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Wie Legolas seine Tochter verlor - Teil 2

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1 Kapitel - 2.016 Wörter - Erstellt von: Fantasy girl - Aktualisiert am: 2014-12-12 - Entwickelt am: - 2.513 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

So, das ist jetzt wahrscheinlich das letzte Kapitel von meiner kleinen Legolas-Talia-Geschichte.

    1
    Über dem nördlichen Teil des Düsterwaldes hing ein dicker, grauer Vorhang aus Regenwolken. Schwere Tropfen vielen vom Himmel und suchten sich einen Weg durch die Bäume. Im Palast der Waldelben war es sehr ruhig geworden. Zum Einen, weil es nun Nacht war, zum Anderen, weil sich die Nachricht von Talia wie ein Lauffeuer verbreitet hatte.
    Gandalf stand in der Bibliothek und sah gedankenverloren aus dem Fenster. Er erinnerte sich ganz genau an die vergangenen 6 Stunden. Nachdem der weiße Drache aus dem Versteck der Orks geflohen war und er festgestellt hatte, dass es sich bei dem riesigen Tier um Legolas Adoptivtochter Talia handelte, war der Elbenprinz ohne ein weiteres Wort zu sagen raus aus der Höhle gestürmt, hatte seinen Hengst Arod losgebunden und war in Sekundenschnelle im Wald verschwunden. Aragorn hatte Anstand gemacht, ihm zu folgen, aber der weiße Zauberer wusste, das dies eine mehr als schlechte Idee war. Und so waren er und der König von Gondor zum Elbenpalast zurück geritten, wo sie Merry, Pippin und Gimli alles berichteten. Legolas war aber noch nicht zurück gewesen. Zwei Stunden später, als es schon angefangen hatte zu regnen, erschien Legolas wieder im Palast. Aragorn hatte sofort versucht, mit ihm zu sprechen, aber der Elbenprinz hatte sich nur abgewandt und war gegangen. Seitdem saß er im Stall auf einem Strohballen und streichelte Arod, der genüsslich einen Bund Karotten fraß. Gandalf zog an seiner Pfeife und schüttelte den Kopf.
    Pippin, Merry und Gimli saßen ab einem Tisch der Bibliothek und unterhielten sich leise. Aragorn ging unruhig hin und her. Schließlich blieb er stehen.
    "Ich versuche noch mal, mit ihm zu reden.", verkündete der Menschen-König und ging schnellen Schritten davon.

    Im Stahl des Elbenpalastes war es genauso ruhig wie im restlichen Schloss. Legolas saß da und konnte nicht klar denken.
    'Warum?“, dachte er immer wieder. „Warum sie? Was ist wirklich mit ihr geschehen?“
    "Legolas? Kann ich mal mit dir sprechen, mellon nin?"
    Die Stimme seines Freundes riss Legolas aus seinen trüben Gedanken. Er blickte Aragorn aus gräulichen Augen an.
    "Ach, du bist es.", murmelte der Prinz und widmete sich wieder Arod.
    Aragorn setzte sich neben ihn auf einen zweiten Strohballen.
    "Was da heute vorgefallen ist, ich meine die Sache mit dem Drachen, das kann keiner ändern." begann Aragorn. "Ich weiß, dass es schwer zu glauben ist, ich kann es auch nicht richtig fassen, aber das Leben geht weiter, auch das von Talia. Und ich bin sicher, dass..."
    "Sie ist tot, Aragorn. Sie ist tot und sie wird nie wieder zurückkehren.", sagte Legolas plötzlich.
    Aragorn starrte seinen Waffenbruder ungläubig an.
    "Was? Das kannst du nicht ernst meinen! Gandalf sagte doch..."
    "Dann hat sich Gandalf geirrt.", unterbrach ihn Legolas erneut.
    Aragorn schüttelte den Kopf und sagte: "Gandalf irrt sich nie."
    "Dann hat er eben gelogen.", rief der Elbenprinz in Wut und sprang auf.
    "Legolas, bitte beruhige dich.", versuchte Aragorn seinen Freund zu besänftigen. Doch der Prinz hatte sich schon auf den Weg zu seinen Gemächern gemacht.
    Aragorn blickte ihn kopfschüttelnd hinterher.
    "Ach, Arod. Wenn ich nur wüsste, warum Legolas Talia lieber tot als im Körper eines Drachen sehen will.", murmelte Gondors König und streichelte den Hengst.
    Zwei Tage vergingen und nichts änderte sich. Nicht nur Aragorn hatte mehrmals versucht, mit Legolas zu sprechen, sondern auch Gandalf, Gimli und die beiden Hobbits. Aber selbst, wenn einer es schaffte, Legolas etwas zu sagen, gab es immer noch ein Problem: Legolas weigerte sich, an die Drachengeschichte zu glauben. Und so verging eine Woche. Der Regen, der die letzten Tage nicht nachgelassen hatte, verwandelte sich in Sonnenschein. Legolas nutze diese warmen Tage, um auf dem Trainingsplatz zu trainieren. Aragorn leistete ihm Gesellschaft. Pfeil um Pfeil schoss der blonde Prinz. Das Training verlief ganz ohne Probleme. Zumindest, bis ein Knacken Legolas dazu bewegte, auf den Wald zu zielen. Einen Moment standen der Mensch und der Elb reglos da. Dann hielten beide die Luft an.
    Aus dem Wald blitzen zwei grüne Augen hervor. Und kurz darauf erschien der weiße Drache auf der Bildfläche. Aragorn ließ seine Waffe, die er zur Verteidigung gezogen hatte, wieder sinken. Legolas aber nicht.
    "Sieh nur, mellon nin. Sie ist zurück.", sagte Aragorn fassungslos.
    "Sie ist tot. Das hier ist nur ein Drache aus dem Norden.", knurrte Legolas und zielte zwischen die Augen des Drachens.
    "Legolas, hör endlich auf damit.", sagte Aragorn laut, doch der Elbenprinz spannte seinen Bogen noch weiter. Da reagierte Aragorn blitzschnell. Noch bevor Legolas den Pfeil loslassen konnte, riss Aragorn den Arm seines Freundes nach rechts. Der Pfeil surrte durch die Luft und verfehlte den Drachen nur um ein paar Zentimeter. Das Tier schrak gewaltig zurück, verschwand aber nicht wieder im Wald.
    "Was soll das?", schnaubte Legolas seinen Freund an.
    "Du hättest beinahe deine Tochter getötet.", sagte Aragorn empört.
    "Das ist nicht meine Tochter.", brüllte Legolas und marschierte schnellen Schritten davon.
    Der Drache kauerte sich zusammen. So, als ob er traurig wäre.
    Aragorn ging langsam auf das Tier zu.
    "Talia?", fragte er vorsichtig.
    Zu Aragorns erstaunen hob der Drache den großen Kopf. Giftgrüne Augen sahen Gondors König traurig an.
    Aragorn lächelte leicht.
    "Ich wusste doch, dass du es tatsächlich bist.“, sagte er leise und ging auf das weiße Tier zu. Der Drache schreckte nicht zurück. Auch als Aragorn vorsichtig die Hand ausstreckte, um das Wesen zu streicheln, blieb es sitzen.
    "Ich habe es doch gesagt."
    Aragorn drehte sich zu der Stimme um. Gandalf stand hinter ihm und schmunzelte leicht. Dann ging auch er auf Talia zu und legte dem weißen Tier die Hand auf den Hals.
    Talia wehrte sich nicht.
    "Sie fühlt sich verletzt. Weil Legolas ganz fest daran glaubt, sie sei tot.", murmelte Gandalf.
    "Nun, wie man sieht, ist sie es nicht. Kein normaler Drache nähert sich freiwillig Menschen und greift sie dann nicht mal an. Und kein normaler Drache würde sich streicheln lassen.", entgegnete Aragorn. Gandalf nickte.
    "Wenn wir Legolas nur davon überzeugen könnten, dass das hier Talia ist.", murmelte der alte Zauberer.
    In dem Moment erhob sich Talia und verschwand mit ein paar Sprüngen in Wald.

    Zwei weitere Wochen vergingen, in denen Talia kein einziges Mal auftauchte. Gandalf und Aragorn begannen sich langsam große Sorgen zu machen. Aber ihre Sorge um Talia verschwand eines Morgens, als Merry und Pippin aufgeregt in den Thronsaal gestürmt kämmen und laut verkündeten, das ein weißer Drache in Palasthof saß. Der Zauberer und der Menschen König waren sofort draußen. Nur Legolas weigerte sich.

    "Ich verstehe Legolas wirklich nicht.", meinte Aragorn, während er Talias Kopf kraulte. Gandalf nickte schweigend.
    Plötzlich ging eine Tür auf und Legolas kam auf den Hof.
    "Seid ihr etwa immer noch der Annahme, dass dieses Monster meine Tochter sei?", fragte Legolas und schüttelte irritiert den Kopf. Doch das Wort „Monster“ hatte offensichtlich eine Art Schalter in Talia ausgelöst. Mit einem Mal sprang sie auf, stieß sich vom Boden ab und flog davon.
    Aragorn seufzte genervt.
    Doch bevor er etwas sagen konnte, kam Talia wieder hinunter Richtung Erde geschossen. Kurz vor dem Boden kratzte sie eine Kurve, schoss direkt auf Legolas zu, packte ihn mit ihren Krallen und flog wieder in die Höhe - mit Legolas im Schlepptau.
    "Talia. Nein, bleib hier!", schrie Aragorn dem weißen Drachen hinterher. Doch Talia war schon längst davon geflogen.

    Legolas wusste nicht im geringsten, was das alles sollte. Sein Herz hämmerte wie verrückt. Er wusste nicht, was dieser Drache mit ihm vorhatte. Er war sich sicher, das Tier würde ihn nicht verstehen. Er blickte nach unten, auf den großen Düsterwald. Da erkannte er den großen Felsen, der Talias Lieblingsplatz gewesen war. Doch nun war dort eine Art Nest. Es war aus Holz, Ästen, Heu und Steinen. Was sollte das? Wieso baute der Drache sein Nest ausgerechnet auf Talias Lieblingsplatz? Das ergab keinen Sinn. Nein, Gandalf und Aragorn konnten niemals Recht haben. Oder Doch? Nein, das war unmöglich.
    "Was soll das? Wenn du mir etwas beweisen willst, dann hat es nicht funktioniert!", rief der Prinz.
    Der Drache, der Kreise über seinem Nest gezogen hatte, änderte plötzlich seine Flugbahn und glitt in Richtung Süden. Mehrere Stunden waren sie unterwegs. Dann erreichten sie das Nebelgebirge. Während Talia zwischen den Bergen umher segelte, wurde Legolas immer nervöser. Dann endlich ließ Talia Legolas über einem Felsvorsprung fallen. Als Legolas etwas unsanft auf dem Schnee aufschlug, rappelte er sich sofort wieder auf.
    "Was willst du von mir?", keuchte Legolas. Der Drache landete ebenfalls auf dem Schnee.
    Legolas verstand die Welt nicht mehr.
    Was zur Hölle wollten der Drache von ihm? Dann endlich begriff er. Die Stelle, wo der Drache stand, war jene Stelle, an der Legolas vor vielen Jahren ein kleines Menschenmädchen gerettet hatte. Talia. Es war exakt dieselbe Stelle. Warum hatte der Drache ihn hierher gebracht? Woher wusste er das? Und dann viel ihm das Nest auf dem Felsen ein. Natürlich! Wie konnte es anders sein? Das hier war nicht irgendein Drache! Das war wirklich Talia.
    Legolas stand da und konnte nichts tun. Sein kleines Mädchen war nicht tot. Es war nie tot gewesen. Sie war die ganze Zeit in der Nähe gewesen.
    "Talia? Bist du es wirklich, meine Kleine?" fragte er. Der Drache baute sich kurz auf, als wollte er zeigen, das er nicht klein war. Und Legolas erinnerte sich. Talia hatte ihm auch deutlich klar gemacht, dass sie nicht mehr klein war.
    "Du bist es." hauchte Legolas ungläubig.
    Ein paar Tränen brannten in den Augen des Elben. Und er ging vorsichtig auf Talia zu. Als er ihrem Kopf mit der Hand berührte, schnaubte der Drache leise. Dann schmiegte sie ihren Kopf an Legolas Brust.
    Die Hände des Prinzen zitterten. Er legte die Arme um den Hals seiner Adoptivtochter, drückte sein Gesicht an ihre weißen Schuppen und flüsterte leise: "Es tut mir so leid, Talia. Alles tut mir so leid. Dass ich dich bedroht habe, dich beleidigt habe, dir nicht geglaubt habe und dich beinahe getötet hatte. Aber am meisten tut es mir leid, dass ich dich alleine gelassen habe. Verzeihst du mir noch mal?"
    Als Antwort bekam der Elb ein leises Schnauben. Talia sah ihn aus freudigen, grünen Augen an und schmiegte ihren Kopf an Legolas.

    Als Aragorn, Gandalf, Gimli und die Hobbits einige Zeit später einen weißen, glücklichen Drachen am Himmel sahen, auf dessen Rücken ein blonder Elb saß, wussten alle, dass Legolas die Wahrheit erkannt und verstanden hatte, dass in dem großen, weißen Drachen tatsächlich sein kleines Mädchen steckte.

    Ende.

Kommentare (23)

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Talia (75339)
vor 444 Tagen
Wirklich gut gelungene Geschichte. Aber warum soll ein Mädchen von menschlichen Blut nicht perfekt Bogenschießen können?
Lorana (97050)
vor 485 Tagen
Die Geschichte war so Süß wie Wäre es wen der Schreiber noch ein oder Zwei Kapietel mehr machen Könnte mit vielleicht noch die Mutter finden die sich dann als Elbin raustellt oder so ????????????????????????????
ShirinDavid (17074)
vor 562 Tagen
Hi ich bins Shirin David. Wie ihr von mir noch nicht wusstet ich bin diesen Herr der RingeFan. Doch ich kann es nicht verstehen das so viele Mädels auf Legolas stehen WHAATT! Er hat zwar schöne Haare für einen Mann. Aber was wollt ihr einenMann der aussieht wie ne Frau oder einen echten Mann.

Am Montag 14:00 gibt es wieder ein neues Viedeo von mir.

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Miakis Warinja (55582)
vor 624 Tagen
Ja, dass ist eine super idee Filuna. Momo vieleicht könntest du das noch machen. Bitte :-)
Filuna (63395)
vor 732 Tagen
Wäre cool, sorry, Schreibfehler.
Filuna (63395)
vor 732 Tagen
Vielleicht könntest du auch schreiben, wie sie Talia zurückverwandeln wollen, es aber nicht ganz klappt und das sie sich in immernoch in einen Drachen verwandeln kann. Wären cool.
luky500 (26461)
vor 864 Tagen
Toll geschrieben. Vielleicht kannst du noch eine Fortsetzung schreiben z.b. wie talia sich zu ruch verwandelt.
ich (88940)
vor 888 Tagen
Ich habe schon viele geschichten gelesen aber diese war einer der besten und ich gebe ur sehr selten positive kritik. Mach weiter so
Shirin (15903)
vor 922 Tagen
Hi. Ich finde die Geschichte super. Wäre cool wenn du
ein Kapitel schreiben würdest wo man erfährt wie Talia
zu einem Drachen geworden ist ;-).
LG
Tauriel Grünblatt (47279)
vor 940 Tagen
Ich finde die Geschichte schön, auch wenn sie ein wenig
kompliziert ist. Du hast wirklich Talent! Mach Bitte eine Fort-
Setzung!
RobinNo2 (16531)
vor 956 Tagen
BITTE schreib eine Fortsetsung !!!!!!! BIIIITTEEEEE !!!
Icke (53387)
vor 957 Tagen
Also, erst mal schließe ich mich den anderen an: Eine Fortsetzung der Geschichte wäre super.
Zumal ich mir bei einer Sache nicht so ganz sicher bin: Talia war ja ein Mensch (-->sterblich), jetzt ist sie ein Drache (-->theoretisch unsterblich), ist sie jetzt noch sterblich oder nicht?
Du hast echt Talent, wehe wenn du das vergeudest! ;D
momo (89668)
vor 957 Tagen
Ich danke euch für du vielen lieben Kommentare. Ich hätte wirklich nicht gedacht, das ich so gut schreibe. "Wie Legolas seine Tochter verlor - Teil 2" ist jetzt fürs erste das letzte Kapitel.
Also noch mal danke an alle, die meine kleine Storry kommentiert haben :)
Olaf (22138)
vor 957 Tagen
Und was passiert jetzt mit talia ?
Tinuviel (46255)
vor 958 Tagen
Wunderschön! Aber bitte hör jetzt nicht auf. Ich will eine Fortsetzubg und du hast Talent und das ist jetzt bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Beth (78180)
vor 958 Tagen
Du musst unbedingt weiterschreiben!!!!!!!!!!!!!!
Tinuviel (99302)
vor 961 Tagen
Hey! Bitte schreib weiter. Die Idee ist klasse und ich freue mich auf die Fortsetzung(en).
Elbish Bowman (61271)
vor 961 Tagen
Geile Geschichte obwohl der Kampf auch länger sein könnte
Beth (45225)
vor 961 Tagen
Ich kann mich den anderen nur anschließen
Auriga (57394)
vor 961 Tagen
Was ich nicht gut finde?
Das du noch nicht weiter geschrieben hast!!!
Nee Spass!.;)
Schreiben uuunbedingt weiter, ich will wissen wie es
jetzt mit Talia weiter geht :)