Das Biest und der Tyrann

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1 Kapitel - 3.551 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2014-12-10 - Entwickelt am: - 2.423 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Dies ist die Geschichte über Grit und Kid. Sorry, dass ich es euch vorwegnehme mit wem die Fanfiction ist:)
Ich hoffe es gefällt euch.

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    Verdammt! Was ist heute nur los? Immer nur laufen. Das fing heute Morgen schon an. Ich bin zum Cafe gelaufen, weil es in Strömen geregnet hat. Dann musste ich laufen, weil ich vergessen hatte Geld mitzunehmen und ohne zu bezahlen abgehauen bin. Danach musste ich laufen, weil ich eine Horde Wölfe aufgeschreckt hatte und generell keine Tiere töte, es sei denn ich muss es. Und jetzt grade renne ich vor der Marine weg. Irgendein Passant hatte mich erkannt und diese Weicheier gerufen. Es sind nicht besonders viele Soldaten und auch nicht besonders starke, aber ich kämpfe trotzdem nicht. Ich habe es satt. Das ganze Kämpfen geht mir auf die Eier und das, obwohl ich keine habe. Wahrscheinlich denke ich nächste Woche schon anders, aber jetzt bin ich erst einmal dankbar für meine gute Ausdauer. Ich versuche meine Verfolger abzuhängen. Spontan biege ich in eine kleine Gasse. Im Laufen stoße ich die Mülleimer hinter mir um. Ich brauche unbedingt eine Crew, dann müsste ich hier nicht alles alleine machen. Der nächsten Piratenbande, in der der Käpt’n ein Kopfgeld von mindestens 300 Millionen Berry hat, trete ich bei. Egal, wer es ist. Ich spüre die Seeluft. Gleich bin ich am Hafen. „Bleib stehen!“, rufen die Marinesoldaten hinter mir. „Du bist verhaftet. Ergebe dich!“ Weiterlaufend halte ich meine rechte Hand hoch und zeige ihnen den Stinkefinger. Die können mich mal. Nach ein paar weiteren Ablenkmanövern komme ich endlich im Hafen an. Zum Glück ist hier viel los. Ich verschwinde in der Masse und betrete einen Anglerladen. Außer Atem gehe ich durch die schmalen Gänge und spähe aus dem Fenster. Ich sehe ein paar Marinesoldaten dicht am Fenster vorbeihasten. Uninteressiert schaue ich mir die Angeln an und lass mich zu Atem kommen. Einige Minuten später schleiche ich mich aus dem Laden raus. Versuche mich normal zu geben, aber dennoch wachsam zu sein. Ich muss runter von der Insel. Mein Zimmer hat die Marine bestimmt schon gefunden. Im Hafen liegen einige ziemlich große Schiffe. Ich suche mir eines der größten Schiffe aus. Es scheint weder von der Marine noch ein Handelsschiff zu sein. Ich schleiche mich an Bord. Es sind nur wenige ziemlich interessant aussehende Männer an Deck. Vielleicht sind sie Abenteurer oder gar Piraten. Geschickt hangle ich mich hoch zum Ausguck. Ich lasse meinen Blick einmal nach unten schweifen, aber mich hat wohl niemand bemerkt. Erschöpft sinke ich auf den Boden. Ich lehne meinen Kopf gegen das Holz und schlafe kurz darauf ein.

    „KÄÄÄÄÄÄPTÄÄÄÄÄÄÄN! HIER PENNT JEMAND IM AUSGUCK!“ Schreiend wache ich auf. „VERDAMMTE SCHEISSE! GEHT’S NOCH? SCHREIST DIREKT NEBEN MEINEM OHR RUM!“ Sekundenschnell bin ich mit Adrenalin vollgetankt. Ich fasse mir ans Herz, welches laut und schnell pocht. „SIE IST JETZT WACH!“, schreit der Typ neben mir wieder. Er lächelt mich dreckig an und zwei Goldzähne blitzen auf. Ich stehe auf und zücke meine Knarre. Sie ist genau auf die Stirn des Kerls gerichtet. Plötzlich spüre ich ein zucken und zerren, welches von meiner Knarre kommt. Auch die andere im Gürtel scheint sich bewegen zu wollen. Ich packe sie und halte sie fest, damit sie nicht abhaut. Was ist denn hier los? Meine Knarren ziehen und wollen nach unten auf Deck. Ich lasse sie aber nicht los und so werde ich aus dem Ausguck gezogen und fliege durch die Luft direkt auf einen rothaarigen breit grinsenden Typen zu. Zieht er Metall etwa magnetisch an? Kurz bevor ich ihn erreiche, lasse ich los und rolle mich mehr oder weniger elegant ab und komme dann wieder auf die Beine. An einem coolen Auftritt muss ich noch ein bisschen arbeiten. Meine beiden Knarren kleben an der Hand vom Pumuckel fest. Ich schaue ihn grimmig an. „Gib sie wieder her!“, sage ich bedrohlich. Er lacht nur spöttisch, dann hält er inne und mustert mich gründlich. Natürlich noch immer hässlich grinsend. Dieses Arschloch. Bei mir gibt es nichts zu sehen. Der Typ neben ihm, der eine Maske trägt, stößt Pumuckel an und fragt: „Na, was meinst du?“ Bevor er antwortet bleiben seine Augen noch an mir hängen. „Ist halt keine 90-60-90 nä.“ Bitte was? Habe ich grade richtig gehört? Nur weil ich keine Barbiemaße habe? Ich bin ja schließlich nicht hässlich. Was meinen die überhaupt damit? Ich verschränke sauer meine Arme vor der Brust. Die Crew um mich herum lacht. Lacht mich wahrscheinlich aus, weil ich nicht gut genug bin. Gut genug für was überhaupt? „Also nichts für dein Bett?“, fragt der Maskenmann nach. „Nope!“ „WAAAAAAAAAS? Was seid ihr denn für Schweine? Achtet bei Mädchen nur auf ihre Rundungen was? Wahrscheinlich wechselt ihr Mädchen öfter als eure Unterwäsche. Schläft mit ihr eine Nacht und die nächste ist dann jemand anderes dran. Ihr seid voll die Arschlöcher!“ Ich schreie sie alle an. Das ist doch unglaublich. Ich schmeiße ihnen wüste Beleidigungen und Anschuldigungen an den Kopf. Einfach unerhört! „Wenn du sie nicht auf der nächsten Insel absetzt, dann schmeißt du sie ins Meer oder was?“ Der Maskenmann und Pumuckel haben die ganze Zeit diskutiert. Pumuckel scheint wohl der Kapitän zu sein. Bei dieser Frage verstumme ich abrupt. „Lasst mich doch einfach wieder von Bord gehen und ich suche mir ein anderes Schiff. Mit euch Schweinen will ich eh nicht reisen.“, schlage ich zickig vor. „Zu spät!“, sagt der Maskenmann. Ich schau mich um. Wir sind tatsächlich schon auf dem offenen Meer. Am Horizont erkennt man noch leicht die Insel. Na toll! Ich stöhne auf und flüstere: „Scheiße!“ Pumuckel nimmt mich wieder ins Visier und starrt mich grinsend an. „Sie bleibt bei uns. Bei der habe ich keine Bedenken, dass sie schwanger wird. Wer will schon mit der ins Bett?“ Er lacht. Ich versuche mich nach außen gelassen zu geben und zucke mit den Schultern. Die Crew lacht spöttisch. „Außerdem,“ sagt er und alle sind still. „hat sie ein Kopfgeld von 320 Millionen Berry, stimmt’s Margrit?“ Wütend balle ich meine Hände zu Fäusten. Wie kann er einfach so bestimmen, dass ich in seiner Bande bin? Und wie kommt er dazu mich Margrit zu nennen? „Mein Name ist Grit. Nicht Margrit. Einfach nur Grit“, presse ich wütend hervor. Pumuckel macht eine abwerfende Handbewegung. Der Maskentyp verschränkt seine Arme und schaut mich anscheinend an. So genau kann man es nicht sehen. „Name?“, frage ich immer noch wütend. „Eustass Kid“, sagt Pumuckel grinsend. „Kopfgeld?“ „470 Mille.“ Ich funkel ihn böse mit verschränkten Armen an. Mist! Ich habe gesagt, dass ich dem nächsten Piratenkapitän mit einem Kopfgeld von mindestens 300 Millionen Berry beitrete. So etwas Blödes. Von allen Seiten werde ich angestarrt. Ich senke meinen Kopf, atme aus und versuche mich zu beruhigen. Tja, da muss ich wohl durch. Ich hebe wieder meinen Kopf und gehe auf Kid zu. Mit einem leichten Lächeln bleibe ich vor ihm stehen und strecke meine Hand aus. „Na dann gib mir mal meine Waffen wieder.“ „Killer!“ Der Maskenmann reicht mir meine Knarren. Ich greife danach, aber Kid legt seine Hände auf meine Waffen und sagt: „Aber wehe du knallst hier irgendjemanden ab.“ Ich schaue ihn nur an und nehme meine Knarren an mich. Der Trubel um mich löst sich auf. Jeder geht wieder seinen Arbeiten und Pflichten nach. Ich fühle mich ein wenig fehl am Platz und schaue mich erst einmal um. Kid und Killer sind wieder in eine Diskussion vertieft. Ich mache mich auf zum Hinterdeck, um mir ein ruhiges Plätzchen zu suchen. Meine Pistolen sind schon lange nicht mehr in den Genuss gekommen, sauber zu sein. Ich setze mich hin und lehne mich an die Reling. In der warmen Nachmittag Sonne reinige ich meine Waffen. Hin und wieder setzt sich jemand aus der Mannschaft zu mir und stellt sich vor. Meistens bleibt derjenige noch für ein kurzes Pläuschchen, fragt nach meinen Knarren oder woher ich komme. Sie scheinen ja doch alle ganz in Ordnung zu sein. Nur Kid, und wahrscheinlich auch Killer, haben eindeutig einen abstoßenden Charakter. Als die Sonne untergeht höre ich eine Glocke läuten und eine laute Stimme ruft: „Essen!“ Ich packe mein Zeug zusammen. Meine eine Knarre ist sauber, die andere noch nicht. Ich folge ein paar Jungs und finde so den Speisesaal. An einem Ende der drei Tische sind noch einige Plätze frei, darum setze ich mich dahin. Keine Lust mich irgendwo zwischen zu quetschen. Den Typen zu meiner Linken kenn ich noch nicht. „Hey ich bin Grit“, stelle ich mich vor und strecke ihm die Hand entgegen. Er grinst mich an, nimmt die Hand und sagt: „Hey ich bin John.“ Ich grinse auch. Wir kommen ein bisschen ins Gespräch, aber es gibt immer noch kein Essen. „Sag mal wann gibt es denn nun was zu essen?“, frage ich und schaue mich um. Der Koch lehnt sich lässig gegen einen Tresen, mit einer Suppenkelle in der Hand. „Kid ist noch nicht da“, antwortet John grinsend. „Aha!“ Fast alle Plätze sind besetzt, aber von Kid keine Spur. Auch Killer ist nirgends zu entdecken. Hinter mir ertönt eine Stimme. „So Jungs! Es kann losgehen.“ Da ist er ja. Er setzt sich mir gegenüber und grinst mich natürlich dick und fett an. Das Essen wird nun auf den Tischen verteilt. Skeptisch gucke ich Kid an und ziehe eine Augenbraue hoch. Er grinst immer noch. „Was?“, frage ich pampig. „Du bist ganz schön frech!“, antwortet er und reicht seinen Teller zum Suppentopf. Ich zucke mit den Schultern und grinse. „Manchmal!“ Mein Teller voll Suppe wird zurück gereicht. Mir schwappt ein wenig über die Hand. „Uh! Heiß!“, stöhne ich auf. „Das liegt wohl an mir!“ „Ja so heiß, dass ich es fast nicht ertragen kann. Fast!“, antworte ich sarkastisch. Kid greift grinsend zum Löffel und taucht ihn in seine Suppe. „Wie gesagt, du bist ganz schön frech“, sagt er und fängt an zu essen. Wir sind fast fertig mit essen, da fällt mir etwas ein. „Ähm“, fange ich an, „Wo soll ich heute Nacht schlafen? Habt ihr Einzelkabinen?“ Allgemeines Gelächter um mich herum. Alle die meine Frage gehört haben lachen mich mal wieder aus. Ich ziehe eine Schmolllippe. Kid grinst und stützt sich auf den Tisch auf. „Nun ja… Es gibt einen Männerschlafsaal und meine Kajüte. Mir ist es egal wofür du dich entscheidest, aber die Meisten schnarchen nachts laut.“ Ich atme laut aus. Na toll! Ich kann nun echt nicht schlafen, wenn die da alle so schnarchen. Kid hat zwar gesagt, dass ich nicht die richtigen Maße habe um mit ihm zu schlafen, aber wer weiß was er nachts so macht. Und was wenn er so ein kleines Bett hat und ich mich an ihn ran quetschen muss? „Ich habe ein großes Bett“, sagt Kid, als hätte er meine Gedanken gelesen. Mir scheint meine Unentschlossenheit ins Gesicht geschrieben zu sein, denn Kid schaut mich triumphierend an. Ich gebe auf. „Okay…“, sage ich leise. John stößt seinen Ellenbogen in meine Seite und grinst mich vielsagend an. Ich boxe ihm hart in die Schulter und sage „Halts Maul!“ Später feiern wir noch. Die Crew wollte ihr neues Mitglied feiern, welches das erste ist, dass Ohneglied ist (wenn ihr versteht was ich meine). Ich trinke selten sehr viel, deshalb bin ich am Ende der Feier auch noch fast nüchtern. Also die Feier ist noch nicht zu Ende, aber da ich ein bisschen auf Kid angewiesen bin, wie scheiße das auch sein mag, muss ich gehen, als er geht. Als Kid sich verabschiedet will ich aufstehen, aber ich werde festgehalten. „Wo willscht du hin? Bleib doch noch ein bisschen“ John lallte mich voll und noch ein paar andere, die ich kennen gelernt hatte, zwingen mich zum Bleiben. „Keine Schorge hicks… wir bringen disch nacher schon schum Käptn hicks…“, sagte mir ein anderer. Eigentlich wollte ich ja auch noch nicht ins Bett. Die Party war grade ganz lustig gewesen. Ich finde schon noch irgendwie in die Kajüte. Die Jungs und ich feiern und tanzen noch ein bisschen. Da ich nicht so viel Alkohol getrunken habe, überkommt mich plötzlich eine ziemliche Müdigkeit. „Ey John“, sage ich und kann meine Augen kaum noch offen halten. „Wo pennt Kid?“ Sofort steht er auf. „Ich zeig esch dir“ Müde stehe ich auf und schlurfe ihm hinterher. Während des Gehens schlafe ich fast ein. John nimmt mein Handgelenk und führt mich zu Kids Kabine. Verwundert, dass er sie in seinem alkoholisierten Zustand überhaupt gefunden hat, öffne ich die Tür. „Gute Nascht“ nuschelt John hinter mir und geht wieder. Ich versuche in der Dunkelheit irgendetwas zu erkennen. Irgendwas steht mir im Weg. Ich stolpere, flieg hin und bleibe einfach liegen. Ist mir jetzt egal. Ich muss pennen.

    Oh nein! Der Vulkan spuckt Lava. Die Steine fliegen überall hin. Entwurzelte Bäume und ganze Häuser fallen vom Himmel. Ich laufe so schnell ich kann, aber irgendwie komme ich nicht vorwärts. Ein riesiger Baum fliegt auf mich zu. Schneller, schneller. Ich versuche wegzurennen, aber ich bewege mich kein Stück. Ich schaue hoch. Wumms! Erschrocken mache ich die Augen auf und schlage wild um mich. Ich werde von einem Kissen erdrückt und ein gedämpftes Lachen verspottet mich. Halb genervt halb amüsiert packe ich das Kissen und werfe es in Richtung Lachen. „Ey!“ Anscheinend hat es sein Ziel getroffen. Mühsam stehe ich auf. „Willst du mich umbringen oder was?“, sage ich sarkastisch. „Pah! Die Frage ist eher möchtest du dich selber umbringen. Ich wäre heute Morgen fast auf dich rauf getreten. Du kannst ruhig im Bett schlafen. Ich würde dich nicht mal mit einer Kneifzange anfassen.“ „Das ist gut. Wer will denn auch von dir Schwachkopf angefasst werden? Wahrscheinlich bist du leichte Beute.“ „Hä! Geht’s noch. Leichte Beute? Die Mädchen stehen Schlange nur damit sie abends in der Kneipe mal neben mir sitzen dürfen. Ins Bett kommt dann nur das Feinste. Du kannst dich glücklich schätzen, dass ich es dir überhaupt anbiete in meinem Bett zu schlafen.“ Kid grinst überheblich. Ich strecke ihm die Zunge raus. „Ich sehe es eher als Strafe an.“ Ohne ein weiteres Wort gehe ich auf die offene Tür hinter ihm zu, da ich dort ein Badezimmer vermute. Ein Glück! Es ist ein Badezimmer. Das wäre sonst etwas peinlich geworden. Ich schließe die Tür und setze mich erst einmal auf den Badewannenrand um einmal tief durchzuatmen. So früh am Morgen schon solch ein Battle schlagen ist anstrengend. Ich stell mich vor den Spiegel. Meine langen braunen Dreads haben sich teilweise aus dem Haargummi befreit. Mein Gesicht ist total zerknautscht und ich habe Abdrücke vom Boden auf meiner Wange. Ich wasche mein Gesicht und hoffe, dass ich danach ein bisschen besser aussehe. „Es gibt gleich Frühstück, Margrit“, ertönt Kids Stimme dumpf. „Nenn mich nicht…“ Rumms! Bevor ich zu Ende sprechen kann, schmeißt Kid die Tür zu. Penner! Ich schaue wieder in den Spiegel. Eigentlich muss ich mich ja echt waschen. Ich habe heute Nacht auf dem Boden gepennt und gestern habe ich mich auch voll geschwitzt. Ach, was soll‘s. Dusche ich halt. Ich binde meine Haare so zusammen, dass sie nicht runterfallen und geh duschen. Meine Haare brauchen nicht gewaschen werden, außerdem braucht es Ewigkeiten, bis sie trocken sind. Nach einer kurzen Dusche, schnappe ich mir ein Handtuch und trockne mich ab. Ich brauche unbedingt was anderes anzuziehen. Wenigstens ein neues Shirt. Ich bezweifle aber, dass Kid welche hat. Schließlich trägt er ja immer oben ohne und zeigt sein, doch recht ansehnliches, Sixpack. Ganz vielleicht hat er ja ein T-Shirt. Ich wickle mir das Handtuch um und schleiche mich ins Zimmer. Hoffentlich kommt Kid jetzt nicht wieder. Ich durchwühle seinen Schrank und finde tatsächlich ein paar T-Shirts. Ich nehme mir ein schwarzes, welches echt riesig ist. Hier lohnt es sich, dass die Maße meiner Oberweite nicht 90 sind, Kid. Das Shirt fällt locker und ich stecke es in meine Jeans. Ich bin noch dabei meine Haare zu richten, als Kid reinkommt. Er mustert mich. Kein Grinsen. „Das ist meins!“, sagt er trocken. „Jup!“ Das Grinsen kehrt zurück. „Komm! Nicht, dass du dich verirrst und irgendwo einfach einpennst. Die anderen trampeln dich sonst tot“ Kid lacht. Ich lache auch. „Ist ja gut“ Ich gehe mit ihm zum Speisesaal und versuche mir dabei möglichst die Gänge zu merken. Ist eigentlich gar nicht so schwer. Es scheint so, als ob es hier gar nicht so viele Gänge gibt. Die paar Leute, die bereits am Tisch sitzen, sehen eher aus wie Leichen. Einige haben den Kopf auf den Tisch gelegt und pennen noch ne Runde, einige halten sich den schmerzenden Schädel und andere sitzen regungslos am Tisch und starren grade aus. Da haben gestern wohl einige etwas übertrieben. Grinsend, da ich ja nicht so viel getrunken habe und super geschlafen habe, setze ich mich wie gestern wieder neben John. „Guten Morgen Sonnenschein!“, begrüße ich ihn. Er zuckt zusammen. John hat tiefe Augenränder, seine Haare sind total zerzaust und er schafft es kaum seine Augen offen zu halten. „Pscht!“, bekomme ich als Antwort. Träge hält er seinen Zeigefinger vor den Mund. „Pscht!“ Kichernd warte ich, dass es losgeht. „Guuuuuten Moooooorgeeeen!“, höre ich Kid rufen. Alle im Speisesaal stöhnen auf und halten sich die Ohren zu. „Halts Maul Kid!“, hört man aus einigen Ecken. Ich lache, Kid grinst. Es haben sich doch wohl nicht alle außer uns beide so schrecklich besoffen, oder etwa doch? Man, das sind ja echte Trinker. Während des Frühstücks kehrt so langsam das Leben in die Jungs zurück. John neben mir reißt sogar einen Witz. Ich pruste los und das, als ich gerade einen Schluck Milch trinke. Blöderweise sitz so wie gestern Abend Kid vor mir. Ich spucke ihm die Milch voll ins Gesicht. Als ich das sehe, muss ich noch mehr lachen. Kid guckt mich sauer an. „Was soll das?“, ruft er aufgebracht. Lachend antworte ich: „Du siehst aus wie ein begossener Pudel. Nur lustiger.“ Kichernd vertiefe ich mich in mein Müsli. Kid steht auf und zieht Killer mit sich. Ich schaue ihnen nach, wie sie den Raum verlassen und lache. „Was ist denn mit denen los?“ John zuckt mit den Schultern und grinst. „Keine Ahnung, aber das wird Kid nicht auf sich sitzen lassen.“ Erschrocken gucke ich ihn an. „Was meinst du damit?“ „Tja…“ Ich grübel darüber nach, was Kid wohl anstellen würde, da spüre ich wieder das Zerren an meinen Knarren. Dieser Blödmann! Bevor ich meine Waffen festhalten kann, fliegen sie auch schon davon. Ich springe auf und renne hinterher. Sie fliegen direkt zu der Tür, die auf das Deck führt. Die mittlerweile fast vollständige Crew verfolgt das Geschehen gespannt. Die Tür ist einen Spalt breit offen. Meine Knarren fliegen durch den Spalt. Aufgebracht renne ich hinterher und stoße die Tür ganz auf. Platsch! Ein Eimer mit eiskaltem Wasser fällt auf mich. Sofort bin ich klitschnass. Hinter mir lachen die Jungs, vor mir lacht Kid und wahrscheinlich auch Killer. „Wer sieht jetzt aus wie ein begossener Pudel?“, ruft Kid. Nach dem ersten Schock, muss ich auch lachen. Toll! Hätte ich vorhin gar nicht duschen brauchen. Ich nehme „mein“ T-Shirt und drücke das Wasser raus. Dann laufe ich plötzlich ohne Vorwarnung los und springe auf Kid, den ich zu Boden reiße. Lachend setzen wir uns auf. Kid wirft mir meine Waffen zu und verpasst mir dann einen recht festen Schlag gegen die linke Schulter. „Sind wir quitt?“, frage ich. Kid nickt grinsend und zieht mich hoch. „Das einzige Problem an dieser Situation ist jetzt, dass meine Kleidung klitschnass ist“, sage ich. „Na und“, antwortet Kid grinsend „dann zieh sie halt aus.“ „Spinnst du! Ich habe ja nichts Anderes zum anziehen“, schnauze ich ihn an. „Das stört hier nun wirklich keinen“, sagt Kid und lacht. Ich boxe ihm in die Schulter. „Ich glaube kaum, dass ihr den Anblick ertragen könntet.“ Gespielt arrogant werfe ich meine Dreads nach hinten und stolziere davon um mich in Kids Zimmer umzuziehen. In was weiß ich noch nicht.

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