Eine etwas andere Reise durch Mittelerde 3

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3 Kapitel - 3.345 Wörter - Erstellt von: Scath15 - Aktualisiert am: 2014-12-23 - Entwickelt am: - 997 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Gimli:

    So, heute war also der große Tag, an dem die Reise beginnen sollte. Die Gruppe, die bis jetzt nicht wirklich als Gemeinschaft bezeichnet werden konnte, warf sich größtenteils gegenseitig skeptische Blicke zu, als wir die Pferde ans Tor führten. Dort erwartete uns allerdings eine Überraschung in Form einer großen, schlanken Frau, die, ohne dass ich mich oberflächlichen Äußerungen zuwenden möchte, einfach nur als scharfe Braut bezeichnet werden konnte. Gut gebaut steckte sie in einer schwarzen, engen Lederhose, einem weitem Hemd, über dem sie eine enge Schnürrbluse ohne Ärmel trug und dazu einen Umhang. Einen Bogen über die Schulter gehängt und ein mittellanges, dünnes Schwert an der Seite, die schwarzen gelockten Haare wehten in der Brise, musterte sie uns mit einem stechenden Blick aus dunklen, grünen Augen. Sie hatte die Hand in die wilde Mähne eines schwarzen Pferdes gegraben. Die elbische Verkörperung eines Racheengels. Zwei schnelle Blicke zu den Seiten bestätigten meinen Eindruck. Von den Hobbits wurde sie mit offenem Mund angegafft, Boromir sah aus, als wollte er ihr gleich die schlechtesten Anmachsprüche des Universums vor den Latz knallen und selbst Legolas, dem ich nicht einmal zugetraut hatte, eine Frau von einem Mann zu unterscheiden, sah sie unverhohlen bewundernd an. Getoppt wurde das Ganze nur von Aragorn, der schnell den Blick abgewandt hatte, als würde Arwen an seiner Seite verhindern, dass ihm die Existenz von noch schöneren Frauen unbemerkt blieb. Der Einzige, der keine merkliche Reaktion zeigte, war Gandalf. Er blieb ganz gelassen und fragte sie nur ruhig. „Können wir Ihnen helfen, Navahon?“ „Ich werde euch begleiten. Mein Patron hat bereits mit Elrond gesprochen, der zugestimmt hat, dass ich Teil dieser Gemeinschaft werde.“ Boromir verlor auf einmal den träumerischen Ausdruck und lachte spöttisch: „Eine Frau in dieser Unternehmung? Frauen gehören in die Küche!“ „Und warum, wenn ich fragen darf?“ Sie machte einen kurzen spöttischen Knicks. „Ist das Eure Meinung, Boromir?“ „Ich kenne viele, aber keine ist in der Lage, mit einem Schwert umzugehen. Diese Unternehmung ist gefährlich und wir brauchen keinen Klotz am Bein, der Kochtöpfe mit Schwertern und Bratpfanne mit Pfeil und Bogen verwechselt“ Wenn möglich, wurde Navahons Blick noch kälter, als sie sagte: „Egal, welche Waffe ihr auswählen würdet, ich wäre euch in jeder Disziplin überlegen.“ Diese Frau gefällt mir. Ich grinse und als sie mich anschaut, recke ich den Daumen und zwinkere ihr zu. Ich ernte ein schwaches Grinsen. Boromir prustet unterdessen los. „Ich schlage mich nicht mit Frauen.“ Gandalf sagt nichts, die Hobbits gaffen, aber jetzt beschließt Legolas, auch etwas zu sagen. „Soll das heißen, ihr lehnt die Herausforderung einer Elbin ab? Ich bin sicher, sie würde euch in den Boden stampfen.“ Dann geht Boromir auf, dass es ernst gemeint ist. „Gut, aber heult nicht zu sehr, weinende Frauen gehen mir so auf den Magen.“ Er grinst über seinen eigenen Scherz bis ihm aufgeht, dass kein anderer lacht. „Okay, ich wähle den Schwertkampf.“ Sie dreht sich um und ruft über die Schulter zurück: „Folgt mir, meine Herren, wenn ihr sehen wollt, wie dieser Herr seinen Stolz verliert.“ Ich mache mich sofort auf den Weg. Das lasse ich mir nicht entgehen.

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    Legolas:
    Das Mädchen, ich glaube Gandalf hatte sie Navahon genannt, machte sich spöttisch lächelnd auf den Weg zum Kampfplatz. Ich folgte genauso wie der Rest der Truppe. Wenn Boromir Aragorn nicht beleidigt hätte, würde ich ihn vor ihr warnen. Ich wusste um ihre Kampferprobtheit. Gestern der Schlag hatte mich überrascht. Ich konnte nicht schneller reagieren, sie hatte mich einfach überrumpelt. Mein Fausthieb sollte sie eigentlich als Erstes treffen, nur war ich zu langsam. Um ehrlich zu sein, das war mir noch nie passiert. Dementsprechend beleidigt war ich auch und der blaue Fleck, der nun auf meinem Oberkörper prangte, gab meinem Stolz den Rest. Aber zurück zum Geschehen. Boromir prahlte den ganzen Weg: „Ich werde nicht so hart zuschlagen, macht euch keine Sorgen. Wir wollen ihr hübsches Gesicht ja nicht zerstören.“ „Tut Euch keinen Zwang an", sagt sie zu Boromir ohne sich umzudrehen. Ich verbeiße mir ein Grinsen, während Gimli unverhohlen lacht. Aragorn schüttelt nur den Kopf und befiehlt genervt, zu beginnen. Sie zieht elegant ihr Schwert und hält es sich vors Gesicht, eine Hand an der stumpfen Seite. Sie ist hoch konzentriert. Eine Locke weht ihr vors Gesicht während sie auf Boromirs Angriff wartet. Sie ist wunderschön. Dann beginnt der Kampf. Zu sagen, er wäre schnell, ist eine Lüge. Für menschliche Augen mag es rasant zugehen, aber ich sehe, dass sie sich nicht richtig bemüht. Sie lässt Boromir alle Tricks ausprobieren, die er kennt. Keine schmutzige Finte von ihm findet ihr Ziel. Mühelos wert sie alle ab. Ich starre sie offensichtlich an. Sie ist extrem elegant und bewegt sich wie eine Katze. Dann bohrt Gimli mir den Ellenbogen in die Rippen. Findet er das lässig! Man könnte jemanden auch einfach namentlich ansprechen. „Was?“, zische ich genervt. Ich kann und will den Blick nicht von Navahon abwenden. „Mach den Mund zu, das wirkt weder intelligent noch attraktiv, Elbenprinzchen.“ „Behalte deine klugen Sprüche lieber für dich, sie täuschen auch nicht über deine Größe hinweg, Zwerg“, schieße ich zurück. Ich versuche, cool zu bleiben, fühle mich aber ertappt. Dann schwingt Navahon scheinbar entnervt ihre Waffe und Boromir steht entwaffnet und mit ihrem Schwert an der Kehle da. "Habe ich mich genug qualifiziert, um an eurer Expedition teilzunehmen?", fragt sie durch den Jubel der Hobbits hinweg. Boromir neigt ergeben den Kopf.

    Boromir:
    Unsere Gruppe hatte sich auf dem Weg gemacht, nachdem ich so schmählich verloren hatte. Besiegt von einer Frau! Wenn jemand in Gondor das erfahren würde, ich wäre geliefert. Das eigentliche Problem lag jedoch darin, dass ich diese Frau bewunderte. Sie dagegen ignorierte mich. Ich hatte mich wie ein Macho benommen und wurde dafür bestraft. Nehme ich an. Ich lenke mein Pferd neben sie. "Wollt ihr mich mit weiteren Tipps zu Bratpfannen und Kochtöpfen beehren, Herr Boromir?" Sie schaute nur kurz zu mir her. "Ich wollte Euch eigentlich um Verzeihung bitten. Meine Arroganz war alles andere als erstrebenswert" "Zeigt mir jemanden, dessen Arroganz es ist und Ihr werdet höher in meiner Achtung stehen. Habt Ihr noch ein Anliegen?" Selbstironie pur. Ich muss schmunzeln und ein schneller Blick zu ihr verrät mir, dass es ihr ähnlich geht. "Nun, falls Ihr Fragen zur Haushaltsführung habt, dürft Ihr Euch an mich wenden." Ich neige, hoffend, dass sie den Spaß versteht, gespielt gönnerhaft den Kopf. Sie lacht. Ein freies klares Lachen. Ich glaube, sie hat mir verziehen. "Ich versichere Euch, Herr Boromir, bei solchen Problemen werdet Ihr mein erster Ansprechpartner sein." Ich erwidere ihr strahlendes Grinsen. "Wollen wir die formelle Anrede nicht sein lassen, Frau Navahon? Ich komme mir so alt vor." "Gerne." Wir reiten schweigend nebeneinander her. Das Stille ist aber nicht unangenehm, sondern eher freundschaftlich.

    Frodo:
    Ich mag Boromir nicht. Er ist mir unheimlich. Natürlich grundlos, aber man sollte sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Jetzt reitet er neben Navahon her. Ich verstehe sie beide nicht. Erst verspotten und bekriegen sie sich, jetzt scherzen sie gemeinsam. Ich habe den Eindruck, dass ich nicht der einzige Unverstandene bin. Auch Legolas sieht eifersüchtig aus. Aber die ist auch eine scharfe Braut. "Was hältst du von ihr, Herr Frodo?" Sam schaut mich aufmerksam an. "Sie ist hübsch." Er sieht nachdenklich drein. "Ich finde sie beängstigend", sagt er dann ernst. Merry und Pippin lachen laut. "Sie ist einfach temperamentvoll", meint Pippin. "Eine Frau zum Pferdestehlen, ihr werdet schon sehen." "Oder die legt euch vorher um." Den skeptischen Sam kann offensichtlich keiner überzeugen. "Mach dir keine Sorgen, Samweis, Aragorn wird uns schon beistehen." Er schaut auf den Ring, den ich um den Hals trage, dann nickt er, immer noch einen misstrauischen Ausdruck in den Augen. "Und zum Umlegen", wirft Merry dreckig grinsend ein, "wer da wen flach bekommt, werden wir noch sehen!"

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    Navahon:
    Unsere Gruppe beschließt schließlich eine Pause zu machen. Ich habe den ganzen Weg mit Boromir gelacht. Bis auf seine Verfehlung, Frauen für schwach zu halten, ist er ein toller Kerl. Auf gewisse Weise sieht er sogar gut aus. Er bringt mich aber eben nicht so in Verlegenheit wie ein gewisser Elb, in dessen Richtung meine Gedanken des Öfteren schweben. Und nicht nur meine Gedanken, ständig scheine ich ihn anzustarren, nur fällt es mir eben erst auf, wenn er mich wütend ansieht. "Hier die Stelle ist gut!", ruft Aragorn von vorne. Er reitet neben Legolas. Wir beginnen ein Lager aufzuschlagen. "Navahon, du wirst gemeinsam mit Legolas das Lager aufbauen, der Rest hat frei. Wir werden uns abwechseln", ordnet Aragorn an. Alle verziehen sich und wir begutachten die Vorräte und den Ort, den wir in eine angenehme Stätte verwandeln müssen. Karge Landschaft, trockene Büsche und Felsen auf einem kleinen Hügel. "Irgendeine Idee?", frage ich so kühl wie möglich. Er schüttelt den Kopf. Sonst sagt keiner etwas. Wir sehen uns nicht einmal an. "Das ist doch albern", platzt er heraus. "Könnt ihr mir nicht verzeihen? Ich wollte Euch nicht direkt schlagen." "Da bin ich ja beruhigt." Seine Stimme klingt erzürnt, aber ruft trotzdem irgendein Gefühl in mir wach, das ich nicht näher bestimmen kann und will. "Möchtet Ihr Euch nicht entschuldigen!", hakt er ungeduldig nach. Ich schüttele den Kopf. "Hinterfrage alles, aber bereue nichts!" Er lässt seine Luft zischend entweichen. "Egal, lass uns das einfach fertig machen, ja?" Zögernd nicke ich. Nicht zögernd, weil ich beleidigt bin, sondern weil ich Angst habe, mich vor ihm zu blamieren. Ich will nicht, dass er mich für eine komplette Idiotin hält.

    Wir bereiten die Schlafplätze so vor, dass alle dicht beieinander liegen, damit die Wärme übergeht. Nur darf sich jeder allein aussuchen, wo er liegen darf. Noch während wir aufbauen, überlege ich, wie ich am besten an Frodo drankomme. Ich sehe, dass Sam mir misstraut, auch wenn er es nicht offen ausspricht. Ich kann es ihm nicht verübeln. Und außerdem schweifen meine Gedanken ständig dazu ab, mich einfach neben Legolas zu legen. Nicht, dass ich verliebt wäre, zwischen uns liegt einfach eine Art sexuelle Anziehungskraft in der Luft. Ich bin mir sicher, er hat sie auch gespürt. Apropos spüren: Mir tippt jemand auf die Schulter. Ich fahre erschrocken herum und realisiere, diesmal bevor ich zuschlagen kann, dass es Legolas ist. Er grinst: "Immer ruhig mit den jungen Pferden." "Wenn du ein Pferd wärst, hätte ich kein Problem mit dir. Ich könnte dich wahrscheinlich stundenlang reiten." Mein Blick wandert ständig zu seinen Lippen, sodass ich erst merke, was ich gesagt habe, als er auch schon laut loslacht. Ich beiße mir auf die Lippe. Das war nicht so geplant. Er denkt offensichtlich, es sei ein Scherz gewesen und so lache ich nach Sekundenbruchteilen einfach mit. "Schade, dass ich kein Pferd bin." Er zwinkert. Ich habe den Eindruck, dass er noch etwas sagen will, weil er sich ein wenig nach vorne gebeugt hatte, aber dann geht er doch nur raus und lässt mich sprachlos stehen.


    Aragorn:
    Ich habe das Gefühl, diese Sache zwischen Legolas und Navahon ist endlich geklärt. Während sie die Lagerstätte aufgebaut haben, lachen sie die ganze Zeit zusammen. Aber nicht, dass sie nur lachen, ständig sitzen sie dicht zusammen und stecken die Köpfe zueinander. Boromir macht zwar auch Scherze, ist aber von der Zweisamkeit ausgeschlossen. Also beschließt er irgendwann, Merry und Pippin den Schwertkampf beizubringen. Er fragt zwar, ob ich mich anschließen wollte, aber ich verneine. Möglicherweise albern, aber Legolas und Navahon erinnern mich zu sehr an Arwen und mich. Ihre langen schwarzen Haare und ihre funkelnden Augen. Wie sie lächelt, während ich sie küsse und wie ernst ihre Stimme ist, als sie sich von mir verabschiedet. Ich bekomme sie einfach nicht aus dem Kopf. Dann legt Legolas einen Arm um Navahons Schulter, flüstert ihr etwas zu und ihr Lachen ertönt. Ich bin angepisst, weil sie so glücklich sind und meckere sie einfach an: "Könnt ihr nicht einfach mit dem Geschäker aufhören? Und irgendetwas Sinnvolles machen, z.B. Pfeile durch die Gegend schießen wie es dämliche Elben tun sollten?" Legolas sieht mich verletzt an, zieht dann aber Navahon mit sich weg. Und ich komme mir schlecht vor und bleibe mit dem Rest unserer ärmlichen Gesellschaft ums Feuer sitzen.

    Legolas:
    Ich gestehe, am Anfang hielt ich Navahon zwar für eine wunderschöne, jedoch eingebildete junge Frau. Und soll ich euch noch etwas verraten? Ich lag so daneben wie noch nie. Das klingt zwar irgendwie erbärmlich und klischeehaft, aber als wir uns unterhalten haben, kam ich mir vor, als hätte ich eine Seelenverwandte. Zumindest wenn ich ihr dann mal zugehört habe, ich glaube, die Hälfte von dem, was sie gesagt hat, habe ich nicht mitbekommen, weil ich sie unauffällig beobachtet habe. Jedes Mal, wenn ihr eine Locke ins Gesicht gefallen ist, wollte ich sie wegstreichen. Wenn sie vor mir stand und mit mir geredet hat, wollte ich sie küssen. Ihre Lippen gehen mir generell einfach nicht aus dem Kopf. Und sie auch nicht. Als Aragorn uns jetzt vom Feuer weggescheucht hat, war ich zwar beleidigt, stelle aber schnell fest, dass man die Zeit genauso gut sinnvoll verwenden kann. "Hm, was wollen wir machen?", fragt sie da auch schon. Ich hebe anzüglich die Augenbrauen. "Einen romantischen Spaziergang im Mondlicht, an dessen Ende wir uns die Kleider von Leib reißen können." "Wenn man Kleider vom Leib reißen durch im See ertränken ersetzt, hört sich der Vorschlag gut an." Sie lächelt mich an und ich ziehe sie an mich. Ich denke nicht darüber nach, sondern handle einfach. Sie befreit sich nicht und so laufen wir durch das Grasland. "Warum hast du dich der Gemeinschaft des Ringes angeschlossen?", fragt sie plötzlich durch die Stille. "Weil ich mich von meinem langweiligen Leben ablenken wollte. Und ich schuldete Aragorn einen Gefallen." "Möchtest du beides vielleicht näher ausführen?". Sie grinst mich fast schüchtern an. "Als es mir einmal sehr schlecht ging, war Aragorn da für mich wie kein Anderer. Und mein Leben ist streng genommen nicht langweilig, sondern eintönig. Ich komme mir gefangen vor. Ich brauchte Freiraum und dachte, ihn hier zu finden." Sie ist still und ich bin ihr dankbar dafür. Ich schätze es an Frauen, wenn sie einmal den Mund halten können. Immer wenn ich von mir erzähle, versetze ich mich wieder zurück. Ich behaupte zwar, über Tauriel hinweg zu sein, aber ich fürchte, tief im Inneren trauere ich noch um sie. Sei es nur um ihren Tod. Navahon stupst mich mit dem Ellenbogen an. Seltsamerweise stört mich bei ihr diese Geste nicht, sondern lässt nur einen warmen Schauer durch meinen Körper rieseln. "Bist du noch da?" Ich nicke, während ich langsam wieder in die Gegenwart gleite. "Ich gehöre ganz dir."

    Navahon:
    Es ist zu leicht, mit Legolas zu reden. Erstens verwirrt er mich und zweitens weckt er Wünsche in mir, die ich nicht fühlen möchte. Er bringt mich von meinem Vorhaben ab. Statt um den Ring kreisen meine Gedanken um die eisblauen Augen eines gewissen Herrn. Der nicht an mir interessiert zu sein scheint. Zumindest nicht mehr als freundschaftlich.
    Als ich von Legolas zurückgebracht wurde, lag der Rest schon auf den Schlaflagerstätten. Ich bequemte mich auf den Platz neben Frodo, der noch wach war. Leider ließ er sich nicht in ein Gespräch verwickeln und meine Annäherungsversuche wurden allesamt abgeblockt. Ich tippe, dass Samweis ihm etwas eingeredet hat. Trotzdem ist mir der Kleine sympathisch. Er weckt einen Beschützerinstinkt in mir. Und etwas, das man beschützen möchte, kann man schwieriger bestehlen und umbringen. Ich beobachte ihn die ganze Nacht. Als er sich umdreht, rutscht plötzlich der Ring aus seinem Hemd hervor. Instinktiv strecke ich die Hand nach dem glänzenden Metall aus. Ich bin auf ihn fixiert. Mein ganzes Sein begehrt danach, den Ring der Macht an mich zu reißen und ihn Ibenir auszuhändigen. Meine Fingerspitzen berühren die kühle, glatte Oberfläche und ich spüre ein Zischen. Als ob er mit mir redet! Ich umschließe ihn und halte ihn nun in der Hand. Ein Ruck und er wäre der meine. Es könnte mich keiner aufhalten, ich würde sie alle besiegen wie auch Boromir besiegt wurde. Nur Legolas, der könnte tatsächlich ein Problem werden. Legolas. Allein der Name erweckt dutzende Gefühle in mir zum Leben. Kann ich ihm das antun? Kann ich mir das antun? Sollte ich den Ring nehmen, wird er mich höchstens noch beachten, um mich aufzuhalten. Die Berührungen und Küsse, die ich mir in den dunkelsten Stunden der Einsamkeit ausgemalt hatte, würden dort bleiben. Versteckt in der hintersten Ecke meiner Fantasie und ich wäre so verlassen wie vorher. Denn nie, nicht einmal in Gesellschaft meiner Schwester, hatte ich mich so geborgen gefühlt wie bei Legolas. Wollte ich dazu beitragen, sein Leben und das von ganz Mittelerde aufs Spiel zu setzen? Konnte ich dann noch glücklich sein? Ich wusste es nicht. Aber der Gedanke an Legolas hatte mich schwach gemacht und ich hatte meinen Griff gelockert. Also löste ich meine Finger ganz und zog die Hand langsam und stockend zurück, denn das Vernünftige in mir mahnte mich zu handeln, bevor ich die Gemeinschaft mehr lieb gewonnen haben sollte. Keinen Augenblick zu früh hatte ich meine Finger weggenommen, denn in dem Augenblick, als sie außer Reichweite waren, drehte sich Sam um und schaute mir direkt in die Augen. „Was tust du da, Navahon?“, verlangte er leise, aber dennoch voller Nachdruck, zu wissen. „Ich habe ihn nur zugedeckt.“ Ich wies auf den schlafenden Frodo. Sam beäugte mich immer noch misstrauisch. „Lass die Finger von Frodo, lass dir das gesagt sein. Bis jetzt glauben dir noch alle, dass du nichts im Schilde führst, aber sollte es anders sein, werde ich es mitkriegen und ich werde dich vernichten.“ Mit diesen Worten schloss er die Augen und auch ich drehte mich um. Seine Drohung mochte mir körperlich nichts anhaben, aber verletzte mich einerseits psychisch und mahnte mich andererseits, aufmerksamer zu sein. Wäre er Sekunden vorher wach geworden, ich wäre geliefert gewesen. Und mit diesen Gedanken im Kopf und Legolas Gesicht vor Augen fiel ich in einen unruhigen Schlaf.

Kommentare Seite 1 von 1
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Thea ( 49516 )
Abgeschickt vor 515 Tagen
Schreib bitte weiter deine Geschichte ist cool und ich kann es kaum erwarten, dass du weiter schreibst.🙃
Snowballcooky ( 29224 )
Abgeschickt vor 727 Tagen
Schreib bitte weiter
Luckymau ( 66689 )
Abgeschickt vor 759 Tagen
Schreib unbedingt weiter
Bella dream ( 46153 )
Abgeschickt vor 805 Tagen
Na los, worauf wartest du schreib weiter��
Nikau ( 23191 )
Abgeschickt vor 808 Tagen
Schreib! Unbedingt! Weiter!!!!!
Das ist genial!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wie geht's weiter ? :)
Tinuviel ( 88046 )
Abgeschickt vor 811 Tagen
OMG!!! Das ist so genial schreib weiter.
Legolas' Tochter ( 16214 )
Abgeschickt vor 812 Tagen
OMG...diese Storry ist der Wahnsinn. Bitte, schnell weiter Schreiben.... Biiiitte....
Kater ( 97862 )
Abgeschickt vor 813 Tagen
Woher kommen dir nur all diese Ideen?
Tinuviel ( 54885 )
Abgeschickt vor 826 Tagen
Mir gefällt es sehr gut. Abgesehen von der Umschreibung "scharfe Braut" , aber ich hege einen Erfahrungsbedingten Hass gegen das, nichts persönliches:)
Louna ( 33719 )
Abgeschickt vor 827 Tagen
Wow! Der nächste teil ist ja noch besser! Jetzt wirds spannend. Und die scherze und generell die wortwahl sind sehr gut! Schreib weiter! :)
Scath15 ( 03128 )
Abgeschickt vor 830 Tagen
Ich gebe mein Bestes @Bella dream ;)
vielen dank für die positive Rückmeldung ihr lieben:)
Bella dream ( 80769 )
Abgeschickt vor 830 Tagen
Ich lege dir die Pflicht weiter zu schreiben auf. Also versage nicht XD
Goldlocke1999 ( 34950 )
Abgeschickt vor 833 Tagen
SCHREIB WEITER😂
Tinuviel ( 56534 )
Abgeschickt vor 834 Tagen
Schreib weiter, schreib weiter! Ich finde die Idee toll:)
Louna ( 68775 )
Abgeschickt vor 840 Tagen
Ja schreib weiter! Das ist mal was anderes aber trotzdem sehr interessant und spannend :
AliceChantal ( 30097 )
Abgeschickt vor 840 Tagen
Eine wirklich interessante Geschichte! Ich freu mich auf die Fortsetzung! *-* :)
Lg
Alice ;D