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Auge der Seelen - Schattenreich - Teil 1

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2 Kapitel - 4.225 Wörter - Erstellt von: Traumtänzerin - Aktualisiert am: 2014-12-18 - Entwickelt am: - 4.674 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hallo Ihr Lieben. Es geht weiter. Die Schlacht um Hogwarts ist geschlagen und die grauen Tage sind vorüber! Sicher? Öffnen sich neue schwarze Tore und gelingt es Alira, Sirius wiederzufinden? Fragen über Fragen und hier vielleicht der Anfang der Antworten...

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    Einige Jahre später...Ich saß in meinem Büro und wartete auf Neville. Seit er hier Lehrer war, schienen wesentlich mehr Schüler Interesse an Kräu
    Einige Jahre später...

    Ich saß in meinem Büro und wartete auf Neville. Seit er hier Lehrer war, schienen wesentlich mehr Schüler Interesse an Kräuterkunde zu haben. Es hing eben doch sehr viel vom Lehrer ab. Ich seufzte. Meine Gedanken flogen zur besten Lehrerin, die ich je hatte kennenlernen dürfen. Nicht weil keiner solch guten Unterricht gemacht hatte wie sie. Nein, es war ihre Art gewesen. Nichts auf der Welt hatte sie halten können. So auch diese Schule nicht. Vor zehn Jahren hatte sie sich auf die Suche nach ihrer großen Liebe gemacht. Oft stand ich am Fenster und hoffe sie würde auftauchen. Doch sie tat es nicht. Dabei hatte ich so viele Fragen.
    In diesem Moment riss mich ein Klopfen aus den Gedanken.
    „Immer herein bitte.“, rief ich und kurz darauf trat ein schlaksiger Mann in mein Büro. Er lächelte und ich sah in seinen Augen den Helden, der er trotz aller Steine in seinem Weg geworden war. Er hatte mich mit Stolz erfüllt und tat es immer noch. Als er einst die Schlange Voldemorts ermordete, war wohl allen klar, dass aus dem tollpatschigen Krötenbesitzer ein echter Erbe Griffindors geworden war. Seine Eltern wären so stolz auf ihn.
    „Hallo Neville, setzen Sie sich doch.“, erwiderte ich sein Lächeln und deutete auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch.
    „Was gibt es denn, Minerva?“
    „Dieses Schuljahr findet doch das Trimagische Turnier erneut in Hogwarts statt. Daher wollte ich fragen, ob es für Sie in Ordnung wäre, in diesem Jahr die Betreuung des Champions unserer Schule zu übernehmen?“
    Seine Augen wurden riesig. Fast verschluckte er sich an seinen Worten, als er mir überschwänglich dankte.
    „Mr. Potter und seine Freunde werden wohl während dieser Zeit in Hogsmeade wohnen, da es den ehemaligen Champions gestattet ist, am Weihnachtsball teilzunehmen.“
    „Eine wundervolle Idee.“, strahlte er immer noch.
    „Ja, die Familie kehrt wieder heim.“, meldete sich nun eines der Portraits an der Wand. Es zeigte Salazar Slytherin, der in Fleisch und Blut ebenfalls sein Kommen für den Weihnachtsball angekündigt hatte.
    „Nicht ganz.“, murmelte Neville und ich teilte seine Meinung dazu. Alira hatte über all diese Kinder gewacht. Vor allem in ihrem letzten Jahr hier. Unzählige von ihnen schrieben mir regelmäßig und erkundigten sich nach der Vampirdame, die so viel gegeben hatte in ihrem Kampf für das Licht in unserer Heimat. Ich hoffe inständig, dass es ihr gut ging.
    „Sie würde nicht wollen, dass wir hier so ein Trübsal schieben.“, meinte Neville dann mit sturem Blick und ich nickte. „Sollten wir vielleicht die Zwillinge bitten sich der Unterhaltung auf dem Weihnachtsball anzunehmen? Sie würden den inoffiziellen Teil sicher zu einem unvergesslichen Abend machen.“
    „Gute Idee. Ich werde die beiden kontaktieren.“

    Jeden Morgen, an dem ich erwachte, fragte ich mich, womit ich dieses Leben verdient hatte. Durch die hohen Fenster sah man auf einen märchenhaft schönen Garten, in dem all ihre Liebe immer noch zu spüren war. Ich hatte sie kaum gekannt. Nur als Lehrerin. Dennoch hatte sie mir geholfen an mich selbst zu glauben, als ich dies nicht vermochte. Harry hatte einmal gesagt, dass er sie nie anders kennengelernt hatte. Stark und unbeugsam. Eine Kriegerin. Irgendwie kam es mir falsch vor, dass ich in ihrem Haus lebte und nicht Hermine mit ihrer Familie. Ich hatte mir nach einigen Jahren eingestehen müssen, dass ich sie durchaus mochte und wie leid mir unsere Schulzeit tat.
    Noch etwas schläfrig tapste ich die steinernen Stufen hinunter in die Küche. Hier hingen neben meinen Fotos auch noch immer die Bilder, welche Professor Lestrange hier aufgehängt hätte. Der Orden des Phönix, Harry, Ron, Hermine, sogar Dumbledores Armee, Regulus Black und immer wieder die Rumtreiber und eine bildschöne Frau mit rotem Haar, die ich als Lily Potter kannte. Hermine hatte mir von Professor Lestrange erzählt. Wie sie gewesen war und wie unendlich groß ihre Liebe zu all jenen gewesen war, für die sie gekämpft hatte. Und irgendwann hatte sie mir von Sirius erzählt. Der Grund, weshalb sie gegangen war. Nachdem Remus Lupin gestorben war, gab es hier nicht genug, um sie zu halten. Jedes Mal, wenn ich an die Vampirin dachte, schwor ich mir, sollte ich je solche Freunde haben, würde ich sie mit meinem Leben schützen. Komme, was da wolle. Ich wollte nicht leben, wie sie es getan haben musste, ein dem Wissen, dass ihre besten Freunde alle tot waren. Letztlich sogar Snape, von dem ich ein kleines Bild neben die von Regulus und Lily gehängt hatte. Das würde sie sicher freuen, wenn sie zurück kam.
    „Draco?“
    Ich sah auf und blickte Luna für einen Moment in die Augen. Sie war hier vor knapp einem Monat eingezogen. Lange hatte ihre Beziehung mit Neville gehalten, doch eben nicht ewig. Als ich mitbekommen hatte, dass sie eine neue Bleibe suchte, hatte ich ihr zögerlich angeboten bei mir einzuziehen. Immerhin hatte sie Professor Lestrange gut gekannt. Jedenfalls besser als ich. Zudem war hier wirklich eine Unmenge Platz, vor allem seit Cho vor vier Jahren ausgezogen war. Es hatte einfach nicht sein sollen.
    Die Stimmung zwischen mir und Luna war immer noch ein wenig frostig. Sie vergab mir nicht, was ich ihr einst antat. Und vor allem, was ich Hermine angetan hatte. Doch deren Herz war so viel größer, als ich es verdient hatte. Aber vielleicht war es auch nur, weil sie Professor Lestrange nicht enttäuschen wollte. Wann immer sie mit mir sprach, spürte ich, dass sie noch jedes meiner bösen Worte im Herzen trug. Es tat mir unendlich leid, doch ich konnte es nicht rückgängig machen. Konnte sie nicht zwingen meine Freunde zu werden, so wie ich mir das schon seit langem wünschte. Sie waren Bekannte, die ab und zu zu einem Gespräch bereit waren. Mehr nicht.
    „Willst du auch Kaffee?“, fragte ich die blonde junge Frau, die dort nur mit einem knielangen Nachthemd vor mir stand. Klar sie war immer noch ein wenig schräg, doch brachte es mich jedes Mal zum Schmunzeln, wenn sie wieder behauptete, irgendwelche Wesen hätten ihre Schuhe versteckt.
    „Wir haben Besuch.“, sagte sie, ohne die Miene zu verziehen. Mit einem Mal fiel mir auf, wie geschockt sie aussah.
    Doch bevor ich etwas erwidern konnte, landete ein weiß-blauer Paradiesvogel vor mir.
    Ich musste nicht fragen, wessen atemberaubender Vogel das war. Ohne nachzudenken wusste ich, dass er zu Professor Lestrange gehören musste.
    „Was hat das zu bedeuten?“
    Luna zuckte die Schultern und trat auf den Vogel zu.

    Rise like a Phoenix

    Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich bereits suchte. Jegliches Zeitgefühl hatte ich verloren. Doch noch immer brannte eine Flamme in meinem Herzen, die kein Wind zu löschen vermochte. Vor mir glitzerten seine Augen und in meinem Kopf hörte ich Hermines Stimme, die mir immer wieder sagte, dass er noch lebte. Dass es einen Weg zu ihm gab. Dass er nicht verloren war. Und tief im Herzen spürte ich, sie hatte Recht. Doch wo sollte ich noch suchen? Die Erde war so groß und der Eingang der Hölle konnte überall sein. Jeder Legende war ich gefolgt, jeder noch so kleinen Spur. Doch ich würde ihn niemals aufgeben, jetzt wo es Hoffnung gab.
    So saß ich jetzt im Norden Russlands und wärmte meine Hände am Feuer. Natürlich fror ich nicht, doch seit einigen Tagen war ich in der Begleitung dreier Wanderer. Sie waren Einheimische und trieben ihre Yak-Herden gen Süden. Es war Herbst, so viel wusste ich und es würde bald noch kälter werden.
    „Dieses Monster jedenfalls, soll unweit der Gletscherspalte gesehen worden sein, zu der wir dich bringen.“, führte einer von ihnen die Sage aus, die sich in dieser Gegend seit einigen Generationen hielt. Ich hatte mich auf meinen Reisen als Autorin ausgegeben, die Mythen und Legenden aufschreiben möchte. So waren mir die unterschiedlichsten Geschichten zu Ohren gekommen. Viele waren vollkommener Humbug, doch Einige hatten tatsächlich magischen Ursprung. Doch keiner führte tatsächlich in die Hölle.
    Begonnen hatte ich meine Suche in Griechenland, da von dort die Sage des Hades kam. Da ich dort aber nicht fündig geworden war, hatte ich es in Italien, Ägypten und schließlich ganz Europa versucht. Daraufhin hatte ich beschlossen, immer weiter nach Osten zu ziehen. Nach jeder Niederlage hatte ich Hermine einen Patronus geschickt. Dies war mein einziger Kontakt zu meiner Familie. Ja, trotz all der Jahre waren sie meine Familie und würden dies immer bleiben!

    2
    Am nächsten Vormittag erreichten wir die erwähnte Spalte. „Folge ihr nach Westen. Dann gelangst du an die Stelle. Wir können dich leider nicht be
    Am nächsten Vormittag erreichten wir die erwähnte Spalte.
    „Folge ihr nach Westen. Dann gelangst du an die Stelle. Wir können dich leider nicht begleiten. Es ist schon verdammt kalt, die Tiere müssen schleunigst gen Süden. Sei sehr vorsichtig.“, verabschiedeten sich die Hirten und ich reichte ihnen dankend die Hand.
    Wieder alleine sprang ich leichtfüßig über das glatte Eis. Es bestand keine Gefahr für mich. Jedenfalls nicht durch diese Natur bedingt.
    Einige Stunden später wurde meine Hoffnung immer geringer. Gäbe es hier tatsächlich etwas so Unsterbliches wie den Cerberus, so hätte ich seine Präsenz schon lange gespürt. Doch an diesem trostlosen Ort lebte keine Magie. Frustriert sank ich an einer Eiswand zusammen und grub die Finger in den Schnee. Aus Frust wurde Wut. Brennde Wut. Rasend sprang ich auf und grub meine Finger wie Klauen in das Eis. Brüllend schlug ich darauf ein und wollte mich an der Eiswand abreagieren, als sie plötzlich zu vibrieren begann. Verwundert und wieder vollkommen nüchtern trat ich einige Schritte zurück. Dies keinen Moment zu früh, denn da stürzte bereits die gesamte Wand in sich zusammen.
    „Wer stört meine Ruhe.“, erklang eine dumpfe Stimme aus der nun sich zeigenden Höhle.
    „Jemand, der auf der Suche nach Antworten ist.“, gab ich zurück und trat zielsicher in die Grotte. So folgte ich ihr in die Richtung, aus der ich die Stimme vernommen hatte.
    Skulpturen an den Wänden ließen mich inne halten. Hier sah man hunderte Menschen, die eingefroren unter Höllenqualen zu schreien schienen. Mir schauderte es und ich machte, dass ich weiter kam. Ein wenig erinnerte mich meine ganze Suche an meine Zeit mit Regulus. Regulus. Wie hatte Slytherin gesagt? Der junge Black mit dem Herzen eines Wolfes? Ich liebte ihn noch ebenso wie damals und sein Tod schmerzte mich ebenso wie jener meiner anderen Brüder. Und der Tod meiner schönsten und stärksten Schwester. Ich wünschte mir alles erdenklich Gute für sie, wo immer sie jetzt alle waren. Doch Sirius würde ich zurückholen. Koste es, was es wolle!
    „Antworten habe ich viele, doch habe ich auch Fragen.“, antwortete die Stimme, nun viel, viel näher und bedrohlicher. Ich spürte, was immer da sprach war magisch und definitiv ebenso unsterblich, wie ich.
    Das Eis unter meinen Füßen wich kaltem Fels, auf dem hunderte Ornamente zu sehen waren. Wirklich schön, doch dafür war ich nicht hergekommen.
    „Nun, dann nenne mir eine deiner Fragen, so will ich dir eine Antwort geben. Als Gegenleistung beantwortest du mir meine Fragen.“, setzte ich an.
    Ein belustigtes Lachen war zu vernehmen. „Komm, sieh mir in die Augen und wir sehen, ob du bleiben möchtest.“
    „Mit Vergnügen.“, gab ich zurück und beschleunigte meine Schritte.
    Dann sah ich meinen Gesprächspartner endlich. Und was ich da sah, ließ mein Herz höher schlagen, ja sich fast überschlagen. Vor mir versperrte ein gigantischer dreiköpfiger Hund den Weg tiefer in den Fels. Sollte es möglich sein? Der Cerberus? Fassungslos starrte ich ihn an. Innerlich jubelte ich, doch die Stimme der Vernunft beruhigte mich. Es gab viele mehrköpfige Hunde. Dies hier musste nicht der Wächter des Totenreiches sein.
    „Du wirkst nicht verängstigt.“, murmelte einer der drei Köpfe, welcher jeder so groß wie ein Kleinwagen war. Das Fell war rabenschwarz und die gelben Augen glühten wie die der Werwölfe. Seine riesenhaften Pranken waren mit tödlichen Krallen bestückt und ich war mehr als sicher, dass er ebenso gefährliche Fänge besaß.
    „Nein, eher beeindruckt.“, gab ich zurück, während mein Blick noch immer über die ausgeprägten Muskeln wanderten. Ein wirklich wundervolles Geschöpf.
    „Dann gehe ich davon aus, dass du keine gewöhnliche Sterbliche bist?“
    „Überhaupt nicht sterblich.“, gab ich zurück und entblößte meine vampirischen Eckzähne.
    „Oho, eine Untote. Sowas hatte ich schon lange nicht mehr hier.“
    „Darf ich, nun da ich dir eine Frage beantwortete, meine erste stellen. Wie lautet dein Name?“
    „Eine sehr höfliche Frage.“, schmunzelte ein Kopf, dessen Stimme ein wenig weicher war als die jenes, der bis jetzt gesprochen hatte. „Man nennt mich Cerberus.“, sagte der dritte Kopf hochmütig.
    Vor Freude, Erleichterung und vollkommener Fassungslosigkeit schlug ich mir die Hände vor den Mund und musste die Lachtränen zurückhalten.
    „Das ist die schönste Antwort, die du mir geben konntest.“, strahlte ich ihn an.
    „So gehe ich davon aus, dass du mich suchtest.“
    „Ja, so ist es. Ich muss zu Hades!“
    „Nun, da du bereits tot bist, kann ich dir den Zutritt nicht verwehren, doch sei gewiss, dass dies nicht jeder auf deinem Weg so sehen wird. Achte auf dich, kleine Untote. Es werden dir Tücken begegnen, die weit über Grausamkeit hinausgehen.“
    Dies überraschte mich. Ich hatte mich innerlich schon auch einen Kampf mit ihm vorbereitet. Dass er mich doch einfach so ziehen ließ, hätte ich nicht zu träumen gewagt.
    „Glaube mir, ich bin bereit, jede Prüfung zu bestehen und jede Qual zu erdulden.“
    „So tust du es nicht für dich selbst?“
    „Nein.“
    „Du willst nicht den Schatz der Unterwelt stehlen?“
    „Nein. Ich muss mir meinen eigenen Schatz zurückholen.“
    „Also doch Reichtümer.“, seufzte er verächtlich.
    „Andere als jene aus Gold. Meine Liebe, mein Herz, der Sinn meines Lebens!“
    „Dann ist er sterblich? Denn jene Deinesgleichen können kommen und gehen, wie es ihnen beliebt.“, jetzt war die Stimme des Giganten neugierig, ja fast überrascht.
    „Ja, er ist sterblich und dennoch ist er das wertvollste, was mir in meinem langen Leben in Händen lag. Ohne ihn gibt es in dieser Welt nichts für mich.“
    „Deine Worte bewegen selbst mein Herz. Daher will ich dir helfen.“
    Er wandte einen der Köpfe hinter sich und stieß ein fürchterliches Brüllen aus.
    „Und nun lauf. Das hat die Hinderer für eine Weile verscheucht, jedoch nicht für lange.“
    „Ich danke dir.“, gab ich leicht sprachlos zurück. Immer hatte ich gehört, diese Kreatur sei das schlimmste neben dem Fenris, doch stattdessen hatte er ein sanftes Herz, das mit einer solch finsteren Aufgabe beladen war.
    „Leb wohl, kleine Freundin.“, rief er mir nach.
    „Ich werde deiner nie vergessen.“, antwortete ich wahrheitsgetreu und rannte immer schneller. Mit jedem Schritt schien es dunkler zu werden. Doch nicht wegen des schwindenden Lichtes, sondern wegen der erdrückenden Stille. Der felsige Gang war schmal und führte um unzählige Windungen tiefer und immer tiefer in den Fels hinein. Ich war ein Geschöpf der Unterwelt, doch hatte ich nie damit gerechnet, tatsächlich einmal dorthin zu gelangen.
    Doch in mir tobte ein wahrer Sturm. Es war möglich! Ich konnte ihn wiedersehen!
    Tatsächlich begegnete ich niemandem, bis ich schließlich zu einem klaren, dennoch aber finsteren Fluss gelangte. Unzählige Münzen verschiedenster Völker lagen auf seinem Grund und schimmerten wie die Sterne. Das hier musste der Styx sein. Jener Fluss, der nur zu passieren war, wenn man den Fährmann, Charon, bezahlte. Dieser ruderte gerade vom entlegenen Ufer auf mich zu. Eine schrecklich aussehende Gestalt. Ein Gerippe, nur noch mit dünner Haut überzogen und leeren Augenhöhlen. Das lange, schwarze Haar hing nur noch in lichten Strähnen über seine Schultern. Die knochigen Hände umklammerten ein Ruder aus weißen Gebeinen. Selbst der Kahn war aus Knochen und ich war froh, dass dies nicht das erste Mal war, dass ich solch Knochenbauten sah. Es erschien mir entwürdigend die Gebeine eines Toten so zu schänden. Doch ich war mir sicher, dass der Totengott dies als besondere Ehre ansah.
    „Keine Seele bist du, die passieren darf.“, krächzte Charon und sah mich einige Herzschläge lang aus seinen leeren Augenhöhlen an.
    „Ich kann die Überfahrt bezahlen.“
    „Das ist nicht von Belang. Um zu passieren, musst du sterben!“
    „Aber ich bin bereits tot.“
    „Dein Herz mag aufgehört haben zu schlagen, doch dein Geist ist nicht der eines Toten.“
    „Ich bin unsterblich.“
    „Was bist du dann?“
    „Mein Volk nennt sich Vesperugo.“
    „Vampir.“, kreischte die Gestallt nun und die leeren Augen füllten sich mit einem drohenden roten Schein. „Niemals lasse ich dich hinüber! Diebe! Gesindel! Höllenwesen!“
    „Du sagst es, Höllenwesen. Somit habe ich ein Recht zu passieren.“, gab ich ruhig zurück.
    „Das hast du verwirkt, alsDdeinesgleichen hierher kamen, um den Schatz zu rauben!“
    „Wenn ich ohne dich den Fluss passiere, wirst du mich aufhalten?“
    „Wie könnte ich, dieser Kahn bindet mich“, knirschte er, was mich ungemein beruhigte. Laut der Mythen war Charon ein sehr mächtiger Wächter, auch wenn dies nicht so schien.
    Bestimmt zog ich meinen Zauberstab und richtete ihn auf den Fluss. Eigentlich müsste nun eine Brücke erscheinen, doch nichts geschah.
    „Deine Zaubertricks nutzen hier nichts.“, lachte das Gerippe schaurig.
    Na gut, dann musste ich fliegen. Mit diesem Entschluss steckte ich den Zauberstab wieder ein und begann mich zu verwandeln. Die schwarzen Schwingen schlugen kräftig und so erreichte ich nach wenigen Herzschlägen das jenseitige Ufer.
    Zornig schrie der Fährmann, doch ich achtete nicht weiter auf ihn, ich musste weiter. Und das so schnell als möglich. Die Felswände waren nun mit Grabszenerien der verschiedensten Kulturen verziert. Die goldenen Zeichnungen waren atemberaubend schön. Sie erinnerten mich daran, wie oft ich darüber nachgedacht hatte, welche dieser Bestattungen mir am besten gefallen würde. Falls ich eines Tages sterben musste.
    Meine Schritte hallten laut und regelmäßig von dem steinernen Boden wider.
    Dann mit einem Mal trat mir eine schwarzgewandte Gestallt in den Weg. Einen Moment zögerte ich, doch dann erkannte ich eine lange dunkle Klinge in der Hand des Mannes. Nur einen Herzschlag benötigte ich, um das Schwert zu erkennen.
    „Regulus.“, keuchte ich und die Person hob den Kopf. „Regulus.“, kreischte ich nun, rannte auf den hageren Zauberer zu und warf mich in seine Arme. Doch er war nicht warm und auch zog er mich nicht so liebevoll an sich, wie er es einst stets getan hatte. Stattdessen spürte ich, wie er mir mit einem Ruck einen silbernen Pflock ins Herz jagte. Ungläubig riss ich die Augen auf. Noch immer hingen mir die Tränen in den Augen, doch ich war unfähig mich zu regen. Regulus schwieg und nahm mich grob auf die Schulter, um mich tiefer in den Stein zu tragen. Was war mit ihm geschehen? Warum war er hier? Was hatte all das zu bedeuten?
    Doch ich sollte meine Antworten bald bekommen. Kaum eine halbe Stunde hatte er mich getragen, da erreichten wir einen schwarzen Thronsaal. Auf einem ebenso finsteren Thron saß Hades. Stolz und mit langem, schwarzen Haar. Er trug ein prächtiges Gewand und sah mich forschend an. Seine Augen waren stechend grün und seine kantigen Züge ließen ihn noch strenger wirken. Zu seiner Linken saß eine wunderschöne Frau. Persephone. Wegen ihr war Sirius hier. Es war ihr Spiegel gewesen!
    „Du hast gute Arbeit geleistet, Diener, lass sie frei, aber halte sie gut fest.“, wies Hades Regulus an. Es regte mich auf, dass er geliebte Black ihm so hörig war.
    Als ich mich wieder regen konnte, zog mich Regulus dicht an sich heran.
    „Ich habe all deine Gebete gehört. Du fehltest mir schrecklich.“, flüsterte er. Was? War er doch nicht mehr nur ein Schatten seiner selbst?
    „Komm mit mir fort von hier!“
    „Das kann ich nicht.“
    „Wegen Hades?“
    „Nein, meines Herzens wegen.“, gab er zurück und da erst fiel mir der sanfte Blick auf, den Persephone auf Regulus gerichtet hatte. Ich musste lächeln. Zwar hatte ich ihm immer ein langes Leben gewünscht, doch hier hatte er eine Frau gefunden, die seine Liebe erwiderte. Hier war er glücklich.
    „Was treibt dich her, Vesperugo?“
    „Ein Mann, der vor langer Zeit durch den Spiegel Eurer Gemahlin in Euer Reich gelangte.“
    „Sirius Black.“, murmelte Hades. Fragend blickte ich ihn an.
    „Er sprach immer davon, dass du eines Tages hier erscheinen würdest.“
    „Die wahre Liebe kann nichts trennen.“
    „Die wahre Liebe, welch ein Ammenmärchen.“, rief er aus, doch Persephone richtete zum ersten Male ihre Augen direkt auf mich. Ich erkannte Bewunderung darin.
    „Du hast diesen ganzen Weg auf dich genommen, ohne zu wissen, ob du ihn findest, bloß, weil du ihn liebst? Und das noch nach all den Jahren?“ Ihre hellbraunen Haare schimmerten wie flüssige Bronze, als sie den Kopf noch ein wenig zu mir wandte. Und die Stimme dieser Frau war so warm, dass ich Regulus gut verstehen konnte. Diese Frau trug keine Kälte in ihrem Herzen. Sie war hier unten ebenso gefangen, wie Cerberus.
    „Ja, ich liebe ihn. Das tat ich selbst, als ich glauben musste, er sei ein Monster. Ich liebte ihn, als er nur noch ein Schatten seiner Selbst war. Ich liebte ihn, als nur noch seine Augen Zeichen seiner einstigen Schönheit waren. Denn ich liebte ihn seiner Seele wegen. Und für diese Seele würde ich durch jede Hölle gehen.“
    „Nun, wenn das so ist.“, Persephone war aufgestanden und trat an einen Spiegel, jenem aus dem Ministerium nicht unähnlich. Sie griff in die wabernden Schemen und zog schließlich eine davon zu sich. Als sie den weißen Nebel auf den Boden gleiten ließ, begann er sich auszudehnen und als er sich wieder lichtete, gab er einen Mann preis, der in den letzten zwölf Jahren nicht eine Sekunde gealtert war.
    „Sirius.“, entfuhr es mir, doch Regulus hielt ich zurück.
    „Hades lässt niemanden einfach gehen, du wirst seine Prüfungen bestehen müssen. Berührst du ihn vorher, gehört er für immer dem Totengott.“, flüsterte mir der verblichene Freund ins Ohr.
    „Danke.“
    „Ich habe das schon einmal erlebt. Vertraue auf das, was du über meinen Bruder weißt.“

    „Sie hat eine Nachricht bei sich.“, rief Luna, als sie sich wieder ein wenig gefangen hatte. Ich trat langsam auf den Vogel zu, der mich skeptisch musterte, mich aber gewähren ließ, als ich ihm die Pergamentrolle entnahm.
    „Von wem ist das?“, fragte meine blonde Mitbewohnerin aufgeregt und hüpfte an meine Seite, um mir über die Schulter zu sehen.
    „Victor Krumm.“, murmelte sie und auch mich verwirrte dieser Absender.

    „Lieber Leser,
    ich weiß nicht, ob dieser Brief die Herrin dieses Geschöpfes erreicht, doch in jedem Fall wird er in die richtigen Hände fallen. Ich bitte um Hilfe. Nicht mehr um Hilfe für mich. Wenn du dieses Schreiben liest, so bin ich bereits tot, da meine Hinrichtung in wenigen Stunden stattfinden wird. Doch kam dieser Vogel an das Fenster meines Gefängnisses und ich erkannte ihn sofort. Einige meiner ehemaligen Lehrer haben sich mit jenen übrigen Todessern zusammengetan und bilden in Durmstrang Schwarzmagier heran. Diese sollen dann auf dem Weihnachtsball des Trimagischen Turniers Hogwarts überfallen. Durch Zufall erfuhr ich von diesem Plan und versuchte einzugreifen, jedoch ohne Erfolg. Jedem Schüler, der sich gegen die Todesser, die sich nun Zirkel nennen, wendet, droht man mein Schicksal an. Lieber Leser, rette Durmstrang! Rette diese Kinder, bevor es zu spät ist!

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1418898333
Auge der Seelen - Schattenreich - Teil 1
Auge der Seelen - Schattenreich - Teil 1
Hallo Ihr Lieben. Es geht weiter. Die Schlacht um Hogwarts ist geschlagen und die grauen Tage sind vorüber! Sicher? Öffnen sich neue schwarze Tore und gelingt es Alira, Sirius wiederzufinden? Fragen über Fragen und hier vielleicht der Anfang der Antwo...
http://www.testedich.de/quiz35/quiz/1418898333/Auge-der-Seelen-Schattenreich-Teil-1
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2014-12-18
402D
Harry Potter

Kommentare (67)

autorenew

Tatze (21853)
vor 51 Tagen
Schreib weitet bittttte
Hündchen ( von: DaDa Star)
vor 83 Tagen
So was tolless habe ich nich nie gelesen!
♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡

LG Hündchen
JoyEggli ( von: JoyEggli)
vor 303 Tagen
Bitte schreib weiter! Nice!

Ps: Es wäre voooll lieb, wenn ihr mal hier
vorbei schauen würdet. Thx...

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473280183/Sirius-Black-und-ich
Fiona Granger (41543)
vor 321 Tagen
Bitte schreib schnell weiter! 🙏🏻
Forever Here (91543)
vor 417 Tagen
Biiiiiiittttttteeeee schreib weiter!
Ich finde diese Fan Fiktion sehr cool und auch berührend !!!
Annabeth de Villiers (77587)
vor 441 Tagen
Bitte schreib weiter ich finde es super ich habe noch nie so etwas schönes und bewegendes gelesen und habe echt heulen müssen obwohl ich eigentlich nicht so der Gefühls Typ bin.
sarana (31112)
vor 445 Tagen
Schreib weiter!!!! Biiiiittteeeeee....
LilyPotter (39077)
vor 500 Tagen
Es ist gerade soooooooo spannend!!!!
Bitte schreib weiter.
Glg LilyPotter
Laila Malfoy (78872)
vor 550 Tagen
Ich habe noch niieee so ne gute Geschichte gelesen 😍!
Kleiner Tipp: Werde Autorin!!!!!😍😍😍
Wann kommt die nächste 😍!
Jasi (75550)
vor 550 Tagen
Meiner Meinung nach solltest du mal über eine Kariere als Autor nachdenken!!
Du hast aufjedenfall das zeug dazu :-*
Jasi (69199)
vor 551 Tagen
Du hast echt einen coolen Schribstil der sehr angenehm ist
Die Geschichte ist auch Wunderschön
Schreib bitte weiter

Lg. Jasi
Cool (53068)
vor 590 Tagen
OMG, das ist sooooooooooooooooooooo... Schön. Du musst unbedingt weiterschreiben.
GLG.
Cool
Traumtänzerin (71681)
vor 620 Tagen
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Die Geschichte ist tatsächlich schon in Arbeit und sollte bis Ostern komplett fertig sein, dann gibt es alles auf einmal 😊
Liebe Grüße und bleibt wach
Eure Traumtänzerin
Meni (81808)
vor 632 Tagen
Wie cool du musst unbedingt weiterschreiben du hast es total drauf und das Zeug zur Autorin deine Geschichten sind einfach Hammer Traumtänzerin;):);-)

WOW
Cat x (11686)
vor 639 Tagen
Liebe Traumtänzerin! Ich finde dein Geachichten WUNDERVOLL und bitte dich, weiterzuschreiben.achbittr weiter!
PS: tut .ir Leid das ich mich so ausdrücke, aber wir haben seit einem halben Jahr Briefe verfassen in Deutsch:'(
Miss Phantasia (83090)
vor 671 Tagen
Genial !!!!!
Deine Ideen sind wirklich großartig und als sie den Schülern ihre Geschichte mit dem Tod von ihrem Geliebten erzählt hat hab ich total geheult !
Du musst umbedingt weiter solche Geschichten schreiben !
Dracoretta malfoy (00662)
vor 672 Tagen
du hast das Zeug zur Autorin toll wann geht die Geschichte endlich weiter
Die verrückte XD (39705)
vor 708 Tagen
Wow hab die ff zu ende gelesen und ich kann nur eins sagen DER WAHNSINN du hast so ultra talent und glaub mir ich spreche aus erfahrung bin ein rieeesssseeeeeennnnnnn fan!!! Freu mich riesig auf die nächsten teiek hoffe die kommen bald!!!
Bis irgendwann dann eure verrückte XD
CeCePc (68174)
vor 800 Tagen
Wow du schteibst echt gut ! Kommt noch ein näster Teil ? Ich finde die Ideen echt gut ;)
LG deine CeCePc
sirius fan (37282)
vor 854 Tagen
Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiil!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!