Wie Legolas zu einer Tochter kam

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1 Kapitel - 1.517 Wörter - Erstellt von: Fantasy girl - Aktualisiert am: 2014-12-04 - Entwickelt am: - 2.961 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Die Geschichte spielt zwei Jahre nach dem Ringkrieg. Im eisigen Nebelgebirge machen Legolas und Aragorn eine interessante Entdeckung.

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    „Wir sollten langsam eine Höhle aufsuchen. Es wird bald dunkel!", rief Aragorn seinem Freund durch den Wind zu. Legolas, der etwas weiter voraus war, drehte sich zu Gondors König um.
    "Du hast Recht, Mellon nin. Ich glaube, hier in der Nähe gibt es eine kleine Höhle.", rief der Elb zurück. Aragorn nickte und zog seinem Umhang noch fester zu. Brego, der braune Hengst des ehemaligen Waldläufers, kämpfte gegen den Schneesturm, der hier im Nebelgebirge herrschte, an. Auch Arod, der Schimmel des Elbenprinzen, konnte sich nur langsam fortbewegen.
    "Gleich ist es geschafft, mein Freund.", flüsterte Legolas seinem Hengst ins Ohr. Und tatsächlich: Nur wenige Minuten später erreichten der Elbenprinz und der Menschenkönig eine kleine Höhle.
    Aragorn entfachte sofort ein Feuer, damit sie sich wärmen konnten. Legolas versorgte die Pferde. Bald saßen die beiden Waffenbrüder am Lagerfeuer und aßen Lembas.
    "Ich denke, morgen werden wir in Bruchtal sein.", murmelte Aragorn, während er mit einem Stock im Feuer herumstocherte.
    Legolas nickte in Gedanken.
    Die Zeit verging und Aragorn schlief, in einer Decke zusammengerollt, ein. Legolas war noch eine Weile wach und beobachtete den Schneesturm. Dann legte er sich auch schlafen.

    Nicht weit von der Höhle entfernt lag ein kleines Menschenkind im Schnee. Sie war nicht älter als vier Jahre. Ihre Haare waren unter dem vielen Schnee braun und ihre Augen grün. Zusammengekauert lag sie auf dem Schnee und zitterte. Der Schneesturm peitschte um sie herum. Die Haut des jungen Mädchens war ganz blass, so blass, dass es schon fast weiß war. Sie trug nur eine schwarze Hose, kleine, braune Stiefelchen und ein für sie viel zu großes, graues Hemd.
    Das Mädchen lag im Schnee und konnte sich nicht rühren. Erst ein Heulen ließ sie aufschreckten. Sie riss ihre Augen auf, wollte schreien, davon laufen... aber ihr Körper wollte ihr nicht gehorchen.

    Ein lautes Hufgetrampel ließ Legolas erwachen. Verwirrt setzte er sich auf und sah sich um. Aragorn war da, Brego war da, Arod... Arod? Legolas sprang auf und sah gerade noch, wie Arod im Schneesturm, der immer schlimmer wurde, verschwand.
    "Verflucht, was soll das denn jetzt?", dachte Legolas, nahm seinen Köcher und seinen Bogen und rannte Arod hinterher.
    Arod war ihm noch nie weggelaufen. Warum jetzt? Warum hier im Gebirge? Legolas hatte nicht die geringste Ahnung.

    Der weiße Schimmel, der einst mal aus Rohan stammte, galoppierte durch den Schneesturm und blieb schließlich stehen. Er hatte die Stelle erreicht, aus der er das Heulen vernommen hatte.

    Legolas rannte weiter, immer Arods Spuren nach. Aber dann horchte er auf. In der Ferne ertönte ein Heulen.
    "Warge.", murmelte Legolas besorgt. Dann rannte er los. Immer weiter in die Richtung, aus der das Heulen kam.
    Und schließlich erreichte er die Stelle.
    Auf einem Felsvorsprung befanden sich sieben Wargen, die mit gesträubtem Rückenfell auf eine kleine Person zu schlichen, die im Schnee lag und sich nicht rührte. Vor der kleinen Gestalt stand Arod, baute sich auf und versuchte somit, die Warge zu vertreiben. Doch so einfach war das nicht.
    Legolas reagierte sofort. Er zog blitzschnell zwei seiner Pfeile und zielte. Dann ließ er die Sehne los und die Pfeile schossen durch die Luft. Sie trafen ihr Ziel. Der erste Pfeil blieb im Rücken eines Warges strecken. Der zweite bohrte sich in den Bauch eines anderen Tieres.
    Noch bevor die Wargen reagieren konnten, hatte Legolas zwei weitere Pfeile gezogen und auch diese fanden ihre Ziele. Doch jetzt hatten die Wargen die Gefahr bemerkt und gingen auf Legolas los. Dieser verschoss noch einen letzten Pfeil - und nahm dann seine Zwillingsmesser zur Hand. Verbissen kämpfte er gegen die Wargen. Es war ein kurzer, aber harter Kampf. Doch Legolas gelang es, alle Angreifer zu töten. Arod hatte sich mittlerweile wieder beruhigt und ließ seinen Kopf hinunter zu der kleinen Gestalt hängen. Legolas fiel erst jetzt, bei genauerem Hinsehen, auf, dass es sich um ein kleines Mädchen handelte. Es trug keinen Mantel oder Umhang. Es musste ja schrecklich frieren.
    Schnell ging der Elbenprinz auf das Kind zu und kniete sich vor sie. Das Mädchen lebte noch, denn es starrte Legolas mit großen, ängstlichen Augen an.
    "Kannst Du mich hören, Kleines?", fragte Legolas besorgt.
    Das Kind antwortete nicht.
    "Du musst ja schrecklich frieren.", murmelte Legolas.
    Das Mädchen schwieg immer noch.
    Ohne zu überlegen sagte Legolas: "Komm mit mir mit. Da hinten gibt es eine Höhle. Da ist es warm und sicher".
    Doch das Mädchen konnte sich nicht rühren.
    Behutsam tastete Legolas nach ihrem Puls. Als er einen fand, atmete er durch.
    Dann hob er das Kind hoch und setzte es auf Arods Rücken. Er stieg selbst dahinter auf und öffnete seinen Umhang, damit er das Kind darin einwickeln konnte. Ihre Haut war, wie Legolas beunruhigt feststellte, eiskalt.
    Arod lief los in Richtung Höhle. Schon von weitem konnte Legolas erkennen, dass Aragorn am Eingang stand.
    "Legolas, da bist Du ja! Wieso bist Du verschwunden? Und wer ist das?", fragte er besorgt. Legolas ritt in die Höhle, stieg von Arod ab und antwortete: "Ich habe sie weiter vorne, bei einem Felsvorsprung, gefunden. Wargen bedrohten sie und Arod hat mich zu ihr geführt."
    Aragorn kam mit besorgtem Gesichtsausdruck zu Legolas und dem Kind. Der Elb hob sie vom Pferd, setzte sie vorsichtig vor dem Feuer ab und wickelte sie in eine dicke Decke.
    Aragorn wandte sich an Legolas.
    "Wie heißt sie?", fragte der König von Gondor.
    "Ich weiß es nicht! Sie hat noch nichts gesagt.", antwortete Legolas leise.
    Aragorn setzte sich vor das Kind und fragte leise: "Wie ist denn Dein Name, meine Kleine?"
    Als Aragorn zu ihr sprach, zuckte das Kind heftig zusammen und kauerte sich noch enger zusammen.
    Aragorn blickte traurig auf das Kind.
    "Sie hat Angst vor mir.", murmelte Aragorn und stand auf. "Versuch Du es mal!"
    Legolas betrachtete das Menschenkind nachdenklich. Dann setzte er sich neben sie und fragte vorsichtig: "Willst du mir Deinen Namen verraten?"
    Das Mädchen blickte ihn aus ängstlichen Augen an. Dann öffnete sie den Mund und sagte mit Zittern der Stimme: "T-Talia."
    Legolas lächelte sanft.
    "Das ist ein sehr schöner Name. Ich heiße Legolas.", antwortete er.
    Talia sah ihn an. In ihren grünen Augen sammelten sich Tränen.
    "Wo - wo ist Mama?", fragte sie leise und eine Träne rollte ihr über die blasse Wange.
    Legolas blickte sie traurig an.
    "Ich weiß es nicht, meine Kleine.", antwortete er.
    In diesem Moment fing das Mädchen an, leise zu weinen. Legolas konnte es nicht ertragen, das kleine Kind so weinen zu sehen. Sanft legte er einen Arm auf ihre bebenden Schultern, um sie zu trösten. Talia hatte offensichtlich keine Angst mehr vor Legolas, denn jetzt drückte sie sich an den Elb, verbarg ihr Gesicht in seinem Umhang und weinte. Legolas strich ihr sanft über den Rücken. Doch Talia weinte weiter.
    Aragorn stand neben seinem elbischen Freund und beobachtete die bewegende Szene.

    Talia weinte noch einige Zeit weiter. Die Nacht verging, der Schneesturm ließ nach und Talia schlief in Legolas Armen ein. Aragorn machte den Vorschlag, Talia mit nach Bruchtal zu nehmen und dort weiter zu schauen. Legolas war natürlich einverstanden und so erreichten sie noch am selben Abend Bruchtal. Elrond wollte sich Talia näher ansehen, um nach Verletzungen zu schauen, aber aus irgendeinem Grund ließ sie nur Legolas an sich heran. Und so kümmerte sich der Prinz des Düsterwald um das Menschenkind.

    Zehn Jahre später...

    Talia war jetzt 14 Jahre alt. Und obwohl sie Menschenblut hatte, konnte sie perfekt mit Pfeil und Bogen umgehen. Das hatte sie von ihrem Ziehvater Legolas gelernt. Dieser brachte ihr auch den Nahkampf und die elbische Sprache bei. Legolas und sie waren unzertrennlich. Sie lebte jetzt seit zehn Jahren bei ihm im Düsterwald. Sie vertraute ihm. Denn er war derjenige gewesen, der sie damals gerettet hatte.

    Ende

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