Gestrandet- Fluch der Karibik Teil 7

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3 Kapitel - 1.980 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2015-01-05 - Entwickelt am: - 1.665 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Heyho Leute, hier der nächste Teil meiner FF: D
Danke für die lieben Kommentare und frohes neues Jahr: D

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    Ich sitze in der mir zugewiesenen Kabine, denke nach. Wie soll ich Jonathan daraus holen? Und wird mir irgendjemand helfen? Jack ist nicht da, er bespricht irgendetwas mit Will. Ich komme mir einsam, allein gelassen vor, auch wenn ich weiß, dass es dafür keinen triftigen Grund gibt. Frustriert seufzend lasse ich mich auf die Schlafstätte fallen und vergrabe mein Gesicht in dem steinharten Kissen. Seit dem Schiffsunglück ist einfach viel zu viel passiert. Schwer lasten die Ereignisse auf meiner Brust, drohen, mir die Luft abzuschnüren. Ich spüre brennende Tränen hinter meinen Augen, doch ich halte sie zurück. Es erscheint mir nicht als der rechte Zeitpunkt, die Nerven zu verlieren. Logisch gehe ich meine Möglichkeiten durch. Ich kann versuchen, Jonathan mit einem ausgeklügelten Fluchtplan da raus zu holen. Oder ich gehe zu McGuffin zurück und stelle als Bedingung die sofortige Freilassung meines Bruders. Jack wird von der zweiten Methode alles andere als begeistert sein, doch wenn es anders nicht geht… Ein Schauer läuft mir über den Rücken, als ich an McGuffin denke. Sein widerliches Grinsen, seine grausame Art, seine harten Hiebe, wenn ich ihm nicht Folge leistete. Ich will nicht zurück, doch wenn ich so meinen Bruder befreien kann, muss ich wohl. Ich erwarte, wieder die Tränen zurückhalten zu müssen, doch stattdessen befällt mich eine seltsame Leere, eine Art Taubheit. Das würde bedeuten, ich könnte Jack nie wieder sehen. Schon alleine bei diesem Gedanken fehlt er mir schon. Sein verschmitztes Lächeln, seine warmen Augen, die Art und Weise, wie er mich ansieht und mein Herz zum Straucheln bringt. Ich springe auf. Ich muss ihn sofort sehen, mich vergewissern, dass er immer noch bei mir ist, dass er es sich nicht anders überlegt hat. Ich stürme aus dem kleinen Raum und pralle direkt mit jemandem zusammen. Schon alleine am Geruch merke ich, dass es Jack ist. Ich vergrabe meinen Kopf in seinem Hemd, schlinge die Arme um seinen Nacken und drücke mich an ihn. Zuerst wirkt er überrascht, doch beinahe automatisch schließt er die Arme um mich und zieht mich noch näher zu sich, soweit das noch möglich ist. „Victoria, geht es dir gut? Was ist los?“, fragt er besorgt und will mich auf Armeslänge von sich halten, doch ich klammere mich an ihm fest. Er seufzt leise, im nächsten Moment hebt er mich einfach hoch und trägt mich wieder in die Kajüte. Er setzt sich mit mir auf das Bett und platziert mich so auf seinem Schoss, dass er mir ins Gesicht sehen kann. Seine braunen Augen mustern mich nach wie vor besorgt, doch auf seinen Lippen erscheint wieder das verschmitzte Lächeln, das ich so liebe. „Na, da hat mich aber jemand vermisst“, murmelt er und haucht mir einen leichten Kuss auf die Stirn. „Bitte, lass mich nicht alleine“, bricht es aus mir hervor. Verwunderung huscht über sein Gesicht, bevor er sagt: „Ich war nur bei Will oben, du warst doch nie…“ „Nicht so“, unterbreche ich ihn, meine Stimme zittert. „Ich meine generell. Und im speziellen die Sache mit McGuffin. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dich… nie wieder zu sehen. Bitte, lass diese Vorstellung nie Realität werden.“ Eine einzelne Träne stiehlt sich aus meinem Augenwinkel, jetzt ist es um meine Beherrschung endgültig geschehen. Er nimmt sanft mein Gesicht in seine Hände und sieht mir mit diesem intensiven Blick in die Augen, der mein Herz jedes Mal höher schlagen lässt. „Miss Green, nichts läge mir ferner, als Sie zu verlassen“, flüstert er. „Denn ich liebe Sie mehr, als ich jemals imstande wäre, meine Freiheit oder die See zu lieben. Dass ich Sie verlassen könnte, dürfte Ihre geringste Sorge sein.“ Mein Herz setzt einen Schlag aus. Jack liebt mich? „Ich liebe dich auch“, murmle ich, unfähig, eine ähnlich romantische Liebeserklärung abzugeben. Lächelnd zieht er mich zu sich und drückt seine Lippen zärtlich auf meine, intensiv, leidenschaftlich und sanft zugleich. Er löst sich allzu früh von mir und nur widerstrebend lasse ich ihn gewähren. „Nicht gierig werden, Miss Green“, haucht er mir ins Ohr, sein warmer Atem kitzelt meine Haut. „Wenn das hier vorbei ist, haben wir alle Zeit der Welt.“ Ein angenehmer Schauer der Vorfreude läuft mir über den Rücken. „Es wird mir eine Freude sein, sie voll und ganz auszukosten“, murmle ich, Jacks sanftes und doch lüsternes Lachen elektrisiert meinen Körper. „Wegen der Sache mit McGuffin…“, wechselt er plötzlich abrupt das Thema. „Will und ich haben einen Plan.“

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    Es ist inzwischen Nacht geworden, der Vollmond spendet genug Licht, um ausreichend weit zu sehen. Das Meer ist ruhig, schwache Wellen brechen sich an dem Schiff. Ich schlinge die Arme um meinen zitternden Körper, der Lauf der Pistole drückt unangenehm in meinen Rücken. Schnell kontrolliere ich, ob meine Bluse die Waffe auch ausreichend verdeckt. Kurz zucke ich zusammen, als ich Jacks warme Hände fühle, die meine sanft wegdrücken und sich selbst ans Werk machen. Er zieht die Bluse so weit wie möglich nach unten, ohne dass sie spannt, und seine Finger verweilen einen Moment länger als sie sollten an meinem Steißbein. „Willst du das wirklich durchziehen?“, fragt er und tritt neben mich. Ich greife nach seiner Hand und nicke bloß, ich vertraue meiner Stimme nicht. Stumm starre ich geradeaus, versuche, meinen Mut aufrechtzuerhalten. Für Jonathan. Ich weiß, er würde dasselbe für mich tun. Jack drückt meine Hand leicht, sagt aber nichts. Anscheinend spürt er, dass ich jetzt nicht reden will. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich vor uns ein Hafen auf, steinig und nicht gerade einladend. Oben auf der Klippe thront die graue Festung, vor der ich regelrecht Angst habe. Wir sind da. Ich zwinge mich, ruhig zu atmen und drücke Jacks Hand ein letztes Mal, bevor ich sie loslasse. Ich will gerade von Deck gehen, als Jack mich noch einmal an sich zieht und seine Lippen auf meine presst. Ich schmecke seine Verzweiflung, seinen Schmerz, ist es doch derselbe, der auch mir bleischwer im Magen liegt. Diesmal bin ich diejenige, die sich von ihm löst, sich abwendet, um ihm nicht in die Augen sehen zu müssen. Hätte ich das getan, ich weiß ich hätte unsere Mission abgebrochen. Ich gehe nach Will von Deck, Jack hinter mir. Wills Crew verschwindet derweil zum Haupttor, während ich meinen zwei Begleitern die Dienstbotentreppe zeigen soll. Leise und geduckt schleichen wir den Hang hinauf, lediglich ein kleiner Trampelpfad dient der Orientierung, doch ich bin diesen Weg oft genug gegangen, selbst mit verbundenen Augen würde ich ihn problemlos folgen können. Als ich schon die Tür sehen kann, hören wir von vorne Tumult. Scheiße, sie sind zu früh! Den Rest des Weges sprinten wir, und erreichen die Tür heftig atmend. Ich stoße sie auf und achte darauf, dass sie nicht allzu sehr knarzt, bevor wir die steile Holztreppe hinauf steigen. Ich warne Jack und Will vor einigen losen Dielen, die fürchterlichen Lärm machen wenn man drauftritt, und führe sie so geräuschlos in die nächste Etage. Der Gang erstreckt sich endlos vor uns, vereinzelte Fackeln malen gespenstische Schatten an die Wände. Wir gehen nach links und dann wieder eine steinerne Treppe nach unten, doch diesmal führt sie uns in die Kerker. Dort unten scheint nur durch vereinzelte vergitterte Löcher in der Wand das Mondlicht herein, meine Augen brauchen einen Moment um sich in der Dunkelheit zurecht zu finden. Doch dann sehe ich ihn, ruhelos tigert er in einer Zelle umher. Jonathan. Er hat uns auch bemerkt, sein schneller Schritt stoppt, seine Augen werden groß. „Victoria? Was zum Teufel macht ihr hier?“, zischt er ungläubig. „Dich hier raus holen, was sonst?“, erwidere ich und bedeute Will, loszulegen. Dieser schnappt sich einer der Bänke, die vereinzelt an der Wand stehen, und hakt sie in die Gitterstäbe der Zellentür ein. Jonathan steht die Verblüffung ins Gesicht geschrieben, als er mühelos die Tür aus ihren Angeln hebt. Zwar nicht ganz geräuschlos, doch wahrscheinlich wenigstens unbemerkt. Ich falle meinem Bruder um den Hals und flüstere: „Du Idiot! Wie konntest du dich schnappen lassen?“ Er antwortet nichts, Jack treibt uns schon zur Eile an. Im Laufschritt hasten wir die Treppe hoch, Will vorneweg, doch plötzlich prallt er erschrocken zurück. In der Tür stehen Wachen, schrecklich viele Wachen. Verdammt.

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    Unsanft packen sie uns und ziehen uns mit, Richtung Thronsaal. Wir wehren uns nicht, es wäre sowieso zwecklos gewesen. Sie müssen uns regelrecht mitschleifen, da wir uns schwerer machen als nötig. Ihre gleichmäßigen Schritte hallen von den kahlen Wänden wider, seltsam verzerrt erinnert mich das Echo an meine Zeit hier. Schauernd versuche ich, das Geräusch auszublenden. Als sie uns schließlich in den prunkvollen Thronsaal schubsen, sitzt er wie zu erwarten in seinem goldenen Thron, den Blick spöttisch auf uns gerichtet. Ich muss würgen, als ich sein widerliches Grinsen sehe. Er hat sich seit unserer letzten Begegnung nicht verändert. Seine schwarzen Haare kleben wie geleckt an seinem Kopf, sein Mittelscheitel kann auch nicht über die Fettigkeit der einzelnen Strähnen hinweg täuschen. Seine grauen Schweinsäuglein wirken wie immer einfältig, seine eingefallenen Gesichtszüge verleihen ihm etwas Vogelhaftes. Seine großgewachsene Statur tut ihr Bestes, um seinen Bierbauch zu verstecken, doch da ist Malz und Hopfen verloren. Mühsam schlucke ich die aufkeimende Übelkeit hinunter und begegne seinem Blick so trotzig wie möglich. „Sieh an, sieh an, wen haben wir denn da?“, sagt er. „Meine liebe Verlobte bringt wieder einmal Gesindel mit nach Hause.“ Ächzend erhebt er sich und kommt langsam auf uns zu. Sein penetranter Geruch weht zu mir herüber, wieder unterdrücke ich den Impuls, mich spontan zu übergeben. Er umfasst grob mein Kinn und flüstert: „Ich habe dich vermisst, Schatz. Ich freue mich schon darauf dir zu zeigen wie sehr.“ Ich schaudere, ich weiß genau, was mir droht. Jack neben mir versteift sich, ich weiß, dass er vor Wut kocht. „Ich komme nur unter einer Bedingung zu dir zurück“, sage ich mit gespieltem Mut. „Du lässt sie alle gehen, Will, Jack, Jonathan und auch Wills Crew. Wenn du mir das nicht zu erfüllen gewillt bist, musst du mich ob des Hochverrats genauso hängen lassen wie sie alle.“ Nur kurz überlegt er, bevor er ungeduldig mit den Händen wedelt und zu sagt: „Von mir aus. Wachen, geleitet unseren Besuch hinaus.“ Sie leisten seinem Befehl Folge, ein letztes Mal trifft Jacks intensiver Blick meinen, bevor sich die Tür unbarmherzig hinter ihm schließt. Ich stürme zum Fenster und sehe hinaus. Eine Zeit passiert nichts, doch dann laufen sie alle über den steinigen Abhang, ich sehe im Mondschein ihre Gesichter, die vor Wut schäumen, steigen auf ihr Schiff und legen ab. McGuffin packt mich hart am Arm, dreht mich zu sich herum, zwingt mir, ihm in die Augen zu sehen. Mit einem widerwärtigen Grinsen raunt er: „Und jetzt gehörst du wieder allein mir.“

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