Engelweiß 4

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1 Kapitel - 1.627 Wörter - Erstellt von: Suchasweetnightmare - Aktualisiert am: 2014-12-28 - Entwickelt am: - 1.610 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier ist ein neues Kapitel. Mit haufenweise Vorwissen und wahrscheinlich auch einer ordentlichen Portion Verwirrung stürzen wir uns also ins Getümmel. Falls ihr euch nun Fragen stellt wie „Was macht dieses Mädel überhaupt da? Warum ist sie nicht einfach zu Haus geblieben?“, „Was sollte eigentlich diese merkwürdige Geschichte mit der Schwester?“ oder „Was hat es mit ihrer Bekanntschaft mit Thorin auf sich?“ oder gar „Steht Kili jetzt etwa auf Lucy? Und wird da was draus?“, dann stellt ihr euch genau dieselben Fragen wie ich grade...

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    „Der Abschied naht
    Es ruft die Ferne
    Der Weg scheint klar
    Im Licht der Sterne“

    Der Morgen kam langsam über die Bergwipfel gekrochen und weckte den Rest der Gemeinschaft. Verschlafene Gesichter blinzelten ins helle Licht der Morgensonne, während die ersten sich aufsetzten und begannen, ein provisorisches Frühstück vorzubereiten. Es gab nicht viel, ein bisschen Brot, ein wenig Käse und noch weniger Wurst, aber es war grade genug, um die wild knurrenden Zwergenmägen zu besänftigen. Rasch packten alle ihre Sachen und schwangen sich auf die Ponys. Thorin ritt vorne, Gandalf und Lucy dahinter, dicht gefolgt von Bilbo und den Zwergen. Eigentlich war es ein wunderschöner Sommertag, die Landschaft war himmlisch und der wolkenlose Himmel strahlte atemberaubend blau. Die Zwerge quatschten und lachten und erfreuten sich an der Aussicht.
    Alle, bis auf Kili, der in Gedanken immer noch beim gestrigen Abend war. Lucys Geschichte ließ ihm keine Ruhe, was sie ihm erzählt hatte war so unglaublich und unwahrscheinlich, dass er es kaum glauben konnte. Und wenn das, was sie sagte, der Wahrheit entsprach, machte es sie zu einer Elbin? Oder gar zu einem Maiar? Er seufzte. Es hatte keinen Sinn darüber nachzudenken. „Na schönen guten Morgen, worüber grübelst du denn schon so früh?“ Es war Fili, der sich unbemerkt hinter die anderen hatte fallen lassen und nun auf Höhe seines Bruders ritt. Kili antwortete nicht, er drehte den Kopf zur Seite und schaute verlegen in die Ferne. „Ich dachte nur, ich meine, mir ist nur grade aufgefallen, wie schön die Vögel heute singen“. Mist. Kili war schon immer ein miserabler Lügner gewesen und wagte nicht einmal zu Hoffen das sein Bruder ihm glauben könnte. „Die Vögel. Sicher. Wenn Vögel die Macht haben, dich so ins Grübeln zu bringen, fresse ich unsere Großmutter. Mal ganz davon abgesehen höre ich überhaupt nichts“, antwortete er und spitzte für einen kurz die Ohren. Dann schaute er erwartungsvoll zu Kili. Dieser seufzte und schloss für einen Moment die Augen. Was war nur mit ihm los? Er hätte sich Fili so gern anvertraut, aber irgendetwas hielt ihn zurück. Nie zuvor hatte er seinem Bruder etwas verheimlicht und er wurde beinahe von seinem Gewissen zerrissen, aber es ging nicht. Auch wenn er es noch so sehr verabscheute Fili zu belügen, es gab Dinge, die er für sich behalten musste. Denn er hatte sie gesehen, die Blicke mit denen Fili sie ansah, diese schreckliche Sehnsucht, die sich auch in seinem Herzen breitgemacht hatte. Kili wusste, dass es besser war, erst einmal zu schweigen, auch gegenüber Lucy, um seinem Bruder keinen Kummer zu bereiten. Er öffnete die Augen wieder und setzte ein Lächeln auf. „Wirklich Fili, es ist nichts. Mach dir bitte keine Gedanken.“ Fili musterte ihn eindringlich, doch Kili zwang sich, sein Lächeln aufrecht zu erhalten, bis Fili den Blick wieder nach vorn richtete. „In Ordnung. Ich werde dann wieder zu Balin aufschließen, wir führten vorhin eine interessante Unterhaltung über die Kreuzung verschiedener Orkrassen und mir fiel grade ein, was ich ihn noch fragen wollte. Ach ja“, er wandte sich wieder zu Kili, „falls du mich brauchst, sag einfach Bescheid, okay?“ Kili nickte „Ja, es tut mir leid“, flüsterte er, doch Fili war bereits zu weit entfernt um ihn zu hören.

    Seit Stunden versuchte Lucy sich auf ein Gespräch zu konzentrieren, doch vergeblich. Gandalf gab sich wirklich allergrößte Mühe, sie mit Fragen und Witzen bei Laune zu halten, doch Lucy war im Kopf ganz woanders und hörte gar nicht richtig zu. Ihre Gedanken kreisten wie immer nur um ihn. Thorin Eichenschild hatte längst nicht so erfreut auf ihre Rückkehr reagiert wie erhofft und seitdem kein einziges Wort mit ihr gesprochen. In all der Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, hatte sie gelernt, ihn zu lesen, sein Innerstes war für sie wie ein offenes Buch gewesen. Doch das war vorbei. Das Buch seines Lebens, er hatte es vor ihr verschlossen, sodass sie niemals wieder einen Blick auf die Geschichte darin werfen könnte, auf die Geschichte, von der sie einst ein Teil gewesen war. Nun war sie jedoch nicht mehr als ein paar verstaubte Zeilen eines bedeutungslosen, alten Kapitels. Als sie ihn vorgestern gesehen hatte, waren ihr seine Züge kalt und seine Augen ausdruckslos vorgekommen. Sie hatte nichts in ihnen erkennen können, weder Freude, noch Erstaunen, nicht einmal Wut, nur Kälte, Kälte und eine schwarze, bodenlose Leere, deren Anblick ihr fast das Herz gebrochen hatte.
    Wobei es da nicht mehr viel zu brechen gab. Und dennoch, ihn so zu sehen hatte Gefühle in ihr geweckt, die sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Seit jenem Tag vor zwei Jahren, der Tag an dem ihr Vater sie gefunden und zu sich gerufen hatte, nach Jahren ohne irgendein Lebenszeichen seinerseits. Damals hatten seine Worte sie dazu veranlasst Thorin noch am selben Tag zu verlassen. Sie hatte eine Nachricht hinterlassen in der sie schrieb sie wäre seiner überdrüssig und wolle ihn nie Wiedersehen. Nicht, dass es so gewesen wäre, tatsächlich war seitdem nicht ein einziger Tag vergangen an dem sie sich nicht nach ihm gesehnt hätte, nach seinen wundervollen Augen, seiner Stimme und nach seinem einzigartigen Duft.
    Und auch jetzt, obwohl sie nur eine Armeslänge von ihm entfernt war, zerriss die Sehnsucht nach ihm ihr das Herz. Sie hätte so gerne die Hand nach ihm ausgestreckt um ihn zu berühren, ihm alles zu erklären, doch es war unmöglich. Sie seufzte und nahm sich vor sich von nun an zusammenzureißen. Gandalf erzählte grade irgendwas über Schnee und Zwerge, Lucy lächelte ihn an und nickte, als fände sie das unglaublich interessant. Dann sagte Gandalf eine Weile nichts mehr und Lucy starrte auf einen imaginären Fleck an seinem Mantelsaum. Manchmal wünschte sie sie sich sie könnte die Zeit zurück drehen, um alle ihre Entscheidungen zu ändern. Vielleicht wäre dann alles anders gekommen. Vielleicht wäre dann alles besser geworden.
    „Wir machen Rast! Schürt ein Feuer, baut ein Lager auf!“, brüllte Thorin über die Köpfe der anderen hinweg.
    Geistesabwesend stieg sie von ihrem Pferd und half ein Feuer zu entfachen. Später saß sie zusammen mit den anderen und löffelte ihre Suppe, während sie sich immer wieder dabei ertappte wie sie ihn über die Flammen hinweg anstarrte. Das Schlimme daran war, das sie nicht die einzige war die dies bemerkte. Er sah es auch. Und er starrte zurück, bedachte sie mit Blicken die in ihr den Wunsch weckten sich in einem Loch zu verkriechen und nie wieder ans Tageslicht zu kommen. Irgendwann wurde ihr das Ganze unerträglich und sie stand auf um Kili und Fili ihr Abendessen zu bringen. Bilbo hatte die gleiche Idee und so gingen sie gemeinsam. Sie fanden die beiden ein Stück weiter im Wald, es sah aus als gäbe es ein Problem. „Ist irgendwas?“, fragte Bilbo zögernd. „Nun ja“, antwortete Kili. „Wir sollten auf die Ponys aufpassen“. „Ja und?“, hakte Bilbo nach. „Wir hatten 14. Jetzt sind es nur noch 12. Myrte und Minzi fehlen. Sag mal, Meisterdieb, kannst du nicht nachsehen?“, fragte Fili als er die Trolle sah. Bilbo war sichtlich verunsichert, doch Fili und Kili waren begeistert von ihrer Idee. „Ja, und wenn etwas schiefläuft machst du dreimal Schuhu wie eine Schleiereule und einmal wie eine Schneeeule“ Bilbo stolperte ein paar Schritte nach vorne und fragte sich was bitte der Unterschied zwischen den Schuhus einer Schleier- und einer Schneeeule war, während Kili und Fili sich auf den Weg machten um den anderen Bescheid zu geben. Lucy stand noch eine Weile unschlüssig herum, bis sie sich entschied den beiden zu folgen.
    Als sie mit den anderen zurückkamen steckte Bilbo bereits Hals über Kopf in Schwierigkeiten und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn einer der Trolle war grade dabei, ihm eine neue Frisur zu verpassen in dem er Bilbos schönen Haarschopf anbrannte. Da kam Kili jedoch bereits auf die Lichtung gestürmt, dicht gefolgt von den anderen Zwergen und ein allgemeines Chaos brach aus, das damit endete, dass zwei der Trolle Bilbo schnappten und ihn so hielten, als würden sie ihn jeden Moment in Stücke reißen. Natürlich ergaben die anderen sich und ließen sich widerwillig in Säcke packen und über dem Feuer rösten. Sie hätten auch sicherlich einen recht hübschen Braten abgegeben, wäre Bilbo nicht eine rettende Idee gekommen, mit der er die dümmlichen Trolle aufhielt bis Gandalf schließlich dafür sorgte, dass sie alle in Stein verwandelt wurden.

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