Die Halbelbe (2)

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1 Kapitel - 1.098 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2014-12-10 - Entwickelt am: - 1.413 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Schrecken, Lachen und die erste Begegnung...

1
Ich schrie… dann fuhr ich herum und erkannte… Aragorn! „Was soll das? Seid Ihr verrückt, mich so zu erschrecken, Vater?“ Grinsend kam er näher. „Glaubtest du wirklich, ich würde es nicht bemerken, wenn du mir folgen würdest?“ Trotzig verschränkte ich meine Arme vor der Brust. „Ich war vorsichtig. Und leise.“ Er nickte zustimmend. „Du bist gut Élinna. Aber ich habe vermutet, dass du mir nachkommst. Deshalb habe ich doppelt so gut aufgepasst.“ Ungläubig sah ich ihn an. „Woher wusstet Ihr das?“ Verschmitzt antwortete er: „Ich hätte genau dasselbe getan.“ Da fing ich an zu lachen. „Das heißt, Ihr seid mir nicht böse?“ Er schüttelte den Kopf. „Aber deine Mutter wird es sein. Aber ich kann dich leider (bei diesem Wort grinste er breit) nicht alleine zurückschicken. Deshalb musst du wohl mit mir kommen.“ Ich jubelte laut. Da zog mein Vater sein Schwert und richtete es auf mich. Völlig perplex stand ich da. „Na los, worauf wartest du? Du musst dich verteidigen können, Tochter!“ Ich lachte auf. Genau das hatte ich mir immer gewünscht. Dass Vater mit mir trainierte. Ich griff zu meinem Schwert und zog es. Unsere Klingen tanzten elegant, doch nach kurzer Zeit lag mein Schwert am Boden. Immer wieder hob ich es auf und immer wieder entwaffnete mich Aragorn nach wenigen Minuten, bis ich frustriert und schwer keuchend aufgab.
Aber auch Vater keuchte. Er war nicht mehr so jung wie früher. „Élinna, ich bin begeistert. Du hast ein natürliches Talent.“ Ich streckte ihm die Zunge raus. „Und warum habt Ihr es dann dauernd geschafft mich zu entwaffnen?“ gab ich trocken von mir. „Du vergisst, dass ich jahrelange Erfahrung habe und dir an Masse und Kraft überlegen bin. Das musst du durch Schnelligkeit und Geschicklichkeit ausgleichen. Aber das lernst du schon noch.“ Diese Worte machten mich dann doch stolz. Bald wanderten wir weiter, um früh anzukommen. Unterwegs erzählte mir Aragorn, wie sehr es ihn störte, der König zu sein und so eine große Verantwortung zu tragen. Das konnte ich nur zu gut verstehen. Und so begann ich, ihm über mein Leben innerhalb der Schlossmauern zu erzählen. Nebenbei stellte ich fest, dass wir uns beinahe gar nicht kannten, da er immer unterwegs war.
„Nun, wie Ihr ja wisst, durfte ich die Stadt nie verlassen. Mutter hatte immer Angst, dass ich entführt werden könnte oder so. Immer nötigte sie mir Stickarbeiten auf und gab mir Benimmunterricht. Ich liebe Mutter, aber ich möchte frei sein, Vater, versteht Ihr? Das habe ich von Euch geerbt und ich will nicht alt und grau werden, ohne je das wahre Leben kennengelernt zu haben.“ Vater nickte mitfühlend. „Ich fürchte, das ist keine gute Zeit, um dir zu sagen, dass sich deine Mutter wünscht, dass du Prinz Legolas aus dem Düsterwald heiratest.“ Erschrocken sah ich ihn an. „Ich möchte keinen völlig Fremden heiraten! Ich möchte jemanden, mit dem ich glücklich werde!“ Vater seufzte. „Du kennst ihn aus den Erzählungen. Er war mein Kamerad im Ringkrieg und ist ein tapferer Mann.“ Ich schnaubte. „Legolas ist um Jahre älter als ich. Und ich habe ihn nie zuvor getroffen!“ Ich wurde panisch. Ich möchte keine Zwangsehe! „Élinna, meines Wissens verweilt Legolas zurzeit in Bruchtal. Wenn wir Glück haben, treffen wir ihn dort an.“ Überrascht sah ich auf. Plötzlich war ich ziemlich neugierig und konnte unsere Ankunft kaum erwarten.
Nach einigen Tagen kamen wir endlich an. Wir sprachen mit Elladan, der nun, nach Elronds Reise zu den unsterblichen Landen, Herr von Bruchtal war. Ein Diener führte mich in Arwens altes Zimmer. Neugierig sah ich mich um. Hier hatte also meine Mutter gewohnt. Im Schrank hingen sogar noch Kleider von ihr. Doch ich hatte mich an die Hose so gewöhnt, dass ich nur die Tunika gegen eine schöne, saubere weiße Bluse tauschte. Ich kämmte meine Haare nach hinten und flocht sie zu einem Zopf. Dann wusch ich mir kurz das Gesicht und war fertig. Ich ging zum Abendessen. Und Legolas war da! Er war wunderschön, noch schöner, als ihn die Geschichten beschrieben. Sein Blick hielt mich gefangen. Und doch schien er Kälte auszustrahlen. Ich setzte mich neben ihn. Köstliches Essen wurde aufgetragen, obwohl mir auffiel, dass sie kein Fleisch servierten. Legolas richtete das Wort an mich. „My Lady Élinna, es ist mir eine Ehre, Euch endlich kennen zu lernen.“ Er neigte den Kopf. Zweifellos wusste er von unserer bevorstehenden (noch nicht fixen!) Verlobung. „My Lord Legolas, wie schön, Euch endlich zu treffen.“ Ich ahmte seinen gestelzten Tonfall nach. Irgendwie mochte ich seine Ausdrucksweise nicht. Plötzlich musste ich an Tim denken, der eine ziemlich ungehobelte Sprache benutzte. Ich schob den Gedanken zur Seite. Während des Essens unterhielt ich mich mit Legolas. Er sprach vom Waldlandreich, dass er der Prinz sei (als ob ich das nicht wüsste) und wie toll die Elben doch waren. Er wurde mir immer unsympathischer. Er war unheimlich arrogant. Doch als wir nachher in den Garten spazieren gingen, wurde er viel netter. Er fragte mich nach meiner Familie und was ich gerne machte. Vielleicht benahm er sich nur in Gruppen so, immerhin hatte ich von dem Stolz der Elben gehört. „Ihr seid eine wahre Dame, Élinna. Und doch wäre es mir lieber, Ihr würdet ein Kleid tragen. Es ziemt sich nicht für Euch, in diesen groben, dreckigen Hosen zu zeigen.“ Da wurde ich sauer. Denn das war das, was ich zuhause auch immer zu hören bekam. „Es interessiert mich nicht, was Ihr denkt. Ich bevorzuge es, Hosen zu tragen, und wie es scheint hat niemand außer Euch ein Problem damit!“ gab ich schnippisch zurück. Er lachte bloß. Dann verschwand Richtung Haus.
Im Bett verglich ich ihn mit Tim. Legolas war ein Prinz, Tim nur ein einfacher Stallbursche. Aber Tim war so alt wie ich, 17, und Legolas lebte scheinbar schon ewig. Er machte mich wütend mit seiner arroganten Art, aber mit Tim konnte ich lachen und glücklich sein. Über diesen Gedanken schlief ich ein.

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