CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der verborgenen Welt der Schattenjäger TEIL 7

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9 Kapitel - 13.091 Wörter - Erstellt von: Anna Hess - Aktualisiert am: 2014-11-01 - Entwickelt am: - 8.982 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.62 von 5.0 - 21 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Zeit für das Finale.

    1
    Erschrocken schnappte ich nach Luft. Nein, das konnte nicht sein! Das hatte er gerade nicht wirklich gesagt. Mein Herz schien meine Brust sprengen zu
    Erschrocken schnappte ich nach Luft. Nein, das konnte nicht sein! Das hatte er gerade nicht wirklich gesagt. Mein Herz schien meine Brust sprengen zu wollen. Ich hatte mit Jonathan geschlafen – mich ihm gegenüber geöffnet. Ich hatte geglaubt er würde etwas für mich empfinden. Ich hatte mich geirrt. Wie hatte ich so dumm sein können zu glauben, dass er, der ein Herz aus Stein zu haben schien, jemals für irgendeinen Menschen Gefühle würde entwickeln können. Verdammt, ich war dumm und naiv gewesen etwas dieser Art zu glauben. Ich war nicht besser als all die Mädchen, die sich von jedem x-beliebigen Jungen 'flachlegen' ließen.
    Tränen stiegen mir in die Augen. Kräftig biss ich mir auf die Lippe um sie zu verdrängen. Dieser Kerl war keine meiner Tränen wert. Ach, was redete ich da. Natürlich war er das. Ich hatte mich in ihm getäuscht, doch meine Gefühle zu verleumden wäre unsinnig. Resigniert ließ ich meinen Tränen freien Lauf. Sie rannen mir die Wangen hinab – heiß und schmerzvoll. Lautlos schluchzend ließ ich mich an der Wand entlang zu Boden gleiten. Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal geweint hatte. Es musste Ewigkeiten her sein. Und nun saß ich hier; gefangen in einem goldenen Käfig. Einem Käfig, der inzwischen dutzende Erinnerungen barg und mich qualvoll an meinen Fehler erinnerte. Ich hatte derartige Gefühle noch nie empfunden und würde sie wahrscheinlich nicht einmal meinem schlimmsten Feind wünschen. Ich war erfüllt von einem Schmerz, der mich innerlich zu zerreißen drohte. Er fraß mich auf, trieb mir Galle in die Kehle und ließ nicht nach. Ich wollte schreien. Aber gleichzeitig wollte ich auch meinen Kopf in einem Kissen vergraben und für immer die Luft anhalten. Ich wollte weinen, doch auf der anderen Seite liebend gerne etwas zertrümmern. Der Schmerz war zerstörerisch und er führte mir bloß ein weiteres Mal vor Augen, dass ich mich in Jonathan verliebt hatte.

    2
    „Catherina?“, riss mich ein lautes Rufen, verbunden mit einem dumpfen Pochen aus dem Schlaf. Ich riss den Kopf hoch und kniff wie jeden Morgen geblendet die Augen zusammen. Ich war anscheinend an die Tür gelehnt eingeschlafen. Auf jeden Fall stützte mein steifer Nacken diese These.
    Inzwischen war es hell geworden und Sonnenlicht fiel durch das große Fenster meines Zimmers. Nein, Jonathans Zimmers. Schließlich war das sein Haus. Jonathan … Allein wenn ich an seinen Namen dachte, drängte sich mein schmerzendes Herz wieder in den Vordergrund. „Cat!“, rief es erneut von vor meiner Tür.
    Langsam stand ich auf. „Wenn du jetzt nicht antwortest, dann komme ich rein. Du hast lange genug geschlafen.“ Wenn der nur wüsste. Ich schluckte schwer, fuhr mir mit der Hand durch die Haare – in letzter Zeit war das zu einer Angewohnheit geworden, mit der ich dringend aufhören sollte, da sie mich schon viele Haare gekostet hatte – und öffnete meine Zimmertüre.
    Direkt vor mir stand Jonathan. Er hatte sich bereits fertig gemacht; seine Haare lagen wie immer perfekt, seine Kleidung war falten- und knitterfrei. Ganz im Gegensatz zu meinen eigenen Anziehsachen. Ich trug noch immer die karierte Hose und das langärmelige T-Shirt, welches ich in der vergangenen Nacht angezogen hatte. Neben Jonathan kam ich mir unordentlich und armselig vor. Ich wollte mir gar nicht so genau vorstellen wie ich aussah.
    Ich blickte zu Jonathan auf und erstarrte, als ich in seine schwarzen Augen sah. Sein Blick verfolgte jede meiner Bewegungen. Mein Magen zog sich bei seinem Anblick schmerzhaft zusammen und mein Herz schien für einen Moment aufgehört haben zu schlagen. Ich musste heftig gegen die in mir aufsteigenden Tränen ankämpfen. Oh ja, die Wunden waren definitiv noch frisch. Wie hätten sie in dieser kurzen Zeit auch verheilen sollen? Erst gestern Nacht hatte ich erfahren, dass dieser Kerl nur mit mir spielte und ich ihm in Wahrheit überhaupt nichts bedeutete.
    „Wie du siehst bin ich wach.“, sagte ich kühl und war unsagbar froh, dass meine Stimme nicht zitterte – im Gegensatz zu meinen Knien.
    „Hast du gut geschlafen?“, fragte Jonathan und lächelte. Hätte ich das gestrige Gespräch nicht belauscht, könnte ich nun glauben, dass dieses Lächeln aufrichtig war. Es erreichte seine Augen; ließ sie strahlen. Doch ich wusste es besser. Es war nicht echt, sondern wahrscheinlich einfach nur ein Produkt stundenlanger Übungen vor dem Spiegel.
    „Fantastisch.“, erwiderte ich sarkastisch und verschränkte die Arme vor der Brust. Mein harscher Tonfall ließ Jonathan die Stirn runzeln. Für einen Moment schien er zu grübeln, was einen solchen Stimmungsumschwung meinerseits hätte auslösen können. Im nächsten Augenblick kam er jedoch scheinbar zu dem Schluss, dass ich einfach schlecht geschlafen hatte. Ich wollte den Mund öffnen und ihm seine Dummheit vor Augen führen. Ich wollte ihm sagen, dass ich wusste wie hinterhältig er in Wahrheit war. Ihm sagen, dass ich von seinen Lügen wusste. Von seinem Verrat an mir. Seiner Falschheit. Doch bloß einen kurzen Moment bevor diese Worte meinen Mund verließen, kam mir ein Einfall.
    Jonathan hielt mich in diesem Haus schon seit langer Zeit gefangen. Vielleicht hätte ich heimlich eine Strichliste der Tage an der Wand hinter meinem Kleiderschrank führen sollen, doch dieser Einfall war mir leider zuvor nicht gekommen. Also hatte ich das Gefühl für Tage … Wochen … Monate verloren und wusste somit nicht mit haargenauer Sicherheit wie lange ich hier nun schon festsaß. Wie wahrscheinlich war es demnach, dass er mich in nächster Zeit würde freilassen? Jackpot – meine Chancen standen 1:1.000.000! Wenn ich also hier raus wollte, musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich musste einen genialen Plan austüfteln. Meine vorherigen Ausbruchsversuche waren gescheitert – jeder einzelne von ihnen. Jetzt glaubte ich aber aus dem Gespräch gestern Abend herausgehört zu haben, dass ich auf einen Kampf vorbereitet werden sollte. Einen Kampf, der mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht in diesem Haus stattfinden würde. Folglich, würde ich diesen Käfig verlassen müssen. Ich wäre draußen – in der Zivilisation. Ich wäre unter Menschen und würde eventuell eine Gelegenheit bekommen zu entwischen. Also hielt ich den Mund und sprach nicht aus was ich dachte. Stattdessen gähnte ich: „Was ist für heute geplant?“
    „Heute Abend wirst du beweisen können, was du bei dem Training mit mir gelernt hast.“, antwortete er, drehte sich um und ging in Richtung Treppe davon. Mit offenem Mund starrte ich ihm hinterher. Zwar hatte ich erwartet, dass der Kampf in absehbarer Zeit stattfinden würde, doch niemals hätte ich zu hoffen gewagt, dass es sich bei 'absehbarer Zeit' um heute Abend handeln würde. Wenn mein Ausbruch gelang, wäre ich viel früher draußen als vorhergesehen.
    Da ich ihn ja nicht wissen lassen wollte, dass ich ihn gestern Abend belauscht hatte, lief ich ihm hinterher und fragte 'verwirrt': „Wie meinst du das?“
    Er drehte sich nicht um. „Ich meine, dass du heute Abend wirst kämpfen müssen. Wir haben lange genug trainiert um dich darauf vorzubereiten.“
    „Werden wir mit Jace und den anderen kämpfen?“ Wie langweilig es war Fragen zu stellen, auf die man bereits die Antwort wusste.
    „Nein. Wir kämpfen mit und für jemand anderes.“ Inzwischen waren wir im Erdgeschoss angekommen. Ohne Vorwarnung blieb Jonathan stehen und wandte sich mir – ich konnte gerade noch bremsen – zu. Mit großen Augen sah ich ihn an. Noch immer schien mich innerlich etwas zu zerreißen, doch die Aussicht auf ein mögliches Ende meiner Gefangenschaft hellte meine Stimmung etwas auf. Trotzdem war sie noch immer miserabel.
    „Für wen werden wir kämpfen?“ - Eine Frage, auf die ich ausnahmsweise keine Antwort wusste, die mich aber brennend interessierte. Welche Person konnte genug Druck auf Jonathan ausüben, dass er mit mir schlief und so tat als würde ich ihm etwas bedeuten.
    „Das erfährst du früh genug.“, lautete allerdings seine dürftige Antwort.
    „Ich bin aber gerne vorbereitet.“, versuchte ich erneut etwas aus ihm herauszuquetschen.
    „Ich habe dich vorbereitet.“ Ehe ich mich versah stand er vor mir – nur Zentimeter entfernt. Er legte seine starken Hände auf meine Schultern und wartete mit dem Weiterreden so lange, bis ich ihm in die Augen sah. Die ganze Zeit hatte ich den Schmerz zu verdrängen versucht, doch bei dem liebevollen Blick – beziehungsweise scheinbar liebevollen Blick – mit dem er mich ansah, drängte sich der Schmerz mit roher Gewalt an die Oberfläche. Er durchflutete jeden Winkel meines Körpers und schnürte mir die Kehle zu. Wie sehr liebte ich doch diese Augen, die Wärme seines Körpers und die Art wie er mit mir sprach. Nie war ich verliebt gewesen; kein Junge und kein Mann hatte es geschafft mein Herz zu erobern. Das Universum hatte wahrlich einen kranken Humor bedachte man, dass ich mein Herz nun an den wahrscheinlich einzigen Kerl verloren hatte, der es je wagen würde mit mir zu spielen. Und oh, ich liebte ihn. Ich wusste, dass es falsch war, doch ich konnte mich nicht wehren. Das Herz das zuvor scheinbar nur für ihn geschlagen hatte, mein Herz, war gebrochen worden und die Splitter bohrten sich in mein Innerstes. Verraten zu werden war bitter; verraten zu werden von demjenigen den man liebte, war tödlich; Folter. Warum hatte man unschuldige Frauen, die von Inquisitoren als Hexen bezeichnet worden waren verbrannt? Warum hatte man sie nicht einfach dazu gebracht sich zu verlieben und sie dann von dem Mann, denen sie ihr Herz geschenkt hatten, verraten lassen? Der Schmerz in Flammen zu verenden musste unvorstellbar qualvoll gewesen sein, doch er war endlich. Ein gebrochenes Herz hingegen währte ewig. Jedenfalls schien es für mich im Augenblick so.
    „Cat, du bist vorbereitet. Mach dir keine Sorgen.“, sagte Jonathan leise und küsste mich sanft auf die Stirn. Ich biss mir auf die Zunge. Nicht heulen, Catherina. Wenn du jetzt weinst war es das. Wenn du jetzt weinst, dann kannst du deine Flucht vergessen. Ich schluckte einen riesigen Kloß, der in meinem Hals zu stecken schien herunter. Meine Kehle brannte – ebenso meine Augen. Ich schaffte das nicht. Ich konnte meine Gefühle nicht verbergen. Ich war erledigt. Jeden Moment würde Jonathan merken, dass etwas nicht stimmte und dann würde ich für immer und ewig in diesem Haus gefangen sein. Ich rechnete jeden Moment damit, dass er erneut fragen würde was los war, erlebte dann allerdings ein Wunder. Abrupt löste er sich von mir, drehte sich um und verließ mit den Worten: „Ich muss noch etwas regeln. Heute Abend bin ich wieder da. Mach dich schon Mal fertig.“, das Haus. Ich sah wie er zwischen den hohen Bäumen, die das Haus umgaben, verschwand und sank zu Boden.
    „Danke, Gott!“, wisperte ich und ließ den Tränen freien Lauf. Wäre er einen Moment später gegangen, hätte das mein Ende bedeutet. Ich grub die Finger in den weichen Teppich und schluchzte. Ich krümmte mich und wurde erneut von dem Schmerz überrollt, den ich schon von gestern Nacht kannte. Doch ich würde das hier durchstehen. Ich würde meine Gefühle verbergen und aus diesem Haus verschwinden. Danach würde ich nie wieder etwas mit Jonathan zu tun haben müssen. Ich würde nach Hause gehen können. Nach Hause zu Jace, Alec, Isabelle und all den anderen Personen, die ich liebte. Liebe …

    3
    Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich mich von dem Teppich aufgerappelt und war nach oben gegangen. Dann hatte ich mich im Badezimmer eingeschlossen, mich ausgezogen, geduscht und in ein Handtuch gewickelt. Mit nassen Haaren stand ich nun vor dem riesigen Spiegel und betrachtete mein Spiegelbild. Ich hatte mich verändert. Zwar war ich schon immer dünn und muskulös gewesen, doch das ständige Training und das wenige Essen hatten dafür gesorgt, dass ich nun kein Gramm Fett mehr am Körper hatte und man alle Muskeln sehen konnte. Früher hätte ich alles für einen solchen Körper gegeben. Mit muskulös meinte ich nicht mit Anabolika aufgepumpte Muskeln, sondern ich war einfach durch und durch trainiert. Auch im Gesicht hatte ich abgenommen. Meine Wangenknochen stachen deutlich hervor und gaben meiner Mimik etwas Hartes und Unnachgiebiges. Durch das viele Trainieren unter freiem Himmel war ich stark gebräunt, was mir im Zusammenhang mit meinen von der Sonne gebleichten, hellblonden Haaren ehrlich gesagt sehr gut gefiel. Ich sah nicht aus wie eine dieser Sonnenbank-Flavour-Tussen, sondern, als wäre ich für längere Zeit in einem immer sonnigen Land gewesen.
    Dann heftete sich mein Blick jedoch auf das Ebenbild meiner Augen und ich erschrak. Sie waren von dem vielen Weinen gerötet und auch der Mangel an Schlaf hatte nicht gerade dazu beigetragen, dass sie besser aussahen. Stattdessen lagen unter ihnen dunkle Schatten. Außerdem hatte mein Blick etwas Störriges und Unbarmherziges angenommen. Auch meinen Mund umspielte ein bitterer Zug. Ja, die Zeit hier und der Verrat Jonathans hatten eindeutig ihren Tribut gefordert. In seinen Augen hatte ich mich wahrscheinlich nach und nach verändert, doch für mich war mein Spiegelbild beinahe fremd geworden. Ich hatte in letzter Zeit nicht viel Gelegenheit und eigentlich auch nie einen Anlass gehabt, um mich eingehend zu mustern und fertig zu machen. Von daher hatte ich diese Veränderung nie wirklich wahrgenommen. Sie jetzt in vollem Ausmaß zu sehen war … ich fand kein passendes Wort für das was ich dachte. Zusammengefasst: Ich war nicht mehr die selbe Catherina, die ich gewesen war, als ich in den Park gekommen war um meinen Bruder zu retten.

    4
    Eine Weile später fand ich mich im Wohnzimmer wieder. Inzwischen war es draußen dunkel geworden. In Gedanken versunken saß ich auf einem der Sofas und zupfte an meiner Nagelhaut. War der Tag gekommen an dem ich endlich frei sein würde? Sah ich heute meinen Bruder wieder? Mir wurde bewusst, dass der heutige Tag, der heutige Abend einen enormen Einfluss auf meine Zukunft haben würde. Drei Optionen standen zur Auswahl: Freiheit, andauernde Gefangenschaft und Tod. Beim besten Willen wollten mir keine weiteren Möglichkeiten einfallen.
    „Wir sollten aufbrechen.“, meinte Jonathan plötzlich hinter mir. Ich hatte ihn nicht hinter mich treten hören und erschrak dementsprechend, doch war wahnsinnig stolz auf mich, dass ich es schaffte nicht zusammenzuzucken.
    „Okay.“, brummte ich zurück und stand auf. Seufzend streckte ich meine Glieder und dehnte meinen Nacken. Ohne Vorwarnung legten sich Jonathans Hände auf meine Schultern. Ich hatte ein Déjà-Vu – nur wenige Stunden zuvor hatte er seine Hände auf die gleiche Weise auf meine Schultern gelegt. Vorhin hatte er allerdings nicht hinter mir gestanden und mich auch nicht massiert. Nun tat er es. Dies war ein Auslöser für die Ausschüttung tausender Hormone in meinem Körper, die unendlich viele Gefühle in mir auslösten. Da waren Gefühle wie Geborgenheit und Entspannung, doch dominierend waren Schmerz, Verlust, Wut und unendliche Traurigkeit. Jedoch konnte ich die flatternden Schmetterlinge in meinem Bauch nicht ignorieren – so sehr ich es auch wollte. Gequält schloss ich die Augen. Bitte Jonathan, fass mich nicht an, wollte ich brüllen. Ich schwieg. Gleichzeitig wollte ich mich in seine Arme werfen, den Kopf in seiner muskulösen Brust vergraben und den brennend heißen Tränen freien Lauf lassen. Ich hielt mich zurück.
    „Also das letzte Mal hat meine Massage dich viel mehr dazu veranlasst dich zu entspannen.“, flüsterte er in mein Ohr. Sein Atem kitzelte mich leicht an der Wange und ich bekam eine Gänsehaut.
    „Wieso, Jonathan?“, murmelte ich und starrte den Boden an.
    „Hm?“, fragte er. Offenbar hatte er mich nicht verstanden. Ich machte keine Anstalten meine Worte zu wiederholen. Der Griff seiner Hände an meinen Schultern verstärkte sich, er brachte mich dazu mich unfreiwillig umzudrehen und ehe ich mich versah lagen seine Lippen auf meinen. Ich versteifte mich. Seine Lippen waren kühl und der Kuss fordernd – ganz so wie ich es kannte. Ganz so wie ich es liebte. Warum konnte ich ihn nicht einfach hassen? Warum musste er mich hintergehen? Hätte nicht wenigstens ein einziges Mal in meinem Leben etwas gut laufen können. Was für eine Frage! Ich war Catherina Spear – in meinem Leben lief nie etwas wie ich es wollte …
    Ich konnte mich nicht von Jonathan lösen – allerdings erwiderte ich den Kuss auch nicht. Vielmehr stand ich einfach so da; erstarrt zu einer Salzsäule. Eine Träne stahl sich aus meinem Auge. Ein Anzeichen von Schwäche. Sie rann über meine Wange und benetzte Jonathans Haut. Er spürte sie, hörte auf mich zu küssen und betrachtete mich stirnrunzelnd. Er wischte die Träne mit der Hand, die Sekunden zuvor noch in meinem Nacken gelegen und mich in den Kuss gezogen hatte, weg und musterte die nasse Stelle auf seinem Handrücken nachdenklich. Ich schluckte schwer und starrte an ihm vorbei die weiße Wand an. Schwäche.
    „Du weinst.“, hauchte er. Ich antwortete nicht. „Weshalb weinst du, Cat?“
    Ich biss mir auf die Lippe – schaffte es immer noch nicht ihn anzusehen.
    „Du … du hast doch nicht etwa ...“
    Wusste er es? Hatte er bemerkt, dass ich sein Telefonat belauscht hatte. Verdammt, vermutlich hatte ich mich mit dieser verfluchten Träne verraten. Einen einzigen Moment verliert man mal die Beherrschung und schon bricht eine Welt zusammen
    „Du hast doch nicht etwa Angst?“, beendete er seinen Satz. Ich hatte nicht gemerkt, dass ich die Luft angehalten hatte – bis zu diesem Moment. Mir viel ein riesen Stein vom Herzen. Das war meine Gelegenheit die Situation zu retten.
    „Doch, Jonathan. Ich habe Angst dich zu verlieren.“, meine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern. Oberflächlich betrachtet erschienen meine Worte mir wie eine Lüge, doch horchte ich in mein Inneres erkannte ich, dass sie der Wahrheit entsprachen.
    „Oh, Cat.“ Jonathan zog mich in seine Arme und nun vergrub ich wirklich den Kopf in seiner Schulter. Ich sog den Geruch seines Aftershaves ein und schwor mir, dass ich die Mischung aus Jonathans körpereigenem Geruch und dem von Joop niemals vergessen würde. Zwar hatte er mir das Herz gebrochen, doch ich liebte ihn noch immer. Himmel, hätte ich mich vor meiner Gefangenschaft reden hören. wäre ich vermutlich freiwillig mit dem Kopf voran in eine Backsteinmauer gelaufen.
    „Wir müssen los.“, nuschelte ich und löste mich aus Jonathans Umarmung.
    „Du hast Recht.“
    Ich hatte immer Recht, doch diesen Kommentar verkniff ich mir. Stattdessen zupfte ich mein Top zurecht und schloss den Reißverschluss meiner Sweatshirtjacke. „Wohin müssen wir?“, fragte ich.
    „In den Keller.“ - „In den Keller?“, antwortete ich verwundert und sah Jonathan nun doch an. Er hingegen hatte sich bereits auf den Weg zu der massiven Holztür gemacht, die den Eingang zum Keller bildete.
    „Ja, in den Keller.“
    „Okay, ich habe ja mit vielem gerechnet was du antwortest – einem fliegenden Teppich oder einem Taxi mit skelettiertem Fahrer die uns abholen beispielsweise – aber nicht damit, dass deine Antwort 'In den Keller' lautet.“
    „Ist mir immer wieder eine Freude dich zu überraschen.“
    „Oh, ja – das kannst du gut.“, brummte ich und kuschelte mich enger in meine Jacke. Im Keller war es ziemlich kalt, da hier unten nicht geheizt wurde. Zudem schienen der Steinboden und die Steinwände geradezu prädestiniert dafür zu sein, eine unnatürliche Kälte auszustrahlen. Mit zitternden Fingerspitzen fuhr ich die grob gemeißelten Steine der Wand entlang und erinnerte mich an die finsteren Tage in diesem Loch. Ich hatte mir damals so sehr gewünscht endlich hier raus zu kommen. Aufgrund meines heutigen Wissens hätte ich mir damals viel mehr wünschen sollen für immer hier drin bleiben zu können. Hey, abgenommen hätte ich trotzdem.
    Als könnte Jonathan meine Gedanken lesen fragte er: „Na, weckt der Keller Erinnerungen?“ - „Nicht mehr als der Küchenboden.“ - „Ah, daran erinnere ich mich nur zu gerne.“
    Eine weitere Erinnerung die mich innerlich zu zerreißen drohte. Diese Nacht würde für immer als die schönste meines Lebens in mein Gedächtnis eingraviert sein, doch auch als die Nacht, in der ich erfuhr, dass der Mann dem ich mein Herz geschenkt hatte mir in den Rücken fiel. Ein bisschen Schwund ist überall, hätte Isabelle in dieser Situation gesagt. Isabelle, wie sehr ich sie und meine restliche Familie, beziehungsweise Ersatzfamilie vermisste. Bald, sehr bald würde ich wieder bei ihnen sein. Zumindest hoffte ich das. Und diese Hoffnung brannte in mir; sie stärkte mich, gab mir die Kraft das hier zu überstehen.
    „Schließ die Augen.“, wies Jonathan mich an. Er war vor einem blanken Stück Wand stehen geblieben.
    „Warum?“
    „Tu einfach was ich dir sage. Vertrau mir.“
    Pah, ihm vertrauen. „Ay Ay Chef.“ Ich schloss die Augen und widerstand nur durch größte Willenskraft dem Drang meine Augenlider so weit zu heben, dass ich verschwommen sehen konnte was sich vor mir abspielte. Doch auch durch geschlossene Augen bemerkte ich, dass es plötzlich viel heller im Keller wurde.
    „Du kannst die Augen nun wieder öffnen.“ Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Als ich sah was sich vor mir abspielte fiel mir die Kinnlade herab. Jonathan hatte ein Portal geöffnet. Ein Portal nach Idris.
    „Auf geht’s!“, rief Jonathan über das Rauschen des Portals hinweg, griff nach meiner Hand und zog mich hinter sich her in das Portal.

    5
    Für einen kurzen Moment schien die Welt aufgehört haben zu existieren. Ich war nichts und doch alles. Vielleicht fühlte es sich so an, wenn man tot war. Oder man spürte einfach gar nichts mehr.
    Einen Augenblick später materialisierten Jonathan und ich uns am Rande des Brocelind Waldes. Gierig schnappte ich nach Luft und genoss das Gefühl der frischen Luft die in meine Lunge strömte. Es roch nach Tannennadeln, feuchter Erde und nassem Gras.
    „Los, wir haben nur wenig Zeit.“, drängte Jonathan und schritt zielsicher in eine Richtung davon. Ich hatte keinen blassen Schimmer wo wir hin mussten, geschweige denn wie wir dorthin kamen, weshalb ich ihm einfach folgte. Wortlos stapfte ich hinter ihm her und durchbohrte sein breites Kreuz mit meinem Blick. Entweder spürte er es nicht, oder er ignorierte es.
    Nach einem langen Fußmarsch erreichten wir die Stadtmauer von Alicante. Staunend wanderte mein Blick die Mauer hinauf. Mir war noch nie zuvor aufgefallen wie hoch sie war. Ich schüttelte den Kopf um wieder klar zu denken und bemerkte, dass Jonathan neben der Mauer auf dem Boden kniete. Er hatte mir den Rücken zugewandt, weshalb ich nicht sehen konnte was er tat. Nur wenige Sekunden später drehte er sich um, stand auf und kam auf mich zu.
    „Komm.“, sagte er, packte meinen Arm und zog mich mit sich. Wir wanderten an der Mauer entlang und zwei weitere Male wiederholte Jonathan das, was er kurz zuvor hockend an der Mauer getan hatte. Beide Male konnte ich nicht erkennen was es war. Irgendwann erreichten wir das Stadttor und verblüfft stellte ich fest, dass es offen stand. Das geschah meines Wissens nur selten und zu besonderen Anlässen. Ich dachte jedoch nicht weiter darüber nach, sondern folgte Jonathan erneut. Er ging schnell und verlangsamte auch nicht meinetwegen das Tempo. Er hatte mich lange genug trainiert um darauf zu zählen, dass ich Schritt halten konnte.
    Mit großen Augen musterte ich meine Umgebung. Ich war erst ein Mal in Alicante gewesen und das auch nur kurz. Den größten Teil meiner Zeit hatte ich im Institut verbracht. Aus diesem Grund erschienen mir die breiten Gassen mit den Laternen, die warmes Licht verströmten und an den Außenwänden der Häuser hingen, fremd.
    Es brauchte eine Weile bis ich bemerkte, dass nur noch meine Schritte von den Wänden widerhallten. Fragend sah ich mich um und bemerkte erschrocken, dass Jonathan verschwunden war.
    „Jonathan?“, rief ich leise. Niemand antwortete. Ziellos stolperte ich durch die Straßen. Ich hatte einmal gehört, dass jede der Straßen in Alicante zu der Halle des Abkommens führten. Demnach konnte ich mich ja nicht groß verlaufen – oder? Ohne Jonathan war ich hier ganz allein. Allein in einer fremden Stadt. Zwar war es mein Ziel gewesen endlich wieder frei zu sein, doch so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
    Plötzlich hörte ich Schritte. Hoffnungsvoll rief ich erneut nach Jonathan, doch wieder erhielt ich keine Antwort. Ich lauschte angestrengter und stellte fest, dass es nicht Jonathan war, der sich mir aus einer anderen Straße näherte. Ich erkannte es an der Gangart der Person. Die Schritte klangen dumpf und energisch. Mein Herz begann heftig zu pochen. Es war dunkel, ich war allein und eine Frau. Fazit: Es sah ziemlich schlecht für mich aus.
    Hastig drehte ich mich um und ging weiter. Vielleicht ändert die Person ihre Richtung, hoffte ich. Doch das tat sie nicht. Im Gegenteil – sie holte auf. Ängstlich warf ich einen Blick über meine Schulter, konnte aber niemanden sehen. Allerdings sah ich einen langen Schatten der auf mich zukam. Ich beschleunigte meine Schritte. Mein Atem kam stoßweise. Ich konnte hören wie mein Verfolger ebenfalls einen Zahn zulegte. Das war der Moment in dem ich anfing zu rennen. Ich rannte die Straße entlang, kümmerte mich nicht um das laute Widerhallen meiner Stiefel auf dem steinernen Boden. Ich bog in eine schmale Gasse ab und rannte weiter. Plötzlich stolperte ich über eine Unebenheit im Boden und fiel hin. Dabei stieß ich einen kurzen schrillen Schrei aus und fing meinen Sturz mit den Händen ab. Kleine Steinchen und winzige Glassplitter bohrten sich in meine Handflächen. Ich wollte aufstehen, knickte aber um und fiel erneut zu Boden. Ein weiterer Blick über meine Schulter sagte mir, dass mein Verfolger mich eingeholt hatte. Er stand nur noch wenige Meter von mir entfernt. Kraftlos ließ ich mich zu Boden sinken und versuchte rückwärts von ihm wegzukrabbeln. In der Gasse gab es keine Lichtquelle und das Licht das aus der Straße den Weg ein wenig erhellte sorgte dafür, dass das Gesicht meines Verfolgers im Schatten lag. Ich konnte lediglich seine Silhouette erkennen. Es handelte sich definitiv um einen Mann und es war hundert prozentig nicht Jonathan. Mit langsamen Schritten näherte sich mir der Mann und es dauerte nur wenige Sekunden, bis er mich eingeholt hatte. Ich hatte keine Waffe und somit keine Möglichkeit mich im Ernstfall zu verteidigen. Ich war ihm schutzlos ausgeliefert. Lautlos verfluchte ich Jonathan, weil er mir keine Waffe gegeben hatte. Selbstverständlich, man erwartet von mir, dass ich kämpfe, aber ein Schwert gibt man dem dummen kleinen Mädchen nicht.
    Der schwarze Schatten beugte sich zu mir herab und sein Gesicht war nur noch Zentimeter von meinem entfernt. Durch die Nähe konnte ich endlich die Gesichtszüge des Unbekannten ausmachen und erkannte, dass der Unbekannte mir gar nicht so unbekannt war. Es war Jace.
    „Catherina?“, fragte er mit aufgerissenen blauen Augen.
    „Jace!“, rief ich. „Du hast mich zu Tode erschreckt.“
    Sprachlos hielt er mir seine Hand hin und half mir beim Aufstehen. Für einige wenige Augenblicke musterte er mich wortlos, dann zog er mich plötzlich an sich und schloss mich in seine Arme. Die Umarmung war anders als die von Jonathan. Bei Jonathan hatte mein Herz schneller geschlagen und sie hatte Hitzewellen durch meinen ganzen Körper gesandt.
    Jace' Umarmung hingegen gab mir ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Durch sie wurde mir schmerzlich bewusst, wie sehr ich auch ihn vermisst hatte. Klar, wir hatten uns oft gestritten, doch ich hatte Jace im Laufe der Jahre lieb gewonnen. Er war zu einem zweiten Bruder für mich geworden.
    Ich erwiderte seine Umarmung und drückte ihn an mich. „Wir dachten du wärst tot.“, flüsterte Jace so leise, dass ich es gerade so hören konnte.
    „Nein, ich lebe.“ - „Wo warst du? Wir haben dich überall gesucht!“ - „Ich weiß nicht wo ich war. Ich wurde gefangen gehalten.“ - „Ja, das habe ich mir gedacht. Scheiße, weißt du welche Sorgen wir uns gemacht haben?“ Ich lachte.
    „Jace, weißt du was für einen Schrecken du mir gerade eingejagt hast? Versuch jetzt bloß nicht mir ein schlechtes Gewissen zu machen.“
    „Hey, was wäre das Leben ohne Risiko und ein bisschen Spannung?“
    „Viel leichter!“
    „Wer will schon leicht.“
    „Manchmal ist 'leicht' gar nicht so übel, weißt du.“
    „Du müsstest dich mal reden hören! Was ist mit der Catherina passiert die ich kannte?“
    „Irgendwo auf dem Weg zwischen Kidnapping und Gefangenschaft ist sie wohl verloren gegangen.“, kicherte ich.
    „Ja, vermutlich.“, seufzte Jace. Dann riss er auf einmal die Augen auf und sagte: „Wir müssen sofort zu Isabelle und den anderen! Du ahnst gar nicht wie sehr sie sich sorgen.“
    Ich nickte und machte Anstalten ihm zu folgen, blieb dann jedoch ruckartig stehen. „Moment, die anderen sind auch hier?“ - „Natürlich.“ - „Was heißt denn hier natürlich. Ihr wart genau wie ich seit Jahren nicht mehr in Alicante.“ - „Das stimmt. Maryse hat uns mitgenommen. Wir hielten es im Institut nicht mehr aus. Wir mussten etwas tun. Maryse musste sowieso nach Alicante und wir sind mitgekommen.“
    „Achso. Aber warum ...“ - „Fragen können wir nachher beantworten. Glaub mir, ich habe auch einige und die anderen werden mit Sicherheit auch die ein oder andere haben. Aber jetzt lass uns zu ihnen gehen. Wahrscheinlich fragen sie sich schon wo ich bleibe. Ich wollte mir eigentlich nur kurz die Beine vertreten.“
    „Ah, natürlich. Die ganze Welt dreht sich nur um Jace Wayland. Wie ich sehe hat sich diesbezüglich noch nichts geändert.“, grinste ich, folgte ihm aber.

    6
    Gemeinsam mit Jace lief ich eine lange Straße entlang. Nach einem meiner Meinung nach viel zu langen Fußmarsch erreichten wir endlich unser Ziel – ein großes Herrenhaus. Ich musterte es ausgiebig und kam zu dem Schluss, dass es vermutlich eine Stange Geld gekostet hatte.
    „Wem gehört das Haus?“, fragte ich Jace. Ich sah ihn Anstalten machen zu antworten, doch er wurde unterbrochen durch das jähe Aufgehen der Eingangstür. Isabelle kam heraus geschossen, rannte an Jace vorbei und stürzte sich auf mich. Ziemlich viele Umarmungen für den heutigen Tag …
    „Cat.“, quiekte Isabelle in mein Ohr und ich zuckte zusammen.
    „Ja, ich bin es.“ - „Wo warst du nur?“ - „Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich Mitten im Nirgendwo. Aber jetzt bin ich ja hier.“ - „Wieso? Wieso jetzt?“ Ich stutzte. Konnte ich ihr von Jonathan erzählen? Was für eine Frage. Ich war nicht hier um an seiner Seite zu kämpfen, sondern ich wollte entkommen. „Jonathan, der Kerl der mich gekidnappt hat ist zusammen mit mir hierher gekommen.“ - „Wer ist Jonathan?“ - „Ich … Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht so genau.“, gestand ich und löste mich von Isabelle, die mich zuvor noch immer umklammert gehalten hatte.
    Hinter Isabelle kamen nun auch Alec, mein Bruder und das Mädchen das Jace damals ins Institut gebracht hatte aus dem Haus. Wahrscheinlich wunderten sie sich über die Störung um diese späte Uhrzeit. Sowohl mein Bruder, als auch Alec trugen lässige Klamotten. Das Mädchen hingegen – Clary hieß sie glaube ich – steckte in einer Schattenjägerkluft. Während sich auf Alecs und Nathanaels Gesichtern Erkennen abzeichnete, schien sie zuerst eine Weile überlegen zu müssen, bis sie mein Gesicht einordnen konnte.
    „Oh mein Gott, Catherina!“, riefen Alec und Nathanael im Chor, liefen auf mich zu und versuchten beide mich zu umarmen. Dieser Versuch scheiterte jedoch kläglich, da ich nicht breit genug war für zwei Umarmungen gleichzeitig. So ließ Alec meinem Bruder den Vortritt, der nicht zögerte und mich strahlend durch die Luft wirbelte. Ich schrie erschrocken auf und schlug auf ihn ein, damit er mich wieder runter ließ. Entgegen meiner Erwartungen setzte er mich wirklich ab und war zufrieden mit einer klassischen, allerdings trotzdem sehr drückenden Umarmung. Ich genoss die Körpernähe zu meinem einzigen noch lebenden Verwandten und konnte sogar ein paar Tränen nicht zurück halten. Heute war wirklich ein sehr emotionaler Tag …
    Schniefend löste ich mich nach einer kleinen Ewigkeit von ihm und sah in sein Gesicht. Auch ihm lief eine Träne über die Wange und ich wischte sie lächelnd mit meinem Daumen weg. Dann wandte ich mich Alec zu und umarmte auch ihn. Endlich war ich wieder bei meiner Familie.
    „Was haltet ihr davon wenn wir dieses überaus ergreifende Wiedersehen im Haus fortsetzen?“, meinte Jace und klang dabei ziemlich sarkastisch. Es hatte sich wirklich nichts verändert – und das fand ich gut. Eine Konstante in meinem inzwischen sehr chaotischen Leben war geblieben.
    „Eine gute Idee.“, stimmte ich ihm zur Überraschung aller zu, hakte mich bei Nathanael ein und betrat zusammen mit den anderen das Haus. Wie zu erwarten gewesen war, war auch die Einrichtung unübersehbar teuer. Alec führte uns in ein geräumiges Wohnzimmer und wir verteilten uns auf den drei großen Sofas, die vor einem steinernen Kamin standen.
    „Ist Max allein im Institut?“, fragte ich in die entstandene Stille hinein. Der kleine Junge war mir erst gerade eingefallen.
    „Nein, er ist auch hier in Alicante. Er wollte zu unserer Mutter in die Garnison. Wahrscheinlich bringt sie ihn mit, wenn sie sich auf den Rückweg macht.“, antwortete Isabelle und legte sich ein flauschig aussehendes Kissen auf die Beine. Ich hingegen kuschelte mich an meinen Bruder, der neben mir saß.
    Ein Räuspern zerriss die Stille. Es kam von Clary, die ich seit sie aus dem Haus gekommen war gar nicht mehr beachtet hatte. Ich sah zu Jace und bemerkte verwundert, dass er sie mit steinerner Miene und ohne zu blinzeln ansah. Nun war es an mir mich zu räuspern: „Du bist immer noch bei den Schattenjägern, Clary?“ Erschrocken blickte sie von ihren Fingernägeln auf und antwortete mit erstaunlich kräftiger Stimme: „Ja, ich mache jetzt eine Ausbildung.“ - „Ich nehme an du meinst eine Ausbildung zur Schattenjägerin und nicht eine zur Bürokauffrau, oder?“ Sie nickte.
    „Was ist eine Bürokauffrau?“, fragte Jace, doch ich winkte genervt ab.
    „Dann erzähl doch mal was mit dir passiert ist.“, sagte Alec. Einen kurzen Moment überlegte ich wo ich beginnen sollte, öffnete dann den Mund und wurde wie schon so oft in dieser Nacht unterbrochen. Ein lauter Knall ertönte und kurz darauf spürte ich einen scharfen Schmerz in meinem Gesicht. Ich hörte Isabelle schreien, spürte Nathanael zusammenzucken und sah Alec aufspringen. Ich selbst betastete meine Wange und zog keuchend einen Glassplitter aus dem Fleisch. Stirnrunzelnd betrachtete ich ihn und sah mein Blut im Schein des Feuers schimmern. Wo zur Hölle kam dieser Splitter her?
    „Dämonen!“, kreischte Isabelle und sprang wie zuvor ihr Bruder auf. Auch ich stand in Null Komma Nichts auf den Beinen und spannte meine Muskeln kampfbereit an. Dann stellte ich ernüchternd fest, dass ich noch immer nicht bewaffnet war. „Ich brauche eine Waffe!“, rief ich auf meine Erkenntnis folgend und fing ein Kurzschwert auf, das Jace mir zuwarf. Clary und ich waren die Einzigen, die noch immer im Wohnzimmer standen – die anderen hatten bereits das Haus verlassen. Ich drehte mich zu ihr um und fragte kühl: „Kannst du kämpfen?“ - „Ja.“ Die Antwort genügte mir und so verließ auch ich das Gebäude. Auf der Straße vor dem Haus erwartete mich Chaos. Jeder meiner Freunde kämpfte mit einem Dämon; manche sogar mit zwei gleichzeitig – so Jace. Ich eilte Alec zu Hilfe, der ebenfalls zwei dieser Viecher an der Backe hatte und den nun ein dritter Dämon, ein Iblis-Dämon angriff. Ich stürzte mich auf das menschlich aussehende Ungetüm und rammte ihm mein Schwert in die Seite. Der Dämon schrie auf, wirbelte herum und ließ einen Morgenstern auf meinen Kopf niedersausen. Gerade noch rechtzeitig warf ich mich zur Seite und entkam der mit Stacheln besetzten Eisenkugel. Sofort stand ich wieder aufrecht und machte mich für eine neue Attacke bereit – die auch direkt folgte. Zwar konnte ich erneut ausweichen, doch dieses Mal hatte ich nicht ganz so viel Glück. Zwei der Stacheln erwischten meinen Arm und jagten einen unvorstellbaren Schmerz durch meinen Körper. Ich biss die Zähne zusammen, machte einen Ausfallschritt nach vorne und riss das noch immer im Körper des Monsters steckende Schwert aus dessen Fleisch. Sekunden später duckte ich mich wiederholt um dem Morgenstern auszuweichen und stieß dann mein Schwert in das Herz des Dämons. Er brüllte unmenschlich und fasste sich an die Brust. Scheiße, er starb nicht.
    „Cat!“, rief Alec hinter dem Dämon und ich sah etwas leuchtendes auf mich zu segeln. Instinktiv griff ich danach und konnte mich glücklich schätzen, dass ich den Griff des wie ich nun erkannte Engelsschwerts zu packen bekommen hatte. In einer flüssigen Bewegung holte ich Schwung und enthauptete meinen Gegner. Die Augen des Iblis leuchteten kurzzeitig schwefelgelb auf, dann erlosch das Leuchten und der Kopf fiel zu Boden. Kampfbereit sah ich mich um, nur um dann festzustellen, dass alle anderen ihre Gegner bereits erledigt hatten. Schnaufend standen Jace, Isabelle, Alec, Clary, Nathanael und ich auf der Straße und betrachteten die blutigen Leichen zu unseren Füßen. Die Häuser um uns herum hatten heftigen Schaden erlitten. Fensterscheiben waren geborsten, Hauswände beschädigt und Türen eingetreten. Aus den Häusern drangen vereinzelt Schreie. Ein Zeichen dafür, dass die Dämonen nicht nur uns angegriffen hatten.
    „Wir teilen uns auf.“, rief Jace uns über den Lärm hinweg zu. Ich schloss mich mit Alec der mir am nächsten stand zusammen, und wir rannten die Straße entlang.
    „Am besten wir suchen die Umgebung nach weiteren herumstreunenden Dämonen ab. Die anderen kümmern sich um die Familien.“, schlug ich vor.
    „Hört sich gut an.“, stimmte Alec mir zu.
    „Überprüfst du die Gasse da? Ich schaue hier nach.“ Ich zeigte auf zwei von der Straße abführenden Gassen zwischen jeweils zwei Häusern.
    „Cat, wir sollten nicht allein da rein.“ Sich sichtlich unwohl fühlend trat Alec von einem Fuß auf den anderen.
    „Quatsch, wenn ich was finde schreie ich. Versprochen.“, zwinkerte ich. Unschlüssig stand Alec da, stimmte dann jedoch widerwillig zu. Ich rannte in die enge Gasse und erreichte kurz darauf das gegenüberliegende Ende. Als ich den Kopf um die Ecke streckte tauchte gleichzeitig Alec aus der anderen Gasse auf. Die Straße hinter den beiden Häusern war im Gegensatz zur Hauptstraße nicht beleuchtet und auch der Boden nicht gepflastert. Ich trat aus meiner Gasse heraus und stand Alec gegenüber. „Siehst du, alles in Ordnung.“, grinste ich. Alec schnitt eine Grimasse und machte Anstalten wieder zurück zu gehen, doch plötzlich stoppte er und öffnete den Mund – ganz so, als wolle er mich warnen. Doch auch ich hatte hinter Alec einen Schatten ausgemacht und rief noch bevor Alec irgendetwas sagen konnte: „Hinter dir!“ Er fuhr herum. Hinter ihm ragte ein Vermithrall-Dämon auf. Ein Dämon der sehr schwer zu töten ist, da er sich neu bilden konnte, wenn ihm Gliedmaßen abgeschnitten wurden. Er bestand aus ganzen … man konnte sagen 'Würmerkolonien'.
    Ich setzte mich in Bewegung und wollte Alec zu Hilfe eilen, doch eine Hand schloss sich mit stahlhartem Griff um meinen Arm; eine Hand.
    „Du bleibst.“, flüsterte eine fremde Stimme in mein Ohr und mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich wurde in den Schwitzkasten genommen und ein kräftiger Arm drückte gegen meinen Hals und meine Luftröhre. Panisch versuchte ich mich zu befreien, strampelte, wollte schreien, doch nichts gelang. Ich bekam keine Luft und vor meinen Augen begannen schwarze Pünktchen zu tanzen. Mein Sichtfeld engte sich immer weiter ein und ich hörte nur noch das Blut in meinen Ohren rauschen. Auf einmal wurde ich in die Luft gehoben und spürte, dass ich davon getragen wurde. Dann verlor ich das Bewusstsein.

    7
    Schmerz. Alles was ich spürte war Schmerz; Schmerz in meinem Kopf, Schmerz in meinen Gliedern. Dass ich ihn spürte bedeutete, dass ich wieder zu Bewusstsein kam. Jetzt wo ich es mir recht überlegte, wollte ich viel lieber ohnmächtig werden. Doch natürlich ging das nicht.
    Leise drangen nun Stimmen an mein Ohr. Als ich mich auf sie konzentrierte wurden sie lauter.
    „Das ist ein Morgenstern-Schwert.“, sagte eine der Stimmen.
    „Ja, das ist es. Sein Besitzer liegt tot irgendwo in einem Bach.“, erwiderte eine zweite. Ich kannte sie – sie gehörte zu Jace. Oh mein Gott. Jace war hier! Ich öffnete meine Augen einen Spalt breit und stellte gleichzeitig fest, dass ich auf einem relativ weichen Untergrund lag, der leicht modrig roch; Erde.
    „Du hast deinen eigenen Bruder getötet?“, keuchte die Person deren Stimme ich nicht kannte. Es handelte sich um einen Mann. Hoffentlich unauffällig brachte ich meinen Kopf in eine Position, aus der ich den Mann sehen konnte. Er war groß, hatte weißes Haar und helle Haut. Beim Erzengel, ich kannte ihn. Ich hatte schon einmal eine Fotografie von ihm gesehen. Das war Valentin Morgenstern.
    „Er war nicht mein Bruder.“, fauchte nun Jace.
    „Er ist mein Sohn – genau wie du.“
    „Erstens war er dein Sohn; nicht ist. Zweitens war er ein Monster und ich habe ihn bis heute nicht gekannt. Du hast uns verdammt noch Mal getrennt groß gezogen.“
    „Aber ihr heißt gleich.“
    „Und das ist dein Verdienst. Du hast mich meinen wahren Eltern weggenommen! Du hast mir den selben Namen gegeben wie deinem dämonischen Sprössling – Jonathan.“ Jonathan! Valentin war mir vom ersten Moment an bekannt vorgekommen. Er sah Jonathan zum verwechseln ähnlich. Aber das hieß ja … Jonathan war Valentins Sohn und das Gespräch das ich neulich nachts belauscht hatte, hatte sich zwischen Jonathan und Valentin – seinem Vater – abgespielt. Mein Herz raste. Ich konnte das nicht glauben. Plötzlich fielen mir Jace ersten Worte ein 'Sein Besitzer liegt tot irgendwo in einem Bach'. Jonathan war tot. Ich erstarrte. Ich vermochte es nicht die Gefühle die in mir brodelten zu beschreiben – sie überforderten mich und nahmen jeden Winkel meines Körpers ein. In Trance setzte ich mich auf. Vergessen waren die Kopfschmerzen. „Du hast Jonathan getötet.“, hauchte ich und wandte mich Jace zu, der einige Meter entfernt hinter mir stand.
    „Ah, Dornröschen ist aufgewacht.“, lächelte Valentin. Doch abgesehen davon, dass ich ihm keine Beachtung schenkte, war das Lächeln genau wie bei Jonathan früher unecht.
    „Ja, er hat mich angegriffen.“, knurrte Jace und bleckte bei der Erinnerung an Jonathan die Zähne.
    „Warum?“, flüsterte ich. Ich glaubte nicht, dass Jace mich gehört hatte, doch trotzdem antwortete er.
    „Er war ein Monster, Catherina. Er hatte Dämonenblut in sich. Außerdem, woher kennst du ihn?“ Die Lautstärke von Jace Stimme schwoll an.
    „Jonathan war es, der mich gekidnappt hat.“
    „Wieso zur Hölle bist du dann so betroffen von seinem Tod?“
    „Weil sie ihn liebt.“, sagte Valentin trocken. Verständnislos dreinblickend fuhr Jace zu Valentin herum. „Warum redest du so einen Stuss?“, fuhr er ihn an. Ich sah wie sich der Griff um das Heft seines Engelsschwertes festigte.
    „Oh, ich sage nur wie es ist. Nicht wahr, Catherina?“ Ich blieb Valentin die Antwort schuldig. Betroffen sah ich zu Boden. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich auf einmal wie sich etwas bewegte. Neugierig sah ich in die Richtung und erblickte Clary – ebenfalls auf dem Boden liegend. Was tat sie hier? Und warum hatte sie bis jetzt kein Wort gesagt?
    „Wie auch immer. Ich nehme an du bist nicht hierher gekommen um mit mir zu plaudern, mein Sohn.“, meinte Valentin und ließ sein Schwert kreisen.
    „Nein, ich bin hier um dich zu töten.“
    Mit diesen Worten stürmte Jace auf Valentin zu – seine Seraphklinge kampfbereit erhoben. Bestürzt beobachtete ich, wie Valentin seine Klinge so ausrichtete, dass sie genau auf Jace Brust zeigte. Für einen kurzen Augenblick dachte ich es wäre um Jace geschehen, doch der wich gerade noch rechtzeitig aus, rannte an Valentin vorbei und rammte ihm noch im Rennen den Ellbogen in den Rücken. Ich hörte Valentin keuchen und sah wie er sein Schwert fallen ließ. Schneller als es für einen normalen Menschen möglich war fuhr Jace zu Valentin herum, packte ihm am Kragen seiner schwarzen Lederjacke und zog ihn zu sich heran. Er presste sein Schwert gegen Valentins Kehle. Ein dünner Faden dunkelroten Blutes rann an der Stelle hinab, gegen die Jace sein Schwert drückte. Schweigend sah Jace Valentin in die Augen. Ich konnte mir vorstellen woran er in diesem Moment dachte. Daran, dass Valentin zwar abgrundtief böse, doch trotzdem sein Stiefvater war. Dieser Mann hatte ihn großgezogen und trainiert. Einen solchen Menschen konnte man nicht ohne mit der Wimper zu zucken töten.
    Nun ja, es sei denn man hieß Valentin. „Es tut mir leid, mein Sohn.“, hörte ich diesen murmeln. Dann sah ich einen dunklen Schatten in Richtung Valentins Hand fliegen und noch ehe ich reagieren konnte rammte er seinem Stiefsohn die schwarze Klinge in die Brust. Mein Atem stockte. Ich konnte nicht begreifen, was sich dort vor meinen Augen abgespielt hatte. Jace konnte nicht tot sein. Nicht der Jace den ich kannte. Er war unbesiegt – bis vor einer Minute.
    Noch während mein Gehirn versuchte zu verarbeiten, was gerade geschehen war, machte Valentin sich an der weichen Erde am Ufer des Sees an dem wir uns, wie ich nebenbei feststellte, befanden zu schaffen. Er psalmonierte vor sich hin – ich konnte ihn nicht verstehen. Mühsam rappelte ich mich auf und stakste auf unsicheren Beinen zu Clary, über deren Wangen stille Tränen liefen, hinüber. Ich hockte mich neben sie und flüsterte: „Bist du verletzt?“
    Mit verschwommenen Blick sah sie zu mir auf und schüttelte nachdem sie kurz nachgedacht hatte den Kopf. Grübelnd musterte ich sie und wunderte mich, warum sie weder versuchte aufzustehen, noch mir mit Worten zu antworten. Dann fiel der Groschen.
    „Rune?“, fragte ich beinahe lautlos. Erneut ein Nicken.
    Ein lautes Platschen ließ mich aufschrecken. Valentin hatte soeben einen goldenen Kelch in den See geworfen. Sein Schwert folgte kurz darauf. Warum warf er einen Kelch und ein Schwert in den See? Kelch … Schwert …. An irgendetwas erinnerte mich diese Kombination. Natürlich: die drei Insignien der Engel; Kelch, Schwert und Spiegel. Aber wo war der Spiegel? Oh Gott, der See war der Spiegel. Meine Vermutung bestätigte sich nur Augenblicke später. Zunächst kräuselte sich die Oberfläche des Sees nur leicht. Dann schoss plötzlich etwas aus dem Wasser heraus. Der See schien zu bersten – Tropfen flogen in die Luft und erinnerten an einen umgekehrten Hagelschauer. Gleichzeitig wurde die Nacht erhellt. Das Strahlen ging von dem Etwas das gerade aus dem See gebrochen war aus. Ein Engel, schoss es mir durch den Kopf. Er war unglaublich schön. Das Leuchten blendete mich, doch ich konnte nicht wegsehen. Seine Haare schienen aus goldenen und silbrigen feingliedrigen Ketten zu bestehen. Seine Haut sah aus wie weißer Marmor, so gleichmäßig und makellos wie sie war.
    Sprachlos starrten Clary und ich den Engel an. Valentin machte einen Schritt auf den See zu und rief mit kräftiger Stimme: „Raziel, Fürst des Himmels!“
    Dann antwortete der Engel. Die Stimme mit der er sprach war so unwirklich wie sein Anblick. Es klang wie ein Kreischen, doch auch wie melodische Musik. Einfach unbeschreiblich.
    „Nephilim, seit Jahren hat mich niemand mehr gerufen. Was veranlasst dich dazu die Stille zu brechen?“
    „Die Welt braucht Euch. Noch immer konnten die Dämonen nicht besiegt werden. Ich brauche Euch um sie ein für alle Mal zu vernichten. Helft mir die Erde zu retten.“
    „Du willst die Erde nicht retten. Du willst Anerkennung und Ehre.“
    „Gut, wenn Ihr so denkst. Dann fordere ich nun meine Gunst von Euch ein.“
    „Es ist wahr – derjenige der mich heraufbeschworen hat liegt in meiner Gunst. Doch du warst es nicht, Valentin Morgenstern.“
    „Was?“, rief Valentin ungläubig, „Aber hier ist sonst niemand der Euch hätte heraufbeschwören können, Fürst Raziel.“
    „Du irrst. Deine Tochter, Nephilim.“ Bei den Worten Raziels fuhr Valentin zu Clary herum. Für einen kurzen Moment schien er verwirrt und ratlos, dann heftete sich sein Blick auf mich und seine Züge verhärteten sich. Er wandte sich wieder dem Engel zu.
    „In Ordnung. Ihr lasst mir keine Wahl. Catherina“, Valentin sah mich an, „du wirst Raziel dazu bringen mir zu gehorchen. Wenn er mir meine Gunst nicht erfüllen will, dann muss ich früher zu meinen Plänen mit dir kommen.“
    Ich runzelte die Stirn und stand aus der Hocke auf. „Ich soll einem Erzengel etwas befehlen?“, fragte ich ungläubig und konnte nicht anders als aufzulachen.
    „Ja. Was meinst du weshalb ich Jonathan dich habe entführen lassen, Mädchen? Du bist etwas Besonderes. In deinen Adern fließt Engelsblut.“
    „Na klar fließt in meinen Adern Engelsblut. Ich bin eine Nephilim!“
    „Nein, dein Blut ist beinahe reines Engelsblut. Du bist die Tochter eines Engels und eines Nephilim.“
    „Was?“
    „Ich kannte deine Mutter – sie hieß Deidre Spear. Sie war eine Schattenjägerin, Mitglied des Kreises und ebenso wie ich an 'Forschung' interessiert. Während ich Dämonen beschwor, beschwor sie Engel. Sie wurde übermütig und beschwor den Erzengel Michael. Er war zu mächtig und in seinem Zorn wollte er sie ins Jenseits verbannen. Sie bettelte ihn an ihr eine zweite Chance zu geben. Deidre schwor nie wieder einen Engel zu beschwören und sich voll und ganz dem Herrn zu verpflichten. Michael genügte dieses Versprechen nicht und forderte sie auf ihm ihre Treue zu beweisen. Sie stimmte zu und kurz darauf wurde sie schwanger. Zu dem Zeitpunkt war der Vater deines Bruders – oder vielmehr Halbbruders – bereits tot; gefallen in einem Kampf. Ich wusste das irgendetwas Verdächtiges vor sich ging und beobachtete deine Mutter. Nach deiner Geburt entnahm ich dir in einem unachtsamen Augenblick Deidres eine Blutprobe und analysierte sie. Was ich herausfand war atemberaubend: Zwei Drittel deines Blutes bestanden aus Engelsblut. Du bist die Tochter Michaels. In einem uralten Buch entdeckte ich eine Weissagung, die das leibliche Kind eines Engels betrifft. Ein Kind würde zur Welt kommen – zu drei Dritteln Engel – und die Erde von dem abgrundtief Bösen befreien. Die Engel würden ihr zur Seite stehen und sich im entscheidenden Moment unterordnen. Sofort war mir klar: Die Prophezeiung handelte von dir.“
    Ich schüttelte den Kopf. Die ganze Zeit über die Valentin erzählt hatte, hatte ich das schon getan. Ich konnte das nicht glauben. Unmöglich! „Du lügst.“, hauchte ich und machte einen Schritt rückwärts. Ich wollte Abstand zu ihm gewinnen.
    „Nein, ich lüge nicht. Catherina, du bist stärker und robuster als alle anderen Schattenjäger. In dir schlummert eine Macht, die dich zu etwas Besonderem macht.“
    Ich erinnerte mich an die vielen Male die ich verletzt worden war und wo die Ärzte gesagt hatten, dass es ein Wunder war, dass ich noch lebte: Ein Zufall? Es musste so sein …
    „Er spricht die Wahrheit, Catherina, Tochter des Michael. Seit deiner Geburt wachen meine Brüder und Schwestern über dich – über einen wahren Nephilim. Im Laufe der Zeit ist die Bezeichnung viel zu sehr verallgemeinert worden. Der Begriff Nephilim definiert ein Individuum das halb Mensch, halb Engel ist. Zwar haben Schattenjäger Engelsblut in sich, doch nur eine geringe Menge – gerade so viel, dass sie den Menschen überlegen sind. Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung auf Personen wie dich.“
    „Siehst du, Catherina? Und jetzt tu wie ich dir geheißen habe: Befiehl dem Erzengel mich zu unterstützen.“, knurrte Valentin.
    „Nein.“
    „Nein?“
    „Nein! Ich kann und ich will dir nicht helfen, Valentin.“, sagte ich kühl.
    „Du willst und du wirst! Denk an Jonathan – er hätte es so gewollt.“
    „Der Jonathan den ich kennenlernen durfte hätte das nicht gewollt. Außerdem meinte ich es ernst: Ich kann Raziel nicht unterwerfen – selbst wenn ich wollte.“
    „Was redest du denn da? Ich weiß, dass du es kannst!“
    „Dein Gerede langweilt mich, Valentin Morgenstern. Ich sagte dir bereits: Meine Gunst gilt deiner Tochter Clarissa. Ich gebe dir nun diese letzte Chance: Flieh und verstecke dich. Gib auf und ich verschone dein erbärmliches Leben.“ Die Mimik eines Engels zu lesen war wirklich nicht einfach, doch ich glaubte zu erkennen, dass er verärgert aussah.
    „Ich werde nicht aufgeben. Nicht nach all dem was ich erreicht habe. Niemals!“, rief Valentin und versuchte den Runenkreis, den er zuvor erschaffen hatte, zu zerstören. Noch ehe er seine Idee in die Tat umsetzen konnte flog eine Kugel, bestehend aus gleißender weißer Energie auf Valentin zu und schoss in seine Brust – oder viel mehr durch seine Brust. Sie hinterließ ein klaffendes, kreisrundes Loch. Mit vor Staunen geöffnetem Mund sah Valentin auf seine Brust. Seine Lippen formten ein lautloses 'Oh'. Wie in Zeitlupe fiel er auf die Knie und kippte anschließend mit dem Gesicht voran zu Boden. Schweigend betrachteten Clary und ich die nun reglos daliegende Gestalt. Ich war sprachlos, weil Valentin – der Erzfeind überhaupt – nun einfach so zur Strecke gebracht worden und nicht durch die Hand eines Schattenjägers gestorben war. Clary war aus zwei Gründen sprachlos: Der erste Grund entsprach wahrscheinlich dem meinen, der zweite Grund war die Schweigerune die Valentin ihr verpasst hatte.
    Während Clary noch immer den Toten anstarrte, wandte ich mich erneut dem Erzengel zu. Dieser machte eine kleine Handbewegung und Clary schien von einer unsichtbaren Last befreit – er hatte der Rune die Macht genommen.
    „Es ist also wirklich wahr? Mein Vater ist ein Engel?“, fragte ich leise, war mir jedoch sicher, dass Raziel mich verstand.
    „Ja, mein Bruder Michael.“
    „Ich kann es nicht glauben. Beinahe hätte ich Valentin auch noch geholfen.“ Müde fuhr ich mir mit der Hand durch die Haare und zuckte zusammen, als ich eine große Beule an meiner Stirn streifte.
    „Du gibst dir die Schuld, Catherina, doch für mich stand es von Anfang an außer Frage, dass du Valentin Morgenstern nicht unterstützen würdest.“
    „Warum fühle ich mich dann so schlecht?“ Der Engel antwortete nicht. Ich erwartete auch gar keine Antwort – ich kannte sie bereits selbst. Heute Nacht hatte ich gleich drei Dinge verloren; Jonathan, das Wissen wer ich war und in gewisser Weise auch meinen Bruder. Schließlich hatte ich erfahren, dass er nur mein Halbbruder war.
    „Clarissa, du hast noch immer einen Wunsch bei mir frei. Die Zeit wird knapp. In diesem Moment strecken die Schattenjäger die durch Valentins Tod geschwächten Dämonen nieder und sind bereits auf dem Weg zu diesem See. Willst du einen Wunsch erfüllt haben, dann sprich jetzt. Doch bedenke, dass ich nicht der Allmächtige bin.“
    Mit verweinten Augen sah Clary zu dem Erzengel auf. Noch immer war sie nicht aufgestanden. „Jace.“ Das Wort war nicht mehr als ein Wispern, doch trotzdem lag in ihm eine Macht, die niemand zu beschreiben vermochte.
    „Schließ die Augen, Mädchen.“, wies der Engel sie an und sie tat wie geheißen. Auch ich schloss die Augen – rein aus Prinzip. Durch geschlossene Lieder sah ich einen hellen Schein. Als ich meine Augen wieder öffnete war der Engel verschwunden und mit ihm das Licht. Der See lag nun wieder im Dunkel der Nacht.
    Ein Rascheln hinter meinem Rücken ließ mich herumfahren. Jace hatte sich bewegt!
    „Jace!“, schrie Clary, sprang von einer plötzlichen Kraft erfüllt auf und rannte zu dem am Boden liegenden Schattenjäger.
    „Clary.“, keuchte dieser und stützte sich schwer atmend auf seine Ellbogen. Ich sah wie Clary sich zu ihm herabbeugte und ihn küsste. Reflexartig wandte ich den Blick ab und starrte auf den See hinaus. Hinter mir hörte ich laute Schritte. Die Schattenjäger von denen Raziel gesprochen hatte mussten angekommen sein. Sie sprachen mit Clary und Jace und am Rande nahm ich wahr, dass sie auch mit mir redeten. Ich ignorierte sie. In meiner Brust klaffte ein Loch – ähnlich dem Valentins. Doch das Loch in meiner Brust tötete mich nicht – leider. Ich lebte noch. Ich wollte sterben. Ich konnte das hier nicht mehr. Immer wollte ich stark sein, über alles die Kontrolle haben. Doch nun hatte ich sie endgültig verloren. Ich war am Ende. Jonathan war tot. Mein Selbstbild zerstört. Und das wenige das ich über meine Familie zu wissen geglaubt hatte zu Nichte gemacht. Welchen Grund gab es da noch weiter zu existieren? Kraftlos ließ ich mich zu Boden sinken und sah in den sternlosen Nachthimmel hinauf. Ohne dass ich es merkte, schlief ich ein.

    8
    Feuer. Überall Feuer. Panisch wirbelte ich herum. Suchte nach einem Ausweg aus meinem tödlichen Gefängnis. Plötzlich teilte sich die Flammenwand und ein Schatten schritt durch die Öffnung. Hinter ihm loderten erneut Flammen auf. Ich konnte das Gesicht der Person nicht erkennen. Was ich spürte war tief verwurzelte Angst. Angst um mein Leben. Angst vor diesem Wesen. Der gesichtslose Schatten blieb stehen – nur wenige Meter von mir entfernt. „Es ist so weit.“, knurrte er mit tiefer Stimme. Eine Stimme die verursachte, dass sich die Härchen auf meinen Armen aufstellten.
    „Schließ dich mir an, Catherina. Gemeinsam werden wir die Welt beherrschen. Sie von den Wesen reinigen, die ihrer nicht würdig sind.“
    Ich trat einen Schritt zurück. Versuchte so viel Platz wie möglich zwischen mich und dieses Monster zu bringen. Doch dieser Schritt war ein Fehler. Er entfesselte unvorstellbare Qualen. Mit diesem einen Schritt war ich direkt in die Mauer aus Feuer getreten. Hungrig leckten die Flammen an meinem Körper. Verschlangen ihn. Plötzlich ließ der Schmerz nach und auch das Feuer verschwand. Stattdessen legten sich von hinten kräftige Hände auf meine Schultern. Erschrocken fuhr ich herum und sah mich von Angesicht zu Angesicht mit Jonathan. Doch er sah nicht aus wie der Jonathan den ich kannte. Sein Gesicht war zu einer Fratze verzerrt. Dunkle Schatten lagen unter seinen schwarzen, erbarmungslosen Augen. Seine einst sonnengebräunte Haut war bleich. So bleich, als wäre jegliches Blut aus seinem Körper gewichen. Die Stimme mit der er sprach war noch tonloser als gewöhnlich: „Darauf habe ich dich vorbereitet, Catherina. Hierauf haben wir hingearbeitet. Du bist so weit. Wir alle sind so weit.“
    Ich schüttelte den Kopf und entriss mich seinem Griff. „Nein! Das hier ist falsch. Ich spüre es.“, schüttelte ich den Kopf und brachte mehr Raum zwischen ihn und mich.
    „Du irrst dich! Das hier ist deine Zukunft. Unsere Zukunft.“, redete er auf mich ein und machte Anstalten sich mir zu näheren. Ich hob abwehrend eine Hand und bedeute ihm Abstand zu mir zu halten. „Wenn das hier der Grundstein unserer Zukunft sein soll, will ich nichts mit ihr zu tun haben. Und ganz tief in deinem Inneren willst du das auch nicht, Jonathan! So bist du nicht. So musst du nicht sein.“, beschwor ich ihn und appellierte an den Jonathan den ich hatte kennenlernen dürfen.
    „Du dummes Mädchen! Natürlich muss er so sein.“, höhnte eine Stimme hinter meinem Rücken. Ich erkannte die Stimme – der Schatten, Valentin. Nein, er war tot! Schockiert warf ich einen Blick über die Schulter und stellte fest, dass er nur wenige Schritte von mir entfernt stand. Zu meinem Entsetzen sah er ziemlich lebendig aus. Na ja, so lebendig wie man als lebender Toter eben aussehen konnte.
    „Es liegt in seinem Blut. Nein, es ist sein Blut.“, zischte er. Ich wandte ihm wieder den Rücken zu und widmete meine Aufmerksamkeit erneut Jonathan.
    „Du musst das nicht tun. Ich kenne dich. Denk an … Denk an den Joghurt.“, flehte ich ihn an und hoffte den guten Jonathan zu erreichen. Tatsächlich umspielte plötzlich ein winziges Lächeln seine Lippen. „Bitte! Triff die richtige Wahl.“
    Das Lächeln verschwand: „Ich habe keine Wahl.“
    „Unsinn! Jeder hat eine Wahl.“ Tränen sammelten sich in meinen Augen.
    „Du verstehst nicht.“ Er verzog gequält das Gesicht.
    „Doch. Du musst eine Entscheidung treffen. Nicht unser Blut ist es, das unseren Charakter ausmacht. Es sind unsere Entscheidungen.“
    Der Schatten hinter mir lachte. „Klappe!“, fauchte ich über die Schulter und er verstummte. „Du hast die Wahl. Gut, oder Böse. Er, oder ich. Bitte Jonathan, ich kann nicht nicht noch einmal verlieren.“
    „Noch einmal?“, fragte er verwirrt. Verwirrung war gut. Verwirrung hieß, dass ich ihn erreicht hatte.
    „Es ist … Vergiss es – unwichtig. Jonathan, Valentin ist ein Monster.“
    „Bist du dir sicher, Catherina? Bin ich das Monster, oder Jonathan?“, fragte Valentin höhnisch.
    „Jonathan ist kein Monster.“
    „Nein, aber halb Dämon. Es ist sein Blut, das ihn zu einem Monster macht.“
    „Das Blut spielt keine Rolle. Unsere Entscheidungen sind es die unser Wesen ausmachen.“
    „Ach wirklich?“, lachte Valentin, „Und was ist mit deinem Blut? Spielt das Blut Michaels in deinen Adern keine Rolle?“
    „Nein! Ich bin wer ich bin, weil ich handle wie ich will. Jeder hat einen freien Willen. Serienmörder sind auch nicht von Geburt an dazu bestimmt zu dem zu werden was sie am Ende sind. Oft sind sie selbst Opfer – Opfer ihrer Umwelt. Und so ist auch Jonathan ein Opfer. Du hast ihn geformt. Doch er hat immer noch die Möglichkeit sich umzuentscheiden.“
    „Er hat Menschenleben auf dem Gewissen. Er hat Max Lightwoods Leben auf dem Gewissen, meine Liebe.“
    Ich erstarrte. Max konnte nicht tot sein! Nicht dieser kleine, quicklebendige Junge. Ich drehte mich zu Jonathan um. „Ist das wahr?“, fragte ich mit leiser Stimme.
    Er zog die Stirn in Falten, öffnete den Mund wie um etwas zu sagen, schloss ihn dann jedoch wieder. Stattdessen nickte er lediglich. Ich schluckte schwer und biss die Zähne zusammen.
    „Bist du dir immer noch sicher, dass er kein Monster ist?“ Valentin stand nun ganz nah hinter mir und er flüsterte in mein Ohr. Ich trat einen Schritt zur Seite – musste weg von ihm.
    Auf einmal hatte ich eine Idee. Vielleicht war Jonathan wirklich nicht verloren. „Jonathan, das ist deine Chance. Du hast jetzt die Wahl zwischen Valentin und mir. Fälle die Entscheidung jetzt!“
    Plötzlich änderte sich die Szenerie. Alles um mich herum wurde schwarz. Dann stand ich in einem Raum. Er war kreisförmig und von ihm gingen zwei Torbögen ab. In einem, in dem auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes, stand Valentin. Der Torbogen führte hinein in ein schwarzes Nichts. In dem anderen Torbogen stand ich. Dieser führte hinein in gleißend weißes Licht. In der Mitte des Raumes befand sich Jonathan. Er stand auf einem kleinen, ebenfalls runden Podest.
    Ich straffte die Schultern. Jonathan musste sich nun entscheiden. Der Moment war gekommen.
    „Komm zu mir Jonathan. Ich bin dein Vater! Ich habe dich zu dem gemacht was du bist. Ich kann dir alles geben was du dir wünschst.“, beschwor Valentin ihn.
    Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Er verheißt Tod und Verderben, Jonathan. Er gab deiner Mutter Dämonenblut, damit du seinen Vorstellungen entsprichst. Du bist frustriert, weil sie dich nie geliebt hat – weil sie dich weggegeben hat! Aber war das was Valentin dir gab so viel besser? Er gab dir weder Liebe, noch Wärme. Ich liebe dich Jonathan. Ich werde dich immer lieben und ich brauche dich. Ich brauche dich so wie du mich brauchst. Ich kann dir nicht sagen was die Zukunft bringt und was uns in diesem Licht erwartet, doch ich kann dir versprechen, dass ich dich immer lieben werde. Ich werde alles für dich tun. Egal was kommt, ich werde zu dir halten. Du kannst dich den Schattenjägern anschließen.“
    „Sie werden mich nicht wollen.“, rief Jonathan und raufte sich die Haare.
    „Dann verlasse ich sie und wir bauen uns ein gemeinsames Leben auf.“
    „Das kann ich nicht von dir verlangen.“
    „Du verlangst es nicht. Ich entscheide mich dafür. Jetzt musst du dich nur noch für mich entscheiden.“ Ich streckte meine Hand in seine Richtung aus. Mein Herz schlug bis zum Hals.
    „Jonathan!“, knurrte Valentin, versuchte einen Schritt auf ihn zu zu machen, prallte jedoch gegen eine unsichtbare Wand.
    „Jonathan.“, flüsterte ich und sah ihn flehend an. Er setzte sich in Bewegung. Mein Herz hörte für einen Moment auf zu schlagen, als ich glaubte zu sehen, dass er sich in Valentins Richtung begab. Dann allerdings wandte er sich mir zu und kam mit großen, sicheren Schritten zu mir. Er ergriff meine Hand und ich warf mich in seine starken, Sicherheit verheißenden Arme. „Ich liebe dich.“, hauchte ich in sein Ohr. Er drückte mich von sich weg und musterte mein Gesicht. Eine Träne lief über meine Wange und er wischte sie mit dem Daumen weg. „Ich liebe dich auch.“
    Hand in Hand schritten wir durch das Licht.
    Ich wartete, doch nichts passierte. Panisch bemerkte ich, dass ich nicht mehr Jonathans Hand hielt. Plötzlich erschien eine Gestalt vor mir. Ebenso wie Raziel schien sie zu strahlen – ein Licht das von ihrem Inneren auszugehen schien. Ohne den Engel zuvor schon einmal gesehen zu haben, wusste ich wer es war.
    „Vater.“, sagte ich. Anders als bei Raziel konnte ich die Mimik Michaels deuten. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen.
    „Catherina, ich bin so stolz auf dich.“ Seine Stimme klang wie ein Glockenspiel im Wind.
    „Was ist das hier? Ist es echt?“, fragte ich.
    „Wir sind in deinen Gedanken. Ob es echt ist, musst du selbst entscheiden.“
    „Ich habe so viele Fragen!“
    „Ich weiß, aber wir haben keine Zeit. Du weißt warum ich hier bin.“
    „Nein.“, antwortete ich ratlos.
    „Doch. Horch ganz tief in dich hinein, Tochter.“ Ich schloss die Augen. Noch immer fühlte ich das Loch in meiner Brust, doch gleichzeitig durchströmte eine friedliche Wärme meinen Körper.
    „Jonathan.“ Ich sagte es mit absoluter Sicherheit.
    „Ja. Du kannst ihn retten.“
    „Aber wie?“, rief ich verzweifelt. Mein Vater lächelte. Er kam auf mich zu und nahm mein Gesicht in seine Hände.
    „Auch das weißt du. Catherina, ich bin wirklich sehr stolz auf dich. Ich liebe dich, mein Kind. Ich möchte, dass du weißt, dass ich immer an deiner Seite bin und es auch immer war. Das hier wird das einzige Mal sein, dass du mich siehst, doch vergiss nicht, dass ich wann immer du mich brauchst da sein werde.“ Mein Vater sah mich mit seinen goldenen Augen an, dann küsste er mich auf die Stirn.
    „Bitte geh nicht.“, flüsterte ich und erneut sammelten sich Tränen in meinen Augen. Ich nahm mir vor in naher Zukunft meine Tränendrüsen checken zu lassen.
    „Es wird Zeit. Ich habe dich lieb.“ Mein Vater verschwand und die Welt um mich herum wurde immer dunkler. Zum Schluss befand ich mich wieder in vollkommener Dunkelheit. Dann schlug ich die Augen auf. Ich wusste was ich zu tun hatte.

    9
    Kerzengrade setzte ich mich auf. „Jonathan.“, sagte ich und schwang meine Beine aus dem Bett, in das mich die Schattenjäger gelegt hatten.
    „Cat, wovon zur Hölle sprichst du?“, fragte Isabelle verwirrt. Sie saß in einem Sessel neben meinem Bett. Irgendwoher wusste ich, dass sie sich mit Jace, Alec und Nathanael abgewechselt hatte neben mir Wache zu halten, bis ich aufwachte.
    „Ich muss Jonathans Leiche finden.“, erklärte ich knapp und zog mich gleichzeitig an.
    „Die von Valentins Sohn?“, fragte Isabelle, während ich in meine Jacke schlüpfte.
    „Ja.“
    „Aber die wurde doch schon gefunden. Sie wird in diesem Moment zur Einäscherung im Krematorium vorbereitet.“
    „Was?“, rief ich und widmete ihr nun meine volle Aufmerksamkeit.
    „Ja, sie ist unten.“
    „Danke, du hast mir sehr geholfen.“, rief ich, als ich schon die Zimmertür aufgerissen hatte und aus dem Raum gestürmt war. Im Vorbeilaufen hatte ich mir mein Schwert vom Nachttisch geschnappt.
    Ich rannte schneller als jemals zuvor. Zwar war ich noch nie in diesem Gebäude gewesen, doch ich folgte einer inneren Eingebung und logischem Denken und rannte eine schmale Steintreppe hinab. Immer weiter führte sie in die Tiefe und schließlich hatte ich die unterste Ebene erreicht. Von hier führte ein schmaler Gang mit hoher Decke zu einer Tür aus massivem Holz. Ich riss sie auf und platzte Mitten in die Vorbereitung für die Einäscherung. Auf einem steinernen Tisch lag er – Jonathan. Um ihn herum standen drei stille Brüder. Zielstrebig ging ich auf den Tisch zu.
    „Lasst mich einen Moment mit ihm alleine.“ Als sie keine Anstalten machten den Raum zu verlassen fügte ich hinzu: „Bitte.“ Kurz glaubte ich auch dieses Mal würden sie nicht reagieren, doch dann setzten sie sich in Bewegung. Einer nach dem anderen verließen sie die Kammer und am Ende war ich allein mit Jonathan. Ich trat zu ihm an die steinerne Bahre. Er war blass und seine geschlossenen Augen umgab ein dunkler Schatten. Man hatte ihm die Kleidung angelassen in der er gestorben war. Sie war zerrissen und dunkle Flecken – wahrscheinlich Erde – zierten sie.
    Zärtlich strich ich Jonathan durch das blonde Haar. Ich wusste was ich zu tun hatte. Ob es funktionieren würde? Das wusste Gott allein. Ich zog das Schwert aus dem Innenfutter meiner Jacke und schnitt mir damit in meine rechte Handfläche. Sofort quoll Blut hervor. „Na dann.“, brummte ich und presste meine Handfläche auf Jonathans Mund. Da kein Blut seine Wange hinab lief musste es wohl wirklich in seinen Mund fließen. Nach einer Weile zog ich meine Hand weg und presste mir ein Stofftaschentuch auf die Wunde. Die Gerinnung hatte bereits eingesetzt und sie blutete nicht mehr so heftig wie am Anfang. Schweigend beobachtete ich Jonathan – wartete auf ein Wunder. Die Sekunden zogen sich, wurden zu Minuten. Nichts geschah. Frustriert atmete ich aus. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich die Luft angehalten hatte. Ich ließ die Schultern hängen. Es hatte nicht funktioniert. All die Hoffnung die ich zuvor hatte schwand dahin. Ich schloss die Augen – kostete den Schmerz in meinem Innern aus. Ich hatte Jonathan verloren.
    Klirrend fiel meine Seraphklinge zu Boden. Ich machte keine Anstalten sie aufzuheben. Ich drehte mich um und ging langsam auf die Tür zu. Diese öffnete sich ohne Vorwarnung und die stillen Brüder kamen wieder herein. „Er gehört ganz Ihnen.“, sagte ich matt und setzte meinen Weg fort. Ich hatte alles versucht. Sollten sie ihn doch verbrennen. War all das mit Valentin und Michael nur ein Traum gewesen? Ein Produkt meiner Fantasie? - Ja. Ich musste der Wahrheit ins Auge sehen. Jonathan war tot und es gab nichts, dass den Mann den ich liebte wieder zum Leben erweckte. Nicht einmal das Blut eines Beinahe-Engels. Ich weinte nicht. Ich fühlte mich leer.
    Dann passierte es. Ich hatte die steinerne Treppe fast erreicht, da hörte ich hinter mir plötzlich aufgeregte Schritte. Auf einmal legte einer der stillen Brüder mir eine Hand auf die Schulter und zog mich zurück in den Raum. Was zur Hölle sollte das? Die Brüder hatten noch nie etwas derartiges in meiner Gegenwart getan und ehrlich gesagt hatte ich sie auch noch nie so aufgeregt erlebt.
    Fragend sah ich den stillen Bruder mit der Hand auf meiner Schulter an. „Was?“
    Wortlos zeigte er in Jonathans Richtung. Ich kniff die Augen zusammen: „Ja, ich weiß … er ist tot. Das müsst ihr mich nicht noch unter die Nase reiben, okay?“
    Der stille Bruder schüttelte den Kopf und zeigte erneut zu Jonathan. Für einen kurzen Moment blickte ich zu dem Steintisch und dann wieder zurück zum Bruder. „So, ich habe hinge-“, ich brach Mitten im Satz ab. Hatte Jonathan sich etwa gerade bewegt? Sofort sah ich wieder zu ihm rüber. Da hustete er plötzlich. „Jonathan!“, rief ich und rannte los. Einen Augenblick später stand ich neben ihm und griff nach seiner zuckenden Hand. „Jonathan?“
    Er schlug die Augen auf und wider Erwarten waren sie nicht schwarz, sondern smaragdgrün. „Oh mein Gott.“, schluchzte ich und nun kamen die Tränen. In Bächen flossen sie aus meinen Augen. So viel zu meinen Vorsatz nicht mehr zu weinen.
    Jonathan setzte sich auf. Desorientiert blickte er sich um, dann heftete sich sein Blick auf mich. „Catherina?“ - „Ja, ich bin's.“
    „Was ist passiert?“, fragte er. Seine Stimme klang ein wenig heiser.
    „Du bist gestorben.“
    „Ich bin tot?“
    „Nein, du lebst.“
    „Aber du hast doch gesagt ich bin gestorben.“, runzelte er verwirrt die Stirn, „Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.“
    „Du warst tot. Aber dann habe ich dir mein Blut gegeben und jetzt lebst du wieder.“
    „Dein Blut?“
    „Ja, ich habe Engelsblut in mir. Ich meine mehr als die anderen Schattenjäger, also … Das Engelsblut hat das Dämonenblut in dir verdrängt. Du bist jetzt ein ganz normaler Nephilim.“
    „Was ist das für eine Logik?“, lachte Jonathan. Das Lachen schwang in ein Husten um.
    „Catherina-Engels-Logik.“, grinste ich, „Geht es dir gut?“ Besorgt musterte ich ihn.
    „Keine Sorge. So schnell wirst du mich nicht mehr los.“, lächelte er und legte seine Hand in meinen Nacken.
    „Das ist gut. Du mich nämlich auch nicht.“ Er zog meinen Kopf zu sich heran und legte seine Lippen sanft auf meine. Mein Herz drohte vor Freude zu zerspringen und noch immer weinte ich. Plötzlich schien die Welt wieder ein klein wenig heller zu werden. Okay, viel heller. Zwar hatte ich noch immer mit einer Menge Dinge fertig zu werden, doch ich wusste, dass ich das mit Jonathan an meiner Seite schaffen würde. Mit ihm konnte ich alles schaffen. Und ich hatte das in dem Traum-Wirklichkeits-Dingens ernst gemeint. Sollten die Schattenjäger ihn als Mitglied nicht annehmen, würde ich mir mit ihm ein neues, anderes Leben aufbauen und ich würde es genauso sehr lieben wie mein jetziges. Nach einer meiner Meinung nach viel zu kurzen Zeit löste Jonathan sich wieder von mir. Er sah mir tief in die Augen und ich in seine. Es war ungewohnt, dass sie jetzt grün waren, doch diese Veränderung erinnerte mich daran, dass er sich für mich und für das Licht und die Liebe entschieden hatte.
    „Ich liebe dich, Catherina.“, flüsterte Jonathan, als hätte er meine Gedanken gelesen.
    „Ich liebe dich auch, Jonathan.“, hauchte ich zurück und küsste ihn erneut.
    Die stillen Brüder verließen schweigend den Raum.


    Damit geht Catherinas Geschichte zu Ende. Ich muss wirklich sagen, dass ich überrascht bin welche Wendungen und Entwicklungen sie durchgemacht hat – die Geschichte meine ich. Aus diesem einen Teil hätte ich locker noch vier Teile machen können. Das hatte ich nicht erwartet. Außerdem hat die Geschichte mir vor Augen geführt wie viel Arbeit hinter einem solchen Werk steckt und wie wichtig treue Fans sind. Von hammermäßigen 4.500 Lesern sind 'nur noch' 1.100 übrig. Dafür weiß ich aber, dass diese 1.100 die Geschichte auch wirklich bis zum Ende gelesen haben. Dafür und für all die hilfreiche Kritik möchte ich mich bedanken. Ich hoffe, dass ich Euch für kurze Zeit in die Welt von Catherina und ihren Schattenjägerfreunden entführen konnte und meine Geschichte Cassandra Clares Glanzleistung angemessen ist.
    Ich bitte Euch mich nicht auf Abweichungen von den Büchern hinzuweisen, da ich mich irgendwann bewusst nicht mehr an die Vorlage gehalten habe – wie man allein am Ende und an der Szene am See merkt.
    Also, danke noch einmal. Mein nächstes Projekt wird wahrscheinlich eine Fanfiktion zu Divergent – Die Bestimmung. Vielleicht interessieren sich ein paar von Euch ja dafür.
    Ein letztes Mal würde ich mich Kritik, Rückmeldungen und natürlich auch über Lob freuen.
    Falls ihr irgendwelche Fragen habt oder mir sonst irgendetwas zu sagen habt, könnt ihr mich unter dieser E-Mail Adresse erreichen: harry_potter2108@gmx.de

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1414718510
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
Zeit für das Finale.
http://www.testedich.de/quiz34/quiz/1414718510/CHRONIKEN-DER-UNTERWELT-Dein-Leben-in-der-verborgenen-Welt-der-Schattenjaeger-TEIL-7
http://www.testedich.de/quiz34/picture/pic_1414718510_1.jpg
2014-10-31
406H
Chroniken der Unterwelt

Kommentare Seite 5 von 5
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Cornelia ( 57250 )
Abgeschickt vor 50 Tagen
Woooow das klingt voll super gut! 😇 Ich könnte gar nicht mehr aufhören! Schreib unbedingt mehr du kannst das!😊
lotus_nj ( 69410 )
Abgeschickt vor 502 Tagen
total süchtig danach...Ich wünsche ich hätte deine Vorstellungskraft.. bei mir gehts nur zwei Seiten lang
Rosalyn ( Rose ) ( 12225 )
Abgeschickt vor 573 Tagen
Ich hab alle Teile gelesen und was soll ich sagen es war hammermäßig super !!!!!!
Percy Jackson ( 20674 )
Abgeschickt vor 660 Tagen
Ich bin......deine Geschichte ist so......wie du schreibst....
Du siehst, ich kann das nicht in Wirte fassen:))
kiwi2000 ( 35791 )
Abgeschickt vor 781 Tagen
Wow. Der Hammer. Ein riesiges Lob, die Geschichte hat mich total umgehauen. Eigentlich schade, dass es nicht weiter geht. Hör bitte nie auf, FFanfiktions zu schreiben (du hättest wahrscheinlich auch das Zeug für ein Buch)♥
Lg, kiwi2000
Schneestern37 ( 93767 )
Abgeschickt vor 783 Tagen
Wahnsinn! Hammer Geschichte! Du schaffst es wirklich, den Leser in den Bann deiner Geschichte zu ziehen, riesen Respekt dafür!
Ich werde auf jeden Fall weiterlesen.

Und noch ein Tipp, nur eine Kleinigkeit:
Wenn du schreibst: "Er hat angefangen.", protestiere ich..., dann fällt der Punkt am Ende der wörtlichen Rede weg, weil nach der wörtl. Rede ein Komma steht.
Wie gesagt, nur eine Kleinigkeit, die mir aufgefallen ist.
Ich finde, du hast sehr großes Talent, du darfst auf keinen Fall aufhören, Geschichten zu schreiben! Wenn du mich fragst, hat Cassandra Clare Konkurrenz bekommen... ;)
Kp ( 76266 )
Abgeschickt vor 792 Tagen
OMG wie Geilll!!!!!! Ich 💜 deinen Schreibstil du Schreiber um einiges besser als ich und ich kann das schon gut! Du hast einen sehr großen Wortschatz und man hat immer neue Ausdrücke zu kesen . man versetzt sich richtig in die Figur! Einfach nur Hammer! Werd später Autorin.....!!!! Boah vllt. Schreiber du mal besser als Suzanne Collins mein großes Vorbild in Sachen Geschichten schreiben!!!!
Anna Hess ( 93508 )
Abgeschickt vor 836 Tagen
@Rexxa : Ohhhh, vielen lieben Dank! Aber ich stimme dir zu: Ab dem dritten Buch zieht sich die Reihe unglaublich 😟 Daher freut es mich umso mehr, wenn dir meine Geschichte trotzdem gefällt 😍

@Looora : Auch dir vielen lieben Dank! 🌹

@bella : Uuuh, Dankeschön 😊
bella ( 28216 )
Abgeschickt vor 847 Tagen
Oiiiiii schöhhhhhhhn
Looora ( 85594 )
Abgeschickt vor 875 Tagen
Richtig schön.....

Ich bin begeistert

Wow!
Rexxa ( 22584 )
Abgeschickt vor 899 Tagen
Oh wow...
du hast echt talent, die Geschichte hat mich total gefesselt...
Ich bin ja ehrlich gesagt, nicht so der FAn von den Chroniken der unterwelt, da zu viel in die länge gezogen, immer dauernd was neues nerviges, aber deine FF hat mich echt richtig umgehauen und würdest du ein richtiges buch draus machen würde ich es mir kaufen :D
Anna Hess ( 09117 )
Abgeschickt vor 903 Tagen
@Nikau : Oh, vielen Dank das freut mich wirklich! :) Ach halt dich nicht zurück in dem was du schreibst - ist doch ein Kompliment! ^^
Nikau ( 71861 )
Abgeschickt vor 904 Tagen
OMG. Die Geschichte ist ja mal Hammer geil! (Tschuldigung für meinen Ausdruck. Aber anders kann man es nicht beschreiben:) ) Die Schreibstil ist echt klasse. Ich bin über die Divergent FF auf die gestoßen, weil ich die auch schon mega finde, aber das hier...
Anna Hess ( 09117 )
Abgeschickt vor 904 Tagen
@Isabelle : Ist aber lieb, dass du Cat verteidigst :) ^^
Isabelle ( 33380 )
Abgeschickt vor 926 Tagen
@Malec forever: Was soll das mit der Mary Sue? Meinst du damit Catherine? Ich finde nicht das dieser Charakter eine Mary Sue ist...
Isabelle ( 33380 )
Abgeschickt vor 926 Tagen
Der zweite Teil von "Chroniken der Unterwelt. Die erste Begegnung aus Magnus Sicht." ist raus. Ich würde mich auch über dein Feedback freuen Anna. Über das der anderen natürlich auch:D
Anna Hess ( 47584 )
Abgeschickt vor 930 Tagen
@Malec forever: Achso. Dann hoffe ich, dass ich das das nächste Mal besser hinbekomme.
Malec forever ( 27266 )
Abgeschickt vor 930 Tagen
Eine Mary-Sue ist eine Protagonistin, die sich fast klischeehaft verhält. Einen perfekten Charakter der fast schon unrealistisch wirkt
Anna Hess ( 27949 )
Abgeschickt vor 931 Tagen
*ihren Eltern
*Eigenes
*verbessert

Sorry für die Fehler. Ich habe mit meinem Handy geantwortet :D
Anna Hess ( 68775 )
Abgeschickt vor 931 Tagen
@ALL : Der erste Teil meiner neuen Fanfiktion ist draußen. Er heißt "Divergent - Liebe | Schmerz | Bestimmung". Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.

@Isabelle: Habe ich gerne gemacht :)

@Sophie: Ich finde das ist häufig bei Kindern der Fall, dass sie von ihren viel zu sehr unterdrückt und geformt werden. Man sollte dem Charakter eines Menschen wenigstens die Möglichkeit geben sich zu formen! Ja ich wollte schon häufiger etwas eigenes schreiben, aber irgendwann kommt der Punkt wo ich festhänge und es nicht weiter geht. Außerdem habe ich das Problem, dass ich nicht weiß in welche Richtung ich gehen soll, weil ich immer alles perfekt machen möchte und nicht nur so halb und das geht nur, wenn man sich mit der Thematik wirklich auskennt.

@Adhara: Dankeschön für dieses große Kompliment. Man merkt auch einfach selber beim Schreiben, dass man sich immer weiter verbesseet und das Formulieren immer leichter fällt.