Elisabeth - Gefühle im Sturm

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1 Kapitel - 744 Wörter - Erstellt von: Vrenli - Aktualisiert am: 2014-12-12 - Entwickelt am: - 602 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Der Wind griff in ihr lockiges Haar und ihre Wangen glühten vor Kälte.
    Die eiskalten Tropfen brannten auf ihrer Haut und ihre Finger hatten kaum noch Gefühl.
    Aber sie wollte nicht langsamer werden und trieb ihren Hengst noch stärker an.
    Ihre Bluse klebte an ihr von der Gischt des Meeres.
    Als sie sich kurz umdrehte, sah sie die Spuren im Sand, die von der stürmischen See weggewischt werden würden.
    Ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht und als sie dem Meer den Rücken kehrte und Schattenwind wieder festen Boden unter den Hufen hatte, spürte sie die Kraft des jungen Hengstes noch stärker.
    Am liebsten würde sie nie wieder absteigen.
    Sie preschte an den steilen Abhängen der Klippen vorbei und immer weiter auf die Landzunge hinaus.
    Erst als sie wenige hundert Meter vor dem Vorsprung war, hielt sie ihren Hengst zurück.
    Als er schließlich, stand stieg sie ab.
    „Gut gemacht, Kleiner!“, lobte sie ihn und strich über sein nasses Fell.
    Sie ging noch mehrere Meter nach vorne, als sie schließlich direkt an der Kante war. Unter ihr nur noch das tief schwarze Wasser.
    Es war aufgewühlter als sonst, denn ein Sturm nahte.
    Eigentlich kam sie hier immer her, wenn sie ausritt, aber heute hatte es einen bestimmten Grund und genau deswegen hatte sie die Klippe angesteuert.
    Hier fühlte sie sich so nah am Meer wie nirgendwo sonst.
    Ihr Vater hatte ihr als Kind verboten, so nah an den Rand zu gehen.
    Und das war der Grund, warum sie hier stand.
    Ihr Vater hatte ihr ganzen Leben zerstört. Er hatte ihr die Wahl genommen, weiter zu lernen und einen Ehemann für sie gesucht, er hatte ihren engsten Freund nicht mehr geduldet und ihn weit fort geschickt.
    Nach Europa, mit dem Schiff war er in Calais los gefahren.
    Seit dem Tag vor einem Monat hatte sie keinen Brief mehr von ihm erhalten.
    Gerne hätte sie sich in die Tiefe gestürzt.
    Sich von den dunklen Wellen nach unten ziehen lassen und von ihren Kleidern, welche sich mit Wasser voll saugen würden, daran hindern lassen, wieder an die Luft zu gelangen.
    Aber sie wollte es nicht so enden lassen. Sie wollte ihrem Vater nicht Recht geben, sie wollte sich nicht nach sagen lassen, sie wäre fortgelaufen.
    Also ließ sie ihre lockigen Haare vom Wind verwirren und hing ihren Gedanken nach.
    „Ich habe dich vermisst!“, flüsterte eine raue Stimme hinter ihr.
    Erschrocken drehte sie sich um und verlor den Halt an den Steinen.
    Als sich zwei starke Arme um sie legten. Warme braune Augen blitzen sie an und sofort wusste sie, wer vor ihr stand.
    Von ihren Gefühlen überwältigt, schlang sie die Arme um William.
    Er zog sie fest an sich und somit auch fort von dem Abhang.
    „Warum bist du hier?“, fragte sie ihn flüsternd.
    Fast hätte die Brandung ihre Worte übertönt, aber William verstand die Frage sehr wohl.
    „Ich habe es nicht mehr ohne dich ausgehalten. Dein Vater wird mich ertragen müssen.“, meinte er kurz und zog sie wieder eng an sich.
    Elisabeth spürte, wie sehr sie William vermisst hatte. Sein Lächeln, seine braunen Augen, welche aus flüssiger Schokolade zu bestehen schienen, seine blonden Haare, welche sich wegen dem Regen eng an seinen Kopf legten und dunkelblond wirkten. Und seine Stimme, eine raue, tiefe Stimme. Egal wie verzweifelt Elisabeth war, Wills Stimme konnte sie immer trösten. Er war ihr Anker im Leben und nach einem Monat konnte sie ihn wieder bei sich spüren.
    Einen langen Monat hatte sie sich heimatlos gefühlt wegen Will und einen Monat war es, als wäre sie herumgeirrt, nur um festzustellen, dass ihr Platz bei ihrem besten Freund William war. Obwohl ihr die Worte ihres Vater nicht aus dem Kopf gingen: „Eine Liebschaft, sonst nichts...“

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