Gestrandet- Fluch der Karibik Teil 6

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3 Kapitel - 1.662 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2014-12-01 - Entwickelt am: - 1.880 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier der nächste Teil meiner FF:)

An dieser Stelle möchte ich mich für all die lieben Kommentare eurerseits bedanken. Ich hoffe, die FF kommt auch weiterhin so gut an!: D
LG, Sensless

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    Nach und nach werden die Geräusche um mich herum deutlicher, wie bei einem Radio, den man langsam lauter dreht. Ich höre das Meeresrauschen, Schritte, leise Stimmen, laute Befehle. Als ich mich strecke, merke ich, dass mir trotz meinem Tiefseeabenteuer nicht allzu viel passiert zu sein scheint. Auch wenn ich neugierig bin, habe ich es nicht allzu eilig, meinem Retter zu begegnen. In letzter Zeit hatte ich einfach viel zu viel Kontakt mit Piraten. Denn dessen bin ich mir sicher: Wieder bin ich in den Fängen von Seeräubern gelandet. Ich seufze leise, während ich an meine erste Begegnung mit Jack denke. Die Begegnung, mit der alles angefangen hat. Was Jack wohl gerade tut? Ob er sich Gedanken über mich macht? Ob er schon gehört hat, dass unser Schiff gesunken ist? Ob es ihm leid tut, mich so hinters Licht geführt zu haben? Wohl eher nicht. Pirat bleibt nunmal Pirat. Gott warum muss alles so kompliziert sein? Auf einmal höre ich, wie sich eine Tür leise knarzend öffnet. Erschrocken schlage ich die Augen auf, schnelle kerzengerade in die Höhe. In der Tür steht ein Mann, natürlich ein Pirat. Doch seine Augen sind freundlich, sein Lächeln warm. "Gut du bist wach", sagt er. "Der Kapitän erwartet dich bereits." Immer dasselbe Prozedere, immer andere Ausgänge. Seufzend stehe ich auf und folge dem Mann durch das schwankende Schiff. Es ist dunkel und feucht, die Luft ist geschwängert mit dem Duft nach Meerwasser und Rum. Nach kurzer Zeit sind wir vor einer Tür angekommen, an der mein Begleiter zaghaft klopft und sie dann aufmacht. Wieder einmal eine Kapitänskajüte, ein Tisch, zwei Stühle, ein Bett. Ein anderer Mann steht über den Tisch gebeugt da, er scheint irgendeine Karte zu studieren. Ich höre die Tür ins Schloss fallen und bemerke, dass ich nun mit dem offensichtlichen Kapitän alleine bin. Er dreht sich um, und als er mich sieht, lächelt er genauso warm wie der Pirat zuvor. Er hat braune, lange Haare, die er zu einem Zopf gebunden hat. Er trägt ein weißes Hemd, ähnlich dem, das ich trage, die obersten Knöpfe sind offen und geben den Blick auf eine tiefe Narbe frei, direkt über seinem Herzen. Während ich noch rätsle, woher er diese haben könnte, sagt er schon: "Ah, Miss Green, gut, dass Ihr wach seid! Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass sie zu spät aus Ihrer Ohnmacht erwachen." "Zu spät für was?", frage ich. "Und wer seid Ihr?" "Oh verzeiht, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt", erwidert er, meine andere Frage komplett ignorierend. "Ich bin William Turner, Captain der Flying Dutchman!" "Was?", entfährt es mir entgeistert. "Die Flying Dutchman? Das berüchtigte Schiff, das einst unter Davy Jones segelte? Warum zur Hölle bin ich hier?" Es klingt ob meiner Entrüstung schärfer als gedacht, doch William scheint mir nicht böse zu sein. Er bedenkt mich lediglich mit einem überraschten Blick, bevor er fragt: "Hat man Euch denn nicht über den Plan in Kenntnis gesetzt?" "Mir hat überhaupt niemand was gesagt", zische ich, meine Wut wächst. Gegen wen sie sich richtet werde ich gleich erfahren. "Das Sinken des Schiffs gehörte zum Plan", erklärt William. "Es war notwendig, damit alle Welt denkt, Ihr wärt tot, und somit alle Suchverfahren eingestellt werden. Jack ist wirklich ein Meister in undurchschaubaren Plänen." "Jack?", fauche ich entgeistert. Ich hätte es wissen müssen! Na warte, der kann was erleben, wenn er hier aufkreuzt!

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    William führt mich ein bisschen auf dem Schiff herum, stellt mir seine Männer vor und erzählt mir seine Geschichte. Ich erfahre, dass der Mann, der mich zu ihm gebracht hat, sein Vater ist und dass er wegen ihm Davy Jones gestürzt hat. Interessiert lausche ich seinen Erzählungen, erfahre ich so auch etwas über Jacks Vergangenheit, und warte doch nur auf eines: Jacks Rückkehr. Dieser Mistkerl! Aber ein verdammt gutaussehender Mistkerl. Ein verdammt gutaussehender Mistkerl, der auch noch hervorragend küssen kann. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wächst die Vorfreude auf unser Wiedersehen. Auch, wenn er mich im Dunkeln gelassen, auf ein Schiff voller Arschlöcher abgesetzt und in Todesangst versetzt hat. Doch, die Wut ist immer noch da. Nachdem wir unseren Rundgang beendet haben, meint William, der mir inzwischen angeboten hat, Will zu sagen: "So, jetzt seid Ihr dran." "Inwiefern?", frage ich verwirrt. "Na, mit Eurer Geschichte", erwidert er. "Es ist nur gerecht, wenn Ihr mir jetzt auch Euer Leben erzählt." "Da gibt es nicht viel zu erzählen", sage ich. "Ich wurde in eine Herzogsfamilie hineingeboren, zusammen mit meinem Bruder wurde ich gut behütet aufgezogen. Trotz all dem Reichtum lehrte uns unser Vater, wie man sich in der Natur zurecht findet. Mein Bruder riss irgendwann aus, um Pirat zu werden. Meine Mutter verzieh ihm schnell, doch mein Vater verwundete diesen Verrat nie. Er versprach mich einem älteren Mann namens McGuffin, der einfach nur ein Arschloch ist. Als wir zu seinem Anwesen segeln wollten, überraschte uns ein Sturm und zerschmetterte unser Boden. Ich überlebte als einzige und schaffte es, mich auf eine Insel zu retten. Dort fand mich Jack. Und den Rest dürftest du kennen." Ich fröstle, die Erinnerung an meine Eltern liegt mir immer noch schwer im Magen. "Dann solltet Ihr heute Abend nicht an Deck sein", sagt William. "Es könnte Euch zerstören." Damit ist meine Neugierde geweckt. Ich werde heute definitiv auf dem Deck sein.

    Am Abend, als ich denke, es ist sicher genug, schleiche ich mich nach oben. Der Weg ist nicht sehr weit, aber die Entdeckungsgefahr umso größer. Ich schleiche vorsichtig durch die dunklen Gänge, meine Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit. Als ich aufs Deck hinaus trete, empfängt mich eine kalte Brise, ein Schauer jagt über meinen Rücken. Hier stimmt etwas nicht. Warum ist es so hell? Als ich aufs Meer blicke, erkenne ich den Grund: Abertausende Rettungsboote mit einem oder zwei Passagieren gleiten über das Wasser, jeder mit seiner eigenen Laterne. Ich erinnere mich plötzlich an die ursprüngliche Aufgabe des Captain der Flying Dutchman: Die, die auf See gestorben sind, sicher ins Reich der Toten zu geleiten. Als ich meinen Blick schweifen lasse, stockt mir plötzlich der Atem. In einem der Boote sitzen meine Eltern, Hand in Hand, als wären sie nicht tot, sondern immer noch lebendig, an meiner Seite. Ich will ihnen zurufen, dass sie zu mir kommen sollen, will sie retten, doch ich bin wie erstarrt, lasse sie ziehen. Auch, wenn mir mein Geist vorzumachen versucht, sie würden noch leben, hat sich die Gewissheit ihres Todes wie Säure in mein Gehirn geätzt. "Ihr hättet Euch das nicht antun müssen", höre ich plötzlich Wills Stimme hinter mir. "Ich weiß", erwidere ich mechanisch, tonlos. "Aber es war ein Abschluss. Als ob ich diesen Teil meines Lebens nun verschließen könnte. Es war ein letztes Wiedersehen." Will nickt, er scheint zu verstehen. Wenigstens einer von uns.

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    Die Nacht ist ruhelos, ständig spucken mir die leblosen Gesichter meiner Eltern im Kopf herum. Ich tigere in dem kleinen Raum, den ich zugewiesen bekommen habe, auf und ab, fühle mich eingeengt. Daher ist es kein Wunder, dass ich noch vor Sonnenaufgang wieder auf dem Deck stehe und die kühle, klare Luft einatme. Sie beruhigt meine Gedanken, und lässt die Vorfreude auf Jacks Eintreffen wieder größer werden. Die Wut regt sich ein bisschen in mir, doch die anderen Gefühle überwiegen eindeutig. Noch während ich so überlege, höre ich eine leise, mir nur allzu bekannte Stimme hinter mir: "Miss Green, bezaubernd wie immer." Ich drehe mich um und murmle: "Jack...", bevor ich auf ihn zugehe. Er breitet die Arme aus, will mich umarmen, doch ich bin nicht bereit, ohne Protest zu verzeihen. Als ich direkt vor ihm stehe, trommle ich mit meinen Fäusten auf seine Brust, darauf bedacht, nicht allzu hart zu schlagen. "Du Mistkerl!", brülle ich. "Du hast mich einfach allein gelassen! Mich in Todesangst versetzt! Mich einfach verraten! Du.." Weiter komme ich nicht, denn endlich drückt er seine Lippen auf meine. Seine Hände halten zärtlich mein Gesicht, während er mich leidenschaftlich und intensiv küsst. Als er mich wieder freigibt, ergreift er meine Hände, die immer noch auf seiner Brust liegen, legt seine Stirn an meine und flüstert: "Ich freue mich auch, Euch wiederzusehen." Ich lache leise und genieße seine Nähe, atme seinen Duft ein, spüre seine angenehme Wärme. Doch ich merke, dass irgendetwas nicht stimmt. Also frage ich: "Ist etwas passiert?" Seine Augen verdunkeln sich, seine Haltung versteift sich. "Ja", antwortet er traurig. "McGuffin hat Jonathan in seiner Gewalt. Oh Scheiße.

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