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1 Kapitel - 14.561 Wörter - Erstellt von: Lady Madness - Aktualisiert am: 2014-12-27 - Entwickelt am: - 1.276 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

    1
    Suri Sakagami19 Jahre altschwarze lange Haare, meistens zu einem Pferdeschwanz/Zopf gebundengoldgelbe Augennormalgroß, schlank, blassMagie: jede Drag
    Suri Sakagami
    19 Jahre alt
    schwarze lange Haare, meistens zu einem Pferdeschwanz/Zopf gebunden
    goldgelbe Augen
    normalgroß, schlank, blass
    Magie: jede Dragon-Slayer-Magie
    trägt: dunkelrotes kurzes Kleid, schwarzer knielanger Mantel mit Pelzkragen, schwarze kniehohe Stiefel
    Ohrringe, Kette, zwei Ringe, Metall-Handschuh als Magie-Blocker
    ruhig, humorvoll, loyal, manchmal einsam


    Ich war fünf, als ich meine Eltern umbrachte. Ich wollte es nicht, aber meine Magie war zu groß, zu gewaltig. Ich rannte weg, aus Angst vor meinem Dorf und auch, weil ich mich schämte. Was für ein Monster war ich nur? Ich versteckte mich im Wald und dort fanden mich die Drachen. Es waren viele und sie alle nahmen mich auf. Sie lehrten mich, genau wie ein anderes Mädchen, die Magie zu kontrollieren. Der Name meiner neuen Schwester war Kisaki. Sie war ein knappes Jahr jünger als ich und besaß nicht ganz so viel Magie wie ich, aber immer noch viel viel mehr als normal. Vom ersten Moment an verstanden wir uns gut, wir ergänzten uns, denn ich war seit dem Tod meiner Eltern stets ruhig und gelassen, während Kisaki ein fröhlicher Mensch war. Außerdem verband uns die Tatsache, dass wir beide unsere Eltern umgebracht hatten.
    Mit der Zeit wurde zwar auch Kisaki ruhiger, aber sie erreichte nie meine Gelassenheit. Wir wurden stärker, lernten uns halbwegs zu beherrschen, aber hin und wieder verloren wir die Kontrolle. Es war nicht so schlimm, denn die Drachen verhinderten das Schlimmste, aber es gab uns ein Gefühl der Machtlosigkeit. Mit der Zeit wurde es immer schwerer zu kontrollieren, wahrscheinlich, weil unsere Magie mit unserem Alter wuchs. Und dann, ich war gerade erst zwölf geworden, kam der Tag, an dem unsere Magie über unsere mühsam aufgebauten Barrieren hinweg flutete und alles um uns herum vernichtete. Es geschah ganz plötzlich. Im einen Moment hatte ich noch alles unter Kontrolle und im nächsten brach ich unter dem puren gewaltigen Anstrom von Magie schreiend zusammen. Bei meinem Anblick verlor auch Kisaki die Beherrschung und wurde von ihrer Magie überrollt. Dann wurde alles schwarz.
    Als wir wieder aufwachten, waren alle tot. Unsere gesamte Familie, ausgelöscht von uns. Das war der Moment, in dem irgendetwas in uns zerbrach. Schon wieder hatten wir unsere Familie umgebracht.
    Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die nächste große Stadt. Wir begaben uns in eine riesige Bibliothek und suchten verzweifelt nach einer Möglichkeit, unsere regelmäßigen Ausraster unter Kontrolle zu bekommen. Wir selbst waren offenbar nicht stark genug. Und endlich, nach einem knappen Jahr der Suche, fanden wir etwas. Genauer gesagt, Kisaki fand etwas. In einem Buch stand etwas über sogenannte
    Magie-Blocker. Sie schienen genau das zu sein, was wir brauchten. Gegenstände aus einem sehr seltenen Metall, die die Magie sozusagen verschlossen. Wir hatten Glück, einer der Magieläden in der Stadt verkaufte solche Sachen. Wir kauften alle, die wir bekommen konnten, insgesamt waren es zehn Stück. Für jeden ein Paar Ohrringe, einen Ring und eine Kette. Ich brauchte wegen meinem noch größerem Magieüberschuss sogar noch einen zweiten Ring und einen metallenen Handschuh. Und trotzdem war unsere Kraft immer noch beängstigend groß. Jetzt konnte sie zwar nicht mehr ausbrechen, aber jeder, der auch nur ein bisschen Magie beherrschte, konnte die unnatürliche Stärke, die wir ausstrahlten, spüren. Also beschlossen Kisaki und ich, uns zu trennen, um das Risiko so gering wie nur möglich zu halten. Ich kam nach Magnolia, Kisaki wollte in der Welt herumreisen und alles sehen. Ich hatte genug gesehen, ich wollte einfach nur einen halbwegs ruhigen Ort zum Leben. Und so trat ich Fairy Tail bei. Zwischen mir und den anderen Gildenmitgliedern entstand eine feste Bindung. Niemand wusste, woher ich gekommen war und ich antwortete nicht auf Fragen nach meiner Vergangenheit. Trotzdem gehörte ich zu ihnen, in Fairy Tail hatte ich eine neue Familie gefunden. Und dieses Mal würde ich sie auch schützen, selbst wenn von mir die Gefahr ausging. Meistens fand man mich zurückgezogen in einer Ecke, wie ich Erza und Mirajane oder auch Natsu und Gray beim Kämpfen zusah. Natürlich wurde auch ich oft dazu aufgefordert, aber spätestens als ich Mirajane und Erza gleichzeitig ohne große Mühe besiegte, hatte man einen gewissen Respekt vor mir. Und dabei hatte ich nicht mal einen Bruchteil meiner wahren Kraft gezeigt. Die einzige Person, die mich irgendwie irritierte, war der Enkel des Masters, Laxus. Der große blonde Teenager hatte schon seit meinen Beitritt ein ungesundes Interesse an mir entwickelt. Oh nein, nicht auf diese Weise. Er starrte mich nur immer so seltsam an, als würde er dadurch etwas über mich erfahren. Deswegen hielt ich mich so gut es eben ging von ihm fern. Außerdem schien es ihn nicht mal wirklich zu stören, dass ich ein Jahr nach meinen Beitritt schon erfolgreich die S-Klasse-Prüfung absolvierte- noch vor ihm. Das schien aber auch die gesamte Gilde seltsam zu finden.
    So vergingen ein paar Jahre. Glücklicherweise verpasste ich den meisten Spaß/Ärger, den Fairy Tail hatte. Beispielsweise war ich nicht anwesend, als Phantom Lord uns angriff, oder als Laxus komplett durchdrehte. Na gut, ich war bei der Fantasia-Parade dabei gewesen und ich hatte Laxus in der kleinen Seitengasse weinen gesehen. Ich hatte ihm von meinem Wagen nur zugezwinkert und ihm somit versprochen, es niemandem zu verraten.
    Auch mir hatte man einen Namen gegeben, so wie Erza die „Titania“ war und Mirajane die „Dämonin“, so hieß ich „Göttin“. Es war auf meinen Namen zurückgeleitet worden, denn Suri bedeutete Göttin.
    Auch ich wurde auf Tenrou Jima in den siebenjährigen Schlaf versetzt und auch ich musste nach unserem Erwachen geschockt mitansehen, was aus Fairy Tail geworden war. Unsere Freunde waren mutlos und ließen sich beinahe wehrlos von dieser kleinen Miststück-Gilde Twilight Ogre herumschubsen. Nun, nach unserem kleinen „Gespräch“ mit dem Gildenmaster der Mistück-Gilde, waren wir wenigstens ein Problem los. Erza, Mirajane, der Master und ich hatten wohl einen sehr großen Eindruck bei den „Menschenfressern“ gemacht. Als Laxus dann endlich wieder in die Gilde aufgenommen wurde, lächelte ich still in mich hinein. Der große blonde Dragon Slayer hatte sich sehr zum Positiven verändert, deswegen konnte ich Gildarts nur zustimmen. Während die Raijinshu ihn fast erwürgten, drehte sich Laxus zu mir herum und lächelte mich kurz an. Ich erlaubte mir ein kleines Grinsen, bevor ich mir einen Job am Requestbord aussuchte. Natürlich waren die Jobs schlecht bezahlt und dermaßen einfach, dass ich sie wahrscheinlich alle innerhalb eines Tages abschließen könnte, aber was hatte ich auch anderes erwartet? Niemand vergab Aufträge an eine Gilde, bei der die stärksten Mitglieder verschwunden waren. Und dann fasste der Master den Entschluss, am Daimatou Enbu teilzunehmen. Nachdem er die Teilnehmer (Erza, Gray, Natsu, Lucy und Wendy) verkündet hatte, rief er mich und ein paar andere noch in sein Büro. „Ich wollte es den anderen noch nicht sagen, aber wir werden zwei Teams anmelden. Seit diesem Jahr ist das erlaubt und das erhöht unsere Chancen auf die 30 Millionen Jewel... äh, ich meine den Sieg. Das andere Team besteht aus Laxus, Mirajane, Gajeel, Juvia und Mystgun. Vertretung wird Suri sein, als unsere Geheimwaffe sozusagen.“ Wir starrten ihn einen Moment fassungslos an. „Mystgun!“, echoten wir dann alle gemeinsam und der Master zuckte bei unserer Lautstärke deutlich zusammen. „Psst, wollt ihr, dass das alle mitbekommen? Natürlich nicht der echte Mystgun, der hockt doch in Edolas. Ich... dehne die Regeln nur ein wenig.“ Bei diesen Worten taucht plötzlich ein blauhaariger junger Mann mit einer auffälligen roten Tätowierung ums rechte Auge auf und lächelt uns höflich an. „Mein Name ist Gerard. Ich werde Mystgun... vertreten.“ Ich zog eine Augenbraue hoch. „Ist das nicht gegen die Regeln, Master?“ Der alte Mann hustete nur und entging somit einer Antwort. Ich seufzte leise, lächelte dann aber. „Na gut.“ Beim Verlassen des Büros lief Laxus direkt hinter mir und ich bekam eine Gänsehaut. Warum, wusste ich auch nicht. „So, sind wir also endlich mal in einem Team.“, grinste er mich an und lief jetzt rückwärts vor mir her. Er hatte schon wieder diesen seltsamen Blick aufgesetzt... Ich lächelte und nickte leicht. „Sieht so aus.“ Und damit umrundete ich ihn und gesellte mich zu Erza, Natsu, Gray und Lucy, denn dorthin würde mir selbst Laxus nicht folgen. Dachte ich zumindest. Eine Sekunde später wurde ich eines Besseren belehrt, denn Laxus setzte sich einfach neben mich und legte seinen Arm auf die Rücklehne der Bank, auf der wir saßen, direkt hinter mich. Ich spürte die Wärme, die sein Arm ausstrahlte und unterdrückte nur mühsam das Erröten. „Was machst du denn hier, Laxus?“, fragte Erza irritiert und wir alle starrten ihn an. „Problem damit?“, fragte er zurück und grinste frech. Wir schüttelten nur stumm unsere Köpfe. Dieser neue Laxus war dann doch etwas... ungewohnt? Unauffällig zupfte ich an meinem dunkelroten Kleid herum. Laxus Nähe beunruhigte mich und machte mich nervös. Was zur Hölle war los mit mir?
    Zeitsprung...
    Wir standen alle vor unserem Hotel in Krokus und sahen uns staunend um. Klar, das Hotel war nicht gerade luxuriös, aber überall waren Blumen und Farben und Menschen! So viele Menschen und sie alle waren nur hier wegen des Daimatou Enbu. „Also, ich sehe mich erst einmal um.“, beschloss ich und die anderen nickten. „Ich komme mit.“, sagten Mirajane und Laxus gleichzeitig, bevor sie sich ein paar Sekunden irritiert anstarrten. Dann begann Mirajane zu grinsen. „Ich werde mit Lisanna und Elfman die Stadt ansehen. Geht ihr zwei ruhig alleine.“ Ich stöhnte innerlich, als ich Miras Verkupplungsversuche realisierte. Laxus dagegen grinste nun ebenfalls, bevor er mir einen Arm um die Schultern legte und mich von den anderen wegzog. „Wir sehen uns spätestens um Mitternacht.“, verabschiedete er uns beide. Mira winkte uns strahlend hinterher. „Viel Spaß!“ Ich klatschte mir die Hand vor die Stirn und gab ein entnervtes Geräusch von mir.
    Besorgt sah mich Laxus von der Seite an. „Wenn du willst, dass ich verschwinde, musst du es nur sagen.“ Ich seufzte. „Nein, schon gut.“ Wir wanderten schweigend durch die Stadt, keiner von uns verlor ein Wort. Ich war wie gefesselt von der Stadt und Laxus strahlte eine Zufriedenheit aus, die ich noch nie bei ihm gesehen hatte. Er schien vollkommen glücklich damit zu sein, mit mir im Arm herumzulaufen. Moment mal... Mit mir im Arm! Ich schielte nach oben und erwischte ihn dabei, wie er mich anstarrte. „Was starrst du mich eigentlich immer so an?“, platzte es aus mir heraus, bevor ich die Frage zurückhalten konnte. Er zuckte kurz zusammen, dann antwortete er: „Warum nicht? Du bist ein Rätsel, das ich gerne lösen würde. Außerdem bist du wunderschön, also warum sollte ich dich nicht anstarren?“ Ich blinzelte ein paar Mal. Wunderschön? So hatte ich mich noch betrachtet, ehrlich gesagt. So bemerkte ich gar nicht, dass mich der blonde Dragon Slayer etwas gefragt hatte. „Suri?“ Ich wandte ihm mein Gesicht zu. „Pardon, hast du etwas gesagt? Ich war gerade nur körperlich anwesend.“, entschuldigte ich mich. „Kann ich dich etwas fragen?“ Ich legte den Kopf schief. „Kommt drauf an. Was denn?“ „Warum trägst du immer diese Sachen? Also, die Kette, die Ringe, die Ohrringe und den Metallhandschuh.“ Automatisch wanderte meine Hand zu dem Handschuh. Ich zögerte kurz. „Ich trage sie, um mich daran zu erinnern, wer ich bin und was ich nie werden will.“, antwortete ich dann ehrlich. Was ich nie wieder werden will. Laxus sah mich kurz an. „Okay.“ Das war alles, was er dazu sagte und ich war ihm wirklich dankbar dafür. Seinen Arm hatte er immer noch nicht von meinen Schultern genommen und mittlerweile hatte ich mich daran gewöhnt, einen Dauergänsehaut zu haben. Was war nur los mit mir?

    Zeitsprung...
    „Und auf dem zweiten Platz... Fairy Tail Team B!“, schrie der Kürbiskopfmann und sprang wie wild auf der Stelle herum. Ich grinste stolz zu Laxus (und den anderen) runter, die von Buhrufen begleitet, die Arena betraten. Laxus grinste ebenfalls kurz zu mir hoch. Dann setzten wir beide wieder unsere gelassenen Mienen auf, wobei Laxus wie immer ein wenig grimmig-entschlossen aussah. Von hinten fiel mir Cana quietschend um den Hals. „Du und Laxus also, hmm?“ Schon allein ihre Aussprache verriet mir, dass die Brünette mal wieder total betrunken war. Normalerweise würde ich mir jetzt dementsprechend wenig aus ihrer Frage machen, aber leider hatte sie da einen wunden Punkt getroffen. Ja, was war das mit Laxus und mir? Wir hatten seit gestern nicht mehr miteinander geredet...

    Zeitsprung...
    Ein paar Sonnenstrahlen weckten mich am nächsten Morgen auf. Ich öffnete blinzelnd die Augen und wollte mich von dem Licht wegdrehen, aber irgendetwas verhinderte meinen Plan. Etwas großes muskulöses warmes. Etwas atmendes! Die Luft anhaltend drehte ich langsam meinen Kopf und erblickte... einen friedlich schlafenden Laxus. Geschockt starrte ich ihn an. Was machte Laxus bitte in meinem Bett? Ein unterdrücktes Kichern ließ mich herumfahren. Da saßen sie, aufgereiht wie Hühner auf der Stange und beobachteten mich und Laxus. Gajeel, Juvia, Mirajane und sogar Mystgun. „Sitzt da nicht so rum, helft mir gefälligst!“, zischte ich halb panisch, halb peinlich berührt, während ich versuchte, Laxus' Arm von meiner Taille zu lösen. Das schien dem Blonden gar nicht zu gefallen, denn noch im Schlaf zog er mich fester an sich heran und rollte sich auf den Rücken. Toll, jetzt lag ich auf ihm! Das war ja noch schlimmer! Ich unterdrückte erfolglos einen Kiekser, der Laxus aufweckte. Er öffnete die Augen, starrte mich an wie ich da so auf ihm lag, blinzelte exakt dreimal und riss dann seine Arme von mir weg, als hätte ich Lepra oder eine ähnlich ansteckende Krankheit. „Guten Morgen.“, sagte ich, verzweifelt darum bemüht, nicht knallrot anzulaufen. Die anderen Vier brachen in lautem Lachen aus.

    Zeitsprung...
    „Tut mir wirklich leid.“, entschuldigte sich Laxus zehn Minuten später zum hundertsten Mal. Ich hatte die anderen vier mit einem bedrohlichen Blick aus dem Zimmer gescheucht, weil sie gar nicht mehr aufgehört hatten mit dem Lachen. Bei Gajeel hatte ich sogar einen Atemstillstand befürchtet. Mirajane hatte sehr zufrieden gewirkt. Jetzt saß ich auf meinem Bett und Laxus auf seinem, das direkt neben meinem stand. „Du bist in der Bar eingeschlafen, da hab ich dich hergetragen. Und dann bin ich anscheinend auch eingeschlafen.“, wiederholte sich der große Blonde beinahe schon panisch. Ich seufzte. „Schon in Ordnung, Laxus. Das kann ja mal passieren.“ Er nickte erleichtert, dann stand er auf und hielt mir die Hand hin. „Gehen wir frühstücken?“ Ich nickte lächelnd und ließ mich hochziehen.

    Zeitsprung...
    Pandemonium. So hieß das Spiel heute. Eine riesige düstere Burg war über der Arena erschienen. Von Fairy Tail Team A trat Erza an, von Sabertooth Orga, Blue Pegasus schickte Hibiki, Mermaid Heel Milliana und von den anderen zwei Gildenmitgliedern kannte ich die Namen nicht. Oder besser gesagt erinnerte ich mich nicht mehr. Und für Fairy Tail Team B war ich angetreten, als Ersatz für Mystgun, der lieber nicht unter den Augen von Lahar agieren wollte. Der Kürbiskopfmann erklärte die Regeln, bevor er uns Nummern ziehen ließ. Ich hatte die Nummer acht, Erza war die erste. Sie schockte alle, indem sie sagte, gegen alle hundert Monster antreten zu wollen. „Mein Anfechtungsrecht liegt bei einhundert.“, sagte sie ruhig. Sogar mich überraschte sie damit, obwohl ich Erza sehr gut kannte. Ich hätte es eigentlich wissen müssen., schließlich war sie neben Mira meine beste Freundin. Jetzt war nur noch die Frage, was wir anderen Teilnehmer stattdessen machen sollten. Denn dass Erza alle Monster besiegen würde, stand für mich außer Frage. „Ich weiß, dass du das schaffst, Erza.“, wisperte ich gerade laut genug, dass sie mich hören konnte. Sie lächelte mich kurz an, dann betrat sie die Dämonenburg. Gespannt beobachtete ich über die Lacrima-Bildschirme, wie sie ein Monster nach dem anderen besiegte, zuletzt auch das kleine, das anscheinend das gefährlichste war. Wir alle brachen in lautem Jubel aus, sogar die anderen Gilden klatschten und würdigten so Erzas Stärke und ihren Sieg. „Unglaublich, kabo! Erza Scarlet hat alle Monster besiegt! Nun, meine verehrten Zuschauer, müssen wir nur noch die Rangfolge der anderen Teilnehmer festlegen. Dazu wird die Stärke der Magie jedes einzelnen an diesem Lacrima festgestellt.“ Nacheinander traten alle an, bisher hatte Jura die höchste Zahl erreicht. Ich war die letzte. Ich stellte mich vor den Lacrima und schloss die Augen, dann atmete ich einmal tief ein und aus. Und dann, ich musste nicht einmal etwas sagen, denn meine Magie brachte keine Aufforderung, schoss meine Magie aus mir heraus, traf den Lacrima und tauchte alles in gleißendes weißes Licht. Als das Licht endlich verschwunden war und sich der Staub gelegt hatte, starrten alle auf den Lacrima vor mir. Ich hatte nicht viel von meiner Magie benutzt, mehr als üblich zwar, aber immer noch nur einen kleinen Bruchteil der sowieso schon von den Blockern eingeschränkten Kraft. Die Anzeige flackerte. 9999. Für geschlagene zehn Sekunden herrschte absolute Stille. Dann brachen die Fairy Tail Mitglieder in lautem Jubel aus und das gesamte Stadion schloss sich ihnen an. „9999!“, schrie der Kürbiskopfmann. „Sie hat den Lacrima gesprengt! Suri Sakagami hat den Lacrima gesprengt! Damit ist sie auf Platz zwei, direkt hinter Erza Scarlet!“ Ich lächelte Erza neben mir an, sie lächelte zurück und legte mir eine Hand auf den Arm. „Gut gemacht, Suri.“ „Ebenfalls.“, gab ich zurück.
    „Seit wann bist du so stark!“, brüllte mir Natsu entgegen. „Kämpfe gegen mich!“ Ich zog nur einen Augenbraue hoch, als er mit einer Feuerfaust auf mich zustürmte. Mühelos packte ich seine Hand, wirbelte ihn in der Luft herum und ließ ihn in die Decke knallen. Nein, nicht gegen, sondern in die Decke.“ Dort blieb er dann auch eine Weile stecken und zappelte wie wild mit den Beinen. Und ich hatte nicht mal Magie benutzt. Laxus umarmte mich grinsend und Bixlow schlug mir die Schulter. Evergreen umarmte mich ebenfalls, genau wie Erza, Lucy, Wendy und Levy. „Also, meine Gören, lasst mich einen Toast aussprechen!“, rief der Master und hob seinen Bierkrug. „Auf Erza und Suri, die den anderen Gilden heute gezeigt haben, dass Fairy Tail nicht zu unterschätzen ist!“ Alle begannen zu jubeln, während Erza und ich uns breit angrinsten.
    Am nächsten Tag stand die Naval Battle an, eine Schlacht in einer Wasserkugel. Für unser Team trat selbstverständlich Juvia an, schließlich kannte sie sich (abgesehen von mir, aber das wusste ja keiner) am besten mit Wasser aus. Im anderen Team wurde Lucy ausgewählt, wegen ihrem Stellargeist Aquarius. Dann noch Minerva (die ich so gar nicht leiden konnte), Chelia, Risley und Jenny. Der einzige männliche Teilnehmer war Rocker, der allerdings schon als erster aus der Sphäre herauskatapultiert wurde. Entgeistert mussten wir mitansehen, wie auch Juvia, Chelia und Risley aus der Wasserkugel geworfen wurde, alle von Minerva. Jetzt waren nur noch Lucy und Minerva in der Sphäre. Die Fünf-Minuten-Regel trat ein. Lucy schrie schmerzerfüllt auf, als eine von Minervas Attacken sie traf. Besorgt lehnte ich mich zu Laxus. „Das ist doch kein Kampf, das ist pure Folter.“ Laxus nickte nur sprachlos. „Stoppt das sofort!“, brüllten Gray und Erza, die das Ganze wütend beobachteten. Auch Natsu begann Lucys Namen zu brüllen. Irgendwann verstummten Lucys Schreie. Entsetzt mussten wir mitansehen, wie Minerva die reglose Lucy aus der Sphäre hielt. War sie etwa...? Nein, das konnte einfach nicht sein! Gray und Natsu sprangen gleichzeitig von dem Balkon, auf dem die gesamte Gilde stand und rannten zu Lucy, die von Minerva losgelassen wurde und dem Boden entgegen stürzte. Dem Himmel sei Dank konnten die beiden sie auffangen, bevor sie auf dem Boden auftraf. Gleichzeitig mit Erza sprang ich ebenfalls von dem Balkon und rannte los. Alle anderen Gildenvertreterinnen rannten ebenfalls los, allen voran Chelia, die Wendy bei Lucys Notversorgung zu Hilfe kam. „Du.“, grollte ich und starrte Minerva wütend an. Eine dunkle Aura umgab mich und Erza, als wir die schwarzhaarige Sabertooth-Magierin und ihr Pack anstarrten. „Was schaut ihr mich denn so böse an?“, fragte Minerva mit einem fiesen Lächeln. Wendy und Chelia begannen entschlossen, Lucy zu heilen. Minerva wiederholte ihre Frage. Dann redete sie irgendetwas davon, dass sie sich ganz regelkonform verhalten hätte, woraufhin Erza schlagfertig wie immer fragte, ob Folter an einem bereits besiegten Gegner dazu gehöre. Minerva lachte. „Das Publikum hat es doch genossen, oder? Lucy sollte lieber dankbar sein, dass ich ihr den zweiten Platz überlassen habe. Und das, obwohl sie nur nutzloser Abschaum ist.“ Lucy und... nutzloser Abschaum? Ich dachte daran, wie Lucy Urano Metria gemeistert hatte, denn das hatte sie, auch wenn Raven Tail ihren Spruch neutralisiert hatte. „Wie war das?“, fragte ich bedrohlich. Plötzlich schoben sich Rufus, Sting und Orga vor Minerva, offenbar ganz wild auf einen Kampf. Jeder begann, sich einen Gegner auszusuchen. Gray und Rufus starrten sich an. Wir alle standen in einer Reihe vor Lucy, bereit auf die Sabertooth loszugehen. Meine Magie wehrte sich gegen die Magie-Blocker, kam aber dem Himmel sei dank nicht durch. Trotzdem würde ich Minerva vernichten. Sting und Natsu machten jeweils einen Schritt nach vorne, aber Erza hielt letzteren auf. „Es ist mir egal, ob ihr die Stärksten oder die Nummer eins in Fiore seid.“, begann sie mit eiserner Ruhe zu sprechen. „Aber lasst euch eins gesagt sein.“, machte ich weiter. „Ihr...“, begann Erza und vollendete den Satz: „...habt euch damit die Gilde zum Feind gemacht, deren Zorn lieber nicht geweckt werden sollte.“
    Kurze Zeit später standen wir alle um Lucys Bett herum und betrachteten die Blondine besorgt. Wut brodelte im gesamten Raum. Und soeben hatten wir erfahren, dass wir unsere Teams zusammenlegen mussten.

    Zeitsprung...
    „Und hier kommt das neue Fairy Tail Team!“, rief der Kürbiskopfmann. Sie betraten mit entschlossenen und gleichzeitig grimmigen Gesichtsausdruck die Arena. Laxus, Gajeel, Natsu, Erza und Gray. Ich war wieder Reserve und stand deshalb auf dem Balkon bei den anderen. „Und in diesem Moment betritt Fairy Tail das Feld!“ Fairy Tail und Sabertooth standen sich gegenüber. „Ich brenne förmlich darauf.“, sagte Natsu gefählich ruhig. Seine Augen strahlten Zorn aus.
    Den ersten Kampf gewann Blue Pegasus, den zweiten Mermaid Heel. Und dann: Sabertooths Sting und Rogue versus Fairy Tails Natsu und Gajeel. Unsere beiden schlugen sich wirklich hervorragend, bis die anderen beiden Dragon Force aktivierten und schließlich alle in dem riesigen Krater verschwanden. Ich konnte wegen meiner Dragon Slayer Ohren alles genau hören und über die Lacrima-Bildschirme auch alles sehen. Und dann -endlich- standen Natsu und Gajeel wieder auf und nun ja... Gajeel machte sich auf seine Reise nach unten und Natsu besiegte die beiden anderen Dragon Slayer alleine. Gar nicht auszudenken, was passieren würde, wenn Gajeel wieder auftauchte... Das würde etwas werden... Plötzlich hörte ich, wie jemand meinen Namen rief. Ich drehte suchend den Kopf, bis mein Blick an einer jungen Frau in meinem Alter hängen blieb, sie auf mich zurannte. Weiße lange Haare, genau wie meine schwarzen zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden, silbergraue große Augen. Ich öffnete meine Arme und sie warf sich hinein, genau wie früher. „Suri-nee!“, rief sie. „Kisaki!“ Ich drückte sie fest, bevor ich sie auf Armlänge von mir wegschob. Ich hatte sie seit Jahren nicht mehr gesehen, aber warum war sie nicht älter als ich? Die sieben Jahre in denen ich nicht gealtert war... Sie lächelte entschuldigend. „Ich wollte dich sehen und bin mit euch in diesen siebenjährigen Schlaf gefallen.“ Ich seufzte, bevor ich sie noch einmal drückte. Erst jetzt realisierte ich, dass uns alle aus Fairy Tail anstarrten. „Suri-nee!“
    Ich zuckte mit den Schultern. „Kisaki ist sozusagen meine Adoptivschwester.“ Kisaki grinste alle an. „Hi, ich bin Kisaki.“

    Zeitsprung...
    Kisaki hatte sich gestern relativ schnell von uns verabschiedet. Auch sie wollte das Risiko möglichst gering halten. Trotzdem wusste ich, dass sie noch immer in der Stadt war. „Es ist schön hier.“, hatte sie gesagt. „Ich glaube, ich bleibe noch ein bisschen. Es erinnert mich an früher.“ „Ja, mich auch.“, hatte ich geantwortet, dann hatten wir uns zum Abschied umarmt und waren in verschiedene Richtungen davongegangen. „Hättest du nicht gerne mehr Zeit mit deiner Schwester verbracht?“, hatte Mira neugierig gefragt. Ich hatte mich zu ihr umgedreht. „Ja, aber das wäre selbstsüchtig.“ „Warum selbstsüchtig?“, hatte Laxus nachgehakt. Ich hatte nur geschwiegen und er hatte mir einfach nur wieder einen Arm um die Schultern gelegt.
    Jetzt standen wir alle fünf in der Stadt, regungslos und mit geschlossenen Augen. Ich war als Vertretung für Natsu eingesprungen, der gemeinsam mit Wendy, den Exeed und Mirajane Lucy befreite. Dann bewegten wir uns endlich, genau nach Mavis' Vorgaben. Gray würde auf Rufus und dann mit mir zusammen auf Lyon und Chelia treffen, ich würde außer mit Gray zusammen noch gegen Chelia alleine kämpfen. Laxus würde gegen Orga und Jura antreten (wobei sich die beiden hoffentlich gegenseitig ausknocken würden) und Erza sollte entweder mit Minerva (diesem Miststück) oder Kagura zusammentreffen. Bei Gajeel hatte ich dann nicht mehr zugehört. Klar, ich mochte den schwarzhaarigen Dragon Slayer, aber die anderen drei waren mir dann doch wichtiger. Erza als meine beste Freundin (abgesehen von Mira und Lucy), Gray als mein „Bruder“ und Laxus... Laxus als der Typ, der mir in letzter Zeit ein Dauerbauchkribbeln und eine Langzeitgänsehaut verursachte. Ich machte mich auf den Weg zu Chelia, die ich leicht besiegte. Erstaunlich leicht, wenn man bedachte, wie stark diese kleine God Slayerin war. Stirnrunzelnd begab ich mich zu meinem Treffpunkt mit Gray. Wir beide zusammen besiegten natürlich auch noch Lyon und Chelia. Schließlich waren wir Fairy Tail Magier. Und wir hatten viel zu verlieren.
    „Ich bin genau hier! Kommt und holt mich, Fairy Tail!“, brüllte Sting und ließ ein Lichtsignal von seinem Aufenthaltsort aufsteigen. Und ich wusste, wir alle würden kommen. Wir würden nicht jetzt aufgeben, nicht wenn wir dem Ziel so nahe waren. Außerdem, wer war dieser Sting, dass er dachte, sich so über Fairy Tail lustig machen zu können? Ich stützte Gray, mein Oberteil war etwas zu weit heruntergerutscht, aber ich zupfte es nicht zurecht. Es war nicht so wichtig. Wir trafen uns alle auf einem großen schönen Platz. Erza stützte sich auf ihren Holzstab, Gajeel schleppte sich eher vorwärts und Laxus hatte die Arme um seinen Oberkörper geschlungen, als hätte er dort einiges abbekommen. Laxus runzelte ein wenig die Stirn, als er Grays Arm um meine Schultern bemerkte und errötete dann (genau wie ich) bei dem Anblick meines zerrissenen Kleides. Okay, jetzt bereute ich es doch, das Kleid nicht zurecht gezupft zu haben. Andererseits... Irgendwie war Laxus' Blick dann doch ganz schmeichelhaft. Dann lächelte mich Laxus sanft an und ganz automatisch erwiderte ich das Lächeln. Es war wie ein Zwang. Dann richtete ich meinen Blick wieder auf Sting.
    Zusammen stellten wir uns dem blonden Dragon Slayer entgegen. Irgendwie wirkte er nicht wie er selbst. „Was für ein spektakulärer Anblick.“, begann Sting seltsam grinsend. „Ihr alle seid Magier, zu denen ich vor sieben Jahren aufgesehen habe.“ Es verwunderte alle, dass Gajeel ihm antwortete. Ausgerechnet Gajeel, der sich aus Fairy Tail nie so viel machen zu schien wie wir anderen. „Hör auf mit dem Gerede. Das hier ist der finale Kampf.“ „Wir schlagen dich einer gegen einen. Wen willst du?“, fragte Gray neben mir. „Alle zusammen ist in Ordnung. Bei euren Verletzungen wäre einer gegen einen langweilig.“ Ich löste mich von Grays und trat mit eisernem Blick nach vorne. „Du solltest Fairy Tail besser nicht unterschätzen.“, warnte ich ihn. „Davon würde ich nicht einmal träumen. Ich behandle euch mit Respekt. Deswegen werde ich euch alle zusammen vernichten. Darauf habe ich gewartet. Ich werde Lector zeigen, wie stark ich bin.“, sagte der Blonde. „Lector?“, hakte Gray nach. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst, aber meinst du das ernst?“, fragte Laxus. „Ich meine das ernst, ich bin stärker geworden.“, antwortete Sting und ballte die Faust. „Lector zu verlieren hat eine neue Stärke in mir erweckt. Für Lectors Schicksal... für das Schicksal meines besten Freundes... werde ich euch alle besiegen.“ Die letzten Worte rief er, aber auf mich wirkte es, als müsste er sich selbst damit überzeugen. Und nicht nur auf mich, alle anderen schienen es auch zu bemerken. „Schön. Wenn du so gut vorbereitet bist...“, sagte Erza und trat gemeinsam mit mir einen Schritt nach vorne. „...dann werden wir gegen dich kämpfen, Sting.“, beendete ich ihren Satz. Sting lächelte und begab sich in Kampfposition. Ein leuchtender Kreis umgab ihn und tauchte ihn in weißes Licht. Als er die Augen wieder öffnete, erschrak er offensichtlich. Wir hatten uns alle aufgestellt, Seite an Seite standen wir da und hielten seiner Magie stand. Der Kreis erlosch. Sting flüsterte etwas, so leise, dass nicht einmal wir Dragon Slayer es verstehen konnten. Er ballte die zitternden Hände zu Fäusten. Sein Beine zitterten, als er einen Schritt nach vorne machte. Und dann fiel er auf die Knie und senkte verzweifelt den Kopf. „Ich...habe nicht gewonnen...“ Es war totenstill, keiner rührte sich. Und dann... „Ich gebe auf.“
    Stille. Alle schwiegen. Dann begann der Jubel. Es war so laut in dem Stadion, dass sogar wir es hier unten in der Stadt hören konnten. Die Stimme des Kommentators erhob sich über das Geschrei: „Das ist es! Der Gewinner der großen Magischen Spiele ist... FAIRY TAIL!“ Ich lachte Laxus an, der mich in seine Arme zog und fest umarmte. Dann trat ich mit Erza an Sting heran. „Sting, warum hast du uns nicht angegriffen?“, fragte Erza sanft.
    „Ich hatte das Gefühl, ich könnte ihn dann nicht mehr wieder sehen.“, sagte Sting, es klang mutlos. „Davor dachte ich, ich könnte ihn wiedertreffen, wenn ich gewonnen hätte... aber aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, ihn nicht mehr sehen zu können. Ich versteh es selbst nicht. Ihr seid so strahlend, dass ich nicht dachte, ihn sehen zu können so wie ich jetzt bin.“ Erza und ich lächelten und ich ging vor ihm in die Hocke. „Sicher kannst du das.“, sagte ich nur, bevor ein Ruf erklang. „Er-chan!“ Wir alle drehten uns um zu Milliana, die uns zuwinkte. Auf ihrem Arm ruhte eine kleine dunkelrote Katze, die in diesem Moment verschlafen die Augen öffnete. Ich hörte, wie Sting ein ersticktes ungläubiges Geräusch von sich gab. Er sprang auf und rannte -nein, stolperte eher auf die beiden zu. Der Kater machte große Augen, bevor er heftig strampelte und von Milliana auf dem Boden gesetzt wurde. „Lector!“, rief Sting, bevor er auf den Boden knallte vor Hast. „Sting-kun! Sting-kun!“, rief der Kater schluchzend und raste auf den am Boden knienden Sting zu. „Lector!“, schluchzte Sting, während ihm Tränen der Freude über die Wangen liefen. Erza lächelte sanft, genau wie Gray. Laxus legte einen Arm um mich, wie er es in letzter Zeit immer tat. Sogar Gajeel lächelte. Lächelnd beobachteten wir, wie der Kater in Stings ausgebreitete Arme sprang und fest umarmt wurde. Ich lehnte, ohne es zu bemerken, den Kopf gegen Laxus' Schulter, seine Größe passte einfach perfekt.
    Zeitsprung...
    „Drachen!“, schrien alle um mich herum. Der König nickte. „Ja, angeblich sollen 10.000 Drachen unsere Welt angreifen. Wir haben sichere Quellen. Darum bitte ich euch darum, uns zu helfen. Werdet ihr uns gegen die Drachen zur Seite stehen?“ Wir sahen uns alle an. In unseren Augen blitzte Entschlossenheit auf. „Worauf Ihr Euch verlassen könnt.“, riefen wir alle zusammen. Alle Gilden hatten sich zusammengefunden und wir alle würden gegen die Drachen kämpfen. Ich holte tief Luft, Laxus Arm lag noch immer auf meinen Schultern und drückte mich an seinen muskulösen großen Körper. Plötzlich tippte mir jemand auf die Schulter. Obwohl ich natürlich schon wusste, wer neben mir stand (Dragon Slayer Geruchssinn), drehte ich den Kopf. Kisaki lächelte mich angespannt an. „Wie in guten alten Zeiten, was?“ Ich rollte mit den Augen. „Und ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist.“ Kisaki zuckte mit den Schultern. „Lässt sich jetzt leider nicht mehr ändern.“ Ich nickte. „Ich weiß.“ Laxus zog neugierig eine Augenbraue hoch. „Habt ihr früher auch zusammen gekämpft?“ Kisaki grinst ihn an. „Ja und wir waren verdammt gut.“ „Warum habt ihr euch dann getrennt?“ Kisaki öffnete schon den Mund, aber ich fiel ihr ins Wort: „Wir sind zu gut geworden.“ Mein Ton machte klar, dass dieses Thema hiermit beendet war. Kisaki nickte und drückte kurz meine Hand. Laxus Arm strahlte noch immer diese Wärme aus, die mir wie immer eine Gänsehaut verursachte. „Also, was meint ihr? Gehen wir zusammen auf Drachenfang?“, fragte Kisaki fröhlich grinsend. Laxus machte ein schuldbewusstes Gesicht. „Tut mir leid, aber ich habe den Raijinshu schon versprochen... Na ja, wir sind ein Team, deswegen... Tut mir wirklich Leid.“ Ich tätschelte Laxus Brust, die sich gerade so schön neben meinem Gesicht befand. Mmh, muskulös und warm. „Keine Sorge, wir sollten uns sowieso aufteilen. Ich meine, wenn drei Daragon Slayer gegen einen einzelnen Drachen kämpfen, ist das schon etwas... erbärmlich?“ Kisaki nickte zustimmend und Laxus wirkte erleichtert. „Laxus! Kommst du?“, rief Fried und winkte dem blonden Dragon Slayer zu. Evergreen hüpfte auf der Stelle herum und Bixlow stand mit verschränkten Armen daneben und streckte (wie immer) die Zunge heraus. Ich löste mich von Laxus und machte scheuchende Handbewegungen. „Na los. Geh schon zu ihnen.“ Laxus lächelte mich noch einmal kurz an, dann drehte er sich um und... stockte. Einen Moment lang stand er so da. Dann, ganz plötzlich, wirbelte er herum, machte einen großen Schritt auf mich zu, zog mich an sich und... küsste mich? Es war nur ein kurzer Kuss, dann ließ er mich vorsichtig wieder los und ging, nein, sprintete eher zu seinen Teammitgliedern. Meine Lippen kribbelten und ich fasste mir unwillkürlich an den Mund. Laxus. Hatte. Mich. Geküsst. Oh mein Gott! Das war ja... WOW! Kisaki kicherte und rammte mir ihren Ellbogen in die Seite. „Uh, da steht wohl einer auf dich.“ Ich boxte ihr gegen die Schulter. „Halt einfach die Klappe, Kisaki. Halt einfach die Klappe.“ Und dann stand ich wieder nur da und schaute, als hätte ich eine Schaufel gegen den Kopf bekommen. Dabei sah ich ständig zu Laxus hinüber, der seinerseits ebenfalls immer wieder zu mir herspähte. Irgendwann verhakten sich unsere Blicke und waren nicht mehr zu lösen. Schließlich stupste mich Kisaki mit dem Ellbogen an.
    „Suri-nee, wir sollten dann mal los, meinst du nicht? Ich meine, ich will dich und den Blitzprinzen ja nicht stören, aber...“ Sie beendete den Satz nicht, es war sowieso klar, was sie meinte. „Ja ja, ich komm ja schon.“, murmelte ich, lächelte Laxus noch einmal ganz kurz an und lief dann in Richtung des Palastes. Irgendetwas sagte mir, dass Natsu und die anderen vielleicht ein paar Probleme haben könnten. Ich stürmte die breiten Treppen hoch und erblickte mehrere Leute. Natsu, Wendy, Mirajane, zwei Lucys... Moment mal, zwei Lucys! Die eine trug ihre normalen blauen Sachen, die andere einen dunklen Umhang. Und welche war jetzt die echte? Vielleicht hatte sie ja Gemini gerufen und die beiden hatten sie kopiert. Wahrscheinlich um den komischen Typen mit den schwarzen und weißen Haaren zu bekämpfen. Eine andere Erklärung hatte ich nicht für die wundersame Verdopplung unserer Stellargeistmagierin.
    „Diese Stimme.“, sagte der Typ. „Lucy Heartfilia.“ Im nächsten Moment schoss er einen schwarzen Schattenspeer ab, genau auf die Lucy im blauen Outfit. Alles verlangsamte sich. Natsu warf sich nach vorne, erwischte den Speer aber nicht mehr. Ich rannte los, aber jemand war schneller. Jemand in einem schwarzen Umhang. Die andere Lucy warf sich vor ihre Doppelgängerin und wurde getroffen. Blut spritzte, die unverletzte Lucy schreckte zurück. Wir alle beobachteten, wie die Umhang-Lucy zur Seite gerissen wurde und auf dem Boden auftraf. Sie rutschte noch einen knappen Meter weiter und blieb dann regungslos liegen. Dann war Lucy bei ihr und zog sie auf ihren Schoß. Die andere hustete Blut, ein schmales Rinnsal davon lief ihr aus dem Mundwinkel. Ich hörte nicht, was sie sagte, in meinen Ohren rauschte es. Ich wusste, dass nicht mal Wendy und ich zusammen diese Wunde noch heilen konnten. Und dann, ein einziger Satz, nicht einmal lauter als die davor. Es war ihr letzter Satz. „Beschützt die Zukunft...“ Ihr Arm fiel leblos zu Boden, ihr Kopf fiel zur Seite. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft. Beschützt die Zukunft.
    Dieser eine Satz halte immer wieder in meinen Gedanken wieder. Ich schüttelte den Kopf und rannte aus dem Palast. Aber ein Gedanke hatte sich hartnäckig in mir festgesetzt.

    Zeitsprung...
    Ich rannte durch die Stadt. Eine schmale Schramme zog sich über meine linke Wange, aber ich spürte nichts davon. Das Adrenalin ließ alles, was mit Angst oder Schmerz zu tun hatte, nicht an mich heran. Ein Brüllen ließ die Stadt erbeben und ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu wimmern. Das Brüllen weckte Erinnerungen, die ich lieber nicht sehen wollte. Ich bog um eine Ecke und sah, wie ein braunhaariger junger Mann gegen einen Drachen kämpfte. Der Typ hatte eine lange Narbe über seinem linken Auge, das er wahrscheinlich deswegen auch geschlossen hielt. Ich biss die Zähne zusammen, als ich Eve bewegungslos auf dem Boden liegen sah. Er blutete aus eine Kopfwunde, wurde aber gerade wieder von Ichya mit einem der Parfüms auf die Beine gebracht. Der Braunhaarige war ein Dragon Slayer, deswegen ließ ich ihn machen und suchte weiter.
    Die nächsten, die ich fand, waren Jet und Droy. Ihre leblosen Körper lagen gekrümmt auf dem Pflaster. Ich schluckte heftig, als ich die Löcher in ihren Oberkörpern entdecke. Droy hatte dazu noch seltsam abgeknickte Beine, als wäre ihm etwas schweres darauf gefallen. Ich verschloss meinen Mund mit den Händen, um kein Geräusch von mir zu geben. Ich musste unwillkürlich an Levy denken und dass ihr Team jetzt nur noch aus ihr bestand.
    Mit zitternden Beinen rannte ich weiter, bog wieder um eine Ecke und... sah, wie Gray von mehreren Lichtstrahlen getroffen wurde. Er wurde nach hinten gerissen und kurz bevor sein Körper auf dem Boden auftraf, wurde er noch am Kopf getroffen. Ich sah, wie Juvia lautlos schrie, aber ich konnte nur Gray anstarren. Mein kleiner Bruder... Gray und ich hatten uns immer besser verstanden als Natsu und ich. Sogar besser als Lucy und ich. Und jetzt schwamm er in einer riesigen Blutlache. Rettet die Zukunft, hallten mir Lucys Worte wieder durch den Kopf und die Idee von vorhin erhärtete sich. Ich ließ mich zitternd auf den Boden sinken. Mir war eiskalt und trotzdem brannte es in mir. Meine Magie reagierte auf meine Gefühle. Ich schloss gequält die Augen, aber Grays Tod lief immer noch wie in einer Endlos-Schleife vor meinen Augenlidern ab. Was für eine Zukunft war das? Eine, in der alle starben? Wozu kämpften wir dann? Das Metall an meinen Händen brannte und meine Haut prickelte. Meine Magie wallte gegen die Blocker auf. Dem Himmel sei Dank waren sie stabil und gaben nicht nach. „NEIN!“ Juvias Schrei ließ mich zusammenzucken. Wie ferngesteuert sprang ich auf und rannte los. Halb rennend, halb stolpernd bewegte ich mich vorwärts. Meine hastigen Schritte klangen unnatürlich laut in der Stille, in der ich mich befand. Ich schien einen großen Bogen gelaufen zu sein, denn irgendwann kam ich wieder zu dem Palast. Ich sah Blitze und einen seltsamen Wirbelsturm. Dann einen blauen Haarschopf, der zu einem jungen Mädchen gehörte. Wendy. Ich fixierte die junge Dragon Slayerin und rannte los. Sie sah ziemlich fertig aus und taumelte. „Wendy!“, rief ich und streckte eine Hand nach ihr aus. „Suri-chan!“, rief Wendy und kam hastig auf mich zu. „Wir müssen hier...“ Sie konnte den Satz nicht mehr beenden. Eine der umstehenden Häuser explodierte und überall waren Gesteinsbrocken. In der Luft, am Boden, einfach überall. Ich duckte mich instinktiv und bedeckte meinen Kopf mit den Armen. Ich hörte Wendy wimmern, als sie von einem großen Stein an der Schulter getroffen wurde. Als sich der Staub wieder legte, erkannte ich einen riesigen Drachen. Entsetzt starrte ich ihn an. „SURI!“ Ich löste meinen Blick von dem Drachen und erblickte Laxus, der zerschrammt auf mich zustürmte. „Laxus.“, wisperte ich und stolperte auf ihn zu. „Suri.“ Er flüsterte meinen Namen und zog mich in eine feste Umarmung. Er brach mir damit beinahe alle Knochen, aber ich hatte mich noch nie sicherer gefühlt. Laxus war da, das war alles, was zählte. Ein paar Sekunde blieb ich einfach so stehen, in Laxus Umarmung. Dann fiel mir etwas auf. Ich spürte fast keine Magie mehr in ihm, er hatte sich komplett verausgabt. Er taumelte und ich stützte ihn hastig. Er sank auf einen der größeren Steine und stützte die Ellbogen auf seine Knie. Wendy rannte auf uns zu, wahrscheinlich um Laxus zu heilen, aber sie kam nicht weit. Der Drache stellte sich ihr in den Weg und schnappte zu. Wendy war so auf uns konzentriert, dass sie es viel zu spät bemerkte. Ich sprintete los, aber ich wusste, dass ich zu spät sein würde. Laxus war ebenfalls aufgesprungen. Wendy wollte zurückweichen. Aber die Kiefer des Drachen schlossen sich um sie und dann war sie weg. Ich blieb stocksteif stehen. Laxus erstarrte. Wendy war weg. Beschützt die Zukunft. Sollte das ein Scherz sein? Diese Zukunft war es nicht wert, beschützt zu werden. Aber dann spürte ich, wie Laxus seinen Arm um meine Schultern legte und ich merkte, dass ich weinte. „Es soll aufhören.“, flüsterte ich und Laxus zog mich schweigend an seine Brust. „Was hast du gesehen?“, fragte er irgendwann. „Lucy, Jet, Droy, die zwei Lucys, Gray... Wendy.“, sagte ich, beim letzten Namen brach meine Stimme. Die andere Lucy hatte ich ebenfalls gefunden, genau wie Jet und Droy war ihr Oberkörper durchlöchert. Der Drache brüllte wieder. Und ich wurde wütend. Es reichte. Was bildeten sich diese Drachen eigentlich ein? Und in diesem Moment traf ich meine Entscheidung. Ich drehte mich ganz ruhig zu Laxus. „Wir müssen die Drachen auf einen Platz locken. Hilfst du mir?“ Der große Blonde starrte mich ein paar Sekunden an, dann nickte er. „Natürlich. Wohin genau?“ Ich beschrieb ihm den Platz genau, dann rannten wir los, der Drache dicht hinter uns. Einmal fegte er mich von den Beinen, ein anderes Mal schickte er Laxus zu Boden. Aber wir rannten immer weiter. Unterdessen kontaktierte ich Warren und teilte ihm telepathisch mit, wohin die Drachen kommen sollten. „Was hast du vor?“, fragten die beiden gleichzeitig, Laxus ganz normal, Warren durch Gedankenkraft. Ich antwortete nicht. Dann waren wir auf dem Platz und trafen auf alle anderen. Ich sah, dass der braunhaarige Dragon Slayer seinen Drachen durch Tricks beinahe zum Ausflippen brachte. Er schien einfach zu wissen, was der Drache als nächstes tun würde. Sting und Rogue hatten ihre Riesenviecher gegeneinander ausgespielt und auch die anderen hatten es irgendwie hinbekommen. „Alle weg hier!“, brüllte ich so laut ich konnte. Alle starrten mich fassungslos an. „Los, verschwindet hier! JETZT!“ Sie mussten irgendetwas in meinem stahlharten Blick sehen, denn sie setzten sich langsam in Bewegung. Sogar Natsu. Kisaki sah mich an, dann verstand sie meinen Plan. Ich nickte kurz zur Bestätigung. Einer nach dem anderen verschwand, bis nur noch Laxus, die Drachen, Kisaki und ich zurückblieben. „Du auch.“, sagte ich zu dem Blonden. „Nein.“, schoss er zurück. „Das hier ist ein Selbstmordkommando und ich werde dich nicht allein lassen.“ Ich starrte ihn einen Moment an, dann fiel ich ihm um den Hals und drückte meine Lippen auf seine. Er versteifte sich kurz, dann erwiderte er den Kuss. Irgendwann -es schien Ewigkeiten zu dauern- lösten wir uns schwer atmend voneinander. „Sag mir wenigstens... versprich mir, dass du zu mir zurückkommst.“, wisperte Laxus und ich nickte, meine Augen waren geschlossen, damit er meine Tränen nicht sehen konnte. Ich würde zu ihm zurückkommen, die Frage war nur, ob er mich dann noch wollte.
    „Suri.“, wiederholte Laxus beinahe schon verzweifelt. „Versprich es mir.“ Ich lächelte ihn an und fuhr ihm ein letztes Mal durch die Haare. Dann sah ich Kisaki an. „Es wird alles wieder gut.“, sagte ich leise. „Geht jetzt.“ Kisaki nickte. „Du wirst das schaffen, du warst schon immer stärker als ich.“ Ich schnaubte nur. Sie grinste und griff nach Laxus Arm, der unserem Gespräch neugierig gefolgt war. Dann trat ich alleine in die Mitte des Platzes. Alle Drachen fuhren vorfreudig herum. Ich hörte Laxus hinter mir Kisaki anzischen, dass das doch nicht ihr Ernst sein könnte. Er schien sich gegen sie zu wehren, aber Kisaki hatte ihre Magie und sie war, genau wie ich, sehr stark. Ein erschöpfter Laxus hatte gegen sie keine Chance. Bald waren sie weder zu hören noch zu sehen.
    Ich holte tief Luft und dachte an die Zukunfts-Lucy, die tot im Palast lag, getötet von dem Typen auf dem weißen Drachen da. Ich griff nach meinen Ohrringen und löste sie. Anschließend ließ ich sie auf den Boden fallen. Klink, Klink. Magie wallte in mir auf. Gajeel, von diesem Drachen gegen die Wand geschleudert und getötet worden. Mein erster Ring traf klimpernd auf dem Boden auf. Klink. Noch mehr Magie. Lucy, ebenfalls tot. Mein zweiter Ring. Klink. Ich biss unter dem Magieansturm die Zähne zusammen. Gray, von Lichtstrahlen durchbohrt. Tot. Mein Handschuh fiel klappernd zu Boden. Langsam aber sicher bekam meine Barriere Risse. Und zuletzt, Wendy. Von einem dieser Drachen verschlungen worden.Ich griff mit zitternden Händen in meinen Nacken und löste den Verschluss meiner Kette. Langsam hielt ich sie von mir weg. Einen Finger nach dem anderen löste ich von dem kühlen Metall. Noch könnte ich alles wieder anlegen... Noch könnte ich es zurückhalten. Ich bräuchte nur die Kette wieder anzulegen.
    Ich ließ sie los.
    Beinahe wie in Zeitlupe fiel sie dem Boden entgegen.
    Klirr!
    Das Geräusch des aufschlagenden Metalls war beinahe schon unnatürlich laut in der Stille.
    Ich zitterte unter dem Magieanstrom. Bilder meiner Familie blitzten in meinen Gedanken auf. Lucy, Natsu, Erza, Mirajane, Gray, Wendy... Laxus. Ein warmes Gefühl überkam mich. Laxus. Und dann ließ ich auch die Barriere fallen.
    Meine Magie war überwältigend. Das letzte Mal hatte ich sie noch zurückgehalten, dieses Mal ließ ich sie einfach los. Sie strömte aus mir heraus und tauchte alles in goldgelbes gleißendes Licht. Ich schrie unter dem gewaltigen Ansturm und fiel auf die Knie. Die Drachen versuchten zurückzuweichen, aber einer nach dem anderen wurde von meiner Magie verschlungen. Der seltsame Typ starrte mich fassungslos an, beobachtete, wie ich seine Drachen vernichtete. „Was zur- HÖR AUF!“ Ich lächelte ihn an. „Vergiss es.“ Dann verschlang auch ihn das Licht.
    Mühsam unterdrückte ich meine Magie. Ich griff nach den Magie-Blockern, steckte mir mit zittrigen Fingern wieder die Ringe und die Ohrringe an. Die Ränder meines Gesichtsfeldes schrumpften und flimmerten schwarz. Ich brach zusammen, schaffte es aber noch, meinen Handschuh anzuziehen. Dann wollte ich die Kette nehmen. Aber kurz bevor ich sie erreichte, wurde alles schwarz. Das letzte, was ich spürte, bevor ich in Dunkelheit fiel, waren warme Hände.
    Warme Hände weckten mich auch wieder aus meiner Ohnmacht. Ich schaukelte leicht. Irgendetwas unter mir bewegte sich. Irgendjemand trug mich! Langsam öffnete ich die Augen und blickte ein Paar hellgraue Augen, die mich besorgt musterten. Ich lächelte. „Morgen.“ Laxus grinste mich an. „Morgen.“ Ich tastete hastig nach meiner Kette. „Sie ist noch da, keine Angst.“, beruhigte mich Laxus. Ich nickte und kuschelte mich enger an ihn. Er lachte leise und richtete seinen Blick wieder nach vorne. Ich drehte ebenfalls den Kopf und sah... meine Familie.
    Sie waren nicht tot. Sie waren nicht tot... Natsu, Lucy, Erza, Mirajane, Gray, Wendy... sie alle standen da und lächelten mir entgegen. Eine einzelne Träne lief mir über die Wange. „Hallo.“, flüsterte ich. Damit war der Damm gebrochen. Erza war die erste. Die Rothaarige riss mich an sich, wobei mein Kopf schmerzhaft Bekanntschaft mit ihrer Rüstung machte. Als nächstes umarmten mich Lucy und Wendy gleichzeitig. „Suri-chan!“ Gray drückte mich nur Sekunden später fest an sich. Ich spürte Laxus Unbehagen, als er uns so umklammert sah, deswegen löste ich mich früher als gewöhnlich von Gray. Nacheinander umarmten mich alle, so wie es aussah, hatten sie sich ziemliche Sorgen um mich gemacht. „Was für ein Glück, dass Laxus dich gefunden hat.“, meinte Mirajane und grinste mich vielsagend an. Ich seufzte, sah dann aber zu Laxus hoch. „Danke.“, flüsterte ich. Laxus zog mich in eine feste Umarmung und ich fühlte mich wieder sicher. Und dann kam das beste: Laxus beugte sich ein wenig nach unten, ich stellte mich auf die Zehenspitzen und er küsste mich. Endlich. Am Rande nahm ich wahr, dass alle verstummten. Aber es interessierte mich nicht besonders. Mirajane quietschte. „Ich sehe es schon vor mir! Blonde Babys mit goldenen Augen! Ganz viele Babys!“ Ich musste in den Kuss hineingrinsen und auch Laxus schien sich sehr über die weißhaarige Schönheit zu amüsieren. „Mira, willst du uns nicht ein wenig über Fried und dich erzählen.“, wisperte ich der Weißhaarigen ins Ohr, nachdem ich mich von Laxus gelöst hatte. Der große Blonde hatte es natürlich auch gehört (Dragon Slayer-Gehör) und zog jetzt neugierig eine Augenbraue hoch. Das mit Mira und Fried schien ihm neu zu sein. Na gut, die beiden trafen sich ja auch nur heimlich, aber einmal hatte ich sie dabei erwischt. Es schien ein gutes Druckmittel zu sein, denn Mira hielt sofort sie Klappe. Schon besser. Ich kuschelte mich wieder an Laxus, der sofort einen Arm um mich legte. „Ehrlich? Mira und Fried?“, fragte er leise und ich grinste. „Oh ja, die beiden sind wirklich süß zusammen.“ Er schnaubte nur. Offenbar hielt es das für unwahrscheinlich. „Suri.“, sprach mich plötzlich Master Makarov an. „Was war das vorhin? Diese Magie, sie war zehnmal mächtiger als die der Zehn Heiligen Magier zusammen.“ Ich wandte mich zu ihm um. „Wirklich?“ Makarov zog die Augenbrauen hoch. Ich seufzte. „Ich mag es nicht, darüber zu sprechen.“ Er kniff die Augen leicht zusammen. Meine Hand wanderte automatisch zu meiner Kette, ein Reflex, den ich mir im Laufe der Zeit angewöhnt hatte. Er musterte die Kette, dann meine Ringe. Langsam schien er eins und eins zusammenzuzählen. „Das alles sind...?“ „Ja.“, antwortete ich auf seine unausgesprochene Frage. „Aber... Das sind vier! Ich habe noch nicht einmal von einem Magier gehört, der auch nur zwei von ihnen tragen muss.“ Der Master klang vollkommen entgeistert. „Sechs.“, korrigierte ich ihn nur. „Die Ohrringe sieht man bloß nicht so gut.“ Makarov blinzelte. Dann nickte er und lächelte leicht. „Ich verstehe. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Geschichte erzählen würdest, sobald wir wieder zuhause sind.“ Ich lächelte. „Solange sie nicht weitererzählt wird.“ Makarov grinste. Wir verstanden uns. Laxus sah verwirrt zwischen uns hin und her. Ich musste bei seinem Gesichtsausdruck lachen und der Master stimmte mit ein. „Sollte ich wissen, worüber ihr gerade redet?“ Ich schüttelte nur lachend den Kopf. „Nein, nein, mach dir keine Gedanken.“ Laxus sah mich mit einem seltsamen Blick an, den ich nicht deuten konnte. „Wirst du es mir auch erzählen?“ Mein Lachen verstummte. Ich ließ meinen Blick über die zerstörte Stadt schweifen, dann über meine Familie. Vielleicht würde ich es ihnen irgendwann erzählen, aber jetzt noch nicht. Dann drehte ich mich zu Laxus, der mich einfach nur ansah. Er hatte gesehen, was ich getan hatte, er hatte mich gefunden. „Ja.“, sagte ich. „Wenn wir wieder zuhause sind und du es wirklich wissen willst, dann werde ich es dir erzählen.“ Laxus nickte und zog mich wieder an sich. Er schien sich unwohl zu fühlen, wenn ich nicht direkt bei ihm war. Aber genauso ging es mir ja auch. Ich erinnerte mich wieder an das Gefühl der Sicherheit, dass mich bei Laxus sofort überkam. Meistens merkte ich erst in seiner Umarmung, wie sehr mir diese Sicherheit fehlte, wenn ich nicht bei ihm war. Ich hatte schon oft darüber gelesen, aber ich hatte es noch nie wirklich ernstgenommen. Ich meine, Liebe auf den ersten Blick? Das klang zu paradiesisch, um wahr zu sein. Aber wenn ich bei ihm war, dann war ich zuhause. Und zuhause war das Paradies für mich.

    Zeitsprung...
    Mira lief um mich herum wie ein aufgeregtes Huhn. Immer wieder zupfte sie an meinem goldenen Ballkleid herum, oder steckte eine Haarklammer anders, um den optimalen Halt für meine schwarzen langen Haare zu erreichen. Erza beobachtete uns amüsiert und auch Lucy grinste. Wahrscheinlich war sie froh, dass Mira jetzt ein anderes Opfer gefunden hatte und nicht mehr versuchte, sie und Natsu zu verkuppeln. Wobei ich diese Hoffnung eigentlich schon wieder zerstören könnte, denn vorhin hatte ich Mira mit Natsu reden gehört. Sie hatte Lucy angepriesen wie einen hochkarätigen Diamanten und mehrere mehr als eindeutige Bemerkungen und Aufforderungen gemacht. Zuerst hatte ich ja noch für Lucy und ihren verkuppelfreien Abend gebetet, dass Natsu mal wieder nichts verstehen würde, aber spätestens als der Dragon Slayer leuchten rot angelaufen war und genickt hatte, war diese Hoffnung verflogen. Ich wusste, dass Lucy in Natsu verliebt war (und er auch in sie, so wie es aussah) und dass sie nur zu viel Angst hatte, ihm würde es nicht so gehen. Sie wollte einfach nicht ihre Freundschaft zerstören und da konnte ich ihr keinen Vorwurf machen. Mira hatte manchmal wirklich seltsame Pärchen-Ideen. Ich hatte Lucy weinend gefunden, als Mira sie schon einmal mit Natsu verkuppeln wollte, was aber in einem kompletten Disaster geendet hatte. Natsu schien nicht mehr in Lucy zu sehen, als seine beste Freundin.
    Na ja, jetzt schien das ja anders zu sein. „Au!“ Ein heftiger Stich in die Kopfhaut riss mich aus meinen Gedanken. „Verdammt, Mira! Da befindet sich auch noch Haut. Und ein Schädel. Und der ist kein Nadelkissen.“ Die Weißhaarige zog hastig die goldene Haarnadel wieder aus meinen Haaren und eine meiner schwarzen Strähnen fiel mir ins Gesicht. Mira fluchte undamenhaft. Wenn das jetzt die Männer aus unserer Gilde gehört hätten, wären sie wohl vom Glauben abgefallen. Sorgfältig steckte sie mir die Haarsträhne wieder an den vorherigen Platz, dann trat sie einen Schritt zurück und musterte mich mit Erza und Lucy noch einmal. Auch Lisanna und Yukino gesellten sich zu ihnen und langsam kam ich mir vor wie Zuchtvieh vor einem Käufer. Beziehungsweise, vor fünf Käufern. Mich unwohl fühlend verschränkte ich die Arme vor der Brust. Mira klatschte begeistert in die Hände. Erza und die anderen grinsten. „Genau wie Laxus. Ihr beide passt wirklich perfekt zusammen.“ Ich blinzelte und sah mich in einem der Spiegel an. Tatsächlich, mit den verschränkten Armen und diesem undefinierbaren Gesichtsausdruck (eine Mischung aus Bitte rettet mich, Lasst mich in Ruhe und Ein Wort und ihr seid tot) sah ich dem blonden Dragon Slayer erstaunlich ähnlich. „Na gut, genug angestarrt. Können wir jetzt los?“, fragte ich ungeduldig und alle fünf nickten wie Wackeldackel. Mira lief mit Yukino und Lisanna voran, dann kam Lucy mit Wendy, die sich aus meiner Inspektion dankenswerterweise herausgehalten hatte und zum Schluss Erza und ich. Alle Fairy Tail Mitglieder verstummten bei unserem Anblick. Im nächsten Moment zog Elfman seine Schwestern mit sich, um sie von den beinahe schon sabbernden Männern wegzubringen. Wendy gesellte sich zu Chelia, die beiden schienen sich wirklich gut zu verstehen. Manchmal war es beinahe schon gruselig, wie gut. Lucy wurde von Natsu mitgezogen und Erza begab sich zu Kagura. Also stand ich alleine da, bis sich plötzlich ein Arm um meine Schultern legte. In der Annahme, Laxus hätte sich zu mir gesellt, drehte ich lächelnd den Kopf zur Seite. Dummerweise erblickt ich keinen Laxus, sondern einen anderen blonden Dragon Slayer. Sting grinste mich an, an seinem Atem konnte ich riechen, dass er schon etwas getrunken hatte. „Hallo, Schönheit. Suri, richtig?“ Ich rückte ein Stück von ihm ab. „Äh, ja. Was willst du, Sting?“ Er lachte. „Mit dir tanzen, was sonst?“ Ich blinzelte, antwortete aber nicht. „Was denn, keine Antwort?“, hakte Sting amüsiert nach. „Ich dachte, das wäre eine rethorische Frage.“, sagte ich knallhart. Sting lachte und drückte mich fest an sich. „Nein, war es nicht, Süße. Also, tanzt du mit mir?“ Einen Moment tat ich so, als würde ich es mir ernsthaft überlegen, dann machte ich den Mund auf und... wurde von Sting weggerissen. Ein anderer Arm hatte sich um meine Taille geschlungen und mich an eine breite muskulöse Brust gezogen. Ich sah innerlich seufzend auf. Laxus musterte Sting mit tödlichem Gesichtsausdruck. Seine Zähne waren leicht gebleckt und sein kompletter Körper schien, im wahrsten Sinne des Wortes, unter Starkstrom zu stehen. „Lass sie in Ruhe.“, zischte er, aber Sting zog unter Alkoholeinfluss nur eine Augenbraue hoch. „Ich hab Suri gefragt, nicht dich, du Blitzbirne.“ Oh, verdammt. Jetzt war er tot. „Suri? Würdest du ihm bitte eine Antwort geben?“ Ich lächelte Sting entschuldigend an. „Tut mir leid, aber wie du siehst...“ Sting warf Laxus noch einen wütenden Blick zu, dann wandte er sich ab und ging davon. Laxus starrte ihm vernichtend nach, er schien immer noch über einen Mord an Sting nachzudenken. Hastig zerrte ich ihn auf einen der Balkone, bevor er noch auf dumme Ideen kommen würde. Irgendwie schaffte ich es sogar, seinen riesigen Körper auf einen Balkon zu manövrieren. Er atmete schwer und stützte sich mit den Händen auf dem Geländer ab. Vorsichtig trat ich hinter ihn und legte ihm eine Hand auf den Rücken. „Was ist denn?“, fragte ich. „Tut mir leid.“, murmelte er. „Ich wollte dir nicht den Tanz versauen.“ Ich blinzelte. Was? Genau das fragte ich ihn dann auch. „Was genau meinst du damit?“ „Ich wollte dich mit Sting nicht unterbrechen.“ WAS? „Wie kommst du auf die Idee, dass ich und... und Sting... Nein!“ Laxus drehte sich zu mir herum. „Was?“ „Wie kommst du auf die Idee, dass ich mit Sting getanzt hätte?“ „Hättest du nicht?“ „Äh, nein! Hast du mal seine Alkoholfahne gerochen?“ Ein kleines Grinsen stahl sich auf Laxus Lippen. „Nein, so genau habe ich auf seinen Geruch nicht geachtet. Ich war eher darauf fixiert, dass er dich mir wegnehmen wollte.“ Ich schluckte. Okay, das war mal direkt. „Niemand nimmt dich mir weg.“, knurrte Laxus leise und brachte mich damit zum Erröten. „Weg-Wegnehmen?“, stotterte ich. „Was genau meinst du damit?“ Laxus wirbelte zu mir herum. „Du weißt es nicht, oder? Ich habe gelesen, dass soetwas nur männlichen Dragon Slayern passiert, aber...“ Ich runzelte die Stirn. „Was denn?“ „Seelenverwandtschaft.“, sagte Laxus ganz ruhig. „Du bist meine Partnerin, verstehst du?“ Ich konnte ihn nur anstarren. Mein Kopf war wie leergefegt. Seelenverwandte? Partnerin? „I-ich...“ Ich drehte mich kurz um und atmete einmal tief durch. Wollte ich Laxus Partnerin sein? Natürlich hatte ich schon von der Seelenverwandtschaft bei Dragon Slayern gehört, aber ich hatte nie erwartet, sie auch einmal im Zusammenhang mit mir zu hören. Es fühlte sich erstaunlich gut an. Mein Bauch kribbelte, als ich meine Antwort vorbereitete. Dann wandte ich mich wieder Laxus zu und sah... niemanden. Laxus war verschwunden. Was zur...? Wo war der denn jetzt hin. Es roch noch leicht nach Ozon, leicht verbrannt. Er war einfach gegangen, wahrscheinlich mit Blitzgeschwindigkeit. Enttäuschung wallte in mir auf. Offenbar hatte er das gerade eben doch nicht ernst gemeint. Ich ließ mich an der Wand hinunter auf den Boden sinken und zog die Beine an, was mit dem weiten Rock erstaunlich gut funktionierte.
    Genau in dieser Position fand mich Kisaki später. Ich hatte das Gesicht in den Armen vergraben und weinte still vor mich hin. Meine kleine Schwester setzte sich schweigend neben mich und legte mir einen Arm um die Schultern. „Was ist passiert?“ „Laxus.“, antworte ich leise. „Was hat der Volltrottel angestellt?“, wollte Kisaki wissen. „Er... er hat mir gesagt, ich wäre seine Seelenverwandte. Ich hab mich nur kurz umgedreht und durchgeatmet, ich meine, wann bekommt man so etwas schon mal so plötzlich gesagt? Und als ich mich zwei Sekunden später wieder umgedreht habe, war er weg.“ Kisaki seufzte und nahm mich fest in den Arm. „Er ist ein Idiot.“ Ich nickte nur und ließ meinen Kopf gegen ihre Schulter sinken. „Das Problem ist nur, dass ich mich in ihn verliebt habe.“ Kisaki zuckte zurück und starrte mich fassungslos an. „Du... hast dich verliebt? Es geschehen also doch noch Wunder.“ Ich musste noch mehr weinen. Ja, ganz toll. Ein ganz tolles Wunder. Ich war verliebt, aber der Typ, in den ich verliebt war, war weg. Ein Wunder.

    Zeitsprung...
    Wir waren jetzt seit zwei Wochen wieder zuhause in Magnolia. Ich hatte die meiste Zeit entweder damit verbracht, Laxus aus dem Weg zu gehen oder war auf Aufträgen gewesen. Um meine Miete brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, denn ich wohnte in einem hübschen Haus, das ich mir kurz nach meinem Beitritt zur Gilde gekauft hatte. Mein Ziel war es eher, mich mit den Aufträgen abzulenken. Ich sah Laxus nicht oft, meistens nur dann, wenn ich mir einen neuen Auftrag in der Gilde abholte. Aber heute sollte ich Makarov meine Geschichte erzählen, also stand ich möglichst früh auf, duschte, schminkte mich und schlüpfte dann in meine Kleidung, die heute aus einem schwarzen kurzen Kleid, einer blauen Jacke und schwarzen Boots bestand. Meine Haare trug ich zur Abwechslung mal offen, was nur alle Jubeljahre vorkam. Meine Magie-Blocker ließen das Outfit gefährlich wirken, besonders natürlich der Handschuh. Dann machte ich mich auf den Weg zur Gilde. Laxus war noch nicht da, nur Gray, der gerade versuchte, Juvia abzuschütteln und Mirajane, die hinter ihrem Tresen stand und Gläser polierte. Ich begrüßte die drei leise, Mira beobachtete mich besorgt. Ich sah nicht besonders gut aus. Augenringe gaben mir ein dauermüdes Aussehen, die beinahe schon bleiche Haut trug ebenfalls ihren Teil dazu bei. Was ihr wahrscheinlich am meisten Sorge bereitete, war, dass ich nicht mehr lächelte. Meistens kam ich in die Gilde, schnappt mir irgendeinen lang andauernden Auftrag und verschwand danach sofort wieder. Mein letzter hatte mich fünf Tage gekostet und den hatte ich gestern erst beendet.
    „Warte mal, Suri.“ Ich drehte mich um und stand Mira gegenüber. „Können wir kurz reden?“, fragte die Weißhaarige und ich nickte. „Ja, natürlich.“ Ich ahnte schon, was jetzt kommen würde, aber Mira überraschte mich, als sie mich zu ihrer Bar führte mich auf einen der Hocker plazierte und mich umarmte. Kurz stand ich einfach nur erstarrt da, dann sackte mein Kopf gegen Miras Schulter und ich unterdrückte mühsam die aufsteigenden Tränen. „Es tut mir leid. So etwas wollte ich nicht.“ Ich hob kurz den Kopf. „Du bist nicht schuld daran. Ich... ich hätte mir einfach keine Hoffnungen machen sollen. Ich meine, wer will schon mit jemanden wie mir...“ Vielleicht war es ja wirklich wegen meiner Magie. Laxus hatte sie gesehen und hatte danach nichts mehr mit mir zu tun haben wollen, geschweigen denn mit mir zusammen zu sein. Mira drückte mich fest. „Du bist toll. Und wenn Laxus das nicht erkennt, dann ist er es nicht wert.“ Ich nickte, aber ich glaubte ihr nicht. „Mira, ich muss jetzt noch zum Master, okay?“ Sie musterte mich. „Warum das denn?“ Ich zögerte. „Ich hab noch was zu erledigen.“, antwortete ich dann. Sie nickte besorgt, man sah es hinter ihrer Stirn arbeiten. Ich schaffte ein zittriges winziges Lächeln und begab mich zum Büro des Masters.
    Leise klopfte ich an die Tür zu Makarovs Büro. „Ja, herein?“ Ich öffnete die Tür und schlüpfte leise hinein. „Ah, Suri. Ich habe mich schon gefragt, wann du kommen würdest. Nun, setz dich und erzähle mir deine Geschichte.“ Ich nickte und setzte mich auf den Stuhl vor Makarovs Schreibtisch. „Ich hatte schon immer zu viel Magie, schon seit meiner Geburt und ich konnte sie nicht kontrollieren, zumindest nicht immer. Ich war gerade fünf, da hat sie mich überrollt. Ich konnte nichts dagegen tun, ich bin erst Stunden später wieder aufgewacht. Ich lag inmitten von Trümmern. Meine Eltern...haben nicht überlebt. Ich habe mit fünf Jahren meine Eltern getötet.“ Meine Stimme brach. Makarov starrte mich an. Ich räusperte mich kurz, bevor ich weitererzählte. „Ich habe mich selbst so sehr gehasst dafür und bin weggerannt, in einen riesigen Wald. Da haben mich die Drachen gefunden. Es waren so viele, von jeder Magie einer. Sie lehrten mich Dragon Slayer Magie, jede einzelne davon, aber das wichtigste war, dass sie mich auch lehrten, meine Magie zu kontrollieren. Kurz darauf haben sie auch Kisaki aufgenommen. Auch sie hatte ihre Eltern umgebracht, weil ihre Magie zu groß war. Sie war zwar schwächer als ich, aber trotzdem immer noch viel zu stark. Wir wurden beide von den Drachen aufgezogen und unterrichtet. Wir hatten wieder eine Familie. Aber... an einem Tag, ich war gerade zwölf geworden, da hat meine Magie meine Barrieren durchbrochen. Bei diesem Anblick verlor auch Kisaki die Kontrolle. Genau wie beim letzten Mal wachten wir ein paar Stunden später wieder auf, um uns herum war alles zerstört und unsere Familie war verschwunden. Ich habe nur noch eine Schuppe gefunden. Sie waren tot. Und es war wieder meine Schuld. Aber das Schlimmste war, dass Kisaki nur wegen mir ebenfalls ihre Familie verloren hatte. Sie hat mir nie Vorwürfe gemacht, aber das musste sie auch gar nicht. Meine Vorwürfe, die ich mir macht, waren schon genug. Am nächsten Tag sind wir in die nächste große Stadt und haben nach Mitteln gesucht, wie wir unsere Magie beherrschen können. Wir waren es beide leid, ständig Angst haben zu müssen und zu töten. Nach einem Jahr hatte Kisaki etwas gefunden, in einem alten Buch. Magie-Blocker. Wir sind zu den Magierläden in der Stadt gegangen und hatten das Glück, welche zu finden. Wir kauften alle, die wir bekommen konnten. Ich hatte, nein, habe, sechs und Kisaki hat vier. Wir waren uns einig, dass wir uns trennen mussten, damit so etwas wie bei unserer Familie nicht noch einmal passierte. Und so bin ich nach Magnolia gekommen. Ich wollte einfach irgendwo ein Zuhause finden, einen Ort, zu dem ich immer wieder zurückkehren könnte. Und hier, bei Fairy Tail, habe ich ihn gefunden.“ Mittlerweile rollten mir Tränen über die Wangen. Auch Makarov hatte wässrige Augen. „Ich-Ich kann euch nichts garantieren, ich kann nur versprechen, dass ich mein bestes geben werde, meine Magie zu kontrollieren.“, beendete ich meine kleine Rede. Makarov nickte. „Mehr verlange ich auch gar nicht. Ich kann verstehen, wieso du niemandem davon erzählt hast, du schämst dich immer noch dafür.“ Ich nickte. „Deswegen bin ich auch so stolz auf dich, dass du dich den Drachen entgegengestellt hast. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich das gewesen sein muss.“ Okay, jetzt heulte ich wirklich. Der Master sprang auf seinen Schreibtisch und tätschelte meinen Kopf. „Keine Angst, ich werde es niemandem erzählen. Und ich vertraue dir. Das habe ich schon immer, obwohl ich wusste, dass in deiner Vergangenheit irgendetwas schreckliches geschehen sein musste.“ Ich nickte schluchzend und sprang auf. „Ich... Tut mir leid, aber ich würde jetzt gerne nach Hause gehen und...“ Der Master nickte. „Ja, natürlich. Geh nur.“ Ich raste aus der Tür und sprintete die Stufen hinunter durch die Eingangstür nach draußen und dann zu mir nach Hause. Mira rief mir irgendetwas nach, aber ich hörte es schon gar nicht mehr. Zuhause angekommen, ließ ich mir immer noch schluchzend ein Bad ein und stellte einen Teller mit Schokobrownies und ein neues Buch daneben. Ich zog mich aus und ließ mich in das heiße Wasser gleiten. Dann griff ich nach dem Buch und begann zu lesen. Langsam, aber sicher versiegten meine Tränen. Irgendwann, vielleicht zwanzig Minuten, nachdem ich begonnen hatte, hämmerte jemand gegen die Haustür. Ich seufzte genervt. Warum musste jetzt genau jemand kommen, wenn ich gerade in der Badewanne lag? Ich beschloss, dass der Besucher einfach später wiederkommen sollte. Aufstehen wollte ich ganz sicher nicht. Das schien der Besucher aber nicht akzeptieren zu wollen, denn plötzlich hörte ich unten einen Knall, als wäre die Haustür eingetreten worden. Okay, wenn das jetzt ein Einbrecher war, konnte der sich auf etwas gefasst machen. Ich erhob mich aus dem Wasser, als ich unten schnelle Schritte hörten. Er oder sie schien mein komplettes Erdgeschoss abzulaufen. Knurrend wickelte ich mich in ein schwarzes großes Handtuch und wollte gerade die Badezimmertür öffnen, als sie aufgerissen wurde und ich einem schwer atmenden Laxus Dreyar gegenüberstand. Ich wich zurück. Was zur Hölle machte Laxus in meinem Haus? „Du wirst die Gilde nicht verlassen, klar!“, fauchte er, dann schien ihm mein Mangel an normaler Kleidung aufzufallen, denn er starrte mich fassungslos an und lief dann knallrot an. Hastig verschränkte ich die Arme vor der Brust und klammerte mich an meinem Handtuch fest. Dann richtete ich mich auf und fauchte: „Danke der Erinnerung, aber das hatte ich ja auch gar nicht vor.“ Laxus blinzelte. „Hattest du nicht?“ „Nein! Wie zur Hölle kommst du überhaupt auf diese Idee?“ „Mira hat gesa-“ „MIRA!“, rief ich dazwischen. „Sie hat sich Sorgen um dich gemacht, als du weinend rausgerannt bist, deswegen hat sie mich gebeten, nach dir zu schauen.“ Ich biss die Zähne zusammen. Die konnte was erleben! „Na schön, jetzt hast du gesehen, dass ich nicht die Gilde verlassen werde, also könntest du jetzt höflicherweise wieder gehen?“, fauchte ich, bevor er sehen konnte, dass mir schon wieder die Tränen in den Augen standen. Es tat weh, ihn zu sehen. Es erinnerte mich wieder an das Gefühl der Sicherheit, aber auch daran, dass er einfach so verschwunden war. Natürlich sah er die Tränen trotzdem. Etwas blitzte in seinen Augen auf, dann machte er einen großen Schritt auf mich zu und schlang seine Arme um mich. Eine Zeit lang standen wir einfach nur so da, ich angespannt wie noch einmal was und er mit dem Gesicht in meinen Haaren vergraben. Trotzdem, kaum dass er mich berührte, fühlte ich mich sicher und geborgen. Es war egal, wie wütend und verletzt ich war, wenn er mich umarmte, war ich zuhause. „Warum weinst du?“, fragte er schließlich leise. Ich wischte mir eine Träne ab. Die Wahrheit oder eine Lüge? Die Lüge wäre leichter und ungefährlicher. Aber ich war ja schon immer eine Freundin der Gefahr. „Hat dich jemand verletzt?“, fragte Laxus angespannt. „Ja.“, flüsterte ich. „Sag mir einfach, wer es war, dann bring ich ihn um.“, knurrte er. Wenn es mir nicht gerade richtig beschissen gehen würde, würde ich jetzt lachen. „Nein, würdest du nicht.“, antwortete ich. Suizid war ja auch keine Lösung. „Doch, natürlich.“, widersprach Laxus und jetzt entwich mir doch ein leichtes Schmunzeln. „Nein, würdest du nicht, außerdem würde mir das auch nicht helfen.“ „Okay, dann bring ich ihn eben nicht um. Aber seinen Namen könntest du mir wenigstens sagen. Warte...“ Er klang entsetzt. „Ist es etwa Sting?“ Ich hob meinen Kopf und starrte ihn an. „Wieso kommst du eigentlich immer auf Sting? Ich mag ihn nicht mal!“ Erleichterung blitzte in Laxus Augen auf. „Wer dann? Und sag mir nicht, dass es kein Kerl ist, ich kenne die Anzeichen von so etwas.“ Okay, langsam wurde es komisch. Ich holte tief Luft. Schlimmer als jetzt konnte es eh nicht mehr werden. „Laxus Dreyar.“ Er blinzelte. „Ja? Was ist?“ Ich seufzte. „Du wolltest den Namen wissen.“ Ein erneutes Blinzeln. Dann ertönte ein lautes WAS? Ich seufzte erneut. „Du... Ich...“ Er ließ sich auf den Rand meiner Badewanne sinken. Genau wie bei dem Kampf mit dem Drachen, stützte er wieder die Ellbogen auf die Knie und hatte den Kopf in den Händen vergraben. „Ich bin ein Trottel.“, erklang es gedämpft nach ein paar Minuten. Offenbar hatte er es jetzt verstanden. Ich zuckte mit den Schultern. „Es tut mir leid.“, entschuldigte er sich und sah mich an. Sitzend war er mit mir auf Augenhöhe. „Aber ich dachte, als du dich weggedreht hast, dass du mich abweist.“ Ich rolle mit den Augen. „Du kannst doch nicht erwarten, dass ich dir sofort jubelnd um den Hals falle. Das war ein ganz schöner Brocken, den du mir da hingeworfen hast. Als hab ich mich kurz umgedreht, um einmal durchzuatmen und dir dann meine -im Übrigen positive- Meinung dazu mitzuteilen. Aber dummerweise warst du dann ja schon weg. Also hab ich mir gedacht, dass du es nicht ernst gemeint hast. Und dann ging es mir, ehrlich gesagt, ziemlich dreckig.“ So. Jetzt hatte ich es gesagt. Könnte mir jetzt bitte jemand ein Grab schaufeln? Laxus war der Mund aufgeklappt. Ein paar Sekunden herrschte Stille, dann wurde ich an eine muskulöse Brust gerissen. Ich vergrub mein Gesicht in Laxus T-Shirt und kuschelte mich an ihn. Er drückte mich fest an sich, als könnte mich ihm jemand stehlen. Dann hob er mein Gesicht mit dem Zeigefinger an und küsste mich. Wärme durchfuhr mich und die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzten. Ich erwiderte den Kuss. Endlich zuhause.
    Am nächsten Morgen wurde ich von Zimtgeruch und einem Kuss auf die Stirn geweckt. Verschlafen räkelte ich mich unter der warmen Bettdecke und öffnete die Augen. Ein Paar hellgraue Augen strahlten mich an. Ich lächelte.

    Ich lag auf der Seite, den Kopf in eine Hand gestützt und betrachtete Suri neben mir. Sie lag zu mir gedreht da, die eine Hand neben ihrem Gesicht, die andere um ihren Oberkörper geschlungen. Sie hatte die Beine leicht angezogen und die Decke reichte ihr gerade über die Brust. Ihr Gesicht war entspannt, die Augenlider so zart geschlossen, dass man erwartete, dass sie sie gleich aufschlagen würde. Aber das tat sie nicht. Ich wusste genau, wie ihre großen goldgelben Augen aussahen, schließlich waren es die schönsten auf der Welt. Hohe Wangenknochen, blasse Haut und volle Lippen rundeten das Gesamtbild perfekt ab. Sie war wunderschön. Ganz vorsichtig fuhr ich mit dem Finger die Konturen ihres Gesichtes nach. Sie seufzte und rückte näher an mich heran. Jetzt lag sie an mich gedrückt da. Statt auf der Seite lag sie nun auf dem Bauch. Die Decke war heruntergerutscht und hatte ihren nackten Rücken entblößt. Sanft malte ich sinnlose Muster auf die weiche warme Haut. Eine Weile lagen wir so da, dann entschied ich mich, Frühstück zu machen. Nachdem ich in meine Hose geschlüpft war, machte ich mich auf den Weg zur Küche. Den Oberkörper hatte ich freigelassen, was aber eher daran lag, dass ich mein Hemd nicht gefunden hatte. In Ermangelung einer besseren Idee machte ich Zimtpfannkuchen, mein Lieblingsfrühstück und hoffte, dass Suri ihnen nicht ganz abgeneigt war. Danach begab ich mich zurück ins Schlafzimmer und gönnte mir noch einen Blick auf meine schlafende Seelenverwandte. Anschließend weckte ich sie mit einem leichten Kuss auf die Stirn auf. Verschlafen öffnete sie die Augen und lächelte bei meinem Anblick.

    Vollkommen entspannt schlüpfte ich in meinen schwarzen Morgenmantel, der mir bis zu den Knien reichte. Mein schwarzen langen Haare sahen aus wie ein Vogelnest, also würde ich mir jetzt nicht die Mühe machen, sie zu kämmen. Deswegen ging ich einfach in die Küche/ das Esszimmer (die beiden Räume waren zusammengelegt) und zu dem großen hölzernen Tisch. Ganz gentleman-like zog mir Laxus den Stuhl heraus, damit ich mich hinsetzen konnte. Ich schnupperte. Ah, daher war der Zimtgeruch gekommen. Laxus hatte Zimtpfannkuchen gemacht. Ich strahlte, als er mir einen davon auf den Teller legte. „Ist das in Ordnung?“, fragte er und hätte schwören können, dass in seiner Stimme ein Hauch von Nervosität mitschwang. Ich lächelte zu ihm hoch. „Es ist perfekt. Ich liebe Zimtpfannkuchen? Woher wusstest du das?“ Laxus grinste verlegen. „Ich hatte keine Ahnung. Ich hab sie gemacht, weil mir nichts besseres eingefallen ist und das auch mein Lieblingsfrühstück ist.“ Ich grinste. „Na dann, guten Appetit.“

    Zeitsprung...
    Ich lief Händchen haltend mit Laxus zur Gilde. Wir plauderten über alles mögliche, nichts wichtiges. Jeder, der uns begegnete, starrte uns fassungslos an. Natürlich, wenn der berühmt-berüchtigte Enkel von Makarov Dreyar und die „Göttin“, die stärkste Magierin von Fairy Tail zusammen durch die Stadt liefen und sich verliebte Blick zuwarfen, war das schon eine Sensation. Innerlich seufzend dachte ich daran, wie Mira reagieren würde. Sie würde unser Liebesleben ausschlachten und dabei dieses triumphierende Grinsen aufsetzen. Laxus stupste mich an. „Was ist?“ Ich sah zu ihm hoch. „Mira.“, sagte ich nur, mehr brauchte ich auch gar nicht zu sagen, denn Laxus stöhnte auf. „Oh, verdammt. Das wird...“ Ich grinste. „Wir könnten immer noch umdrehen.“ Laxus lachte. „Willst du, dass sie zu dir nach Hause kommt?“ Ich erschauderte. „Bloß nicht!“ Also nahm ich all meinen Mut zusammen und betrat mit Laxus die Gilde. Besser gesagt, ich wollte, aber dann hörte ich sie über uns reden. „Sag mal, Mira, wo ist eigentlich Suri?“, fragte Gray neugierig. Ich spitzte die Ohren und fragte mich, was Mira wohl antworten würde. Auch Laxus hinter mir schien gebannt zuzuhören. „Ja, sie hat in letzter Zeit ziemlich fertig ausgesehen.“, mischte sich jetzt auch noch Lucy ein. Laxus zog mich fest an sich heran. „Es tut mir so leid.“, wisperte er und meine Lippen verzogen sich zu einem sanften Lächeln. „Ist schon in Ordnung.“ „Ich hoffe, bei sich oder bei...“ Mira verstummte plötzlich. Dann stieß sie ein Heilige Mavis, sie wird doch nicht wirklich...? aus und man hörte, wie sie die Treppe hinaufraste und an eine Tür hämmerte. „Ja, Mira, was ist?“, hörte ich den Master fragen. „Master, Suri ist noch nicht aufgetaucht. Ich mache mir Sorgen, gestern hat sie so etwas angedeutet... Hat... hat Suri Fairy Tail verlassen?“ Sowohl Laxus als auch ich erstarrten. „Du... hattest wirklich vor, Fairy Tail zu verlassen?“, fragte Laxus deutlich besorgt und fassungslos. Ich schüttelte nur leicht den Kopf. „Natürlich nicht. Ich habe dem Master gestern von meiner Vergangenheit erzählt, deswegen war ich vielleicht ein bisschen verheult. Mira hat mich noch einmal gesehen und wohl ihre eigenen Schlüsse daraus gezogen.“ Der Dragon Slayer vergrub sein Gesicht in meinen Haaren und atmete tief ein. Seine Arme hatte er von hinten um meinen Bauch geschlungen und ich hatte meine Finger mit seinen verschränkt. „Nein, Mira, Suri ist nicht ausgetreten. Was soll diese Frage? Warum fragst du sie nicht selber?“ Mira zögerte. „Na ja, ich habe...“ „Was hast du?“, fragte der Master. Kurzes Schweigen. Dann antwortete Mira: „Ich habe ihr Laxus nachgeschickt. Deswegen will ich jetzt nicht einfach so reinplatzen.“ Ich unterdrückte ein Kichern und Laxus lachte unterdrückt in meine Haare. Wie ungewöhnlich einfühlsam von Mira. Normalerweise wäre sie jetzt schon lange bei mir zu Hause. „Nun, Mira, dann solltest du vielleicht einfach abwarten, meinst du nicht? Wer weiß, vielleicht sind sie ja noch... beschäftigt.“ Ich lief schlagartig feuerrot an. Laxus versuchte (erfolglos), ein Lachen zu unterdrücken. „Genau das, was ich von meinem Großvater hören wollte.“ Ich schnaubte nur und drehte ihm dann mein Gesicht zu. „Gehen wir rein?“ Laxus nickte grinsend und stieß schwungvoll das Tor auf. Die Köpfe aller Anwesenden fuhren herum. Es waren nicht viele da, nur Gray, Lucy, Natsu, Happy, Macao, Wakaba und eben Mira und der Master, die beiden waren aber immer noch oben. Ach ja, und Levy und Gajeel, die gerade die Treppe, die zur Gildenbibliothek führte, hinaufstiegen. Die Blauhaarige las beim Gehen in einem Buch, Gajeel schleppte einen riesigen Stapel dicker Wälzer für sie. Auch Pantherlily trug ein paar Bücher. Die drei ließen sich an einem weiter hinten gelegenen Tisch nieder, wobei Levy Gajeel kurz dankbar die Brust tätschelte, dabei aber nicht von ihrem Buch aufsah. Gray und Lucy lächelten mir fröhlich zu und winkten, Natsu sprintete auf uns zu und brüllte: „Suri, kämpf gegen mich! Ich werde dich besiegen!“ Ich blinzelte und schälte mich schnell aus Laxus Umarmung. Dann fing ich blitzschnell Natsus Faust ab, schleuderte ihn herum und ließ ihn in die Wand links von uns knallen. Gray lachte und klopfte mir auf die Schulter, als wir uns zu ihnen an die Bar gesellten. „Das Flammenhirn da wird es wohl nie lernen.“ Lucy kicherte und nippte an ihrem Erdbeersmoothie. „Suri!“, rief plötzlich jemand und ich sah hoch. Mira stand oben neben dem Master und winkte mir strahlend zu. „Mira!“, rief ich zurück. „Ich wusste es! Ich wusste, dass ihr beide das auch noch hinbekommt!“ Mit diesen Worten rannte sie die Treppe herunter und umarmte mich stürmisch. Dann tätschelte sie Laxus Schulter, wobei sie sich ziemlich strecken musste. „Erzählt mir alles!“ Ich blinzelte, dann seufzten Laxus und ich gleichzeitig. Na toll.
    *Zeitsprung*
    „Oh mein Gott!“, quietschte Mira, als ich die Geschichte fertig erzählt hatte. „Ihr beide seid so süß zusammen!“ Laxus schüttelte sich und ich vergrub das Gesicht in den Händen. „Klappe, Mira.“, murmelte ich zwischen meinen Fingern hindurch. „Sind wir nicht, Mira.“, knurrte Laxus gleichzeitig. Das schien die anderen allerdings nicht zu interessieren. Natsu starrte uns nur fassungslos an (besonders unsere verschränkten Finger), bevor er sagte: „Meine Fresse.“ Lucy schlug ihm empört gegen die Schulter. „Natsu!“ Happy säuselte wieder sein Sie mööögen sich und fing sich deswegen gleich zwei Schläge, je einen von Natsu und Lucy, ein. „Halt die Klappe, Happy!“ Gray starrte währenddessen Laxus an, bis es dem irgendwann zu blöd wurde und er ungehalten fragte, ob Gray ein Problem mit ihm hätte. „Nein, nicht direkt, aber Suri ist wie eine Schwester für mich und wenn du ihr weh tust, dann...“ „Bringst du mich um?“, beendete Laxus genervt den Satz. „Nein, nicht wirklich. Ich bin davon überzeugt, dass Suri dich auch ganz alleine fertig machen könnte. Ich würde dann deine Überreste aufsammeln.“, schoss Gray zurück und wir mussten lachen. Sogar Laxus grinste. „Dem stimme ich sogar zu.“

    Zeitsprung...
    Mira strich mir noch einmal über das cremeweiße Brautkleid, das im Licht schimmerte. Ich versuchte, das Grinsen einen Moment abzuschalten und durch das für mich typische Lächeln auszutauschen, aber bei meinem Anblick im Spiegel fing ich sofort wieder an zu strahlen. Mein Brautkleid hatte keinen riesigen Reifrock, sondern war nur etwas ausgestellt, der cremeweiße Farbton ließ meine Haut noch blasser wirken. Mein Kleid war trägerlos und besaß so etwas wie eine Korsage, die am Rücken geschnürt war. Dazu kam der Schleier, der mir über den Rücken bis knapp zu den Ellbogen reichte. Außerdem hatte mir Mira meinen langen schwarzen Haare leicht gelockt und sie dann bis auf eine Strähne hochgesteckt, diese eine Strähne rahmte mein Gesicht ein. Ich lächelte, während mir Erza eine filigrane silberne Kette (ein Magie-Blocker, den ich vor kurzem gefunden hatte und der sehr gut zu meinem Brautkleid passte) anlegte. „Ich kann es nicht glauben, dass ausgerechnet du als erste von uns heiratest.“, bemerkte sie dabei. Ich hörte das Lächeln in ihrer Stimme. „Na ja, so lange dauert es bis zu dir ja auch nicht mehr.“, lächelte ich. Erza lachte leise. „Ja, aber heute geht es nur um dich, meine Liebe.“ Ich drehte mich strahlend zu meinen beiden besten Freundinnen um. Mira trug ein dunkelblaues knielanges Kleid und hatte ihre langen weißen Haare offen gelassen, während Erzas Körper in einem dunkelvioletten langen Kleid mit hohem Seitenschlitz steckte und sie die langen scharlachroten Haare hochgesteckt trug. Zwei wunderschöne Brautjungfern. Ich strahlte die beiden an. Plötzlich steckte Gildarts den Kopf in den Raum. „Seid ihr dann soweit?“ Mira klatschte in die Hände, Erza und ich nickten. Alles war vorbereitet. Gildarts würde mich zum Altar führen und der Master würde Laxus und mich dann trauen. Fried war Laxus Trauzeuge, meine Trauzeuge war Gray, sozusagen als mein kleiner Bruder. Kurze Zeit später schritten Gildarts und ich den Mittelgang entlang. Ich hatte meinen Blick auf Laxus gerichtet, der mir entgegenlächelte. Alles war perfekt.

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1419342610
Zuhause
Zuhause
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2014-12-23
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (4)

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lila (36304)
vor 710 Tagen
wow ,die geschichte ist einfach nur toll!!!
und dieses ende *~*
Rebac (21540)
vor 856 Tagen
Einfach klasse! Bitte schreib noch mehr solcher Geschichten!
Lady Madness (75402)
vor 864 Tagen
Danke :D Ich wollte sie eigentlich bei Fairy Tail Fanfiction reinstellen, aber da ist was schiefgegangen... ^^
pine (12032)
vor 913 Tagen
Die Geschichte ist genial mehr kann Ich nicht sagen