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Geschichten aus der Rumtreiberzeit

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11 Kapitel - 25.217 Wörter - Erstellt von: MissKiwiGurke - Aktualisiert am: 2015-01-12 - Entwickelt am: - 2.341 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

1. Prolog
2. Hogwarts Express
3. Slytherin?
4. Hassliebe
5. Zaubertränke
6. Rache ist süß
7. Nachts im Wald
8. Bittere Erkenntnis
9. Weihnachtsferien
10. Party bei den Crabbes
11. Jungsfreier Tag

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    „Ich flechte nur noch schnell dein Haar und dann gehen wir los.“ Meine Mutter sah mich zufrieden an als sie mein ebenholzfarbendes Haar zu einem seitlichen Zopf geflochten hatte. Ich verdrehte die Augen. „Du sollst schließlich ordentlich aussehen und einen guten ersten Eindruck erwecken.“, sagte sie ruhig als sie meine Augen musterte. Es war schon immer wichtig einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Es ging nie um etwas anderes. Wie sollte es auch sonst anders sein? Schließlich war unsere Familie reinblütig und genau deswegen war es auch umso wichtiger, dass wir unser Gesicht stets wahren. Wir die Hastings, die reichen Hastings, die ansehnlichen Hastings, die Hastings, die einen großen Einfluss haben und auf jeder wichtigen Veranstaltung zu erscheinen haben. Nicht zu vergessen die stolzen Hastings mit Manieren aus Silber und einer eisigen, kühlen Erscheinung. Ich konnte mich noch nie mit diesem Ruf anfreunden. „Kommt Vater nicht mit?“ Ich sprang bei diesem Satz mit meiner fertigen Frisur auf und zog meine Schuhe an. „Du weißt doch Schatz.. er hat viel zu tun im Ministerium und..“ ich schnitt ihr das Wort ab: „Schon gut.“ Es war nicht enttäuschend, schließlich war es schon immer so gewesen, dass er nie für etwas da war. Aber es hätte mich durch aus gefreut, wenn er mich zumindest zum Zug gebracht hätte. Vielleicht war es auch gar nicht so schlecht ohne ihn zu gehen. So würde man mich nicht unbedingt direkt mit ihm verbinden. Jedenfalls hoffte ich das. Es war anstrengend immer in seinem Schatten zu stehen. Die Leute sahen mich an und sahen nicht mich, sondern die Tochter des Auror Sebastian Hastings. Aus dem Wohnbereich, schlenderte ich in den Flur, wo bereits meine Koffer und Habseligkeiten standen. Meine Eule saß in ihrem Käfig und schaute mich mit großen Augen an. Sie war schön und ganz weiß. In der Winkelgasse war mir klar, dass ich entweder diese Eule nehme oder gar keine. Ich tippte freudig gegen die Stäbe und sie plusterte sich auf um dann einen kleinen freudigen Schrei von sich zu geben. Ich kicherte. Ihre Augen waren ganz groß geworden und sie sahen so wundervoll aus. Als wär der Nachthimmel darin verloren gegangen. Daher nannte ich sie auch liebevoll Zeus. Ich konnte nicht verstehen, wieso niemand diese Eule kaufen wollte, schließlich war ihr Auftreten ganz anders und wirklich ästhetisch. Meine Mutter stand bereits im Flur neben mir und zog sich ihre Jacke enger. „Hast du alles Bellatrix?“ Ich nickte bedächtig. Kurz darauf machten wir uns auf zu Kingscross.

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    Es war ungewohnt durch so viele Menschenmassen zu manövrieren, aber auch angenehm. Als ich mit meinem Vater in der Winkelgasse einkaufen war, hatten die meisten unseren Weg gemieden und wir mussten uns nicht anstrengen um durch die volle Winkelgasse zu kommen. Ich hielt das Ticket für Gleis 9 Ÿ fest in meiner Hand umklammert, während meine Mutter mir half den Wagen zu schieben. Manche Menschen schauten uns skeptisch an. Muggel sahen Eulen in Käfigen wohl nicht allzu oft über die Bahnstege rauschen. Ich hörte immer nur Geschichten über Muggel. Es klang immer so als wären sie ganz anders als wir Zauberer, aber zumindest hier sahen sie uns doch recht ähnlich. Ganz normal eben. Von außen könnte ich jedenfalls nicht sagen, ob einer von diesen Menschen ein Zauberer ist oder eben nicht. Es war nicht so als wäre ich nicht stolz ein Reinblut zu sein, schließlich konnten das auch nicht viele von sich behaupten, aber den enormen Hass, den die meisten anderen reinblütigen Familien gegen Muggel und „Halbblüter“ hatten, den verstand ich nicht. Schließlich konnte man nichts dafür wer man ist. Und ich hatte mich immer gefragt, was so viel besser daran ist, auf Partys mit anderen reinblütigen Familien Getränke zu schlürfen und über die Kollegen im Ministerium zu lästern. Da schien alles immer sehr gekünstelt und unehrlich. „Hier müssen wir rein.“, die Stimme meiner Mutter drängte mich zurück aus meinen Gedanken in die Realität. Wir standen vor einer Mauer. Ich zog die Augen brauen zusammen und sagte skeptisch: „Na gut.“ Danach rauschte ich los und stand auf einem neuen Gleis. Viele Kinder streunten in kleinen Grüppchen um den roten Zug mit der Aufschrift „Hogwarts Express“. Meine Mutter schien auch schon durch die Wand gekommen zu sein, denn sie stand kurz nachher neben mir. Ihre Augen funkelten als sie den Zug wieder sah. Sie muss wohl grade etwas wie eine nostalgische Rückblende ihrer eigenen Kindheit durchlaufen. Ich setzte meinen Weg fort und drückte den schweren Wagen vor mich her. Ich hatte keine Geschwister, bei denen ich hätte dabei sein können, als sie das erste Mal hier her kamen. Daher beobachtete ich alles aufmerksam.. oder ich versuchte es zumindest. Es war voll und die Reize wurden völlig überflutet. Man hörte immer wieder Wortfetzen von anderen, die an einem vorbei liefen, fremde Gerüche und Laute, der Zug machte lärm und alles schien in hellster Aufregung. „Am besten dort hin.“ tippte meine Mutter mich an. Tatsächlich war dort ein kleiner freier Fleck auf den Gleisen und ein paar andere, sehr jung aussehende, Schüler standen nicht weit. Meine Mutter nahm mir den Gepäckwagen ab und stürmte los. Ihr Ehrgeiz schien sie gepackt zu haben, diesen freien Platz zu bekommen. Ich kam nicht schnell genug hinter her und dann auf einmal stieß ich mit etwas zusammen und landete auf dem Boden. „Ugh..“, machte ich als ich mich versucht hatte wieder aufzurappeln. „Tut mir.. tut mir leid.“ stammelte ein Junge und hielt mir seine Hand hin. Er hatte hellbraunes Haar, leicht zerzaust und blau-gräuliche Augen. Anscheinend hatte er sich vor Jahren mal im Gesicht verletzt, denn er trug leichte Narben dort. Doch es musste mindestens 5 Jahre und länger her sein, denn sie waren blass und gar nicht mehr so rosa wie frische Narben. Und auch er war ziemlich blass. „Nichts passiert.“, brachte ich ihm entgegen und lies mir aufhelfen. Er nickte und verschwand wieder in der Menge bevor ich etwas sagen konnte. Also ging ich zu meiner Mutter. Sie hatte es wirklich an den Platz geschafft und musterte mich aufgeregt. Anscheinend hatte sie meine Koffer bereits in den Zug geschafft, denn sie waren weg. Wenn sie wollte, war sie wirklich flink. „Du musst doch aufpassen Schatz.“ Besorgnis machte sich in ihrer Stimme breit. Sie zupfte meine Kleidung wieder ordentlich zurecht und klopfte den Staub ab. Ich verdrehte wieder die Augen. Ich mochte es nicht wenn man mich behandelte als wäre ich etwas sehr zerbrechliches und einzigartiges. Leider war das meist der Fall, dabei konnte ich sehr gut auf mich selber aufpassen. Meine Mutter beugte sich zu mir: „Du musst gleich los. Ich wünsche dir ganz viel Spass und mach uns keinen Ärger.“ „Ja mach ich schon nicht.“, antwortete ich sofort. 'Mach keinen Ärger' – mein Vater sagte dies zu mir seitdem der Brief für Hogwarts ankam. 'Alles was du in Hogwarts machst und tust, fällt auf unseren Ruf zurück'.. 'Es ist wichtig dass du gute Noten schreibst und einen guten Ruf hast', hörte ich seine Worte in mir widerhallen. Ich seufzte. „Das wird sicherlich, Mutter.“ Sie setzte ein angedeutetes Lächeln auf. „Trotzdem. Zeig dich von deiner besten Seite und mach uns stolz.“ Sie umarmte mich und schob mich dann Richtung Zug. Ich stieg ein, winkte noch einmal kurz und machte mich dann auf die Suche nach einem Abteil. Das erste war voll mit Schülern, in dem nächsten saßen nur ältere, beim dritten standen die Schüler schon raus bis in den Gang. Es dauerte eine Weile bis ich ein halbwegs freies Abteil fand. In dem letzten, wo ich hinein schaute, saß der Junge vom Gleis wieder. Das stellte mich zufrieden und ich schob das Abteil auf. Er zuckte kurz zusammen, als hätte er nicht damit gerechnet und ich setzte mich einfach. „Hallo du.“ sagte ich fröhlich und grinste ihn freundlich an. Er lächelte zaghaft und schaute dann wieder aus dem Fenster. Der Zug schien sich langsam in Bewegung zu setzen, aber man merkte es kaum. „Ich heiße Bellatrix.“, versuchte ich es erneut, „Bellatrix Hastings.“ Ich streckte meine Hand entgegen. Der Junge schaute sie an und nahm dann dankend an „Remus Lupin.“, antwortet dieser daraufhin ruhig. Tut mir leid, dass ich dich umgerannt habe.“ „Nicht schlimm. Ist ja nichts passiert.“, antwortete ich mit einer beschwichtigenden Handbewegung. Er lächelte leicht. Lupin sagte mir irgendetwas.. ich glaube mein Vater erwähnte ihn mal. Lyall Lupin. Ich zuckte mit den Achseln und schaute aus dem Fenster. Dabei entglitt Remus ein fragendes „Hm?“ Ich schaute raus, es zog bereits eine ländliche Gegend vorbei und wir hatten die Stadt hinter uns gelassen. „Ach nichts.“, antwortete ich nach einer Weile. „Du bist auch neu oder?“ Remus nickte. „Dann bin ich ja nicht ganz so alleine.“, fügte ich hinzu. Daraufhin lächelte Remus freundlich. Es schien ihm ähnlich zu gehen. Grade als er den Mund aufmachen wollte um etwas zu sagen, flog die Abteiltür auf. Ein weiterer Junge lugte hinein, er hatte schwarzes Haar, welches ganz durcheinander war. Durch seine runde Brille lugten zwei braune Augen und er setzte einen prüfenden Blick auf. Dann fing er an zu strahlen und drehte sich halb in den Gang rein. „Sirius hier ist noch Platz!“, rief er sogleich hinterher. Man hörte Schritte aus dem Gang und kurz nachdem sich der erste Junge einfach neben mich auf den Sitz fallen lies, kam ein weiterer hinein gestürmt und schmiss sich neben Remus. „Na endlich. Hat ja auch lang genug gedauert noch was zu finden.“ Er schloss die Augen, legte seinen Kopf in den Nacken und strich sich durch sein schwarzes Haar. Er schien müde zu sein. Ich schaute die zwei skeptisch an und räusperte mich: „Ihr hättet wenigstens fragen können.“. Remus fing an zu kichern, ganz leise und kaum zu hören. Zugegeben dieser Auftritt war durchaus amüsant, aber nicht grade höflich. Der Junge neben mir beugte sich vor: „Ach ihr habt doch sicherlich nichts dagegen, wenn zwei fast zu spät kommende Jungs einen Platz beschlagnahmen.“ Dabei lag seine Stimme deutlich auf fast. „Zudem sind wir immer eine wundervolle Gesellschaft.“ Der zweite fing an Breit zu grinsen. „Fast zu spät?“, wiederholte Remus. „Jaja.“, Remus Sitznachbar zog die Hände von seinem Gesicht und zwischen seinem längeren schwarzen Haaren blitzten zwei graue Augen hervor. „War alles ziemlich knapp, haben den Zug grade noch so bekommen.“ Die beiden Jungs fingen im selben Moment an zu lachen. Remus schien das anzustecken und er fing an breit zu grinsen. Ich schüttelte den Kopf und schaute dann aus dem Fenster. Wiesen zogen vorbei und vereinzelte Bäume. Es war wirklich idyllisch. „Ich bin übrigens James.“ Der Junge neben mir lächelte freundlich in die Runde. „James Potter.“, ergänzte er. Remus lächelte warm. „Mein Name ist Sirius Black.“ fügte der zweite hinzu. Bei Black gingen meine Alarmglocken an. Dieser Name sagte mir definitiv was. Er stand oft auf den Gästelisten, die meine Mutter machte. Allerdings sagte sein Gesicht mir nicht viel. Aber das war nicht verwunderlich, oft hatten reinblütige Familien einen extrem verzweigten Stammbaum. Ich blickte trotzdem vom Fenster auf und schaute verwundert in die Runde. „Remus Lupin.“, antwortete Remus kurz aber warm. „Freut mich.“ sprach James. „Und du?“ Er tippte mich an. „Ähm.. Bellatrix.“, ich zog ein kurzes Lächeln. Sirius fing an genervt zu stöhnen und schob sich die Hände wieder durch die Haare. „Ist was?“, antwortete ich daraufhin genervt. „Meine Cousine heißt auch so und sie ist eine fürchterliche Zicke.“ James fing an zu grinsen. Ich schob die Augenbrauen zusammen und schaute wieder aus dem Fenster. „Nimm's ihm nicht übel.“, feixte James und stupste mich in die Seite. „Schon gut.“ antwortete ich und musste grinsen. „Ist sie denn noch auf der Schule?“ Sirius sah mich mürrisch an: „Na zum Glück nicht. Sie ist 8 Jahre älter soweit ich weiß und hat somit schon lange abgeschlossen.“ Ich nickte einem mürrischen Sirius entgegen und schaute wieder aus dem Fenster. Darauf folgte eine recht anstrengende Fahrt. Sirius und James erzählten ununterbrochen etwas und Remus lächelte deswegen oft ausgiebig. Er schien sie direkt ins Herz geschlossen zu haben. Sie schienen ja so auch nett zu sein, aber sie waren anstrengend und irgendwie auch überheblich. Daher schaute ich die meiste Zeit aus dem Fenster und redete lieber nur mit Remus. Es kam ein Süßigkeitenwagen vorbei und die Jungs deckten sich reichlich ein. „Ich nehm' noch eine.“, sagte James und griff in den Bohnenkarton, den sich Sirius gekauft hatte. Die Aufschrift des Kartons war 'Berty Botts Bohnen – Bohnen in allen Geschmackrichtungen. Ich kannte sie nur zu gut und wusste, dass ich die meisten Sorten eh nicht mögen würde. Die Jungs hielt es nicht davon ab, immer wieder reinzugreifen. James Gesicht entgleiste und es kam ein „Irgh.“ aus ihm heraus gequält. Sirius fing an zu lachen. „Was war es James?“ „Ich weiß es nicht aber es war schrecklich ekelhaft.“ Er spuckte den Rest Bohne in ein Taschentuch. Daraufhin streckte er den Karton Remus entgegen. Er griff zögerlich rein und nahm eine kleine rote Bohne hinaus und steckte diese sofort in den Mund. „Es schmeckt..“, begann er, fing dann aber fürchterlich an zu husten. „ ..viel zu scharf.“ Die zwei anderen Jungs fingen wieder an herzhaft zu lachen. Mir wurde der Karton schon nicht mehr hingestreckt, da ich die letzten 5 male abgelehnt hatte. Ich mochte diese Art von Süßigkeit eben nicht, da ich immer nur Pech hatte und noch nie etwas leckeres erwischte. Nachdem die Bohnen leer waren, begannen die anderen ihre Schokofrösche zu plündern. Sie sprangen umher und die Jungs hatten Mühe sie einzufangen. Danach begutachteten sie ihre Karten. „Was glaubt ihr in welches Haus ihr kommt?“, fragte James, während er seine Karte von Glover Hipworth immer wieder in seiner Hand drehte. Remus zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nicht.. vielleicht Ravenclaw oder...“ Er überlegte. „Oder vielleicht auch Gryffendor.“ James grinste. „Ich hoffe ich komme ja nach Gryffendor.“ er schien stolz als er das sagte. „Und dich nehm' ich mit.“ Er stupste Sirius mit seinem Fuß an, daraufhin grinste er. „Ich hoffe doch.“ Die zwei fingen wieder an zu lachen. Als sie sich beruhigt hatten fügte er hinzu: „Ich hab nämlich keine Lust in Slytherin zu hängen.“ Ich seufzte innerlich. Ich wusste was er meinte. In meiner Familie waren auch die meisten in Slytherin gewesen. Zwar war meine Mutter in Ravenclaw, aber ich wusste, dass mein Vater das andere mehr schätzen würde. Draußen dämmerte es bereits und ich sah Remus immer wieder dabei zu, wie ihm die Augen langsam zu fielen, er kurz zusammen schreckte und sie dann wieder sofort auf machte. Das Geschwätz der 2 anderen Gäste war aber auch anstrengend und ich verstand durch aus, dass ihn das ermüdete. Mich hat es jedenfalls ziemlich ausgelaugt. Wie kann man nur so viel Energie haben wie die Zwei? Als Remus seinen Kampf gegen den Schlaf endgültig verlor und langsam in den Sitz rutschte, musste ich Grinsen. Draußen war es auch bereits dunkel geworden. Man konnte nicht mehr erkennen wo man lang fuhr und durch das Licht im Abteil sah man auch nur sein eigenes Spiegelbild im Glas. Ich schaute trotzdem weiter aus dem Fenster und beobachtete das Geschehen im Abteil. Irgendwann nickte auch ich ein und ich spürte wie mein Kopf gegen das kalte Fenster rutschte und dort kleben blieb. Ich wurde durch ein rhythmisches schaukeln geweckt. Anscheinend wurde der Zug langsamer und es konnte nicht mehr lange dauern bis er gänzlich zum stehen kommt. Ich öffnete langsam meine Augen und schaute in das Glas hinein. Neben meinen eisig blauen Augen, sah ich wie Sirius mich beobachtete. Als er merkte, dass ich wach war, schaute er schnell weg. Ich gähnte und streckte mich kurz. Remus schlief immer noch ziemlich friedlich gegenüber. Auf dem Gang waren bereits Stimmen zu hören und es erschien mir so, als wären alle in heller Aufregung. James kratzte sich am Kopf. „Ich glaube wir können uns auch langsam mal bewegen. Weit kann es ja nicht mehr sein.“ Sirius nickte zu stimmend und begann sich aus dem Sitz hervor zuschieben. Ich wackelte an Remus Bein, damit er aufwachte. Er schreckte auf und saß verwirrt auf seinem Platz. „Wir sind gleich da.“ grinste Sirius Remus an. Dieser rieb sich nur müde die Augen.

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    Wir quetschen uns danach in den Gang. Es war voll und nach wenigen Minuten schoben auch schon weitere Kinder von hinten nach. Die Luft wurde schlechter und es war laut. Ich bereute sofort, dass wir so früh aufgestanden waren – nächstes Jahr würde ich definitiv als letzte den Zug verlassen. Die anderen Schüler fingen an zu drängeln, als sie im Fenster sahen, dass wir langsam einfuhren. Remus wurde gegen mich gedrückt und er hauchte eine Entschuldigung an mir vorbei. Gegen all meine Freude, ging das Geschiebe so weit, dass ich wiederum gegen Sirius geschoben wurde und dieser gegen James. Beide seufzten genervt. „Man bin ich froh wenn ich hier raus bin.“, grummelte Sirius. „Nicht nur du.“, fügte ich genervt hinzu. „So schlimm kann es doch gar nicht sein, zwischen zwei so ganz reizenden Männern eingepfercht zu sein.“, feixte James. Remus wurde rot, Sirius fing an laut zu lachen und ich konnte nicht anders als meine Augen zu verdrehen. An Selbstbewusstsein schien es den beiden wirklich nicht zu fehlen, so viel war mir jetzt auch endgültig klar. Es muss ein wundervoller Blick für jeden anderen gewesen sein, als ein Erstklässler nach dem anderen aufgeregt aus dem Zug purzelte, während alle älteren Schüler seelenruhig nacheinander und ohne großes Gedrängel ausstiegen. Als ich draußen stand, atmete ich tief durch. Es erschien mir fast so als hätte ich nie klarere und bessere Luft geatmet und ich war sichtlich erleichtert nicht mehr zwischen den ganzen anderen Schülern zu hängen. Der Himmel war klar und die Nacht war schon merklich kühler als sonst. Vor meinem Gesicht machten sich warme Dampfwolken auf in die Nacht. Trotz der Aufregung, schien hier alles recht friedlich und kühl. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich eigentlich ziemlich aufgeregt war. Schließlich trennte mich nicht mehr viel zu dem Leben in Hogwarts und ich war gespannt wie es wohl sein würde. Sicherlich ganz anders als Zuhause. Zufrieden stapfte ich neben Remus her und er schien sichtlich nervös, genau wie die meisten anderen. Ich klopfte ihm liebevoll auf die Schulter und er brachte ein kleines nervöses Lächeln hervor. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich zumindest in ihm einen guten Freund gefunden hatte. Die anderen Zwei erschienen zwar durch aus in der Lage nett zu sein, aber ich befürchtete fast, dass sie viel mehr Unfug machen würden und von Ärger sollte ich mich ja eigentlich fern halten. Immer mehr Erstklässler versammelten sich zu einer Traube. Ganz vorne an, stand eine ziemlich große Person. Viel größer als normale Menschen, aber zu klein für einen Riesen, dessen war ich mir sicher. Er trommelte die Schüler an ihm zu folgen. Die älteren Schüler schlugen einen anderen Weg ein und ich drehte mich immer mal wieder zu ihnen neugierig um bis sie gänzlich verschwanden. Der große Mann stellte sich als Hagrid vor und lotste uns einen Weg entlang runter zu einem riesigen See. Er erzählte von sich während er über den erdigen Boden stapfte. Er schien der Wildhüter von Hogwarts zu sein und unterrichtete Pflege magischer Geschöpfe. Plötzlich stoppte er und drehte sich um und seine tiefe stöhnte dröhnte: „Am besten sucht ihr euch Vierer-Gruppen für die Boote.“ Ich schaute Remus fragend an. „Boote?“ Ich war ziemlich klein und wir standen nicht grade in der ersten Reihe. Er stellte sich auf die Zehenspitzen und schaute locker über die anderen hinweg, dann nickte er. „Sieht so aus als fahren wir damit über den See.“ James drehte sich um. „Fahren wir zusammen?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage seinerseits. Ich seufzte aber folgte Remus in das Boot mit James und Sirius. Etliche Boote lagen ab . Jedes hatte eine kleine Laterne vorne, welches ein gedämpftes Licht auf das schwarze Wasser warf. Es waren so viele Boote unterwegs. Sie sahen aus wie viele kleine Sterne im Himmel. Ganz im Gegensatz zu meinen Erwartungen schaukelte das Schiff kaum. Es glitt regelrecht auf dem Wasser Richtung Schloss. Dieses erhob sich wahrlich atemberaubend im Hintergrund mit all seinen Türmen und Lichtern. „Wow“ entfuhr es mir leise. Aber es schien dem Rest genauso zu gehen. Mein Staunen wurde von Wasser gestört welches in mein Gesicht gespritzt wurde. „Ey!“ stieß ich sofort aus und schaute böse. James konnte sich das Lachen kaum verkneifen und Sirius hatte seine Hand immer noch im Wasser. „Ich dachte ich hol dich mal auf den Boden der Tatsachen zurück.“, kicherte er. Ich wischte das restliche Wasser mit dem Pullover aus meinem Gesicht. „Nicht witzig.“ zischte ich ihn Böse an. Das änderte aber nichts daran, dass James und Sirius sichtlich ihren Spass dabei hatten. Remus saß da und zog ein leichtes Lächeln. Ich erkannte sofort dass er lächelte, das konnte er nicht vor mir verstecken. Ich knuffte ihn in die Seite und er fing ebenfalls an zu kichern. Jetzt fühlte ich mich herausgefordert und spritze ihm Wasser ins Gesicht. Er schaute etwas überrascht, während James und Sirius anfingen zu lachen. Am Ende fingen wir alle an zu lachen. Bald schon legten die Boote alle hintereinander an und die Traube an Schülern folgte Hagrid durch ein riesiges Portal in das Schloss. Von innen war es noch viel einschüchternder als von außen. Die Decken waren enorm hoch und es hangen viele Bilder an den Wänden, die einen misstrauisch, freundlich und verwundert hinterherschauten. Hagrid führte uns in eine große Halle mit 4 langen Tischen mit Bänken an jeder Seite. An den Wänden hingen lange Wandteppiche mit den jeweiligen Hauslogos auf ihnen. Ganz am Ende saßen die Lehrer an einem langen Tisch. Ein älterer Mann mit langem Bart stand auf und fing an zu reden. Ich hörte gar nicht zu, da ich so überwältigt war von diesem Raum. Die Decke schien unendlich und man konnte die Sterne leuchten sehen. Die Kerzen schienen kurz darunter zu schweben und spendeten viel warmes helles Licht. Ich konnte nicht mal ansatzweise die Worte dafür finden. Ich stolperte mit den anderen Schülern durch die Halle. Erst jetzt bemerkte ich, dass vorne ein Stuhl stand mit einem kleinen Tisch, auf dem ein ziemlich ranziger Hut lag, stand. Alle Schüler schienen ziemlich verwirrt und überfordert von dieser atemberaubenden Halle und Atmosphäre. Eine etwas ältere Dame zog ein Pergament aus ihrem Umhang und rollte es auf. Danach begann sie die Schüler nach dem Alphabet aufzurufen. Diese setzten sich auf den Stuhl und der ranzige Hut wurde ihnen aufgesetzt. Ich zuckte zusammen als er begann zu sprechen. Der Hut schien die Schüler in die Häuser zu schicken. „Als würde ein Hut wissen, wo wir hin sollen..“, murmelte ich misstrauisch. Ein Mädchen kicherte neben mir. Ich drehte mich kurz um. Neben mir stand ein recht kleines Mädchen, wobei sie immer noch etwas größer war als ich. Sie hatte blonde Haare und blaue Augen und lächelte mir zu. Ich lächelte schwach zurück. Dann wurde ein Name aufgerufen: „Celeste Abingale.“ Ihr lächeln verstummte und sie setzte sich in Bewegung. Es dauerte eine ganze Weile bis zum Schluss ein „Slytherin!“ vom Hut ertönte und der dazugehörige Tisch klatschte. Es folgten ein paar weitere Namen, ich hörte nicht wirklich zu. Bis mir ein wohlbekannter Name zu Ohren kam. „Sirius Orion Black.“ James klopfte ihm auf die Schultern als er losging. Er setzte sich hin und schon nach kurzem schallte „Gryffendor.“ durch die Halle. Der Gryffendortisch applaudierte lautstark, mir erschien es auch lauter als bei den vorigen, während von dem Slytherintisch vereinzelte Buhrufe kamen. Sirius störte sich aber nicht weiter daran und stolzierte zum Gryffendortisch und lies sich nieder. James grinste ihm hinterher. Er schien sich ziemlich sicher auch in dieses Haus zu kommen. „Lily Evans.“ Ein Mädchen schob sich an den Schülern vorbei und ging zögerlich Richtung Hut. Sie hatte schönes langes rotes Haar und es floss von ihren Schultern wie Wasser. Sie musste es ziemlich gut pflegen, schoss mir durch den Kopf. Und wieder ertönte der Hut mit „Gryffendor!“ Nach ein paar weiteren Schülern, die nach Ravenclaw und Hufflepuff geschickt wurden, wusste ich dass ich langsam dran war. Mein Herz pochte und ich wollte es nur schnell hinter mich bringen. „Bellatrix Hastings.“ schallte es durch den Raum und es ließ mir einen Schauer über den Rücken fahren. Ich tapste vorsichtig Richtung Stuhl und setzte mich. Vorsichtig setzte mir die etwas ältere Lehrerin den Hut auf. Eine raue und alte Stimme erhellte meinen Kopf: „Mh ohja.. jaa wahrlich eine Hastings. Vater in Slytherin und Mutter in Ravenclaw gewesen. Aber was mache ich nur mit dir? Mh. Das ist nicht einfach, nein nein.“ Ich fing an mit dem Bein zu wackeln, so nervös wurde ich. „Du bist reinblütig und zeigst Traditionen gegenüber Respekt.“, setzte der Hut fort, „Und auch listig und stolz, sowie schlau. Aber zu faul für eine Ravenclaw.“ Der Hut schien von seinen eigenen Worten ermüdet zu sein. „Aber du bist auch loyal und mutig. Doch scheinst du dich selber auch noch nicht gefunden zu haben.“ Langsam wurde ich wirklich nervös. „Komm zum Punkt“, dachte ich immer wieder. „Aber ich sehe du hast Ehrgeiz und willst aus dem Schatten deines Vaters empor steigen.“ Mir stockte der Atem. Dieser ranzige Hut wusste verdammt viel über einen. Und da wunderte ich mich noch, was er den anderen wohl erzählt haben könnte, dass es so lange gedauert hatte.. „Nun gut, ich denke ich weiß wo ich dich hin schicken werde..“ und dann ertönte es laut, so dass jeder es hören konnte. „ .. Slytherin!“ Ich war also tatsächlich in das Haus von meinem Vater gekommen. Ich atmete erleichtert auf als ich den Stuhl endlich verlassen konnte.. Sirius warf mir vom Gryffendortisch einen etwas fiesen Blick zu. Bei dem war ich wohl jetzt unten durch, ich hatte schließlich im Zug mitbekommen, dass er Slytherin nicht sonderlich mochte. Ich ließ mich neben das blonde Mädchen sinken und sie streckte mir sofort ihre Hand entgegen. „Celeste.“ „Ich weiß, ähm.. Bellatrix.“, entfuhr es mir. Nach mir kamen noch ein paar weitere Slytherins hinzu und auch andere Häuser wurden belegt. Eine Alice Lightwood ging nach Hufflepuff und Frank Longbottom nach Gryffendor. „Remus Lupin.“ Er schien wirklich nervös. Langsam ließ er sich auf den Stuhl sinken und nun ertönte auch bei ihm „Gryffendor.“ Ich seufzte leise. Zumindest ihn hatte ich mir in meinem Haus gewünscht. Jetzt war nur noch James übrig und da war es mir egal wo er hinkam. Remus hatte sich auf die gleiche Höhe wie ich gesetzt und so lehnte ich mich zurück und tippte ihn an. „Glückwünsch.“, sagte ich freundlich. „Schade dass wir nicht in ein Haus kamen.“ Remus lächelte leicht geknickt. „Ja das ist schade.“ „Machen wir trotzdem ab und zu was zusammen.. vielleicht lernen oder so was?“ Er lächelte wieder: „Ja gerne.“ Wir drehten uns wieder an unsere jeweiligen Tische. Zumindest etwas Kontakt blieb noch. Als nächstes war eine Mary McDonald dran, diese wurde wieder nach Gryffendor geschickt. Sie setzte sich neben das Mädchen mit den langen roten Haaren und sie begannen ausgiebig miteinander zu reden. Mir war die Lust an Reden vergangen, ich war noch zu geknickt, dass ich direkt meinen einzigen Freund an ein anderes Haus verloren hatte. „Peter Pettigrew.“ Ein dicklicher blonder Junge stolperte nervös Richtung Stuhl und kam kurz vorher ordentlich ins Trudeln. An meinem Tisch wurde ausgiebig gekichert und kaum jemand verkniff, es auch nur zu versuchen, es zu unterdrücken. Er wurde nach Gryffendor geschickt. Ich hörte Sirius Stimme: „Sonderlich mutig sieht der ja nicht aus.“ Damit hatte er wohl Recht. Er wirkte etwas verloren und hilflos und schien zu keinem wirklich dazuzugehören „Aber er ist sicherlich ein guter Freund.“ antwortete ihm Remus sanft. Kurz nach Pettigrew kam Potter dran. Er ging selbstbewusst auf den Stuhl zu und es war zu spüren, dass ihm klar war, wo er hingehen würde und auch wollte. Und tatsächlich, nach nur kurzer Zeit erschallte die raue Stimme des Hutes mit „Gryffendor!“. Ich seufzte erneut. Jetzt war wirklich keiner den ich kennen gelernt hatte in mein Haus gekommen. Ich hörte hinter mir wie Sirius, James und Remus feierten und ausgiebig lachten. „Severus Snape.“ Ein junge mit fettigen schwarzen Haaren schlürfte Richtung Stuhl und ließ sich seufzend fallen. Er schaute immer wieder zum Gryffendortisch. Er sah nicht wirklich so aus als würde er dahin wollen oder gehören, viel mehr schien er dort etwas zu suchen. „Slytherin!“, ertönte es und er ließ sich nicht weit von mir weg am Tisch nieder sinken. Auch kamen noch zwei weitere Schülerinnen nach Slytherin: Lucinda Talkalot und Emma Vanity. Der alte Mann mit dem langen Bart, der sich vorher als Schulleiter Albus Dumbledore herausstellte, hielt noch eine lange Rede über das Schuljahr, die neuen Schüler, die Hausordnung & -regeln und wo die neuen Schüler zu warten haben, nach dem Essen, damit die Vertrauensschüler sie in ihre Schlafsäle bringen konnten. Dann erschienen viele Teller mit diversen Köstlichkeiten und ich merkte auf einmal wie hungrig ich doch war. Ich hatte schließlich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und es roch verführerisch gut. Während dem Essen unterhielt ich mich mit Celeste. Sie schien nett, war aus einer reinblütigen Familie, so wie ich, wobei weder ihre Eltern noch sie einen hohen Wert darauf lagen zu der „Highsociety“ der Reinblüter zu gehören. Sie schien ein einfaches Leben zu führen, zwar Stolz auf ihre Herkunft aber nicht überheblich oder arrogant wirkend. Sie schien generell sehr einfach. Ich war froh, dass ich sie hatte, nachdem Remus nach Gryffendor geschickt wurde. So hatte ich vielleicht doch eine gute Freundin gefunden, die nicht ganz so abgehoben war, wie viele der Slytherins es waren. Das Essen neigte sich langsam dem Ende zu und einige ältere Schüler waren bereits aufgestanden und hatten die Halle verlassen. Die Erstklässler schienen sich alle recht gleichzeitig zu erheben und so tat ich es gleich. Gemeinsam folgten wir einem älteren Slytherinschüler, der sich als Vertrauensschüler vorstellte. Er erklärte uns auf dem Weg, dass wir uns am besten alles merkten und wir mit Abstand den schönsten Gemeinschaftsraum inklusive Schlafsälen hatten. Er führte uns eine Treppe runter in die Kerker und wir stoppten vor einer kahlen Wand am Ende des Ganges. Er drehte sich um „Es ist wichtig, dass ihr euch das Passwort behaltet, sonst werdet ihr nicht reinkommen. Und natürlich dürft ihr dieses unter keinen Umständen einem Schüler eines anderen Hauses verraten.“ seine Augen blitzen scharf und seine Worte hallten warnend durch den Gang. „Aus Sicherheitsgründen wird das Passwort öfter mal gewechselt. Alle Informationen dazu findet ihr allerdings im Gemeinschaftsraum. Schaut immer mal wieder auf die Tafel dort.“ Mit diesen Worten drehte er sich wieder zurück zur Mauer und sprach „Knöterich.“ Die Tür öffnete sich ohne einen Ton von sich zu geben und die Schüler wurden in einen großen Raum geführt. Im Kamin war ein Feuer entfacht und es lag ein grünes Licht über dem etwas düsteren Raum. Allerdings war es nicht gruselig düster, sondern ruhig düster, wie ein Spaziergang bei Nacht, wenn der Mond und die Sterne die Dunkelheit aufhellten. Aus den Fenstern konnte man in den See schauen und es standen diverse Ledersessel und Couchen im Raum verteilt. Ansonsten war dieser Raum mit allem möglichen wohnlichem ausgestattet. Von Teppichen, über kleinere Tische bis hin zu Regalen mit Büchern. Der Vertrauensschüler erklärte ein wenig über diesen Ort und über die Slytherins und schickte dann Mädchen wie Jungen in getrennte Schlafsäle. Die Schlafsäle hatten ebenso etwas Ruhiges und ausgeglichenes wie der Gemeinschaftsraum. Es hingen silbrige Laternen von der Decke und beschienen die Himmelbetten, welche seidig grüne Vorhänge hatte. Auf diesen waren dünne silbrige Fäden eingewebt. An den Wänden hingen Wandteppiche, welche berühmte Slytherins und ihre Taten abbildeten. Die Koffer standen bereits im Raum und man musste sich nur noch für ein Bett entscheiden. Celeste Stimme ertönte leise: „Willst du hier schlafen?“ Sie deutete auf das Bett direkt neben ihr. „Gerne.“ antwortete ich zurück. Kaum waren alle Sachen verstaut und wir Bett fertig, schlüpften wir auch schon in unsere neuen Betten. Sie waren ganz angenehm und weich. Ich fragte mich jetzt schon wie ich jemals wieder aufstehen sollte. Und so schnell wie ich mich in die Decke eingewickelt hatte, schlief ich auch ein. Es war ein anstrengender Tag und ich hatte weder die Energie noch die Lust über alles nachzudenken.

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    Es war fast eine Woche vergangen und langsam schienen sich die neuen Schüler an alles gewöhnt zu haben. Ich traf mich mit Remus in der Bibliothek und wir erzählten uns von dem Unterricht und den verschiedenen Schülern im eigenen Haus. Mit Sirius und James hatte ich seit der Einschulung eigentlich nicht mehr gesprochen. Außerdem kam ein Brief von meinen Eltern an, der mir beteuerte wie stolz sie auf mich waren und dass es das Richtige ist, dass ich in Slytherin bin. Am Wochenende hatte ich mich mit Celeste getroffen und die Schule erkundet. Dieses Gebäude war wirklich riesig und wir verliefen uns oft, allerdings hatten wir daran Spaß. Sie war wirklich ziemlich okay. Wir endeten im Innenhof am Brunnen, als sie mich anstupste. „Schau mal Severus hängt auch mit Gryffendors rum. Genau wie du.“ Sie lächelte und zeigte auf ihn und seiner rothaarigen Begleitung. Ich seufzte. „Na und?“ Celeste schaute mich mit großen Augen an. „Naja, die anderen Slytherins scheinen doch etwas dagegen zu haben. Die beiden Häuser hassen sich angeblich.“ Ihre Augen blitzten auf, dabei zog ich nur eine Augenbraue hoch. „ ..na und?“ Ich wusste nicht worauf sie hinaus wollte. Für mich schien es kein Problem zu sein. Sie begann an breit zu grinsen und setzte sich neben mich auf den Brunnenrand. Sie war eine Weile still. „Magst du Lupin?“ Diese Frage kam aus dem nichts und überrumpelte mich. Sie lächelte mich freundlich an und fing an zu kichern als sie mein Gesicht sah. „Er ist nett also.. ja bestimmt.. ich denke schon.“ stammelte ich leise. „Nein ich meine MAGST du Lupin?“ sie fing an laut zu kichern. „Was! Nein!“ schleuderte ich ihr sofort entgegen. „Wir sind nur befreundet.“ Diese Antwort schien sie nicht ganz zufrieden zu stellen und sie schaute unzufrieden Richtung Severus und Lily. „Also Severus scheint Lily ziemlich zu mögen.“ „Wie kommst du darauf?“ „Bella schau doch mal. Er ist ganz anders wenn sie da ist und wie er sie anschaut.“ Zufrieden über ihre detektivischen Fähigkeiten, fing sie an mit dem Bein zu wippen. Ich schaute angestrengt Severus und Lily hinterher und versuchte irgendetwas zu erkennen. Doch für mich schien alles wie immer. Severus und Lily standen ebenfalls im Hof, ein Stück weiter weg. Sie unterhielten sich und lachten etwas. „Ich weiß nicht was du meinst.“, gab ich auf. „Ich wette Lupin mag dich.“ stichelte Celeste wieder. Ich seufzte genervt, „Selbst wenn, ich mag ihn als Freund.“ Sie kicherte wieder und schaute in den wolkenlosen Himmel. „Ja klar.“ Dann knuffte sie mir in die Seite. Sirius und James tauchten in einem Fenster im zweiten Stock auf und lunzten verschmitzt hinaus. Sie schienen irgendetwas im Schilde zu führen. Danach machten sich viele kleine Papierflieger aus dem Fenster auf und stürzten sich auf Severus. „Ach lasst ihn doch in Ruhe!“ Meine Aufmerksamkeit wurde endgültig von Lily geweckt, die versuchte Severus von den Fliegern zu schützen, die immer wieder an ihm vorbei kreisten um dann zu einem Sturzflug anzusetzen.. Sirius und James beobachteten währenddessen belustig zu, wie die verhexten Papierflieger immer wieder ihr Ziel fanden und Severus sich immer mehr zusammen zog. „Schniefelus soll sich nicht so anstellen, ist doch nur Papier.“ feixte Sirius runter. James lachte. „Ihr seid so schrecklich!“ Lily versuchte Severus vor den Fliegern zu retten indem sie einige mit der Hand zu Boden wedelte. „Die Zwei sind so gemein.“ stellte Celeste trocken fest. „Und da fragt man sich, wieso die Slytherins die Gryffendors nicht mochten.“ Ich nickte ihr stumm zu. Zugegeben waren die Zwei auch nicht grade Vorbilder für das Verhältnis der Häuser. Lily hatte Mühe die Flieger zu beseitigen, da es nicht weniger wurden, also stand ich auf um ihr zu helfen. „Ihr solltet damit aufhören.“ rief ich den Zwei von weitem zu. Auf dem Weg zu Lily und Severus schnippte ich einige abgedriftete Papierflieger zu Boden. „Schau mal einer an, Schniefelus bekommt weibliche Unterstützung.“ lachte James. Von Severus kam nur ein genervtes Stöhnen und ein Papierflieger prallte an seinem Kopf und trudelte zu Boden. Dabei zuckte er zusammen. Ich schaute die zwei kühl an und zog meine Augenbrauen zu einem bösen Blick zusammen. „Nicht lustig Potter.“ Ich erinnerte mich noch gut daran. Das war der Tag, wo ich die Zwei das erste Mal nur mit ihrem Nachnamen ansprach. „Und du Black verschwindest besser auch“ Drohend hob ich den Finger und wedelte damit in seine Richtung hoch. Sirius funkelte böse runter. James stupste ihn in die Seite, zwinkerte und die beiden verschwanden. Augenblicklich fielen die meisten angriffslustigen Papierflieger zu Boden und die restlichen wurden von Lily und dem zusammengekauerten Severus abgewehrt. Er schaute ungläubig zwischen seinen schützenden Armen hindurch als der letzte Flieger von ihr weg geschnippst wurde.. „Danke.“ Lily schaute mich mit ihren großen grünen Augen an. In ihren Augen lag wirklich Dank und Wärme. „Kein Problem.“ Celeste half Lily dabei die restlichen Flieger, die sich in Severus Sachen und Haaren verfangen hatten, zu entfernen. „Die Zwei sind Idioten.“, begann sie. Lily nickte wütend. Severus seufzte als er einen weiteren Papierflieger aus seinen Haaren fischte. „Ich versteh nicht warum sie ihn nicht in Ruhe lassen.. Ich muss allerdings langsam zurück Sev, kommst du klar?“ Lily legte besorgt ihre Hand auf seine Schulter. „Ja.“ antwortete er kühl als er verärgert an einem weiteren Flieger zurrte. Lily nickte zufrieden. „Wir eskortieren ihn schon sicher zurück zu den Slytherin Räumen.“ wandte ich mich zu Lily. „Danke.“ hauchte sie leise und verschwand dann zurück ins Schloss. Der Boden war voll mit kleinen zerknitterten und zuckenden Fliegern. Severus trat sie wütend als er sich aufrappelte um mit uns zurück ins Schloss ging. „Warum hassen die zwei dich so?“ fragte ich ihn nach einer Weile. Er zuckte teilnahmslos mit den Schultern. „Bestimmt weil er ein Slytherin ist und mit einer Gryffendor rumhängt.“ mischte sich Celeste ein. „Wohl kaum.“ stellte ich fest. „Mich lassen sie schließlich auch in Ruhe.“ „Ja aber du hängst ja auch mit Lupin rum. Der ist doch mit denen befreundet.“ Ich setzte einen genervten Blick auf. Als würde mich das vor denen schützen. Plötzlich schaltete sich Severus ein. „Er und Black sind einfach nur ziemlich von sich überzeugt und arrogant. Sie hassen mich einfach.“ Mir tat er leid. Okay er war merkwürdig und ziemlich still. Aber es war nicht mal eine Woche vergangen und er musste sich schon mit dämlichen Streichen rumprügeln. Und Lily schien ihn ja auch etwas länger zu kennen.. er war bestimmt eigentlich ganz okay. Als wir den Gemeinschaftsraum erreicht hatten, nickte Severus dankend und verschwand direkt. Ich ließ mich auf eins der Sofas sinken. Celeste plumpste neben mich. „Morgen ist Zaubertränke als erstes, oder?“ Ich nickte. „Mussten wir irgendetwas machen?“ „Nur einen kleinen Abschnitt lesen.“ „Hast du das schon gemacht?“, sie schaute fragend in meine Richtung. Ich schüttelte nur den Kopf. „Wollte ich nach dem Essen machen.“ Sie fing an zu lachen. „Ja, mit vollen Bauch denkt es sich auch sicherlich besser. Hatten wir sonst noch irgendwas auf?“ Sie durchwühlte ihre Tasche in der Hoffnung irgendwelche Notizen zu finden. Ich setzte einen prüfenden Blick auf und überlegte. „Glaub' nicht.“ Wir saßen noch eine Weile vor dem Kamin auf dem Sofa und tratschten. Darüber wie dämlich Black und Potter zu Severus waren und wieso Remus überhaupt mit ihnen befreundet war. Schließlich war er ein netter und intelligenter Junge, da brauchte er nicht solche Idioten um sich zu haben. Irgendwann machten wir uns auf zum Essen. Den Weg hatten wir uns als erstes merken können und daher verliefen wir uns auch schon nicht mehr. In der Halle waren bereits einige Schüler und es war laut. Es wurde erzählt und gelacht. Ich mochte diesen Ort, er schien immer voller Leben zu sein. Celeste eilte voran, da sie noch zwei gute Plätze entdeckt hatte, die sie sichern wollte. Ich trottete hinterher. Grade als ich den Gryffendortisch hinter mir gelassen hatte hörte ich wie sie mich erschrocken anschaute und lautstark mir etwas entgegen rief, doch ich verstand nicht was sie sagte, denn Wasser rauschte über meinen Kopf. Ich öffnete entsetzt den Mund, da ich von oben bis unten nass war, und ballte wütend meine Fäuste zusammen. Ich hörte wie Sirius und James hinter mir lautstark anfingen zu lachen. Ich drehte mich langsam um und sah wie der Tonkrug sanft neben ihnen landeten. „Was sollte das Black!“ brüllte ich rüber zu dem Tisch. „Ich wollte einen neuen Zauber ausprobieren. Wingadium Leviosa – haben wir diese Woche gelernt.“ Seine Augen blitzten amüsiert auf und es zog sich ein breites Lächeln über sein Gesicht. „Vielleicht tröstet dich ja Schniefelus.“ setzte er nach. „Du bist ein Idiot Black.“ fauchte ich ihm wütend entgegen. „Das bekommst du wieder.“ Danach drehte ich mich auf dem Absatz um und stolzierte zu Celeste zurück. Ich hörte noch wie Sirius versuchte mich zu provozieren: „Du gibst aber schnell auf.“ Aber ich ignorierte ihn. Meine Freundin strich mir eine nasse Strähne aus dem Gesicht. „Du hast wirklich Recht. Black ist ein ziemlicher Idiot.“ Sie schmiss Black dabei einen bösen Blick zu. Ich sah Severus, der das geschehen beobachtet hatte und als ich zurück blickte, schaute er schnell weg. Ich war wütend. „Ja er ist ein ziemlicher Idiot.“ wiederholte ich noch mal mit knirschenden Zähnen. Irgendwie würde ich es ihm noch heimzahlen. Ich wusste nur noch nicht wie, aber sicherlich fiel mir da noch etwas ein. Genervt stocherte ich in dem Essen. Ich hörte am Gryffendortisch wie Remus die Zwei belehrte, dass das zu weit ging und nun wirklich nicht nötig war. Ich fragte mich was die wohl ohne ihr Gewissen machen würden. Vermutlich stände die Schule schon längst nicht mehr, wenn Remus nicht ab und zu versuchte James und Sirius auf den Boden zu bringen. Und dabei war nicht mal eine Woche vergangen. Ich schüttelte den Kopf. „Alles gut?“, fragte Celeste besorgt. Ich nickte und zog ein kurzes Lächeln. „So gut es eben geht.“ Während des Essens trocknete ich langsam vor mich hin. Immer wieder fing ich mir neugierige Blicke ein, aber ich ignorierte diese. Morgen begann eine neue Woche und diese wurde sicherlich besser. Als wir fertig waren, hakte Celeste sich in meinem Arm und wir stolzierten hinaus. Wir wollten Sirius gar nicht erst die Chance geben, dass er merkte, dass er durch das bisschen Wasser mein Ego angekratzt hatte. Im Gemeinschaftsraum ließ ich mich erschöpft in das Sofa gleiten und wärmte mich vor dem Kamin. Die anderen waren bereits alle nach und nach zurück gekommen. Severus saß nicht weit in einem Sessel und las den Abschnitt für Zaubertränke. Ich seufzte als ich ihn sah, oder viel mehr das Buch. Ich musste schließlich auch noch lesen und hatte nach der Geschichte beim Essen keine Lust mehr überhaupt noch irgendetwas zu tun. „Wie können wir es ihm heimzahlen.“, Celeste klatschte voller Tatendrang in die Hände. In ihren Augen schien ein Feuer zu brennen. „Wir haben morgen mit den Gryffendors Zaubertränke. Sehen tuen wir sie jedenfalls.“ Ich starrte in die knisternden Flammen. Sie tanzten unvorhersehbar im Kreis. „Ich weiß nicht wie wir es Black heimzahlen können.“ Severus dunkle Augen blitzten über den Buchrand als er den Namen hörte. „Wir brauchen irgendetwas richtig Gutes.“ Celeste starrte angestrengt an die Decke. „Etwas richtig fieses, wo er sich so schnell nicht mehr traut, dir einen Streich zu spielen.“ Unfassbar, es war wirklich nicht mal eine Woche vergangen und ich hatte das Gefühl, als würden wir gegen einen bösen Widersacher antreten. Eine Art Erzfeind.“Die einzige Chance ist bei Zaubertränke.. aber was können wir machen, ohne das Slughorn uns nachsitzen oder so was aufbrummt.“ Ich hielt nachdenklich meine Finger Richtung Feuer. „Wir müssen den Trank brauen, über den wir lesen sollten.“ ertönte eine kühle Stimmer aus dem Sessel. Severus Blick war wieder in das Buch versunken. „Ja und?“ begann ich fragend. Er schaute auf. „Manipuliert ihn. Wenn man das richtig macht, dann sollte der Trank eine ziemliche Sauerei machen. Slughorn wird es auf die Unfähigkeit der Zwei schieben.“ „Das ist.. genial.“ staunte ich nicht schlecht. Wer hätte gedacht, dass Severus so ein diabolisches Genie war. Severus lächelte kurz und kühl – kaum erkennbar eben. Gemeinsame Feinde schienen nun mal zusammen zu schweißen. Celeste und ich drehten uns zu Severus. „Und wie machen wir das?“ Severus klappte das Buch zu und legte es auf einen Beistelltisch. „Es sollte genügen, wenn ihr beim Vorbeigehen etwas mehr von den Zutaten rein kippt. Ein paar Mistelbeeren mehr als benötigt und etwas Horklumpsaft.“ Wir nickten schnell. „Alles klar. Und was passiert dann?“ „Vermutlich wird der Inhalt des Kessels ziemlich schäumen und Slughorn wird sie verdonnern alles wieder sauber zu machen. Damit sollten sie einige Zeit beschäftigt sein.“ Zufrieden sprangen wir auf. „Du bist ein Genie Sev!“ Ich klopfte ihm auf die Schulter und schlenderte mit Celeste davon. Ich sah im Augenwinkel, wie er zufrieden sein Buch wieder aufnahm. Erleichtert lies ich mich auf mein Bett fallen. Jetzt hatten wir wenigstens einen Plan.. sollte ja nichts mehr schief gehen. Ich sah das Zaubertränkebuch auf dem Nachttisch liegen und stöhnte genervt. „Ich muss ja auch noch lesen.“ Celeste kicherte leise als sie dabei war, sich in ihr Bett zu mummeln. Ich grabbelte nach dem Buch und schlug die Seite auf. Meine Freundin hatte sich bereits in ihre Decke eingedreht und war eingeschlafen. Irgendwann merkte ich, wie meine Augen schwerer wurden und ich schlief samt Buch ein.

    5
    Am nächsten Morgen wurde ich sanft von ein paar gebündelten Lichtstrahlen geweckt. Sie strichen sanft an meiner Wange entlang und es fing wohlig auf meiner Haut an zu prickeln. Langsam drehte ich mich zur Seite um und zog die warme Decke ein Stück höher. Es war ungewöhnlich still.. der ganze Raum war still.. ungewöhnlich.. Ich schreckte auf. „Ich hab verschlafen!“ quietschte ich in den leeren Raum. Hektisch sprang ich aus dem Bett und versuchte mich anzuziehen. Hastete in meinen Rock und knöpfte mein Hemd schief zu. Auf meinem Nachttisch sah ich, wie ein Zettel mir entgegen lunzte: „Tut mir Leid Bea, ich hab' versucht dich zu wecken, aber du hast geschlafen wie ein Stein. Ich bin mit Flora vorgegangen. Celeste.“ „Ach Mist! Mist, Mist, Mist!“ spuckte ich dem Zettel entgegen und er schien ein Stück nach hinten zu flüchten. Für Krawatte binden hatte ich keine Zeit, also legte ich sie nur um meinen Nacken. Die Bücher schleuderte ich lieblos in die Tasche und dann stürmte ich die Treppen in den Gemeinschaftsaal hinunter. Unten angekommen rannte ich in eine Person rein und ich kam ins Trudeln. Ich konnte mich grade noch so an eines der Ledersofas festkrallen, aber hörte wie der Andere dumpf zu Boden plumpste. „Pass doch auf.“ Severus kühle Stimme ertönte und seine dunklen Augen musterten mich böse. Er war also auch zu spät. Immerhin war ich nicht alleine. „Entschuldige.“, hastig half ich ihm wieder auf. Schnell verließen wir den Gemeinschaftsraum und aus dem erst eiligen Gehen wurde ein Sprint durch die Gänge. „Ich dachte du wolltest es Black heimzahlen. Da ist das zu spät kommen nicht grade hilfreich.“ Wir rannten keuchend durch die Gänge. „Ich weiß. Und du wolltest mir helfen, also bist du auch nicht grade raus.“ Er schaute mich überrascht an. Seine fettigen Haare blieben beim Rennen an seiner Wange kleben. „Ich hatte nie gesagt ich helfe euch.“ Ich kniff ihm in den Arm und endlich kamen wir an der richtigen Tür zu Zaubertränke an. „Du hattest schließlich den Plan.“ Ich zwinkerte ihm zu und griff nach der Türklinke. Severus versuchte seine zerknitterten Sachen noch zu richten, aber das störte mich grade nicht sonderlich. Ich wollte nur nicht zu spät kommen. Also noch mehr. Ich riss die Tür mit einem Rück auf und die meisten Schüler drehten sich sofort um. Die Tür war leichter als erwartet und rumste gegen die Wand. Auch Slughorn hatte nach diesem Auftritt mitbekommen, dass jemand rein stürmte und schaute langsam auf. „Ah Miss Hastings und Mister Snape, schön dass Sie doch noch erscheinen. Warum sind sie denn so spät dran?“ Seine warme Stimme glitt langsam durch den Raum als er durch die Reihen schlenderte und immer mal wieder in einen der Kessel schaute. „Verschlafen.“, presste ich schwer atmend hervor. Severus stand leicht hinter mir und ihm war die Aufmerksamkeit sichtlich unangenehm. Lily kicherte uns entgegen und ich sah im Augenwinkel wie er nervös zusammenzuckte. Danach fiel mir auf, wie Sirius James mit dem Ellenbogen in die Seite stupste, ihm etwas zu flüsterte und beide fingen an zu kichern. Ihre Blicke lagen immer wieder auf uns. „Na gut. Dafür muss ich leider 10 Punkte für Slytherin abziehen. Seien sie das nächste Mal pünktlich und jetzt setzen sie sich. Sie werden ein Team zusammen bilden. Vermutlich werden sie den Trank nicht mehr fertig bekommen, aber versuchen Sie es wenigstens.“ Slughorn seufzte und wies uns den Tisch hinter James und Sirius zu. Hätten wir nicht wenigstens hinter Remus und diesem kleinen dicken Gryffendor sitzen können. Die Zwei hatten ebenfalls kurz aufgeblickt und Remus lächelte mich sanft an, schüttelte dann den Kopf und drehte sich dann zurück zu seinem Kessel. Ich seufzte. Als wir zu dem Tisch schlurften merkte ich wie Celeste einen mitleidigen Blick zu uns geworfen hatte und ihre Lippen formten ein „Sorry.“ Ich winkte ab und setzte ein schiefes Lächeln auf. Sie saß neben Flora, einer etwas dicklicheren Slytherin mit braunen Haaren. Ich ließ mich erschöpft an den Tisch fallen und Severus war bereits dabei das Feuer unter dem Kessel zu entfachen. Auf einmal drehte sich ein grinsender Sirius um. „Na? Hattet wohl beide eine lange Nacht so wie ihr aussieht.“ Ich blickte an mir herunter und sah wirklich etwas mitgenommen aus, dann rollte ich die Augen und zischte ihm entgegen: „Black ich hab jetzt nun wirklich nicht den Nerv für so was. Also sei still!“ Meine Augen funkelten Böse und im nächsten Moment vergrub ich meine Nase schon in das Zaubertränkebuch. Sirius lachte vor sich hin, drehte sich aber dann schnell wieder um und widmete sich seiner Arbeit. „Wenn du die Zutaten holst, kannst du den Zwei den Trank noch vermiesen. Ich lenk sie auch ab.“ Severus klare kratzige Stimme drang an mein Ohr. Er pustete immer mal wieder in das Feuer um es zum Wachsen zu bringen und tat so als hätte er nie etwas zu mir gesagt. Anscheinend hatte die letzte Stichelei von Sirius gereicht um doch ein Komplize im Kampf gegen diesen arroganten Gryffendortrupp zu werden. Ich lächelte und murmelte ein „Gut.“ vor mich hin. Dann ein letzter Blick in die Zutatenliste und ich stand auf. Ich hoffte er ließ sich was Gutes einfallen. In einen der Schränke kramte ich alles zusammen was wir brauchten und öffnete die Fläschchen, die für den Gegenschlagplan gebraucht würden. Als ich mich langsam umdrehte sah ich wie zum einen Celeste Blick auf mir ruhte, die mich fasziniert beobachtete und zum anderen Severus Blick, der anscheinend auf ein Zeichen wartete. Ich nickte ihm zu und sah wie er kurz danach Potter und Black antippte und etwas zu flüsterte. Diese schienen sich herausgefordert gefühlt zu haben, denn schlagartig drehten sie sich um und begannen auf ihn einzureden. Slughorn wurde von Celeste heran gewunken und sie fragte ihn etwas. Was ein schlaues und listiges Mädchen. Sie hatte direkt geschaltet und den Lehrer abgelenkt. Schnell schob ich mich an den Tischen vorbei, schüttete die zusätzlichen Zutaten unauffällig im vorbeigehen in den Trank der Beiden und setzte mich zurück an den Tisch. Severus diskutierte mit den Beiden wegen etwas was ich nicht mitbekommen hatte und grade als diese auch mir etwas zu werfen wollten, über das sie sich mal wieder lustig machen konnten, durchströmte Slughorns Stimme den Raum „Mister Black, Mister Potter so passen Sie doch auf!“ Er hastete in die Richtung ihres Tisches, doch es war zu spät. Der Kessel schäumte schon gemütlich vor sich hin und bedeckte den ganzen Tisch mit einem massiven geblichen Schaum. Schockiert drehten sich James und Sirius um und auch einige andere Schüler folgten dem aufgeregten Slughorn mit ihren Blicken. Die Slytherins fanden dies natürlich besonders lustig und viele prusteten los. „Jetzt nehmen Sie doch schon den Kessel vom Feuer!“ Slughorn konnte nicht mit dem immer weiter schäumenden Kessel mithalten und kam einfach nicht schnell genug zum Tisch. Völlig überfordert versuchte James den Kessel von seiner kleinen Halterung zu ziehen und bekleckerte sich vollkommen mit dem Schaum. Sirius schien genauso überfordert zu sein und wusste nicht genau wo er anfangen sollte, bis letztendlich der Schaum vom Tisch auf seine Hose sickerte. Der Tisch war versaut und alles was darauf stand schien weit unter dem Schaum bedeckt zu sein und auch James und Sirius waren mittlerweile von oben bis unten bekleckert. Auf Severus Gesicht kräuselten sich seine dünnen Lippen zu einem zufriedenen Lächeln zusammen und auch ich konnte mir ein triumphierendes Lächeln nicht verkneifen. Jetzt hatten sie wenigstens was sie verdienten bekommen und vielleicht würden sie es sich ja das nächste mal zwei mal überlegen fies zu sein. „15 Punkte Abzug für Gryffendor, wegen einem fürchterlichen Zaubertrank und der Verschandlung des Klassenraumes.“ hörten wir Slughorn im Hintergrund. „Außerdem bleiben Sie nach dem Unterricht hier und räumen diesen Saustall auf.“ Trotz das er sauer zu sein schien, hatte er immer noch diese warme verplante Art in der Stimme. Es wunderte mich schon die ganze Zeit, dass den Jemand ernst nehmen konnte. Lily musterte das Geschehen schon eine ganze Weile und sie schien mit sich zu ringen, nicht auch zu kichern. „Und nun zu unserem Trank.“ ich hörte Severus Stimme und sie schien fast die Luft schneiden zu können. Ich nickte voller Entschlossenheit. Er schob mir immer wieder Aufgaben zu und schien genau zu wissen was er tat, wenn es auch nicht immer genauso im Buch stand. Allerdings half uns das schnell voran zu kommen und fast hatten wir die anderen schon eingeholt. Zudem waren die zwei genervten Löwen vor uns ein wahrer Motivationsschub. Slughorn hatte ihnen bereits Zeug zum Putzen gebracht und seit einer Weile versuchten sie schon wieder alles herzurichten. Doch es schien so, als wäre noch nichts verschwunden und so sehr sie sich bemühten, die Reste, die überall klebten, wollten nicht schwinden. „Sehr gut wirklich sehr sehr gut.“ entfleuchte es dem fröhlichen Slughorn als er in unseren Kessel schaute. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie die anderen noch einholen. 5 Punkte für Slytherin für den besonderen Fleiss.“ Ich hatte wirklich Glück, dass Severus so gut in Zaubertränke zu sein scheint. Vermutlich war das meine einzige Rettung nicht ganz im Boden der Scham, durch das zu spät kommen, zu versinken. Zufrieden klopfte ich ihm auf die Schulter. Der Lehrer stapfte nach seiner Runde zurück zu dem Pult ganz vorne und klatschte enthusiastisch in die Hände: „Die Stunde ist fast vorbei. Ich habe mir Notizen gemacht zu den einzelnen Gruppen.“ Er wühlte in einem Stapel Pergament. „Sie werden bis zur nächsten Stunde einen Aufsatz schreiben, inwiefern dieser Trank in welchen Situationen nützlich ist und welcher Sinn dahinter steckte ihn zu lehren. Die erste Note, die sie bekommen werden, setzt sich dann aus dem praktischen Teil heute und dem Aufsatz zusammen.“ Er grinste zufrieden. „Und Sie Mister Potter und Mister Black bleiben so lange hier bis alles sauber ist. Ich werde ihren Lehrern bescheid sagen, dass sie noch zu tun haben.“ tadelte er die Zwei, die immer noch versuchten den Tisch zu reinigen. Genervt blickte Sirius auf und seine grauen Augen funkelten böse in mein Gesicht. Ich streckte ihm die Zunge raus, winkte fröhlich und verließ dann tänzelt das Klassenzimmer um zum nächsten Unterrichtsfach zu gehen. Im Gang holte Celeste Severus und mich ein: „Oh man, das war ja Erfolg auf ganzer Linie.“ strahlte sie uns entgegen. Ich kicherte vor mich hin und anscheinend steckten wir Severus mit unserer guten Laune an, da er ebenfalls Lächeln musste. „Ich hoffe das war ihnen eine Lehre.“, alberte ich vor mich hin. „Bestimmt.“, kicherte meine beste Freundin vor sich her. Beim Laufen versuchte ich mein etwas chaotisches Aussehen so weit es ging zu richten. „Was haben wir als nächstes Bea?“ „Ähm..“ ich kramte in meiner Tasche nach dem Stundenplan, aber es dauerte bis ich etwas Papierartiges aus dem Chaos zog. Ich war mir nicht mal sicher ob es der Plan war. Das Papier war schon zerknittert, eingerissen und etliche Male auf- und zugefaltet worden. „Sieht nach Kräuterkunde mit den Hufflepuffs aus.“ „Ihr solltet endlich mal den Stundenplan auswendig lernen.“ mischte sich Severus ein. Ich winkte mit meiner Hand ab. „Machen wir noch irgendwann.“ „Ich wette am Ende des Schuljahrs schleppt ihr immer noch dieses Papier mit euch rum und wisst es nicht.“ Ich schaute auf das schon ziemlich durchgenommene Papier. „Ich glaube das überlebt das Teil gar nicht mehr.“ Severus Lippen kräuselten sich wieder zu einem verschmitzten Lächeln. Wir hatten auch den Rest des Tages noch eine unglaublich gute Laune, sogar Severus schien heute leichter zum Lächeln gebracht werden zu können, wenn er auch immer noch sehr kühl wirkte. Allerdings schien er nicht mehr ganz so merkwürdig zu sein, wie ich Anfangs dachte. Zaubertränke war eben ein triumphaler Erfolg für uns alle und hatte uns sichtlich motiviert. Kräuterkunde war wie die Woche zuvor nicht all zu spannend. Die Hufflepuffs schienen gut in Kräuterkunde zu sein, jedenfalls die meisten. Aber ansonsten kam es mir mehr so vor, als wären sie eine menschliche Version eines Retrievers. Danach hatten wir noch Geschichte der Zauberei, was aber auch ereignislos an uns vorbeizog. Wir waren unterwegs zu unserem Gemeinschaftsraum. „Isst du später mit uns?“ Celeste tänzelte um mich herum und beugte sich fragend zu Severus. Ihre blonden Haare glitten an ihrer Schulter herab. „Mal sehen.“ antwortete er kühl. „Mh. Was macht ihr jetzt noch so?“ Sie schien wirklich noch jede Menge Energie zu haben und sprang immer wieder um uns rum. „Ich wollte zu Remus.“ antwortete ich gelangweilt und Severus ergänzte: „Ich hab auch schon was vor.“ Unzufrieden verzog Celeste das Gesicht. „Ach man. Ich sollte mir auch einen Gryffendorfreund zulegen.“ Ihr schien klar zu sein, dass Severus sich wieder mit Lily traf. „Jetzt schmoll nicht direkt. Schließlich müssen wir ja erstmal unseren Schulkram wegbringen.“ Sie rollte die Augen. „Ich schmoll doch gar nicht.“ Im Gemeinschaftsraum angekommen huschte Severus schnell in den Jungenschlafsaal und meine Freundin ließ sich auf eins der freien Sofas plumpsen. „Na gib mir schon deinen Kram, dann kannst du direkt wieder los.“ sie lächelte mich mit einem Zwinkern an. Ich seufzte: „Celeste du weißt, dass er..“ Sie unterbrach mich. „Jaja, nur ein Freund ist. Aber so schneller bist du wieder hier und wir können dann gemeinsam zum Abendessen gehen.“ Sie lächelte mich freundlich an und ich konnte nicht anders als auch zu grinsen. „Na gut.“ ich stellte meine Tasche neben ihre. „Das ist lieb von dir.“ Ich drehte mich danach um und wollte los gehen. „Aber nicht zu spät kommen!“ rief mir Celeste nach. Ich drehte mich beim Laufen um, zwinkerte ihr zu und entschwand in der Wand.

    6
    Fröhlich schlenderte ich durch die Gänge bis rauf zur Bibliothek. Vor dem Eingang sah ich bereits Remus an der Wand angelehnt und ich winkte ihm zufrieden zu. Er schaute auf und lächelte wie immer leicht. Ich hüpfte fröhlich auf ihn zu und umarmte ihn zur Begrüßung. „Du scheinst ja wirklich gute Laune zu haben.“ grinste er. Ich nickte. „Der Tag verlief ja schließlich auch besser als gedacht.“ Remus setzte einen analytischen Blick auf. „Und das hat nicht rein zufällig etwas mit dem Zaubertrankschlamassel von heute Morgen zu tun?“ Ich konnte mir ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen. „Wusste ich es doch. Du hattest da deine Finger im Spiel.“ seufzte er, zog aber relativ rasch wieder ein Lächeln auf. „Hast du was von Potter und Black gehört?“ Er verzog seinen Mund etwas und schüttelte den Kopf. „Die habe ich seit dem nicht mehr gesehen.“ Ich lächelte breit und zufrieden. „Dir ist klar, dass die Zwei das nicht auf sich sitzen lassen werden?“ fügte er hinzu und fing an zu lachen. „Ach was wollen die mir schon.“ schüttelte ich selbstbewusst ab. „Also Remus, was machen wir?“ Er hob seine Hand mit einem kleinen braunen Buch. „Erstmal bring ich das Buch zurück.“ Ich nickte und schlenderte ihm in die Bibliothek nach. An der Theke standen bereits ein paar Ravenclaw Schüler, die einen Haufen Bücher zurück brachten. „Ich glaube das kann noch etwas dauern.“ seufzte Remus. „Nicht schlimm.“ Die Bibliothek war schön. Deckenhohe Regale voll mit Büchern und die Tische zum Lesen, die überall verteilt standen, wirkten ungewöhnlich winzig daneben. Jeder Tisch hatte eine kleine Leselampe, die eher helles gebündeltes Licht ausstrahlte, anstatt das Gedämpfte, was sich überall im Raum verteilte. Dadurch wirkte dieser Raum ein wenig verschmitzt und vor allem alt. Es roch nach Papier und Staub und man konnte das Licht durch die großen Fenster blitzen sehen. „Wir könnten später Schach in der großen Halle spielen, bevor das Essen anfängt. Für großartig mehr haben wir glaub ich auch nicht die Zeit.“ Remus ließ seinen Blick zu den Ravenclaw wandern, die nur langsam verschwanden. „Gerne. Hast du denn ein Schachspiel?“ Remus nickte. „Ich hatte mir eins bei Peter ausgeliehen.“ „Peter? Der Junge neben dem du in Zaubertränke gesessen hast?“ Wieder nickte er. „Genau. Er ist eigentlich ziemlich nett und man sieht es ihm vielleicht nicht an, aber er scheint wirklich gut in Schach zu sein. Ich konnte ihn jedenfalls noch nicht schlagen.“ Remus lachte leise. „Hätte ich nicht gedacht.“ Ich verzog eine ungläubige und skeptische Miene. „Er ist wirklich okay.“ Nach einer Weile verschwand auch der letzte Ravenclaw und Remus konnte endlich das Buch abgeben. „Das wollte ich zurückgeben. “Er schob das Buch über die Theke und die Dame dahinter nickte, schaute auf den Titel und schwang ihren Zauberstab. Sofort flog das Buch zurück in das Regal, wo es hingehörte. „Danke.“ lächelte Remus schwach und schaute dem Buch hinterher. Zusammen trotteten wir in die große Halle zurück. „Ist bei dir heute irgendetwas spannendes passiert?“ fragte ich Remus neugierig. „Außer der Zaubertrankstunde von heute Morgen wohl nicht.“ Er lachte auf „Frank hat wieder eine Feder in Zauberkunst abbrennen lassen. Versehentlich natürlich. Aber ansonsten gab es eigentlich nichts Interessantes. Wie auch, Sirius und James fehlten ja und somit gab es keinen Unfug.“ er zwinkerte mir zu. Ich kicherte. „Ich wette ohne dich, hätten die das Schloss schon längst in Schutt und Asche gelegt.“ Ein rosa Schimmer legte sich auf Remus helle Haut. „So schlimm sind sie auch nicht. Auch wenn man sie ab und zu etwas abbremsen muss.“ In der großen Halle angekommen, setzten wir uns zusammen an den noch sehr leeren Gryffendortisch. Remus saß mir gegenüber und kramte in seiner Tasche. Dann zog er ein langes Spielfeld raus und öffnete es. Die kleinen Figuren beäugten uns misstrauisch und stellten sich an ihren Platz. „Du darfst auch anfangen.“ sein Mund bildete einen fröhlichen Bogen und seine warmen Augen glitzerten auf das Spiel als er das Brett vorsichtig ein Stück in meine Richtung schob. „Ich muss dich warnen, ich bin nicht so gut.“ brachte ich ihm entgegen. „Also nimm etwas Rücksicht.“ Remus grinste. „Natürlich.“ Ich hatte als Kind immer mal wieder mit meinem Vater gespielt, aber da war ich wirklich schlecht. Ich hatte glaube ich nie ein Spiel gegen ihn gewonnen. Er sagte immer, dass es das Spiel für Könige war. Könige und Strategen. Die Halle füllte sich langsam. Wir saßen schon eine ganze Weile an dem Spiel und ich hatte meinen Kopf auf meine Hand aufgebockt und blickte angestrengt auf das Spielfeld. Die Figuren schienen selber etwas ungeduldig zu werden. Wir waren ziemlich gleich stark. Dann ließ sich ein dicklicher Junge neben Remus fallen. „Hey Peter.“ begrüßte Remus ihn, ohne dabei das Spielfeld aus den Augen zu lassen. Er wollte wohl keinen Zug verpassen. Peter grüßte zurück und schaute angestrengt auf sein Spielbrett. Dann flüsterte er Remus etwas ins Ohr. „Hey nicht helfen!“ platzte es aus mir heraus. Kurz darauf befehligte Remus seinen Springer. „Schach.“ Enttäuscht schaute ich auf das Feld. „Das ist doch unfair.“ Peter grinste. „Du kannst aber doch noch gewinnen.“ Seine Stimme war relativ leise und er wirkte in sich gekehrt. Remus stupste ihn an. „Nicht helfen.“ Ich plusterte meine Wangen auf. „Dir hat er auch geholfen, jetzt darf er mir doch wohl auch noch helfen.“ Peter schaute auf, aber sein Blick fiel nicht auf das Schachbrett sondern zu der Eingangstür. Ich drehte mich um und sah einen genervten James, gefolgt von einem noch mieser gelaunt dreinguckenden Sirius. Sie waren immer noch schmutzig von heute Morgen und ihre Hemden und Hosen waren fleckig. Ihre Haare waren noch mehr durcheinander als sonst und es sah so aus, als hätten sie sich körperlich ganz schön betätigen müssen. „Das ist mein Stichwort zum Verschwinden.“ brachte ich Remus entgegen und lächelte „Du kannst ja für mich weiter spielen Peter.“ Dieser nickte und man sah Remus an, dass er wusste, dass er nun verloren hatte. „Wir sehen uns Remus.“ Ich wuschelte ihm durchs Haar und er setzte wieder sein schwaches Lächeln auf. „Bis dann.“ sagte er leise. Dann erhob ich mich, kletterte über die lange Bank des Gryffendortisches und schlenderte rüber zum Essenstisch meines Hauses. Ich fing mir noch einen ärgerlichen Blick von Black ein und hörte hinter mir wie sie sich grummelnd und beschwerend hinsetzten. Anscheinend hatte Slughorn sie eben erst gehen lassen und sie mussten den ganzen Tag schuften. Zufrieden lies ich mich auf die Bank gleiten und nach wenigen Minuten kam auch schon Celeste in die Halle und steuerte auf mich zu. „Du bist aber schon früh hier.“ stellte sie fest. „Wir haben Schach gespielt.“ Ich nickte zu Remus und Peter, die immer noch spielten. Celeste drehte sich um und musste kichern. „Black und Potter sehen ja ganz schön fertig aus.“ Ich fing an zu lachen. „So schnell werden die sicherlich nichts mehr versuchen.“ fügte sie hinzu und in ihren Augen funkelte Triumph auf. „Ich schätze dieses Mal haben wir gewonnen. Was hast du eigentlich noch so getrieben?“ Meine Freundin rollte die Augen in eine Ecke und überlegte. „Nichts Besonderes eigentlich. Hausaufgaben, mich ein wenig mit Flora und ihren Freundinnen unterhalten. Wusstest du das ihr Bruder ein guter Quidditchspieler ist?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich wette Quidditch macht total Spaß.“ Ich legte meinen Kopf auf meine Hand. Celeste musterte mich. „Ich weiß nicht, all der Dreck und die blauen Flecken. Hast du dir das mal angeguckt. Die boxen einen doch glatt vom Besen. Das tut sicherlich unheimlich weh.“ „Ich finde das klingt ganz interessant.“ ich lugte aus meiner Pose hervor. „Ich werde mich glaub ich nächstes Jahr bewerben.“ Sie runzelte die Stirn. „Aber ich hab' gehört dass die Slytherins gar keine Mädchen aufnehmen. Außerdem hast du gesehen wer in der Hausmannschaft ist? Das sind riesige Fleischberge.“ Ich rollte die Augen. Mir war es egal, ich fand es interessant und war mir sicher, dass ich mich da beweisen konnte. „Morgen haben wir auch Flugstunden.“ setzte ich nach. „Ja da bin ich wirklich gespannt drauf. Ich wette ich bin total schlecht.“ Sie kicherte in mich hinein und ich setzte grinsend nach: „Da bin ich mir sogar sicher.“ „Hey!“ sie schüttelte an meinem Arm und mein Kopf wackelte. Dann lachten wir zusammen. Ein wenig weiter weg von uns, ließ sich Severus nieder, den Celeste sofort bemerkte. Sie winkte ihm rüber: „Setzt du dich zu uns?“ Er schnaufte kurz, sagte nichts und drehte sich wieder von uns weg. Sie ließ etwas enttäuscht ihre Hand sinken. „Wie unhöflich.“ „Ach der will sicherlich nur seine Ruhe haben.“ Ich hatte meinen Kopf samt Hand absinken lassen und rollte ihn nun auf meinem Arm herum. Ich konnte ihn verstehen, Celeste war zwar nett und lieb, aber auch anstrengend und energiegeladen. „Er könnte trotzdem mal etwas mehr Teamgeist zeigen.“ stellte sie mit prüfenden Blick fest. „Ich glaube er will gar kein Team sein.“ Celeste schaute ungläubig zu mir herunter, seufzte und überlegte sich direkt ein anderes Thema, worüber sie reden konnte. Ich hörte ihr gar nicht mehr zu. Für heute hatte ich genug anstrengendes getan und ich wollte nichts anderes mehr tun als meinen Triumph auskosten. Bald schon erschien das Essen und auch Celeste widmete sich vom Tratschen zum Essen und war leise. Ich träumte vor mich hin bis ein Klirren mich aus meinen Gedanken riss. Ich schaute von meinem Teller auf und sah wie Sirius wütend aufgesprungen war, dabei war ihm ein kleiner Teller vom Tisch gerutscht. Er schaute Remus wütend an und dampfte dann aus dem Raum. „Was ist denn mit dem los?“, Celeste hatte sich ungläubig umgedreht. James schaute etwas geknickt hinter seinem besten Freund hinterher und Remus schüttelte den Kopf. „Er ist bestimmt immer noch sauer.“ sagte ich langsam vor mich her. „Ich glaube jetzt überreagiert er.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen. Meine Freundin drehte sich wieder zu mir: „Du hast eben einen wunden Punkt bei ihm getroffen.“ „Ach und der wäre?“ „Er ist doch nicht ganz so perfekt wie er dachte.“ sie kicherte vor sich hin. Ich grinste schwach. Seit diesem Vorfall ließ James und Sirius uns in Ruhe. Sie ließen sogar von Severus ab, sobald wir in der Nähe waren. Anscheinend hatten wir nun einen ziemlichen Eindruck hinterlassen. Remus hatte mir nach ein paar Wochen erzählt, dass er an dem Tag versucht hatte uns zu verteidigen und Sirius sauer wurde. 2 Wochen lang hatte er nicht mit ihm geredet bis alles wieder vergeben und vergessen war und es zur Normalität zurück kehrte. Kurz vor Halloween begann der Streichekrieg allerdings erneut und schnell schaukelten sich die Taten von 'Flubberwurmschleim in der Schultasche' zur 'Sumpflandschaft im Gang, damit die anderen steckenbleiben und zu spät kamen'. Es war reiner Zufall, dass uns noch kein Lehrer erwischt hatte und es hatte sich bereits so sehr ausgebreitet, dass uns auch andere Slytherin, sogar Ältere, als Severus bei den Ideen halfen. Diese standen schließlich voll und ganz im Krieg gegen die Gryffendors hinter uns. Für Halloween mussten wir uns was besonders gemeines einfallen lassen und so saßen Celeste und ich wieder einmal grübelnd im Gemeinschaftsraum. „Es sind nur noch zwei Tage bis Halloween.. was machen wir nur?“ Ich zog eine nachdenkliche Schnute und verschränkte die Arme. Celeste stieß lustlos einen Ton von sich. „Wie wär's wenn wir die zwei in den verbotenen Wald locken?“ Sie schaute mich skeptisch an. „Aber wir wollen sie doch nur erschrecken und nicht umbringen.“ „Ach was soll da bitte großartig passieren. Ich wette es ist nur ein Märchen, dass es da so schlimm ist. Letztens war sogar ein Schüler da zum Nachsitzen und half Hagrid nachts bei irgendetwas. Der kam auch in einem Stück wieder.“ Ich starrte in das Feuer und beobachtete wie es freudig umhersprang. „Außerdem ist doch eh Vollmond an Halloween, da wird der Wald abends schon nicht so dunkel sein. Zu Not zieht Hagrid sie am nächsten Tag am Ohr da wieder raus und sie hätten ihre Lektion gelernt.“ Wirklich überzeugt schien Celeste nicht von der Idee zu sein, aber sie nickte. „Und wie machen wir das?“ Ich fuhr mit der Hand durch mein Haar. „Tja, das ist die nächste Frage.“ Wir seufzten synchron. „Was ist wenn wir den Dicken entführen?“ Ich ließ vom Feuer ab und schaute auf. „Du meinst Peter?“ Sie nickte. „Der hängt doch neuerdings mit allen rum und es scheint so als hätten auch Potter und Black ihn ins Herz geschlossen. Sie würden ihn bestimmt Suchen gehen. Und den Dicken buchsieren wir währenddessen irgendwo anders.. oder lenken ihn nur lang genug ab.“ Ich schmunzelte. „Das könnte tatsächlich funktionieren.“ Den Tag vor Halloween gingen wir noch einmal ganz genau unseren Plan durch und überlegten uns wie wir am besten vorgehen sollten. Wir hatten einen kleinen Brief gefälscht, indem Peter den Zwei etwas wirklich aufregendes, was er gefunden hatte, im Wald zeigen wollte. Diesen würden wir unbemerkt in James Tasche schieben. Wir wussten dass sowohl Sirius als auch James unglaublich neugierig waren und hatten sie schon öfters mal nachts durch die Schule schleichen sehen. Von Remus fehlte heute jegliche Spur. Er sah die letzten Tage schon nicht gut aus und generell hatte ich das Gefühl, dass er recht oft krank war. Aber so mussten wir uns wenigstens keine Gedanken machen, wie wir ihn morgen umgehen und er würde uns sicherlich nicht in die Quere kommen. Am Abend vor Halloween gingen wir noch mal alles genau durch und achteten penibel genau darauf, dass keiner von unseren Plan Wind bekam. Zwar standen die Slytherins als eine homogene Masse hinter einem was das Gegenspielen der anderen Häuser anging, aber leider prahlten sie auch oft und bei so einem Plan konnte man es sich nicht leisten aufzufliegen oder gar in Verbindung damit gebracht zu werden. Also war oberste Diskretion angebracht. „Du bist sicher, dass wir das durchziehen sollen?“ Celeste klang immer noch sehr skeptisch über die Idee. „Na klar. Wir erschrecken sie ja nur.“ Ich lächelte knapp. „Haben wir soweit alles zusammen?“ Sie nickte sachte. „Gut, dann würde ich jetzt sagen, gehen wir schlafen damit wir fit sind.“ Zufrieden erhob ich mich von der Couch im Gemeinschaftsraum und schlenderte Richtung Schlafsaal. Ich hatte lange nicht mehr so zufrieden und gut geschlafen und freute mich sogar etwas auf den morgigen Tag.

    7
    Der Morgen war kühl und draußen herrschte dichter Nebel. Erst über den Tag verflüchtigte dieser sich. Hogwarts wurde festlich für Halloween geschmückt, besonders die große Halle war atemberaubend. Überall flogen Kürbisse zwischen den Kerzen umher. Das Frühstück stand ganz im Zeichen von Halloween und es gab passend zum Anlass allerlei Dinge zum Verspeisen. Von Kürbispasteten bis hin zu einem orangen Aufstrich mit Kernen, den ich nicht probierte. Auch die Geister hatten seit heute Morgen sichtlich mehr Spass daran Kinder zu verfolgen und zu erschrecken. Besonders Peeves war voller Elan dabei. Remus saß, wie die letzten Tage auch schon, wieder nicht an dem Tisch. Er hatte ja schon oft gefehlt, aber nie so lange. Es schien ihm wirklich nicht gut zu gehen. Ich entschloss mich dafür, dass wenn er morgen beim Frühstuck wieder nicht da war, ihn mal im Krankenflügel zu besuchen. Sicherlich war er dort. Als es auf den Abend zu ging, schickte ich Celeste los, den Brief in James Tasche zu schmuggeln und ich machte mich auf die Suche nach Pettigrew. Hastig lief ich durch die Gänge bis ich Peter endlich fand. Er war mit einem Hufflepuffschüler in die Bibliothek abgebogen und ich folgte ihnen unauffällig. „Hey Peter.“ Ich schloss schnell auf und hatte ihn in der Bibliothek etwas weiter hinten endlich aufgeholt.. Er hatte sich bereits an einem Tisch niedergelassen und zog aus seiner Tasche sein Schachspiel. Er blickte auf als ich etwas außer Atem neben ihm ankam. „Hey Peter.. ich muss dir dringend was zeigen.“ Er schaute mich mit großen Augen an. Nicht nur das kaum jemand etwas von ihm wollte, es stand jetzt auch eine Slytherinschülerin vor ihm und wollte etwas von ihm. Das war eine mehr als ungewöhnliche Situation. Als ich mich etwas gefangen hatte zog ich noch ein letztes Mal scharf nach Luft „Kommst du?“ bevor ich ihm am Ärmel griff und weg schliff. Zurück blieben der verwirrte Hufflepuffschüler und sein Schachspiel. „Was wolltest du mir zeigen?“ Peters Stimme klang aufgeregt und neugierig zu gleich. Er grinste mich freundlich an und voller Erwartung als wir durch die Gänge schlichen. „Äh..“ ich war etwas überfordert mit dem Ausdenken einer Ausrede. Allerdings sah ich am Ende des Korridors Celeste, wie sie mich suchte. „Äh. Das kann dir Celeste sagen.“ Ich sprach ihren Namen besonders auffällig laut aus und sie drehte sich um. Sie lächelte und kam auf uns zu. „Ich hab's geschafft.“ strahlte sie mich an. „Was geschafft?“ Peter schaute Ahnungslos von rechts nach links. „Äh.. die Hausaufgaben.“ winkte ich ab. Peter schien wirklich die schlechtesten Lügen abzukaufen. „Zeigst du ihm was wir meinen, ich hab.. äh.. noch was zu tun.“ Ich schob Peter Richtung Celeste und haute schnell ab. Schließlich wollte ich beobachten ob Sirius und James auch wirklich den Weg in den Wald fanden. Ich versteckte mich hinter einen der Statuen, die in der Halle zu den Ländereien standen. Das Licht war bereits gedämpft und es ging gradewegs auf die Sperrstunde zu. Eine ganze Stunde saß ich sicherlich schon da und grade als ich dachte sie würden nicht mehr kommen, hörte ich zwei Stimmen. Ich blinzelte ein wenig hinter der Statue hervor um mir auch wirklich sicher zu sein, aber es waren tatsächlich Sirius und James. Sie redeten kaum hörbar miteinander. „Warum kann sich Peter nicht einfach in den Gemeinschaftsräumen mit uns treffen, wie sonst auch?“ Im schwachen Licht sah ich wie Sirius genervt die Arme über seinen Kopf verschränkte. James trat in den Mondschein und zuckte mit den Schulter. Grade als sie fast die große Eingangstür vorsichtig aufgeschoben hatten drehten sie sich um. Ich war schon aus meinem Versteck gekrochen und schleuderte umher als James sagte: „Da ist doch noch wer?“ Hastig sprang ich wieder hinter die Figur und meine Schulter prallte unsanft gegen den Stein. Ich verzog mein Gesicht und schlug mir die Hände vor den Mund, damit ich nicht versehentlich aufschreie. „Musst dich geirrt haben.“ Ich hörte wie die Zwei durch die Tür traten und erst als ich mir sicher war, wollte ich heraustreten. Grade als ich mich wieder in Bewegung setzen wollte, hörte ich Schritte. Ich kauerte weiter hinter der Figur und sah im Augenwinkel wie ein Hufflepuffmantel an mir vorbei huschte. „Was macht der denn hier?“, murmelte ich vor mich her. Langsam erhob ich mich aus meiner Deckung und folgte den Anderen über die Ländereien. Am Waldesrand sah ich, wie der Hufflepuffschüler Sirius und James eingeholt hatte. Ich hatte mich hinter ein Gebüsch geworfen und lugte hinaus. Als der Junge anfing zu reden, wirbelten die zwei Gryffendor hektisch umher. „Scheiße, erschreck uns doch nicht so.“, Sirius blitzte ihn böse an. „Was willst du überhaupt hier Miles?“ „Ähm..“, er hob Peters Schachbrett in die Luft. „Er hatte es in der Bibliothek vergessen und ich hab ihn nicht gefunden.. als ich zurück in meinen Schlafsaal wollte, hab' ich euch gesehen und dachte.. ihr wisst bestimmt wo er ist.. oder so. Deswegen bin ich euch gefolgt.. “ er antwortete zaghaft nach der klaren Ansage von Sirius. Der Vollmond legte sich auf die Drei und James und Sirius schienen noch dunklere Harre und hellere Haut als sonst zu haben. Ich atmete schwer vor Aufregung und dachte immer wieder daran, dass der Hufflepuff verschwinden soll. Ich ordnete mich neu an und ein dünner Zweig zerbrach unter meinem Gewicht. Ich zuckte sofort zusammen. Auch Sirius schaute auf. Er schien ein verdammt gutes Gehör zu haben und setzte sich in Bewegung. „Mist, Mist, Mist!“ dachte ich mir. Mir stockte der Atem und ich bewegte mich nicht mehr in der Hoffnung Sirius würde ablassen. Hinter ihnen knackte etwas noch lauteres und James winkte Sirius wieder zu sich. „Da hat sich was bewegt, ich glaub es war Peter.“ Ich atmete auf als ich sah, wie Sirius sich umdrehte und zu seinem Freund trottete. Gemeinsam betraten sie, samt Hufflepuffschüler Miles, den Wald und schon nach wenigen Minuten versanken sie in der Dunkelheit. Ich beschloss ihnen noch ein kleines Stück zu folgen, bevor ich mich aufmachte in das Schloss zurück zu kehren. Der Boden war feucht und verschluckte jeglichen Ton. Zwischen den Baumwipfeln schillerte immer wieder das silbrige Licht des Mondes. Leise verfolgte ich die Drei und versuchte nicht aufzufallen. Der Hufflepuff war sichtlich nervös, er stolperte immer wieder und zupfte an James Mantel. Er schien zurück zu wollen. Mein Herz raste und ich hörte mein Blut rauschen. Nach einer Weile riefen die anderen nach Peter. „Ich wette er hat sich selber verlaufen.“ seufzte James. Die Drei wurden von einem Geräusch nicht weit weg aus der Ruhe gebracht und auch mein Herz blieb stehen. Ich blickte erschrocken auf. In der Dunkelheit erkannte ich aber nichts. Ich starrte in den Wald hinein, in der Hoffnung etwas zu erhaschen. In der Hoffnung, dass es nichts Gefährliches war. Unruhig sprangen meine Augen hin und her und ich hatte die drei Jungs schon fast vergessen. Die Feuchtigkeit zog langsam meine Schuhe hoch und durch das ganze Adrenalin bemerkte ich gar nicht wie kalt mir doch eigentlich war. Der Wald schien sich zu bewegen und eine Art Aura lag über ihm. Das silbrige Licht wurde durch kleine Nebelschwaden am Boden aufgefangen und sie trugen es wie flüssiges Metall durch die Feuchtigkeit. Man hörte immer wieder Tau von den Blättern tropfen, so still war es hier. Es knackte nicht weit weg und ich zuckte wieder zusammen. „Peter..?“ Miles drehte sich zu einer nicht beschienen Lichtung. Wie ein dunkles Loch klaffte es in den Wald. Als würde es nicht zu dem Rest gehören. Zu dem Rest, der mit dem silbrigen Vollmondlicht beschienen wurde und eigentlich sehr sanft aussah. Er tapste nervös darauf zu und kniff immer wieder die Augen zusammen. Als er fast aus dem Lichtkegel gestolpert war, blitzten unmittelbar vor ihm ein paar durchdringende Augen auf und starrten ihn gierig an. Als er langsam zurück wich, stolperte er und fiel rückwärts auf den Po. Seine Augen rissen voller Angst auf und sein Mund klappte tonlos nach unten. Man konnte die Atmung des Tieres hören. Tief aus der Lunge stieß es immer wieder Dampfwolken hervor, die Richtung Miles schwebten und sich auf seine Haut hinterließen. Sirius und James drehten sich um als sie den dumpfen Aufprall des Hufflepuffschülers hörten und starrten dem riesigen Wolf entgegen. Er zog seine Lefzen hoch und es bildeten sich Fäden zwischen seinen spitzen Reißzähnen, die im Vollmondlicht glitzerten. Ich saß schockiert in meinem Versteck. Irgendetwas musste ich tun, sonst war Miles dran. Immer näher kam das Ungetier auf ihn zu. Mir fiel nichts dümmeres ein, als hervorzuspringen. „LAUFT!“ schrie ich in die kalte Waldluft und der Wald verschluckte sofort allen Ton. Alles schien nun in Zeitlupe zu passieren. Als würde man rennen wollen, es aber nicht können. James Hand schoss langsam in Richtung des Schülers, der Rückwärts zu Boden gestolpert war. Sirius drehte sich schockiert zu mir um und ich sah direkt in sein Gesicht, welches sanft vom Mondschein umspielt wurde. Der riesige Wolf hob seine gigantische Klaue und langte zu. Ich sah nicht ob er wen erwischte, aber der Schrei, den der Hufflepuffschüler von sich gab, lies mein Herz zu Boden sacken und ich bekam Todesangst. Ich wusste nicht mehr was ich tat oder wie lange ich dort stand und einfach nur starrte. Ich sah nur die blitzenden Augen des Wolfes vor mir, wie er wütend nach uns langte. Plötzlich zog mich Jemand am Arm. Es riss mich förmlich von den Füßen. Es schien so als hätte jemand die Pause Taste auf Vorspulen gedrückt und alles verlief nun ungewöhnlich schnell. Ich hörte mein Herz in der Brust schlagen und alles in meinem Brustkorb tat weh. Mein Arm schmerzte, da der Griff so fest war, dass meine Hand anfing zu kribbeln. Ihr wurde das Blut einfach abgeschnürt. Immer wieder stolperte ich beim rennen, aber noch bevor ich fallen konnte, wurde ich auf die Füße gezogen. Hinter mir hörte ich wie James den anderen Schüler hinter sich her zog. Es war ein schleifendes Geräusch. Mein Mund war trocken, da ich keine Zeit hatte um zu schlucken. Der Hals kratzte unangenehm. Und auch das kratzige Einatmen der Person neben mir, machte mir klar wie ernst die Situation war. Wir rannten um unser Leben. Es knackte laut und der Wolf stand vor uns. Schnell reagierten die anderen und ich wurde unlieb nach rechts gezogen. Ich hörte wie mein Kiefer knackte, als mein offener Mund der Bewegung nachschwang. Ich kam mir willenlos vor und auch hilflos, zu tief stand mir der Schock in den Knochen und ich kam nicht dazu meine weichen Gliedmaßen selber zu kontrollieren. Ich merkte wie der feuchte Waldboden immer wieder in kleinen Tropfen gegen meine Knie flog. Das Licht wurde immer stärker und der Wald schien sich zu lichten. Auch das Geräusch des Verfolgers verschwamm in der Nacht, bis es fern und fast wie ein böser Traum erschien. Den Wald hatten wir schon seit einer Weile hinter uns gelassen, aber trotzdem rannten wir. Wir rannten durch das nasse Gras, bis uns die Füße nicht mehr trugen konnten. Ich merkte wie der Griff sich an meinem Arm löste und ich schlitterte zu Boden. Es war befreiend in das kalte nasse Gras zu fallen. Frisch und wohlig legte es sich um mein Gesicht und meine Haarspitzen kräuselten sich nass zusammen. Egal wie viel Luft ich einatmete, es schien nicht zu reichen. Ich sah wie Sirius neben mir zum stoppen kam. Ich war noch einen guten Meter durch das nasse Gras gerutscht. Er stützte sich mit den Händen auf seinen Beinen ab und begann zu Husten. Seine schwarzen Haare fielen im feucht ins Gesicht und es hatten sich kleine Äste darin verfangen. Immer wieder zog er scharf nach Luft und begann zu husten. James kam kurz nachdem wir zum Stoppen kamen, ebenfalls an. Er hatte seinen Arm unter den anderen Schüler gestemmt, der wie ein nasser Sack an ihm herunter hing. Dieser schien bleich und leblos, aber man konnte sehen wie sein Brustkorb sich immer wieder hob und absenkte. „Wir müssen Miles in den Krankenflügel bringen!“ James keuchte angestrengt die Worte hervor und zog Miles wieder ein Stück in seinen Griff zurück. Immer wieder rutschte er ab. „Und zwar schnell!“ Es schien ihm sichtlich ernst zu sein und als sich eine weitere Wolke von dem Vollmond weg schob und das kühle Licht auf die zwei preisgab, sah man auch wieso. An Miles Bein klaffte eine ziemlich tiefe und stark blutende Wunde. Das Vieh aus dem Wald hatte ihn voll erwischt. Mir stockte der Atem als ich sah wie das dunkle Rot auf das feuchte Gras tropfte und sich dort mit dem Tau vermischte. Ich schlug die Hände vor den Mund, gab aber keinen Ton von mir. Im Augenwinkel sah ich, wie Sirius seinen Kopf hob, angestrengt nickte und mich auf die Füße zog, ohne dass ich etwas dagegen sagen konnte. Immer noch etwas perplex rannte ich den Zwei in den Krankenflügel nach. Der Hufflepuffschüler zog eine Spur aus dicken Blutstropfen hinter sich her. Am Krankenflügel angekommen, stieß Sirius die Tür auf, die krachend an der Wand stoppte und leicht zurück schwang. Wir hatten Glück, dass sich beim letzten Quidditchtraining Jemand schwer verletzte und die Krankenschwester war noch wach um sich um ihn zu kümmern. Ansonsten war er allerdings leer. Remus schien wohl wieder entlassen worden zu sein. Schockiert blickte sie auf und musterte die Geräuschquelle. Miles glitt von James Schulter zu Boden und die ältere Dame stieß ein entsetztes Quieken auf. Neben seinen Beinen sammelte sich Blut in den Fugen des Bodens und floss davon. Schnell sammelte sie ihn ein, verfrachtete ihn in ein Bett und kümmerte sich um ihn, ohne ein Wort zu uns zu sprechen. Wir standen immer noch völlig perplex im Raum. Ich stolperte gegen eine Wand und lies mich daran sanft herabgleiten. Erst jetzt realisierte ich wirklich was passiert war und wie knapp es doch war. Jetzt wusste ich, dass dieser Wald nicht umsonst verboten war und ich wünschte ich hätte es nicht so herausfinden müssen. Mein Puls beruhigte sich langsam und schnell bemerkte ich, wie sehr meine Beine wehtaten. Ich hatte überall blaue Flecken, Kratzer und Schrammen. Es bildete sich ein blauer Kranz, wo Sirius mich fest gehalten hatte. Moment mal. Sirius hielt mich fest. Es konnte niemand anderes gewesen sein, wenn James Miles trug. Es war ja schließlich auch niemand anderes mit uns da gewesen. Er hatte mir damit eigentlich das Leben gerettet. Ich verlies meine Gedanken und schaute in die Runde. James war an einen der Bettpfosten gesunken und atmete schwer vor sich her. Sirius saß ihm gegenüber und hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt. Seine Augen waren geschlossen und anscheinend mussten die Zwei auch erstmal verstehen was grade überhaupt passiert war. Der gesammelte Tau tropfte aus ihren Haaren. Die Krankenschwester kam hinter dem Vorhang hervor, die sie um Miles Bett gezogen hatte. „Ihr bleibt hier, ich werde Ihre Hauslehrer holen.“ Ihre warme zittrige Stimme erfüllte den Raum und es hallte von den Wänden wieder. Dann stapfte sie vorsichtig an uns vorbei und man konnte noch hören, wie die Tür ins Schloss einrastete. Ich legte den Kopf gegen die Wand und rieb mir die Augen. Niemand sagte etwas und dies auch eine gute Weile lang, bis eine raue kühle Stimme die kalte Luft zerplatzen lies. „Was hast du da eigentlich gemacht Hastings?“ Ich zuckte zusammen und sah in Sirius Gesicht. Sein Blick schien eisern. Auch James drehte seinen Kopf fragend in meine Richtung und schob seine runde Brille wieder zurück auf seine Nase hoch. Sie war schmierig und eigentlich konnte er kaum dadurch scharf sehen. „Ich ähm..Ich.. “ Ich wusste nicht was ich sagen sollte und stotterte nur vor mich her. Sirius Blick verfinsterte sich zunehmend. Noch bevor ich einen ganzen Satz hervor bringen konnte, flog die Tür wieder auf. Hinter der Krankenschwester trotteten Dumbledore in das Zimmer, gefolgt von den Hauslehrern. Die Hauslehrerin von Hufflepuff wurde von der Krankenschwester hinter den Vorhang gezogen und man hörte sie murmeln. Die Hauslehrerin der Gryffendors, Proffesor McGonagall sah äußerst verärgert aus und es bildeten sich strenge Züge in ihrem Gesicht. Man sah ihr an, dass sie sehr schnell versucht hatte, sich in ihr Gewand zu schmeißen. Sie war schon etwas älter, vielleicht um die 50, und ihre schwarzen Haare hatten bereits ein paar graue Strähnen. Neben ihr baute sich ein ziemlich durcheinander wirkender Professor Slughorn auf. Er schien bis eben noch tief zu schlummern, denn seine Augen waren müde und er hatte noch seine Nachtgewandung an. Der Bommel seiner Nachtmütze baumelte unruhig über seine Schulter. Er sah etwas erleichtert aus, als er mich unversehrt sah. „Nun Mister Potter, Mister Black, Miss Hastings..“ Dumbledores warmer Blick traf uns nach und nach. „ ..wir sollten wohl besprechen was hier vorgefallen ist. Wenn Sie mir bitte folgen.“ Er schob eine Hand Richtung Tür und so standen wir auf und folgten ihr vor die Tür. Proffesor McGonnagall schob sich an uns vorbei und ging vor. Ihre Schritte hallten scharf durch die Gänge. Ich wusste, mir würde Ärger blühen. Es lief alles so unfassbar schief. Anders schief als ich es erwartet hatte. Schlimmer schief.

    8
    Draußen dämmerte es bereits und das rötliche Licht erkämpfte sich den Weg durch die Glasfenster. Ich war müde und wollte nur noch ins Bett. Ich hatte erst recht keine Lust auf eine Moralpredigt von den Lehrern. Zumal ich gar nicht hier sein sollte, sondern nur James und Sirius. Müde trottete ich Professor McGonnagall hinterher und ließ meine Schuhe über den Steinboden schlurfen. Sirius gähnte breit und laut und schien nicht so betrübt darüber zu sein, dass sie wohl Ärger bekommen würden. Er war sich nicht mal zu fein eine Hand vor seinen Mund zu halten. Ich rollte mit den Augen. Professor McGonnagall führte uns in ihr Büro. „Setzen Sie sich.“ Ihre Stimme schnitt durch die Stille. Ich atmete tief ein und setzte mich auf einen der braunen Stühle vor ihrem Pult. Slughorn nahm neben McGonnagall hinter ihrem Pult platz und Dumbledore baute sich an dem Tischende auf. „Nun..“, begann Dumbledore. Er klang nicht verärgert, nicht einmal Müde. „Was können Sie uns denn erzählen?“ Nervös knetete ich meine Hände und schaute betreten zu Boden. Ich war nie in einer solchen Situation gewesen. Ich war immer der Liebling meiner Eltern. Immer brav. James zog sich an seinem Stuhl hinauf und erzählte was passiert war. Ich hörte ihm nicht zu. Ich hörte eigentlich niemanden zu. „Aber ein Werwolf? Mister Potter, ich bin mir sehr sicher, dass in diesem Wald kein 'Werwolf' haust.“ Dumbledores warme Stimme vermischte sich mit dem goldenen Licht von draußen. Es begannen bereits kleine Vögel zu zwitschern. Die Stimmung war angenehm und heimatlich. Ich schaute kurz auf. Slughorn schien immer wieder einzunicken auf seinem Stuhl. McGonnagalls Kopf war rot und sie schien kurz vor dem explodieren zu stehen. Dumbledore kramte in einer kleinen Schale in einem Regal nach Bonbons. „Sie sollten auch vermeiden einen solchen Schwachsinn zu verbreiten. Das würde nur Unruhen bei den Schülern auslösen.“ Man hörte das Rascheln der Papiere, während Dumbledore mit seinem Zeigefinger durch die Schale glitt. „Und was soll Miles im Wald bitte angegriffen haben?“ Sirius Stimme war müde und ausgelaugt. Der Schulleiter drehte sich langsam um und schob sich ein Bonbon in den Mund. Schmatzend antwortete er: „Natürlich gibt es Wölfe in diesem Wald. Ich bin mir ziemlich sicher, alles andere habt Ihr euch zusammen gewoben. Schließlich war es schon spät und dunkel.“ Er schob sein Bonbon immer wieder freudig von der einen Backentasche in die Andere. McGonnagall schien sich immer noch nicht wirklich beruhigt zu haben. „Mister Potter, Mister Black. Sie wissen, dass ich Ihrem Haus Punkte dafür abziehen muss. Und zwar 50 Punkte pro Person.“ Sie machte eine Pause, anscheinend wartete sie auf Slughorn, der ihr beipflichtete. Dieser schien auf seinem Stuhl eingeschlafen zu sein. Wütend trat sie ihm auf den Fuß. „Hm? Ja! .. ja.. Ähm. Was?“ Slughorn schreckte auf und schaute verwirrt durch den Raum. McGonnagall räusperte sich. „Wie gesagt, 50 Punkte Abzug für meine Schüler. Er rieb sich durch die Augen. „Natürlich. Miss Hastings, auch Ihnen muss ich 50 Punkte für Slytherin abziehen.“ „Zudem müssen Sie alle Drei eine Woche lang nachsitzen. Abwechselnd bei Professor Slughorn und mir.“ Müde stimmte er der Lehrerin zu. „Und nun verschwinden Sie.“ McGonnagall scheuchte alle aus ihrem Büro und blieb mit den Lehrern zurück. „Ganz toll gemacht Hastings.“ Sirius verschränkte seine Arme hinter dem Kopf und gähnte wieder ausgiebig und lang. James wurde davon angesteckt und stimmte ein. Ich schnaubte nur wütend. „Wir können gleich schon Frühstücken.“ James schaute aus dem Fenster. Die Sonne war wirklich schon ziemlich weit am Himmel voran geschritten. Die Zwei setzten sich wortlos in Bewegung und ich folgte ihnen leise. „Was wolltest du überhaupt mit diesem Streich bezwecken? Uns endlich komplett loswerden?“ Sirius hatte seinen Kopf nach hinten gedreht. Unter seinen grauen Augen waren tiefe Augenringe. Er sah wirklich fertig aus. Ich zog nur einen bösen Blick auf. „Wäre vielleicht besser gewesen.“ zischte ich ihn böse an und stapfte an ihnen vorbei. Die große Halle war schon relativ voll für die Uhrzeit. Remus saß bereits am Gryffendortisch. Er sah ziemlich genauso fertig und müde aus wie wir. Zumindest schien er nicht mehr ganz so krank. Müde ließ ich mich am Slytherintisch nieder. Kraftlos knallte mein Kopf auf das Holz und ich stöhnte müde auf. Ich wollte nur noch ins Bett. Ich schloss die Augen und hörte nur noch in die Halle hinein. Es war nur ein leichtes Gemurmel aus ein paar Ecken zu vernehmen. Die Schüler, die hier saßen, waren vermutlich selber noch in Gedanken in ihren Betten. In ihren schönen weichen Betten. Bei den Gedanken musste ich zufrieden grinsen. Das warme flauschige Bett, was auf mich wartete in meinem Schlafsaal, stimmte mich zufrieden. Ich hörte hinter mir, wie Sirius und James mit Remus sprachen. „Kannst du dir das vorstellen? Ein Werwolf in diesem Wald? Die können mir sagen was sie wollen, das war niemals ein Wolf.“ Sirius hatte den Mund voll mit Brötchen und es dämpfte seine Worte enorm. Remus Schlucken hörte ich bis zu meinem Tisch. „Ich bin mir sicher, dass es nur ein Wolf war.“ seine Stimme klang immer noch ziemlich kränklich. Ausgedünnt und zittrig. 'Vielleicht sollte er heute doch noch mal in den Krankenflügel gehen.' schwirrte es in meinem Kopf. „Bea..?“ Celestes Stimme drang an mein Ohr und ich öffnete meinen Augen einen Schlitz weit. Es war viel zu hell und ich fühlte mich geblendet vom Licht. „Mh..?“ Es reichte nicht für Worte. „Du siehst fürchterlich aus. Wo warst du die ganze Nacht?“ Ihre Augen musterten mich besorgt und ich nahm meine letzten Kräfte zusammen und schob meinen Kopf auf meine Hände. „Es lief nicht ganz so wie geplant.“ ich rieb mir die Hände durch das Gesicht. „Du solltest was essen.“ Sie begann mir bereits ein Brötchen zu schmieren und schob mir einen Saft vor die Nase. Sie war wirklich eine gute Freundin. Erwartungsvoll sah sie mir zu, wie ich das Brötchen unlieb in meinen Mund schob und an dem Saft nippte. Anscheinend erwartete sie irgendetwas. „Ich erzähl dir nachher alles.“ Müde sackte mein Kopf wieder ab. Diese Antwort schien ihr vorerst zu reichen. „Wurdest du erwischt?“ „Quasi.“ „Und jetzt?“ „Muss ich jeden Tag nachsitzen.“ Sie seufzte. Während des Unterrichts bin ich noch ein paar mal eingeschlafen und ich war froh als der Nachmittag endlich anrückte. Ich konnte endlich ein wenig schlafen. Ich wachte Abends noch einmal auf. Es ging mir besser, auch wenn ich direkt weiter schlafen hätte können. Ich entschloss mich in den Gemeinschaftsraum zu setzen, nur für eine Weile, Celeste war sicherlich dort. Noch etwas neben der Spur tapste ich runter und sie war wirklich dort, sie saß auf einer der Sofas und machte Hausaufgaben. Als ich näher kam, schaute sie auf. „Geht es dir besser?“ „Schon ein bisschen.“ Sie packte ihren Kram zusammen und machte mir Platz. „Also erzähl.“ Sie schien wirklich fast zu platzen. Ich ließ mich auf das Sofa sinken. „Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen. Sie haben den Köder gefressen und sind in den Wald.“ Ein kurzes zufriedenes Lächeln machte sich über Celeste Gesicht breit. Anscheinend hatte sie wirklich nicht damit gerechnet, dass es funktionierte. „Und dann?“ „Dann kam Miles dazu, dieser Hufflepuffschüler. Du weißt schon der mit den braunen Haaren, etwas kleiner und echt unauffällig.“ Celeste schien angestrengt zu überlegen. Um ehrlich zu sein, war das auch nicht grade die beste Beschreibung. Etliche Hufflepuffschüler passten auf diese Beschreibung. “Thomas hatte ihm mal eine Kröte in den Kragen gepackt.“ Sie klatschte in die Hände. „Na klar, kenn ich!“ Ich lächelte müde. „Jedenfalls kam der dazu. Und die sind zu dritt in den Wald. Ich bin denen was gefolgt.“ „Klingt doch bis jetzt nicht so schlimm..“ „Im Wald trafen wir wohl auf irgendetwas.“ Sie schien nicht zu verstehen. „Die Lehrer meinten, es wäre kein Werwolf gewesen. Aber das Ding war viel zu groß für einen Wolf.“ Fügte ich hinzu und es schien alles aus Celeste Gesicht zu fallen. Sie riss die Augen auf und schlug die Hände vor ihr Gesicht. „Dann ist der Hufflepuffschüler im Krankenflügel Miles?“ Ich sah sie fragend an. „Es hieß, es wurde ein Hufflepuffschüler angegriffen, aber niemand wusste irgendetwas genaues.“ Ich seufzte. „Dann hattet ihr ja echt Glück.“ Ihre Stimme senkte sich und sie umfasste meinen Arm. Ich verzog das Gesicht. Ich hatte ganz vergessen, dass ich dort immer noch einen riesigen blauen Ring hatte, wo man mich durch den Wald geschliffen hatte. „Alles gut?“ Meine Freundin schien schockiert. Ich nickte und zog ein schiefes Lächeln auf. „Es nichts weiter.“ Ich verschwieg ihr, dass es anscheinend so war, dass Sirius Black mich letzte Nacht rettete. So mehr ich darüber nachdachte, desto banaler schien es mir. Er hätte mich einfach zurück lassen können. Innerlich sah ich schon die Schlagzeile vor mir 'Tochter von Sebastian Hastings zerfleischt von Wolf in Hogwarts gefunden'. Es schüttelte mich. „Ich glaub ich geh wieder ins Bett.“ Ich stand auf und sah noch wie Celeste leicht nickte. Ich schlief wirklich schlecht und auch die nächsten Tage schienen mir keine Ruhe zu bringen.
    Die Woche des Nachsitzens ging relativ schnell um. Es wurden allerdings noch ein paar dran gehangen, weil ich mich mit Sirius gestritten hatte und ihm wütend einen Kessel nachgeworfen hatte, als wir diese reinigen sollten. Ich konnte ihn nicht mehr sehen. Überall war sein selbstgefälliges Grinsen und seine arroganten Sprüche. So kam wenigstens Weihnachten schneller als Gedacht. Es waren nur noch wenige Tage bis zu den Ferien und dann hatte ich endlich meine Ruhe vor Potter und vor allem vor Black. Remus hatte mir noch etliche Moralpredigten vorgehalten und er schien sich auch wieder erholt zu haben. Meine Stimmung hob sich von Tag zu Tag mit dem Blick auf die Ferien zugewandt. Zwei Tage noch bis sie begannen. Man hatte Weihnachtsbäume in der großen Halle aufgebaut und es lag ein dünner Puderzucker über den Tischen. Die Luft beim Frühstücken war angenehm klar und kühl und ich nippte genüsslich an meinem Tee. Wie fast jeden Morgen, fielen auch wieder einige Eulen in die Halle ein und ließen Briefe nieder. Ich bekam eigentlich nie welche, höchstens ab und zu von meinen Eltern. Bei den Eulen schien Unruhe zu herrschen, als eine helle Schleiereule durch die Massen trudelte. Sie schien Probleme damit zu haben ihre Fracht zu transportieren. Dabei war es nur ein kleiner Brief. Ein älterer Slytherinschüler nicht weit von mir, hatte die Eule auch gesehen. „Welcher Idiot bekommt denn da einen Heuler?“ Seine Freunde fingen an zu lachen. Ein Heuler? Ich schaute auf. Es war die Eule von meinem Vater. Ich schluckte und merkte wie es auf halben Weg stecken blieb. Mit einem Mal war ich kreidebleich. Der Brief plumpste auf meinen Teller und in einer eleganten Kurve flog die Eule wieder hinaus. Alle Augen an dem Tisch schienen auf mir zu ruhen. Celeste hatte den Mund offen und ließ den Löffel ihres Müslis auf halben Weg zum Mund wieder sinken. Der Brief zappelte wütend auf dem Tisch umher und stieß dabei meine Tasse um. Er veranstaltete ein ziemliches Chaos. „Du musst ihn aufmachen.“ Der ältere Junge von eben hatte sich eingemischt. Er hatte ein hämisches Grinsen aufgesetzt. „Sonst wird es nur noch schlimmer.“ Ich wollte nicht. Sollte doch der Brief die ganze Schule abfackeln. Langsam fing er an zu Rauchen und ich nahm meinen Mut zusammen und fasste das Siegel unseres Hauses an. Sofort sprang der Brief auf und die Stimme meines Vaters hallte durch den Raum. Sie war kalt, ernst und vor allem verärgert. Ich spürte wie kleinen Sabbertropfen vom Brief in mein Gesicht spritzten. „Bellatrix Elizabeth Hastings! Warte nur ab bist du zuhause bist Madame!“ Ich kniff die Augen zusammen. Peinlich. Höchstgradig peinlich. Es hatten sich bereits andere Schüler von Tischen umgedreht. „Weißt du eigentlich was ich für Probleme im Ministerium hatte, zu erklären, dass meine Tochter, die Tochter von Sebastian Hastings, nichts besseres in Hogwarts zu tun hat, als Schlammblütern und Blutsverrätern dämliche Streiche zu spielen! Du solltest endlich lernen dich zu benehmen! Mich graust es jetzt schon davor auf die Weihnachtsfeier der Crabbes zu gehen.“ Einige Slytherins fingen an zu kichern. „Wenn du zuhause bist, werde ich dir erstmal klar machen, wie sich eine Reinblüterin zu verhalten hat! Und wenn du nicht lernst dich zu benehmen, nehme ich dich höchstpersönlich von der Schule und schick dich auf eine Militärschule irgendwo nach Bulgarien!“ Ich sank immer weiter auf der hölzernen Bank zusammen. Ich wünschte man könnte im Boden versinken, dann würde mich jetzt niemand sehen können. Ich biss mir auf die Lippe und lies den Regen von Ärger einfach auf mich herabregnen. „Du solltest dir eine gute Ausrede einfallen lassen Tochter.“ Mit diesen Worten ging der Brief in Flammen auf und die Asche bröselte trocken auf meinen Teller. Mit einem Schlag war es still in der Halle. Man hörte nicht einmal das Klirren von Geschirr oder Gemurmel. Ich schluckte. Jetzt verging mir die Freude auf die Ferien. Langsam blickte ich von meinem verkrümelten Teller auf. Celeste saß immer noch wie vor 10 Minuten da. Ihr Löffel tropfte vor sich hin. Ein paar Slytheringruppen fingen an zu tuscheln und langsam drehten sich auch die anderen Schüler wieder um. Ich strich mir durch die Haare. Meine Hände waren zittrig und mein Kopf leer. Ein Junge aus meinem Jahrgang tippte mich an. „Stimmt es, dass der Auror Sebastian Hastings dein Vater ist?“ Ich drehte mich langsam um und nickte, ohne genau zu verstehen was eigentlich grade passierte. „Wow, ich hätte auch gerne so einen berühmten Vater.“ Ich schaute ihn nur verwirrt an. Den Rest des Tages wurde ich noch oft auf meinen Vater angesprochen. Anscheinend hatte ich dadurch etwas Respekt und lag dem Messer nicht ganz so ausgeliefert da. Zwar kicherten immer mal wieder einige Schüler, wenn sie mich sahen, aber mehr auch nicht. Am Nachmittag fing mich Remus ab. Ich lief über die Ländereien. Ich wollte den Kopf etwas frei bekommen und vor allem musste ich mir überlegen was ich meinem Vater präsentieren sollte. Ich sah Remus zwar in seiner üblichen Clique bestehend aus Pettigrew, Black und Potter, aber lief an ihnen vorbei. „Papi freut sich bestimmt schon auf dich.“, feixte Sirius als ich an ihnen vorbeiging. Ich schaute kurz auf und sah in ein zufriedenes Gesicht. Remus boxte ihn in die Seite und schaute ihn böse an, aber er konnte nur kichern. Ich ignorierte ihn, zog meinen Schal höher und stolzierte an ihnen vorbei. Mich traf ein Schneeball am Kopf und ich blieb kurz stehen. „Hey Hastings ich rede mit dir.“ Ich ballte meine Fäuste. Für einen kurzen Moment hatte Sirius mich soweit. Ich hätte mich umgedreht und ihn angeschrien. Ihm eine Backpfeife gegeben. Ihn in den halb zugefrorenen See geschubst. Irgendetwas. Aber ich hatte andere Probleme. Meine Muskeln entspannten sich und ich ging weiter. Ohne mich umzudrehen, ohne ihm etwas entgegen zu brüllen, ohne mich zu wehren. Ich spürte wie eine kleine warme Träne sich in meinem Augenwinkel auftat und ich schluckte sie einfach runter. Schnellen Schrittes setzte ich meinen Weg fort. Nach einer Weile hörte ich wie mir jemand folgte. Im Augenwinkel joggte Remus neben mir her. „Du bist verdammt schnell.“ Keuchte er. Ich wurde langsamer und stoppte. „Tut mir Leid wegen Sirius.“ Eine dichte Dampfwolke umschloss sein Gesicht. „Ich glaube er meint es gar nicht so.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen. „Doch, tut er.“ Meine Stimme klang selbstbewusster als ich dachte. Das überraschte mich selbst ein bisschen. Außerdem klang sie genauso kalt, wie der Schnee, der vom Himmel herab rieselte. „Vielleicht solltet ihr einfach mal miteinander reden. Sicherlich ist alles nur ein großes Missverständnis.“ Remus schien etwas verzweifelt zu wirken. Seine Augen starrten mich wässrig an. „Nein. Sicherlich nicht.“ Mein Wort schnitt die kühle Luft in zwei. „Ich würde mich lieber vom Astronomieturm stürzen.“ Remus wollte grade etwas sagen als ein weiterer Schneeball meinen Mantel traf. Ich blickte auf. Sirius winkte ihm rüber. „Na komm schon, lass unsere Prinzessin mal in Ruhe schmollen.“ Ich schnaubte wütend und drehte mich um. Ich hörte noch wie Remus etwas rief, aber es wurde von dem Geräusch des knirschenden Schnees erdrückt. Sollte er doch mit diesen Idioten glücklich werden.

    9
    An dem Zugfenster zogen die ersten Gebäude vorbei. Ich spürte wie mein Herz bis zum Hals schlug. Celeste tiefe blaue Augen musterten mich traurig. „Er wird schon nicht so sauer sein.“ Ich schaute auf den Boden des Abteils. Es saßen noch zwei andere Slytherinmädchen bei uns. Die eine Flora und die andere hieß Josephine. Sie hatten sich über die letzten Monate auch ganz gut mit Celeste angefreundet. Ich seufzte lang und fuhr mir mit der Hand durch das schwarze Haar. „Hoffen wir es mal.“ Dicke Schneeflocken trieben langsam den Himmel hinab und bildeten eine dicke Schicht auf den Wiesen und Häusern. Ich hatte die letzten Tage in Hogwarts nicht mehr mit Remus geredet und bin ihm aus dem Weg gegangen. Mir tat es zwar für ihn Leid, aber ich brauchte einen freien Kopf für die Ferien. Der Zug wurde zunehmend langsamer und nach einer Weile kam er zum Stehen. Josephine und Flora hatten sich bereits verabschiedet und schöne Feiertage gewünscht, aber ich blieb noch sitzen. „Wenn du nicht gleich aussteigst, fährst du wieder zurück.“ Meine beste Freundin hatte ihre Hand auf meine Schulter gelegt. Ich spielte einen kurzen Moment mit dem Gedanken, wirklich wieder zurück zu fahren, doch ich nickte ihr zu und erhob mich. Als ich auf das Gleis trat, waren die Meisten schon weg und nur viele Fußstapfen im Schnee zeugten von ihrer Existenz. Noch ein paar Familien und Schüler standen verteilt auf dem breiten Bahngleis und unterhielten sich. Mein Blick schlenderte umher. Remus und seine Freunde standen etwas abseits, waren aber alle noch da. Sie unterhielten sich noch angeregt. Mein Vater stand nicht weit von ihnen. Er verschränkte die Arme und suchte mit einem genervten Blick den Ort ab. Etwas zog an meiner Jacke. „Dort ist meine Mutter. Schickst du mir eine Eule, damit ich weiß wie es mit deinem Vater lief?“ Celestes große blauen Augen funkelten mich schwach an. Ich nickte, setzte ein schiefes Lächeln auf und die umarmte mich und verschwand. Ich seufzte als ich ihren langen blonden Haaren hinterherschaute, wie sie mit ihren Eltern verschwand. Noch einmal atmete ich tief durch und setzte mich in Bewegung. Mein Vater begrüßte mich nicht, er starrte mich nur vorwurfsvoll an. Ich hatte seine eisblauen Augen und sein schwarzes Haar geerbt. Allerdings hatte sein Haar schon graue Spitzen und im Gegensatz zu meinen Augen, die wie ein klarer Bach im Winter zu sein schienen, waren seine Augen kalt und durchdringend. Fast wie die blaue Version von Falkenaugen. Meine Mutter hatte immer gesagt, dass ich ihm viel ähnlicher war als ihr. Grade als ich etwas sagen wollte, schnitt er mir das Wort ab. „Wir reden später darüber.“ Seine Stimme klang dunkel und rau und ich konnte nicht anders als schlucken. Aber er bewegte sich nicht. „Worauf warten wir?“ Ich schaute zu ihm auf. Er zupfte sich seine Weste unter seinem langen Mantel zurecht. „Auf den missratenen Sohn der Blacks. Wir nehmen ihn mit. Walburga muss sich um ihren zweiten Sohn kümmern, in der Hoffnung das etwas mehr aus ihm wird. Daher setzen wir ihn auf dem Weg Zuhause ab.“ Ich konnte mir ein genervtes stöhnen nicht verkneifen. „Glaube mir, ich finde das genauso wenig amüsant. Aber ich schulde Orion noch etwas.“ Er rümpfte abwertend die Nase und warf einen arroganten Blick in Richtung Gryffendor-Clique rüber. „Du solltest dich von ihnen fernhalten.“ Ich wusste worauf er anspielte. Sicherlich wusste er auch, dass Sirius mit in dieser Nachts-Im-Wald-Geschichte verwickelt war. Da fiel mir wieder etwas ein. „Waren die Söhne der Blacks mal auf irgendeiner Party von uns?“ Mein Vater zog eine Augenbraue hinauf. „Warum die Neugier?“ hallte es kalt durch die Luft. Im Moment schien mir der Schnee wie ein warmer Strandspaziergang zu sein. Er war wirklich sauer. Mein Vater wurde nicht laut – jedenfalls hatte ich das noch nie erlebt. Je saurer er wurde, desto ruhiger wurde er. Mutter sagte immer, das hatte er von der Arbeit übernommen. „Nur so.“ Ich zuckte mit den Achseln. Vermutlich würde ich durch den Stammbaum sowieso nicht durchblicken. „Sie waren einmal bei uns. Das ist aber lange her und du warst noch sehr klein. Vermutlich werden dir seine Tante und Onkel mehr sagen.“ Ich nickte. Das Gleis war mittlerweile schon ziemlich leer und immer noch unterhielten sich die vier Gryffendors angeregt. Mein Vater zog eine kleine silbrige Taschenuhr aus seiner Weste und schaute genervt drauf. Unser Familienwappen war darauf eingraviert. „Soll ich ihn holen?“ Seine Laune sollte nicht unbedingt noch verschlechtert werden und man sah ihm an, dass er langsam Heim wollte. Ich konnte das jedenfalls verstehen, schließlich war es kalt und es schneite. Er nickte kurz ohne mich anzusehen und ich setzte mich in Bewegung. Als ich näher kam, hörte ich ihr Lachen. Ich tippte Sirius auf die Schultern, er hatte nicht bemerkt dass ich ihnen näher kam. Er drehte sich um, mit einem genervten Blick. „Was willst du Hastings?“ „Mein Vater will los.“ erwiderte ich kühl. Remus ließ seinen Blick verwirrt zwischen uns wandern. Er schien etwas sagen zu wollen, denn sein Mund schnappte immer wieder auf und zu, aber er brachte nichts hervor. „Natürlich, der König ruft.“ Sirius machte einen knicks und wedelte abwertend mit seiner Hand. Dann wendete er sich zurück zu seinen Freunden. „Da die Prinzessin mich mitnimmt und meine Kutsche nicht auf mich wartet, muss ich jetzt wohl los. Ich schreib euch.“ Er lachte, gab dem immer noch verdutzten Remus einen Klaps auf die Schulter, schnappte sich seinen Koffer und trottete hinter mir her. „Du solltest dich benehmen.“ zischte ich ihm böse zu. „Ach tu ich das nicht?“ Er setzte ein charmantes Lächeln auf. „Definitiv nicht. Also reiß dich zusammen, ich hab genug Ärger.“ Ich funkelte ihn böse an. „Ach ich vergaß, Papi war ja nicht so erpicht auf dein schlechtes Benehmen.“ Er gluckste zufrieden auf. Ich schob meine Hände in die Tasche und stieß ein genervtes Stöhnen hervor. „Keine Angst Hastings, ich benehm' mich.“ Er zwinkerte mir zu. „Tz.“ war meine einzige Antwort. Als mein Vater sah, dass wir näher kamen, hob er meinen Koffer an und drehte sich um. Wortlos verließen wir das Gleis, brachten Sirius nach Hause an den Grimmauldplatz 12 und machten uns dann in unser Anwesen auf. Beim Verabschieden machte Sirius noch einmal einen ironischen Knicks in meine Richtung und zwinkerte. Ich schleuderte ihm einen bösen und warnenden Blick zu. Ich war froh zuhause zu sein. Weit weg von allen nervigen Menschen und Lehrern, denen man so begegnete am Tag. Ich ließ mich sofort auf mein Bett fallen. Nichts hatte sich verändert seit dem ich nach Hogwarts aufgebrochen war. Meine Mutter war einkaufen laut meinem Vater und es war still im Haus. Ich wusste, dass wenn ich mein Zimmer verließ, mein Vater auf mich warten würde. Angelehnt an die Küchenzeile, die Arme verschränkt und mit dem Finger bedrohlich auf dem Holz tippend. Oder er saß im Saloon in einem Sessel, starrte in das Feuer, die Ellbogen auf seinen Knie abgelegt und die Hände zu einer Pyramide gefaltet. Ich schob mir die Hände durch das Gesicht und seufzte lang und ausgiebig. Nach einer Weile rollte ich mich zur Seite weg und griff in meinen offenen Koffer, der neben meinem Bett stand. Ich zog einen kleinen Bilderrahmen hervor. Auf dem Bild waren Celeste und ich, wie wir lachend an dem Brunnen im Innenhof saßen. Es schneite und wir hatten unsere Schuluniform an. Dazu natürlich noch Schal, Mütze und Handschuhe in den Hausfarben. Flora hatte eine Kamera von ihrem Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen Mitte Dezember und verbrachte einige Zeit damit Fotos zu machen. Sie hatte uns jeweils einen Abzug geschenkt. Ich stieg aus dem Bett und hängte das Bild neben das Autogramm der Sucherin von den Holyhead Harpies. Sie waren meine Lieblingsmannschaft, nicht nur weil sie oft gewannen, sondern vor allem weil sie nur aus Frauen bestanden. Sie hatten es geschafft sich einen Namen zu machen und spielten genauso erbarmungslos wie die männlichen Mitspieler. Niemand konnte ihnen sagen, dass Quidditch ein Sport nur für Männer war und jeder der dies behauptete, wurde eines Besseren belehrt. Viele Teams unterschätzten sie und genau das machte sie umso gefährlicher. Ich wollte auch einmal zu ihnen gehören. Zufrieden schaute ich an die Wand mit den zwei Bildern und stemmte die Hände in die Hüfte. Mit der gesammelten Energie, entschied ich mich dazu, jetzt meinem Vater unter die Augen zu treten. Zeitgleich klopfte es. „Ja?“ die Tür schwang vorsichtig einen kleinen Spalt auf und unser Hauself lugte hindurch. „Herrin? Meister Sebastian möchte Sie sehen.“ Seine großen Augen schauten mich wässrig an. Ich nickte. Dann senkte er den Kopf, schaute zu Boden und zog genauso vorsichtig die Tür wieder zu. Ich folgte dem Ruf und trat vor meine Zimmertür. Die alten dunklen Eichendielen knarrten unter meinem Gewicht. Es war ein schmaler Gang, der zur Galerie führte und zur Treppe nach unten in den Flur. Ansonsten war nur noch ein Bad auf diesem Flur und die Hauseigene Bibliothek. Meine Eltern hatten ihre Räume eine Etage über mir. An den Wänden waren Portraits von ehemaligen Hastings. Sie beäugten mich böse, anscheinend hatten auch sie mitbekommen, dass ich nicht ganz so vorbildlich war in meinem Schuljahr. Ich räusperte mich und setzte meinen Weg fort. Mein Vater saß am Küchentisch, vor ihm stand eine dampfende Tasse Tee, ein Zuckertopf und ein kleines Schälchen mit Zitronenscheiben. Er blätterte im Tagespropheten. Ich setzte mich an dem langen Tisch gegenüber. Als er merkte, dass ich da war, legte er die Zeitung neben sich zusammen, nippte an seinem Tee, und faltete seinen Hände vor sich. Seine Augen starrten mich erwartungsvoll an und es war still. Man konnte hören, wie der Schnee draußen auf den Boden rieselte. Ich kaute auf meiner Lippe rum und blickte an meinem Vater vorbei. Ich überlegte wie ich anfangen könnte. „Es tut mir Leid. Es ziemt sich nicht für einen Hastings so einen Quatsch zu machen.“ Meine Worte waren wenigstens zum Teil überlegt. Die harten Züge meines Vaters wurden weicher und er blinzelte endlich. „Es wird nicht wieder vorkommen. Ich werde mich von so etwas fernhalten.“ Ich schaute auf einen Fleck auf dem Tisch. Dieser war so alt wie das ganze Haus. Seit Generationen wurde es schon weiter gegeben und der Fleck auch. Mein Vater löste seine Hände und strich sich über den Mund. „Ich kann deine Abneigung gegen die Gryffendors zwar verstehen, aber es war nicht grade geschickt, das so umzusetzen. Du solltest dich durch deine großartigen Taten, deinen Stolz und deine Familie definieren. Aber nicht durch so nichtige Spielereien. Zumal auch noch andere dabei verletzt wurden, auch wenn dieses Schlammblut das wohl verdient hatte.“ Ich schluckte. Da war sie wieder, diese tiefe Abneigung gegen Mugglestämmige und dieser abwertende Ton. Ich nickte vorsichtig. „Bei der nächsten Auffälligkeit nehme ich dich von der Schule. Und halte dich gefälligst von dem Black Sohn fern. Er ist ein schlechter Umgang. Ich frage mich was Walburga falsch gemacht hat.“ Er schüttelte den Kopf und faltete die Zeitung vor sich auf. „Wenn du so wärst wie er, hätte ich dich schon längst verstoßen.“ Er blinzelte mich warnend an. Wieder nickte ich einfach. „Gut. Dann weißt du jetzt Bescheid. Nach Weihnachten sind wir bei den Crabbes eingeladen. Benimm dich dort. Ich habe keine Lust noch schlechter aufzufallen.“ Er las nebenher in der Zeitung. „Jetzt geh.“ Ich stand wortlos auf und wanderte zurück in mein Zimmer. Ich hatte es mir tatsächlich schlimmer vorgestellt. Aber der Tag, wo mein Vater mich anschreien würde, wäre vermutlich auch mein Todestag. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und begann den Brief für Celeste. Sie sollte schließlich wissen, dass ich überlebt hatte. Nachdem ich fertig war öffnete ich das Fenster und meine Eule kam schon nach kurzer Zeit angeflogen. Ich kraulte sie zärtlich am Kopf, gab ihr einen Keks und dann den Brief. Eilig flog sie los. Danach setzte ich mich wieder an meinen Tisch. Ich schaute ein leeres Pergament an. Eine ganze Weile saß ich so da. Dann schrieb ich „Fröhliche Weihnachten. B. E. H.“, knickte ihn einmal, schob ihn in einen Umschlag und schrieb Remus Lupin darauf. Es waren noch ein paar Tage bis Weihnachten, so lag ich den Brief zur Seite und würde ihn die Tage verschicken.

    10
    Weihnachten verlief eher Mäßig. Wie jedes Jahr. Meine Großeltern väterlicherseits waren zu Besuch gekommen und es schien im Haus noch einen deutlichen Ticken kälter und dunkler geworden zu sein. Ich musste mir viel über Slytherin anhören und, dass ich bis auf meinen kleinen 'Ausrutscher, sehr gut Fuß gefasst habe in diesem Haus. Mit Freunden aus Slytherin. Wenn sie auch nicht grade zu der oberen Schicht gehörten. Sie schienen Celeste trotzdem zu tolerieren. Ansonsten bekam ich hauptsächlich Bücher zu Weihnachten. Sie wurden mir mit den Worten „Damit ich was Ordentliches zum Lernen habe, was man so nicht in Hogwarts bekommt.“ überreicht. Meine Mutter fand mich zu Jung dafür. Ich stellte sie vorerst in die Bibliothek, mal sehen ob ich mir eins mit nach Hogwarts nahm. Von meinen Eltern bekam ich ein kleines Armband. Es waren kleine Bilder darauf in bunten Glassteinen zu sehen. Sie erzählten kleine Geschichten und wechselten sich immer mit unserem Hausmotiv ab. Es war silbrig mit dunklem Grün versehen. Laut meinen Eltern war es schon lange im Familienbesitz. Es war schön und passte perfekt. Kurz nach Weihnachten waren wir zu den Crabbes eingeladen. Wir stapften ihre lange Einfahrt zum Haus entlang. Es lag Schnee und die Allee sah gefährlich knöchrig aus. Ich hielt mich an der Hand meiner Mutter fest und flüsterte zu ihr hinauf: „Wie sind wir eigentlich mit denen Verwand?“ Meine Frage klang durch aus flapsiger als sie sollte. Wir waren immer irgendwie mit irgendwem Verwand. Und wenn es über drei Generationen und einem Holzstock passierte. Der lange dicke Mantel von meiner Mutter schwang rhythmisch hin und her. Mein Vater hatte sich für einen schweren Mantel entschieden, der zum Teil mit Pelz besetzt war. Kurz: Man konnte uns ansehen, dass wir reich waren. „Durch deinen Vater Schatz.“ „Haben Sie Kinder?“ Sie nickte. „Allerdings sind sie älter als du.“ Ich seufzte. Ich sah mich schon auf einer langweiligen Party, nur mit Erwachsenen. Dort konnte und durfte ich nicht mitreden. Ich würde mir wohl nachher einfach einen gemütlichen Platz suchen, etwas essen und warten. Das große Eisentor schwang auf als wir näher traten und im Innenhof, vor dem großen Eingangsportal, stand ein Brunnen. Dieser wirkte allerdings traurig gebrochen, da er nicht an war und das Wasser im Becken gefroren war. Alles hier wirkte etwas knöchrig und traurig. Auch das dunkle Haus. Mein Vater klopfte drei Mal selbstbewusst und laut an der Tür. Die Tür schwang auf, eine warme Wolke presste sich uns entgegen und eine Hauselfe beugte sich zur Begrüßung zu uns runter. „Meister Hastings, ich wünsche einen angenehmen Abend. Es sind alle im Saloon.“ Wir traten ein und die piepsige Elfe trat an die Seite des Flurs und schob sich ehrwürdig an die Wand, so als könnte sie gar nicht genug Platz machen. Der Flur war Nass und warme Feuchtigkeit stieg mir in die Nase. Anscheinend von den ganzen Menschen mit schneebedeckten Schuhen. Auch wir klopften uns den Schnee ab, der nach Sekunden zwischen den Dielen verschwand. „Ihre Mäntel Sir.“ Die kleine Hauselfe streckte ihre kaputten knochigen Hände uns entgegen und mein Vater warf ohne eine Antwort den Mantel auf sie drauf. „Nicht dreckig machen!“ Mit diesen Worten rauschte er los in den Saloon. Meine Mutter tat das Gleiche, wenn auch etwas zaghafter und folgte ihrem Mann. Nur ich stand noch da. Ich schaute den Haufen an. Er bewegte sich mühselig auf und ab, als versuchte die Elfe zwischen dem nassen Leder zu atmen. Sicherlich stand ich ein paar Minuten so da. Aus dem Mantelhaufen drang eine gedämpfte piepsige Stimme: „Ihren Mantel Herrin.“ Vorsichtig zog ich ihn aus und lag ihn zaghaft auf die Spitze. Dann verschwand die Elfe augenblicklich samt Mantelberg. Ich starrte noch etwas den Fleck an, auf dem sie stand. „Habt ihr etwa keine Hauselfe?“ Ich zuckte zusammen, folgte der rauen Stimme und schaute in Sirius Gesicht.. Moment. Das war nicht Sirius. Er war viel zu klein für Sirius. An einer großen Doppeltür lehnte sich ein Junge an. Er hatte schwarzes längeres Haar – wie Sirius, graue Augen – wie Sirius und auch eine ähnliche Mimik. Aber seine Gesichtszüge waren weicher und er erschien mir etwas Jünger. „Also?“ Er legte den Kopf schief und starrte mich an. „Äh achso. Doch wir haben eine Hauselfe.“ Er stieß sich von der Tür ab. „Wäre auch komisch wenn nicht. Unsere ist etwas unwirsch und meckert oft, aber ist allgemein ziemlich treu.“ Er lächelte und streckte mir seine Hand entgegen: „Ich glaube wir kennen uns noch nicht. Mein Name ist Black, Regulus Black.“ Er stand grade und hatte ziemlich gute Manieren, wie ich fand. Auch wenn diese Blacks überall zu sein schienen. Ich schüttelte ihm trotzdem die Hand und antwortete schnell: „Bellatrix Hastings.“ Er lächelte wieder. Ein charmantes Lächeln. Ein breites Lächeln. Es erinnerte mich an Sirius, aber zugleich war es auch ganz anders. „Du heißt wie meine Cousine. Es scheint so als gehen den Menschen hier die Namen aus.“ Dieser Satz machte mich stutzig. Ich schaute ihn verwirrt an. „Kennst du sie?“ Er schaute mich mit großen Augen an. Ich schüttelte nur leicht den Kopf. „Was hat dir dann die Sprache verschlagen?“ Er grinste mich freundlich an. Ich überlegte kurz und hoffte alles richtig kombiniert zu haben. Celeste würde mich auslachen – sie erkannte immer alles sofort. Aber mir konnte man es unter die Nase reiben und ich erkannte den Zusammenhang trotzdem nicht. „Du bist so anders als dein Bruder.“ Ich schaute ihn etwas skeptisch an. Ich wusste nicht ob er sein Bruder war, schließlich hatte ich ihn noch nie gesehen, geschweige denn wusste ich wie sein Bruder heißt. Aber auf der anderen Seite. Er sah ihm ähnlich.. sehr ähnlich. Die Tatsache, dass Regulus das Lächeln aus dem Gesicht fiel, war zu dem Bestätigung genug. „Zum Glück.“ antwortete er spöttisch. „Woher kennst du ihn? Geht ihr in ein Haus?“ Er kniff die Augen zusammen, funkelte böse und verschränkte schützend die Arme. Sein Gesicht war ernst geworden und die Beleuchtung an den Wänden ließen tiefe Schatten auf ihn fallen. Ich schüttelte den Kopf. „Zum Glück nicht. Er ist in meinem Jahrgang, aber er hasst mich und ich ihn.“ Seine Miene lockerte sich. „Ist er hier?“ Regulus nickte. „Mutter zwang ihn mitzukommen. Es würde ihm vermutlich gut tun und ihn vielleicht mal wachrütteln. Wenn du mich fragst, ist da alle Hoffnung verloren. Ich meine er ist in Gryffendor.“ Er zuckte mit den Achseln und lachte kurz auf. Ich sah etwas zerknirscht zu Boden. 'Das konnte ja heiter werden. Ich wollte ihn nicht sehen. Kann ich nicht mal hier meine Ruhe haben?' „Alles okay?“ Regulus kam einen Schritt näher und versuchte in mein Gesicht zu schauen. „Ich habe nur keine Lust auf deinen Bruder. Er nervt.“ Er nickte verständnisvoll. „Kann ich verstehen. Ich beschütz dich vor ihm.“ Dann nahm er meine Hand und zog mich in den Saloon. Wir saßen schon eine Weile auf ein paar gepolsterten Hockern. Und so wie sein Bruder kein Gentleman war, war Regulus einer in höchster Perfektion. Er brachte mir zutrinken wenn ich durstig wurde und er hatte uns ein paar Kürbispasteten geholt. Also saßen wir da und aßen. „In welchem Haus bist du?“ Ich schaute auf. „Slytherin.“ Sein Grinsen wurde breit und verträumt. „Da werde ich auch hingehen. Wie ist es da so?“ „Eigentlich ganz nett. Die Ravenclaws sind Streber. Die Hufflepuffs erinnern mich immer an Hunde, die einem treu hinterher laufen und die Gryffendors..“ Ich stockte kurz und dachte über die Vier nach, die ich kennen gelernt hatte. „..sind größtenteils ziemlich aufgeblasen.“ Regulus nickte entschlossen „Und deswegen geh ich nach Slytherin.“ Irgendwie erinnerte mich er ein bisschen an eine umgekehrte Version von Sirius. Im Zug hatte er ähnlich über Gryffendor gesprochen. „Du könntest mir dann die Schule und alles zeigen.“ Ich nickte freundlich. „Mach ich. Wann kommst du nach Hogwarts?“ Seine Antwort war schnell, so als würde er jede Sekunde abwarten endlich dort hin zu können. „Nächstes Jahr.“ Ich überlegte. „Bist du nicht 2 Jahre älter als Sirius? Du hattest ebenso was gesagt bevor du was zutrinken geholt hast.“ „Fast. Es sind mehr so 1 œ. Er hat im Winter Geburtstag und wurde deswegen dieses Jahr eingeschult. Hätte er vor September Geburtstag gehabt, wäre er schon letztes Jahr eingeschult worden. Ich hab aber vor September Geburtstag und werde deswegen jetzt in den nächsten Jahrgang eingeschult.“ „Ah ich verstehe.“ „Seit wann interessierst du dich denn so für mich, Prinzessin?“ Sirius stand neben uns an dem Buffet und schaufelte sich etwas zu Essen auf den Teller. „War ja klar, dass du mal wieder nur das mitbekommst. Außerdem ging es um deinen Bruder.“ Giftete ich zurück. „Ich weiß schließlich, wenn man über mich redet.“ Er grinste charmant in unsere Richtung und zwinkerte mich an. „Hau ab Sirius!“ Zischte Regulus und hob bedrohlich seine Kuchengabel und zeigte in seine Richtung. „Keine Angst Bruderherz, ich nehm' dir deine Freundin schon nicht weg. Hastings ist sowieso langweilig und doof.“ In seiner Stimme lag ein abfälliger und trotziger Ton. Ich rollte die Augen – sehr erwachsen. „Dann hat ja unsere Prinzessin immerhin ihren kleinen Prinzen gefunden.“ Er wuschelte im Vorbeigehen durch meine Haare und verschwand in dem Menschenhaufen. Ich seufzte genervt. „Tut mir Leid.“ Regulus schaute mitleidig in meine kaputte Frisur. „Schon okay. So was muss ich schon die ganze Zeit durch machen.“ Ich versuchte alle losen Strähnen wieder an ihren Platz zu stopfen. Mein Sitznachbar hob die Hand und reichte mir den kleinen Finger. „Ich verspreche dich von ihm zu beschützen, wenn ich in Hogwarts bin.“ Ich lächelte und hakte mich mit meinem kleinen Finger ein und nickte. „Okay.“ Auch wenn mir irgendwo klar war, dass es vermutlich niemanden gab, der Sirius Black von dem abhielt was er so tut. Remus biss da auch schon auf Granit. Vielleicht hatte ich auch Glück und er ließ mich in Ruhe. Das würde sich ja erst nächstes Jahr zeigen.

    11
    Es war Beginn des vierten Schuljahrs. Die vier Gryffendors waren im zweiten Schuljahr ungewöhnlich ruhig und sahen immer alle gleichzeitig Müde aus. Ziemlich verdächtig eben. So war ich zumindest größtenteils vor ihren Streichen sicher und auch Severus konnte ein bisschen verschnaufen. Regulus war tatsächlich nach Slytherin gekommen und ich hatte mich gut mit ihm angefreundet. Auch mit Flora und Josephine kam ich besser klar und nun waren wir meist zu viert anzutreffen, zusammen mit Celeste. Ich hatte schon einen Lichtblick gesehen, dass man uns für die restlichen Schuljahre in Ruhe lassen würde, allerdings war seit dem dritten Schuljahr wieder alles beim Alten. Streiche, gehässige Sprüche, Flüche und Rivalität stand an der Tagesordnung. Ich versuchte dem so gut es ging auszuweichen, was aber nicht immer mit Erfolg gekrönt war. Wir saßen zusammen an unseren immer gleichen Plätzen in der großen Halle beim Frühstück. Celeste saß mir gegenüber, daneben Flora und neben mir Josephine. Es war Freitag. „Ich fass es kaum, Black hat schon wieder eine am Haken.“ Josi – wie wir sie nannten - lunzte zwischen Flora und Celeste hindurch und beobachtete wie der schwarzhaarige Gryffendor den Arm um ein Mädchen an seinem Tisch lag und diese freundlich anlachte. Diese wurde rot und fing wild an zu kichern. „Wenn der so weiter macht, ist er bald durch mit allen.“ Flora blickte bei ihrem Kommentar nicht von ihrem Teller auf und schmierte sich das gefühlte fünfte Brötchen. „Apropos am Haken – wie verlief dein Date?“ Celeste schmunzelte zu mir rüber. Es war Samstag Morgens und ich hatte mich gestern Abend mit dem Treiber Brian Bletchly aus der Slytherinmannschaft in Hogsmeade getroffen. Er sülzte mich immer schon beim Training zu, seit dem ich als Jägerin dort angefangen hatte. Ich seufzte Celeste genervt an. „Es war furchtbar. Er ist nicht besonders helle und furchtbar ignorant.“ Ich verzog eine Miene und stocherte in meinem Speck rum. „Ich hab ihm den ganzen Abend versucht klar zu machen, dass das nichts wird zwischen uns. Aber entweder er war fürchterlich hartnäckig oder dümmer als ich eigentlich dachte.“ Josi fing an zu kichern. „Hat er es wenigstens verstanden?“ Ich schaute auf und blickte zu den Siebtklässlern, wo mich sofort ein strafender Blick vom Treiber Bletchly traf. „Ich glaube ja. Zum Glück ist er nächstes Jahr eh weg.“ Celeste lächelte breit. „Dann musst du ja nur noch gefühlte hundert andere los werden.“ Ich rollte nur mit den Augen. Meine Popularität war wirklich gestiegen seit dem ich letztes Jahr in die Mannschaft eingestiegen bin, aber ich wünschte eher es wäre nicht so gewesen. Dann setzte meine beste Freundin wieder ihr verschmitztes Lächeln auf und winkte mich etwas an sich heran. Wir beide beugten uns über den Tisch und sie flüsterte möglichst leise: „Guck nicht direkt hin, aber Regulus schaut dich auch schon wieder die ganze Zeit an. Ich wette er steht auch auf dich.“ Mit einem Grinsen lies sie sich wieder auf ihren Platz zurück fallen und fing an zu kichern. „Finden wir es heraus.“ Lachte ich sie an. Dann zog ich einen süßen Schmollmund und schaute in Regulus Richtung. Dieser hatte meinen Blickkontakt sofort eingefangen, verschluckte sich am Kürbissaft, wurde rot, fing an laut zu husten und zog einige Aufmerksamkeit auf sich. Sein Sitznachbar klopfte ihm kameradschaftlich auf den Rücken. Celeste nickte mir bestätigend zu: „Bestätigt.“ Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, wurde aber relativ schnell wieder ernst. „Ich glaube aber nicht dass das so eine gute Idee wäre. Zumal er ein guter Freund ist.“ Ich hatte mich seit dem zweiten Schuljahr eigentlich sehr gut mit ihm verstanden und er schirmte mich tatsächlich etwas von seinem Bruder ab. Und da wir in der Hausmannschaft zusammen spielten, er als Sucher und ich als Jägerin, hatten wir relativ viel zu tun miteinander. Irgendwann fing ich an ihm bei den Hausaufgaben zu helfen und wir lernten zusammen. Celeste hob tadelnd ihren Finger: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Ich hob etwas fragend die Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Ach hör doch auf.“ Meine Freundinnen hatten sich allerdings an dem Thema festgebissen und kamen erst richtig in Fahrt. Josie sog tief Luft ein und begann mit einer ausführlichen Pro und Contra Liste. „Mag ja sein, dass ihr gut befreundet seid und er ein bisschen jünger ist, aber dafür sieht er drei Mal so alt aus wie teilweise Jungs bei uns aus der Stufe. Außerdem verkörpert er das gute Aussehen, was auch sein Bruder abgegriffen hat mit etwas mehr Köpfchen.“ Sie zeigte zum Gryffendortisch und Flora und Celeste drehten sich mit zu ihnen um. Zu sehen war Black, wie er etwas Müsli auf seinen Löffel schaufelte, auf dem noch etwas wie Joghurt klebte, und ihn wie ein Katapult Richtung Potter abfeuerte. Dieser duckte sich und es traf Remus im Gesicht. Dieser zuckte genervt zusammen, aber fing dann relativ schnell an zu grinsen, während Black und Potter sich ein Highfive gaben. „Ich denke dazu muss ich nichts weiter sagen.“ Setzte Josi weiter fort. „Regulus ist eindeutig die gebildete Version der Beiden. Zudem ist er schlau und höflich und fleißig was Schule und Sport angeht.“ Ihre Stimmte senkte sich und es klang als hätte sie die Beweisführung abgeschlossen. Sie schien jedenfalls sichtlich zufrieden mit sich. Ich konnte dazu nur das Gesicht verziehen. In vielen Situationen sah er seinem Bruder allerdings auch sehr ähnlich, was mich immer noch verwirrte und aus dem Konzept brachte. Ich schaute kurz zu Regulus rüber, der immer noch peinlich berührt in seinen Saft starrte. „Oder du schnappst dir Lupin, auf den hast du doch schon immer gestanden.“ Celeste zwickte mich in den Arm und ich schaute sie nur an und äffte sie nach. Seit der ersten Klasse ritt sie darauf rum, obwohl es nicht mal wahr war. „Du weißt dass das nicht stimmt. Hör endlich auf damit.“ Sie hob nur abwehrend die Hände und fing an zu lachen. „War ja auch nur Spass.“ Flora, die das halbe Brötchen noch im Mund hatte, setzte dämpfend auch noch etwas nach: „Außerdem hab ich gehört, dass Lupin keine an sich ran lässt. Black soll schon mit etlichen Verkupplungsversuchen gescheitert sein. Ich glaube er steht ja im Geheimen auf jemand besonderen.“ Zeitgleich schauten alle drei mich an. Ich zog die Augenbrauen böse zusammen. „Nein. Niemals. Hört endlich auf damit. Was soll ich machen dass ihr aufhört?“ Ich verzog mein Gesicht und seufzte laut auf. Meine beste Freundin rieb sich gespielt nachdenklich das Kinn. „Ich wette Regulus würde sich freuen, wenn du ihn fragst ob er mit nach Hogsmeade will heute.“ Ich sank in meine Arme zusammen und stöhnte vor mich hin. „Könnt ihr mich nicht mal mit Kerlen in Ruhe lassen?“ Drang es gedämpft aus meinem Pulli hervor. „Ist ja nicht so als würden die sich nicht eh schon aufzwängen.“ Meine Freundinnen lachten. „Na gut, aber nur noch dieses eine Mal.“ Ich spürte wie Celeste mir den Kopf tätschelte und ich schob ihn aus meinen verschränkten Armen hervor. Vor mir hatte sie ihren Kopf auf den Tisch gelegt und ihre meerblauen Augen schauten mich an, während ihre goldenen Haarsträhnen über den Tisch glitten. „Wie wär's, wenn wir heute etwas jungsfreies machen?“ Ich fing wieder an freudig zu grinsen. „Das wäre wundervoll Celeste.“ Sie klatschte enthusiastisch in die Hände. „Dann wäre das beschlossen.“ Es war einer dieser letzten warmen Herbsttage und die meisten Schüler waren schon auf nach Hogsmeade oder sonst wo hin. Wir waren auf dem Weg in den Innenhof als uns Potter und Black lachend entgegen kamen. „Ich frag mich wer jetzt schon wieder das Opfer wurde.“ Flüsterte Josie mir ins Ohr. Grade als wir fast an ihnen vorbei waren, wurde diese Frage quasi beantwortet. Black drehte sich im Gehen kichernd zu uns um: „Ach übrigens, Hastings, ich glaube dein Traumprinz und sein Hofnarr brauchen etwas Hilfe von dir, Prinzesschen.“ Dann klatschte er bei Potter ein und ging seinen Tätigkeiten nach. Ich stand etwas verwirrt in der Eingangshalle und schaute in meine Mädchenrunde: „Hofnarr..?“ Sie zuckten nur mit den Schultern. Draußen angekommen war aber klar was gemeint war. Sie hatten Severus, der bekanntlich bevorzugt Schwarz trug, seine Klamotten in allen möglichen bunten Farben und Mustern verhext. Dieser versuchte grade Regulus von einer Statue zu bekommen. Sirius hatte sein Hosenbein mit einem Klebefluch an ein Schild von einer ziemlich großen Statue verzaubert und er hing hilflos Kopfüber hinab und zappelte vor sich hin. Severus fluchte immer wieder vor sich her und kein Zauber schien zu helfen – weder bei ihm noch bei Regulus. „Warte ich mach das schon.“ Ich zog meinen Zauberstab und tippte Severus Sachen damit an. Diese nahmen innerhalb Minuten wieder ihren ausgewaschenen Schwarzton an. „Warum ging es bei dir?“ Schnarrte er mir entgegen. „Wäre nicht das erste Mal, dass ich den Zauber lösen musste.“ Tatsächlich musste ich schon sehr oft meine Robe wieder entfärben und hatte den Gegenzauber mittlerweile einigermaßen drauf. „Hilf mir lieber Regulus runterzubekommen.“ Dieser zappelte immer noch vor sich hin, sein Kopf war bereits rot angelaufen und seine Haare fielen ihm so ins Gesicht, dass er kaum etwas mitbekam. Er versuchte sie immer wieder weg zu pusten aber es half nichts. „Hast du dafür nicht auch einen Gegenzauber parat Hastings?“ Spottete Severus entnervt. Ich stöhnte auf. „Leider nein. Er hat einen wirklich hartnäckigen Klebefluch drauf. Ich glaube da hilft nur reißen.“ „Reißen!“ Regulus Stimme schien schockiert. Josie kicherte unüberhörbar. „Ich befürchte eine Hose musst du opfern.“ „Aber..“ Schon wurde er von Severus unterbrochen: „Und wie willst du das anstellen Hastings?“ Er verschränkte die Arme, legte den Kopf schief und musterte Regulus, der zappelnd und Wiederworte gebend an der Statue hing. „Ich schlage vor wir hängen uns dran bis das Hosenbein reißt.“ Die anderen nickten. So klammerten wir uns nacheinander an den meckernden Regulus fest, fingen ein bisschen an zu wippen und relativ schnell lagen alle auf dem Boden und es blieb ein Stück des Hosenbeines an der Statue zurück. Während der Haufen Slytherins versuchte sich zu entknoten, drang ein Lachen aus dem Fenster des zweiten Stocks und dann ein Klatschen. „Wundervolle Vorstellung.“ Black und Potter hatten sich weit aus dem Fenster gelehnt und klatschten. Im zweiten Fenster standen Pettigrew und Remus. Während der kleine dickliche Junge erheitert Lachte und Klaschte, warf mir Remus nur einen Blick á la „Ich-hätte-dich-gewarnt-wenn-ich-was-gewusst-hätte “-Blick zu. Noch bevor ich reagieren konnte, griffelte Regulus nach seinem Zauberstab und stand auf den Beinen: „Du bist so eine furchtbare Person Sirius Orion Black! Kein Wunder dass du ein Blutsverräter bist.“ Er ließ einen grellen Blitz los, denen Potter und sein Bruder geschickt ausgewichen waren. Auch Pettigrew und Remus hatten sich vorsichtshalber hinter die Wand geworfen und mieden das Fenster. Direkt danach war im Fenster die schwarze Mähne von Sirius wieder zu erkennen: „Wenigstens bin ich kein schmieriger Arschkriecher, der unser Familienmotto allzu ernst nimmt.“ Wieder ein greller Blitz, diesmal von Sirius. Ich zog Regulus hinter die Statue aus der Schussbahn. Severus hatte den Anstand sich selbst zu retten, Josie wurde von Flora hinter den Brunnen gezogen und zurück blieb Celeste, die mitten in der Schussbahn verharrte und geschockt ihrem Schicksal entgegen schaute. Sie flog einige Meter zurück auf ihren Po und begann zu würgen. „Oh nein!“ rief ich ihr entgegen als die erste Schnecke aus ihrem Mund kullerte und eilig davon kroch. Man hörte Lachen und ein „Das habt ihr davon.“ während die Gryffendorclique sich entfernte. „Bleib stehen Sirius!“ Rief sein Bruder ihm entgegen und als er los rennen wollte schaute er zu uns zu Boden, wo alle Mädchen um Celeste saßen und sie versuchten zu trösten. Er grummelte vor sich hin, schien etwas im Zwiespalt zu sein, rief dann aber „Das bekommst du noch wieder!“ und kniete sich zu uns. Celeste hatte Tränen in den Augen und konnte die Schnecken nicht aufhalten, so sehr sie es versuchte. „Eventuell solltet ihr sie in den Krankenflügel bringen.“ ertönte Severus kühle Stimme. Meine beste Freundin hatte immer wieder angefangen etwas sagen zu wollen, schluchzte dann aber auf und würgte eine weitere Schnecke in ihren Schoß. „Ich schlage vor, wir sagen einem Lehrer in der Zeit bescheid.“ Flora zeigte mit der einen Hand auf Josie und sich und streichelte mit der anderen Hand vorsichtig über Celeste Arm. „Dann geht ihr Drei mit ihr zum Krankenflügel.“ Ich nickte und zog sie auf die Beine rauf, während das andere Team bereits los gelaufen war um Slughorn zu suchen. Severus und Regulus stützten Celeste, so dass sie mit den Füßen kaum noch den Boden berührte und eher hinter her gezogen wurde. Ich konnte nicht anders als immer wieder um sie zu springen und ihr irgendetwas nettes und aufmunterndes zu sagen. Es dauerte seine Zeit bis wir den Krankenflügel erreichten, da wir alle paar Meter anhalten mussten damit sie noch eins dieser kleinen Tierchen hochwürgen konnte. Ich hatte sicher in der Zeit ein duzend neugierige Schüler angemault und aufgefordert zu verschwinden, sonst würden sie auch so enden. Ich war froh als sie dann endlich im Krankenflügel war und versorgt wurde. Ich ließ mich auf eine Bank nieder die vor dem Flügel stand und mein Kopf glitt in meine Hände. 'So viel zu jungsfreiem Tag' dachte ich mir. Regulus ließ sich neben mich sinken und sein Kopf fiel in den Nacken. „Das tut mir alles so wahnsinnig Leid Bea. Das hat deine Freundin nicht verdient.“ entschuldigte er sich. „Schon okay.“ murmelte ich in meine Hände. Severus räusperte sich. „Da das ja jetzt geklärt wäre, ich persönlich würde gerne in den Gemeinschaftsraum zurück bevor ich Black und Potter noch einmal in die Arme laufe.“ Ich nickte nur kurz, stand aber nicht auf. „Geh ruhig schon mal vor.“ ließ Regulus erschöpft von sich los. Severus zuckte nur mit den Schultern: „Wie ihr wollt.“ und zog ab. Noch eine ganze Weile saßen wir auf der Bank vor dem Krankenflügel und redeten kein Wort. Ich mit dem Köpf in den Händen und Regulus mit seinem im Nacken. „Du bist sicherlich sauer.“ hauchte es fast Klanglos von ihm. Ich schüttelte nur den Kopf. „Du kannst ja nichts dafür.“ Daraufhin verzog er den Mund. „Naja, doch schon. Ich könnte jedenfalls verstehen wenn du sauer wärst.“ Wieder schüttelte ich den Kopf und seufzte. „Ich bin wirklich nicht sauer Regulus.“ Ich erhob meinen Kopf, faltete die Hände flach zusammen und schob sie zwischen meine Knie. Dann seufzte ich wieder. „Es ist nur.. ich wollte eigentlich einen jungsfreien Tag heute haben. Das hat so gar nicht geklappt.“ Ich merkte wie Regulus im Augenwinkel breit anfing zu grinsen und sich die Hände in die Hosentaschen schob. „Tut mir Leid, dass das nicht geklappt hat und ich das kaputt gemacht habe. Vielleicht kann ich das ja wieder gut machen?“ Ich zog eine Schnute und dachte nach. „Wenn du dich nicht grade spontan in ein Mädchen verwandeln kannst und mit mir nach Hogsmeade gehst, wohl eher nicht.“ Er fing an zu lachen. „Das erste vielleicht nicht, aber ich kann trotzdem mit dir nach Hogsmeade gehen. Vielleicht laufen wir ja auch meinem dämlichen Bruder über den Weg und könnten es ihm heimzahlen?“ Mit diesen Worten stand er auf und hielt mir eine Hand hin. Ich überlegte kurz und griff zögerlich danach. Ich hatte sowieso nichts zu tun und Josie und Flora waren bis jetzt auch noch nicht beim Krankenflügel aufgekreuzt.. warum also nicht?

Kommentare (11)

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Zissy (53922)
vor 472 Tagen
Bitte weiter schreiben.
Echt coole Geschichte
Laylay (37610)
vor 564 Tagen
Coole Geschichte :-)
Schreib bitte bald weiter, oder wenn du eine Fortsetzung hast, wie heißt die???
Bella Lestrange (13869)
vor 676 Tagen
Die Geschichte ist echt toll, vor allem geffällt kann man sich nicht so leicht ausmalen, wer mit ihr zusammen kommt, Regulus, Remus, Severus, oder grade weil er so gemein ist vielleicht Sirius. Nach mal:coole Story und schreib unbedingt weiter!=)
Alles Liebe: Deine Bella! ;-)
Annabeth (77104)
vor 884 Tagen
Wie heisst deine Fortsetzung?
Annabeth (77104)
vor 884 Tagen
Wahnsinnig tolle Geschichte. Ich liebe sie.
Gynni12 (15068)
vor 891 Tagen
Die Geschichte ist echt cool nur ich hab nichts gegen
Sirius und James
Harry James Potter (68231)
vor 936 Tagen
Ausmaß: Beeindruckend.
Schreibstil: Phänomenal!
Story: Überwältigend!!!
Weiter so :-D
cathy (86773)
vor 938 Tagen
Die story ist super schreib bitte weiter ;-)
MissKiwiGurke (95007)
vor 950 Tagen
Danke. :)
Ich bemüh mich recht flott weiter zu schreiben. Wie es die Zeit eben zulässt.
Auriga (01179)
vor 952 Tagen
YEAH Rumtreiberzeit ist beschte!!! Hihi^^
Unbedingt weiter schreiben... sonst...sonst...äh,
muss ich mir noch mal überlen was ich mit dir mache
wenn du nicht weiter schreibst! XD
Aber stell dich drauf ein das es was fieses seien wird^^
Love ireland (04789)
vor 952 Tagen
Hey,
toller Schreibstil! Die Geschichte entwickelt sich zwar erst langsam, aber man hat wirklich das Gefühl, dass die Personen Charakter haben. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil ! =)