Die Halbelbe (4+5)

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2 Kapitel - 2.381 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2014-12-13 - Entwickelt am: - 1.835 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Flucht, Hass und Vergebung...

1
Wie in Trance verbrachte ich die nächsten Tage. Eines Abends aßen Legolas und ich alleine zu Abend. Ich wagte nicht, ihm ins Gesicht zu sehen. Ich hatte seine Worte bei dem Ausritt nicht vergessen. Ich hatte richtig Angst vor ihm. Deshalb hatte ich auch angefangen, nur noch Kleider zu tragen. Was Legolas mit einem zufriedenen Kopfnicken erkannte. Ich begann ihn zu hassen.
Die wenigen schönen Augenblicke in meinen letzten zwei Wochen als unverheiratete Prinzessin waren die, in denen ich mich mit Tim traf. So wie heute, so hoffte ich. Ich erzählte Legolas, dass ich einen Spaziergang machen würde und verließ den ersten Ring. Bei den Ställen traf ich auf Tim und ich erzählte ihm alles. Er schlug vor, zusammen durchzubrennen, und da erkannte ich, dass er mich auch mochte. Traurig lächelte ich. „Ich kann Vater und Mutter nicht verlassen.“ Er nahm mich in den Arm und ich schmiegte mich an seine muskulöse Schulter. Dann fing ich wieder zu weinen an. Ohne lange zu überlegen, drückte Tim seine Lippen auf meine. Ich riss die Augen auf und stieß ihn weg. Der Schmerz in seiner Stimme war beinahe spürbar, als er sich distanziert entschuldigte. „Verzeiht, Eure Hoheit. Ich hätte das nicht tun sollen.“ „Nein!“, schluchzte ich auf. „Ich liebe dich! Aber das macht alles nur noch schlimmer!“ Er nickte traurig und ging aus dem Stall hinaus. Dort traf er direkt auf Legolas. Dieser schaut enttäuscht und wütend. Er winkte nach zwei Wachen und die packten Tims Hände. „Was soll das?“, rief Tim verzweifelt. „Ihr habt Euch an meiner Verlobten vergriffen. Dafür droht Euch der Strick!“, erklärte Legolas eifersüchtig. „Und mit dir, Élinna, werde ich später noch reden!“ Entsetzt schrie ich auf. „Das kannst du nicht machen! Mistkerl!“ Verzweifelt und voller Zorn wollte ich mich auf ihn stürzen, doch eine Wache packte mich am Arm und hielt mich fest. Tim drehte sich mit gequältem Blick zu mir um. „Élinna, es ist schon gut. Geh einfach“ Unter Tränen musste ich zusehen, wie sie Tim in Richtung des Gefängnisses davonführten. Ich stieß die übelsten Beschimpfungen aus, doch ich war machtlos. Die Wache brachte mich in mein Zimmer und verschloss die Tür hinter mir. Auch ohne es zu probieren wusste ich, dass ich sie nicht öffnen würde können. Ich sank auf meinem Bett zusammen, Tränen rannen auf meine seidene Bettwäsche. Tim würde hingerichtet werden und alles war meine Schuld!
Nach scheinbar ewiger Zeit wurde die Tür aufgerissen und ein wütender Legolas kam herein. „Bist du vollkommen verrückt?“ schreit er mich an. Ich hebe den Kopf. Da verpasst er mir eine Ohrfeige, dass ich Sternchen sehe. „Élinna, du wirst dieses rebellische und für eine Lady untypisches Verhalten ablegen. Dann können wir gut miteinander auskommen. Wenn nicht, siehst du, was passiert. Und wenn du mich bei deinen Eltern verpetzt, würden sie es dir nicht glauben und dein lieber Tim würde nicht nur sterben, sondern Stück für Stück auseinandergenommen werden. Andererseits, wenn du brav bist und tust was ich sage, lasse ich ihn vielleicht am Leben.“ Entsetzt, aber auch ein bisschen hoffnungsvoll, sah ich ihn an. „Dann werde ich tun, was Ihr verlangt“, schluchzte ich. Das war ich Tim schuldig. Was sollte ich auch tun?
In der Zeit bis zu meiner Hochzeit blieb ich auf meinem Zimmer und webte an einem Wandteppich, der Legolas und mich als glückliche Vermählte zeigte. Ich weinte dicke Tränen in die bunten Farben, aber ich hatte keine Wahl. Am Tag der Hochzeit brachte ich dann ein leises Ja heraus. Meine Eltern strahlten und hatten keine Ahnung, was sie mir da eingebrockt hatten. Dann zogen wir mit einer Gefolgsschaft in den Düsterwald. Als ich ihn zum ersten Mal sah, erschrak ich. Er war so dunkel, dass nicht der kleinste Sonnenstrahl das dichte Laub durchdrang. „Für Tim.“, dachte ich tapfer und verabschiedete mich traurig von der Sonne.
Angekommen brachte mich Legolas in mein Zimmer und dann sah ich ihn selten wieder. Ich fügte mich, denn er hatte Anweisungen geben lassen, Tim nach zwei Jahren freizulassen, solange ich keine Schwierigkeiten machte.
Manchmal fragte ich mich, warum er mich überhaupt geheiratet hatte. War es eine reine Zweckehe, um Gondor und das Waldlandreich zu verbinden? Oder hatte er sich tatsächlich in mich verliebt? Ich wusste es nicht.
Ich wurde sehr blass, noch blasser als früher. Ich hatte aufgehört zu zählen, seit wie vielen Tagen ich keine Sonne mehr gesehen hatte. Es schien wie eine Krankheit, ich vermisste das Sonnenlicht so, dass es beinahe wehtat. Thranduil hatte ich als emotionslosen Herrscher kennengelernt, dem unsere Ehe scheinbar egal war. Doch eines Tages wünschte er, mit Legolas und mir zu speisen.
Er fragte mich freundlich nach meinem Leben aus und ich antwortete höflich und zurückhaltend, während Legolas‘ warnender Blick auf mir ruhte.
Plötzlich stürmte ein Bote herein. Ich hatte ihn noch nie gesehen. Keuchend und mit wirrem Blick stand er in der Tür. Thranduil stand beunruhigt auf. „Sprecht rasch!“, befahl er. „Minas Tirith.“, würgte er hervor. „Schwarze Uruks haben die Königin entführt.“ Entsetzt sprang ich auf. „Mutter!“
Thranduil warf mir einen mitleidigen Blick zu. Der Schock lähmte mich. „Und der König ist tot. Er fiel, als er Arwen Undomiel schützen wollte.“ Ich fing hysterisch zu schreien an. Aragorn konnte nicht tot sein! Ich bemerkte, dass ich zu Boden gesunken war. „Was ist mit den übrigen Bewohnern der Stadt?“, würgte ich hervor. „Es gibt keine Stadt mehr.“, flüsterte der Bote. Dann brach er von der Anstrengung der langen Reise ohnmächtig zusammen.

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