Wie Legolas seine Tochter verlor

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1 Kapitel - 2.232 Wörter - Erstellt von: Fantasy girl - Aktualisiert am: 2014-12-08 - Entwickelt am: - 2.107 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Talia saß auf einem Felsen, hatte die Beine an ihren Körper herangezogen und ihren Kopf auf die Knie gelegt. Nachdenklich beobachtete sie den Sonnenuntergang. Der Felsen, auf dem sie saß, lag etwas höher als die höchsten Bäume des Düsterwaldes. Und so konnte das junge Menschen-Mädchen über den großen Wald blicken und zusehen, wie die Sonne, Stück für Stück, hinter den Baumwipfeln versank.
    Talia war im Laufe der Jahre zu einer sehr schönen Person geworden. Ihre Haare waren hellbraun und gewellt. Ihre Augen hatten einen stechenden Grünton.
    Talia liebte Sonnenuntergänge über alles. Doch was sie noch mehr liebte, war ihr Vater Legolas. Nun ja, er war nicht ihr richtiger Vater. Aber er hatte sie damals als kleines Mädchen vor dem Erfrieren gerettet. Und dafür war sie sehr dankbar.
    "Hallo, kleine Träumerin."
    Talia wurde aus ihren Gedanken gerissen und sah Legolas, der neben ihr stand.
    "Adar. Was machst du denn hier?", fragte Talia.
    Legolas setzte sich neben seine 'Tochter' und antwortete: "Ich hab dich gesucht. Und ich wusste, dass ich dich hier finden würde".
    Talia lachte und lehnte ihren Kopf an Legolas Schulter.
    "Adar?"
    "Mm?"
    "Ich hab dich lieb"
    "Ich dich auch, meine Kleine"
    "Kleine?", fragte Talia in einem gespielt beleidigten Ton und sah ihn scharf an.
    "Adar, ich werde jetzt bald 17!", sagte sie entschlossen.
    "Ja, ich weiß, manchmal vergesse ich das. Dann sehe ich immer noch das kleine Mädchen vor mir, das ich damals aus dem Schneesturm gerettet habe.", sagte Legolas.
    "Und dafür bin ich so dankbar.", murmelte Talia.

    Zwei Tage später kamen ein paar Besucher in den Düsterwald. Es waren Gandalf, der Weiße, Aragorn, Gimli und die Hobbits Merry und Pippin. Talia kannte sie alle, da sie schon öfters hier im Düsterwald zu Besuch gewesen waren. Und so warteten sie und Legolas auf ihren Besuch. Als endlich die Hörner der Wachposten erklangen, war die Freude groß. Gandalf und Aragorn, die auf großen Pferden ritten, stiegen von diesen ab. Gimli, Merry und Pippin, die nur Ponys hatten, kamen auch angeritten und sprangen auch von ihren Tieren ab.
    "Legolas, Talia. Wie schön, euch wiederzusehen!", rief Aragorn und begrüßte seine Freunde. Als endlich alle begrüßt waren, zeigte Talia ihnen ihre Zimmer. Danach aßen sie alle zusammen und erzählten sich alles, was in der letzten Zeit so passiert war.

    Am nächsten Morgen wurde Talia durch ein Klopfen geweckt. Sie murmelte etwas von "so früh am Morgen" und ging, noch etwas verschlafen, zur Tür. Als sie sie öffnete, konnte sie niemanden sehen.
    "Hey, hier unten!", rief jemand.
    Talia blickte hinunter und lächelte. Merry und Pippin standen vor ihr und verputzen gerade die letzten Reste ihres Frühstücks.
    "Guten Morgen, ihr beiden.", grüßte sie.
    "Talia, hast du nicht Lust, mit uns einen kleinen Ausflug zu machen?", fragte Pippin und sah Talia bittend an. Das Menschen-Mädchen lachte leise.
    "Typisch Hobbits. Na gut. Kommt in zehn Minuten zum großen Haupttor.", sagte sie und schloss die Tür.

    Zehn Minuten später kam Talia zu der vereinbarten Stelle. Neben ihr lief ein großes, braunes Pferd. Merry und Pippin warteten schon aufgeregt.
    "Was für ein Pferd!", staunte Pippin.
    "Wie heißt es denn?", fragte Merry.
    "Sein Name ist Cyran.", antwortete Talia und strich ihrem Hengst über den Hals.
    "Können wir los?", fragte Pippin.
    "Klar, kommt mit.", lachte Talia und stieg auf den Rücken ihres Pferdes. Merry und Pippin kletterten auf ihre Pony.
    Und dann ging es los. Talia zeigte ihnen die schönsten Orte in der Umgebung. Sie brachte die beiden Hobbits zu Wasserfällen, Flüssen, Wiesen und Höhlen. Sie verbrachten den ganzen Vormittag zusammen und hatten viel Spaß.

    Als Legolas merkte, dass nicht nur Talia, sondern auch Merry und Pippin fort waren, gab er sofort den Anderen Bescheid. Kurz darauf ritten er, Aragorn, Gandalf und Gimli los, um Talia und die Hobbits zu suchen.

    "Also an einigen Stellen ist der Düsterwald wirklich schön.", sagte Pippin gerade. Er, Merry und Talia waren auf dem Zurück zum Palast.
    "Ja, das stimmt, aber man muss sich auch in Acht nehmen.", entgegnete Talia.
    "In Acht nehmen? Vor wem denn?", fragte Merry besorgt.
    Talia wollte gerade etwas sagen, doch in diesem Moment knackte ein Zweig und etwa 30 Orks kamen aus einem Gebüsch geschossen.
    "Vor denen!", rief Talia, zog einen Pfeil aus ihrem Köcher, legte ihn an die Sehne ihres Bogens, zielte und schoss. Der erste Ork viel tot um und zwei weitere fanden ebenfalls schnell den Tod. Denn Talia verschoss ihre Pfeile in einem schnellen Tempo. Auch die beiden Hobbits zogen ihre Schwerter und stürzten sich mit Gebrüll auf die Orks.

    Der Kampf war hart. Und Talia wusste, dass sie es niemals alleine schaffen konnten, die Orks zu vernichten.
    "Merry, Pippin! Lauft!", brüllte Talia den Hobbits zu.
    "Nein, wir lassen dich nicht alleine!", schrie Merry zurück.
    "Tut, was ich sage. Los! Verschwindet!“, rief Talia und warf den Hobbits böse Blicke zu, während sie einem Ork in seine Weichteile trat. Dieser schrie schmerzhaft auf. Merry und Pippin wussten nicht so recht, was sie machen sollten. Doch da war es schon geschehen. Ein großer Ork kam aus einem Gebüsch gerannt, zog einen Dolch und mit einem Ruck steckte die Waffe in Talias Schulter.

    Die Welt schien still zu stehen. Talia stand da und konnte sich nicht rühren. Sie keuchte und versuchte, den Schmerz auszublenden. Aber es wollte nicht klappen. Und auf einmal bekam sie ein Schwindelgefühl. Sie nahm gar nicht mehr richtig wahr, wie sie auf die Knie sank und unsanft auf dem Erdboden landete.

    Merry und Pippin standen geschockt da und wussten nicht, was sie tun sollten. Die Orks lachten laut, hoben Talia grob auf und rannten davon. Die restlichen Orks kamen nun auf die Halblinge zu.
    "Merry, was jetzt?", rief Pippin in Panik.
    "Ich weiß nicht.", antwortete dieser.
    Doch in dem Moment flogen zwei Pfeile aus den Bäumen, die hinter den Halblingen standen und vernichteten zwei der Orks, die schon gefährlich nah gekommen waren. Merry und Pippin schauten sich erschrocken um. Und auf einmal kamen Legolas, Aragorn, Gandalf und Gimli angerannt. Ein weiterer Kampf entstand und es dauerte nur ein paar Minuten, bis die Orks vernichtet waren.
    Legolas sah sich besorgt um.
    "Wo ist Talia?", fragte er laut und sah die beiden Hobbits mit eiskalten blauen Augen an.
    "Wo ist sie?", wiederholte er wütend.
    "Die Orks haben sie mitgenommen.", stotterte Merry.
    "Was?", rief Legolas außer sich.
    Er stürmte zu Arod, der während des Kampfes hinter den Bäumen gestanden hatte und sprang auf den Rücken seines Schimmels.
    "Legolas, warte!", rief Pippin.
    "Was ist denn noch?", knurrte der Elbenprinz ungeduldig.
    "Talia, sie...", stotterte Pippin.
    "Was ist mit ihr?", rief Legolas besorgt und wütend zugleich.
    "Sie wurde im Kampf schwer verletzt. Sie hatte einen Dolch in ihrer Schulter.", sagte Merry leise.
    "Was? In welche Richtung?", fragte Legolas laut und in seiner Stimme lag Angst. Angst um Talia.
    Merry deutete in die Richtung, in der die Orks mit Talia verschwunden waren.
    "Ich muss sie finden. Lauf, Arod!“, rief Legolas und schon stürmte Arod davon.
    "Legolas!", rief Aragorn ihm noch hinterher. Aber der Elbenprinz war schon verschwunden. Aragorn rannte zu Brego, stieg auf dessen Rücken und jagte seinem Freund hinterher.
    Gandalf schüttelte den Kopf.
    "Gimli, bring Merry und Pippin zurück in den Elbenpalast.", rief Gandalf und schon verschwand er mit Schattenfell und ließ einen verwirrten Gimli und zwei verzweifelte Hobbits zurück.

    Aragorn schaffte es bald, Legolas einzuholen.
    "Legolas, wo willst du nach ihr suchen? Sie könnten sie überall hingebracht haben!", rief Aragorn.
    "Er hat Recht, Legolas.", mischte sich nun Gandalf ein, der die beiden Krieger ohne Mühe eingeholt hatte.
    "Ich weiß, wo sie Talia hinbringen.", rief Legolas zurück.

    Die drei Reiter jagten im hohen Tempo durch den Düsterwald. Und bald hielten sie vor einer Art Ruine an. Es musste einmal eine Festung gewesen sein. Legolas sprang von Arod und stürmte in die Höhle.
    "Warte, Legolas.", rief Aragorn und rannte seinem elbischen Freund hinterher.
    Legolas war mehr als nur besorgt. Wenn Talia wirklich tot wäre, dann könnte er sich das niemals wieder verzeihen. Aber daran durfte er nicht denken. Sie durfte nicht sterben.
    Als Aragorn und Gandalf Legolas eingeholt hatten, stand dieser schon in einer Art Halle aus Stein. Und alle drei Freunde vergaßen für einen Moment das Atmen. Denn was sie da sahen, war so unmöglich, dass es schon fast wieder möglich war.
    In der Halle lag ein großer, weißer Drache. Von dessen Schnauze bis zum Ende seines Schweifs waren es fast 15 Meter. Der Drache hatte silberne Hörner und silberne Klauen. Es schien, als wäre er tot. Denn er rührte sich nicht. Um ihn herum lagen eine Menge toter Orks. Alle waren voller Blut.
    "Was ist das?", hauchte Aragorn und starrte den Drachen an.
    "Legolas, bist du sicher, dass die Orks sie hierher gebracht haben?", fragte Gandalf leise.
    "Ja, seht nur.", sagte Legolas deutete auf einen Bogen und einen Köcher, der vor dem Drachen auf dem Boden lag. Langsam und leise ging er auf die Waffen zu.
    "Legolas, pass auf. Wir wissen nicht, ob der Drache vielleicht doch noch lebt.", sagte Aragorn und folgte Legolas.
    Gandalf ging um den Drachen herum.
    "Wo ist Talia? Wenn sie wirklich hierher gebracht wurde, warum ist sie dann nicht hier?", fragte Aragorn.
    "Talia?", rief Legolas laut.
    Doch es kam keine Antwort. Aber Legolas rufen hatte sofort Konsequenzen. Gandalf kam gerade wieder hinter dem weißen Ungeheuer hervor, als dieses plötzlich die Augen aufschlug. Giftgrüne Augen starrten Legolas, Aragon und Gandalf an. Die drei Krieger nahmen sofort Abstand von dem Drachen. Das große Tier blinzelte und rappelte sich auf. Dann starrte es die drei Männer an. Und ohne eine Vorwarnung machte der Drache einen Satz und wollte auf Legolas zustürmen. Doch dieser zog sofort einen Pfeil und zielte auf den Drachen.
    Und da geschah das Unmögliche. Normalerweise hatten Drachen keine Angst vor Waffen aller Art, da ihr Haut dicker ist. Aber wie auf Kommando blieb der weiße Drache stehen und starrte Legolas mit entsetzten Augen an.
    Dann machte er einen weiteren Satz, rannte an Legolas, Aragorn und Gandalf vorbei und verschwand nach draußen. Dort stieß sich das Tier vom Boden ab und flog davon.

    Legolas starrte ungläubig auf seinen Bogen. Auch Aragorn und Gandalf waren ratlos.
    "Der Drache hatte Angst vor Legoas?", fragte Aragorn verwirrt.
    "Das war kein Drache.", sagte Gandalf plötzlich.
    "Natürlich war das ein Drache. Ich weiß doch, wie diese Bestien aussehen. Wie du weiß, Gandalf, war ich damals bei der Schlacht der Fünf Heere dabei und habe Smaug gesehen.", erklärte Legolas mit dunkler Stimme.
    "Ja, du hast ja auch zum Teil Recht, Legolas. Das war ein Drache, aber er hatte keine Drachenseele.", sagte Gandalf.
    "Sprich bitte nicht in Rätseln mit uns. Nicht jetzt.", bat Aragorn den Zauberer.
    Gandalf seufzte und deutete auf eine kleine Flasche, die am Boden lag. Der Zauberer hob sie auf und roch daran. Er nickte langsam.
    "Ich weiß ganz genau, was passiert ist. Und weiß, warum Talia nicht hier ist.", sagte Gandalf und seine Stimme klang zum Teil gruselig und zum Teil mitfühlend.
    "Dann sag es uns, Gandalf.", drängte Legolas.
    Der Zauberer seufzte und sagte dann: "Talia ist nicht hier, weil die Orks ihr dieses Gebräu gegeben haben. Und der Drache - das war Talia."

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