Die Halbelbe

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 1.372 Wörter - Erstellt von: Louna - Aktualisiert am: 2014-12-10 - Entwickelt am: - 1.655 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die weiße Stadt, Freiheit und ein starker Wille...

    1
    Mein Name ist Élinna. Ich bin die Tochter von Aragorn und Arwen. Niemand weiß, was mit mir passieren wird, wenn ich älter werde. Immerhin bin ich die erste und wohl einzige Halbelbe in Mittelerde. Und so nebenbei, ich bin auch noch die Prinzessin von Minas Tirith. Ich hasse das Leben am Hof. Meine Mutter Arwen verlangt, dass ich mich wie die perfekte Dame benehme. Das will ich aber nicht. Schon als ich noch ein kleines Mädchen war, lauschte ich gerne den Erzählungen, wie mein Vater Aragorn als einfacher Waldläufer (Okay, er war Isildurs Erbe und wusste, dass er der den Thron erben würde) viele Schlachten für uns entschied. Ich bin sehr stolz auf meine Eltern. Arwen Undomiel gilt als die schönste Frau Mittelerdes und Aragorn als der mutigste Mann den man je gesehen hatte.
    Ich langweilte mich. Mit 12 Jahren hatte ich den Fechtmeister bestochen, dass er mir zu Kämpfen lernt. Heute, mit 17, bin ich sehr geschickt mit allen möglichen Waffen. Aber als Arwen darauf ankam, dass Aragorn, der eigentlich auf meiner Seite war, mir ein Schwert geschenkt hatte, nahm sie es mir weg.
    Jetzt sitze ich auf meinem Bett. Vor mir steht ein Spiegel. Ich betrachte mich darin. Ich sehe ein großes, schlankes Mädchen mit spitzen Ohren. Die struppigen, schwarzen Haare, die mir bis über die Brust gehen, habe ich von meinem Vater geerbt. Von wem ich meine Augen habe, weiß ich nicht. Sie sind von so einem leuchtenden Grün, dass ich ihnen meinen Namen verdanke. Élinna, strahlende Hoffnung.
    Ich hörte die Trompeten. Vater ist zurück! Freudig und erwartungsvoll lief ich die Stufen von meinem Zimmer in den Empfangssaal hinunter. Er stand da, stolz wie eh und je und ich warf mich in seine Arme. Obwohl ich schon beinahe erwachsen war, hob er mich mühelos hoch und drehte mich im Kreis. Ich kicherte, wie damals, als ich noch jünger war.
    Beim Abendessen trug ich ein wunderschönes grünes Kleid, das meine Augen zur Geltung brachte. Am Saum hatte es silberne Stickereien und ich trug dazu passenden Schmuck und ein silbernes Diadem. An einer riesigen Tafel saßen wir nur zu dritt, was ich für unheimliche Platzverschwendung hielt. Von Tim wusste ich nämlich, dass die Dienstboten in einem winzigen Raum zusammen aßen, und wir hatten derer viele.
    Ich hörte meinen Eltern zu. Sie redeten leise. Aragorn würde sich in wenigen Tagen auf eine Reise nach Bruchtal aufmachen. Die Abenteuerlust regte sich sofort in mir. „Vater, nehmt mich mit! Ich möchte Euch auf dieser langen und einsamen Reise begleiten!“ Aragorn blickte skeptisch. „Élinna, ich weiß dass du gerne hinaus würdest. Aber die Wälder sind kein Ort für ein junges Mädchen.“ Ich wurde zornig. „Ich bin 17 Jahre alt! Und ich kann kämpfen! Behandelt mich nicht, als wäre ich ein hilfloses Kind!“ Ich spürte, dass mein Vater kurz davor war, nachzugeben, da mischte sich Arwen ein. „Schatz, dein Vater hat Recht. Wir sind nun mal Frauen. Das wilde Leben ist nichts für uns.“ Ich könnte schreien! In diesem Moment hasste ich meine Mutter dafür, dass sie diese Absicht vertrat. „Für dich vielleicht nicht. Ich für meinen Teil möchte nicht hier drinnen verschimmeln!“ fauche ich. Dann stehe ich auf und stürme aus dem Zimmer.
    In der Nacht liege ich auf meinem Bett und kann nicht schlafen. Und da fasse ich einen Plan. In den nächsten Tagen gelingt es mir, in der Wäscherei Stück für Stück Hosen und ein schlichtes Hemd zu stibitzen. Lederstiefel besitze ich selbst. Auch vom Essen ließ ich immer einige haltbare Lebensmittel mitgehen. Das schwierigste war, an eine Waffe zu kommen. Ich besaß einen schlanken, silbernen Elbendolch, den mir meine Mutter als Schutz geschenkt hatte. Aber damit würde ich nicht weit kommen. Und da erwies sich Tim als wahrer Freund. Seine beiden Brüder waren bereits alt genug, um im Heer zu sein. Sie besaßen eine Menge Waffen und Tim gelang es tatsächlich ein Schwert und einen Bogen abzuzweigen. Ich dankte ihm mit einem Kuss auf die Wange und er wurde rot. Ich kicherte. Dann war ich fertig.
    Am nächsten Morgen würde Aragorn aufbrechen. Zu Fuß, denn obwohl er der König war, trauerte er wohl seinen freien Zeiten als Waldläufer hinterher. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Als die Kirchenglocken 3 Uhr nachts schlugen, stand ich leise auf und packte alle meine in den letzten Tagen gesammelten Sachen ein. Ich zog enge schwarze Hosen an und meine dunkelbraunen Lederstiefel. Darüber kam eine weiße Tunika mit Ledergürtel, an dem „mein“ Schwert hing. Zu guter Letzt war ich mir noch einen Umhang über und wollte meine Zimmertür öffnen. Es ging nicht. Wütend drückte ich an der Türe, vielleicht war sie kaputt. Doch da regten sich Zweifel in mir. Ich hatte Arwens misstrauischen Blick beim Abendessen nicht vergessen. Doch so leicht würde ich nicht aufgeben. Ich öffnete mein Fenster und sah hinaus. Mann, das war ja hoch! Aber ein schmaler Sims führte bis zum nächsten Dach. Von dort gab es vielleicht einen Weg nach unten.
    Ich warf mir mein Bündel über die Schulter und stieg vorsichtig hinaus. Der Sims war verdammt schmal. Verzweifelt bemüht, nicht nach unten zu sehen, schob ich mich eng an die Wand gepresst Schritt für Schritt vorwärts. Ich atmete erleichtert auf, als ich das vergleichsweise sichere Dach berührte. Und es kam besser als erhofft. Von dort konnte ich auf den Balkon springen und ich hatte Glück. Die Tür in den Palast hinein war unverschlossen. Ich schlüpfte hinein und stahl mich unbemerkt bis in den untersten Ring. Um diese Zeit war niemand mehr auf den Straßen, nur ein paar Betrunkene lagen am Boden. Doch bald würden die ersten Leute aufstehen.
    Da das Tor über Nacht verschlossen war, versteckte ich mich im Schatten des Torbogens. Dann wartete ich zitternd. Die Nacht war kalt. Doch dann, im ersten Licht des Tages, erschien Aragorn. Er war alleine und die Dienststehende Wache öffnete ihm das Tor. Im Schutz der Dunkelheit ließ ich kurze Zeit verstreichen, um so viel Abstand wie möglich zu haben. Und bevor das Tor zufiel, schlüpfte ich durch den Spalt und war draußen.
    Die nächsten Tage folgte ich Aragorn. Durch meine Elbenabstammung konnte ich mich beinahe lautlos bewegen. Und wie es schien, bemerkte er mich nicht. Als wir die Grenze nach Rohan schon überschritten hatten, machte Aragorn eine mehrtägige Rast, was ich aus der Ferne beobachtete. Was machte er? Doch darin sah ich auch eine einzigartige Chance. Was, wenn ich vor ihm in Bruchtal eintreffen würde? Ob er wohl erschrocken wäre, mich zu sehen? Außerdem gingen mir langsam die Vorräte aus. Und so überholte ich ihn und ließ in hinter mir.
    Nach Isengard kam ich in einen Wald. Ich wusste nicht, welcher es war, denn er war auf den Karten nicht aufgezeichnet gewesen. Aber ich war mir sicher, dass es nicht der Fangornwald war, denn dieser schien ruhig und friedlich. Also beschloss ich, ihn zu durchqueren. Doch in den nächsten Tagen hatte ich immer mehr das Gefühl, verfolgt zu werden. Ich wurde unruhig und traute mich kaum mehr zu schlafen. Am 5. Tag wurde das Gefühl ganz stark. Links von mir knackste ein Ast und ich wirbelte herum, den Bogen schussbereit. Da ertönte hinter mir eine spöttische Stimme. „Na, wen haben wir denn da?“ Und ich schrie…

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.