußmarsch eingeplant hatten, hatten wir keinen zeitlichen Druck, obwohl der Ort, an dem die Akatsuki gesichtet wurden relativ weit von Konoha entfernt war. Meine beiden Begleiter waren in Plauderstimmung, weshalb der Fußmarsch sehr interessant war. Wir lachten viel und Asuma sprach auffällig oft über Kurenai, was Kakashi immer wieder zum Schmunzeln brachte. Irgendwann kamen wir auf das zu sprechen, was uns noch bevor stand.
    „Habt ihr beide eigentlich irgendeinen konkreten Plan, wie wir an die Sache rangehen, wenn wir die Akatsuki gefunden haben?“
    „Naja, ich glaube, wir können das dieses Mal nicht wirklich planen. Wir wissen weder mit wem, noch mit wie vielen wir es zu tun haben. Wir könnten sie zwar überraschen, jedoch könnten sie und genauso gut eiskalt erwischen. Wir müssen hoffen, dass wir Glück haben.“
    Na das klingt ja ermutigend, dachte ich mir. „Wenigstens haben wir den Vorteil, dass wir drei schon häufig zusammen trainiert haben. Wir kennen alle unsere Stärken, Schwächen und Kampftechniken.“, „Kann es sein, dass du ziemlich nervös bist wegen der Mission, Ami?“, fragte mich Asuma offen heraus. Ich errötete leicht und antwortete peinlich berührt:“Naja.. Also, ihr müsst bedenken, dass ihr schon viel öfter auf einer solchen Mission wart. Für mich ist das die gefährlichste und wichtigste, die ich je zugeteilt bekam. Natürlich bin ich da ein wenig aufgeregt.“
    Beide sprachen mir ihr Verständnis zu und für den Rest des Marsches schwiegen wir entweder oder sprachen leise miteinander, da es schon stockdunkel und mitten in der Nacht war. Als die Sonne aufging, hatten wir schon fast die Gegend erreicht, in der die Nukenin gesichtet wurden. Wir waren alle aufmerksam, hörten auf jedes Geräusch, sahen jede Bewegung und waren stets kampfbereit. Wir bewegten uns versteckt zwischen Bäumen und erreichten das Zielgebiet. „Sollen wir uns aufteilen und suchen?“, fragte ich. „Nein, auf keinen Fall. Wenn einer von uns alleine auf die Akatsuki trifft, wird es brenzlig. Man kämpft nicht alleine gegen mehrere von denen. Wir dürfen sie nicht unterschätzen.“
    So durchstreiften wir gemeinsam die Gegend im Umkreis von zwei Kilometern.
    „Psst, wartet. Ich glaube, sie sind ganz nah!“, flüsterte Kakashi. Wir blieben leise stehen und sahen uns um. Um uns herum waren nur Bäume. Zum einen war das gut, denn so konnte man uns nicht auf Anhieb sehen. Allerdings hatten wir auch nicht gerade die beste Sicht. Plötzlich hörte ich ein Zischen. Das klingt wie ein Kunai, dachte ich mir noch, als Asuma mich schon auf die Seite schubste und selbst aus dem Weg sprang. Er war jedoch zu langsam und das Wurfmesser blieb in seinem Arm stecken, was ihn aber nicht weiter zu stören schien. Wir nahmen alle drei unsere Kampfstellung ein und versuchten, unsere Gegner auszumachen. Ich hasse es, schoss mir durch den Kopf. Ich hasse es, angegriffen zu werden und nicht die Position des Feindes zu kennen.
    „Na los, zeigt euch. Oder seid ihr zu feige, euch offen zu stellen?“, rief Kakashi ins Nichts.
    Da trat langsam ein Mann hinter einem Baum hervor. Er hatte ziemlich gruselige grün-rote Augen und er hatte eine Maske vor dem Mund. Auch der Rest seines Kopfes war fast vollkommen bedeckt. Außerdem hatte er den Akatsuki-Mantel an, von dem Kakashi mir mal erzählt hatte. Schwarz mit roten Wölkchen drauf. Wir wendeten uns unserem Feind zu, griffen jedoch nicht an. Immerhin wurde uns berichtet, dass sich mindestens zwei Nukenin hier aufhielten. Wir mussten erst die anderen ausmachen, um nicht in eine Falle zu tappen. Etwas gehetzt durch diese Situation durchkämmten meine Augen die Umgebung um den Feind herum, ob ich noch andere entdecken konnte. Kakashi und Asuma taten dasselbe, jedoch ohne den feindlichen Shinobi aus den Augen zu lassen. Die Tatsache, dass dieser sehr entspannt und fast schon amüsiert wirkte, ließ immer mehr Panik in mir aufsteigen. Wo waren die anderen? Plötzlich hörte ich eine Stimme direkt hinter mir.
    „Na endlich ist mal ne heiße Braut hier. Schaust du von vorn genauso scharf aus, wie von hinten?“
    Innerhalb einer halben Sekunde drehte ich mich mit erhobenem Kunai um. Mist, ich hatte zu wenig auf Rückendeckung geachtet. Während ich mich dem neuen Feind zuwandte dachte ich noch, dass wir hier nie rauskommen werden. Ich stand nun nur einen Meter von einem Mann entfernt. Und starrte geschockt in lilafarbene Augen und ein freches und anzügliches Grinsen. Mein gegenüber hatte silbernes, zurückgekämmtes Haar und trug nichts weiter, als den Akatsuki-Mantel und eine große Sense auf dem Rücken. Trotz der gefährlichen, fast schon aussichtslosen Situation, konnte ich nicht leugnen, dass mich mein Feind faszinierte.

    3
    Wir steckten in der Falle. Rücken an Rücken standen Asuma, Kakashi und ich, jedoch hatten wir auf beiden Seiten einen Angreifer. Natürlich war es nicht das erste Mal, dass ich in einer brenzligen Situation war, jedoch hatte ich es noch nie mit Akatsuki-Mitgliedern zu tun. Und mit denen war nicht zu spaßen. Wir hatten nicht die Möglichkeit, miteinander zu reden und zu planen, da uns der Feind so nah war, dass er jedes Wort gehört hätte. Zwar hatten wir im Voraus ein paar Strategien beredet, wie wir in Notfallsituationen handeln würden, jedoch hatte ich nicht die geringste Ahnung, was nun der beste Weg war. Kurz riskierte ich einen Blick zu Kakashi, welcher beinahe unmerklich mit dem Kopf nach oben zuckte und mich dabei mit seinem Blick fixierte. Ich hatte verstanden.
    Wie auf Kommando stießen wir drei uns vom Boden ab und sprangen auf einen nahegelegenen Baum. Zugegeben, nicht gerade die effektivste Lösung, allerdings bekamen wir so die Möglichkeit, uns zu formieren.
    „Ami, du und Asuma, ihr übernehmt den Sensenmann. Ich den anderen, über ihn habe ich schon einige Informationen eingeholt.“ Kaum hatte Kakashi diesen Satz beendet, waren unsere Angreifer auch schon da und sprangen von benachbarten Bäumen auf uns zu. Ohne zu zögern griff Kakashi den Typ mit der Maske an. Auch Asuma und ich fackelten nicht lange. Er zückte seine kurzen Messer und startete einen Frontalangriff, während ich versuchte, möglichst unbemerkt über den Akatsuki zu springen, um hinter ihn zu kommen. Plötzlich fing dieser an, lauthals zu lachen und eine Sekunde später holte er mit seiner Sense nach oben aus und hätte mich fast erwischt.
    „Nicht mit mir, kleine B****! Glaubst du allen Ernstes, so ein kleines Gör wie du könnte mich einfach verarschen? Weißt du überhaupt, wer ich bin?“, schrie dieser eindeutig leicht irre Kerl mich an. Durch meinen Versuch, ihn von hinten anzugreifen, schien er ziemlich aufgebracht und blitzschnell sprang er mir nach. Doch dank des anscheinend enormen Gewichts seiner Sense, war er deutlich langsamer als ich, weshalb ich ihm erneut ausweichen konnte. „Sorry, nie von dir gehört. Ich weiß nur über wichtige Nukenins Bescheid. Über die, die was drauf haben.“, konterte ich, um ihm zu zeigen, dass ich mich nicht einschüchtern lassen würde. „AARRGGH.. ICH BIN HIDAN, du kleine miese Ratte!“, brüllte er nun völlig durchgedreht und holte erneut zu einem Schlag mit seiner Sense aus. Jedoch hatte ich Glück. Da er sich von mir provozieren ließ, vergaß er, dass Asuma auch noch da war. Dieser hatte nun eine strategisch einwandfreie Position und stand hinter ihm. Als Hidan gerade den Arm mit der Sense erhob, sprang Asuma von hinten gegen ihn, rammt ihn mit voller Wucht seine Arme in den Rücken und verletzte ihn dabei mit seinen Messern. Hidan flog mehrere Meter gegen einen entfernten Baum und war kurzzeitig nicht mehr zu sehen. Er war wohl abgestürzt. Das gab Asuma und mir die Chance, uns zu sammeln. Ein Blick zu Kakashi zeigte uns, dass er seinen Gegner wohl noch einigermaßen unter Kontrolle hatte, allerdings hatte er bereits sein Sharingan aufgedeckt, was uns zu verstehen gab, dass er mit normaler Kraft nicht mehr gegen ihn ankommen würde.
    Schnell ordnete ich meine Gedanken. Hidan..Hidan, schwirrte es mir durch den Kopf. Ich hatte von ihm im Bingo-Buch gelesen. Dort stand, er wäre ein Anhänger Jashins und er wäre ihm gelungen, die Unsterblichkeit zu erlangen. Aber war das überhaupt möglich? Mir fiel noch irgendwas von einem Ritual ein, jedoch hatte ich keine Zeit mehr, mich zu erinnern, da Hidan wieder auf uns zu sprang. Kurz vor uns machte er halt und sah mich mit einem Blick an, welcher wütend und amüsiert zugleich war.
    „Nun verstehe ich. Natürlich wusstest du, wer ich bin, wie könnte es auch anders sein. Du wolltest mich nur provozieren und ablenken. In Wahrheit warst du mir schon verfallen, wie jede andere Sch***** auch. Trotzdem nehm ich dir das ziemlich übel, B****.“, er leckte sich selbstsicher über seine lüstern grinsenden Lippen und sah mich mit einem Blick an, welcher mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Wie konnte man nur so ein überheblicher A**** sein? „Ach du redest doch nur so viel überhebliches Zeug, weil du feiger kleiner Mistk*** Angst davor hast, mal richtig gegen uns zu kämpfen.“
    Wieder fing er an, irre zu lachen und sprang auf Asuma und mich zu. Nun folgte ein Kampf auf Leben und Tod. Asuma und ich griffen mit Tai-Jutsu und Kunais an, versuchten es mit Doppelgängern und gaben unser Bestes, ihm auszuweichen. Er war zwar langsam, jedoch fuchtelte er so wild mit seiner Sense rum, dass man kaum die Chance hatte, ihm näher zu kommen. All das zog sich schon über eine geraume Zeit, und Asuma und ich hatten schon einige kleinere Verletzungen abbekommen, als wir Kakashi schreien hörten. Schnell drehten wir uns um und sahen nur noch, wie ein stark blutender Kakashi brutal in die Luft geschleudert wurde. „Mist, wir haben Kakashi ganz vergessen. Asuma, du solltest ihm helfen. Ich werde das hier regeln“. Asuma blickte mich mit einem leicht skeptischen Blick an, jedoch hatte er keine andere Wahl, also wünschte er mir Glück und verschwand zu Kakashi.
    „Nanana, kleine B****, jetzt sind also nur noch wir beide da. Schick, oder?“ grinste Hidan mich an. Ich knurrte leise und schmiss mein letztes Kunai in seine Richtung. Als er ihm auswich, versuchte ich, meine Kräfte zu mobilisieren und ihn zu attackieren, jedoch wehrte er auch diesen Angriff mit seiner Sense ab. Ich konnte es kaum fassen, dieser Kerl hatte erst ein paar Kratzer abbekommen. Der war gut. Aber bisher hatte er sich fast ausschließlich verteidigt. Kaum ein Angriff war von ihm gekommen. Und kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, lachte er wieder und rief: „So, jetzt geht's los!“ Mit diesen Worten stürmte er mir mit erhobener Sense entgegen und griff an. Seinen ersten Angriffen konnte ich noch ausweichen, jedoch verließ mich langsam die Kraft. Bei einem Hieb mit seiner Sense traf er einen morschen Baum mit einer solcher Wucht, dass dieser anfing zu kippen. Und der Baum flog genau hinter mich. Ich musste aufpassen. Hidan griff wieder von vorne an und ich konnte nicht nach hinten ausweichen, da ich dort Gefahr lief, von dem Baum getroffen zu werden. Ich musste nach oben ausweichen. Jedoch war ich mittlerweile sehr geschwächt und meine Reaktion ließ nach. Ich sah, wie die Hidan mit der Sense genau auf mein Gesicht zu kam und realisierte, dass ich keine Chance mehr hatte, auszuweichen. Ich war zu langsam. Ich konnte kaum fassen, dass dies das Ende sein sollte und mit letzter Kraft blickte ich meinen Feind an. Direkt in seine lila Augen. Und kurzzeitig hatte ich den absurden Gedanken, dass diese Augen einfach zu schön waren, um zu so einem Schlächter zu gehören. Hidan hielt meinem Blick stand und auf einmal veränderte sich sein Blick. Seine eben noch wutverzerrten Gesichtszüge verwandelten sich in erschrockene, beinahe schockierte. Für den Bruchteil einer Sekunde zögerte er. In der Luft wurde er kurz langsamer und seine Sense zuckte ein Stück zurück. Und dieser schwindend kurze Augenblick ermöglichte mir das Unmögliche, ich konnte ihm um ein Haar ausweichen. Wir sprangen jeweils auf einen Baum und standen uns gegenüber. Hidan blickte nun noch erschrockener und schrie urplötzlich völlig aufgebraucht auf. „AARRG! FU**, FU**, FU**! Was war das denn, bei Jashin! Hidan zögert nie. Verdammt, HIDAN ZÖGERT NIE!“. Jetzt schien er völlig von Sinnen und griff mich erneut an. Das wars nun, dachte ich. Jetzt ist er nicht mehr zu stoppen. Plötzlich und vollkommen unerwartet sprang Asuma von der Seite auf mich zu und zog mich auf die Seite. Keuchend kniete er neben mir auf einem Ast. „Wir.. wir können das nicht schaffen. Gewinnen können wir nicht. Nur fliehen. Setz dein Kekkei-Genkei ein. Hier am Boden ist überall Sand. Ich halte ihn solange auf.“ Ich nickte nur kurz, denn für mehr hatten wir keine Zeit. Ich sprang auf einen entfernteren Baum, während Asuma sich auf Hidan konzentrierte. Schnell konzentrierte ich mein Chakra. Zum Glück hatte ich großteils mit Tai-Jutsu gekämpft, weshalb ich noch genug davon übrig hatte. Eilig formte ich das Fingerzeichen meines Clans und konzentrierte mich auf den Sand in meiner Umgebung. Ich brachte ihn mehr und mehr davon ins kreisen und zweit tornadoartige Sandstürme wurden größer und größer. Immer heftigere mengen Sand fügte ich hinzu und als sie völlig dicht waren, schickte ich sie in Richtung der beiden Akatsuki. Hidan erreichte der eine Sturm zuerst und bevor er es realisieren konnte, steckte er mitten drin. Und wie ich gehofft hatte, beging er den Fehler, wütend zu schreien. Als er kurz darauf anfing, lauthals zu husten, musste ich triumphierend lächeln. Nun erreichte der zweite Sturm den anderen und schloss auch diesen vollständig ein. Die primäre Funktion dieser Stürme war nicht, sie festzuhalten, sondern sie einzuschränken. In Hidans Fall würde er erstmal keine Luft bekommen und falls der andere klug genug ist, den Mund zu schließen, würde er trotzdem für einige Zeit nichts sehen. Dies verschafft uns zwar nicht die Freiheit, aber immerhin einen Vorsprung. Während ich die Stürme aufrecht hielt sprang Asuma an meine Seite. Er stützte Kakashi, welcher zwar stark verwundet, jedoch immerhin bei Bewusstsein war. „Komm. Schnell. Eine weitere Chance bekommen wir nicht.“
    Und sofort sprangen wir in Richtung unserer Heimat von Baum zu Baum davon. Meine Stürme hielten sich ohne meine Anwesenheit nur kurz aufrecht, bevor sie nachlassen. Also war Eile angesagt.
    Trotz unserer Wunden und Erschöpfung konnten wir uns keine Trödelei oder Pausen erlauben. Wir spürten bereits, dass sie die Verfolgung aufgenommen hatten. Und sie waren sicherlich wütend.
    Wir liefen nun schon seit Stunden, als uns auch unsere letzten Kräfte verließen. Als wir dann urplötzlich weitere Chakren in unserer Nähe spürten, verloren wir das letzte bisschen Hoffnung. Gegen neue Angreifer hatten wir keine Chance. Sie kamen immer näher und näher. „Kakashi, Asuma! Da seid ihr ja. Was ist geschehen?“. Genma.. Das war Genmas Stimme! Wir blieben abrupt stehen und berichteten ihm und seinen Begleitern von unseren Verfolgern. Genma und die anderen kamen gerade von einer Mission zurück. Schnell stützen sie uns und mit ihrer Hilfe kamen wir viel schneller voran. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir zum Tor von Konoha. Wir waren sicher.

    4
    Jedoch war noch keine Rede davon, uns ausruhen zu können. Genma und die Anderen brachten Kakashi ins Krankenhaus, da dieser sehr stark verwundet war. Asuma und ich mussten jedoch zunächst zu Tsunade und ihr von unserer gescheiterten Mission Bericht erstatten. Mir war sehr mulmig zumute. „Du Asuma.. glaubst du, sie wird sehr aufgebracht sein? Das war meine erste wirklich wichtige Mission und ich habe sie vermasselt.“ fragte ich meinen Begleiter mit gesenktem Kopf.
    „Du hast was?“, schaute er mich erstaunt an. „Ami, wirklich, du brauchst dir keine Vorwürfe machen. Du hast klasse gekämpft und teilweise sogar alleine gegen Hidan standgehalten. Und ohne dein Kekkei-Genkei wäre unser Schicksal besiegelt gewesen. Wir haben dir zu danken“
    Ich wurde ein klein wenig rot, fühlte mich aber ein bisschen ermutigt, Tsunade unter die Augen zu treten. Als wir in ihr Büro traten, überließ ich großteils Asuma die Berichterstattung und sprag nur an den Stellen ein, an denen in von meinem Einzelkampf erzählen musste. Das mich mein Gegner fasziniert hatte verschwieg ich lieber.
    Zu meiner großen Erleichterung sah Tsunade die ganze Sache ähnlich wie Asuma und lobte mich sogar für meinen Einsatz.
    „Und ich muss mich bei euch entschuldigen. Vielleicht hätte ich mehr Shinobi schicken müssen. Ich habe die Akatsuki ein wenig unterschätzt und diese beiden scheinen ziemlich stark gewesen zu sein. Wie dem auch sei, ihre Anwesenheit beunruhigt mich. Wir werden die Anzahl der Kundschafter verdoppeln und das ganze Feuerreich absuchen lassen, bis wir sicher sein können, dass sie das Land verlassen haben. Und die Wachen rund um Konoha müssen erhöht werden. Ihr beide ruht euch den restichen Tag und heute Nacht aus. Morgen werdet auch ihr Nachtdienst haben.“, schloss sie ihre Reden.
    Erleichtert nickten Asuma und ich. Es tat gut, die verständnisvollen Worte von Tsunade zu hören.
    Im Hinausgehen hörten wir noch, wie Tsunade die Befehle an Shizune weitergab.
    Asuma und ich liefen schweigend nebeneinander her und nachdem wir Kakashi noch kurz besucht hatten und uns vergewisserten, dass er gut versorgt war, verabschiedeten wir uns und gingen nach Hause.
    Dort angekommen wurde ich wenig herzlich empfangen. Suri erkundigte sich nichtmal danach, ob es mir gut ging, sondern befürchtete nur, weniger Geld zu bekommen, da die Mission ja gescheitert war.
    Nun noch erschöpfter ging ich nach oben in mein Zimmer. Glücklicherweise hatte ich mein eigenes Bad und so ließ ich mir erstmal ein Schaumbad ein. Mit schmerzenden Gliedern versank ich im Wasser, schloss die Augen und begann, die vergangene Mission revue passieren zu lassen. Zuerst überlegte ich, ob Kakashi, Asuma und ich im Nachhinein betrachtet irgendwelche taktischen Fehler gemacht hatten. Nach langem hin und her wurde mir jedoch bewusst, dass dies nicht der Fall war, sondern dass uns die Gegner einfach ein wenig überlegen waren. Was auch daran lag, dass wir trotz Bingo-Buch nicht viel über ihre Techniken wussten.
    Die beiden Akatsuki. Zuerst dachte ich über den mit der Maske nach. Kakashi meinte, er würde Kakuzu heißen. Mehr fiel mir zu dem Typen nicht ein und er interessierte mich auch nicht weiter. Und ich erwischte mich dabei, wie meine Gedanken immer wieder zu dem anderen Akatsuki schweiften. Er fasziniert mich. Er war so voller Kraft und man sah ihm an, dass er unglaubliche Stärke und Energie in sich hatte. Aber dann.. dann waren da noch seine lila Augen. Sie hatten einen ganz leichten rotstich und sie passten nicht zu dem Rest von ihm. Zwar strahlten sie auch Stärke und Energie aus, jedoch hatten sie eine Tiefe, die man seinem Körper gar nicht zutrauen würde. Und dieser Blick.. als er zögerte mich anzugreifen. Wieso hatte er das getan? Oder bildete ich mir da nur ein?
    Ich versank immer mehr in meinen Gedanken und fuhr langsam mit meiner Hand meinen Bauch und meine Brust nach oben zu meinem Hals. Ich öffnete automatisch die Finger und wollte verträumt mit der Kette meines Bruders spielen. Doch ich griff ins Leere. Ich erstarrte. Panisch sah ich an mir herunter. Doch die Kette war weg. Wie gelähmt saß ich da und fixierte mit den Augen die Stelle, an der die Kette sein sollte. So, als würde sie dadurch wieder auftauchen. Aber das tat sie nicht. Sie war weg.
    Zitternd stand ich aus dem Wasser auf, wickelte ein Handtuch um und ging zu meiner Kommode. Vielleicht hatte ich sie doch nicht angezogen und sie lag noch da?
    Ich irrte. Sie war weg. Unendlich lange saß ich so am Rand meines Bettes und war nicht fähig zu denken oder mich zu bewegen. Das letzte, was ich von meinem Bruder hatte, war weg. Für immer. Wahrscheinlich hatte ich sie im Kampf verloren.
    Auf einmal spürte ich eine innere Leere in mir, die drohte, mich von innen aufzufressen. Immernoch zitternd schlüpfte ich in ein dünnes Nachthemd und sank ins Bett. Dort konnte ich es nichtmehr länger aushalten und fing erst langsam an zu schluchzen, bis dies in hemmungsloses Weinen überging. Und so lag ich da bis mich die Müdigkeit überkam und ich unter Tränen in unruhigen Schlaf fiel.
    Andauernd wachte ich auf und bemerkte, dass mir immernoch die Tränen liefen. Drehte mich um und fiel in noch unruhigeren Schlaf. Nicht nur die Kette war weg. Es fühlte sich an, als hätte ich auch meine Familie endgültig verloren.
    Als ich ein elftes Mal in dieser Nacht wach wurde, blinzelte ich verschlafen vor mich hin. Mein Blick war noch verschwommen, als ich zu meinem Fenster schaute. Es lag über den Dächern von Konoha und wenn man rauskletterte, konnte man von Dach zu Dach springen. Doch meine halb geschossenen Augen sahen in diesem Augenblick nicht die Dächer, sondern machten die Umrisse eines Menschen aus. Allerdings erzeugte das keine Reaktion von mir. Ich war noch im Halbschlaf und war mir nicht sichr, ob ich das was ich sah auch wirklich sah. Meine Augen wollten gerade wieder zufallen, als sich die Person direkt ans Fenster beugte und hineinsah. Direkt in mein Gesicht. Und meine halb gechlossenen Augen trafen direkt in zwei wunderschöne lila Augen. Mich beschlich das selbe Gefühl von Faszination wie am Tag während des Kampfes.
    Noch bevor ich richtig wach werden konnte, trat die Person zurück und verschwand im Dunkeln. Und ich schloss die Augen, schlief ruhig ein und wachte nicht ein einziges mal mehr auf, bis der Morgen anbrach.

    5
    Der nächste Tag brach an und ich stand wie gewohnt auf und ging ins Bad. Erst, als ich einen Blick in den Spiegel warf, stockte ich. Meine Augen waren verquollen und gerötet und ich sah allgemein sehr verheult aus. Nach und nach kamen die Erinnerungen an den gestrigen Tag und den gestrigen Abend wieder hoch. Traurig senkte ich den Kopf. `Na der Tag fängt ja gut an.`, dachte ich. Und dann kam mir ein leicht verschwommenes Bild vor Augen. Ich konnte mich nicht wirklich erinnern, aber es hatte etwas mit einem Mensch vor meinem Fenster und mit lila Augen zu tun. Hatte ich geträumt?
    Wie jeden Tag erledigte ich meine täglichen Pflichten, als ein Botenjunge kam und mir einen Zettel vom Hokage überreichte, auf dem Stand, dass ich um 18.00 Uhr abends zur Nachtschicht am linken Teil der Stadtmauer meinen Wachdienst antreten solle.
    Ich legte mich noch ein wenig ins Bett, denn nach dieser Nacht war ich nicht wirklich erholt und ich wollte nicht den Wachdienst verpatzen, weil ich übermüdet war.
    Als ich mich um 18.00 an der Mauer einfand, saß dort schon Kakashi.
    „Oh hallo Kakashi, dir geht es schon wieder gut?“, fragte ich ihn und bekam sofort ein schlechtes Gewissen, weil ich heute nicht daran gedacht hatte, ihn im Krankenhaus zu besuchen.
    Er schien es mir aber nicht übel zu nehmen, denn er erzählte mit einem Lächeln, dass ihn die Medizin-Ninjas so gut versorgt hatten, dass er schon wieder vollauf regeneriert war.
    Ich freute mich, doch als ich mich neben ihn auf die Mauer setzte, schaute er mich auf einmal ganz eigenartig an.
    „Ist irgendetwas passiert, Ami?“
    „Nein Kakashi“, antwortete ich irritiert. „Wie kommst du darauf?“
    „Nunja.. ich will dir nicht zu nahe treten, aber du siehst aus, als hättest du stundenlang geweint.“
    `Oh nein`, dachte ich,`das sieht man immernoch?`
    Ich blickte verlegen auf den Boden. „Nein nein Kakashi, es ist alles in Ordnung“
    Er merkte wohl, dass ich nicht darüber reden wollte, denn er harkte nicht weiter nach. Jedoch legte er mir kurz darauf die Hand auf den Rücken und strich mir eine Zeit lang sanft darüber. Das tat gut, denn ein Zeichen von Geborgenheit bekam ich nur sehr selten zu spüren. Und so saßen Kakashi und ich schweigend da und blickten zur immer weiter untergehenden Sonne.
    Jedoch bekam ich immer mehr das Gefühl von hinten beobachtet zu werden. Doch jedes Mal, wenn ich mich umdrehte, war niemand zu sehen. Trotzdem sagte ich kurz darauf zu Kakashi, dass ich mich umdrehen werde um zu erkennen, falls bereits jemand in Konoha eingedrungen war und sich dort rumschlich.
    Und als ich dort im Dämmerlicht über die Dächer von Konoha blickte, fiel mir wieder das Ereignis von gestern Nacht ein.
    Diese lila Augen. Hatte ich mir die nur eingebildet? Hatte ich sie nur gesehen, weil mein Gehirn im Schlaf die Ereignisse des Tages verarbeitete? Nein. Ich war mir sicher, dass sie da waren.
    Was hatte das nur zu bedeuten? Ich wusste, dass diese Augen zu Hidan gehörten. Es konnte niemand anderes gewesen sein, als er. Aber was hatte er vor meinem Fenster zu suchen? Wollte er mich im Schlaf umbringen? Aber falls ja.. wieso hatte er es nicht getan? Außerdem schätzte ich ihn nicht als jemanden ein, der seine Gegner tötet, wenn sie wehrlos sind. Er will einen Kampf.
    Aber wie war er überhaupt dorthin gekommen? Es waren unzählige Wachen in Konoha unterwegs.
    `Komisch`, dachte ich mir. `Eigentlich sollte ich jetzt Angst bekommen, jetzt wo ich weiß, dass der Feind mir unbemerkt so nahe kommen kann.`
    Aber ich empfand keine Angst. Nur die Faszination wuchs. Ich konnte es mir nicht erklären.
    Die Stunden zogen sich dahin und die Schicht neigte sich dem Ende zu. Als Kakashi mich noch nach Hause begleitete, hatte ich plötzlich wieder das Gefühl beobachtet zu werden. Doch als ich mich umblickte, war wieder nichts zu sehen.
    In den nächsten beiden Tagen bzw. Nächten hatten Kakashi und ich wieder Nachtschicht auf der Mauer. Wir verstanden uns von Mal zu Mal besser. Als die vierte Nachtschicht anbrach, fasste sich Kakashi ein Herz und sprach mich noch einmal darauf an, weshalb ich geweint hatte. Ich zögerte kurz, doch schließlich erzählte ich ihm von der Kette und von meinem Bruder. Die Tatsache, dass er so aufmerksam zuhörte und mir Anteilnahme spendete, tat unglaublich gut. Aber das Gefühl nicht alleine zu sein, sondern beobachtet zu werden, welches mich die ganzen letzten Tage begleitet hatte, war in diesem Moment besonders groß.
    Als ich nach dieser Schicht erschöpft um 4 Uhr morgens mein Zimmer betrat, hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch. Es war schwierig zu erklären. Dieses Gefühl blieb auch noch, nachdem ich mich bettfertig gemacht hatte. Schließlich fühlte es sich so an, von diesem Gefühl erdrückt zu werden, also öffnete ich mein Fenster, in der Hoffnung, freier Atmen zu können. Ich streckte meinen Kopf in die kühle Nachtluft und genoss den Ausblick. Ich liebte die Dächer und es gab nichts schöneres, als alleine darauf zu sitzen oder herum zu wandern und die Stille und Freiheit zu genießen. Jedoch war an diesem Morgen etwas anders. Da war ein Geruch. Ein Geruch, der mich an etwas erinnerte, mir fiel aber nicht ein, an was. Aber er löste ein Zittern in mir aus und ich war verwirrt. Ich blickte ein wenig nach links und nach rechts, um die Ursache zu finden. Da blieb mein Blick an etwas hängen, das genau vor mir auf dem Dach lag.
    Meine Kette. Die Kette meines Bruder. Ich konnte es kaum fassen, als ich sie hochhob und feststellte, dass sie unversehrt war. Ich legte mich die Kette um den Hals und als ich das tat und sie meinem Gesicht sehr nahe war, verstärkte sich der Geruch von eben noch einmal. Er war ein betörender und ließ mich nicht los. In dieser Nacht lag ich noch lange wach und dachte darüber nach, wie die Kette wohl dorthin gekommen sein mag. Aber mir fiel keine logische Erklärung ein. Und dieser Geruch...

    Die kommenden Tagen vergingen sehr unspektakulär. Ich freundete mich immer mehr mit Kakashi an und wunderte mich, wieso es so lange gedauert hatte, bis mir aufgefallen war, was für ein netter Mensch er war. Bald trafen wir uns auch unabhängig von unseren Wachdiensten privat auf eine Nudelsuppe oder einen Sake.
    „Wieso riechst du eigentlich andauernd an deiner Kette?“, fragte mich Kakashi plötzlich. Wir saßen gerade in einer Kneipe und ich war tief in Gedanken versunken gewesen.
    „Ähm.. ich rieche gar nicht daran. Ich halte sie nur immer nah ein mein Gesicht, um zu spüren, dass sie noch da ist.“, log ich. In Wahrheit versuchte ich mich an den längst verschwundenen Geruch zu erinnern. Wenn ich ehrlich war, lies er mich seit Tagen nicht mehr los. Und nicht nur der Geruch war es, der, ich nicht mehr losließ...
    Kakashi sah mich auf einmal ganz merkwürdig an. Er blickte mir direkt in die Augen, doch ich wandte meinen Blick schnell ab. Irgendetwas in seinen Augen verstörte mich. Irgendein Ausdruck.. und kurz nachdem ich mich abgewandt hatte, nahm Kakashi meine Hand, die auf dem Tisch lag in seine und strich mit seinen Fingern über meinen Handrücken.
    Ein merkwürdiges Gefühl beschlich mich. Bedeuteten ihm die letzten Tage etwa mehr als nur Freundschaft? Und wenn ja, wie empfand ich selbst?
    Ich fühlte mich überfordert und mit einem Lächeln entzog ich ihm meine Hand wieder. Für den restlichen Abend war zwischen uns eine komische und unangenehme Spannung, die ich nicht erklären konnte.

    6
    Als ich nach dem Abend zuhause in meinem Bett lag, dachte ich über den vergangenen Tag nach. Was war das zwischen Kakashi und mir? Ich mochte ihn. Aber ich mochte ihn als Freund, oder? Und immerhin war da noch ein gewisser Akatsuki, der mir seit Tagen nicht aus dem Kopf ging.
    „Aber er ist der Feind“, sagte ich laut zu mir selbst. Allerdings klang meine Stimme sehr unentschlossen und ich glaubte mir selbst kaum. Als ich auch nach 3 Stunden nicht einschlafen konnte, beschloss ich, mich auf das Dach vor meinem Fenster zu setzen. Der Blick über Konoha hatte mich schon immer beruhigt.
    Ich kletterte aus meinem Fenster und setzte mich an den Rand des Daches, um die Beine baumeln zu lassen. Beim Anblick des schlafenden Konohas fiel mir auf, wie romantisch und schön es hier oben war. Und wie schön es sein musste, hier oben nicht alleine zu sitzen. Ich hatte noch nie einen Freund, weil ich einfach noch niemanden getroffen hatte, der in meinem Kopf und in meinem Herzen einen unwiderruflichen Platz eingenommen hatte. Bis jetzt. Unwillkürlich musste ich wieder an eine Person mit unglaublichen lila Augen denken. `Wieso geht mir ausgerechnet ein Akatsuki nicht mehr aus dem Kopf? Und noch dazu einer, der versucht hatte mich zu töten?`, dachte ich mir. Und wie fremdgesteuert flüsterte ich plötzlich den Namen „Hidan...“

    „Na, hast du mich vermisst, Baby?“, hörte ich daraufhin plötzlich eine raue Stimme hinter mir.
    Wie von der Tarantel gestochen sprang ich hoch und drehte mich um. Und tatsächlich stand ich direkt Hidan gegenüber. Uns trennte nur ca. ein Meter. Wie konnte er mir nur so nahe kommen, ohne dass ich ihn bemerkte? Und wie war er überhaupt nach Konoha hineingekommen, bei all den Wachen aktuell?
    Ich bemerkte, dass ich ihn bestimmt schon eine Minute anstarrte. Und seinem Grinsen nach zu urteilen, war es ihm auch schon aufgefallen.
    Doch genau dieses anzügliche Grinsen holte mich in die Realität zurück. Und wie von selbst begab ich mich in Kampfstellung.
    „Willst du gegen mich kämpfen?“, lachte er.
    „Natürlich“, gab ich zurück und auch diesmal bemerkte sogar ich selbst, dass ich log. Und da er keine Anstalten machte, sich auch zu bewegen, war ihm wohl auch das aufgefallen.
    Und wieder lachte er. Doch dann verstummte er und sein Blick wurde ernst.
    „Du hast die Kette auf dem Dach gefunden, das freut mich“, sagte er und verwirrte mich damit sehr.
    „Was..woher weißt du von meiner Kette?“, stotterte ich ihn an.
    „Na, was glaubst du denn, wer sie dorthin gelegt hat?“
    Ich starrte ihn mit großen Augen an. Scheinbar war mein Blick sehr verwirrt, denn er fing gleich wieder an zu lachen.
    „Du hast sie beim Kampf verloren und als du Kakashi erzählt hast, wie wichtig sie dir ist, wollte ich, dass du sie wieder bekommst.“, erklärte er mit ruhiger Stimme.
    „Woher weißt du, dass ich Kakashi das erzählt habe?“
    Doch scheinbar wollte er darauf nicht antworten, denn sein Blick wurde plötzlich sehr ernst.
    Und ehe ich mich versah, trat er einen Blick auf mich zu. Reflexartig trat ich rückwärts von ihm weg. Dies ging so lange, bis ich mit dem Rücken an der Hauswand stand.
    Er kam so nah auf mich zu, dass ich kaum mehr atmen konnte. Einerseits weckte seine Nähe und sein Geruch in mir ein lang unterdrücktes Verlangen nach ihm.
    Andererseits machte es mich nervös und ich wollte etwas Abstand. Das ging alles viel zu schnell. Ich hob meine rechte Hand, um sie zwischen uns zu halten.
    „W..was soll das“, fragte ich zitternd.
    „Na, ich will ausprobieren, warum du kleine Bi**** mir nicht mehr aus dem Kopf gehst. Will wissen, was an dir so besonders ist.“
    Und mit diesen Worten trat er noch näher an mich heran. Ich ging ihn nichtmehr aus dem Kopf? Was meinte er damit?
    Plötzlich packte mich mich forsch am Arm und zog mich an sich heran. Als er auch noch grob meinen Kopf packte, erwachte ich aus meiner Starre. `Nein, so will ich das nicht. Nichts so`, dachte ich noch und dann fing ich auch schon an, ihn mit aller Kraft wegzuschieben.
    „Hidan, lass das. Nicht so! Was willst du?“, schrie ich fast schon.
    Nun wirkt sein schönes Gesicht verzerrt vor lauter Wut.
    „Du kleine Bi****! Es kann nicht sein, dass ich an dich denken muss. Dass du mir nicht au dem Kopf gehst. Hidan denkt nicht an kleine Sch****en! Er vögelt und vergisst sie. Also muss ich das ändern!“, schrie er zurück.
    Ich fing nun mit aller Kraft an, mich zu wehren. Mist, was jetzt?
    „HALLO? Hallo, wer ist da“, rief plötzlich eine Stimme unter dem Dach hervor?
    Jemand hatte wohl unser Schreien gehört. Hidan erstarrte. Er schaute mir ein letztes Mal tief in die Augen, dann strich er mir plötzlich über die Wange und verschwand in der Dunkelheit.
    Wie versteinert stand ich da. Bis auf einmal Genma vor mir stand.
    „Was ist hier oben los, Ami?“
    „Nichts, Genma, alle gut. Ich hatte nur einen kurzen Gefühlsausbruch und hab mir den Frust rausgeschrien.“, lieferte ich ihm eine notdürftige Erklärung. Er schaute mich noch kurz skeptisch an, doch dann verschwand er.
    Und ich legte mich völlig verstört in mein Bett.
    Ich ging ihm nicht aus dem Kopf? Also ging es ihm wie mir. Aber es schien so, als wolle er dies verhindern. Er wollte gar nicht, dass er an mich denken musste.
    Und in diesem Moment wurde mir etwas klar. Das mit Kakashi. Ich konnte für ihn gar nicht mehr als Freundschaft empfinden. Weil ich mich längst in jemand anderes verliebt hatte.

    7
    Die ganze Nacht hatte ich kaum ein Auge zugetan. Was war das denn nur für eine komische Begegnung gewesen?
    Verträumt strich ich mit mit dem Handrücken über meine Wange. Vor nur wenigen Stunden hatte noch Hidan mit seinen schönen Fingern die selbe Stelle berührt.
    `Schöne Finger?`, dachte ich. `Ami, jetzt drehst du durch`, schollt ich mich und setzte mich im Bett auf.
    Es klopfte an der Tür und ich zuckte unwillkürlich zusammen. Als ob ein gesuchter Nuke-nin einfach an der Tür klopfen würde.
    Ich zog schnell einen dünnen Morgenmantel über und versuchte, meine braunen Haare einigermaßen zu ordnen.
    Als ich einigermaßen passabel aussah, näherte ich mich der Tür, gegen die mittlerweile jemand ungeduldig hämmerte.
    „Ja ja, ich komm ja schon.“, murmelte ich und zog die Tür mit einem Schwung auf.
    Vor mit stand ein junger Ninja mit kurzen blonden Haaren. Er zog einen Schmollmund und sah mich vorwurfsvoll an.
    „Was bist du denn bitte für ein Ninja, der um die Zeit noch schläft?“, warf er mir direkt vor.
    „Dir auch einen guten Morgen“; antwortete ich. „Wer bist du und was kann ich für dich tun?“
    Der Junge kam mir zwar bekannt vor, aber mir wollte gerade nicht einfallen, woher.
    „Wer ich bin? Du fragst, wer ich bin?“, jetzt wirkte er noch vorwurfsvoller. Kurz durchzuckte es mich, weil er mich an jemanden erinnerte. Vor nicht allzu langer Zeit stand mir jemand anderes gegenüber, der gar nicht fassen konnte, dass ich nicht wusste wer er ist.
    Aber Hidan und dieser Junge hatten sonst nichts gemeinsam.
    „Naruto Uzumaki bin ich. Echt jetzt. Ich werde der nächste Hokage von Konoha und ich werde der beste sein. Echt jetzt.“, erklärte er grinsend und griff sich stolz ans Stirnband.
    Ich musste schmunzeln. Der Junge war zwar anders, aber er war mir sympatisch.
    „Na dann, Naruto Uzumaki, nächster Hokage von Konoha, was kann ich für dich tun?“, fragte ich ihn nicht vollkommen ernst.
    Er schien jedoch zufrieden und meinte: „Du sollt zu Oma Tsunade kommen, sie will dich sprechen.“
    Oma-Tsunade? `Er meint doch nicht etwa den Hokagen`, dachte ich und sah ihn irritiert an.
    „Oma-Tsunade?“ - „Na die alte Frau natürlich. Der Hokage.“, erklärte er mit verdrehten Augen, wandte sich ab und lief ohne ein weiteres Wort den gang entlang zurück und verschwand.

    Ich stand noch kurz verwirrt an der Tür, ging dann aber ins Bad um mein lila Kleid und die Netzstrümpfe anzuziehen. Schon kurz darauf schlich ich leise aus dem Haus, da ich keine Lust hatte, Suri zu begegnen. Was, wenn sie gestern etwas mitbekommen hatte? Immerhin waren si und Hidan nicht sonderlich leise gewesen. Auch Genma hatte sie gehört.

    Hidan... auf dem Weg zu Tsunade ließ ich den gestrigen Abend revue passieren. Ich war in dieser Situation sehr erschrocken und überrumpelt gewesen. Und wenn ich jetzt rückwirkend darüber nachdachte, erwischte ich mich dabei, wie ich mir vorstellte, was da noch hätte sein können. Was passiert wäre, wäre Genma nicht aufgetaucht. Mir wurde warm im Bauch und ich versppürte ein leichtes Kribbeln. Dieses beschränkte sich jedoch nicht nur auf den Bauch.

    Als ich jedoch kurz davor war, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, erschreckte ich mich vor mir selbst. War es nicht schon beinahe Verrat am Dorf? Ich war einem Akatsuki innerhalb des Dorfes begegnet und dachte gar nicht daran, dieses Sicherheitsleck zu melden. Vielmehr dachte ich daran, was seine Hand an anderen Stellen, als meiner Wange auslösen könnte.
    `Ami`, dachte ich leicht wütend auf mich selbst, `Du bist eine Schande`

    Schon stand ich vor der Tür des Hokagen. Ich klopfte und auf Tsunades „Herein“ betrat ich vorsichtig den Raum. Sie schien neutral gelaunt und deutete mir an, zu ihrem Tisch zu treten.
    „Ihr wolltet mich sprechen, Tsunade-sama?“, fragte ich sie erwartungsvoll.
    „Ja Ami, ich möchte etwas mit dir besprechen. Du erinnerst dich an deinen Auftrag mit Asuma und Kakashi vor ein paar Wochen?“, sie schaute mich fragend an.
    Ich schluckte erschrocken. „Ähm ja natürlich, Hokage“, Erwiederte ich und versuchte, meine Unsicherheit zu verbergen. Hatte sie etwas mitbekommen? Würde sie mich gleich des Verrates beschuldigen? Sollte ich lieber zuvor mit der Sprache rausrücken?
    „Diese Bedrohung durch Akatsuki macht uns Sorgen. Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, wurde der Kazekage Gaara vor nicht allzu langer Zeit von Mitgliedern der Gruppe entführt. Wir müssen uns wappnen, wir können unser Dorf in dieser Zeit nicht ungeschützt lassen. Asuma und Kakashi wurden bereits informiert. Du wirst mit den beiden heute noch aufbrechen und die nähere Umgebung um Konoha vorsorglich absuchen. Und wenn ihr dort nichts auffälliges gefunden habt, werdet ihr drei die Truppen koordinieren, welche das Dorf in Patroullien von innen sichern sollen. Du darfst nun gehen und viel Glück“, schloss sie ihren Vortrag.
    Erleichtert, dass meine Sorgen sich nicht bewahrheitet hatten, nickte ich ehrfürchtig, verbeugte mich leicht und sagte „Es ist mir eine Ehre, Tsunande-sama.“
    Wow, in meinem Alter einen solch wichtigen Auftrag. Ich konnte stolz auf mich sein. `Wenn doch nur mein Bruder noch leben würde, auch er wäre stolz gewesen“, dachte ich in einem kurzen Anflug von Traurigkeit. Und ich mir fiel bei dem Gedanken an meinen Bruder wieder der Junge von vorhin ein. Er erinnerte mich mit seiner sympathischen, offenen Art an ihn.
    Schon halb zur Tür raus drehte ich mich um und fragte: „Hokage, wer war eigentlich der Junge, den sie zu mir geschickt haben?“
    „Ach, du meinst Naruto? Erinnerst du dich nichtmehr an die Chunin-Auswahlprüfungen? Eigentlich kann man diesen Quälgeist kaum übersehen. Er war jetzt lange Zeit mit Yiraya auf Reisen.“, erklärte Tsunade und lächelte dabei. Sie mochte den kleinen `Quälgeist` wohl.

    Ich machte mich direkt auf den Weg zum Trainingsplatz, da ich vermutete, Kakashi und Asuma wieder dort anzutreffen. Und ich hatte recht.
    Wir einigten uns darauf, uns um 17.00 am Tor von Konoha zu treffen.
    Auf dem Weg zu meiner Wohnung wurde mir bewusst, dass ich bei dieser Mission wohl oder übel ein ernstes Gespräch mit Kakashi führen musste. Ich wollte unsere Freundschaft nicht aufs Spiel setzen, nur weil er sich mehr erhoffte. Das musste geklärt werden. Jedoch könnte ich ihm niemals die Wahrheit sagen. Wie würde die Menschen von Konoha reagieren, wenn sie von dieser Schande erfahren würden. Mir wurde schlecht bei dem Gedanken.

    8
    Als wir uns um 17 Uhr trafen, machten wir uns sogleich auf den Weg. Meine Ausrüstung bestand aus einigen Kunais, Verbandszeug und etwas Proviant. Schon bald unterhielten wir uns wieder und es fühlte sich so vertraut an, wie bei unserer letzten Mission.
    Nur eines war anders. Beim letzten Mal hatte ich gehofft, wir würden die Akatsuki finden und unschädlich machen. Doch dieses Mal graute mir davor, sie zu finden. Zwar musste ich zugeben, dass ich einen gewissen Aktsuki nur zu gerne wiedersehen würde, jedoch wollte ich auf keinen Fall, dass die anderen beiden Hidan etwas zufügen.
    Wir liefen noch bis spät am Abend durch die Wälder und Felder, immer auf der Suche nach Spuren von möglichen Akatsuki.
    Doch als es immer dunkler wurde, beschlossen wir, im Schutze einer kleinen dichten Baumgruppe ein Nachtlager aufzuschlagen.
    „Sollen wir es riskieren, ein Feuer zu machen?“, fragte ich die beiden unsicher.
    Asuma überlegte kurz, meinte dann aber: „Es ist zwar riskant, aber um diese Jahreszeit ist es schon sehr kalt in den Nächten und wir dürfen uns keine Erfrierungen zuziehen. Wir müssen es aber verdeckt zwischen den Bäumen machen, damit so wenig Licht nach außen dringt, wie nur möglich.“

    Kakashi bot sich sofort an, Feuerholz sammeln zu gehen. Und da Asuma schon damit anfing, die Schlafplätze vorzubereiten, beschloss ich, Kakashi zu begleiten. `Vielleicht ergibt sich ja eine Situation, um mit ihm zu reden`, dachte ich bei mir.
    Als wir nurnoch zu zweit waren, begann Kakashi damit mich zögerlich von der Seite anzulächeln.
    „Wie geht es dir, Ami?“
    „Sehr gut, Kakashi, danke. Und wie geht es dir?“
    „Auch gut. Nur .. ich vermisse unsere Treffen nach den Wachdiensten.“, erklärte er zögerlich.
    Mir wurde mulmig zumute. Ich war nicht gut in solchen Gesprächen. Wie sollte ich jetzt reagieren?
    Sollte ich direkt sein oder mich eher vorsichtig herantasten? Ich entschied mich, einfach ahnunglos zu tun.
    „Ja, die waren nett, du bist ein guter Kumpel geworden in der letzten Zeit.“
    Ich bemerkte, wie Kakashi bei dem Wort „Kumpel“ das Gesicht kurz schmerzerfüllt verzog, tat aber so, als hätte ich nichts gesehen.
    Wir waren nun schon ziemlich weit von Asuma und dem Lager entfernt und es war nicht gut, sich im Dunkeln zu trennen.
    „Kakashi“, meinte ich behutsam, „wir sollten umkehren, Asuma ist sonst zu lange alleine“ und machte Anstalten, mich umzudrehen und zu gehen.

    Doch als ich mich gerade abwenden wollte, hielt Kakashi mich am Arm zurück und zog mich an sich. Er war mir sehr nah. Zu nah.
    „Kakashi, was soll das? Lass... lass mich los. Bitte.“, meinte ich ruhig aber bestimmt zu ihm.
    Doch ich sah in seinen Augen etwas, was mir Angst machte. Sie waren dunkler als sonst und sie sah pure Entschlossenheit und Gier.
    Er packte mich fester und auf einmal presste er seine Lippen hart gegen meine.
    Kurz überlegte ich, ob ich schreien sollte, doch der Druck auf meinen Mund war zu groß und kein Laut entwich meiner Kehle.
    Ich versuchte ihn wegzuschieben, doch er verhärtete den Kuss einfach, so als hätte er Angst vor dem, was passiert, sobald er mich freigeben würde.
    Als ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, befreite ich rabiat meinen rechten Arm und verpasste ihm mit der Faust einen Schlag in den Magen. Er keuchte und wich zurück.
    „Tut mir leid, Kakashi, aber das geht nicht. Ich möchte das nicht.“ Ich wich zurück, wie ein verletztes Tier. Und als Kakashi sah, das ich Angst vor ihm hatte, schien er sich wieder zu fangen. Seine Augen bekamen wieder ihren gewohnten Ausdruck und er sah erschrocken aus.
    „Was was hab ich nur.. getan..“, stammelte er. Er sah mich entsetzt an. „Es tut mir so leid. So leid, Ami. Ich.. ich muss weg. Ich kann nicht.. nicht hier bleiben. Es tut mir leid.“, und mit diesen leisen, verzweifelten Worten drehte er sich um und verschwand.

    Ich ging einen Schritt nach vorne, fast so, als wollte ich ihm folgen, doch ich blieb stehen. Es war besser, das erstmal auf sich beruhen zu lassen.
    Gerade, als ich das Feuerholz aufheben wollte, dass bei der kurzen Auseinandersetzung runtergefallen war, packte mich erneut jemand am Arm.
    Wieder wurde ich gewaltsam umgedreht. Doch diesmal blickte ich in ein Paar wunderschöner lila Augen.

    `Was zur Hölle`, dachte ich erschrocken. Wobei sich auch wieder dieses warme Gefühl in mir ausbreitete, welches ich einfach nicht leugnen konnte.
    Das konnte doch nicht war sein. Wieso stand auf einmal Hidan hier vor mir? Mit seiner Hand auf meinem Arm?
    Reflexartig sah ich suchend nach rechts und nach links.
    „Ich bin alleine, Baby. Reiche ich dir etwa nicht?“, Hauchte er mir anzüglich entgegen.
    Bei seinen Worten, die er so nah ein meinem Ohr aussprach, stellten sich alle meine Haare auf und ich bekam eine Gänsehaut. Er war so.. heiß, dachte ich mir. Und gleich darauf erschrak ich selbst über meinen Gedanken.
    „Was willst du“, fragte ich den Akatsuki und versuchte sicher zu klingen.
    Sein Blick wurde plötzlich wütend und sein Griff an meinem Arm wurde um einiges fester.
    Mir entfuhr ein leises „Au“, als mich der Schmerz durchzuckte und sofort bereute ich es. `Keine Schwäche zeigen, Ami`, schollt ich micht selbst.

    „Von ihm lässt du dich küssen und von mir nicht?“, knurrte er mir entgegen.
    Mit allem hätte ich jetzt gerechnet, aber nicht damit. War Hidan eifersüchtig? Gab es solche Gefühle überhaupt in ihm? Gab es überhaupt Gefühle in ihm?
    „Mich stößt du von dir und ihn lässt du ran?“ Diesmal klang er noch wütender.
    Aber jetzt wurde auch ich zornig. Was sollte das? Und was ging es ihn überhaupt an?
    „Was juckt es dich?“, zischte ich. „Ich kann küssen, wen ich will. Aber falls es dich interessiert, ich wollte das gar nicht. Er hat mich festgehalten und mir den Kuss aufgezwungen.“
    `Gott Ami, du dummes Kind`, redete ich gedanklich mit mir selbst, `Wieso rechtfertigst du dich jetzt auch noch? Ist es dir so wichtig, was er von dir denkt?`

    Hidan schaute mich weiter wütend an, doch auf einmal wurden seine Gesichtszüge weicher. Er lockerte seinen Griff, bis er seine Hand schließlich gänzlich von meinem Arm nahm. Sofort wurde die Stelle an meinem Arm kalt und beinahe wünschte ich mir, er würde seine Hand wieder dorthin legen.
    Doch plötzlich hob er seine Hand und strich mir wieder über meine Wange. Genauso, wie er es bei unserer letzten Begegnung schon getan hatte. Ich hatte das gefühl, mein Herz würde kurz aussetzen und meine Gänsehaut wurde stärker.
    Eigentlch sollte ich ihn ja jetzt angreifen. Ich sollte die anderen rufen und meine Verpflichtungen gegenüber dem Dorf und dem Hokagen erfüllen. Aber ich schien in seinen lila Augen zu versinken, die weiterhin beharrlich auf ich gerichtet waren.
    Und plötzlich fing Hidan an zu sprechen und seine Stimme hatte einen weichen Ton, den ich noch nie bei ihm gehört hatte.
    „Hat er dir wehgetan? Ist er zu weit gegangen?“ Und sein Blick wurde sanfter und er wirkte, als würde er sich ernsthafte Sorgen machen.
    „N..nein, es ist schon okay, er hat ja dann aufgehört.“, stammelte ich vollkommen verwirrt.
    Was war nur los mit ihm? Von einer Sekunde auf die andere wechselte er von extrem wütend auf unglaublich einfühlsam. Ich war verwirrt.

    „Du gehörst mir, Kleines. Mir ganz allein. Schon vergessen?“ Und urplötzlich verzerrten sich seine Gesichtsmuskeln wieder und seine stimme wurde bedrohlicher.
    „Ich möchte doch ausprobieren, was an dir kleinen Schlampe so besonders soll. Ich muss dich wieder aus meinem Kopf bekommen. Du bist wie jede andere auch. Aber du hältst mich auf. Du treibst dich in meinem Kopf rum. Aber keine kleine Bitch hat da was zu suchen. Also muss ich es ausprobieren. Nur so werde ich dich los.“, mit jedem Wort wurde seine Stimme mehr zu einem Knurren.
    Er packte mich wieder fest am Arm und presste mich nach hinten gegen einen Baum. Sein Gesicht war jetzt nurnoch eine handbreit von meinem entfernt.
    Plötzlich fing er an zu grinsen. „Du schreist ja gar nicht nach deinen Freunden. Willst wohl nicht, dass ich aufhöre. Gefällt dir wohl, Baby.“, und er grinste noch anzüglicher.
    Und ja verdammt, es gefiel mir. Mir gefiel seine besitzende Art. Mir gefiel seine offensichtliche innere Zerrissenheit. Mir gefiel das Böse, das er ausstrahlte.
    Ich begehrte diesen Akatsuki, wie ich noch niemanden begehrt hatte. Aber es war so falsch. Und dennoch fühlte sich in seiner Nähe alles richtig an.

    Seine Augen waren weiter auf mich gerichtet und langsam kam sein Kopf meinem näher. Mein Gehirn versuchte mich dazu zu bewegen, den Kopf zurückzuziehen, doch nicht sonderlich erfolgreich. Denn die letzten Zentimeter kam ich ihm entgegen. Und seine Lippen berührten meine. Sehr energisch. In diesem Kuss lag keine Zärtlichkeit. Es war pures Begehren. Er wollte mit jeder Bewegung seiner Lippen klarmachen, dass ich ihm gehörte. Dass ich ihm ausgeliefert war.
    Ich erwischte mich dabei wie auch ich seien Kuss leidenschaftlich erwiderte. Ich presste meinen Körper an seinen und spürte, wie er seine starken Arme um meinen Körper legte.

    Ich genoss diesen Kuss, doch Hidan wurde immer energischer. Er Fing an, seine Lippen förmlich auf meine zu pressen und er packte mich unsanft an den Armen. Ich zuckte zurück. Schon beim letzten Mal hatte ich ihm gesagt, dass ich das so nicht wollte. Mir gefiel seine Art. aber auch ich sehnte mich nach so etwas wie Zuneigung und Zärtlichkeit.
    Ich war gerade in begrifft, zurückzuweichen und Hidan von mir zu schieben.
    Doch plötzlich veränderte sich etwas an seiner Körpersprache. Er lockerte seinen Griff und seine Lippen. Diese lagen nun weich auf meinen und bewegten sich sanft. Ich entspannte ich und spürte plötzlich, wie er seine beiden Hände hob und mein Gesicht ganz vorsichtig in seine Hände nahm. Seine Finger strichen sanft über meine Wange und seine andere hand wanderte in meine Haar, mit welchen er nun vorsichtig spielte.

    Ich gab mich diesem Kuss nun vollkommen hin. So etwas hatte ich noch nie gefühlt. Ich hatte das Gefühl mich fallen lassen zu können. Ich konnte in diesem Kuss versinken. Kurz darauf suchte seine Zunge sanft aber bestimmt Einlass in meinen Mund und unsere Zungen spielten sanft miteinander.

    Dies war eine Seite an ihm, die ich noch nicht kannte. Doch sie gefiel mir. Genau wie die andere. Die leidenschaftlich aggressive. Ich wollte beide kennenlernen.

    Viel zu schnell löste sich Hidan von mir. Mein Gesicht immernoch in seinen Händen, schaute er mir tief in die Augen. Sein Gesicht wirkte irgendwie erfüllt, aber andererseits auch so, als durchleide er gerade Schmerzen.
    „Was machst du nur mit mir?“, fragte er leise und klang dabei fast ein wenig hilflos.
    Ich war verwirrt. Was war das nun. Und was machte ich mit ihm? Wir kannten uns doch gar nicht. Und doch fühlte ich mich bei ihm, wie bei einem Vertrauten.

    Ich hätte ewig so stehen bleiben können, doch plötzlich hörte ich Geraschel in der Nähe. Auch Hidan schien es gehört zu haben, denn er gab mir noch einen raschen Kuss, der wieder mein Herz aussetzen ließ und schon war er auf dem nächsten Baum verschwunden.

    Asuma und Kakshi kamen kurz darauf auf mich zu und wirkten erleichtert.
    „Ami, Kakashi und ich haben uns schon Sorgen gemacht, wo warst du denn? Du siehst ganz verwirrt aus. Alles okay? Hast du etwas gesehen? Eine Spur gefunden?“, fragte mich Asuma.

    Ich stockte kurz. Was sollte ich jetzt sagen. Mein Auftrag war es, den zu finden, den ich gerade geküsst hatte. Den, der mich gerade geküsst hatte.

    „Nein, Asuma, ich habe nichts gesehen, tut mir leid.“

Kommentare Seite 1 von 1
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.

Neuer Kommentar da? / Seite neu laden

Yuzu ( 35.56 )
Abgeschickt vor 157 Tagen
Mach bitte weiter ich finde deine FF super und spannend es würde mich sehr freuen wenn du weiter schreiben würdest
PS.Freu mich schon auf's nächste Kapitel
LG Yuzu😘
Hiko Nanashi ( 3.199 )
Abgeschickt vor 606 Tagen
Brav. Siehst du? Jetzt bekommst du auch den Kuchen. :)
Jashin_faith ( 9.235 )
Abgeschickt vor 609 Tagen
Tur mir sehr leid, dass ich einige Zeit nicht geschrieben habe, hatte Abiturbedingt keine Zeit :(
Danke für die Kommentare :) Habe gerade das 3. kapitel hinzugefügt, hoffe, es ist bald hochgeladen und gefällt euch. Weitere werden nun in kürzester Zeit folgen.
Lolita ( 9.141 )
Abgeschickt vor 612 Tagen
Sei ein braves und liebes Kind....UND SCHREIB WEITER!!! VERDAMMT ICH. HAB ÜBEL BOCK DICH JASHIN ZU OPFERN!!!! [BEEP]!!!!!!!!
Hiko Nanashi ( 00.22 )
Abgeschickt vor 612 Tagen
Lass mich nicht warten sonst werden ich sauer.
Hiko Nanashi ( 00.22 )
Abgeschickt vor 612 Tagen
Hopp hopp, der Kuchen ist schon fast fertig!
Hiko Nanashi ( 00.22 )
Abgeschickt vor 614 Tagen
Schreibst du weiter wenn ich dir einen Kuchen backe?
lea ( .80.8 )
Abgeschickt vor 671 Tagen
Bitte schreib weiter das Kapitel war so schön
Coco ( 46.82 )
Abgeschickt vor 677 Tagen
Du... musst... weiter Schreiben! BITTE! Coco is a good girl ◕ω◕
rakurai ( 2.238 )
Abgeschickt vor 707 Tagen
Sei ein liebes Kind und schreib brav weiter, denn dieses Kapitel ist schon verdammt gut!
ayumi96 ( 08.58 )
Abgeschickt vor 713 Tagen
immer schön weiter schreiben bitte!!!!!!
zorrina ( 2.190 )
Abgeschickt vor 713 Tagen
du musst weiter schreiben