An den Ufern des Anduin

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1 Kapitel - 3.681 Wörter - Erstellt von: Luthien - Aktualisiert am: 2014-12-16 - Entwickelt am: - 1.614 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Der Name, den die Elben dir gaben, ist Linduin, aber es ist nicht dein richtiger Name. Deine Familie sind die Elben Lothlóriens, aber sie sind nicht deine richtige Familie.
Nun lebst du allein und nur Zufälle schicken dich auf eine große Reise und sie wird dein Leben vollkommen ändern, denn immer wieder erfährst du Dinge, die du bisher nicht wusstest und immer wieder passiert etwas, woran du nie gedacht hättest.

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Deine Geschichte:

Du bist keine Elbin, und doch hast du lange Zeit bei ihnen gelebt, denn sie haben dich aufgenommen als kleines Mädchen, als Kind und dennoch weißt du nichts mehr davon.
All deine Erinnerungen an die Zeit davor bestehen nicht mehr, wie auch? Du warst gerade mal 2 Jahre, als man dich fand. Und trotzdem hattest du riesiges Glück. Ein kleines Kind an den Ufern des Anduin.
Und so fand dich die Herrin des Waldes, durch welchen der mächtige Fluss fließt, persönlich. Sie hatte Mitleid mit dir, aber wer hätte das nicht gehabt. Deshalb nahm sie dich mit.
Aus dem Grund wurdest du von Galadriel aufgezogen. Da sie aber nicht immer Zeit hatte, bat sie auch Elrond und vor allem Haldir um Hilfe. Dieser wurde zu deinem besten Freund und ist fast wie ein Bruder zu dir, den du nie hattest. Und doch verbindet dich kaum Etwas mit ihm. Du warst sehr lange nicht bei ihm. Er hatte in Lothlórien viel zu tun und du bist immerzu durch Mittelerde gereist. Die enge Verbindung ließ nach, aber du dankst ihm, was er für dich getan hat.
Durch Elrond hast du oft Bruchtal besucht und auch die Elben dort ein wenig kennengelernt. Dennoch musstest du immer wieder feststellen, dass du ein Mensch und keine von ihnen bist. Die Elben sind allesamt nett und freundlich zu dir, aber du kannst irgendwie nicht bei ihnen leben. Du entferntest dich immer weiter von ihnen. Es hatte keine böse Absicht, aber du dachtest, dass es besser sein würde.
Galadriel lehrte dich vieles, so auch die Geschichte von Mittelerde und Arda. Es hat dich immer fasziniert: Die Helden, die Schlachten, die Legenden. Und du wolltest das Kämpfen erlernen wie sie. Es war kein Fehler, denn du warst talentiert. Immer mehr hast du mit den Jahren dazugelernt und nun bist du auf dich allein gestellt. Fernab von Elben, Menschen und anderen Wesen Mittelerdes.

Aber zurück zu deiner Geschichte: In Lothlórien ging es dir gut und du hattest ein zeitweiliges Zuhause gefunden. Damals warst du glücklich, so etwas zu haben, aber heute hat sich dein Leben drastisch geändert. Von Galadriel bekamst du auch einen Namen: Linduin, was sowohl an den Fundort am Anduin als auch auf dein musikalisches Talent hinweist.
Aber du wolltest nicht für immer dort bleiben. Mit 20 zog es dich fort und du gingst in die Wildnis. Nicht zuletzt, weil du herausfinden wolltest, wer du wirklich bist. Dabei hast du Streicher kennengelernt und er erkannte dich wieder. Er wusste, dass dein ursprünglicher Name Níniel gewesen sei. Denn auch du, wie Aragorn, gehörst dem Volk der Númenórer an. Er kannte dich, als du selbst noch ein Kind warst.
Wie kam es nun dazu: Wie alle deine Geschichten beginnt auch sie in Bree. Genauer, im Gasthaus zu tänzelnden Pony.
Du warst eine Waldläuferin geworden und seit nunmehr acht Jahren hast du hier und dort gewohnt, manchmal mit Dorfbewohnern gegen Orks gekämpft und mehr. Du kamst immer gut allein zurecht und das Leben gefiel dir auch, da du dich nach niemandem richten musstest und dein Leben gestalten konntest. Du hattest keine feste Bindung und wenn es dich fort zog so stand es dir frei dorthin zu gehen. Hin und wieder warst du in Lórien oder Bruchtal, um deine „Familie“ zu besuchen, aber über deine echte Herkunft hast du nichts erfahren. Noch nicht.
Im tänzelnden Pony kennt dich der Wirt Butterblüm und er weiß, wer du bist. Also gehst du eines Abends nach einem anstrengenden Tag in das Gasthaus und begrüßt ihn. Er grüßt freundlich zurück und du bestellst dir ein Bier. Der Herr gibt es dir sogleich und du ergatterst im vollen Gasthaus doch noch einen leeren Tisch. Er ist zwar nicht sehr groß, aber da du wie immer allein unterwegs bist, reicht er für dich vollkommen aus. Etwas erschöpft lässt du dich auf die Bank fallen und nimmst einen großen Schluck aus deinem Krug. Die Kapuze deines Mantels hast du aufbehalten, da du keine Lust auf unliebsame Bekanntschaften hast und auch nicht als Frau erkannt werden möchtest. Soweit läuft alles glatt und du freust dich über die Ruhe, die du trotz des Trubels im Gasthaus hast. Doch irgendwann tritt ein Mann in die Gaststube. Deine Augen sind auf die Tür gerichtet. Dann beobachtest du ihn und siehst, dass auch er zur Theke geht und mit einem Bier sich zum Schankraum umdreht. Da sonst fast alles voll ist siehst du ihn auf deinen Tisch zusteuern. Er läuft langsam zu dir und fragt mit rauer Stimme: „Darf ich mich zu Euch setzen, mein Herr?“ „Natürlich dürft Ihr.“ Deine Stimme klingt sanft und beruhigend und mit einem leichten Nicken, deutest du auf den Platz neben dir. „Verzeiht, meine Dame, dass ich Euch für einen Mann hielt, aber es ist nicht üblich, hier eine Frau zu treffen.“ „Ihr müsst Euch nicht entschuldigen, nur die wenigsten wissen das. Aber ich gebe mich auch nicht allzu oft zu erkennen.“
Dann nimmst du deine Kapuze ab. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen, weil der Mann vertrauenswürdig erscheint und zum Anderen, weil du es selbst als freundlicher empfindest, deinem Gesprächspartner auch ins Gesicht sehen zu können.
Jetzt schaut dich dein Gegenüber etwas verwundert an. „Ihr tragt elbische Kleidung, und doch seid Ihr kein Elbin, wie Euer Äußeres verrät. Es ist ungewöhnlich, eine normale Frau in elbischen Gewändern zu sehen.“
Mittlerweile hatte auch er seine Kapuze abgenommen und du siehst einen jungen Mann, etwa in deinem Alter. Er hat dunkelbraune, wellige Haare, die ihm auf die Schultern fallen und seine Augen sind in einem durchdringenden, tiefen blau.
„Ihr habt Recht. Ich bin keine Elbin, aber ich wuchs bei ihnen auf. Sie fanden mich als kleines Mädchen an den Ufern des Anduin und zogen mich auf.“ „Darf ich nach Euren Eltern fragen?“ „Ich weiß nichts von meiner Familie oder von meinen Eltern. Die Elben wurden zu meiner Familie. Und dennoch weiß ich, dass ich nicht zu ihnen gehöre. Jetzt bin ich auf mich allein gestellt.“ „Das tut mir leid.“ „Woher sollt Ihr das wissen. Darf ich fragen, wer Ihr seid, mein Herr?“ „Ich bin wie Ihr, auch ein Waldläufer und wuchs ebenfalls bei den Elben auf. Mein Name ist Streicher. Doch verzeiht, kenne ich Euch irgendwoher? Mir kommt es so vor, als hätte ich Euer Gesicht schon einmal gesehen. Wie lautet Euer Name.“ „Die Elben gaben mir den Namen Linduin. Aber ich glaube, Ihr müsst Euch irren. Mit zwei Jahren fanden mich die Elben und ich lebte bei ihnen. Mit 20 ging ich allerdings fort und nun lebe ich seit 8 Jahren auf mich allein gestellt. An mein Leben mit meinen Eltern kann ich mich nicht mehr erinnern.“ „Dann seid Ihr also nur zwei Jahre jünger als ich. Trotzdem glaube ich, Euch zu kennen. Vielleicht trügt mich aber auch mein Gedächtnis.“
Du verstehst dich gut mit dem Fremden und ihr scheint dich viele Gemeinsamkeiten zu haben. Mehr wie du bis jetzt weißt. So schreitet der Abend voran und ihr trinkt gemütlich ein Bier nach dem anderen. Über euer Leben in der Wildnis unterhaltet ihr euch die meiste Zeit. Du stellst fest, dass er ähnlich Ansichten wie du hat und freust dich einen neuen Freund gefunden zu haben. Seine Gesellschaft ist angenehm und weit nach Mitternacht sitzt ihr immer noch an dem Tisch in der Ecke. Die übrigen Gäste sind bereits gegangen oder in ihren Zimmern verschwunden und allein eure Stimmen hallen durch den Gastraum bis hin zur Theke, auf den Butterblüm eingeschlafen ist. Es ist warm und die Luft ist stickig.
Eigentlich hattest du nicht vorgehabt, so lange im tänzelnden Pony zu bleiben, aber du konntest nichts von deiner neuen Bekanntschaft wissen. Angesichts der Uhrzeit beschließt ihr in Zimmern zu übernachten. Sehr lange dauert die Nacht so wie so nicht mehr. Egal.
Butterblüm kennst du gut und so holst du zwei Zimmerschlüssel hinter der Theke, ohne den Wirt zu wecken. Du schreibst eine kurze Nachricht, dass du dir die Schlüssel genommen hast und er sie nicht sucht. Dann gibst du einen Streicher, den anderen behältst du selbst. Dann geht ihr zusammen die Treppe hoch. Beide seid ihr etwas betrunken, ihr hattet einiges an Bier. Oben wünscht ihr euch eine gute Nacht und dann geht ihr in eure Zimmer und legt euch schlafen.
Am nächsten Morgen seht ihr euch unten in der Wirtsstube wieder. Auch Butterblüm und ein paar andere Gäste sind dort. Ihr esst wieder zusammen, zahlt dann und geht gemeinsam. Aber schon kurz hinter Bree trennen sich eure Wege. Du willst nach Bruchtal um mit Elrond über einen Orkangriff nahe Bree zu sprechen, der sich vor nicht mal einer Woche ereignet hat und Streicher will nach Rohan. Ihr verabschiedet euch mit einem elbischen Segen und hofft auf ein Wiedersehen.
Du glaubst, in Streicher einen guten Freund gefunden zu haben, der dich versteht und auch zu dir steht und du solltest dich nicht täuschen.

Nach 2 Tagen kommst du dann in Bruchtal an und wirst von Elrond herzlich empfangen. Er bietet dir natürlich dein Zimmer an und führt dich sogleich ins Haus. Du legst deine Sachen ab, viel hast du sowieso nicht, und dein Pferd wird in die Ställe gebracht.
Elrond geleitet dich in sein Arbeitszimmer und du berichtest von dem Angriff, der sich vor mittlerweile etwas mehr als einer Woche in der Nähe von Bree ereignet hat, denn du warst zufällig dort gewesen. Es wurde eine Bauernsiedlung überfallen, aber die Angreifer konnten erfolgreich abgewehrt werden. Der Elb meint, dass die Orks nur von Sauron stammen können und dass von ihm weiterhin eine Bedrohung ausgeht, auch wenn er noch keinerlei Gestalt annehmen kann. Elrond verspricht, das im Auge zu behalten und du wanderst nach deinem Gespräch noch ein wenig durch die Elbenstadt und lässt dich schließlich auf einer Bank in den Gärten neben einem kleinen Teich nieder. Du denkst nach: Hier in Bruchtal ist es wunderschön und alles gefällt dir sehr gut. Du bist bei Elrond immer willkommen und du hast eine gewisse Bindung zu ihm. Auch du magst ihn und es freut dich immer wieder aufs Neue, ihn zu sehen, aber du weißt, dass dein Platz nicht in Bruchtal oder Lothlórien ist. Wo du aber hingehörst, weißt du selbst nicht.
Irgendwann setzt sich jemand neben dich und du kannst erkennen, dass es noch einmal Elrond ist. „Linduin, ich hoffe ich störe dich nicht.“ Kaum merklich schüttelst du den Kopf. „Es freut mich, dich einmal wieder zu sehen und auch, dass es dir gut geht. Aber bereust du denn deinen Entschluss, allein durch diese Lande zu streifen, nicht?“ „Nein. Herr Elrond, es geht mir gut und ich fühle mich wohl so wie ich lebe. In der Wildnis bin ich besser aufgehoben als irgendwo anders. Außerdem habe ich erst vor ein paar Tagen in Bree die Bekanntschaft eines Waldläufers gemacht. Ich bin also nicht ganz allein, sondern immer wieder unter Menschen. Trotzdem bin ich auf meiner eigentlichen Suche noch nicht weitergekommen. Ich hoffe, ich werde eines Tages erfahren, wer ich wirklich bin und woher ich komme.“ „Das wirst du. Ich glaube fest daran.“ „Danke.“
Nach eurem kleinen Gespräch verlässt Elrond dich wieder, da er nun weiß, dass du noch ein wenig Zeit für dich allein brauchst. Wieder denkst du nach. Diesmal über dein Leben und du fragst dich, was noch alles auf dich zukommen wird.
Da Elrond dich eingeladen hat, in Imladris zu verweilen, isst du gemeinsam mit ihm und den anderen Elben zu Abend und redest danach mit einigen.
Auch Arwen kennst du gut und so verbringst du den nächsten Tag mit ihr. Sie erzählt dir, was es in Bruchtal Neues gibt. Sonst bist du in Elronds Bibliothek, da du weiter in der Geschichte Ardas liest und du studierst viele Bücher und erfährst immer wieder Interessantes, von dem du bisher noch nichts gewusst hast.

An deinem vierten Tag in der Elbenstadt läufst du gerade durch die Gärten, als dir Streicher entgegenkommt. Nanu, ein Waldläufer in Bruchtal? Ist es nicht der, den du erst vorige Woche in Bree zum ersten Mal getroffen hast? Du traust deinen Augen nicht recht, er wollte doch nach Rohan reiten, aber er ist es wirklich. Du lächelst ihn an und er lächelt zurück.
Hinter dir ist unbemerkt Elrond aufgetaucht und gemeinsam lauft ihr dem Waldläufer entgegen. Erst als Streicher ihn mit einer Verbeugung und einem „Mae govannen, Herr Elrond“ begrüßt, bemerkst du, dass er neben dir steht. Jetzt bist du vollkommen verwirrt. Kennt Streicher den Elben etwa auch noch? „Mae govannen Aragorn. Ich hätte dich nicht so schnell wieder erwartet. Du wolltest doch nach Rohan aufbrechen. Was machst du hier?“ „Linduin.“, auch vor dir deutet Streicher einer Verneigung an und dein Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Aragorn ist doch der Sohn von Arathorn und Gilraen, einer der Númenórer und Thronerbe von Gondor. Der Waldläufer, den du vor ein paar Tagen als Streicher kennengelernt hast, ist in Wirklichkeit ein König! Dir bleibt der Mund offen stehen und du kannst gar nicht fassen, dass das gerade in echt passiert. „Linduin, es freut mich, Euch zu sehen und wegen Euch bin ich auch gekommen.“, vollendet Streicher seinen Satz. Nun schaltet sich auch Elrond ein: „Ihr kennt Euch?“ Da du bisher nichts gesagt hast, berichtest du: „Ja, Herr Elrond. Ich habe Euch doch erzählt, dass ich in Bree einen Waldläufer kennengelernt habe und der steht vor Euch. Und nun zu Euch, Streicher. Warum seid Ihr wegen mir nach Bruchtal gekommen?“ „Ich hatte gehofft, Euch noch in Bruchtal anzutreffen und ich habe Euch gefunden. Auf dem Weg nach Rohan habe ich immer wieder überlegt, woher ich Euch kenne. Es ging mir einfach nicht aus dem Kopf und so ging ich mein Leben Stück für Stück durch und habe nachgedacht, wo ich Euer Gesicht schon mal gesehen habe und ich glaube, ich habe eine Antwort gefunden.“
Elrond ist genauso überrascht wie du und bittet euch beide mitzukommen. Zu dritt geht ihr ins Haus und er führte euch einen langen Gang entlang und dann in einen kleinen Raum, wo ihr ungestört seid. Dann lässt er euch allein. Anscheinend meint er, dass es ihn nichts angeht was Aragorn mit dir zu besprechen hat, denn es sind sehr persönliche Dinge. Du hättest nichts dagegen gehabt, wenn er dabei wäre aber seine respektvolle Art zeichnet doch den Elben aus.
„Aragorn?“, beginnst du ungläubig. „Ihr seid als Aragorn, Isildurs Erbe?“ „Ja Linduin, das bin ich. Aber das tut hier nichts zur Sache. Außerdem habe ich mich von diesem Weg abgewandt. Ich möchte kein König sein und darum zog ich in die Wildnis.“ „Und Elrond?“ „Ich bin in Bruchtal aufgewachsen. Aber nun wieder zu Euch. Deswegen bin ich ja hier: Euer Gesicht, ich wusste, ich kenne es irgendwoher. Ein kleines Mädchen, vielleicht zwei oder drei Jahre, mit denselben braunen Haaren und grünblauen Augen. Dieses Mädchen lebte in den Nordlanden, bei den Númenórern. Auch ich habe dort gelebt. Das Mädchen war eine Númenórerin und ich glaube, dass Ihr das Mädchen seid, das ich meine. Sagt, tragt Ihr eine Kette mit einem Anhänger in Form einer Klarinette und einer kleinen Note daneben?“ Erwartungsvoll sieht er dich an. Du bist verwirrt und erstarrt nickst aber dann mit deinem Kopf. „Ihr habt Recht, so einen Kette besitze ich.“ Unter deinem Hemd trägst du tatsächlich solch eine Kette. Der silberne Anhänger ist an einem Lederband befestigt und du ziehst ihn unter deiner Kleidung hervor. „Diese Kette trage ich schon immer. Selbst, als die Elben mich fanden, muss ich sie schon um den Hals getragen haben.“ „Sie gehörte einst Eurer Mutter, Amelian. Sie muss sie Euch gegeben haben, bevor sie gehen musste. Und Ihr, Euer richtiger Name lautet Níniel. Ich bin mir sicher, dass Ihr es seid... ja!“ „Níniel... Und was wisst Ihr sonst über mich und woher wisst Ihr das so genau?“ „An alles kann ich mich auch nicht mehr erinnern, es ist doch schon einige Zeit her. Ich war damals 4 und wir lebten zusammen in den Nordlanden mit unserem Stamm. Es sind schon damals nicht mehr viele übrig gewesen, aber heute sind es noch weniger. Euer Vater, Belion, war so weit ich weiß ein bedeutender Mann. Und Ihr ward das kleine Mädchen, das nicht von seiner Seite gewichen ist.“
„Was geschah denn genau? Wieso musste meine Mutter gehen und warum fand man mich an den Ufern des Anduin?“ „Genau weiß ich es nicht, aber unser Stamm wurde angegriffen. Eure Eltern müssen gute Kämpfer gewesen sein, sonst hätte man sie nicht geschickt und deswegen haben sie gekämpft. Um Euch zu schützen, hat man Euch vermutlich an den Anduin gebracht.“ „Danke, dass Ihr mir meine Geschichte erzählt habt. Ich wusste lange nicht, wer ich bin und wohin ich gehöre. Denn wie ich Euch erzählt habe, fand man mich am Anduin. Lady Galadriel fand mich dort und sie zog mich auf. An Haldirs Seite bin ich aufgewachsen und auch bei Herr Elrond hier in Bruchtal war ich oft.“ „Ihr ward hier in Bruchtal?“ „Ja, wieso fragt Ihr?“ „Na ja, auch ich wuchs hier in Bruchtal auf, bei den Elben. Aber mit meiner Mutter. Sie floh mit mir hierher als ich klein war. Nach jenem Angriff... “ Beide sitzt ihr da und schweigt.
Du bist also eine Númenórerin und deine Eltern lebten mit dem wohl letzten Stamm in den Nordlanden und dein Vater war ein bedeutender Mann. Sie wollten dich bei einem Angriff in Sicherheit wissen und so brachten sie dich zum Anduin. Aber zurückgekommen sind sie nicht mehr. Das heißt wohl, dass sie es nicht überlebt haben.
Dir steigen Tränen in die Augen, während du das alles noch einmal überdenkst. Aragorn legt dir tröstend einen Arm auf die Schulter. „Es tut mir leid, Níniel.“ Du kannst darauf nichts antworten, sondern lässt deinen Tränen freien Lauf. Du wolltest immer wissen, wer du bist, aber das ist alles ein wenig viel auf einmal. Aragorn blickt dich sorgenvoll an und auch du wendest deinen Blick zu ihm. „Danke.“, sagst du und schluckst kräftig. Es geht dir nun etwas besser, aber erst jetzt stellst du fest, dass du nirgendwo richtig hingehörst. Du bist keine Elbin, du hast keine Familie, du hast nicht einmal ein Zuhause.
Gedanklich beschließt du, weiterhin durch die Wildnis zu streifen wie bisher.
„Kommt, wir gehen ein wenig nach draußen. Das bringt Euch auf andere Gedanken.“ Aragorns Stimme reißt dich aus deinen Gedanken und du folgst seinen Worten und so findet ihr euch wenig später zusammen in den Gärten wieder. Er erzählt dir von seiner Kindheit in Bruchtal und du berichtest von Lórien.
Wieder stellst du fest, dass ihr viele Gemeinsamkeiten habt, mehr als du anfänglich dachtest. Und du musst wieder daran denken, dass der, mit dem du redest, eigentlich der König ist. Dein König. Er ist der rechtmäßige Herrscher von Arnor und Gondor. Du hattest einige Geschichten über diese Person gehört, aber vorgestellt hattest du sie dir ganz anders. Es ist unglaublich, dass du dich mit ihm auf Augenhöhe unterhalten kannst und er gar nicht wie ein König scheint.
Der Tag ist bald vorüber und erst in der Nacht geht ihr ins Haus. Elrond begegnet euch und fragt, was ihr denn besprochen habt. Und so erzählst du die Geschichte. Deine Geschichte.
Er ist erstaunt und auch er fragt nach, wie Aragorn darauf gekommen ist.
Nachdem auch diese Geschichte erzählt ist und du wirklich einen Freund gefunden hast, der dir näher ist als du dachtest, schläfst du in dieser Nacht ruhig.
Ihr bleibt beide noch ein wenig in Bruchtal, aber dann will Aragorn wieder nach Rohan. Er ist schließlich wegen dir umgekehrt und hat seine Reise abgebrochen. Das möchte er nachholen. Als er dich fragt, was du machen wirst und du keine richtige Antwort darauf weißt, fragt er, ob du ihn begleiten möchtest. Sein Vorschlag gefällt dir, denn dann wärst du nicht ganz so allein und du hättest dieses Mal ein festes Ziel vor Augen. Also stimmst du zu. Auch er scheint sich zu freuen, eine Begleiterin gefunden zu haben, dennoch wird euer Zusammensein nicht von ewiger Dauer sein. Gemeinsam macht ihr euch auf den Weg nach Rohan, um unter Thengel für sein Volk zu kämpfen.

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