Die Halbelbe (6)

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1 Kapitel - 1.064 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2014-12-16 - Entwickelt am: - 1.298 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Wahrheit, Reisen und die Hoffnung...

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    Schon seit einigen Tagen war ich unterwegs, als ich in der Ferne einen riesigen Felsen sah. Der Carrock! Natürlich. Dann würde Beorns Haus auch nicht mehr weit sein. Und tatsächlich entdeckte ich bald ein kleines Holzhäuschen. Ich hoffte nur, dass der Hautwechsler mir nichts tun würde.
    Angekommen fasste ich meinen Mut zusammen und klopfte an seine Tür. Von drinnen ertönte eine raue, laute Stimme: „Wer wagt es, mich zu stören?“ Ich zögerte kurz, dann rief ich laut und entschlossen: „Eine, die um Euren Rat fragen will.“ Er wurde neugierig und öffnete die Tür. Er war ein sehr großer starker Mann und ich hatte großen Respekt vor ihm. „Nun denn, wer seid Ihr, dass Ihr es wagt, in meine Nähe zu gelangen?“, grummelte er. Ich verbeugte mich, lang genug um meine Höflichkeit zu zeigen und kurz genug, um nicht unterwürfig zu wirken. „Mein Name ist Élinna, Prinzessin der weißen Stadt.“ Er deutete ebenfalls eine Verbeugung an. Mir entging nicht der Anflug von Mitgefühl, der über sein Gesicht huschte. „Ihr wisst, was passiert ist, nicht wahr?“, fragte ich gefasst. Langsam nickte er. „Dies ist keine Sache, die man hier draußen besprechen sollte. Kommt doch herein und seid mein Gast.“ Ich nahm seine Einladung dankbar an, war ich doch die kalten Nächte und den Hunger leid. Als erstes tischte er mir ein gutes Mahl auf, das ich mit Vergnügen verspeiste. Während des Essens hatte mich Beorn nur schweigend beobachtet, doch jetzt, da ich fertig war, richtete er das Wort an mich. „Ich weiß, was Ihr wollt, Prinzessin. Ich wollt wissen, wo Eure Mutter ist und ob Euer Freund noch am Leben ist.“ Erstaunt sah ich ihn an. Er war voller Rätsel und Geheimnisse. Ich nickte. Deswegen war ich hier.
    Beorn erzählte mir alles, was er wusste. „Arwen Undomiel wurde in die Mienen Morias gebracht. Die Spuren, die nach weiter Norden führen, wurden eigens angelegt, um alle zu täuschen. Die Uruks bekamen den Befehl, von wem weiß ich nicht, sie gegen die Reiche Rohan und Lothlorien zu tauschen. Arwen ist ihr Druckmittel. Ich habe selbst versucht, sie zu befreien, doch auch in Moria gibt es Stollen, die für mich zu eng sind.
    Über deinen jungen Freund weiß ich wenig. Aber er ist am Leben und scheint nach Rohan gezogen zu sein.“
    Ich war unheimlich glücklich, dass Tim am Leben war, aber wie sollte ich Mutter aus Moria befreien? Die Gänge waren tief unter der Erde und weit verzweigt. Wer hier nicht gefunden werden wollte, der wurde es auch nicht.
    „Aber warum habt Ihr niemandem davon erzählt, wenn Ihr doch davon wusstet?“, fragte ich Beorn. Er wich meinem Blick aus. „Unsere Zeit ist vorüber. Jeder kennt die Geschichte über Smaug, die Zwerge und die Schlacht der fünf Heere. Doch erinnerte sich einer an meinen Namen? An meine Sippe? Nein. Wir sind für die Welt gestorben. Also warum sollte ich dieser Welt, die mich vergessen hat, noch helfen?“ Da empfand ich unheimliches Mitgefühl für Beorn, der einsam, ohne Familie und Freunde, die Jahre überdauerte. „Ich habe mich an Euch erinnert. Und Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ihr seid ein großer Krieger, Beorn, und jeder wird Euer Andenken in Erinnerung behalten.“, sagte ich und sah ihn zärtlich an.
    Ich blieb noch die Nacht alleine in seinem Haus, da er sich in einen Bär verwandelte. Als ich am Morgen aufwachte, hatte er mir schon ein üppiges Frühstück bereitet. Ich freute mich. Vor meiner Abreise bedankte ich mich noch mehrmals für seine Bewirtung und vor allem für seine Hilfe bei meiner Suche. Als ich das Haus verlassen wollte, brummte Beorn mir noch zu: „Seid nicht enttäuscht, wenn Euer Leben nicht so verläuft, wie Ihr es gerne hättet. Doch ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft, was sie auch bringen mag, Élinna, strahlende Hoffnung!“
    Seltsam. Was mochte er damit meinen? Ich hatte keine Ahnung.
    Meinen Beutel mit frischem Essen gefüllt, machte ich mich jetzt auf den Weg nach Süd-Westen, in Richtung der hohen Berge.
    Die Reise war hart und anstrengend. Doch der Gedanke an Mutter gab mir Kraft. Ich musste sie da rausholen! Ich hatte nicht die geringste Ahnung wie, aber das würde sich noch ergeben, so hoffte ich.
    Doch als ich am Eingang war, bekam ich den nächsten Schock. Er war verschüttet. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, das es nicht natürlich geschehen war. Was sollte ich nur tun? Da fielen mir die Zeilen aus dem Gedicht der Legende ein:

    „...und man sah den mächtigen Stein,
    der Herr von Moria ewig darunter begraben,
    die Zwerge in unendlichem seelischen Pein,
    die Gefallenen rundherum tot am Boden lagen.
    Ein Sonnenstrahl die Inschrift erhellt,
    während die restliche Welt ins Dunkel fällt.“

    Das musste heißen, das es irgendwo auf dem Berg in kleines Fenster gab. Wenn ich es fand, würde ich hindurch klettern können. Aber wo sollte es sein? Der Berg schien unendlich groß. Doch wer würde mir helfen? Da meinte ich eine Stimme zu hören. „Trage es immer bei, als Zeichen deines Namens. Es ist von großem Wert. In dunkelster Zeit wird es Hoffnung geben.“ Automatisch wanderte meine Hand zu meiner Kette, die ich seit meinem 5. Lebensjahr trug. Sie war aus Silber, mit einem grünen Stein als Anhänger, so grün wie meine Augen. Strahlende Hoffnung. Ungläubig starrte ich den Anhänger an, als er schwach zu leuchten begann. Und ich erinnerte mich, wie Vater immer zu sagen pflegte: „Hoffnung ist das Licht, das immer einen Weg findet.“ Ich machte ein paar Schritte vorwärts. Und tatsächlich leuchtete der Stein ein bisschen mehr. Er war der Weg. Er war die Hoffnung.

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