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Harry Potter-Ohne Schatten kein Licht

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1 Kapitel - 26.129 Wörter - Erstellt von: Emilysb - Aktualisiert am: 2015-01-05 - Entwickelt am: - 2.676 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.67 von 5.0 - 6 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Marry ist mit dem fünf Jahre älteren Mike zusammen, doch wie ernst ist ihm die Sache? Eine Nacht ändert alles und Marry fällt tief, doch als sie Fred begegnet ändert sich alles.

    1
    Oliver klopfte schon das dritte Mal an die Badezimmertür, natürlich konnte ich meinen Bruder verstehen. Seit einer Stunde blockierte ich unser einziges Bad.

    „Marry, ich kann es mir echt nicht mehr verkneifen!“, schrie er durch die Tür. Schnell trug ich noch die Wimperntusche auf und öffnete ihm dann die Tür.
    „Endlich.“ Ungeduldig stürmte er durch die Tür, doch bevor er mich rausschickte musterte er mich kurz.
    „Wir müssen gleich noch reden!“ Das hörte ich in letzter Zeit öfters von ihm. Genervt setzte ich mich aufs Sofa. Zwei Minuten später stand Oliver mit den Armen in den Hüften gestemmt vor mir.
    „So lasse ich dich nicht aus dem Haus gehen!“
    Zugegeben war mein Kleid etwas zu kurz mit einem etwas zu tiefen Ausschnitt für eine fünfzehnjährige, aber mir gefiel es und meinem Freund Mike auch. Er nahm mich auf jede Party mit und stellte mich neuen Leuten vor.
    „Mike passt schon auf mich auf!“ Bisher hatte er immer dafür gesorgt, dass mir keine Jungs blöd kommen.
    „Er ist ein Muggle! Wie alt ist der Kerl überhaupt?“ Mike war neunzehn, vier Jahre ist nicht wenig, aber Mike ist wirklich in Ordnung, trotzdem sollte ich es Oliver nicht sagen. Wäre vielleicht besser, sonst regt er sich nur noch mehr auf.
    „Wir gehen nur etwas trinken.“ Oliver seufzte.
    „Wenn er etwas macht, was du nicht willst, lernt er mich richtig kennen und du bist spätesten um elf wieder hier!“
    Oliver klang leicht drohend, seitdem Dad tot ist, passt er viel besser auf seine kleine Schwester auf. Es gibt noch Peter, mein ältester Bruder, aber der ist ständig auf Arbeit oder bei seiner Freundin.
    Peter arbeitete im Ministerium und wollte mit der normalen Welt nichts zu tun haben, wollte er noch nie großartig. Mit siebzehn ist er sofort ausgezogen, und kam vielleicht drei-vier Mal im Jahr uns besuchen.
    Mum war Reinblut und starb als ich neun war, das erste Jahr für Oliver in Hogwarts. Dad hingegen war Halbblut, er war auf Hogwarts, hatte später aber die Mugglewelt vorgezogen und fing an, als Polizist zu arbeiten.
    Das fanden wir alle nicht schlimm, aber seit Oliver sechzehn wurde, wirft er es Dad immer vor. „Hätte Dad nicht als Polizist gearbeitet, wäre er nie von diesem Muggle erschossen worden.“ Seitdem verabscheute er fast jeden Muggle, und hielt sich meist nur noch in der Zauberwelt auf, er wollte auch dorthin ziehen, aber das wollte ich nicht.
    Schließlich ging ich auf eine normale Schule und hatte dort auch meine Freunde und ich war das letzte Mal mit sechs Jahren in der Zauberwelt. Dad und ich haben entschieden, dass ich „normal“ aufwachse, was mein Bruder nicht verstehen konnte, aber da Oliver nach Hogwarts musste und ich nicht mit vierzehn alleine wohnen und leben konnte, musste ich unausweichlich mit zu dieser Zauberschule.
    Das ganze klang schon ein bisschen lächerlich, aber irgendwann akzeptiert man solche unerklärlichen Dinge mit der Zeit, schließlich glaubte ich auch an Wunder und Gott, warum dann nicht auch an Magie.
    Nachdem Oliver von Hogwarts das erste Jahr zurückkam, wollte er mich von der Zauberwelt begeistern, aber ich sprang nicht darauf an. Jedes Jahr versuchte er es ein bisschen weniger, bis er es letzten Sommer ganz aufgab.
    Ich glaubte kaum, dass ich um elf bereits zurück war, denn Matt gab heute eine Hausparty auf der ich mit Mike eingeladen war.
    „Hey Baby.“ Mit einem innigen Kuss begrüßte Mike mich, wobei er seine Hände auf meinen Hintern legte. Ich wusste, dass er schon neunzehn war und schon oft Sex hatte, aber ich war noch nicht bereit, was ich ihm schon einmal gesagt hatte und was er auch verstand und respektierte.
    „Jetzt wird gefeiert.“
    Mike hielt mir eine Flasche Wodka hin, ohne groß darüber nachzudenken nahm ich einen großen Schluck von der Flasche und eine zweiten und einen dritten.





















































    „Was hast du dir dabei nur gedacht!“ Kaum sind Oliver und ich in der Wohnung angekommen, schmiss er seine Schlüssel auf den Tisch und brüllte mich an.
    „Wie konntest du nur so viel trinken, um in der Ausnüchterungszelle der Polizei zu landen!“ Oliver schrie so laut, dass es im Kopf schmerzte. Ich hatte nicht nur einen Kater, sondern auch einen absoluten Filmriss.
    „Mike ist kein guter Umgang für dich und du wirst dich von ihm fernhalten!“
    Im Moment mit ihm darüber zu reden brachte nicht viel. Gestern sollte ich um elf Uhr zu Hause sein, daran hatte ich mich auch nicht gehalten wie schon so oft und trotzdem durfte ich immer wieder weg gehen, deshalb machte ich mir keine großen Gedanken darum, das Oliver mir angeblich verbot, mich weiterhin mit Mike zu treffen.
    Oliver schickte mich auf mein Zimmer, da konnte ich noch ein wenig schlafen. Die Betten auf der Wache sind hart und unbequem.
    Zum Abendessen weckte mich Oliver. „Es tut mir leid, dass ich so gebrüllt habe.“
    Oliver war ein fürsorglicher Bruder, manchmal wird er wütend, wie heute Morgen, aber nur da er sich sorgen um mich macht.
    Es ist für ihn manchmal nicht leicht, die Vaterrolle für mich zu übernehmen, schließlich hat er ab sofort die volle Verantwortung über mich und muss aufpassen, dass mir nichts passiert, dass ich nicht trunken bei der Polizei lande, das ich rechtzeitig nach Hause komme, dass ich in die Schule gehe, dass ich gute Noten schreibe und vieles mehr.
    Oliver setzte sich zu mir aufs Bett.
    „Dieses Wochenende ist ein wichtiges Quiditch Turnier, ich wollte mit ein paar Kumpels dorthin und campen.“ Mein Bruder schwärmt förmlich von diesem Sport, mir kommt er ein wenig gefährlich vor, ganz ungesichert auf einem Besen fliegen, trotzdem war ich stolz auf ihn, dass er Kapitän von einer der Schulmannschaften war.
    „Das heißt, ich bin das Wochenende alleine hier?“, ich versuchte meine Freude zu unterdrücken. Mike wird es sicher auch gut finden, dass ich sturmfrei hab.
    „Ich würde mich freuen, wenn du mitkommst. Es würde dir gefallen und ich könnte dir endlich zeigen, warum ich Quiditch so liebe.“
    „Campen? Mit lauter quiditschverliebten Jungs?“
    „Schon gut, du kannst hierblieben, aber Marry...“ Oliver wurde wieder ernst. „Ich vertrau dir, stell bitte keinen Unsinn an, verstanden!“ Er zeigte mit seinem Zeigefinger auf mich, genau wie Dad früher, wenn seine kleine Prinzessin mal nicht ganz so brav war.
    Mein Bruder und ich lebten in zwei verschiedenen Welten, einfach mal feiern mit ein wenig Alkohol war noch nie sein Ding. Mit Kumpels abhängen ja, oder eben auch mit ihnen campen, aber Alkohol war angeblich nie groß im Spiel.
    Angeblich, das glaubte ich ihm nicht ganz, vielleicht hatte er selbst mal etwas sehr dummes gemacht, wegen des Alkohols den er intus hatte.
    „Morgen geht's los. Kommst du Essen.“
    Obwohl ich hier das Mädchen im Haus war, übernahm Oliver meistens das kochen, beim Putzen teilten wir uns die Arbeit.
    „Gibt es in der Zauberwelt eigentlich auch Alkohol?“
    Kopfschüttelnd, aber grinsend sah er von seinem Teller auf. „Ich habe dir so viel von der Zauberwelt erzählt, und das ist das einzige, was dich interessiert?“
    „Ich dachte nur, dass du vielleicht selbst mal scheiße gebaut hast, als du betrunken warst?“ Lachend sah er mich an. „Liege ich da so falsch?“
    „Definitiv. Ich war noch nie voll trunken, und mit Drogen hatte ich auch noch nie etwas am Hut.“ Oliver räumte seinen Teller in die Spüle und kam noch mal her um mich zu umarmen.
    „Morgen werde ich schon gegen sechs aus dem Haus sein, deshalb verabschiede ich mich jetzt schon mal. Ich vertraue dir, benimm dich.“
    Er versuchte mir ein schlechtes Gewissen einzureden, was tatsächlich klappte, denn am Anfang wollte ich tatsächlich Mike einladen, der ein paar Jungs mitgebracht hätte. Ich versuchte Mike zu schrieben, ob nur er dieses Wochenende vorbeikommen konnte.

    Marry: Hey Schatz, hast du Lust das Wochenende vorbeizukommen. Hab sturmfrei.
    Mike: Hallo Schatz, ja ich bringe ein paar Leute mit.
    Marry: Nein, das geht nicht. Ich hab es mein Bruder versprochen. Wegen der letzten Party bei Matt habe ich ordentlich Ärger bekommen.
    Mike: Gut, ich komme allein. Liebe dich Baby.
    Marry: Liebe dich auch.













































    Am nächsten Tag gegen acht klingelte es an der Tür. Mike war da, doch anscheinend hatte er doch noch ein paar Kumpels eingeladen.
    „Mike, ich hab es meinem Bruder versprochen.“ Seine Hände umfassten mein Gesicht.
    „Schatz, das sind nur ein paar Leute, dein Bruder wird gar nichts mitbekommen.“ Mike beugte sich zu mir runter und gab mir einen flüchtigen Kuss. Das schlechte Gewissen wollte mir nicht aus dem Kopf gehen.
    Ich vertraue dir. Benimm dich. Olivers Worte hallten in meinem Kopf.
    „Ich hab gar kein Alkohol hier.“
    Darüber war ich wirklich froh und es erleichterte mich, vor allem gegenüber Oliver, doch kurz darauf holten die Jungs zwei Kisten Bier und mehrere Flaschen mit Tikila, Wodka und weitere Schnäpse aus den vor der Wohnung geparkten Autos.
    Mit der Zeit kamen immer mehr Leute, laute Musik dröhnte aus den Boxen, halbnackte Mädchen tanzten auf den Tischen und es floss reichlich Alkohol.
    Ich versuchte mich so gut es ging, davon fernzuhalten. Wenigstens hielt ich mich an eine von Olivers Regeln.
    Zu meinem Glück kommt er erst in zwei Tagen wieder. Genug Zeit, um danach wieder aufzuräumen.
    Angela war heute auch hier, ich habe sie durch Mike kennengelernt. Sie ist in seinem Alter und versuchte immer ein wenig auf mich aufzupassen. Auf das Küken, wie sie mich manchmal nannte. Mike und ich waren seit über einen Monat zusammen, seitdem sind auch Angela und ich beste Freunde, wir verstanden uns auf Anhieb.
    Ich beobachtete gerade Mike, der mit seinen Kumpels redete. Das weiße Shirt betonte seine Muskeln, die schwarzen Jeans trug er ein wenig zu weit. Hätte er sich gebückt, wären sicher seine Boxer zu sehen gewesen. Mike stand auf, strich sich über sein verwuscheltes Haar und kam zu mir rüber.
    „Hey süße.“ Es war deutlich zu riechen, dass er total betrunken war. Angela sah ihn mit einem strengen Blick an und ließ uns danach alleine. Es war der gleiche Blick den mir Oliver geschenkt hatte. Benimm dich.
    Nach dem Mike und ich ein paar Minuten rumgemacht hatten, löste er sich von mir. „Süße, entspann dich mal. Dein Bruder ist erst wieder am Montag hier.“
    Mike stand kurz auf und kam mit zwei Bechern Bier zurück. Etwas skeptisch betrachtete ich sie. „Es ist nur ein Bier. Entspann dich, du bist zu Hause. Ich passe auf meine kleine doch auf und Angela ist auch noch da und von einem Bier spürst du nichts.“
    Irgendwie hatte er Recht, aber mein schlechtes Gewissen gegenüber Oliver wurde noch größer. Aber ich habe ohnehin schon gegen alle Regeln von ihm verstoßen, noch wütender als bisher konnte er nicht werden, falls er es tatsächlich herausfinden sollte. Auf Ex trank ich das Bier hinunter.
    Grinsend sah Mike mich an. „Das ist meine süße.“
    Spät abends fühlte ich mich plötzlich so komisch, müde und fertig. Ich glaube, in dem Becher, war nicht nur Bier.


    Angela

    Ich fand es nicht gut ohne Erlaubnis bei Marry zu Hause zu feiern, bin aber trotzdem mitgekommen. Langsam kam ich ins Grübeln, vor allem, da ich Marry nirgendwo finden konnte. Es kann gut sein, dass sie es nur wegen Mike zugelassen hat.
    Mike ging gerade ums Eck ins Badezimmer. Ich dachte mir nichts weiter und klopfte kurz an Marrys Zimmer. Keine Antwort. Die Tür war nicht ganz zu, deshalb schob ich sie ein wenig mehr auf.
    „Marry, was ist los?“ Ich kniete mich neben sie hin. Schluchzend und mit Tränen im Gesicht lehnte sie an ihrem Bett.
    „Hast du irgendwas genommen? Hat dir Mike was gegeben?“ Es war nichts neues, dass Mike Drogen verkauft, aber seiner eigenen vierzehnjährigen Freundin was zu geben war schon heftig.
    Ohne Marry und mich eines Blickes zu würdigen kam er gerade vom Bad und ging zu den anderen ins Wohnzimmer. Wütend stürmte ich zu ihm. „Was hast du ihr gegeben!“
    „Sie wird schon wieder.“ Wie konnte er dabei auch noch so kalt grinsen. Ich ging wieder zurück zu Marry.
    „Hey sieh mich an.“ Marry starrte weiter auf den Boden. Ich nahm ihr Gesicht in eine Hand und tätschelte sie leicht. Das schlimmste wäre, wenn sie ihr Bewusstsein verliert.
    Mit der anderen Hand zuckte ich mein Handy und rief Marrys Bruder an. Vielleicht weiß er was tun. Ich ließ es fünf Mal läuten, aber niemand hob ab.
    Beim zweiten Versuch hob er zum Glück gleich ab. Leicht panisch erklärte ich ihm die ganze Situation. „Dein Bruder kommt gleich, okay.“
    Marrys Arme waren eiskalt. „Komm, ich zieh dir den Pullover an.“ Keine Reaktion. Die kleine war total hinüber.


    Oliver

    Das Quiditschspiel war heute zwar spannend, aber klar das Bulgarien gewann, schließlich hatten sie Krum. Fred und George hingegen waren für Irland. Wir saßen gerade in unserem Zelt und analysierten das vorherige Spiel.
    „Alter, was ist los? Sonst bist du bei Quiditsch immer Feuer und Flamme.“ Fred hatte Recht, ich machte mir Sorgen um Marry. Ich war mir nicht sicher, ob sie vom letzten Mal wirklich ihre Lektion gelernt hatte.
    Sollte doch mal etwas passieren, lasse ich auch immer in der Zauberwelt mein Handy eingeschaltet, und das war gut, denn gegen ein Uhr morgens klingelte es.
    „Hallo?“ Fred und George schauten mich ein wenig merkwürdig an. Sie kannten halt nun mal keine Handys. „Hallo, ist da Marrys Bruder?“
    Am anderen Ende war ein Mädchen dran, kannte ich aber nicht, doch da sie so spät in der Nacht anrief konnte es nichts Gutes bedeuten. „Ja, ist was mit Marry?“
    „Mike hat ihr irgendetwas gegeben, jetzt sitzt sie vor ihrem Bett und sie ist total hysterisch.“ Hätte ich mir nicht solche Sorgen gemacht, wäre ich stinksauer auf sie. „Ich bin in einer halben dreiviertel Stunde bei euch.“
    Ich legte auf und wandte mich an die Zwillinge. „Leute, ich muss nach Hause zu meiner Schwester, wenn ich es nicht schaffe zurückzukommen, könnt ihr dann meine Sachen mitnehmen?“
    Die Sachen gleich mitzunehmen wäre zu aufwendig. „Ja machen wir. Kümmre dich erst mal um deine Schwester.“
    Schnell eilte ich zu einem Portschlüssel, der nächste Kamin ist fünf Minuten von dort entfernt. Ich kann dann per Flohpulver zum Tropfenden Kessel nach London, nach Hause.

    Marry

    Angela sagte immer wieder, alles wird gut. Die Tür fiel ins Schloss, wird wohl irgendwer von der Pary gewesen sein, dachte ich mir. Kurz darauf stand eine Person in der Tür, mir war gerade egal, was andere Leute von mir dachten, wenn sie mich so sahen, ich wollte in dem Moment einfach nur hier sitzen.
    „Was ist passiert?“ Geschockt mit dem Gesicht voller Tränen sah ich auf. Es war nicht irgendjemand, es war Oliver, er klang nicht wütend, sondern besorgt.
    „Wie lange geht das schon?“ Er kam zu mir, legte die Hand auf meine Schulter „Seit etwa einer Stunde, sie sagt mir aber nicht, was los ist.“
    „Marry, sie mich an!“ Oliver klang bestimmend, mein Schluchzen wurde noch größer. „E-e-s t-t-ut m-mir L-leid.“ Ich hatte sein Vertrauen komplett ausgenutzt, außerdem sollte er mich nicht s sehen.
    „Das klären wir später, aber du musst uns sagen, was los ist.“ Seine Stimme fing an zu wackeln, langsam wurde er auch nervös.
    „Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen.“ Das war nicht an mich gerichtet, er redete mit Angela. Ich wollte schon protestieren um nicht ins Krankenhaus zu kommen, doch Oliver hob mich hoch und trug mich aus der Tür. Er hasste Muggelkrankenhäuser, aber in ein Krankenhaus der Zauberwelt konnte er mich schlecht bringen, die kannten sich dort nicht mit normalen Krankheiten und so weiter aus.




































    Marry
    Langsam öffnete ich meine Augen, das grelle Licht stach mir in die Augen. Im ersten Moment dachte ich, dass ich wieder in einer Ausnüchterungszelle der Polizei sei, aber es war schlimmer.
    Ich wachte im Krankenhaus auf und bekam es mit der Angst zu tun.
    Als mir einfiel, was gestern passiert ist, musste ich unweigerlich anfangen zu weinen. Drogen hat mir Mike schon mehr als einmal gegeben, aber das was er danach gemacht hat. Es war einfach nur beschämend. Mir wurde übel und am liebsten hätte ich mich übergeben, aber da betrat ein älterer Herr im weißen Kittel den Raum.
    „Bist du auch wieder wach. Weißt du noch was gestern passiert ist?“ Stillschweigen.
    „Wir wussten nicht, was mit dir los war, du hast ja nicht mit uns geredet. Zuerst dachten wir alle, das du irgendwelche Drogen genommen hast. Die Test haben ergeben, dass du innerhalb der letzten zwei Monate Drogen genommen hast, doch deine Symptome passten zu keiner Droge, auf die du positiv getestet wurdest. Deshalb vermuten wir, dass dir jemand betäubenden Mittel untergejubelt hat.“ Das Mike zu solchen drastischen Mitteln griff, schockte mich noch mehr.
    „Bei einem der Tests mussten wir leider etwas anderes feststellen. Wir haben deinen Blutzuckerspiegel gemessen, der zu hoch war. Um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist, haben wir ein paar weitere Untersuchungen gemacht.“ Nervös sah ich ihn an.
    „Du wurdest auf Diabetis Typ B positiv getestet.“
    Das konnte nicht sein Ernst sein, als hätte ich nicht schon genug Probleme. „Ich werde dir gleich alles genauer erklären.“
    Eine gefüllte Ewigkeit erklärte er mir, was die Diagnose für meine Zukunft bedeutete. Ab sofort musste ich mir jeden Abend eine Spritze in die Armbeuge spritzen und immer auf mein Blutzuckerspiegel achten.
    „Dein Bruder wartete draußen, du kannst gleich mit ihm wieder nach Hause fahren. Falls du noch Fragen hast, kannst du mich anrufen.“
    Es machte mir Angst, dass Oliver vor der Tür auf mich wartete.
    „Weiß er vom positiven Drogentest?“
    „Ja davon weiß er, aber das mit dem Diabetes solltest du ihm selbst sagen.“
    Auf dem Nachhauseweg fiel zwischen Oliver und mir kein einziges Wort. Kaum waren wir zur Tür rein, musst ich anfangen zu weinen. „Es tut mir so leid.“ Ich machte mich darauf gefasst, dass er anfing mich anzuschreien, doch er umarmte mich.
    „Warum hast du das gemacht? Hast du nicht das letzte Mal daraus gelernt!“ Hatte ich, zumindest dachte ich das.
    „Das mit dem Alkohol verstehe ich ja eh noch, aber Drogen!“
    „Es tut mir leid, ich wollte Mike damit imponieren, aber das werde ich nie wieder versuchen, versprochen.“
    „Ich hab dir schon einmal vertraut.“
    „Das war alles anders geplant. Mike hat gesagt, nur er kommt vorbei, aber dann waren da die ganzen Jungs. Ich will ihn nie wieder sehen, nie hätte ich gedacht, dass er zu solch heftigen Mitteln greift.“
    „Zu solch heftigen Mitteln greift um was zu erreichen?“ Oliver sah mich fragend an. Ich hatte zu viel gesagt, denn er zog gleich Schlussfolgerungen daraus.
    „Was hat dieser Mistkerl gemacht!“
    „Nichts, wirklich nicht, aber im Nachhinein komme ich mir wegen des Alkohols und der Drogen einfach dumm vor.“ Das war nicht alles, das wusste Oliver auch, aber er ließ es mal so stehen, mein Schluchzen lenkte ihn ab.
    „Du musst ihn nie wieder sehen.“ Mein Bruder hatte ja keine Ahnung wie sehr seine Umarmung und diese Wort mir gut taten.
    „Auch wenn es scheint, dass du endlich schlau geworden bist, kriegst du trotzdem Hausarrest und ich muss nicht erst sagen, dass du hier alleine aufräumst.“
    Die Wohnung war ziemlich verwüstet, auf dem Boden lagen alles Bierdosen herum und Zigarettenstummel auf dem Tisch.
    „Bitte, bitte sag mir, ich kann dich für zwei Stunden alleine hier lassen, ich muss nur kurz zurück zum Zelt meine Sachen holen.“
    Oliver klang ein wenig bettelnd, es dürfte mich nicht überraschen, dass er nach der Aktion von gestern kein Vertrauen mehr in mich hatte. „Geht das Spiel nicht auch noch heute Abend?“ Seufzend nickte er.
    „Du kannst gehen, ich verspreche dir, ich werde alles aufräumen und niemanden mehr einladen.“ Zweifelnd überlegte er, anscheinend wog er ab, ob es das Spiel wert war, mir ein weiteres Mal zu vertrauen.
    „Du kannst mitkommen.“ Ich musste ihn überreden, mich alleine hier zu lassen, denn ich wollte nicht mit, aber ihm auch nicht das wichtige Spiel entgehen lasse.
    „Ich hab für die nächste Zeit genug von Jungs. Geh einfach.“ Ratlos überlegte er. „Falls du irgendetwas anstellst, ziehen wir sofort in die Zauberwelt!“
    Oliver versuchte mir zu drohen, früher wäre es ein Problem für mich, aber jetzt war auch noch alles egal, Mike hatte alles zerstört.
    Ich könnte mir vorstellen, dass er froh darüber war, wenn ich heute etwas anstellte, denn er wollte schon längst in die Zauberwelt ziehen, aber heute wollte ich mich benehmen.




    Oliver

    Freds Stimme konnte ich schon ein paar Meter vor dem Zelt hören. Es klang, als würde er George wieder mal beim Karten Spiel fertig machen. Die Beiden lenkten mich ein wenig von den Problemen von zu Hause ab.
    „George du wirst es nie lernen.“ Grinsend kam ich ins Zelt und klopfte ihm auf die Schulter. „Halt die Klappe“, George grinste mich an. Eins muss man ihm lassen, er war kein Spielverderber.
    „Wir dachten du kommst gar nicht mehr.“
    „Alles wieder klar mit deiner Schwester?“
    „Ja, so ein Typ hat ihr nur ein paar Drogen untergejubelt.“ Die beiden wussten ziemlich genau über mein Leben Bescheid und viel wussten sie von ihrem Muggelvernarrten Dad. „Wie alt ist sie noch mal? Dreizehn? Vierzehn?“
    „Vierzehn und er war anscheinend neunzehn.“
    „Stell dir vor Ginny mit jemand im Abschlussjahr.“
    „Der Typ würde nicht lange überleben.“ George hatte recht, Marrys Freund war sogar ein Jahr älter als ich, was ich aber erst von der Polizei heute Morgen erfahren hatte, aber die durfte mir keine Daten von ihm geben, was mich aufregte und sie sahen sofort, warum ich besser nicht seine Adresse kannte.
























    Oliver

    Freitagabend, Marry und ich saßen vor dem Fernsehe und schauten uns einen Spielfilm mit Sandra Bullock an. Im Raum selbst herrschte Stille, so ging es schon seit Wochen. Marry schien lustlos, ihre Augen wirkten leer.
    In letzter Zeit trug sie nur noch lange und bequeme Sachen, ich fand’s anfangs gut, auch das sie nicht mehr jedes Wochenende auf Partys ging oder mit älteren Jungs abhing, aber langsam machte ich mir sorgen über ihr plötzliches Verhalten.
    „Marry, das mit Mike ist vier Wochen her, seitdem vergraulst du dich noch hier zu Hause.“ Keine Reaktion.
    „Ich will nicht mehr mit ansehen wie du dein Leben aufgibst, nur wegen diesem Arsch.“ Ihre Augen waren starr auf den Fernseher gerichtet, um endlich ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, schaltete ich ihn ab, doch weiterhin starrte sie darauf, als würde der Film weiter laufen.
    „Wir machen morgen einen Ausflug!“ Der wird sie auf andere Gedanken bringen, da war ich mir sicher.



    Marry

    Oliver hatte Recht, das mit Mike war vier Wochen her und trotzdem muss ich immer an diese eine Nacht denken. Seit ich vom Krankenhaus zurück war, wachte ich jedes Mal in der Nacht auf, und weinte in mich wieder in den Schlaf.
    Mein Bruder wusste davon nichts und ich dachte, es wäre alles in Ordnung, doch anscheinend machte er sich nur noch mehr sorgen. Ich konnte ihm nichts von der einen Nacht erzählen, niemand durfte davon erfahren.
    Das Oliver mit mir einen Ausflug machen wollte, beunruhigte mich ein wenig, ich dachte er will mit mir wandern oder einen Städte Trip machen, doch wir standen vor einem dreckigen alten Pub, der aussah als stände er schon jahrelang leer.
    Etwas ungläubig sah ich ihn an. „Das nennst du einen Ausflug machen?“ Oliver grinste mich an. „Geh rein.“ Verunsichert drückte ich die Klinke hinunter und öffnete ich die Tür. Ein starker Geruch stach mir sofort in die Nase. Drinnen wirkte es ähnlich dreckig wie von außen, doch zu meiner Überraschung war viel los.
    Als wir reinkamen, schauten uns erst mal alle an. „Komm“, Oliver schob sich an mir vorbei.
    „Wood, wieder hier“, der gutgelaunte Kerl hinter der Theke begrüßte ihn, ich schätzte ihn um die dreißig.
    „Hobs, alles klar.“ Hobs, so wie der Kerl anscheinend hieß nickte in meine Richtung. „Meine Schwester Marry. Ist das erste Mal, dass sie in die Zauberwelt geht.“ Das stimmte nicht so ganz, das erste Mal war mit sechs.
    Der Kerl wirkte überrascht, aber fing sich gleich wieder. „Er wird dich sicher als erstes Toms Qualität für Quiditch zeigen.“
    Keine Ahnung was er meinte. Oliver schenkte ihm ein großes lachen und ging in den hinteren Teil des Ladens. „Du scheinst beim Quiditch eine große Nummer zu sein.“
    „Es ist gut Kontakte zu knüpfen, vor allem wenn ich es mal in die Profiliga schaffen möchte.“ Erstaunt sah ich ihn an. „Bist du so gut?“
    „Nachwuchstalent der Lion Gardens.“ Da tat es mir Leid, dass ich immer so wenig Interesse an dem Sport zeigte.
    Der hintere Teil des Pubs führte zu einem kleinen Raum aus roten Backsteinen. Oliver zog seinen Zauberstab hervor und tippte mehrmals auf die Wand. Es war so ziemlich das erste Mal, dass ich ihn tatsächlich zaubern sah. Zu Hause durfte er ja nicht, was ich ziemlich skurril hielt. Schließlich war das worum es in dieser anderen Welt ging und wie sollte man es denn sonst richtig lernen. „Warte, wenn du außerhalb der Schule nicht zaubern darfst, ist das hier dann nicht auch verboten?“
    „Du hast mir also doch zugehört.“ Er grinste. „Das ist kein richtiges zaubern nur eine Art Password.“
    Die Steine fing an sich zu bewegen bis sie uns einen Weg freimachten.
    Meine Lippen formten ein OMG. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Dort wo die Wand gerade eben noch war, tauchte nun eine große Straße mit alles Geschäften auf.
    Es sah bezaubernd aus, die Geschäfte waren schön bunt, die Straße war belebt und die Leute sahen glücklich aus. Ein wenig unmodern, aber niedlich.
    „Jetzt bereust du, dass du nicht früher in die Zauberwelt kamst, was?“ Oliver stand ein paar Meter entfernt und sah mir faszinierend zu, wie ich hier alles bewunderte. Sprachlos nickte ich.
    „Was ist das hier alles?“ Ich konnte nicht genau deuten, was in den Geschäften verkauft wurde. „Wir müssen als erstes zu Gringots, der Zauberbank.“
    Es klang absurd, aber staunend folgte ich meinem Bruder. Kurz bevor wir die Bank betraten, warnte mich Oliver. „Starr die Kobolde lieber nicht an.“
    Kobolde? Ich war nervös, was mich da drinnen erwarten würde. Bei Kobolden stellte ich mir fiese kleine grüne Männchen vor.
    Ein wenig versteckt hinter Oliver betraten wir das riesige Gebäude. Im Gegensatz zu den anderen, war es sehr eintönig und dunkel.
    Die Kobolde sahen aus wie ich sie mir vorgestellt hatte, nur das sie spitze Ihren und ein faltiges Gesicht hatten auf hohen Stühlen die uns anstarrten, während wir bei ihnen vorbeigingen.
    Oliver reichte einen der Kobolde einen golden Schlüssel. „Verlies 192.“
    Der Kobold wirkte nicht sehr sympathisch.
    „Folgen Sie mir.“ Er war noch kleiner als ich dachte.
    Als er in einen Wagen einstieg, der an eine Achterbahn erinnert wurde mir leicht mulmig. Es gab keine Sicherheitsgurte oder etwas dergleichen. Oliver bemerkte meine Angst. „Dir kann nichts passieren, der Wagen ist verzaubert“, flüsterte er mir zu. Der Wagen fuhr los und meine Hand griff sofort nach Olivers Arm. Mir machte die schnelle Geschwindigkeit Angst und wie steil wir hinunter fuhren.
    Der Wagen hielt, erst da konnte ich mich umsehen. Es wirkte, als wären wir in einer Höhle unter der Erde.
    Das kleine grüne Männchen ging an uns vorbei, zu einer großen eisernen Tür und fuhr mit einem seiner Finger durch die Spalte dieser. Ich war neugierig, was sich dahinter befand.
    Ein Klicken ertönte und die Tür ging auf, dahinter befanden sich alles Goldmünzen. „Zaubergeld. Mum hat gut für uns vorgesorgt. Mit zwanzig Galleonen müsstest du genug haben.“
    Das Geld erinnerte mich leicht ans Mittelalter, aber das tat so ziemlich die ganze Zauberwelt. Einfach unglaublich hier, ich konnte kaum glauben, dass ich tatsächlich einen funktionierenden Zauberstab besaß. Hugs hatte fast Recht, wir gingen zwar nicht als erstes zu Qualität für Quiditch, aber wir hielten uns dort am längsten auf. Oliver fing an zu schwärmen, ich verstand kaum etwas, aber ich ließ ihn weiter reden, es schien ihn glücklich zu machen.
    „War gut mal wieder raus zu kommen, was?“ War es. Oliver hatte es tatsächlich geschafft mich für Hogwarts zu begeistern, trotzdem hatte ich ein wenig Angst davor. Seit dem Vorfall mit Mike war es schwer für mich, mit Jungs abzuhängen, berühren wollte ich mich von keinem außer meinem Bruder lassen.
    Die nächsten Tage zeigte Oliver mir ein paar einfache Zauber, es war der reinste Wahnsinn, den ganzen Tag übten wir zaubern, Tag für Tag, bis es endlich so weit war.
    „Bereit für Hogwarts?“ Oliver und ich standen vor Gleis 7 Ÿ . Langsam atmete ich tief ein und aus. „Du musst einfach auf die Wand zu laufen.“ Er sagte das so leicht, aber es war eine Wand, eine harte dicke feste Betonwand.
    „Ich mach es dir vor.“ Oliver rannte gegen die Wand und verschwand. Er war weg, einfach weg. „Na gut, los geht’s“, flüsterte ich vor mich hin.
    Durch die Mauer zu laufen fühlte sich an, wie durch einen leichten Schleiernebel. Am anderen Ende stand ich plötzlich vor einer alten Lokomotive. Überall standen Jungs und Mädchen in meinem Alter mit ihren Eltern und riesigen Koffern.
    „Komm los“, Oliver nickte Richtung Lokomotive. Egal wo wir hingingen, Oliver war meine Art Schutzschild und Versteck. Mein Blick harrte auf den Boden, obwohl es so viel zu sehen gab. Oliver entging das nicht.
    „Genieße es einfach und zeige dein Selbstbewusstsein von früher.“ Aufmunternd klopfte er mir auf die Schulter und schob mich neben sich, so konnten mich alle direkt anstarren.
    Meine Selbstbewusstsein habe ich schon in der Schule verloren, als Tina entschied, mich ständig vor der ganzen Schule blamieren zu müssen, aber endgültig weg war es, als Mike gegen meinen Willen mit mir geschlafen hatte. Oliver wusste nicht nur das wegen Mike nicht, er hatte auch keine Ahnung von Tina und der Schule.
    Wir drängten uns durch die Menschenmasse, was der Horror für mich war, denn unweigerlich streiften die Menschen bei mir. Wäre ich keine fünf Minuten später endlich an einen etwas ruhigeren Ort gekommen, wäre ich vielleicht total in Panik ausgebrochen.
    „Wood, hi Alter.“ Erschrocken sah ich ganz kurz auf, doch mein Blick wanderte sofort wieder auf den Boden. Vor uns standen zwei rothaarige Zwillinge in Olivers Alter.
    Einer mustere mich gleich.
    „Wer ist denn das hübsche Mädchen neben dir?“ Die Anmache überraschte mich, ungewollt lief ich rot an.
    „Meine Schwester Marry und das sind Fred und George.“ Anscheinend war hier jeder überrascht, dass mein Bruder kein Einzelkind war.
    „Unmöglich, sie ist viel zu hübsch um deine Schwester zu sein.“ Mir war nicht klar, ob es vom gleichen Junge kam, oder von seinem Bruder.
    „Es ist ihr erstes Jahr hier, also haltet euch von ihr fern!“ Oliver drohte den beiden schon fast, aber ich war nur froh darum, wenn sie sich von mir fernhielten, außerdem wusste er wahrscheinlich besser, mit wem ich mich abgeben sollte und mit wem nicht.
    „Soll das heißen...“
    „...wir sind kein guter Umgang?“ Die Beiden taten, als wären sie tief gekränkt.
    „Nein!“ Oliver klang streng aber gleichzeitig belustigt.
    „Ich geh dann mal“, flüsterte ich Oliver leise zu. Da die meisten Schüler noch auf dem Bahnhof standen, war es ein leichtes, ein Abteil zu finden.
    Nach einer halben Stunde fuhr der Zug aus dem Bahnhof, mir war es nur lieber, das ich ein Abteil für mich alleine hatte. Eine mehrstündige Fahrt lag vor mir.
    Der Weg führte bei endlos langen Feldern vorbei, das alles wirkte so langweilig, dass ich automatisch einnickte.
    „Vielleicht können wir Ron ein paar Kotzpastillen untermischen“, die Stimme kannte ich doch. „Hat er nicht damals schon fünf Stunden Schnecken ausgekotzt.“ Ich hörte ein lautes Lachen.
    Für mich ergaben beide Sätze keinen Sinn. Langsam öffnete ich meine Augen.
    Die Zwillinge saßen bei mir im Abteil und naschten gerade. Leere Schokoladenverpackungen lagen auf dem Sitz und dem Boden herum. „Na sieh an, wer wach ist.“ Verschlafen streckte ich mich. „Gut geschlafen süße?“
    Ihre Direktheit überraschte mich. „Solltet ihr euch nicht von mir fernhalten?“, fragte ich etwas schüchtern. Lachend schüttelten die Beiden den Kopf.
    „Du willst dir doch nicht von deinem Bruder den Spaß nehmen lassen.“ Nein das wollte ich tatsächlich nicht, aber Oliver hatte damals mit Mike recht und der hatte mich mit einer einzigen Nacht gebrochen.
    „Du bist keine elf mehr, warum kommst du erst jetzt nach Hogwarts?“
    „Vorher war ich auf einer normalen Schule und jetzt habe ich gewechselt.“ Ausdruckslos sah ich aus dem Fenster. Ich wollte nicht unhöflich wirken, aber mir war es lieber, wenn sich alle von mir fernhielten, aber die Zwillinge schienen nicht so schnell locker zu lassen.
    „Meinst du Muggle Schule?“ Sie versuchten sich ein Lachen zu verkneifen.
    „Ja genau.“ Jetzt lachten sie mich komplett aus. „Sorry, aber wie kann man eine Muggle Schule Hogwarts vorziehen?“
    „Mein Dad und ich wollten, dass ich normal aufwuchs.“
    Hogwarts kam immer näher auf mich zu und ich machte mir Sorgen, meine Eltern zu enttäuschen, aber auch meinen Bruder. Was wenn ich in der Schule und als Hexe versagte.
    „Magst du?“ Die Zwillinge hielten mir ein paar Bonbons hin, aber ich winkte dankend ab.
    Die beiden dachten sicher, ich bin verrückt, aber war auch noch egal. Sie redeten weiter, manchmal fragten sie etwas oder musterten mich, doch ich blickte nur leer aus dem Fenster.
    Früh Abend kamen wir am Bahnhof an. Etwas ahnungslos stand ich herum, aber so langsam leerte sich der Bahnhof wieder und die jüngsten blieben übrig, wobei ich mir fast sicher war, dass es die Erstklässler waren. Ich kam zwar nicht in die erste, aber aus einem anderen Grund, den ich nicht ganz verstanden hatte, musste ich trotzdem mit ihnen gehen.
    In kleinen Booten fuhren wir über den See zum Schloss, da erwartete uns eine große etwas ältere Frau. Wie wir trug sie einen Zauberhut und Umhang.
    „Ich bin Miss McGonagle. Sie werden nun alle in die große Halle schreiten und dort Ihren jeweiligen Hause zugeteilt.“ Sie drehte sich um und die große Tür öffnete sich vor uns. Ich hatte immer noch nicht verstanden, was passierte, aber die Anderen anscheinend schon.
    Jeweils zu zweit folgten wir Miss McGonagle. In der Halle saßen bereits die anderen Schüler, mir war es peinlich, dass uns alle anstarrten. Vor allem ich stach heraus, da ich ein bis zwei Köpfe größer als die meisten elfjährigen war.
    Die Halle war einfach unglaublich und dieses Mal, war ich nicht die einzige, deren Mund offen stand.
    Ganz vorne blieben wir stehen und die ältere Frau im Zauberhut rollte ein Pergament aus. Neben ihr stand ein Hocker, mit einem dreckigen alten Schlabberhut darauf.
    „Miss Wood, Sie werden nicht in die erste Klasse versetzt, sondern in die vierte, deshalb werden Sie als erste Ihrem Haus zugeteilt.“ Ich war verwirrt, was sollte ich tun.
    „Würden Sie bitte auf dem Stuhl Platz nehmen und den Hut aufsetzen.“ Zuerst dachte ich, sie will mich verarschen, aber sie sah mich auffordernd an.
    Etwas unsicher ging ich nach vorne, ich wollte den Hut nicht aufsetzen, aber was blieb mir anderes übrig.
    Alle in der Halle sahen zu mir auf, da ließ sich nicht vermeiden, dass ich rot anlief.
    „Hm schwierig.“ Die Stimme hatte mich total überrascht und ich zuckte erschrocken zusammen. Gleich schon am ersten Tag blamiert, alle lachten ein wenig, was schwer zu vermeiden war. Es war kein auslachen wie an meiner alten Schule, wenn Tina wieder mal ein Scherz auf meine Kosten machte, nur ein Lachen, weil etwas lustig war, das machte es aber auch nicht besser.
    „Du bist Treu, und machst alles für deine Freunde. Der Mut hat dich diesen Sommer wohl verlassen, aber in Hogwarts wirst du ihn durch deine Freunde wiederfinden.. Ich schicke dich nach Griffendor.“
    Der zweite Tisch von links jubelte. Miss McCongalge gab mir ein Zeichen aufzustehen und zu dem Tisch zu gehen.
    Gegenüber von mir saßen mein Bruder und die Zwillinge. „Woods Schwester, wow.“ Ein schwarzer Junge sah mich genauso erstaunt an, wie davor die Zwillinge.
    „Du bist viel zu...“, bevor er den Satz beenden konnte, unterbrach ihn George. „Lee, das haben wir auch schon versucht,..“
    „...aber sie scheint nicht darauf zu reagieren.“
    Die Zwillinge beendeten ständig gegenseitig ihre Sätze, witzig und nervig zugleich. Auch bei Lee ignorierte ich das Kompliment so gut es ging.
    Nachdem alle Erstklässler zugeteilt wurden, hielt ein weißbärtiger Mann eine Rede.
    In meiner Schule, hätte er mit diesem Alter nicht mehr gearbeitet, aber er wirkte noch ziemlich fit. Kaum hatte er die Rede fertig, tauchte auf den leeren Tischen alles Essen auf.
    Nachdem wir uns alle vollgestopft hatten, führten uns die Vertrauensschüler auf unsere Zimmer. Sofort legte ich mich schlafen, ich kam nicht mal mehr dazu, mich den anderen vorzustellen, aber dafür hatte ich noch das ganze Schuljahr Zeit.
    Zu Hause hatte ich mir immer ein Wecker beim Handy gestellt, aber hier hatte ich nicht mal ein Handy, deshalb wusste ich noch nicht genau, wie aufwachen, aber um zehn Uhr abends war mir das egal, deshalb überraschte es mich nicht, dass ich am nächsten Tag verschlafen hatte.
    Gemütlich lag ich im Bett und streckte mich, als ich sah, dass die Wanduhr schon neun Uhr anzeigte, hüpfte ich vor Schreck auf.
    „Verdammt!“ Es war keiner im Zimmer, der es hören konnte, all waren schon weg.
    Schnell zog ich mir die Uniform an. Das diese aus einem Rock bestand schüchterte mich ein wenig ein. Im Koffer lagen noch ein paar Leggins, etwas zu heiß für Tage wie heute, aber ich zog sie mir trotzdem über. Mit seinen Händen strich er über die Innenseite meiner Schenkel.
    Schon am ersten Tag zu spät, wirft bestimmt ein tolles Bild auf mich. Im Gemeinschaftsraum hielt sich niemand mehr auf, ich rannte raus, der nächste Schreck erwartete mich dort schon.
    An die bewegenden Treppen musste ich mich erstmals gewönnen, ständig auf sie zu warten brauchte seine Zeit und ich wurde nur noch nervöser.
    Am Vormittag hatte ich drei Stunden Verteidigung gegen die dunklen Künste. Die erste Stunde hatte ich verpasst, aber ich könnte es schaffen, rechtzeitig zur zweiten und dritten zu kommen.
    Ich rannte im Schloss herum, um vielleicht irgendwo an einer Tür ein Schild mit der Beschriftung des jeweiligen Faches zu finden, aber da stand nirgends etwas. Total Ahnungslos wanderte ich im Schloss umher.
    „Miss Wood, müssten Sie nicht im Unterricht sein?“ Erschrocken drehte ich mich um. Ein Mann ganz dunkel angezogen und mit fettigem Schulterlangen Haar stand hinter mir.
    War das etwa ein Professor. Ich musste mich definitiv an Neues gewönnen.
    „Ja, aber ich finde das Klassenzimmer nicht.“ Genervt seufzte er. „Kommen Sie mit!“ Er ging sehr schnell voraus, ich musste versuchen Schritt zu halten.
    Vor einer ganz normalen Holztür blieb er stehen und klopfte kurz. Von innen war ein herein zu hören.
    „Professor Lupin, ich bringe Ihnen eine Schülerin vorbei.“ Alle starrten mich an, schon wieder. „Hoffen wir, dass Sie morgen die Orientierung nicht verlieren“, richtete er sich mit einen strengen Blick an mich. Der Lehrer war mir jetzt schon unsympathisch.
    „Miss Wood, schön Sie hier zu haben, setzen Sie sich doch. Ich bin mir sicher, Miss Granger wird Ihnen helfen, Ihr nächstes Fach zu finden.“ Der Prof. deutete auf ein brünettes Mädchen. Sie lächelte mir freundlich zu. Sie war auch in meinem Schlafsaal, mir gefiel es nicht, die Hilfe anderer zu brauchen.
    Der Prof. fuhr mit dem Unterricht fort, ich setzte mich in die hinterste Reihe, wo noch keiner saß.
    Gespannt folgte ich dem Unterricht, Lupin erzählte uns von kleinen Gnomen.
    Die anderen in der Klasse schien das nicht so zu interessieren, doch für mich war das alles neu. Professor Lupin sah kurz auf seine Taschenuhr. „Der Unterricht ist beendet.“ Es gab kein klingeln, kein Zeichen, nur er wies uns darauf hin.
    Das brünette Mädchen kam zu mir. „Wir müssen jetzt zu Snape. Das ist der, der dich hier her gebracht hat.“
    Oh nein, der hatte mich doch sicher jetzt schon auf dem Kieker. „Danke, ich hab heute total verpennt. Wie machst du das ohne Handy Wecker?“ Ich will schließlich morgen nicht schon wieder verschlafen.
    „Du hast Glück, dass ich aus der Muggle Welt komme und weiß was du meinst. Das mit dem Wecker kann ich dir nachher zeigen, es gibt da so einen Zauber. Du bist Marry oder? Woods Schwester?“
    „Ja, wie heißt du und warum kennt hier jeder meinen Bruder?“ Alles nur wegen Quiditch oder ist er einfach nur beliebt.
    „Hermine. Dein Bruder ist der beste Quiditch Spieler den wir seit Jahrzehnten hier hatten und er ist ziemlich begehrt bei den Mädchen.“
    Mir kam er nie wie ein Frauenaufreißer vor, vielleicht auch weil er keine Muggel Freundin will und ich nie mit ihm in der Zauberwelt war oder es könnte auch daran liegen, dass ich seine Schwester war und so etwas nicht sehe.
    Zaubertränke fand in den Kerkern statt. Es war dunkel, kalt und gruselig. In den Ecken standen alte Ritter Rüstungen, wie in einer Burg des neunzehnten Jahrhunderts.
    Snape begrüßte uns knapp und gab uns sofort die Aufgabe einen Zaubertrank zu brauen. Hermine half mir so gut es ging, aber trotzdem stellte ich mich total ungeschickt an.
    Am Ende betrachtete Snape alle Zaubertränke noch mal. Es beruhigte mich, dass er bei keinem etwas sagte, da wird er wohl bei mir auch nichts sagen, aber das Gegenteil passierte.
    Snape wurde total wütend.
    „Erstklässler können bessere Zaubertränke machen! Sie sind eine Schande für die Zauberwelt, für Ihren Bruder und sogar für Griffendor! Zehn Punkte Abzug!“, er brüllte so laut, die Worte prägten sich in meinen Kopf. Es war auch die Art wie er es sagte, und mit welchen Blick. Am liebsten hätte ich gleich losgeheult, aber da würde er nur noch mehr sticheln. Wie ist es möglich, das Professoren das überhaupt machen dürfen.
    „Aber Professor Snape, es ist ihr erstes Jahr hier.“ Hermine versuchte mich vor ihm zu verteidigen, was ich ziemlich mutig von ihr fand. „Granger, ich würde Ihnen raten nicht so vorlaut zu sein, denn sonst gibt es weitere fünf Punkte Abzug.“
    Hermine verschränkte ihre Arme und setzte sich mit einem bösen Blick wieder hin.
    Niedergeschlagen gingen Hermine, ich und ein zwei andere Jungs in die groß Halle zum Essen.
    „Snape ist ein beschissener Mistkerl“, Hermines rothaariger Freund versuchte mich ein wenig aufzuheitern. Der Hunger ist mir vergangen.
    „Was ist los?“ Ich schaute auf, vor mir stand mein Bruder mit den Zwillingen.
    „Snape hat sie gerade richtig klein gemacht.“ Hermine antwortete statt mir.
    „Vergiss Snape, wärst du in Slytherin würde er dich mögen.“ Olivers Worte heiterten mich nicht auf. Am liebsten hätte ich meine Sachen gepackt und wäre zurück nach Hause und in meine Muggle Schule. Da werde ich zwar auch von der ganzen Schule gemobbt, bis natürlich auf die Lehrer, aber da bin ich es gewohnt.
    In den nächsten Tagen hatte ich nicht mehr verschlafen, aber in der Schule lief es weiter hin schlecht für mich. So langsam kannte ich mich in Hogwarts aus und dadurch brauchte ich immer weniger Hilfe von Anderen. Wenn ich nicht in der Schule sitzen musste, verkauerte ich mich in meinem Zimmer und lernte für die Schule, der theoretische Teil war kein Problem, nur eben der praktische.
    Noch kein einziges Mal wachte ich hier in Hogwarts weinend in der Nacht auf. Vielleicht sind die Alpträume weg, da alles andere auch von früher weg ist und jetzt alles neu ist.
    Ein paar Mal fragten mich die anderen Mädchen, ob ich Lust hatte mit ihnen etwas zu unternehmen, aber ich sagte jedes Mal ab.
    Mein Bruder und ich führten immer nur kurz Smalltalk, wenn wir uns zufällig auf dem Gang trafen. Mit den Zwillingen und Lee hatte ich seit meinem ersten Tag hier nicht mehr geredet oder sie auf den Gängen getroffen.































    Oliver

    Endlich Wochenende, Auszeit von der Schule, es war momentan auch kein Quiditch Spiel und Triaining hatte ich unter der Woche angesetzt.
    Mit Fred, George, Lee und Katie saß ich am See. Die Sonne strahlte auf uns herab.
    „Schön hier“, ich legte einen Arm um Katie und zog sie näher zu mir. Wir unterhielten uns gut, und mach zwei drei Wochen auf Hogwarts hatte ich endlich den Mut, sie zu küssen.
    Es war unser erster Kuss, nicht gerade perfekt, dass Lee, Fred und George dabei waren, aber sobald meine Lippen auf Katies trafen, vergaß ich sie. „Nicht so stürmisch.“
    Fred setzte sich auf und grinste Katie und mich an.
    „Hat deine Schwester eigentlich einen Freund?“ Fred hatte dieses Funkeln in seinen Augen.
    Jede Woche hat er ein neues Mädchen am Start und da fand ich es nicht gut, dass er sich jetzt für meine kleine Schwester interessierte.
    Vor allem, da Marrys letzter Freund sie nur in die Scheiße geritten hatte, obwohl Fred sie unwahrscheinlich mit Alkohol und Drogen zu pumpen würde und wenn würde er meine Faust in seinem Gesicht zu spüren bekommen.
    „Nein und hab ich dir nicht gesagt, du sollst dich von ihr fernhalten.“ Fred fing an zu Grinsen.
    „Als würde der sich an irgendwelche Regeln halten.“
    Es schien als wäre Fred mehr interessiert als sein Bruder, vielleicht sollte ich doch ein bisschen auf Marry und Fred aufpassen.
    „Oliver, du musst dir echt keine Sorgen machen.“ Verwirrt sah ich Katie an. Wie meinte sie das?
    „Deine Schwester ist immer nur in ihrem Zimmer und redet mit kaum jemanden.“
    Es erinnerte mich an den Sommer, da musste ich Marry auch erst rauszerren, damit sie wieder mal unter Menschen kam.
    „Vielleicht solltest du mal mit ihr reden“, schlug Katie vor.
    „Hermine war am Anfang mit ihr, aber die hat auch gesagt, dass sich Marry zurückgezogen hat.“ Langsam fing ich wieder an, mir tatsächlich Sorgen über sie zu machen. „Ich werde später mit ihr reden.“ Katie sah mich streng an.
    „Oder vielleicht gleich. Gleich ist besser.“


    Marry

    Mir war klar das Wochenende war, aber nichts reizte mich dazu, raus zu gehen. Am späten Nachmittag kam Katie ins Zimmer.
    „Hey.“ Ich schaute kurz auf um sie zu grüßen.
    „Hi.“ Vielmehr haben wir in letzter Zeit nie geredet. „Kommst du kurz runter, dein Bruder würde gerne mit dir reden.“ Ich wollte nicht runter, reden hieß nichts Gutes.
    Einfach nur reden konnten wir auch zufällig auf dem Gang, deshalb muss es um was Ernstes gehen. Oliver saß im Gemeinschaftsraum auf dem Sofa vor dem Kamin. Außer ihm saß nur ein weiteres Mädchen in einem Stuhl etwas entfernt im Raum und las ihr Buch.
    „Hey, alles klar bei dir?“ Oliver wirkte angespannt.
    „Ja bei dir?“ Ich setzte mich zu ihm, Katie war wieder aus dem Gemeinschaftsraum verschwunden. „Sicher? Warum sperrst du dich dann quasi in dein Zimmer?“
    Ich sollte nicht so überrascht sein, denn es war klar, dass er es mitbekommen würde, schließlich waren wir auf derselben Schule.
    Erwartungsvoll sah er mich an. „Ich weiß es nicht..“ Was eine komplette Lüge war, natürlich wusste ich warum.
    „Geh doch mit mir zum See zu den Anderen.“
    Sein Vorschlag schüchterte mich ein, mir war unwohl bei dem Gedanken. Am liebsten hatte ich es, wenn ich genau wusste, was auf mich zukam und alles schon vorher durchplanen konnte, inklusive Fluchtmöglichkeiten.
    Leider war ein Nein auf Olivers Frage nicht möglich, sofern ich ihm keinen plausiblen Grund nennen konnte.
    Katie muss in der Zwischenzeit zum See gegangen sein, denn sie saß bereits dort mit den Zwillingen und Lee als Oliver und ich ankamen.
    Oliver setzt sich neben Katie und legte den Arm um sie. Etwas eingeschüchtert stand ich da, ich wollte mich nicht neben Oliver setzten, da ich keine Klette sein wollte, aber auch nicht neben Lee ganz außen, da ich ihn ja nicht kannte.
    „Wir beißen schon nicht.“ Fred klopfte neben sich. Verlegen setzte ich mich zu ihm, darauf bedacht, genug Abstand zwischen uns zu lassen.
    „Alles wieder in Ordnung?“ Verwirrt sah ich ihn an. „Na, ihr habt ja geredet, dass du immer alleine bist und jetzt bist du bei uns hier.“ Meine Wangen liefen noch röter an, als sie eh schon waren. „A...Alles wieder gut.“
    Er beugte sich kurz etwas vor um rüber zu Oliver zu grinsen. „Soll ich mich immer noch von ihr fernhalten?“
    Jetzt bereute ich es mit meinem Bruder runter gekommen zu sein. „Ich glaube immer noch nicht, dass du ein guter Umgang für sie bist“, mir kam vor, als würde er sagen, Fred soll sich nicht von mir fernhalten.
    Mit seinem Grinsen schaute Fred wieder zu mir. „Ich bin übrigens Fred.“ Das wusste ich, Oliver hatte mir die beiden schon am Bahnhof vorgestellt.
    „Ich kenne deinen Namen.“ Jetzt fing auch an sein Bruder zu grinsen. „Was ist, wenn ich Fred bin und er George.“ Leicht schüttelte ich den Kopf.
    „Du bist definitiv Fred“, es wäre überzeugender rübergekommen, wenn ich es selbstsicherer gesagt hätte. „Seit wir hier sind, verwechselt uns jeder, sogar dein Bruder, warum erkennst du uns auseinander?“
    Fred hatte kein Grinsen mehr im Gesicht sondern wirkte ernsthaft neugierig. „Wenn ich dir jetzt verrate, weiß es doch jeder. Wo bleibt dann der Spaß?“ Immer noch sah ich verlegen zu Boden, aber versuchte so locker wie möglich zu sein, so normal wie möglich.
    Fred legte seinen Arm um mich und zog mich an sich, was überraschend kam und mich sofort zusammenzucken ließ, doch er schien das nicht zu bemerken.
    „Ich glaube, mit dir kann man viel Spaß haben.“ Kurz musste ich auflachen. Da war er wohl der einzige, der das so sah.
    „Du hättest sie letztes Jahr kennen lernen sollen“, Olivers Grinsen verriet nichts Gutes, zumindest nicht für mich.
    „Was war da?“, hackte Fred sofort nach. Verunsichert sah ich meine Bruder an. Mich würde auch interessieren, was da war, aber mir wäre lieber, dass es die Andern nicht hörten.
    „Als ich mit euch beim Quiditschspiel war, fand zu Hause einfach mal so eine Hausparty statt.“
    „Es war eigentlich nicht nur eine.“ Oliver sah mich verdutzt an. „Warte was?“
    „Ich dachte du wusstest es! Du warst immer wieder mal ein paar Tage nicht da.“
    „Sie macht was sie will, das hat sie definitiv mit euch gemeinsam.“
    Alles war besser, als das Oliver ihnen von den Alkohol und Drogen Eskapaden oder dem billigen Outfits erzählte.
    „Ach unsere kleine hier kann doch auch anders.“ Mir wäre es am liebsten, wir würden nicht ständig über mich reden.
    „Was hat sich geändert?“
    „Ich bin bei euch hier gelandet.“
    „Also wenn das das einzige Problem ist, wir hätten in unserem Zimmer etwas, was dich aufheitern könnte.“ Fred, George und Lee wechselten einen bedeutenden Blick. Ich verstand nicht, was sie meinten, mein Bruder aber sofort.
    „Ihr werdet meine Schwester nicht mit Feuerwisky abfüllen!“ Diesmal klang Oliver streng. Beruhigend hob Fred die Hände. „Schon gut, tut mir Leid Alter. War nicht so gemeint.“ Er wandte sich an mich.
    „Ich wollte dich nicht abfüllen, wirklich nicht.“ Fred wirkte nicht wie einer von solchen Jungs, aber Mike wirkte auch nicht wie ein Vergewaltiger.
    „Wie oft ist nächste Woche Training?“ George richtete die Frage an Oliver, und ich war ihm dankbar, dass er das Thema gewechselt hatte. „Montag und Freitag, das erste Spiel ist dann in drei Wochen.“ Bis spät abends saßen wir am See, bis es zu dunkel wurde und wir unweigerlich gehen mussten.




















































    Es war eine Woche her, seit ich mit den Anderen am See war. Snape hatte mich immer noch auf dem Kicker, jedes Mal, wenn er mich anbrüllte, ließ ich es sprachlos über mich übergehen, aber heute hatte ich keine Lust mir das anzuhören, deshalb wollte ich die dritte und vierte Stunde irgendwo im Schloss versteckt verbringen.
    Die Korridore waren beängstigend leer, aber alles war gut, solange ich auf keinen Lehrer traf. Nervös schaute ich hinter mich, achtete nicht auf das vorne und genau da passierte es. Ich stoß mit jemanden zusammen, aber bevor ich zu Boden stürzen konnte, fing mich die Person auf. Mein erster Gedanke war, dass er oder sie mich so schnell wie möglich loslassen sollte, bevor ich in Panik ausbrach.
    „Nicht so stürmisch Kleine.“
    „Hi Fred“, schon seine alleinige Anwesenheit ließ mich rot werden.
    „Müsstest du nicht in der Schule sein?“ Fred ließ mich wieder los und lehnte sich lässig an die Wand. Erst da konnte ich wieder richtig atmen „Ich könnte dir dieselbe Frage stellen.“

    Fred

    Die Kleine war ziemlich frech, was besser zu erkennen wäre, wenn sie es selbstbewusster rüberbringen würde.
    „Komm mit.“ Ich nickte dem Korridor entlang. „Wo willst du hin?“ Mir kam die Idee, Marry an der Hand zu fassen und sie mit mir zu ziehen, aber ich glaubte, sie reagierte darauf anders als die anderen Mädchen.
    „Vertrau mir.“ Dass das bei ihr funktionierte wunderte mich, aber überraschenderweise folgte sie mir. Ich stellte mich hinter sie und hielt ihr die Augen zu. „Noch nicht aufmachen.“
    Wir gingen ein paar Schritte nach vorne.
    „So jetzt!“
    Das erste was ich aus ihrem Mund kam, war ein gehauchtes Wow. Der Raum der Wünsche war gemütlich eingerichtet mit Sofas und Kissen.
    „Wie ist das möglich, dass eine Tür aus dem nichts erscheint, da muss es doch einen Trick geben.“ Oliver hatte mir erzählt, dass sie keine Ahnung von Zauberei hatte, trotzdem musste ich ihr erstaunen jedes Mal belächeln.
    „Keine Tricks, nur Zauberei.“ Ich schwang kurz meinen Zauberstab und auf einem kleinen Tisch erschien ein Eistee mit zwei Gläsern, nichts beeindruckendes für einen Zauberer, aber Marry freute sich wie ein kleines Kind am Weihnachtsmorgen.
    Marry nahm sich ein Glas und setzte sich aufs Sofa. Kurz nippte sie daran, ich fragte mich, ob sie es tat, da sie tatsächlich Durst hatte oder ob sie nur sehen wollte, ob der Eistee tatsächlich echt war.
    „Warum bist du dir so sicher, dass ich Fred bin?“ Auch ich nahm mir ein Glas Eistee und setzte mich neben sie.
    „Die eine Sommersprosse unter deinem linken Auge unterscheidet dich von deinem Zwillingsbruder.“ Erstaunt sah ich sie an, weder mir noch George war das jemals aufgefallen, keinem. Wer achtet schon auf eine Sommersprosse.

    Marry

    „Du siehst nicht aus, wie ein Mädchen das Blau macht.“ Fred musterte mich genau.
    „W..Wie sehe ich denn aus?“ Früher hielten mich meine Lehrer für laut und für ein Mädchen, dass nur Ärger machte, aber das hatte sich deutlich geändert.
    „Du bist schüchtern und total unsicher. Was du sagst stimmt nicht mit dem überein, wie du es sagst, aber ich glaube, wäre da nicht deine Schüchternheit, wärst du eine Unruhestifter ähnlich wie mein Bruder und ich.“
    Der letzte Teil überraschte mich, ich hätte nicht gedacht, dass er mich so einschätzte, aber es klang nach viel Spaß.
    „Dass du in meiner Gegenwart immer rot wirst, finde ich süß.“ Sein Grinsen verschwand kurz und wurde durch einen neugierigen Blick gewechselt.
    „Habe ich Recht mit meiner Einschätzung?“ Den Eistee setzte ich auf dem Tisch ab und stellte mich vor ihn hin, genug Abstand um noch leicht atmen zu können. Fred war größer als ich dachte, mindestens einen Kopf größer.
    „Los, lass uns ein wenig Spaß haben.“ Ich wusste nicht, wie oder wo man das in Hogwarts konnte, aber Fred würde sicher etwas einfallen.
    „So gefällst du mir. Wir treffen uns um drei am See, wie wär’s?“ Bevor er den Raum verließ, drehte er sich noch einmal um. „Mach dich bereit, nass zu werden.“
    Dieses Leuchten in seinen Augen ging mir nicht aus dem Kopf, Fred wirkte bei allem was er machte so glücklich und schaffte es immer Spaß zu haben und die Leute mit sich zu ziehen.
    Mir war aber nicht ganz klar, ob wir am See alleine sein werden, oder zu mehrere, was mir allerdings lieber gewesen wäre.
    Kurz vor Drei machte ich mich auf dem Weg zum See, unter meiner schwarzen Jeans und dem Shirt trug ich meinen blauen Bikini. Mir wäre es lieber, ich müsste mich später nicht darin zeigen, aber ich wollte versuchen, wieder mal Spaß zu haben.
    Am See angekommen sah ich zu meinem Glück meinen Bruder mit Katie, Lee und schließlich Fred und George.
    Alle lagen gemütlich in Badehose und Bikini in der Sonne. Sie merkten gar nicht, dass ich kam. Zuerst wollte ich sie ganz normal begrüßen, aber dann viel mir etwas Besseres ein. Viel unterhaltsamer wäre es Fred mit ein paar Tropfen kaltem Wasser zu wecken, aber mir kam es dann doch zu gemein vor und was wäre, wenn Fred darauf nicht belustigt, sondern wütend reagierte.
    Unwahrscheinlich bei den Weasly Zwillingen, denn sie sind ständig am Grinsen, aber trotzdem hatte ich zu viel Angst.
    „Hey Leute.“ Erschrocken sahen alle zu mir auf. „Tut mir Leid“, entschuldigte ich mich sofort.
    „Es war hier gerade nur so still, aber schön dass du gekommen bist.“ Oliver sah mich mit großen Augen an.
    „Du hast sie dazu gebracht, mit an den See zu gehen? Hast du sie verzaubert?“ Ich musste kurz über Olivers Reaktion lachen. „Es muss sie nur der Richtige Mann fragen.“
    „Gut, du hast sie nicht verzaubert, sie wird schon wieder verlegen.“ Schnell griff ich mir an die Wange, warum musste es mein Bruder nur laut ansprechen.
    „Kommt ihr mit in den See?“ George stand auf, sein Bruder und Lee taten es ihm gleich. „Du wolltest doch Spaß haben“, forderte Fred mich heraus. „Ich komm gleich.“
    Ich wusste nicht was machen, jeder einzelne Nerv in meinem Körper wollte sich vor dem ausziehen der Klamotten drücken, aber ich wollte nicht kneifen und wie ein Spießer dastehen, außerdem war ich glücklich, wenn ich mit Fred zusammen war.
    Endlich überwunden, die Sachen auszuziehen, war es mir ein bisschen unangenehm, denn mir war bewusst, Fred würde mich sehen.

    Fred

    Lee und George redeten über das letzte Quiditch Training, aber ich hatte gerade nur Augen für Marry. Sie zog sich gerade ihr Shirt aus, um mit uns ins Wasser zu kommen, als George meinen Blick folgte, schlug er mir leicht auf den Hinterkopf.
    Ein wenig zerstreut sah ich ihn an. Sein Grinsen reichte aus, um zu wissen, warum er das tat. Ich versuchte Marry nicht weiterhin zuzusehen, aber sie war hübscher als ich dachte.
    „Warum steht ihr denn hier nur rum?“
    „Das Wasser ist verdammt kalt.“ Lachend schüttelte sie den Kopf. „Ich dachte, ihr seit richtige Männer.“
    George klopfte mir auf die Schulter. „Mein lieber Bruder hier hat gesagt, dass er ein richtiger Mann ist!“
    Na vielen Dank auch, Lee und George ließen uns am Seeufer alleine zurück und verzogen sich selbst wieder zurück ans trockene zu Oliver und Katie.
    Erwartungsvoll sah mich Marry an, ich glaube, wenn sie einen Zeh ins Wasser steckt, wird sie auch sofort wieder rauswollen, aber hingegen. Marry ging bis zur Hüfte rein und tauchte danach unter. Erstaunt sah ich auf die Stelle, wo sie verschwunden war.
    Na gut, sie brachte mich dazu, ein paar Schritte reinzugehen, dass hätte ich lieber lassen sollen, denn anscheinend hatte sie nur darauf gewartet.
    Marry tauchte aus dem Wasser uns spritze mich mit dem eiskalten Seewasser an. Das kalte Wasser, aber auch Marry ließen mich im ersten Moment zusammenzucken. „Das war richtig hinterlistig.“ Lachend wischte ich mir das Wasser vom Gesicht.
    „Und das kommt vom König der Streiche.“ Mich freute es, dass sie mich so nannte, und das obwohl sie erst seit kurzem hier ist. „Hat dir Wood davon erzählt?“
    „Nein, wir haben nicht viel über die Zauberwelt geredet.“ Ich sah kurz zu den anderen. George und Lee spielten eine Runde Karten, während Katie in Woods Armen lag.
    Marry war auch kurz von ihnen abgelenkt, ich nutzte die Gelegenheit um mich zu rächen. Rasch hob ich sie hoch und tauchte sie unter Wasser. Im Nachhinein war es eine geniale Idee, das ich sie zum Schwimmen eingeladen hatte, vor allem wegen des Körperkontakts.
    „Na gut, das hatte ich vielleicht verdient.“ Marry tauchte keuchend aus dem Wasser auf und sah auf ihre Brüste, um zu sehen ob der Bikini noch richtig saß. Wäre hätte in dieser Situation nicht auch hingesehen.
    Die meisten anderen Mädchen wären so einer Aktion im Wasser wütend auf mich, da die guten Haare oder das Make up zerstört werden, doch Marry lachte nur. So fröhlich hatte ich sie noch nie gesehen, was nicht viel heißen mag, denn ich sah sie erst drei, vier Mal, trotzdem war ich glücklich, dass sie meinetwegen so lachte.
    „Lass uns ein wenig in die Sonne gehen.“
    Mir war nicht klar, ob Wood schlief oder nur in der Sonne lag, aber egal, ich setzte mich neben ihm und boxte ihm leicht auf die Schulter.
    Marry kam auch aus dem Wasser und setzte sich neben mich.
    „Wie konntest du deiner Schwester nichts von unseren genialen Streichen erzählen?“ Ganz durcheinander setzte er sich auf. „Hat er nicht?“ Jetzt wurde auch George aufmerksam. „Nein.“
    Marry wirkt belustigt.
    „Jungs, ich habe meiner Schwester kaum etwas über Hogwarts erzählt.“

    Marry

    Mein Bruder hatte mir tatsächlich kaum etwas über Hogwarts erzählt, was eben daran lad, dass ich nicht sonderlich Interesse gezeigt hatte. „Na, dann bekommst du eine Einführung von den Besten der Besten.“
    George setzt sich neben mich und legte eine Hand um meine Schulter. Ich zuckte nicht zusammen, aber die Berührung war mir trotzdem ein wenig unangenehm. „Mein Brüderchen und ich sorgen, dass es hier im Schloss nicht zu langweilig wird.“
    „Wood ist unser Quiditchchampion.“ Davon wusste ich und mit der Zeit fiel mir auf, dass kaum jemand meinen Bruder Oliver nannte, sondern nur beim Nachnamen Wood.
    „Unser Kumpel Lee macht beim Quiditch die Ansagen und Katie ist die beste Jägerin.“ Etwas geschockt sah ich George an.
    „Jägerin?“ Bevor mir einer der Jungs das erklären konnte was es damit auf sich hatte, hörte ich schon, wie mich mein Bruder auslachte.
    „Nicht Jäger die Tiere im Wald jagen.“ Die Anderen fingen ebenfalls an mich auszulachen. „Sie ist Jägerin auf dem Quiditch Feld.“ Dieser Sport scheint hier eine große Rolle zu spielen, ich muss mein Bruder fragen, ob er ihn mir mal zeigt.
    „Sag Mal Alter, worüber redest du mit deiner Schwester? Du bist unser Champion und sie hat keine Ahnung von Quiditch.“ Auch wenn es Fred nicht beabsichtigte, aber jetzt hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nie groß Interesse gezeigt hatte, wenn Oliver von Hogwarts und seinem Lieblingsthema erzählte.
    „Von Malfoy und dem Rest der Slytherins solltest du dich fern halten.“ Das die Slytherins kein guter Umgang sind, habe ich bereits in der zweiten Woche gemerkt. Sie sind so gemein,
    „Es gibt noch ein paar zickige Mädchen denen du ausweichen solltest, aber der Großteil ist in Ordnung.“
    Zurzeit kannte ich nur Katie und Hermine von den Mädchen und mich reizte nichts an der Sache, neue kennen zu lernen.
    „Keine Sorge, Mädchen sind nicht so meins.“ Oliver sah mich kopfschüttelnd an, die Anderen grinsten nur. Ich überlegte, was ich diesmal falsch gemacht hatte.
    „Nein, ich meine ich hänge lieber mit Jungs ab, anstatt mit Mädchen. Die sind so verlogen und falsch.“ Ich wollt nicht sagen, dass ich nicht auf Mädchen stehe, auch wenn es sich sehr danach angehört hatte.
    „Schon klar“, feixend winkte George ab. Zumindest hatte ich heute Nachmittag meinen Spaß.













































    Die Angst vor Servus Snape war heute immer noch da, aber ich konnte nicht schon wieder blau machen, selbst wenn meine Noten kaum noch schlechter werden könnten. Snape schien einen guten Tag zu haben, denn er brüllte mich nicht mal an oder warf mir einen grimmigen Blick zu.
    Auf dem Weg zu meinem Zimmer traf ich zufällig Oliver auf dem Gang. „Hey, gut das ich dich treffe, ich wollte eh mit dir reden.“
    Warum das denn, in letzter Zeit gab es keine Probleme und in meinem Zimmer eingesperrt hatte ich mich auch nicht mehr.
    „Du magst Fred oder?“ Ging es etwa darum, dass er nicht wollte, dass ich mit seinen Freunden abhing. „Ja, mit ihm ist es unterhaltsam.“
    „Wie sehr magst du ihn denn?“ Worauf wollte er hinaus?
    „Na, ich mag ihn halt.“ Ich wollte nicht zugeben, dass ich ihn mehr als einen guten Freund mochte, denn Fred empfand sicher nicht das gleiche für mich, außerdem wollte ich mich von Jungs fernhalten. Wenn ich mich nicht mal von einem Jungen umarmen lassen konnte, ohne zusammenzuzucken, wie sollte ich es dann schaffen, mit einem zu schlafen und wenn ich ihm sagen würde, dass ich nicht bereit bin, würde wieder etwas Unschönes passieren. Fred würde mich vielleicht nicht zwingen, mit ihm zu schlafen, aber er könnte mich z.B. betrügen.
    „Schön, dass du wieder unter Leute kommst und so glücklich bist. Ich hätte es nie gedacht, aber Fred tut dir wirklich gut.“ Was denkt Oliver denn, was da zwischen uns läuft, mein Bruder sprach in Rätseln.
    „Du weißt, dass er auf dich steht.“ Fred hatte es Oliver wahrscheinlich erzählt, schließlich sind sie Freunde.
    „Wirklich?“ Vor Freunde konnte ich einfach nur grinsen, doch ich wurde gleich wieder unsicher.
    „Was soll ich jetzt machen?“ Fred direkt darauf ansprechen, kam nicht in Frage, ich würde zu gern mit ihm zusammen sein, aber es war besser für Fred getrennte Wege zu gehen.
    „Keine Sorge, Fred ist genug von sich überzeugt, um dir zu zeigen was er will.“
    Oliver klang ein wenig belustigt, aber kurz danach wurde er ernst. „Stoß ihn bitte nicht weg, dass würde weder dir gefallen noch ihm.“ Mein Bruder kannte mich besser als ich dachte, aber leider konnte ich ihm das nicht versprechen.
    „Die Leute werden nicht jedes Mal wieder versuchen, erneut auf dich zuzukommen.“ Oliver hatte Recht. Es war eine Art Warnung, aber auch ein Tipp für mich persönlich. So wusste ich nun, wie jemand loswerden, wenn derjenige zu viel von meiner Vergangenheit wusste.
    „Bist du mit Katie jetzt offiziell zusammen?“ Oliver wirkte plötzlich ganz stolz. „Ja, sie ist ein tolles Mädchen.“ Das freute mich für ihn, da fiel mir mein Wunsch von gestern ein.
    „Kannst du mir mal Quiditch zeigen?“ Im nu wirkte er erleichtert und überglücklich zu gleich. „Endlich fragst du, ich dachte schon du bist gar nicht meine Schwester.“
    Unter dem Namen Quiditch konnte ich mir wirklich rein gar nichts vorstellen, aber ich wusste dass ein Ball oder etwas Ball ähnliches im Spiel war und man flog.
    „Wir können gleich los.“ Das überrumpelte mich ein wenig, aber warum nicht. Nach ungefähr fünf Minuten befanden wir uns außerhalb des Schlosses auf einem Feld.
    Wie ein Fußballfeld hatte es aussenrum Tribünen und auf dem Rasen waren weiße Striche. Der Unterschied, es war kleiner, oval und auf jeder der beiden Seiten standen drei hohe Pfosten, an denen Ringe befestigt waren.
    Oliver verschwand in einen der Umkleiden und kam mit zwei Besen zu mir aufs Feld.
    „Nimm den. Zuerst musst du fliegen lernen, bevor du Quiditch spielen kannst.“
    Er reichte mir einen Besen, zuerst dachte ich mir, er will mich nur verarschen, aber mit vollem Ernst überreichte er mir diesen Besen.
    „Vergiss alles aus der normalen Welt was du weißt. Vor allem Einstein mit seiner Relativitätstheorie. Du setzt dich auf den Besen und stößt dich leicht vom Boden ab.“
    Oliver

    Marry sah mich wie einen geisteskranken an, was nicht besser wurde, als ich mit meinem Besen in der Luft war. Als sie sich wieder einkriegte, versuchte sie es selbst.
    Mit etwas zu viel Kraft stoß sie sich vom Boden ab und war sekundenschnell vier fünf Meter in der Luft.
    Auf ihren Lippen erschien ein lächeln, aber ein Blick nach unten reichte um sie zu verunsichern, sie verlor das Gleichgewicht und fiel Seitwärts von ihrem Besen.
    „Alles in Ordnung?“ Ich reichte ihr meine Hand um ihr aufzuhelfen. „Habt ihr keine Sicherheitsgurte oder zumindest Helme?“
    „Was war mit, alles vergessen aus der Muggle Welt. Du brauchst nur ein bisschen Übung.“
    Der zweite und dritte Versuch gelang ihr nicht besser.
    „Mir reicht es für heute!“ Beim fünften Versuch wurde sie leicht gereizt. Marrys Angst stand ihr im Weg, sie hatte immer die Sicherheitsvorkehrungen der Muggle im Kopf.
    Wie ein kleines wütendes schmollendes Kind setzte sie sich auf den Rasen.








































    Marry

    Die nächsten Tage konnte ich nur daran denken, wie Oliver versucht hatte mir das fliegen auf einem Besen beizubringen.
    Ich gehöre nicht zu den ehrgeizigen, aber ich wollte es unbedingt schaffen, auch da es allem aus der normalen Welt widersprach und es eine Art Adrenalin kick war.
    Oliver hatte mir einen Besen besorgt, falls ich mich je wieder da rauf traute, meinte er. Anscheinend fand er es lustig, wie ich mich angestellt hatte, aber meine blauen Flecken fand ich nicht so toll.
    Freitagabend wollte ich es noch einmal versuchen, ich nahm meinen Besen und ging runter zum Quiditch Feld.
    Die Sonne war dabei unter zu gehen, doch das Feld wurde beleuchtet, nicht von Scheinwerfern, sondern von eine Art Tier, die am äußeren Rande des Feldes saßen.
    „Ganz ruhig, dann kann mir nichts passieren“, flüsterte ich vor mich hin. Bevor ich mich vom Boden abstieß, atmete ich noch einmal tief durch. Ich war ein paar Meter in der Luft, diesmal schien es zu klappen, jedoch holte mich meine Unsicherheit nach wenigen Minuten wieder ein und ich stürzte automatisch wieder zu Boden.

    Fred

    George und ich waren gerade auf dem Weg zum Quidtich Feld um noch ein wenige zu trainieren, nächstes Wochenende war unser erstes Spiel gegen Huffelpuff.
    „Glaubst du Marry mag mich, ich meine auf die Art und Weise wie ich auch sie mag?“ Bei keinem Mädchen war ich mir so unsicher, wie bei Marry. Es benötigt mehr als ein Kompliment, um sie zu beeindrucken.
    „Sie ist nur ein wenig verpeilt. Du musst auf jeden Fall den ersten Schritt machen. Oliver meinte, sie weiß nicht, dass du auf sie stehst.“
    Marry war wirklich verpeilt, aber süß. Es konnte auch sein, dass sie einfach nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte, aber am besten ich zeig ihr direkt was ich will. Kein Kuss, aber vielleicht, indem ich ihr Nahe bin.
    „Freddie ist verliebt, ich glaub es nicht.“ George wuschelte mir durchs Haar wie einem kleinen Kind. „Wir sollten uns lieber Gedanken machen, wer das nächste Opfer unseres genialen Streichs wird.“ Ihm war klar, dass ich nur vom Thema ablenken wollte, er wägte gerade ab, worauf er eingehen sollte, doch bevor er etwas sagte, nickte er Richtung Spielfeld und grinste.
    Also wird George nicht über den Streich reden wollen.
    „Wie wärs mit Ron, oder verschonen wir unseren kleinen Bruder mal und knöpfen uns Malfoy vor“. versuchte ich weiter abzulenken.
    „Sieh einfach mal zum Spielfeld.“ Würde ein Slytherin das Feld besetzen, so würde George nicht Grinsen.
    Auf dem Feld stand Marry mit einem Besen in der Hand. Mir fiel ein, dass sie keine Ahnung von Quiditch hatte. Gespannt sahen George und ich ihr zu.
    Marry ist anscheinend noch nie auf einem Besen geflogen, so sah es zumindest aus.
    George und ich sind kurz erschrocken, als sie vom Besen flog, zum Glück stand sie sofort wieder auf.
    „Deine Chance Brüderchen.“ George klopfte mir ermutigend auf den Rücken. Etwas nervös ging ich alleine runter aufs Feld.
    „Versuchs Mal mit weniger Kraft.“ Erschrocken drehte sich Marry zu mir um.
    „Tut mir Leid, dass ich dich erschreckt habe.“
    Super, schon ein schlechter Start. „ Nein, nein, alles gut. Das sollte echt niemand sehen.“ Sie klang ein wenig niedergeschlagen.
    „Willst du mal mit mir fliegen?“ Mir fiel auf, dass sie mein Vorschlag einschüchterte. „Du kannst mir vertrauen.“
    Bei der Hand zog ich sie zu mir. Ich stieg auf meinem Besen, Marry tat es mir gleich.
    „Ganz ruhig und du kannst deine Arme schon fester um mich legen.“ Ganz leicht lehnte sie sich an mich. Als wir vom Boden abhoben hörte ich, wie sie die Luft anhielt.
    Nach kurzer Zeit in der Luft wurde ihr Griff fester und ihr Kopf lag auf meiner Schulter. Wir landeten, was ich schade fand, denn Marry löste sich wieder von mir.
    Ich musste nicht fragen, ob es ihr gefiel, dass sagte ihr Blick schon von alleine.
    „Jetzt bist du dran.“ Marry machte große Augen.
    „Du schaffst das schon.“ Ich reichte ihr ihren Besen, der immer noch am Boden lag.
    „Stoß dich ganz leicht vom Boden ab.“
    Davor war Marry mehrere Meter in der Luft, jetzt gerade mal einen halben Meter. Sie schwankte ein wenig und bevor sie runter fallen konnte, hielt ich sie fest.
    „Genieße es.“ Fliegen war das beste Gefühl auf der Welt. Marry hörte auf mich und wurde sicherer auf ihren Besen, sie flog höher und schneller.
    Am Ende beim Landen machte sie einen kleinen Fehler und stürzte vom Besen. „Alles in Ordnung?“
    Mit einem Grinsen in dem Gesicht stand sie auf und wischte sich den Dreck ab. „Ja, die Landung muss ich nur noch ein bisschen üben.“
    Sogar jetzt war sie noch zum Scherzen aufgelegt. Verdammt, mein Bruder hatte Recht, ich hab mich in Marry verliebt, aber es war ein schönes Gefühl.
    „Soll ich dich zum Schloss bringen?“ Verlegen biss sie auf ihre Lippe. „Ich würde gern noch ein bisschen hier bleiben“, sie sah kurz zum Besen. „Aber nicht zum Fliegen.“, fügte sie stotternd hinzu und lief gleich wieder rot an. Marry lud ich tatsächlich zum einem Date ein.

    Marry

    Ich konnte selbst nicht ganz glauben, was ich gerade machte, es musste das Adrenalin vom Fliegen sein. Sobald die Frage raus war, bereute ich sie auch schon wieder, denn was ist, wenn er keine Lust darauf hatte, jedoch hatte mein Bruder mir gesagt, dass Fred etwas von mir wollte.
    „Komm, ich zeig dir was.“ Fred legte den Arm um mich und zog mich mit sich. Dieses Mal schreckte ich nicht zurück, ich war so gut gelaunt, es musste vom Fliegen kommen.
    Was hatte er vor. Nach wenigen Minuten gelangten wir an einen kleinen Hügel, von dem der Sonnenuntergang wunderschön zu sehen war.
    Als wir uns setzten lag sein Arm immer noch um meine Schulter. „Ich hab noch nie so einen schönen Sonnenuntergang gesehen.“ Das lag nicht nur daran, dass er neben mir saß. „Großstadt eben. Wo bist du eigentlich aufgewachsen?“
    „In einem Landhaus, ein Stück von Glasglow entfernt. Praktisch, meine Brüder und ich können immer Quiditch spielen, ohne von den Muggeln gesehen zu werden.“
    Freds Bruder George kannte ich schon, mit seinem jüngeren, Ron war ich in der Klasse.
    „Hast du eine große Familie?“ Er sah kurz nachdenklich aus und zählte an seinen Fingern.
    „Fünf Brüder und eine Schwester.“ So viel hätte ich gar nicht gedacht, aber er wirkte wie ein Familienmensch, sozial und hilfsbereit.
    „Was ist mit dir?“ Früher, wenn ich von meinen toten Eltern und den wenigen Besuchen meines Bruders erzählte, schauten mich alle mitleidig an. Mit der Zeit hatte ich keine Lust mehr darauf und erzählte den Leuten, dass ich Einzelkind sei und zwei wunderbare Eltern hatte. Keiner kannte Oliver, deshalb hatte ich ihn bei der Geschichte nie erwähnt, doch Fred musste ich die Wahrheit erzählen, vielleicht kannte er sie schon von Oliver.
    „Mum ist gestorben als ich sechs war und Dad vor etwa einem Jahr. Mein Bruder James ist mit siebzehn weg von zu Hause und hat uns nur wenige Male besucht und seit einem Jahr lebe ich mit Oliver alleine in London.“
    Da war er, der mitleidige Blick. Bevor Fred etwas sagen konnte unterbrach ich ihn. „Mein Bruder wollte mich überreden in die Zauberwelt zu ziehen, aber ich liebte die normale Welt zu sehr.“
    Erstaunt und neugierig sah er mich an. „Warum liebtest du die Muggel Welt, und da du die Vergangenheitsform benutzt hast, gehe ich davon aus, die magische Welt hat dich sehr beeindruckt, so dass du nicht mehr weg willst?“
    Fred grinste, da es ihm anscheinend zu gefallen schien. Hätte er mich nicht auf den Zeitfehler hingewiesen, hätte ich es gar nicht gemerkt und da wurde es mir klar.
    „Ich liebe Hogwarts und die Winkelgasse, vielleicht ziehe ich doch noch mit meinem Bruder in die Zauberwelt.“
    Strahlend blickte ich in die Ferne, die Sonne ist nun vollkommen hinter den Bergen verschwunden. „Hat dir schon mal jemand gesagt, wie hübsch dein Lachen ist.“
    Tatsächlich hatte mir das noch nie jemand gesagt, schöne Augen schon öfters oder ein schönes Gesicht, aber ein schönes Lächeln kam noch nie vor.
    „Dir schenke ich gern mein Lachen.“


    Fred

    Marry versuchte wirklich zu flirten, ich hoffte, dass es nicht nur vom Sturz vom Besen kam.
    „Hast du zu kalt?“ Sie zitterte leicht. Ich nahm meinen Arm weg um ihr meine Jacke zu geben.. „Du musst sie mir nicht geben, sonst hast du zu kalt.“ Unter der Jacke trug ich auch nur ein T-shirt, aber ich bin ein Mann, da friere ich weniger schnell als sie.
    „Mir wird nicht so schnell kalt.“ Dankend nahm Marry meine Jacke an.
    „Komm, ich bring dich zum Schloss.“
    Es war bereits ziemlich spät und zu der Zeit durften wir nicht mehr draußen sein, nicht das ich mich das Verbot aufgehalten hätte, aber Marry sollte nicht wegen mir nachsitzen müssen.
    Würde ein schlechtes Bild auf ihre gute Leistung im Unterricht werfen, sie kam mir zumindest brav und schlau vor. Jemand der kein Ärger macht oder pöbelt.
    Der Weg zum Schloss war eine gute Gelegenheit, um meinen Arm wieder um Marry zu legen. Der Gemeinschaftsraum war schon leer, worüber ich ziemlich froh war.
    „War ein schöner Abend.“ Ganz leicht nahm ich ihre Hand und spielte mit meinen Finger damit. „Fand ich auch.“
    Marry starrte auf dem Boden, hatte aber ein kleines Lächeln auf dem Mund. Ich dachte an Georgs Sätze, dass ich den ersten Schritt machen musste und ihr deutlich zeigen was ich wollte.
    Andere Mädchen hätte ich ohne jede Vorwarnung geküsst, aber bei Marry war ich mir nicht so sicher, wie sie darauf reagierte. „Darf ich dich küssen?“
    Sie biss sich auf die Lippen um ein Grinsen zu unterdrücken und nickte leicht. Meine Hand wanderte über ihren Arm zu ihrem Kinn, ich hob es leicht hoch und beugte mich vorsichtig zu ihr runter.
    Meine Lippen berührten nur ganz leicht ihre, wenn es ihr zu viel gewesen wäre, hätte sie mich problemlos wegdrücken können, doch da sie es nicht tat, wurde ich sicherer und trat einen Schritt näher, um sie intensiver zu küssen.
    Als ich mich wieder von ihr löste versuchte sie wieder ein Grinsen zu unterdrücken. „Gute Nacht.“ Kaum verabschiedet war sie auch schon auf ihrem Zimmer verschwunden.
    Im Schlafraum der Jungs waren alle noch wach. George hatte anscheinend Wood, Lee und Danny erzählt, wo ich mich so lange aufhielt. „Na Brüderchen, wie war der Abend?“
    „Schön.“
    Ich lies mich auf mein Bett fallen, George sah mich entgeistert an. „Schön, das ist alles. Sonst bist du auch nicht so verschwiegen.“ Es schien, als wäre ihm gerade ein Licht aufgegangen, aber kein gutes. „Sie hat dich sitzen lassen!“
    Mein Blick wanderte kurz zu Wood, schließlich war es seine Schwester.
    „Nein, wir haben uns sogar geküsst.“
    Lee, Danny und Wood freuten sich. „Verdammt“, das kam von George. Verwirrt sah ich ihn an. „Ich hab gewettet, dass sie dich nicht küsst.“ Wood hatte anscheinend auf seine Schwester gesetzt, denn dieser grinste.
    Ich zog mir meine Klamotten aus und wechselte sie mit meinem Pyjama. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht lag ich in meinem Bett.
    „Hey, du scheinst meine Schwester richtig glücklich zu machen.“ Wood war auch schon schlafbereit, er stütze sich am Pfosten ab und lehnte sich zu mir runter.
    „Freut mich, dass Marry und du einen schönen Abend hattet, aber tu ihr bitte nicht weh.“
    Er klang ganz ernst, was ich auch verstehen konnte, ich würde es auch nicht wollen, wenn Ginny irgendein Kerl das Herz bricht.
    Zuerst dachte ich, Marry hatte noch nie einen Freund oder Kuss, doch als wir uns davor küssten, war ich mir sicher, es gab schon einige vor mir, obwohl sie beim Kuss total schüchtern war.

    Wood

    Fred ist nicht Marrys erster Freund, da gab es noch Mike. Beim ersten Mal, als ich ihr verbot ihn nicht wieder zu sehen, hielt sie sich nicht daran, erst beim zweiten Mal.
    Die eine Nacht, die sie im Krankenhaus verbrachte war ihr anscheinend eine Lehre gewesen, da sie sich seitdem nicht mehr so billig zeigt, aber das soll Marry Fred lieber selber alles erzählen.
    Kurz bevor ich einschlief sah ich wie Fred nachdenklich zur Decke starrte. Ich hoffte dass es wirklich kein Spiel für ihn war.




































    Fred

    George und ich gingen runter zum Frühstück. „Also, der Streich mit Malfoy. Was ist damit?“ Gestern hatten wir gar keine Zeit mehr, es zu Ende zu planen.
    „Ja, heute Nachmittag können wir es durchziehen.“ Nach der Aktion mit Hermine hatte Malfoy nichts anderes verdient. Hermine ist manchmal etwas spießig, aber gehört trotzdem zu unseren Freunden.
    „Jetzt bin ich gespannt.“ Was meinte er. George nickte Richtung Eingang. Marry kam gerade rein, sie sah uns erst auf dem zweiten Blick. Ich wusste was George meinte.
    „Na, schönen Abend gehabt.“ George zwinkerte ihr grinsend zu. War klar, dass sie das erröten ließ.
    „Weißt du, dass dein Bruder auf dich gewettet hat?“ Marry setzte sich neben mich und nahm ein Stück Toast.
    „Ehrlich, worauf?“ Sie fand es witzig.
    „Darauf.“ Ich setzte alles auf eine Karte. Langsam beugte mich zu ihr und gab ihr einen leichten Kuss auf den Mund.
    „Sieh mal einer an.“ Vor uns standen händchenhaltend Wood und Katie. „Du hast auf mich gewettet!“
    Wood sah mich mit hochgezogenen Brauen an.
    „Du hast ihr davon erzählt?“ Ich zuckte meine Schulter.
    „War doch kein Geheimnis oder?“ Marry schien die Wette nichts auszumachen.
    „Nein, die Wette konnte ich nicht verlieren. Ich kenne doch meine kleine Schwester und wenn man an ihre letzte Be...“ Weiter konnte Wood nicht reden, da Marry ihm einen schweigenden Blick zuwarf, aber so dumm war ich doch nicht.
    Auf dem Weg zu ihrer ersten Stunde wollte ich Marry wegen ihrer letzten Beziehung fragen. Wir lehnten am Gang vor Zauberkunst.
    „Was war denn in deiner letzten Beziehung?“ Nervös und nachdenklich sah sie zu Boden.

    Marry

    Was sollte ich denn Fred erzählen, das ich mich billig hingab, fast jedes Wochenende total blau war und mein Ex gegen meinen Willen mit mir geschlafen hatte, da ich ihn nicht ran ließ. Das konnte ich nicht.
    „Mike war nicht der Richtige.“ Es war weder Wahrheit noch Lüge. Fred sah mich neugierig an.
    „Wir wollten unterschiedliche Dinge.“ Das war nicht mal gelogen, Mike wollte mit mir schlafen und ich wollte noch warten.
    Fred war nicht dumm, er wusste, dass mehr hinter meiner Aussage steckte, aber ich war ihm dankbar, dass er nicht nachhakte.
    „Was ist mit deinen Ex Freundinnen.“ Mir war bewusst, dass es da viele gab, Fred und George waren hier in der Schule beliebt, nicht nur bei den Jungs.
    „Ich hatte nie was langfristiges mit den Mädchen, es war immer nur was lockeres, zum Spaß und ich hab es wirklich noch nie mit einem Mädchen so ernst gemeint wie mit dir.“
    Es war vielleicht dumm, aber ich glaubte ihm tatsächlich.
    „Wir vergessen einfach was davor war.“ Am Ende schlichteten wir das Ganze mit zarten Kuss. „Was machst du heute Nachmittag?“
    Fred fing an zu Grinsen. „George und ich haben was für Malfoy vorbereitet.“
    Ich verstand sofort was er meinte, Fred und George wollten Malfoy einen Streich spielen.
    „Treffen wir uns gegen zwei in der großen Halle?“ Ich wurde neugierig, was hatten die zwei vor.
    „Abgemacht.“ Bevor Zauberkunst anfing, gab er mir noch einen Kuss und verabschiedete sich.


    Fred

    George und ich saßen bereits in der der großen Halle. Marry war noch nicht da, auch von Malfoy keine Spur.
    „Aber wie mischen wir ihm den Trank unter?“ Ich hatte den ganzen Tag gegrübelt, aber mir viel nichts ein.
    „Wenn ihn einer von uns ablenkt?“ Skeptisch sah ich George an.
    „Darauf fällt nicht mal Malfoy rein.“
    Die Wirkung des Trankes war einfach zu gut, um sie nicht an Malfoy auszutesten. „Hey Jungs.“ Marry kam gerade zu uns. Das schöne ist, dass ich Marry jetzt jederzeit küssen konnte.
    „Was habt ihr geplant?“
    George zeigte ihr stolz das Fläschchen mit dem Trank. „Du wirst staunen, wir wissen nur nicht genau, wie wir ihm dazu bringen es zu trinken.“
    Marry schüttelte den Kopf. „Jungs, lasst mal das Mädchen ran.“ Verwirrt sahen wir sie an. „Glaubt mir, ich schaff es, dass er das trinkt.“
    Mein Blick ging kurz zu George. „Lass sie. Ich bin gespannt, ob sie es schafft.“
    Jetzt mussten wir nur noch Malfoy finden, aber da kam er schon zum Eingang herein und setzte sich an den Tisch der Slytherins.
    „Action Jungs!“ Selbstbewusst stand sie auf und ging auf Malfoy zu.
    Marry biss sich auf die Lippe und spielte mit ihren Haaren. Sie sah so verführerisch und selbstsicher wie noch nie aus, jetzt hasste ich Malfoy noch mehr, dass es für ihn galt und nicht für mich, auch wenn es nur des Streiches Willen war.
    Marry klimperte mit ihren Augen und kam es mir nur so vor, oder streckt sie Malfoy ihre Brüste entgegen. George und ich hörten nicht, was sie sagte, aber allein ihr Anblick sah schon betörend aus.
    Mir war gar nicht klar, dass sie so flirten konnte, warum machte sie das nicht mir dir, ich war ein wenig eifersüchtig.
    Laut Malfoys widerwärtigen Grinsen schien es Malfoy zu gefallen, ich hätte es ihm am liebsten gleich aus seinem Gesicht poliert.
    Malfoy fiel es nicht auf, aber als Marry etwas zu trinken holen ging, schüttete sie ihm den Trank ins Glas. Genial, aber das klappte natürlich nur bei einem Mädchen. Sobald sie wieder zu ihm an den Tisch zurückkam, trank er alles in einmal runter.
    Zum Abschied winkte sie ihm noch einmal charmant zu.
    „Warum flirtest du nie so mit mir?“
    Es klang nicht beleidigend, ich witzelte nur ein wenig rum, aber sie nahm es ernst und lief rot an, da es ihr anscheinend peinlich war, dass ich sie darauf ansprach.
    „Bist du tatsächlich eifersüchtig auf Malfoy?“ Wieder am Griffendor Tisch war ihr Selbstbewusstsein weg und alles was sie sagte hörte sich wieder schüchtern an, aber so hatte ich Marry kennen gelernt und so mochte ich sie auch.
    „Ja, ob du es glaubst oder nicht.“ Grinsend klopft mir George auf die Schulter.
    „Warte zwei Minuten, dann wird sich das sehr schnell ändern.“ George hatte Recht, zwei Minuten später sah Malfoys Gesicht echt grauenhaft aus.
    Überall Blasen und Pickel. Fast schon weinend wie ein kleines Kind lief er aus der großen Halle. Nicht nur George, Marry und ich lachten uns zu Tode, sondern fast die gesamte Halle.
    Die Slytherins warfen uns böse Blicke zu, aber die waren keine Gefahr für uns. „Hammer Jungs.“
    „Genial.“
    „Einfach Klasse.“
    „Echt grandios.“
    Harry, Lee und ein paar Andere kamen zu uns, um uns zu loben, aber das wäre ohne Marry nie so gut gelaufen.
    „Okay du bist dabei.“ Georges Aussage schien ihr nichts zu sagen.
    „Du könntest uns bei ein paar Streichen hilfsbereit sein.“ Marry strahlte.
    „Klingt nach einer Menge Spaß, aber ich glaube meinem Bruder erzählen wir erstmal nichts davon.“ Da hatte sie vermutlich Recht, ich hatte keine Angst vor Wood, aber er könnte es für keine gute Idee halten, wenn wir seine kleine Schwester in unsere Streiche mit einbeziehen.
    „Keine Sorge, wir passen schon auf dich auf, dass du nicht nachsitzen musst oder sonst Ärger bekommst.“ George wuschelte ihr durchs Haar, für ihn war Marry wie eine kleine Schwester.














































    Wood

    Marry traf ich in letzter Zeit immer nur mehr in Begleitung mit Fred. Es war ein Glück, dass ich sie heute alleine traf.
    „Hey hast du heute schon was vor?“ Sie kam anscheinend direkt von Verwandlungen.
    „Fred und ich haben noch nichts geplant.“
    Katie und ich auch nicht, aber ich hatte eine Idee, bei der wir und auch George dabei sein könnte. „Lust auf eine Runde Quiditch?“
    Es musste ihr einfach gefallen, und wenn ihr Bruder erst mal zu den Profis gehört, würde ich schon erwarten, dass sie zu einigen meiner Spielen kommt, und auch hoffentlich etwas davon versteht.
    „Klar, in einer halben Stunden auf dem Feld.“
    Ich suchte Kaie, die Zwillinge übernahm Marry und auf dem Gang traf ich auf Hermine. Sie ist keine große Quiditch Liebhaberin, aber mit ihr war es immer lustig und sie stellte sich gar nicht so ungeschickt an, obwohl sie ständig über ihren Büchern hockt, außerdem war sie von Katies besten Freunden, aber das ist nur ein Zufall bei der Geschichte.
    „Bist du sicher, dass du spielen willst? Ich will nicht, dass du dir wieder weh tust“, ich hörte Fred, der gerade mit Marry zu uns kam.
    George ging ihnen lachend kopfschüttelnd hinterher. „Du bist süß, aber ich verkrafte schon ein paar blaue Flecken.“ Ich fand es natürlich selbst auch nicht gut, wenn Marry vom Besen flog, aber sie hält schon was aus.
    „Was muss ich machen?“ Schon längst hätte ich Marry Quiditch erklären sollen, aber jetzt war nur Zeit für ein paar Grundlagen.
    „Wenn du den Ball hast, wirf ihn einfach nur durch eines der großen Tore.“
    „Bereit.“ Fred und ich übernahmen die Tore, die anderen hatten den Ball, den Klatscher und den Schnatz ließen wir mal außen vor.
    Das Training mit Fred hatte ihr anscheinend etwas gebracht, auch wenn ich nicht glaube, dass sie sich dabei aufs fliegen konzentriert hatten.
    Katie warf Marry den Quaffel zu, mir war klar, dass sie nicht treffen würde, deshalb strengte ich mich nicht groß an die Ringe zu bewachen.

    Erstaunlicherweise traf sie doch, genau ins mittlere Tor, vor dem ich stand. Wie konnte sie das nur treffen? Wir alle sahen sie mit großen Augen an.
    „ Ich wusste doch, dass du eine Wood bist.“
    Stolz sah ich sie an. Zu meiner Überraschung war sie eine verdammt gute Quiditch Spielerin, obwohl sie keine Ahnung von dem Sport hatte.
    Am Ende stand es unentschieden. Fred, Hermine und ich führten mit zehn Punkten. George, Katie und Marry hatten insgesamt achtzig.
    Für die Jungs, Katie und mich war es nur ein Aufwärmtraining, denn in zwei Stunden hatte ich ein echtes Training für die Griffendor Mannschaft angesetzt.





























    Marry

    Das Gefühl in Freds starken Armen zu liegen war einfach schön. Mir machte es nichts aus, dass uns die Anderen im Gemeinschaftsraum so sahen, schon lange nicht mehr.
    „Hast du Lust am Wochenende nach Hogsmeda zu gehen?“
    Oliver hatte mir von dem kleinen Dorf unterhalb von Hogwarts erzählt.
    „Nur du und ich?“ Wir unternahmen häufig etwas mit meinem Bruder und seiner Freundin, oder sonst zusammen mit George, wobei wir versuchen ihn nicht das fünfte Rad am Wagen sein zu lassen.
    „Ich dachte an nur uns zwei.“ So wie er es sagte, klang es schon fast nach einem Date, mir war bewusst, dass ich mit Fred schon fast zusammen war oder waren wir jetzt offiziell ein Paar, ich sollte ihn fragen, aber trotzdem lies mich die Vorstellung mit ihm auf ein richtiges Date zu gehen erröten. „Würde mich echt freuen“, ich legte meine Hand an die Wange und den Kopf nach unten, damit er es nicht sah, aber natürlich tat er es. Zufrieden auf meine Antwort grinste Fred.
    Wenn Hogsmeda nur halb so schön ist, wie die Winkelgasse wird's mir gefallen.
    Ein kleines Dorf, dass mich wie schon beinahe alles hier an das Mittelalter erinnerte, jedoch nur vom äußeren. Die Menschen standen fröhlich auf der Straße und unterhielten sich.
    „Habt ihr hier gar keine Autos?“ Fred musst kurz nachdenken.
    „Autos? Ah, nein solche Dinge haben wir nicht. Um irgendwo hinzukommen nutzen wir Besen und Flohpulver.“
    Jetzt war ich es die nachdenklich drin schaute. „Flohpulver?“ Er musste über meine Unwissenheit lachen.
    „Du stehst in einem Kamin, nimmst eine Hand voll Flohpulver, wirfst es auf dem Boden und nennst den Namen, wo du hin willst, vorausgesetzt da gibt es auch einen Kamin, welcher am Flohnetzwerk angeschlossen ist. Du wirst von grünen Flammen verschluckt und kommst zum gewünschten Kamin.“
    Mit offenem Mund sah ich ihn an. „Verrückt.“
    So ganz konnte ich mir das noch nicht vorstellen.
    „Wenn du mich mal zu Hause besuchst zeig ichs dir.“
    Offenbar dachte er, das wir etwas Ernstes haben, sonst würde er mich nicht seinen Eltern vorstellen, denn ich wusste, dass er noch mit Ron, George und Ginny bei seiner Mum lebte.
    „Das würde ich tatsächlich gern mal ausprobieren. Wo wolltest du heute hin?“
    Fred zog mich mit sich. Kurz danach standen wir vor einer Bar auf dem in rosaroter Schrift Amors stand.
    Anscheinend eine Bar für verliebte Paare, total kitschig und triefte vor Romantik. Ich war nicht sicher, ob er es tat, da er tatsächlich überzeugt war, dass mir das gefallen würde oder ob Fred neben dem ganzen Gegrinse und Scherzen ein Romantiker war.
    Egal welche Antwort zutraf, ich schenkte ihm trotzdem ein kleines, aber gefaktes Lächeln. Von innen sah es nicht weniger kitschig aus.
    Rosa und Rot kam überall vor, ob als Vorhang oder Tischdeko. Es gab nur zweier Tische beziehungsweise Sofas und die jeweils durch eine dünne Wand voneinander getrennt um für mehr Privatsphäre zu sorgen.
    Fred und ich setzten uns an auf einen dieser Sofas im hinteren Teil der Bar.
    „Schön hier.“ Er spielte mit meinen Fingern herum. Ich bekam ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber ich konnte ihm nichts vormachen, dass mir das hier gefiel.
    „Fred, ich bin eigentlich kein Fan von diesem kitschigen Zeug.“
    Seine Reaktion überraschte mich, erleichtert schüttelte Fred seinen Kopf.
    „Oh Mann, du weißt nicht wie froh ich darüber bin. George und ich haben uns immer über das hier lustig gemacht, aber wegen der ganzen Paare dachte ich es könnte dir auch gefallen.“
    Das Fred so locker darauf reagierte erleichterte wiederum mich.
    „Aber wir können trotzdem ein wenig hier bleiben“, sagte er verführerisch und ich wusste, was er dachte. Sanft hob er mein Kinn hoch und berührten seine Lippen meine.
    Zuerst ganz leicht, bis ich meinen Mund öffnete, damit er mit seiner Zunge in meinen Mund tauchen konnte.
    Mit seiner Hand fuhr er meinen Arm hinunter und legte sie an meine Hüfte. Seine Finger berührten meine Haut, an der Stelle wo mir das Shirt hochgerutscht ist. Fred so intensiv zu küssen war wunderschön, aber zugleich beängstigend, denn es fängt mit leichten Berührungen an und wird irgendwann beim Sex ändern.

    Fred

    Darüber das Marry nicht zu diesen kitschigen Mädchen zählt, war ich froh. Die Bar hatte ich nicht ohne Grund ausgesucht. Hier konnte man auch mal ungestört sein, und lieber in einer schlecht eingerichteten warmen Bar rumküssen, als in einer kalten Seitengasse.
    Meine Hände lagen an Marrys Hüfte, ich war mir nicht sicher wie weit ich gehen konnte, aber sie würde mir das nie sagen, ich könnte mir vorstellen, dass sie das zu sehr beschämt, obwohl es etwas total Normales war.
    Langsam nahm ich meine Hände von ihrer Hüfte und strich weiter hinunter. Durch die Abgrenzung der Vorhänge konnte uns keiner sehen.
    Als meine Hände auf ihren Hintern lagen, spürte ich wie sie kurz lächelte. Das trieb mich noch mehr an und mein Griff wurde fester.
    Mit der Zeit schien Marry sich sicherer zu werden. Ihre eigenen Hände legte sie sicher an meine Hüfte, aber weiter ging sie nicht, aber ich werde sie schon noch aus ihrer Reserve locken.
    „Weißt du eigentlich, dass du eine verdammt gute Küsserin bist.“
    Als ich mich wieder von ihr löste, blieben jedoch meine Hände wo sie waren.
    „Das kann ich nur zurückgeben.“
    Grübelnd spielte sie mit ihrem Haar. „Fred?“
    Ich nahm meine Hände von ihrem Hintern und strich ihr über die Wange.
    „Sind wir jetzt eigentlich offiziell zusammen?“ Schüchtern biss sie sich auf die Lippe.
    „Na klar, ich freue mich schon, dich jeden als meine Freundin vorzustellen.“
    Was aber nicht mehr nötig sein dürfte, denn jeder wusste das wir bereits zusammen waren, schließlich waren Küsse in der großen Halle nicht unbedingt sonderlich unauffällig.
    „Da fällt mir ein, ist Malfoy immer noch auf der Krankenstation?“
    Miss Madame Pomfrey muss erst mal ein Gegenmittel für den Trank finden.
    „Ja, George und ich haben es nicht erfunden, um ihn nur für ein paar Stunden hässlich zu machen. Malfoy soll bereuen, wie er andere behandelte. George und ich verglichen das manchmal mit Gerechtigkeit.“


    Marry
    Gerechtigkeit, Mike hätte das auch verdient, aber er wird ungeschoren davonkommen. Manchmal frage ich mich, warum die bösen Menschen so ein viel schöneres Leben haben, als die Guten.
    „Warst du früher auch immer schon so schüchtern?“ Freds Frage warf mich kurz aus dem Konzept.
    Er war jetzt offiziell mein Freund, verständlich das er alles oder viel über mich wissen wollte, aber ich wusste ihm einfach nicht was sagen, deshalb versuchte ich ihn so lange wie möglich hinzuhalten.
    „Nein, aber ich erzähle dir ein anderes Mal davon, versprochen.“
    Mir war bewusst, dass ich es nicht jedes Mal hinausschieben konnte, aber dass Fred erfahren könnte, wie blöd ich war und das er eigentlich mit einem Luser zusammen ist, machte mir Angst.
    Ich hätte mich gerne mit einer Flasche Alkohol, oder ein paar Pillen in meinem Zimmer eingesperrt, aber hier würde das nicht so gut klappen wie zu Hause. Vor allem da ich kein Einzelzimmer hatte, ich nie dort alleine sein könnte und den Alkohol würde man sofort riechen.
    Der Tag in Hogsemda war der erste, an dem ich wieder das Gefühl hatte ohne Alkohol oder Drogen nicht zurecht zu kommen, aber zum Glück gab es da noch Fred und meine anderen Freunde, die mich stärkten, jedoch zu meinem Pech gab es auch McConagle.
    Ein paar Tage später rief sie mich am Ende der Stunde zu sich, was nichts Gutes heißen konnte.
    „Miss Wood, ich fürchte ich werde mit Ihrem Bruder reden müssen, wenn sich Ihre Noten weiter verschlechtern.“
    Geschockt sah ich sie an. Mit meinen Eltern konnte sie nicht mehr reden und mein Bruder hat seit letztes Jahr die Verantwortung über mich.
    Oliver durfte von den schlechten Leistungen nichts erfahren. Das gleiche wäre, mit einem schlechten Zeugnis nach Hause zu kommen, ihm lag so viel an der Zauberei und er hatte den ganzen Sommer mir versucht das zaubern beizubringen.
    Er wäre enttäuscht von mir und würde mir eine Rede halten, warum ich mich nicht mehr anstrenge und konzentriere und würde vielleicht Fred die Schuld geben, da ich ständig mit ihm rumhänge und er auch nicht sonderlich viel für die Schule übrig hat. Am Ende würde Oliver mir den Kontakt zu Fred verbieten, was aber nicht passieren durfte, denn ich mochte Fred, sehr sogar.
    „Bitte reden Sie nicht mit meinem Bruder, ich verspreche Ihnen, dass meine Noten in Zukunft besser werden.“ McConagle musterte mich mit einem strengen Blick.
    „Miss Wood, ich werde sie beim Wort nehmen!“
    Die Angst und das Gefühl zu versagen erwischte mich, ich hielt es nicht mehr aus, ich brauche irgendetwas was mich beruhigte, aber das gibt es nur in der normalen Welt.
    Unmöglich da ran zu kommen, es sei denn ich habe einen triftigen Grund nach Hause zu müssen. Nie hätte ich gedacht, dass mir mein Diabetes zu gute kommen könnte.
    Kurz bevor ich das Büro verließ, drehte ich mich noch einmal zu Miss McGonagle um und versuchte ihr das mit meinem Diabetes zu erklären, was nicht gerade leicht war, da sie wenig von der normalen Welt oder deren Krankheiten wusste.
    „Oliver soll sich keine unnötigen Sorgen machen, deshalb weiß er nichts davon, aber ich muss mir jeden Tag Insulin spritzen, was mir so langsam ausgeht.“
    Sie sah mich an, als würde ich eine andere Sprache sprechen. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sie mich verstand und mit großer Überwindung das Wochenende nach Hause ließ.
    Zuerst kam mir der Gedanke, wie ich ein Wochenende weg kann, ohne dass es jemand großartig auffiele, aber das ging nicht, deshalb entschied ich mich für die Wahrheit, zumindest einen Teil davon.
    Oliver und Fred glaubten mir, dass ich noch etwas mit meiner alten Schule klären musste, Dokumente unterschreiben oder so was. Hermine sah mich etwas skeptisch an, aber hackte nicht nach.
    Mit dem Hogwart Express ging es zurück nach London. Vorteil war, es gab keine Kofferdurchsuchungen, auch die Lehrer in Hogwarts machten das nicht, deshalb konnte ich ein paar Flaschen Wodka und ein paar Pillen problemlos einschmuggeln.
    Alex oder Andrew, ein paar Jungs aus meiner alten Schule, die jedem Pillen und Alkohol besorgen, die bezahlen.
    Sonntagabend war ich wieder im Schloss und freute mich schon Fred wieder zu sehen. Seit zwei Wochen verbrachten wir jeden Tag zusammen, da war es ungewöhnlich getrennt zu sein, selbst wenn es nur für eine kurze Zeit war.
    Ich brachte den Alkohol, die Pillen und das Insulin sofort ins Zimmer und versteckte sie so, dass sie keiner finden konnte, auch Katie oder Hermine nicht. Für das Insulin würde ich keinen Ärger bekommen, aber wenn jemand etwas von meinem Diabetes weiß komme ich mir schwach und verletzlich vor.
    Da ich Fred im Gemeinschaftsraum nicht finden konnte, ging ich in der große Halle nachsehen. Sein Bruder und er stachen gleich schon aus der Menge heraus, nicht nur wegen des ständigen lauten Lachen der Jungs, sondern auch da sie neben Ron und Ginny die Einzigen mit roten Haaren hier waren.
    Ich setzte mich neben Fred, er war gerade in einem Gespräch mit George und ich wollte die Beiden nicht unterbrechen, aber sobald mich mein Freund sah wandte sich seine ganze Aufmerksamkeit auf mich.
    „Hey meine Kleine, ich hab dich schon vermisst.“ Er drückte mich ganz fest an ihn.

    Fred

    Marry küsste mich nie von ihr aus, deshalb grüßte ich sie als erstes mit einem Kuss, aber das stört mich nicht, denn das macht sie nicht, weil sie nicht zu mir steht, sondern nur wegen ihrer lieben schüchternen Art.
    „Er hat ständig nur von dir geredet. Marry ist so süß, Marrry küsst so gut.“ George machte sich lustig über mich, aber Marry schien es witzig zu finden, ich hingegen nicht dermaßen und warf George einen bösen Blick zu.
    „Danke Kumpel.“ Marry nahm meine Hand in ihre.
    „Ach komm, ist doch süß.“ Ich zog sie näher an mich und küsste sie.
    „Arg, ich lasse euch zwei Mal lieber alleine.“ George verabschiedete sich, ich beachtete ihn nicht groß, aber Marry wollte sich offenbar von ihm verabschieden.
    Bevor sie sich von mir lösen konnte, hielt ich sie am Kinn, damit sie nicht aufhörte mich zu küssen. Die große Halle um uns herum verschwand, es gab nur sie und mich.


































    Marry

    Montags die erste Stunde hatte ich immer Zaubertränke bei Snape, die Worte von McConagle fielen mir wieder ein und das Angst Gefühl tauchte wieder auf.
    Perfekt um meine neuen Pillen auszuprobieren. Mit einem Schluck Wasser spülte ich sie hinunter, eine viertel Stunde später setzte die Wirkung ein.
    Die Angst war verschwunden, überglücklich, mit einem riesen Grinsen im Gesicht ging ich in in die große Halle in der Hoffnung dort auf Fred zu treffen.
    „Hey Kleine.“ Ich erwiderte Freds Gruß nicht, sondern legte meine Arme um seinen Hals, zog ihn zu mir und küsste ihn.
    Aus den Augenwinkeln sah ich wie George, Oliver und Katie uns mit offenem Mund anschauten. Als ich mich von Fred wieder löste sah auch der mich verblüfft an. „Äh, hast du.. Hast du gut geschlafen?“ Flink griff ich nach einem Toastbrot.
    „Und wie.“ Mein Blick richtete sich zu Oliver und Katie.
    „Wie lange seid ihr denn jetzt schon zusammen?“
    Meine Zappeligkeit und gute Laune schien Oliver und die anderen zu verblüffen.
    „Ähm ja, am Achtzehnten haben wir unser einmonatiges.“ Das war ja schon in neun Tagen.
    „Oh wie schön, ich muss aber schon wieder los zu Zaubertränke.“ Kurz bevor ich die große Halle verließ, gab ich Fred einen Abschiedskuss, er hatte gar keine Zeit mehr in richtig zu erwidern schon war ich raus aus der Tür.

    Fred

    „Was habt ihr gestern noch getrieben, als ich weg war?“ George scherzte nur rum, aber er hatte Recht.
    Was war denn mit Marry los? Würde ich es nicht besser wissen, würde ich sagen, dass sie letzte Nacht Sex hatte.
    George, Oliver, Katie und ich sahen ihr mit offenen Mündern hinterher. So gut gelaunt und selbstbewusst kannten wir sie gar nicht.
    Als sie mich davor küsste, so richtig küsste, war ich erst mal baff und musste mich wieder fangen. „War sie so früher drauf?“
    Wood schien, als wäre ihm diese Seite von Marry auch neu, jedoch schüttelte er nur mit den Schultern.
    „Ich werde meiner Schwester nicht in den Rücken fallen und dir etwas von früher erzählen, tut mir Leid Alter.“
    An diesem Tag brachte mich nicht nur das Verhalten von meiner Freundin zu schaffen, auch ihre Vergangenheit machte mich nervös. Ich weiß nicht, was so schlimm sein könnte, dass sie es so extrem versucht vor mir zu verbergen.
    Jedes Mal, wenn ich versuchte mit ihr über ernste Themen zu reden, blockte sie ab, das gleiche passierte, wenn wir über Gefühle sprachen.
    Das fand ich nicht schlimm, schließlich sind wir erst zwei Wochen zusammen und ich kann akzeptieren, dass sie etwas länger braucht um neuen Menschen zu vertrauen, aber ich werde weiterhin versuchen es für mich zu gewinnen und ihr zeigen, dass sie es nicht zu bereuen brauchte.


































































    Marry

    Die nächsten zwei Wochen war ich so glücklich wie lange schon nicht mehr, in der Schule lief es immer noch gleich schlecht und Fred erzählte immer von seiner Vergangenheit, anscheinend wollte er mich dazu bringen, dass ich mich hinsichtlich meiner öffnete, aber das alles konnte mich nicht aufhalten glücklich zu sein.
    Die Pillen waren genial, ich hätte sie mir schon früher besorgen sollen. Keine Angst mehr vor Lehrern, sogar beim Fliegen war sie komplett weg, was von Vorteil war, denn ich war ziemlich talentiert, wie Oliver immer sagte.
    Weder Fred noch Oliver oder sonst jemand merkte etwas von den Pillen, oder jedenfalls sprachen sie mich nicht darauf an. Wodka hatte ich bis dahin noch keinen getrunken, was aber nur daran lag, dass ich immer in meinem Zimmer mit Katie, Hermine und den anderen Mädchen war und ein Nachteil war auch, dass man den Alkohol sehr gut gerochen hätte, aber die Pillen verschönerten mein Leben schon reichlich.
    Mir war klar, das McGonagle bald wieder wegen meiner Noten rumzicken würde und jemand etwas wegen Mike herausfindet, doch darüber machte ich mir momentan keine Sorgen, das Leben war viel zu schön dafür.


    Oliver

    Das Quiditch Training verlief heute relativ gut, Fred und George sollten weniger rumalbern, aber Katie traf heute so zielgenau wie sonst kaum.
    „Hey Granger.“ Wir kamen gerade aus der Umkleide, da trafen wir auf Hermine.
    „Wie nett, dass du uns abholen kommst. Habt ihr auch alle so einen Kohldampf?“
    George schaute uns erwartungsvoll an.
    „Alter, du hast immer Hunger.“ Doch um ehrlich zu sein, hatte ich heute vom Training auch Hunger bekommen.
    „Sag mal, kommt euch das Verhalten von Marry nicht auch merkwürdig vor?“ Fred hielt ein Stück Pizza in der Hand und sah es nachdenklich an.
    „Ja stimmt, neulich hat sie Snape wieder mal angemotzt, da hatte sie nur gelacht und deshalb bekam sie auch nachsitzen.“
    Überrascht sah ich Hermine an. „Warte, meine Schwester hat was?“ Marry bekommt doch nicht nachsitzen, sie ist gut und brav in der Schule. „Ja, diese zwei Tage.“
    Fred sah von seinem Pizzastück auf.
    „Selen hat mir erzählt, sie geht heute mit Marry nach Hogsmeda.“ Das schien Hermine ein wenig zu schocken.
    „Sie hat doch nicht wirklich Nachsitzen bei Snape geschwänzt!“ Nachsitzen zu schwänzen war nicht schlimm, solange man es nicht bei Snape oder McGonagle machte, denn bei denen gab es danach dreifachen Ärger.
    Fred hatte recht, langsam machte mir das Verhalten meiner Schwester wirklich sorgen.
    „Ich werde mit Marry reden.“
    Die gute Laune war zugegeben merkwürdig, das letzte Mal sah ich sie so mit Mike, aber vielleicht steckte nichts hinter ihrem Verhalten und sie war nur glücklich, mit Fred zusammen zu sein.





    Fred

    Marry und ich hatten heute unser einmonatiges, ich wollte sie mit etwas überraschen. Vom ersten gemeinsamen Besuch nach Hogsmeda wusste ich, dass sie nicht auf Kitsch und Romantik stand, doch für ein bisschen davon wollte ich trotzdem sorgen.
    „Wo bringst du mich denn hin?“ Marry trug ein schwarzes Stofftuch vor den Augen, langsam führte ich sie dem Gang im siebten Stock zum Raum der Wünsche entlang.
    „Es wird dir gefallen.“ Vielleicht wird sie mir nach diesen Abend mehr vertrauen und sich mir öffnen, aber ich werde sie zu nichts drängen.


    Marry

    Mir war bewusst, dass Fred und ich heute unser einmonatiges hatten, deshalb war ich neugierig, wo er mich hinbrachte.
    Vorsichtig nahm er mir die Augenbinde ab und stellte sich neben mich. Der Raum sah unglaublich aus.
    In der Mitte stand ein runder Tisch für zwei mit weißer Tischdecke, und roten Rosenblätter darauf verteilt. Darauf eine Champagne Flasche. Es sah unglaublich aus.
    „Zu kitschig?“ Fred klang unsicher.
    „Nein, wunderschön.“ Seine Hand legte sich um mich und führte mich zum Tisch.
    Wie ein Gentleman rückte er mir den Stuhl zurecht und versuchte ein wenig ungeschickt die Champagne Flasche zu öffnen.
    „Auf uns und einen schönen Abend.“
    Unsere Gläser klirrten aneinander. Schüchtern griff er nach meiner Hand.
    „Es ist vielleicht etwas verfrüht und kommt etwas überraschen, aber...“ Fred atmete kurz tief durch.
    „Marry, ich liebe dich“
    Ich konnte das Gefühl in meinem Körper nicht ganz deuten, es war kein angenehm gutes, mir war leicht übel und am liebsten wäre ich sofort aus dem Raum gestürmt.
    Bis jetzt hatte noch kein Junge diese drei Worte zu mir gesagt und ich auch zu keinem von ihnen, deshalb war ich mir unsicher. Liebte ich Fred, wie fühlte sich so etwas an, und wie kann man sich darin so sicher sein. Ich liebte meine Brüder und meine Eltern, aber Fred?
    „Du musst es nicht erwidern, ich wollte nur, dass du es weißt. Sag es einfach, wenn du bereit bist.“ Wenn ich bereit bin, schöbe Worte, die ich keinem Jungen glauben konnte, nicht mal Fred, den ich wirklich sehr mochte.
    „Na, hat das schon mal ein Junge für dich gemacht?“ Freds Unsicherheit war weg und anstelle kam sein selbstsicheres Grinsen, es erleichterte mich, dass er das Thema so locker wechselte.
    „Nein, was aber nicht an der Dauer der Beziehung lag, sondern am Typen.“
    Mike und ich waren über zwei Monate zusammen und er hatte tatsächlich nie so etwas gemacht.
    An dem Abend war es nicht das einzig was ich Fred über meine, nennen wir es mal Vergangenheit erzählte, weniger meiner Vergangenheit eigentlich, sondern mehr von meinem Leben in der Normalen Welt.
    „Ihr Muggel seit echt verrückt, wie kann man nur von einer Brücke springen.“
    Kopfschüttelnd lachte er mich aus. Ich erzählte ihm gerade von meinem Bunge Sprung.
    „Das macht echt Spaß, aber sags meinem Bruder nicht, er weiß nichts davon.“
    Überrascht sah er mich an.
    „Einer der Brüder von den Jungs die uns Mädchen herausgefordert hatten, organisierte Bunge Jumping Sprünge, aber ich war die einzige die sich traute. Außerdem wer fliegt hier auf Besen!“, scherzte ich.
    „Na gut, ich bin verrückt. Verrückt nach dir.“ Fred zog mich an der Hand hoch und legte sie an meine Hüfte. Es wirkte, als würden wir tanzen, leider fehlte die Musik.
    Ich beugte mich zu ihm hinauf um ihn zu küssen, als wir uns wieder lösten war der Tisch verschwunden und im Raum stand ein weißes Himmelbett, wie davor war auch dieses mit ein paar wenigen Rosenblättern bedeckt.
    Der Anblick des Bettes schockte mich kurz, es erinnerte mich zu sehr an Mike, aber heute werde ich nicht davor kneifen, sondern es durchziehen, aber genau heute hatte ich vergessen die Anti-Depresiva Pille zu nehmen.
    Fred zog mich zum Bett. Neugierig beobachtete er mich. Ich glaube, er ahnte das es quasi mein erstes Mal sein würde, doch ich versuchte, ihn das nicht merken zu lassen. Früher oder später würde es sowieso geschehen, also warum kneifen. Stell dich nicht so an. Mikes Worte spiegelten sich in meinem Kopf wieder.
    Gekonnt ließ Fred sich aufs Bett fallen und zog mich mit sich. Er drehte mich geschickt, so dass ich kurz darauf unter ihm lag.
    Seine Hände tauchten unter mein Shirt, bevor er es mir auszog, küsste er mich zärtlich beim Hals abwärts bis ich nur mehr im BH vor ihm lag.
    In meinem Körper breitete sich ein Gefühl von Panik aus, aber ich wollte es endlich durchziehen. Ich erlaubte es mir nicht wegzulaufen oder in Tränen auszubrechen. Es war Zeit, Zeit für das hier, schließlich war ich schon fünfzehn und ich wusste das Fred der richtige war.
    Fred zu sagen, dass ich noch nicht bereit war, konnte ich nicht. Ich hatte nur Angst, in Panik auszubrechen, sobald es ernst wurde, doch Fred war so zärtlich und sanft.
    Er setzte sich kurz auf, um meinen Gürtel zu öffnen und streifte mir dann die Hose runter. Seine Hände strichen über die Innenseite meiner Oberschenkel.
    Ohne das ich es wollte, rannen mir Tränen über die Wangen. Ich wischte sie mir schnell weg, aber Fred schien es gemerkt zu haben und kam auf Augenhöhe mit mir.
    „Hey, was ist los? Wir müssen heute nicht miteinander schlafen.“
    Das sagt er bestimmt nur so, er ist ein Junge, natürlich wollte er mit mir schlafen.
    „N..Nein. Ich möchte mit dir schlafen hier und heute.“
    Das Stottern am Anfang des Satzes bestätigte ihm nur noch mehr meine Unsicherheit. „Ich glaube, wir sollten wirklich noch warten.“
    Fred war einfach perfekt, aber ich konnte ihm das einfach nicht glauben.
    „Aber ich will.“ Fragend sah er mich an.
    „Warum ist es dir so wichtig, dass wir heute miteinander schlafen? Hat dein letzter Freund mit dir Schluss gemacht, weil du nicht wolltest oder was ist los?“
    Fred ahnte mehr als ich dachte. Mir stießen noch mehr Tränen in die Augen. Ich erinnerte mich daran, wie glücklich ich mit Mike damals war, nicht nur am Anfang, sondern während der ganzen Zeit, bis aufs Ende klarerweise. Ihn zu verlieren tat schrecklich weh.
    Bevor das gleiche mit Fred passieren konnte, und auch dieser mich so verletzen konnte, wollte ich die Sache lieber beenden, aber nicht auf die gute Art und Weise, wir können Freunde bleiben, sondern wenn, dann richtig.
    Besser Fred wollte nichts mehr mit mir zu tun haben und interessierte sich nicht mehr für mich, so würde er auch nichts mehr von mir wissen wollen, weder von Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
    Ihm diese Worte an den Kopf zu werfen wird nicht nur ihn verletzen, doch es war nur besser für uns beide. Fred hatte jemanden besseren verdient. Jemand reines, nicht jemand wie mich, jemand der schon so große Lasten mit sich rumschleppt.
    Nur wenn ich Fred verletze, wird er mich gehen lassen.
    Ich atmete noch einmal tief durch. „Ich hab schon mit vielen Typen geschlafen und es gibt sicher noch genug, die mit mir schlafen möchten“, brüllte ich.
    „Soll das heißen ich bin nicht gut genug für dich?“ Er klang ein wenig gekränkt.
    „Ich will nicht mit einen Jungen zusammen zu sein, der die gleiche Reife hat wie ein achtjähriger.“ Das entsprach nicht der Wahrheit, ich liebte seine verspielte Art, aber ich wusste, dass ihn das verletzen würde, einer seiner Wunden Punkte.
    „Nein, Marry sag mir was los ist!“ Fred wollte einfach nicht locker lassen.
    „Du bist einfach viel zu sensibel und kannst nicht mal deinen Mann stehen!“ Lügen, alles nur lügen.
    „Weißt du was, wenn das so ist, dann kann ich auch gehen!“
    Endlich wurde er wütend, stürmte auf und ließ die Tür laut hinter sich zuknallen.
    Bei einer Sache hatte ich mich geirrt, egal wer von Beiden die Sache beendet, schmerzen wird es immer. Wieder befand ich mich schluchzend vor einem Bett und diesmal wird keine Angela und kein Oliver kommen, um mich zu beruhigen.
    Ich wusste nicht genau, wie lange ich da so saß, aber nach einiger Zeit riss ich mich zusammen und ging in den Gemeinschaftsraum um ein meiner Wodka Flaschen zu holen.
    Wusste ich doch, dass der Wodka noch für etwas gut ist, es war keine kluge Entscheidung, aber in dem Moment dachte ich nicht nach.
    Mit der Flasche wollte ich aus dem Schloss, mir eine stille Ecke suchen, wo mich erst mal keiner findet.
    Vor dem Gemeinschaftsraum stoß ich auf Oliver und Katie.
    „Hey Marry können wir kurz reden? Ich komme gerade von Miss McGonagles Büro.“ Die alte hatte also doch mit meinem Bruder geredet.
    „Wir machen uns alle Sorgen um dich.“
    Das schlimmste ist immer, wenn die Leute fragen, was los ist und mich verstehen wollen. Mir wäre es lieber, sie würden mich anschreien und wütend auf mich sein. Alles nur bitte nicht zu viele Gefühle.
    Es reichte nicht nur Fred von mir wegzustoßen, ich musste auch Oliver verletzen. Keine zwei Tage müsste es dauern, komplett von der Schule zu fliegen.
    „Habe ich dich darum gebeten, dass ihr euch Sorgen um mich macht! Hör auf dich endlich überall einzumischen!“
    Etwas verstört sahen mich die Beiden an.
    „Marry jetzt beruhige dich doch erst mal. Dein Bruder hat..“
    Katie konnte ihren Satz nicht beenden, schon unterbrach ich sie.
    „Hat irgendjemand nach deiner Meinung gefragt!“ Mein Bruder fand es nicht weniger schlimm, wenn ich ihn anschnauzte, aber wenn ich das bei Katie machte, wurde er sofort wütend.
    „So redest du nicht mit Katie! Wenn du von deinem Trip runter bist kannst du dich bei uns entschuldigen!“
    Wütend auf mich nahm Oliver Katie am Arm und ging mit ihr in den Gemeinschaftsraum.
    Als ich gerade an der großen Halle vorbeiging, kam Hermine heraus und öffnete gerade ihren Mund um etwas zu sagen. „Verdammt Hermine, was willst du! Malfoy hatte recht, ihr schlammblütigen Griffendors könnt einen nie in Ruhe lassen!“
    Baff und geschockt sah sie mich an, stürmte aber sofort wütend die Treppe hoch. Mein Blick war eiskalt, ich durfte mir nicht anerkennen lassen, wie sehr mich meine eigenen Wort verletzten.
    Dean und Seamus standen etwas entfernt und starrten mich sprachlos an. „Was!“, brüllte ich und verließ das Schloss.
    Ich hatte es geschafft jeden von mir wegzustoßen, nun musste ich auch dafür sorgen, von der Schule verwiesen zu werden, sonst hätte es nichts gebracht, jeden zu verletzen.
    Das schlechte Gefühl in meinem Bauch tat höllisch weh, aber das hatte ich nur verdient. Ich setzte mich auf einen Hügel etwas abseits des Schlossgeländes.
    In zwei Stunden ist Ausgangssperre, aber ob ich jetzt noch mehr Ärger bekomme, ist auch noch egal, es wäre sogar von Vorteil.
    Ich nahm einen großen Schluck Wodka und dann gleich noch einen zweiten.



    Fred

    Wütend stürmte ich aus dem Raum der Wünsche und ging in mein Zimmer. Was war denn mit Marry los, so hatte ich sie noch nie erlebt.
    Als ich ihr davor die Klamotten auszog, verkrampfte sie sich. Natürlich hätte ich schon gern mit ihr geschlafen, aber nicht auf diese Art.
    Ich dachte, sie hatte schon öfters Sex, und selbst als sie danach sagte, sie hätte, war mir trotzdem klar, dass das nicht ganz stimmte. Dass sie mich anlog fand ich ein wenig enttäuschend, eigentlich dachte ich, wir können offen miteinander reden. Für mich wäre es kein Problem gewesen noch zu warten, schließlich liebte ich sie.
    Das Marry mich so beleidigte, hätte ich nie gedacht. Ihr verhalten war in den letzten zwei Wochen sowieso schon merkwürdig, und vielleicht hatte sie Probleme, aber das ließ ich mir nicht gefallen.
    Die nächste Zeit konnte sie mir gestohlen bleiben, mir ist momentan egal, was in ihrer Vergangenheit passiert war, aber egal was, es gibt ihr kein Recht, so mit mir zu reden.
    Als ich mich wieder beruhigt hatte ging ich runter in den Gemeinschaftsraum, da traf ich auf Oliver, Hermine und Katie die vor dem Kamin saßen.
    Sie sahen aus, wie ich mich vor einer guten Stunde fühlte.
    „Was ist denn mit euch los?“ Ich setzte mich zu ihnen, sogar Hermine schien wütend und das kam recht selten vor.
    „Meine Schwester ist los!“ Fragend sah ich sie an, anscheinend war ich nicht das einzige Opfer von Marry.
    „Zuerst hatte sie mich und Katie beleidigt und dann Hermine. Sie sagte zu ihr, dass sie ein Schlammblut sei!“ Das ist doch nicht Marrys normales Verhalten, selbst wenn Marry nicht die genaue Bedeutung dieses Wortes kannte, rechtfertigt es das noch lange nicht.
    „Die soll sich erst mal wieder einkriegen!“ Oliver schien ziemlich wütend über das Verhalten von seiner Schwester, so kannte ich ihn gar nicht.


    Hermine

    Die Jungs, Katie und ich waren am nächsten Tag immer noch wütend auf Marry, aber da sie die Nacht nicht in ihrem Bett verbracht hatte und auch nicht zum Unterricht erschien, machte ich mir doch sorgen um sie.
    Sie nannte mich Schlammblut und vielleicht ist es naiv von mir, aber ich glaubte nicht, das sie mich nicht absichtlich so nennen wollte.
    Nach der Schule schaute ich noch mal im Gemeinschaftsraum nach, doch sie war weder da, noch unten am Quiditchfeld, etwas verloren ging ich noch die Wiesen ab.
    Als ich sie oben auf dem Hügel in der Sonne liegen sah, wurde ich wieder wütend auf sie. Wie konnte sie einfach so sorglos in der Sonne entspannen, nach all dem, was sie angestellt hatte.
    „Sag mal was ist mit dir los!“, wütend stemmte ich meine Hände in die Hüften und stellte mich vor sie in die Sonne.
    Ein intensiver Geruch stach mir in die Nase. Marry machte kein Mucks, erst da fiel mir die leere Wodka Flasche auf, die ein paar Meter neben ihr lag.
    Ich rüttelte Marry an der Schulter, aber sie gab keine Reaktion von sich. Vom ganzen Alkohol hatte sie das Bewusstsein verloren.
    Meine Wut war verschwunden, dafür bekam ich jetzt ein wenig Panik.
    Marry war kleiner und zierlicher als ich, aber ich konnte sie trotzdem nicht zu Madame Pomfrey tragen. Schnell lief ich ins Schloss und versuchte einer der Jungs zu finden.
    In der großen Halle stoß ich auf Fred, der neben Oliver und George sahs.
    „Fred, du musst mir helfen. Marry..“, bevor ich ausreden konnte, unterbrach Fred mich.
    „Oliver, wann ist noch einmal das nächste Training?“
    Eiskalt wandte er sich von mir ab, er wollte nichts von Marry wissen.
    „Sie liegt ohnmächtig unten am Hügel!“
    Erst als ich sie anschrie fingen sie an mir zuzuhören. Sofort sprangen sie auf.
    „Was ist passiert?“ Endlich klangen sie besorgt.
    „Sie hat sich anscheinend zulaufen lassen!“ Oliver seufzte nur genervt, seine Sorge war verschwunden, doch er ging mit zum Hügel.
    Auf halben Weg kam mir ein Gedanke. Was, wenn es nicht nur der Wodka war! „Wir treffen uns bei Madam Pomfrey“, schrie ich den Jungs nach.
    Mir fiel die kleine schwarze Tasche auf, die ich schon öfters unter Marrys Bett sah. Als sie einmal offen rumlag sah ich, dass sie mit einer Art Stifte ausgestattet war, aber ich hatte mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht, was ziemlich dumm war, denn ich müsste wissen was das ist. Es handelt sich um Mugglekram, vermutlich.

    Oliver

    Kaum bei meiner Schwester auf dem Hügel angelangt, schoss uns sofort der Alkoholgeruch in die Nase. Wahrscheinlich konnte Madame Pomfrey kaum etwas gegen den hohen Alkoholgehalt in ihrem Blut machen, aber ich wollte Marry trotzdem zu ihr bringen, um sicherzugehen, dass Marry nichts weiter fehlt.
    Die Flasche die neben ihr lag, war komplett leer, für ein kleines leichtes Mädchen grenzt das beinahe an Komasaufen. „Hey Marry“, ich rüttelte an ihrer Schulter, sie gab aber keine Reaktion von sich. Auch als ich sie auf dem Gesicht tätschelte, nichts.
    Da wurde mir erst bewusst, wie ernst die Lage war. Würde sie hier noch länger liegen, könnte das schlimm oder sogar tödlich enden.
    „Was ist mir ihr?“ Fred und George schienen auch den Ernst der Lage erkannt zu haben. Vom Alkoholprozentgehalt entspricht eine Flasche Wodka ungefähr zwei Flaschen Feuerwisky. „Sie hat zwei Flaschen Feuerwisky gekippt.“ Man sah deutlich ihre erstaunten Gesichter.
    „Alles ganz alleine?“,
    „Wir sollten sie so schnell wie möglich auf den Krankenflügel bringen!“
    Ich hob Marry hoch und trug sie ins Schloss, doch alles was Madame Pomfrey machte, war ihr einen nassen Lappen auf die Stirn zulegen und abzuwarten.
    Das regte mich ein wenig auf, denn in einem Muggelkrankenhaus, so ungern ich es auch zugebe, hätten die Ärzte mehr für sie gemacht. Tests gemacht, Magen ausgepumpt usw.
    Kurz darauf kam Hermine ganz außer Atem zu uns, in der Hand eine kleine schwarze Tasche.
    „Wood, weißt du, ob deine Schwester Diabetes hat?“ Verwirrt sah ich sie an.
    „Davon müsste ich doch wissen.“
    Hermine öffnete den Reißverschluss der Tasche. Wir standen alle ums Bett und sahen Hermine neugierig und verwirrt an. Sie holte eine Art Messegerät mit vorne einer angebrachten Nadel heraus und stach Marry in den Zeigefinger.
    „Was machen Sie da Miss Granger!“
    Das Gerät in Hermines Hand piepste. „Ich glaube, Marry ist nicht vom Alkohol Bewusstlos. Sie ist Diabetikerin und ihr Zuckerspiegel ist viel zu niedrig.“
    Ich verstand Hermine, aber Fred, George und Madame Pomfrey schauten sie ein bisschen ahnungslos an.
    „Das ist eine Muggelkrankheit“, versuchte Hermine zu erklären. Madame Pomfrey war eine gute Krankenschwester und konnte jede Vergiftung und alles verzauberte wieder heil machen, aber von Muggelmedizin hatte sie keine Ahnung.
    Hermine verstaute wieder das Messgerät und holte eine dünne Spritze und ein kleines Fläschen mit einer durchsichtigen Flüssigkeit heraus, mit der sie die Spritze füllte.
    Unsicher nahm Hermine Marrys Arm in die Hand. Sie schien etwas zweifelnd.
    „Kannst du ihr das Isulin spritzen?“
    Nervosität packte mich, Hermine getraute sich nicht und ich hatte auch etwas Angst, ich könnte Marry am falschen Ort treffen oder die Nadel könnte drinnen stecken bleiben.
    Zittrig nahm ich die Spritze Hermine aus der Hand und legte sie leicht an Marrys Arm, etwas unterhalb der inneren Ellbogenbeuge.
    Das Gefühl, sie in Marrys Arm zu stecken war merkwürdig. Es forderte kaum Druck, es war wie weiches Plastik oder hartes Wasser.
    „Es müsste bald wirken.“ Fred und George sahen uns mit offenen Mündern an
    Hermine erklärte hinterher Madame Pomfrey wie das Messgerät funktionierte, damit sie jede Stunde Marrys Werte überprüfen konnte.
    „Ich gebe euch Bescheid, sobald sie wach ist, aber jetzt braucht Miss Wood erst mal Ruhe.“
    Pomfrey schickte uns aus dem Krankenflügel, obwohl wir alle gern geblieben wären.
    Solange Marry in so einem schlechten Zustand lag, war der gestrige Tag vergessen.
    Wenn sie mir das von ihrem Diabetes verschwiegen hatte, was dann noch.
    Fred, Hermine, George, Katie und ich waren uns einig. Wir wollten alle gemeinsam mit Marry reden, obwohl uns bewusst war, sie würde uns nicht die Wahrheit sagen, deshalb entschieden wir notfalls ein Wahrheitsserum zu verwenden.







    Marry

    Ich war etwas verwirrt, als ich auf der Krankenstation aufwachte, denn wenn ich nicht von alleine hier her gekommen bin, wie dann. So viel zum guten Versteck. Sollte es ein Professor gewesen sein, würde ich noch mehr Ärger bekommen, vorausgesetzt sie wissen überhaupt was Vodka war, aber auch wenn es ein Schüler war, wäre der Ärger nicht geringer und Oliver würde es so oder so erfahren. Ich glaube, diesmal würde er es nicht nur so hinnehmen, denn es war das dritte Mal, das ich wegen Alkohol oder Drogen auf einer Krankenstation aufwachte.
    Das erste Mal war es auf einer Ausnüchterungszelle der Polizei, aber das zählt auch, dort bekommt man nur noch mehr Ärger als im Krankenhaus.
    Die Krankenschwester erlaubte mir sofort zu gehen, ich solle nur meinen Bruder aufsuchen, da der sich sorgen gemacht hatte ermahnte sie mich. Das machte Oliver wahrscheinlich auch nur so lange, bis er wusste, dass es mir wieder gut ging.
    Es überraschte mich, dass die Krankenschwester mich sofort gehen ließ, denn ich dachte, dass Dumbledore oder McGonagle vorbeikommen um mir gleich schon eine Strafpredigt zu halten.
    Kaum fiel die Tür hinter mir zu, machte ich mich darauf bereit, von Oliver angebrüllt zu werden. Schließlich kann ich ihn sowieso nicht für immer aus dem Weg gehen. Fred, George und Katie schon, bei Hermine könnte es wiederum schwerer werden.
    Es wäre eine gute Idee gewesen, Kopfschmerztabletten vom letzten Mal zu Hause mitzubringen. Die schlimme Seite von Alkohol ist der Morgen danach, mein Kopf tat höllisch weh. Ich wollte nur noch an einen ruhigen und leisen Ort, ein wenig fies war es schon, Oliver nicht Bescheid zu geben, dass es mir wieder gut ging, doch anscheinend kannte mich besser als ich dachte, denn ein paar Gänge vom Krankenflügel entfernt, wartete er schon auf mich. Kurz leuchteten seine Augen auf, aber sein Blick wurde gleich wieder ernst.
    „Gehen wir“, das war das erste was er sagte. Seufzend wollte ich schon etwas erwidern.
    „Komm schon!“, Oliver legte eine Hand um meine Schulter und zog mich mit sich bis ich ihm von alleine folgte. Sein Verhalten überraschte und verwunderte mich. Wo brachte er mich hin?
    Wenige Minuten später manövrierte er mich in ein leeres Klassenzimmer. Auf dem Weg hierher hatte er kein Wort gesagt.
    Mit seinem Zauberstab zielte er auf die Tür und murmelte etwas vor sich her. „Oliver was soll das?“ Er ging an mir vorbei und erst als ich mich umdrehte sah ich Fred, George, Hermine und Katie auf den Tischen sitzen, neben ihnen Oliver.
    Ich wollte so schnell wie möglich raus aus diesem Raum, aber die Tür ging nicht auf.
    „Versuchs nicht mal, sie ist magisch verschlossen, setz dich einfach.“
    Oliver klang gar nicht wütend, nur sorgsam, wobei mir das erste lieber gewesen wäre. Ich wusste nicht, ob ich sie alle heute alle noch einmal so tief verletzten konnte, aber ich musste es versuchen. Noch einmal kurz durchatmen und dann musste ich mich zusammenreißen.
    „Hattet ihr nicht gestern schon genug von mir!“
    Es schien die Anderen nicht zu überraschen, dass ich sie anschrie. Leider hatte ich nicht meine Kopfschmerzen mit eingeplant, schmerzlich verzog ich das Gesicht.
    „Die Kopfschmerzen hast du dir nur verdient.“
    Oliver hatte Recht, doch mir war nicht klar, ob er wütend oder enttäuscht war, da ich mich schon zum X-ten mal voll laufen gelassen hatte, doch ihn schien ein anderes Thema mehr zu interessieren.
    „Das mit den Beleidigungen wird heute nicht funktionieren! Wenn es nötig ist, kann ich dich an den Stuhl zaubern.“
    Oliver klang ruhig, ihm war es völlig Ernst. Etwas widerwillig setzte ich mich.
    „Gut.“ Er schenkte mir ein kurzes lächeln.
    „Was ist in letzter Zeit überhaupt los mit dir?“
    Am besten war es überhaupt nichts zu sagen, denn ich wusste nicht, wie viel er wusste.
    „Nichts.“ Ich stellte auf stur, Oliver seufzte nur.



    Oliver

    „Trink erst Mal was.“
    Für Marry sah es aus wie ein Wasser, doch es war das Wahrheitsserum. Da sie uns einfach nichts sagen wollte, blieb uns keine andere Lösung.
    Marry trank alles auf einmal aus. Mal schauen, ob es funktionierte.
    Kurz bevor sie aus dem Krankenflügel kam, war ich an ihrem Koffer und da habe ich nicht nur Alkohol und Insulin gefunden, sondern auch eine Packung Pillen.
    Ich wusste, dass Marry früher so drauf war, aber dass sie jetzt wieder damit angefangen hatte schockte mich. Offenbar hatte sie mehr Probleme als ich dachte. Vielleicht ist es mir schon früher aufgefallen und ich wollte es einfach nur nicht wahrhaben.
    Ich hielt die Schachtel mit den Pillen hoch.
    „Was ist das?“
    Ihr Blick sagte genug. „Das sind Anti-Depresiva. Nicht das ich Depressionen hatte, aber sie machen gute Laune.“
    Erschrocken hielt sich Marry den Mund zu.
    „Im Wasser war ein Wahrheitsserum. Tut mir Leid, aber anders sagst du uns ja nicht die Wahrheit.“ Marry schielte zur Tür, aber sie wusste, dass sie nicht aus dem Raum konnte.
    „Warum hast du die überhaupt genommen?“
    Sie versucht sich gegen das Serum zu wehren, aber das war unmöglich.
    „Ich hatte Angst, dass jemand erfährt, warum Mike, mein Ex und ich uns tatsächlich getrennt hatten. Außerdem sind meine Noten grauenhaft schlecht und ich wollte weder dich noch Mum oder Dad enttäuschen.“
    Fred und mir kam der gleiche Gedanke. „Was war der tatsächliche Grund für eure Trennung?“
    An Marrys Gesicht konnten wir ablesen, wie sehr sie diese Frage hasste.
    „Es ging Mike nur darum, mit mir zu schlafen, aber ich sagte ihm nach der ersten Woche, dass ich noch nicht so weit war.“
    „Du hast nicht, oder?“
    Ein Schluchzen kam aus Marrys Hals.
    „I-ich wollte nicht, aber..“ Ihr Schluchzen wurde immer größer.
    „Aber was?“ Die Antwort konnte ich mir denken, aber ich wollte sie nicht hören.
    „Es war an dem Tag, als du beim Quiditch Turnier warst, als die Party stattfand. Mike hat mir anscheinend irgendwas unters Bier gemischt und als die Wirkung einsetzte, ging er mit mir in mein Zimmer. Ich wollte nicht, aber er war so viel stärker als ich. Ich konnte mich einfach nicht wehren.“
    Sie brach endgültig in Tränen aus, sofort nahm Fred sie in den Arm. Ich konnte das alles nicht glauben.
    „Dieses verdammte Arschloch!“ Es machte mich so wütend, wie konnte er meiner Schwester das nur antun und ich habe nichts gemerkt. Ich hätte nachhaken müssen, was wirklich passiert war, als sie anfing sich so zurückzuziehen.
    Der Kerl wird nicht eingeschworen davonkommen, das schwöre ich. Er wird es noch bereuen, meine kleine Schwester vergewaltigt zu haben.
    Freds Blick war genauso wütend wie meiner, doch er versuchte gerade nur Marry zu trösten.
    „Du wolltest im Raum der Wünsche unbedingt mit mir schlafen, da du dachtest, mir geht's nur um den Sex?“
    Marry war es peinlich, das Fred ihren Wunsch mit ihm zu schlafen, vor uns allen aussprach. „Du bist doch ein Junge und für euch ist das ja so eine wichtige Sache.“
    Fred legte seine Hand auf Marrys Wange, die Sache war nicht witzig, aber ihre süße Naivität brachte uns doch alle zu schmunzeln.
    „Ich hab dir doch gesagt, dass ich dich liebe. Es geht mir doch nicht nur um den Sex. Ich liebe es wie du immer rot wirst, genau wie jetzt, ich liebe deine Schüchternheit und Unschuld, ich liebe deine verspielte Art. Es ist nicht nur der Körper.“
    Mit dem Daumen strich Fred ihr die letzte Träne aus dem Gesicht.
    „Gibt es da noch etwas, was ich wissen sollte?“
    „Naja, früher trug ich immer viel zu knappe Sachen, ging oft in Clubs, und am Wochenende dann jede Menge Alkohol und Drogen. Es tut mir so leid, ich wollte-will dich wirklich nicht mehr enttäuschen.“
    Mein Vertrauen in Marry ist jetzt endgültig weg, ich weiß, dass sie viele Dinge gemacht hatte, da sie Probleme hatte, aber trotzdem werde ich in nächster Zeit besser auf sie aufpassen, dass sie kein Blödsinn mehr anstellt und ihre Aussagen ein wenig hinterfragen, nicht das sie mich wieder ständig anlügt.
    Fred blickte Marry verführerisch an.
    „Darf ich dich auch mal in einer diesen Sachen sehen?“
    Zumindest entlockte er Marry ein kleines lächeln. Er strich ihr über den Arm und wollte sie gerade küssen, da fiel mir der Stelle auf, an dem ich ihr davor das Insulin gespritzt hatte.
    „Warum hast du mir eigentlich nichts vom Diabetes erzählt?“ Fred warf mir einen gespielt bösen Blick zu, da ich ihm bei seinem Vorhaben unterbrochen habe.

    Fred

    Ich verstand gerade kein Wort, von dem was Oliver sagte.
    „Du kennst mich, das Diabetes lässt mich irgendwie ich weiß auch nicht, schwach wirken. Es kommt gerade mal bei einem Prozent der normal stämmigen Hexen vor.“ Mit der Zeit fiel mir auf, dass sie nie das Wort Muggel verwendete.
    „Warum sagst du nie Muggle?“ Hermine, Katie, George und Wood schienen auch interessiert.
    „Das klingt rassistisch finde ich. Man sagt ja heutzutage auch Afroamerikaner.“Unweigerlich mussten wir über ihre Antwort lachen. Sie ist schon süß, und ein wenig naiv auch, aber das ist nun mal ihre liebe Art.
    „Da gibt's noch eine Sache. Ich weiß, du fragst nicht gern um Hilfe, aber ich hätte dir doch beim Zaubern geholfen.“
    Miss McGonangle erklärte mir gestern, dass wenn Marry ihre Leistungen nicht endgültig verbessert, fliegt sie von der Schule.
    „Ich wollte dich nicht enttäuschen.“ Vielleicht hatte ich sie mit dem zaubern im Sommer zu sehr unter Druck gesetzt.
    „Du gehst in die Vierte und hast erst heuer angefangen zu zaubern. Da ist es nicht schlimm, wenn du weniger kannst als die Anderen.“
    George fing an zu Grinsen. „Du hättest erst mal Fred in seinem ersten Jahr sehen sollen.“ Ich schenkte George einen bösen Blick. „Und wieder, danke Kumpel! Aber ich helfe dir gerne in der Schule.“
    Wood räusperte sich und versuchte ein Lachen zu unterdrücken. „Klar, einer der größten Schulschwänzer soll ihr helfen.“
    Da hatte Wood vielleicht recht, aber er wusste, dass ich ein guter Zauberer war.
    „Da, versuchst mal mit der Tür. Ziel mit deinem Zauberstab darauf und sag Alohomora.“
    So konnte ich Marry gleich schon meine Fähigkeiten unter Beweis stellen und endlich wieder meiner Freundin nahe sein.
    Ich stellte mich ganz nahe hinter sie, so dass sich unsere Körper berührten und nahm ihren Arm um ihr zu zeigen, wie den Zauberstab zu schwenken.
    „Ah, jetzt versteh ich schon, warum du ihr Nachhilfe geben willst.“ George zwinkerte mir zu.
    „Alohomora“, flüsterte sie ein wenig undeutlich vor sich hin. Beim zweiten Mal klappte es.
    „Schön, dass wir das alles geklärt haben und du jetzt wieder unsere alten Marry bist.“ George ging aus der Tür, die anderen folgten ihm.
    „Sag Mal, wie lang wirkt das Wahrheitsserum noch?“, fragte ich Wood flüsternd.
    „Ein bis zwei Stunden denke ich.“ Er fragte nicht, warum ich das wissen wollte, mein Grinsen alleine reichte ihm schon.
    „Komm!“ Ich nahm Marry bei der Hand und zog sie mit mir.
    Sobald wir in den nächsten leeren Gang verschwunden sind, drückte ich sie auch schon an die Wand und küsste sie.
    Eine Frage lag mir noch auf der Zunge und ich wusste, Marry würde sie ehrlich beantworten. „Liebst du mich?“ Verlegen sah sie zu Boden, doch ich hob ihr Kinn an, damit sie mich ansehen musste.
    „Fred, du bist der erste Junge bei dem ich es fühle und tatsächlich ernst meine. Ich liebe dich.“ Das war, was ich hören wollte. Ich wollte einfach nur mit ihr allein sein und sie küssen.



    Marry

    Für den Wodka und Besuch auf der Krankenstation habe ich keinen Ärger bekommen, was ich Fred und George zu verdanken habe, glaube ich, denn weder Dumbledore, McGonagle oder sonst jemand hatte von dem Vorfall mit dem Alkohol erfahren.
    Die anderen Flaschen und Pillen hatte ich weggeworfen. Meine Noten hatten sich auch verbessert, vom Troll zu Annehmbar. Nicht gut, aber immerhin.
    Bald waren in Hogwarts Semesterferien und Fred hatte es tatsächlich geschafft mich zu überreden, mit ihm zu seiner Familie zu fahren.
    „Was, wenn deine Mum mich nicht mag?“ Ich kann mir schon vorstellen, wie Fred sich wegen mir mit seiner Mutter stritt.
    „Unsere Mum wird dich mögen, und solange Percy nicht auftaucht, wird's dir auch gefallen.“ Fred hatte mir schon von Percy erzählt, die Geschichte fand ich ein wenig traurig, aber mir ging es ja so ähnlich mit meinem eigenen ältesten Bruder.
    „Ich bin das Wochenende in den Ferien nicht zu Hause, und wenn du nicht mit zu Katie willst, hast du keine große Auswahl.“
    Oliver entpuppte sich in letzter Zeit als mieser Verräter, denn er unterstützte Fred fast immer, wenn es um unsere Beziehung ging, was nicht schlimm wäre, würde er seiner Schwester nicht in den Rücken fallen.
    „Was ist aus halte dich fern von ihm geworden?“, fragte ich sarkastisch, doch er zuckte nur grinsend mit den Schultern.
    „Du schafft das schon.“ Zum Abschied umarmte mich Oliver. „Die zehn Tage werden im Nu umgehen.“
    Wahrscheinlich hatte er Recht. Mit Fred, George, Ron und Ginny ging ich zum Tropfenden Kessel. „Jetzt kannst du mal Flohpulver ausprobieren.“
    Grüne Flammen die mich verschlucken werden, etwas mulmig war mir bei der Sache schon.
    Ron machte es vor, als die grünen Flammen erschienen, machte ich vor Schreck einen Schritt rückwärts.
    „Dir kann nichts passieren.“ Zaghaft stellte ich mich in den Kamin. Belustigt sahen mir die Anderen zu, obwohl ich seit über drei Monaten in der Zauberwelt war, stellte ich mich immer so an, als wäre es mein Erster.
    Das Pulver landete auf dem Boden des Kamins und als ich die Augen wieder aufmachte stand ich in einem kleinen netten Wohnzimmer. Die grünen Flammen und die sonstige Teleportation war nicht zu spüren, was mich sogar ein wenig enttäuschte, denn ich hätte es mir ein wenig aufregender vorgestellt.
    Im Raum hing eine Uhr, doch wo eigentlich die Zahlen standen, zeigte sie allen Bildern von Familienmitgliedern. Als George hinter mir im Kamin auftauchte, wechselte der Zeiger. Das gleiche passierte bei Fred und Ginny. Ich verstand nicht ganz was es zu bedeuten hatte, aber es war einfach zauberhaft. Alles wirkte hier zauberhaft.
    „Wie gefällt’s dir?“ Es war unglaublich, ein richtiges Familienhaus, so wie ich es mir immer gewünscht hatte. Sie sind nicht reich, aber sie haben sich alles so lieb, was viel wertvoller ist.
    „Da seid ihr ja“, ein laute Stimme kam von hinten. Erschrocken drehte ich mich um. Hinter mir stand eine rothaarige Frau. Ihre Mutter, das erkannte man sofort am Gesicht und natürlich an den Haaren.
    „Oh, Schätzchen du musst Marry sein. Fred hat mir erst gestern Bescheid gesagt, dass du kommst, aber ich bin mir sicher, dass es Ginny nichts ausmachst, wenn du bei ihr im Zimmer schläfst.“
    George lachte sofort auf.
    „Mum, ich glaube nicht das Marry bei Ginny schlafen wird, aber vielleicht sollte ich das lieber.“ Seine Mum schaute uns verwirrt an, bis sie zu verstehen schien. Ein seufzen war alles was sie herausbrach bevor sie aus dem Wohnzimmer ging.
    Nach dem Abendessen folgte uns George nicht ins Zimmer, er schien tatsächlich bei Ginny zu schlafen, wofür Fred und ich ihm sehr dankbar waren. Es ist unglaublich, aber Fred ist die Liebe meines Lebens.


    Nachwort:

    Hoffe es hat euch gefallen, vielleicht gibt es noch eine Fortsetzung. Freue mich immer über Kritik, eure Meinungen und Rückmeldungen.

Kommentare (1)

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HP-Fan (55635)
vor 957 Tagen
Das war so wunderbar 💘
Du kannst super gut schreiben 👍
Und mach bitte weiter🙏